Mannheim, Nationaltheater, BILANZ DER SPIELZEIT 2025/26, IOCO

Das Nationaltheater Mannheim zieht eine erfolgreiche Bilanz der Spielzeit 2025/26: 236.500 Besuchende, steigende Abozahlen und starke Auslastung. Besonders Oper, Tanz und das Festival „Mannheimer Sommer“ begeisterten mit ausverkauften Vorstellungen und großem Publikumszuspruch.

Mannheim, Nationaltheater, BILANZ DER SPIELZEIT 2025/26, IOCO
Tilmann Pröllochs © Christian Kleiner

von Uschi Reifenberg

Erfolgreiche Spielzeit am Nationaltheater Mannheim: 236.500 Besuchende und Steigerung der Abonnements

Mit den letzten beiden Vorstellungen im OPAL und im Alten Kino Franklin am letzten Sonntag, endet die Saison am Nationaltheater nach 1.166 Vorstellungen mit einer positiven Bilanz: Die Gesamtauslastung der Spielzeit 2025/26 liegt bei 75 %, die Gesamtbesuchendenzahl steigt auf 236.500 (Stand 27.07.2026) und auch die Abonnent*innenzahlen verzeichnen einen Anstieg von 6,4 % auf 5.002 Abonnements.

Diese Spielzeit war ja in Teilen sehr von den städtischen Sparvorgaben und deren direkter Umsetzung geprägt. Daher freue ich mich vor allem über unser wunderbares Publikum, das uns seit nunmehr vier Jahren in die dezentralen Interimsspielstätten folgt. Besonders der positive Trend bei unseren Abos, die von 4.700 in der vorherigen Spielzeit auf aktuell 5.002 gestiegen sind, verdeutlicht diese Verbundenheit“, hält Tilmann Pröllochs, Geschäftsführender Intendant am Nationaltheater, fest. „Mit insgesamt 236.500 Zuschauenden war diese 4. Spielzeit im Interim sehr erfolgreich. Die turnusmäßige Anpassung der Ticketpreise trug gemeinsam mit einer leicht gestiegenen Auslastung zu einer positiven Entwicklung der Ticketeinnahmen bei – und das, obwohl wir mit 846 Vorstellungen in unseren NTM-Spielstätten rund 50 Vorstellungen weniger durchführen konnten als in der vorangegangenen Spielzeit. Mit dem hervorragend besuchten Festival »Mannheimer Sommer« sind wir programmatisch in die Stadt gegangen, genauso wie wir uns mit vielen anderen Veranstaltungen und Kooperationen erfolgreich mit der Stadtgesellschaft verknüpft haben. Mit unserem theaternahen Kontaktprogramm, von der öffentlichen Probe bis zum Bühnenprogramm beim Stadtfest, konnten wir 20.000 Zuschauende erreichen. Allein durch deutschlandweite Gastspiele unserer Sparten haben wir 8.825 Menschen begeistert. Das ist eine wirklich großartige Leistung aller Mitarbeitenden an unserem Haus“, zieht Pröllochs Bilanz.

Oper


Die Oper begeisterte mit großen Produktionen wie »Lohengrin« (IOCO-Kritik hier), »Nabucco« (IOCO-Kritik hier), »Die Zauberflöte« (IOCO-Kritik hier) oder »Lucrezia Borgia« (IOCO-Kritik hier) und vielen ausverkauften Vorstellungen das Mannheimer Publikum im OPAL. Mit beliebten kleineren Formaten wie der Reihe »Musiksalon«, Sitzkissenkonzerten, Café Concert, Familienkonzerten, Musikalischen Stammtischen und vielen ausgebuchten Spielstättenführungen konnte ein gemischtes Publikum aller Altersgruppen erreicht werden.

Lohengrin: Heerrufer (Nikola Diskić), Kinderstatisterie, Heinrich (Patrick Zielke), hinten Opernchor © Christian Kleiner

Die gelungene Saisoneröffnung mit Richard Wagners »Lohengrin« konnte eine Auslastung von 88 % verzeichnen, sodass aufgrund der großen Nachfrage Zusatzvorstellungen angesetzt wurden und der Schwanenritter mit seinem Gefolge insgesamt elfmal auftrat. Giuseppe Verdis »Nabucco« war in allen acht Vorstellungen ausverkauft. Ebenfalls die Produktion »L’Orfeo« von Claudio Monteverdi, die zur Eröffnung der Schwetzinger SWR Festspiele im dortigen Schlosstheater Premiere feierte und der Oper sieben ausverkaufte Vorstellungen sowie ein großes positives überregionales Medienecho bescherte. Mit der fantasievoll ausgestatteten Familienoper »Alice im Wunderland« von Pierangelo Valtinoni brachte die Oper eine weitere erfolgreiche Neuproduktion auf die Bühne: In elf Vorstellungen wurde eine Auslastung von 83 % erreicht. Das internationale Festival für Musik und Theater »Mannheimer Sommer«, das elf Tage lang im Juni die Theaterbühnen und auch viele Orte in der Stadt bespielte, war ein unbestrittener Höhepunkt der Saison und konnte einen Publikumsrekord mit 22.000 Besuchenden und einer Auslastung von 91 % verzeichnen. Mit W. A. Mozarts »Die Zauberflöte« öffnete sich der Vorhang zur letzten Premiere der Spielzeit. Alle bisher gespielten zehn Vorstellungen waren nahezu ausverkauft. Das umfangreiche Mannheimer Repertoire spiegelte sich in acht Wiederaufnahmen, zu denen der traditionell an Ostern gespielte und ausverkaufte »Parsifal« ebenso zählt, wie Emerich Kálmáns Operette »Die Csárdásfürstin« (IOCO-Kritik hier), die mit 13 Vorstellungen, die meistgespielte Opernproduktion der Spielzeit ist.

Die Czárdásfürstin: Astrid Kessler (Sylva Varescu), TänzerInnen Performance Studio © Christian Kleiner

 Schauspiel

 
Auch das Schauspiel am NTM blickt zufrieden auf eine dichte und facettenreiche Spielzeit mit 351 Vorstellungen zurück. Zu den Höhepunkten zählten überregional beachtete Uraufführungen, die Premieren großer Ensemblestücke im Alten Kino Franklin, die Gründung der Mannheimer Punkakademie sowie das große Sommerspektakel „Kampf der Titanen“ im Alten Kino Franklin.

Kampf der Titanen: Bruno Akkan (Patroklos), Paul Simon (Hektor) © Christian Kleiner

Ein großer Erfolg war die Uraufführung von »Es sagt, es liebt uns« von Hausautor Emre Akal in der Regie von Dennis Duszczak. Fast alle Vorstellungen waren ausverkauft. Auch die Produktion »All my Life Watching America« des Mannheimer Stadtensembles erfreute sich großer Beliebtheit: Sämtliche Vorstellungen waren ausverkauft. Mit 15 Vorstellungen und 4.605 Besucher*innen war die Uraufführung von »Das Lehrerzimmer« mit Mannheimer Schüler*innen die publikumsstärkste Produktion im Alten Kino Franklin. Ergänzt wurde das Angebot der Schauspielsparte durch zahlreiche Lesungen mit renommierten Autor*innen und Performer*innen, die diskursive Gesprächsreihe »Das Haymatministerium« zur postmigrantischen Gesellschaft, die neue Performance-Reihe »Draghaus Werqhouse« sowie das Format »Ins kalte Wasser«, das den Theaternachwuchs kontinuierlich fördert. Auch die Veranstaltungsreihe »Mannheimer Reden« erfreute sich erneut ausverkaufter Abende. Die gemeinsam mit dem Kooperationspartner SRH veranstaltete Dialogreihe wurde zudem für den Deutschen Kulturförderpreis 2026 nominiert. Das Mannheimer Stadtensemble war zudem Mitbegründer der Punkakademie, die mehreren FLINTA*-Bands den Sprung auf die Mannheimer Bühnen ermöglicht hat. Gastspiele führten die Schauspielsparte des NTM in dieser Spielzeit nach Düsseldorf und Fulda sowie zu den Mülheimer Theatertagen und zum Schauspielschultreffen in Rostock. Das Mannheimer Stadtensemble wurde zudem zum International Community Arts Festival in Rotterdam eingeladen. Auch über mehrere Nominierungen und Auszeichnungen konnte sich das Schauspiel in dieser Spielzeit freuen. »Schräge Vögel« wurde beim nachtkritik-Theatertreffen 2026 als Inszenierung des Jahres nominiert. Die NTM-Produktion »DRUCK!« von Arad Dabiri wurde zu den 51. Mülheimer Theatertagen eingeladen und am letzten Tag des Festivals wurde Ensembleschauspielerin Shirin Ali für ihre Leistung in Arad Dabiris Stück »DRUCK!« mit dem Gordana-Kosanović-SchauspielerInnenpreis ausgezeichnet. Für ihre Darstellung der Titelfigur in »Hamlet« erhielt sie zudem eine Nominierung für den Deutschen Theaterpreis DER FAUST in der Kategorie »Darsteller:in Schauspiel«. Ferner wurde Regisseurin Ayşe Güvendiren für ihre Produktion »Dinge I über I Leben« in der Kategorie »Genrespringer« für den FAUST nominiert.

 Tanz

 
Ausverkaufte Produktionen, hohe Publikumsresonanz und erfolgreiche neue Formate prägten die Spielzeit bei NTM Tanz. Die Gesamtauslastung lag bei 88 %. Bereits der Saisonauftakt mit »Boléro, Boléro« im Alten Kino Franklin setzte ein deutliches Zeichen: Alle zehn Vorstellungen waren ausverkauft. Nahtlos an diesen Erfolg knüpfte »Christmas Rhapsody« an. Auch hier waren sämtliche sechs Vorstellungen im NTM-Tanzhaus bis auf den letzten Platz besetzt. Die »Choreografische Werkstatt« (sechs Vorstellungen) stieß ebenfalls auf großes Publikumsinteresse (86 %).

Boléro, Boléro: Die Herren des Ensembles in »The One More Time« von Anat Oz © Natalie Grebe

Der künstlerische Höhepunkt der Spielzeit war der Orchester-Tanzabend »Shakespeare & Love« auf der großen Bühne im OPAL. Die Produktion erzielte in insgesamt zehn Vorstellungen eine Auslastung von 81 %. Großer Beliebtheit erfreute sich auch der zweite Tanzabend im Alten Kino Franklin:  »Wer darf hier Mann sein?« (82 %). Zudem gastierte NTM Tanz in dieser Spielzeit mit vier Vorstellungen am Theater Heilbronn und tanzte bei Galas in Coburg, Hannover und Trier.  Zum Spielzeitfinale fanden zwei neu etablierte Projekte großen Zuspruch:  Der über ein halbes Jahr angelegte Workshop »Lostanzen!« für tanzbegeisterte Menschen ab 40 Jahren mündete in drei Vorstellungen im NTM-Tanzhaus, das durchschnittlich zu 95 % ausgelastet war. Das Showing des einwöchigen Intensivkurses »Summer Intensive« stieß beim Publikum auf begeisterte Resonanz. Für das Projekt reisten 25 angehende Tanzprofis aus zehn Ländern nach Mannheim – und ihre Abschluss-Präsentation im NTM-Tanzhaus war restlos ausverkauft.

Junges NTM

 
Das Junge Nationaltheater konnte in der Spielzeit 2025/26 wieder mit seinem ästhetisch vielfältigen und anspruchsvollen Programm begeistern. So ist die Produktion »Emil und die Detektive« (7+) die auslastungsstärkste Produktion der Spielzeit mit 18 Vorstellungen und einer Auslastung von 99 %. Mit der Arbeit »Denk jetzt nicht an Zitrone« (11+) ist in Kooperation mit Schüler*innen der Schoss-Schule Ilvesheim zum ersten Mal eine Produktion mit integrierter Audiodeskription entstanden. Auch die zahlreichen Einladungen zu Gastspielen bundesweit und zu renommierten Festivals, wie den Ruhrfestspielen Recklinghausen zeigen den überregionalen Erfolg der jungen Sparte. Die beliebte Produktion »Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat« (4+) feierte in diesem Zusammenhang ihre nunmehr 100. Vorstellung! Mit den Formaten »PLAY Schultheatertreffen« und »JXB Festival« öffnete das Junge NTM seine Ressourcen, Räumlichkeiten und Bühnen wieder für die Kinder und Jugendlichen der Stadt Mannheim, die sich kreativ ausprobieren, eigene Ideen einbringen und Theater erleben konnten. Besonders erfreulich, dass das »PLAY Schultheatertreffen« in dieser Saison die höchsten Anmeldezahlen von Schulen bisher verbuchen konnte. Insgesamt nahmen über 5300 Kinder und Jugendliche an den kunstvermittlerischen Angeboten des Jungen NTM, den Spielclubs, AGs und Workshops, teil. Die große künstlerische Bandbreite der Sparte für junges Publikum zeigte sich außerdem in der in Kooperation mit der Alten Feuerwache ins Leben gerufenen, äußerst erfolgreichen Konzertreihe »Baby Rave« (für Babys und Krabbelkinder), bei der junge Eltern mit ihren Allerkleinsten feierten und die ebenfalls überregionale Aufmerksamkeit durch Printmedien und TV erlangte. Die Jugendproduktion »Mutter Dili – alle Farben meiner Sprachen« (14+) spielte im Rahmen der vom Goethe-Institut veranstalteten Deutsch-Olympiade vor über 100 Lehrer*innen aus aller Welt und darf sich nun also auch internationaler Bekanntheit erfreuen.

Homepage des Nationaltheaters

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