Kiel, Theater Kiel, Spielplan Januar 2020

Dezember 13, 2019 by  
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Theater Kiel

Opernhaus Kiel / Blick über den Rathausplatz © VollwertBIT

Opernhaus Kiel / Blick über den Rathausplatz © VollwertBIT


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Oper Kiel / Die Fledermaus © Olaf Struck

Oper Kiel / Die Fledermaus © Olaf Struck

Premiere DIE FLEDERMAUS  –  Operette von Johann Strau

Samstag, 25. Januar 19.30 Uhr Opernhaus

Gabriel von Eisenstein will vor Antritt einer Haftstrafe wegen Beamtenbeleidigung noch einmal richtig auf den Putz hauen: Auf einer Party des Prinzen Orlofsky frischt er seine Verführungskünste auf – und trifft dabei ausgerechnet seine eigene Frau, sein Stubenmädchen und den Gefängnisdirektor! Dass diese erstaunlichen Zufälle kein Zufall waren, klärt sich erst am verkaterten nächsten Morgen im Gefängnis auf … Mit Champagnerlaune, Walzern und dem Patentrezept »Glücklich ist, wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist« kehrt die Operette aller Operetten nach Kiel zurück.

Musikalische Leitung Daniel Carlberg, Regie Olaf Strieb, Ausstattung Heiko Mönnich, Choreinstudierung Lam Tran Dinh

Mit Agnieszka Hauzer, Hye Jung Lee, Vigdis Bergitte Unsgård, Ks. Heike Wittlieb; Yoonki Baek, Fred Hoffmann, Michael Müller–Kasztelan, Ks. Jörg Sabrowski u.a. sowie dem Opernchor

 LUCIA DI LAMMERMOOR   –  Oper von Gaetano Donizetti

Lucia Ashton liebt Edgardo di Ravenswood, den Erzfeind ihres Bruders Enrico, der seine Schwester in eine Ehe mit dem reichen Arturo Bucklaw zwingt – eine Entscheidung, die blutige Konsequenzen hat … Fast vier Jahrzehnte nach der letzten Kieler Inszenierung kehrt Donizettis schauer-romantisches Belcanto-Meisterwerk in einer visuell ungewöhnlichen Gestaltung des griechischen Designers Paris Mexis und des Lichtkünstlers George Tellos zurück.

DIE TOTE STADT  –  Oper von Erich Wolfgang Korngold

Liebe, Abschied, Tod und Träume: Ein trauernder Witwer begegnet einer Doppelgängerin seiner verstorbenen Frau und glaubt, damit würde sein »Traum der Wiederkehr« wahr werden. Sein Traum nimmt jedoch eine überraschende Wendung! KEIN Traum ist es, dass Korngolds Opernhit der 1920er Jahre mit den schwelgerischen Ohrwürmern »Glück, das mir verblieb« oder »Mein Sehnen, mein Wähnen« wiedergekehrt ist.

EIN AMERIKANER IN PARIS  –  Musical von George Gershwin

Paris 1945: Die bezaubernde Balletttänzerin Lise Dassin muss sich zwischen drei Verehrern entscheiden: den Ex-GIs Jerry Mulligan und Adam Hochberg, die sich als Künstler bzw. Komponist in Paris versuchen, und dem reichen Unternehmersohn Henri Baurel, der lieber ein Jazzsänger wäre. Lises schwere Entscheidung wird durch solche Gershwin-Klassiker wie »I got rhythm«, »Shall we dance« oder »Stairway to Paradise« erleichtert.


Oper EXTRA


Freitag, 3. Januar 23.00 Uhr Foyer Opernhaus Lounge 23:

SCOTTISH POP

Lucia di Lammermoor spielt in Schottland, klingt aber sehr italienisch. Zum Ausgleich gibt’s nach der ersten »Lucia«-Vorstellung des Jahres was richtig Schottisches auf die Ohren, von Annie Lennox und den Simple Minds bis zu Franz Ferdinand – moderiert von Katrin Liebthal und Ulrich Frey.

Montag, 6. Januar 20.00 Uhr 1. Foyer Opernhaus
KLARINETTE?   NA KLAR!

In der vergangenen Spielzeit initiierte der Soloklarinettist Ishay Lantner Konzerte mit Kammermusik für Klarinette. Es begann mit Mozart und Musik aus der Zeit der Romantik, in dieser Spielzeit stehen seine beiden Konzerte unter dem Motto »Tänze«. Am 6. Januar sind europäische Tänze von Franz Schubert, Adolf Busch, Dmitri Schostakowitsch, Johann Strauß, Fritz Kreisler, Béla Bartók u.a. zu erleben. Es spielen u.a. Ishay Lantner, Liz Farrell, John Doig, Sarah Pape, Volker Bohnsack, Daniel Carlberg und John Spencer.

Samstag, 11. Januar 16.00 Uhr, 1. Foyer Opernhaus
Operncafé:  DIE FLEDERMAUS

»O Fledermaus, o Fledermaus, lass endlich jetzt dein Opfer aus.« Dirigent Daniel Carlberg, Regisseur Olaf Strieb und Dramaturgin Cordula Engelbert erläutern ihre Sicht auf Johann Strauß’ »Rache einer Fledermaus«.

Montag, 27. Januar 20.00 Uhr 1. Foyer Opernhaus
Dieter Schnebel zum 90.

Am 14. März 2020 wäre Dieter Schnebel 90 Jahre alt geworden. Anlässlich seines Geburtstages spielt das Ensemble Klangrauschen – Liz Farrell (Flöte), Maria Yamanaka (Viola), Heiko Maschmann (Kontrabass), Ninon Gloger (Klavier) – Werke von Michael Maierhof, John Cage, György Ligeti und Dieter Schnebel.

Eine Kooperation von Klangrauschen und dem Theater Kiel

Gastspiel

Montag, 20. Januar 20.00 Uhr,  1. Foyer Opernhaus
Wir in Schleswig-Holstein: Violine! Klasse!

Die beliebte Gastspielreihe mit Studierenden der Musikhochschule Lübeck beginnt im neuen Jahr mit der Violin-Klasse von Prof. Maria Egelhof, am Klavier begleitet von Yoko Yamada.


orchesterkiel*


Mittwoch, 1. Januar 18.00 Uhr Kieler Schloss
Neujahrskonzert  –  Freude ohne Götterfunken

Neujahr ohne Beethovens neunte Sinfonie – kann das gehen?! Ja, aber da muss ein Experte ran: Karl-Heinz Bloemeke, langjähriger Professor für Dirigieren an der Musikhochschule Detmold und ausgewiesener Spezialist für humorvoll moderierte Konzerte führt mit Italianità, Champagner-Galopp und einer echten Überraschung ins Jahr 2020 – für einen gelungenen Start ins neue Jahr sollten Sie dieses Konzert keinesfalls verpassen!

Philharmonisches Orchester Kiel
Tatia Jibladze (Mezzosopran), Ks. Tomohiro Takada (Bariton)
Dirigent Karl-Heinz Bloemeke

Dienstag, 7. Januar 19.00 Uhr, St. Nikolaikirche Kiel
3. Mozart-Konzert  –  Werke von Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791)
und Louise Farrenc (1804–1875)
Kieler Kammerorchester
Dirigent Imre Sallay

Sonntag, 12. Januar 11.00 Uhr, Kieler Schloss
Montag, 13. Januar 19.30 Uhr, Kieler Schloss

5. Philharmonisches Konzert

Winterträume von Italien im Januar: Die Kieler Philharmoniker spielen ein italienisch inspiriertes Programm unter der Leitung des jungen französischen Dirigenten Joseph Bastian, der über zehn Jahre Bassposaunist beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks war, bevor er sich endgültig und mit beeindruckendem Erfolg aufs Dirigieren verlegte.

Ebenfalls zu Gast in Kiel ist Ödön Rácz, Solokontrabassist der Wiener Philharmoniker und international gefragter Solist, mit dem Kontrabass-Konzert h-Moll des italienischen Komponisten Giovanni Bottesini.

Joseph Haydn (1732–1809)?infonie Nr. 42 D-Dur
Giovanni Bottesini (1821–1889) Konzert für Kontrabass h-Moll
Hector Berlioz (1803–1869) Ouvertüre »Béatrice et Bénédict«
Giuseppe Verdi (1813–1901) Le quattro stagioni (Die vier Jahreszeiten) aus der Oper  Die sizilianische Vesper

Philharmonisches Orchester Kiel
Solist Ödön Rácz (Kontrabass), Dirigent Joseph Bastian

• Auftakt: Konzerteinführung jeweils 30 Minuten vor Konzertbeginn im Fördefoyer
• PhilharmoNINO: Kinderbetreuung jetzt bei allen philharmonischen Sonntagskonzerten
• Zugabe am Montag: abschließender »Philharmonischer Absacker« im Fördefoyer

Sonntag, 26. Januar 11.30 Uhr, Opernhaus  –  2. Familienkonzert
Dienstag, 28. Januar 11.00 Uhr, Opernhaus  –  1. Schulkonzert

»Wer fuchtelt da vorne rum? – Der neue GMD stellt sich vor«

Wer ist eigentlich der Mann, der vor dem Orchester steht und dem Publikum immer so unhöflich den Rücken zudreht? Genau, der Dirigent! In Kiel begrüßen wir in dieser Spielzeit Benjamin Reiners als neuen Chefdirigenten, auch Generalmusikdirektor (GMD) genannt. Heute stellt er sich euch im Familienkonzert vor und erzählt euch von seinem Job. Mit dabei natürlich auch unsere Kieler Philharmoniker, die für euch die Musik zu dem bekannten Kinderbuch »Das Orchester zieht sich an« spielen.

Musik: »Das Orchester zieht sich an« von Marius Felix Lange
zum Buch von Karla Kuskin

Dirigent Benjamin Reiners, Szenische Leitung Marie Coring und Waltraut Anna Lach

Freitag, 31. Januar 19.00 Uhr, Hotel Birke, Waldesruh
Tafelmusik

Ein kulinarisch-musikalischer Abend mit abwechslungsreicher Kammermusik, moderiert von Selke Harten-Strehk, Kieler Streichquartett
Nora Piske (Violine), Rie Goji (Violine)
Sarah Pape (Viola), Volker Bohnsack (Violoncello)


ballettkiel*


Wiederaufnahme
Mittwoch, 8. Januar 19.30 Uhr, Opernhaus

CREATIONS  –  Tanzabend von Georg Reischl und Yaroslav Ivanenko

Mal meditativ, mal hochexplosiv und mal traumhaft schön – der Tanzabend »Creations« fesselt mit zwei eigens für diesen Abend geschaffenen Stücken der Choreografen Georg Reischl und Yaroslav Ivanenko. Beide Stücke erwuchsen aus der Faszination für eine bestimmte Musik: »Following a Bird« von Ivanenko ist durch die Musik und die Biografie des italienischen Ausnahmemusikers Ezio Bosso inspiriert, Reischls »(h)ruof« wurde durch das Ritual des balinesischen Kecak-Tanzes angeregt. Ein kraftvoller Abend mit aufregendem choreografischen Kontrastprogramm!

Choreografie Georg Reischl, Yaroslav Ivanenko
Musik Vincent Glanzmann, Ezio Bosso, Max Richter, Kimmo Pohjonen
Bühne Georg Reischl, Marie Rosenbusch?Kostüme Min Li
Mit den Tänzer*innen des Ballett Kiel

Repertoire

EUGEN ONEGIN  –  Ballett von Yaroslav Ivanenko

Um ehrliche und starke Gefühle, um Treue und die Frage danach, was wir wirklich im Leben brauchen – darum geht es in Alexander Puschkins Versroman »Eugen Onegin«. Yaroslav Ivanenko hat den berühmten Stoff aufgegriffen und die dramatische Liebesgeschichte zwischen dem Dandy Onegin und dem verträumten Mädchen Tatjana, untermalt von sinfonischen und kammermusikalischen Werken Peter Tschaikowskis, in Tanz verwandelt.

CINDERELLA  –  Ballett von Yaroslav Ivanenko zur Musik von Sergej Prokofjew

Die Geschichte von Cinderella, die aus Eifersucht auf ihre Schönheit von Stiefmutter und Stiefschwestern unterdrückt und vom Prinzen mit Hilfe des verlorenen Schuhs befreit wird, ist weltweit in vielen Variationen bekannt. Yaroslav Ivanenko versetzt in seiner Version »Cinderella« in die Welt des Zirkus, sodass auch fliegende Artisten, liebenswerte Clowns und geheimnisvolle Magier auf der Bühne des Kieler Opernhauses zu bestaunen sind.

Gastspiel des Theater Kiel

La Sylphide

Das Ballett Kiel gastiert in dieser Spielzeit mit La Sylphide am Theater Lübeck. Das romantische Ballett über einen schottischen Landjunker und dessen unerfüllbare Liebe zu einem Luftgeist ist dort in Anlehnung an die originale Choreografie von August Bournonville aus dem Jahr 1836 zu erleben.

Eine Kooperation des Ballett Kiel mit dem Theater Lübeck


Ballett EXTRA


Samstag, 11. Januar 10.00 Uhr,  Ballettsaal im Opernhaus
ÖFFENTLICHES TRAINING

Einen Blick hinter die Kulissen erhaschen und das Ballett Kiel aus nächster Nähe erleben: Diese Möglichkeit bietet das Öffentliche Training wieder im Januar. Nur fünfzig Zuschauer*innen finden im Ballettsaal Platz, daher heißt es: schnell Karten sichern! Der Einlass erfolgt um 9.45 Uhr über die graue Eisentür am Opernparkplatz.

Sonntag, 26. Januar ca. 21.45 Uhr, 1. Foyer Opernhaus
Psychoanalyse und Theater: Eugen Onegin

Nach der Vorstellung von »Eugen Onegin« laden ballettbegeisterte Psychoanalytiker*innen des Kieler John-Rittmeister-Instituts das Publikum ein, den Abend gemeinsam mit Mitgliedern der Produktion zu reflektieren und sich darüber auszutauschen, was sie während der Vorstellung gesehen, erlebt, gedacht, gefühlt oder fantasiert haben.


interkulturellextra*


begegnungen*
Sonntag, 12. Januar?Einführung 16.30 Uhr, 2. Foyer Opernhaus
CREATIONS
Tanzabend von Georg Reischl und Yaroslav Ivanenko
begegnungen* entstehen zwischen Alt- und Neu-Kieler*innen aus unterschiedlichen Kulturen. Sie können zu einem rabattierten Preis für sich und gleichzeitig eine »Unterstützerkarte« für eine geflüchtete Person kaufen. Dadurch entsteht eine Gruppe aus alten und neuen Kieler*innen. Eine Einführung in das Stück sowie der gemeinsame Ausklang mit Beteiligten der Produktion umrahmen den Abend.

Information und Anmeldung: ruth.seehaber@theater-kiel.de

begegnungen* – unterstützt von der Gesellschaft Freunde des Theaters in Kiel e.V.


schauspielkiel*


Oper Kiel / Vögel © Olaf Struck

Oper Kiel / Vögel © Olaf Struck

Premieren
Freitag, 17. und Samstag, 18. Januar 20.00 Uhr, Schauspielhaus
VÖGEL  –  Wajdi Mouawad

Wahida ist Amerikanerin und arbeitet in New York an ihrer Doktorarbeit. Eitan ist Deutscher und interessiert sich als Biogenetiker für Forschung über das Erbgut. Im Lesesaal einer großen Universitätsbibliothek verlieben sie sich. Als die beiden sich auf eine gemeinsame Reise nach Israel und Jordanien begeben, holt sie die Wirklichkeit ein: Die muslimische Wahida und der jüdische Eitan sind plötzlich mittendrin im Nah-Ost-Konflikt. Als Eitan sich nach einem Anschlag bewusstlos im Krankenhaus in Jerusalem befindet und seine Eltern mit dem Großvater aus Berlin angereist kommen, stößt Wahida auf deren Ablehnung. Doch als Eitans Vater zum ersten Mal seit Jahrzehnten seine israelische Mutter wiedertrifft, bringt ein gut gehütetes Geheimnis alles bis dahin Geltende ins Wanken.

Der gebürtige Libanese Wajdi Mouawad lässt mit großer sprachlicher Wucht und Poesie Generationenkonflikte, Familiengeheimnisse, Fragen der religiösen Identität und moderne Migrationsgeschichten auf die realpolitischen Zustände des israelisch-arabischen Konflikts treffen.

Regie Michael Wallner, Bühne Till Kuhnert, Kostüme Tanja Liebermann
Mit Jennifer Böhm, Ellen Dorn, Rudi Hindenburg, Werner Klockow, Ksch. Claudia Macht, Zacharias Preen, Yvonne Ruprecht, Felix Zimmer

Sonntag, 19. Januar 19.30 Uhr, Studio Schauspielhaus
OLEANNA  –  David Mamet

Ein Sprechzimmer in einer Universität, irgendwo in den USA. In drei sich immer weiter zuspitzenden Begegnungen treffen hier die junge Studentin Carol und ihr Professor John aufeinander. Aus einer scheinbar harmlosen Beratung über ein Seminar, das Carol besucht, entsteht dabei ein Missverständnis, das John nicht nur seine Karriere, sondern auch seine eigentlich glückliche Ehe kosten kann. Ein Missverständnis? Oder vielleicht doch eher eine sexistisch motivierte Grenzüberschreitung?

Der berühmte amerikanische Theater- und Drehbuchautor David Mamet nimmt in seinem 1992 uraufgeführten Dialog die #metoo-Debatte vorweg. Geschickt führt Mamet in den Dialogen die Zuschauer*innen in die Irre und lässt das tatsächlich Geschehene in der Schwebe. Reagiert Carol überempfindlich auf eigentlich normale zwischenmenschliche Kommunikation oder nutzt John das Machtgefälle zwischen ihnen aus?

Regie Jule Gröning, Ausstattung Sandra Bröske
Mit Tiffany Köberich, Oliver E. Schönfeld

Wiederaufnahme
Donnerstag, 23. Januar 20.00 Uhr, Schauspielhaus
HAMLET  –  William Shakespeare

Neuübersetzung: Daniel Karasek und Kerstin Daiber:  Die Erfolgsinszenierung mit Marko Gebbert in der Titelrolle kehrt ins Schauspielhaus zurück: Als Prinz Hamlet nach einem Studienaufenthalt nach Hause an den dänischen Königshof zurückkehrt, hat sich einiges grundlegend verändert: Sein Vater ist tot, sein Onkel Claudius hat seine Mutter Gertrud geheiratet und ist der neue Herrscher. Hamlets düstere Vermutungen werden Gewissheit, als ihm der Geist seines verstorbenen Vaters erscheint und Rache für seine Ermordung durch Claudius’ Hand fordert. Um seinen Onkel als Mörder zu überführen, spielt Hamlet den Wahnsinnigen und wird bald tatsächlich zum manisch Getriebenen.

Macht und Intrige, Liebe und Glauben, Schein und Wirklichkeit, Leben und Tod – nichts Geringeres als die großen Fragen menschlichen Daseins stehen in Shakespeares berühmtester Tragödie im Zentrum. Kaum eine Bühnenfigur erscheint auch heute noch so greifbar wie Hamlet, dieser zweifelnde dänische Prinz.

Regie Daniel Karasek, Ausstattung Claudia Spielmann
Video Moritz Boll, Musik Zacharias Preen

Mit Jennifer Böhm, Marko Gebbert, Maximilian Herzogenrath,
Christian Kämpfer, Tony Marossek, Zacharias Preen, Agnes Richter

Repertoire   ROSMERSHOLM  –  Henrik Ibsen

Henrik Ibsens meisterhaftes Kammerspiel um Freiheit und Schuld, moralische Grenzen und die Möglichkeit ihrer Überwindung: Ein einsamer Gutshof in Norwegen. Die psychisch instabile Frau des Gutsbesitzers Johannes Rosmer hat sich ertränkt. Als ein mysteriöser Brief auftaucht, drängen düstere Geheimnisse ans Licht.

FRÜCHTE DES ZORNS  –  John Steinbeck / Bühnenbearbeitung: Frank Galati

Die Bühnenbearbeitung des weltberühmten Romans von John Steinbeck erzählt von der ebenso entbehrungsreichen wie bewegenden Reise der Familie Joad quer durch die USA. Die Romanadaption wird von mehreren Songs begleitet, die auf der Bühne live von Schauspielern gespielt werden.

FAUST  –  Johann Wolfgang von Goethe
Ein großer Egotrip mitten durch die sündige Welt: Goethes großer Klassiker in einer modernen, sinnlichen und bildstarken Neuinszenierung.

AMSTERDAM  –  Maya Arad Yasur

Eine junge israelische Komponistin findet eine unbezahlte Gasrechnung vor ihrer Haustür. Und zwar eine aus dem Jahr 1944. Sie begibt sich auf Spurensuche und stößt dabei auf düstere Ereignisse aus der Vergangenheit.

HAMMER  –  Franz Wittenbrink
Der neue Liederabend von Franz Wittenbrink führt mitten hinein in die Untiefen des Baumarktes.


Schauspiel EXTRA


Sonntag, 5. Januar 11.00 Uhr, Bistro Entracte Schauspielhaus

VorOrt: VÖGEL  –  Mit Regisseur Michael Wallner, Dramaturgin Lena Carle und Mitgliedern des Ensembles.

Montag, 20. Januar 20.00 Uhr, Reihe 17 Schauspielhaus
Listening In: PRETTY ON THE INSIDE

Die DJ-trifft-Literatur-Veranstaltung in der Reihe 17 beschwört das Ende des Patriarchats. Gitarrenmusik mit politischer Schlagkraft von Blondie über Hole bis Sleater Kinney trifft auf ein Best of der literarisch-feministischen Popkultur. Es lesen Anne Rohde, Godje Hansen und Tristan Steeg. An den Turntables – wie gewohnt – DJ Bulta.

Freitag, 24. Januar 18.00 Uhr, Studio Schauspielhaus
Austs Literarischer Salon: BLANKER HANS UND HEIDEBILDER

Annette von Droste-Hülshoff und Detlev von Liliencron – zwei dichtende Adlige, deren Lebensläufe unterschiedlicher nicht sein könnten, und doch stehen sie beide für landschaftliche Prägung: Westfalen dort und Schleswig-Holstein hier. Lesegast ist wieder einmal Jutta Hagemann.

Montag, 27. Januar 20.00 Uhr Reihe 17 Schauspielhaus
KEIN THEATER, KEIN THEATER  – Erinnerung an Kammerschauspieler Siegfried Kristen

Am 27. Oktober 2019 ist Kammerschauspieler Siegfried Kristen verstorben. Mit Auszügen aus seiner Biografie und aus den Stücken, in denen er in Kiel auf der Bühne stand, und mit einem musikalischen Rahmenprogramm wollen wir an einen großartigen Schauspieler und Kollegen erinnern.

Gastspiele

Sonntag, 12. Januar 19.30 Uhr, Studio Schauspielhaus
DeichArt: STACHELN IM STURM  –  Jens Raschke

Drei abgebrannte Wanderschauspieler tingeln seit Jahren mit selbstgeschriebenen Märchen durch die Provinz. Mitten in ihrer aktuellen Tournee – auf dem Programm steht eine sehr gewöhnungsbedürftige Version von »Bambi« – geschieht jedoch etwas, was das Trio komplett aus der Bahn zu werfen droht …

Samstag, 11. und 25. Januar 20.00 Uhr, Maritim Hotel Bellevue
DeichArt: KUNST
Yasmina Rezas berühmter Komödienklassiker um drei Freunde und ein modernes Kunstwerk ganz in weiß wieder in der Backbord-Bar des Maritim Hotels.


werftparkkiel*


junges theater


Wiederaufnahme
BASKERVILLE – SHERLOCK HOLMES ALLERERSTER FALL – ab 6 Jahren  –  Annika Scheffel

Jetzt kommt Jamie, die Zwillingsschwester von Sherlock Holmes bestem Freund John Watson! Sie sind noch Kinder, da verschwindet Jamies und Johns Mutter. Gemeinsam mit Sherlock verfolgen sie die Spur bis in die nebelverhangenen Sümpfe von Dartmoor. Monsterhunde und Geisterbeschwörer bedrohen sie, aber zu dritt können sie den Fall bestimmt lösen!

Repertoire
THE ISLAND  –  Jugend  –  H. G. Wells / Christoph Busche

Den jungen Weltreisenden und Umweltaktivisten Eddie Prendick verschlägt es auf eine einsame Südseeinsel. Auf den ersten Blick ein exotisches Paradies. Doch der Meeresspiegel steigt und die Strände ersticken im Plastikmüll, den der Ozean unermüdlich heranträgt. Die Insel droht unterzugehen. Und bald erkennt Eddie, dass hier noch etwas anderes vorgeht …

KRABAT – ab 10 Jahren  –  Otfried Preußler

Krabat will, dass ihn sein neuer Meister alles lehrt. Denn dieser ist nicht nur Müller, sondern auch Zauberer, und die Mühle ein Ort voll Magie – schwarzer Magie. Erst als ein Lehrjunge verschwindet, begreift Krabat die Gefahr. Er muss selbst zaubern und so den Meister besiegen. Dafür soll das Mädchen seines Herzens zur Mühle kommen und eine Prüfung bestehen, bei der ihr Leben auf dem Spiel steht.

DIE REISE AUF DEN PLANETEN DER RÖBOTIERLINGE – ab 4 Jahren – Annika Rohde

Lena ärgert sich gerade furchtbar über ihre Freunde, als plötzlich ein seltsamer Außerirdischer vor ihr abstürzt: Erfinder Gnümo, auf der Suche nach geeigneten Beinen für seine neueste Erfindung, einem flauschigen Wesen namens Glümingo. Sie beschließen, einen Ausflug auf Gnümos Planeten Grivolius zu machen. Lena und Gnümo begeben sich auf eine abenteuerliche Entdeckungsreise über den fremden Planeten

MALALA  –  ab 10 Jahren  –  Flo Staffelmayr

Malala liebt es, sich mit ihren Freunden zu treffen und geht gerne zur Schule. Bis die Taliban in ihrem Tal in Pakistan die Kontrolle übernehmen. Malala lässt sich nicht einschüchtern und tritt für das Recht aller Kinder auf Bildung ein. Bis zu dem Tag, der ihr Leben verändert. Am 9. Oktober 2012 wird Malala auf ihrem Schulweg von Taliban-Kämpfern niedergeschossen. Den Angriff überlebt sie schwer verletzt, doch er ändert nichts an ihrer Überzeugung.

DAS TRAUMFRESSERCHEN  –  ab 3 Jahren  –  Michael Ende

Prinzessin Schlafittchen wird jede Nacht von bösen Albträumen gequält. Immer größer wird ihre Angst vor dem Zubettgehen. Schließlich begibt der König sich auf die Suche nach einem Mittel gegen schlimme Träume.

DER VOGEL FARBENFROH  –  ab 2 Jahren

Was ist denn das für ein schönes Geräusch? Gezwitscher? Da! Der Vogel Farbenfroh. Doch obwohl er so heißt, ist sein Gefieder ganz und gar farblos. Jetzt darf er ein neues Nest beziehen und entdeckt dabei ganz neue Dinge: Farben! Allmählich verwandelt sich seine triste Umgebung in eine Welt voller bunter Tupfen: Gelb, Rot, Blau …

Werftpark EXTRA  –  What the F*ck –  Jugend

In Sebastian Kreuzers Drehscheibe What the F*ck fragen sich ein EU-Bürger, ein wütender Gelehrter, ein besorgter Familienvater und ein Handwerker, was Demokratie als auch Freiheit für sie bedeuten.

TANZ DES LEBENS  –  Jugend

Zum Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus präsentiert Sebastian Kreuzer einen Drehscheiben-Abend über den Widerstandskämpfer Sylvin Rubinstein, der jüdische Kinder versteckte und Attentate auf Nationalsozialisten ausübte – geschminkt und in Frauenkleidern.

ZUM GLÜCK GIBT’S FREUNDE  –  ab 3 Jahren  –  nach Helme Heine

Franz von Hahn, Johnny Mauser und Waldemar heißen die drei Freunde aus dem Mullewapp. Fröhlich ist das Leben auf dem Hof, doch es gibt auch Streitigkeiten und Gefahren zu überstehen …

INTO THE WILD  –  Jugend

Das ehemalige Ensemblemitglied Lasse Wagner steigt in sein Kanu, um zu fahren, wohin der Fluss ihn treibt. Er begibt sich auf eine literarische Spurensuche anhand von Jon Krakauers Bestseller »Into the Wild«.

Vorleseabenteuer

DER REGENBOGENFISCH  –  ab 4 Jahren
Marcus Pfister  –  mit Gulshan Sheikh

Der schillernde Regenbogenfisch ist der schönste Fisch im ganzen Ozean. Darauf ist er stolz – so stolz, dass alle anderen nichts mit ihm zu tun haben möchten, weil er so eingebildet ist. Als seine Einsamkeit immer schlimmer wird, gelingt es ihm, seinen Stolz zu überwinden: Er verschenkt seine Glitzer-schuppen und gewinnt die anderen Bewohner des Ozeans als Freunde.

ICH LESE DAS, WAS DU SO LIEST  –  ab 5 Jahren
diverse Autor*innen  –  mit Sebastian Kreuzer

Bei diesem Vorleseabenteuer bestimmst du, was gelesen wird! Pack deine Lieblingsbücher ein und mach es dir in der Sternwarte des Jungen Theaters im Werftpark gemütlich, während Sebastian Kreuzer aus euren lustigsten, spannendsten, gruseligsten und schönsten Büchern vorliest.

Gastspiele
DeichArt: SCHWITZENDE MÄNNER IM SCHUHGESCHÄFT
3 Männer, 3 Hocker, 3 Meinungen. Wissenswertes und Erbauliches aus der äußersten Innenwelt dreier aufrecht sitzender männlicher Artgenossen.
TANTE SALZMANNS IMPROSHOW

Wie kann die Welt aussehen, wenn Nein-Sagen nicht erlaubt ist? Das zeigt die Kieler Improvisationstheatergruppe Tante Salzmann. Und das Beste: Die Zuschauer*innen bestimmen, was passiert!


theaterpädagogik*

Premiere
Mittwoch, 8. Januar  20.00 Uhr, Theater im Werftpark  –  Studierendenclub
AMPHITRYON  –  Jugend  –  Heinrich von Kleist

Amphitryon ist entsetzt, als er erfährt, dass seine Frau ihn mit IHM SELBST betrogen haben soll. Er glaubt vor den Trümmern seiner Ehe zu stehen, doch dann sieht er sich tatsächlich seinem Doppelgänger gegenüber. Ist es wirklich Amphitryon, der vor ihm steht? Und wer ist er dann? Als ihm der Zutritt in seinen Palast verweigert wird, da der »wahre« Amphitryon bereits dort sei, rüstet er zum Kampf. Inmitten des Gefechts herrscht erneut Verwirrung und schließlich muss seine Frau entscheiden. – Haben da etwa die Götter ihre Finger im Spiel?

Montag, 13. Januar 16.00 Uhr, Theater im Werftpark
Workshop-Montag für Pädagog*innen
VOM TEXT ZUM STÜCK

Um Stücke selbst zu schreiben, braucht es weder Shakespeares Sprachgewandtheit, noch Brechts theatertheoretischen Scharfsinn, noch Ibsens Tiefgründigkeit. Benötigt werden Mut, ein kreativer Kopf und eine grundlegende Idee. Wir planen und proben den Weg vom Text zum Stück.

—| Pressemeldung Theater Kiel |—

Baden-Baden, Festspielhaus, Der Nussknacker – Mariinsky- Residenz, 25. & 26.12.2019

Dezember 11, 2019 by  
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Festspielhaus Baden – Baden

Festspielhaus Baden-Baden © Festspielhaus Baden-Baden

Festspielhaus Baden-Baden © Festspielhaus Baden-Baden

Mariinsky- Residenz 21. bis 27. Dezember 2019
„Der Nussknacker“

25. Dezember 2019, 17 Uhr
26. Dezember 2019, 14 und 19 Uhr 2019

„Der Nussknacker“ – mit dem Ballettklassiker für die ganze Familie versüßen Mariinsky Ballett und – Orchester den ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag

Zwischen dem weihnachtlichen Familienfest und den Träumen eines heranwachsenden Mädchens findet sich im „Nussknacker“ das gesamte Spektrum russischer Tanzkunst: wilde Pantomimen, Charaktertänze im spanischen oder orientalischen Stil, der große Schneeflockenwalzer und ein virtuoser Grand Pas de deux für das liebende Paar. Die im Festspielhaus Baden-Baden am 25. (17 Uhr) und 26. Dezember (14 und 19 Uhr) dargebotene Fassung des Mariinsky Balletts entstand 1934 und zeigt das Märchenballett in einer der schönsten unter den traditionellen Fassungen – als einen schönen Kindertraum, die letzte Reise ins Land der Süßigkeiten vor dem Erwachsenwerden.

Festspielhaus Baden - Baden / Der Nussknacker Maria Khoreva (Mascha) & Kimin Kim (Prince) in The Nutcracker by Valentin Baranovsky © State Academic Mariinsky Theatre

Festspielhaus Baden – Baden / Der Nussknacker Maria Khoreva (Mascha) & Kimin Kim (Prince) in The Nutcracker by Valentin Baranovsky © State Academic Mariinsky Theatre

Fast sämtliche große Ballettklassiker wurden einst im St. Petersburger Marientheater uraufgeführt, so auch „Der Nussknacker“, nach der Partitur von Peter Tschaikowsky. Das Ballett über eine zubeißende Holzfigur dürfte tatsächlich das berühmteste klassische Tanzstück der Welt sein, zwischen Advent und Weihnachten steht „Der Nussknacker“ bei praktisch allen großen Ballettkompanien auf dem Spielplan. Das Märchen über Spielzeug und Schneeflocken zählt insbesondere im angloamerikanischen Teil der Ballettwelt zu den unverzichtbaren Tophits, in den USA wird im Dezember nichts anderes getanzt. Durch den „Nussknacker“ lernen die meisten Kinder das Ballett und den Spitzentanz kennen – aus dem großbürgerlichen Biedermeier-Deutschland, wo E.T.A. Hoffmanns geheimnisvolle Novelle von „Nussknacker und Mausekönig“ spielt, gelangte die Geschichte via Frankreich ins zaristische St. Petersburg und beglückte dann als Weihnachtsballett die ganze Welt.

In Hoffmanns Erzählung verliebt sich die junge Marie (im Russischen Mascha) in ihr Weihnachtsgeschenk, einen geschnitzten Nussknacker, den sie von ihrem geheimnisvollen Patenonkel Drosselmeier bekommen hat. Schlag zwölf in der Weihnachtsnacht wird das Spielzeug im Hause Stahlbaum lebendig, Marie kämpft mit ihrem Helden gegen den Mäusekönig und versinkt in einem Fiebertraum, nach dessen Ende schließlich der Nussknacker in der Gestalt von Drosselmeiers hübschem Neffen um ihre Hand anhält, um sie in sein Süßigkeitenreich zu entführen. Die 1816 erschienene Novelle war in Russland in einer französischen Bearbeitung von Alexandre Dumas dem Älteren bekannt. Marius Petipa, der Erste Ballettmeister des Zaren, straffte gemeinsam mit seinem Intendanten am Mariinsky-Theater die komplizierte Handlung so lange, bis sie ins zeitgenössische Schema der „Ballet-Féerie“, des fantastischen Ballettmärchens passte. Peter Tschaikowsky wurde mit der Partitur beauftragt, die Uraufführung fand am Nikolaustag des Jahres 1892 statt.

Im ersten Akt dominieren Erzählung, Pantomime und weihnachtliche Ausstattung, während der zweite, praktisch handlungslose Teil ein großes, virtuoses Divertissement ist, wo von Charaktertänzen im orientalischen oder spanischen Stil über große Ensembles bis zum abschließenden Pas de deux nur noch getanzt wird. Tschaikowsky schrieb eine seiner schönsten Ballettmusiken für den „Nussknacker“, mit großen romantischen Aufschwüngen und geheimnisvollen Klangfarben wie der neu erfundenen Celesta oder einem wortlos singenden Kinderchor, der den verschneiten Märchenwald ins Magische entrückt.

Als Marius Petipa zu Probenbeginn erkrankte, übernahm sein zweiter Ballettmeister Lew Iwanow die Choreografie. Er ließ 60 Ballerinen als Schneeflocken einen Walzer tanzen, ihr Kopfputz bestand aus unzähligen kleinen, weißen Wattebällchen. Anders als etwa bei „Dornröschen“ wurde nur wenig originales Schrittmaterial des „Nussknackers“ bis heute überliefert, das meiste empfanden nachfolgende Ballettmeister und Choreografen nach der traditionellen Überlieferung. So gibt es verschiedene Versionen für den Schluss, manchmal erwacht Mascha aus ihrem Traum, manchmal bleibt sie im Märchenland bei ihrem Prinzen. 1934 inszenierte der sowjetische Choreograf Vassily Vainonen im damaligen Leningrad jenen neuen „Nussknacker“, der bis heute im Mariinsky-Theater gezeigt wird. Er ließ Mascha von einer erwachsenen Ballerina tanzen, die uns ein Mädchen im Aufbruch zum Erwachsenwerden zeigt, das hier noch einmal seinen Kinderträumen nachhängt. Vainonen rückte die geschrittene, Pantomime-lastige Ballett-Féerie ein großes Stück weiter in Richtung ernsthaftes Ballett und zeigt vor allem am Ende des ersten Aktes die aufblühende Liebe zwischen Mascha und ihrem verwandelten Prinzen als fließend-romantischen Pas de deux. Den zweiten Akt beließ er als großes Fest des Tanzes.

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Persönliche Beratung und Reservierungen: Tel. 07221 / 30 13 101

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Düsseldorf, Ballett am Rhein, Schwanensee – Martin Schläpfer – Fernsehen, 24.12.2019

Dezember 9, 2019 by  
Filed under Ballett, Deutsche Oper am Rhein, Pressemeldung

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Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel – www.foto-drama.de

 Schwanensee – Matin Schläpfer – Im Fernsehen

In der Nacht von Heiligabend zum ersten Weihnachtsfeiertag zeigt der deutsch-französische Kultursender arte ab 00:10 Uhr Martin Schläpfers Schwanensee. Unter der Regie von Peter Schönhofer hatten WDR/arte/3sat im Juli dieses Jahres Schläpfers Neukreation für das Ballett am Rhein aufgezeichnet. Die mit Spannung erwartete Schwanensee –Interpretation des preisgekrönten Choreographen fand national und international ein großes Medienecho und wird vom Publikum mit anhaltender Begeisterung aufgenommen. Sämtliche Vorstellungen in Düsseldorf und Duisburg sind in dieser Spielzeit ausverkauft. In der arte-Mediathek ist die Schwanensee-Aufzeichnung nach ihrer Ausstrahlung weitere 30 Tage abrufbar. Anfang März erscheint bei Euroarts eine DVD mit dem Mitschnitt.

Schwanensee Peter Tschaikowski – Eine Einstimmung – HIER
youtube Trailer Deutsche Oper am Rhein
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Mit seiner extrem physischen und hochexpressiven Tanzsprache lässt Martin Schläpfer in seinem Schwanensee die Tänzerinnen und Tänzer des Balletts am Rhein eine märchenhafte Geschichte über das Erwachsenwerden erzählen. In die geordnete und determinierte Welt am Königshof bricht mit dem Auftauchen der in einem bösen Zauber gefangenen Schwanenfrauen plötzlich die Schwarze Romantik mit all ihren Geheimnissen, Träumen, Sehnsüchten und dunklen Wesen herein. Höfische Etikette, hinter der sich die Charaktere verstecken können, lässt der Schweizer Choreograph aus, in seinem Schwanensee stehen die Protagonisten im steten Kontakt und in direkter emotionaler Konfrontation.

Fernsehpremiere Di 25.12.2018, 00:10 Uhr arte – weitere Informationen und ein Trailer auf der arte-Website

DVD-Veröffentlichung Euroarts Anfang März 2019

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Dresden, Semperoper, Iphigenie auf Tauris – Tanzoper von Pina Bausch, IOCO Kritik, 07.12.2019

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Semperoper

Semperoper © Matthias Creutziger

Semperoper © Matthias Creutziger

Iphigenie auf Tauris – Tanzoper von Pina Bausch

Semperoper-Ballett brilliert mit antikem Drama

von Thomas Thielemann

Bei den antiken Griechen ging es, wenn man den Dramen des Tragiker Euripides (etwa 480 v. Chr. bis etwa 407 v. Chr.) folgt, ordentlich zur Sache. So opferte der Feldherr Agamemnon bedenkenlos seine Tochter Iphigenie, um einen Fluch der Jagdgöttin Diana, der wegen einer flapsigen Bemerkung des Heerführers erfolgt war, zu lösen und so den Trojanischen Krieg zu ermöglichen. Als der siegreiche Agamemnon nach zehnjähriger Abwesenheit nach Hause zurückkommt, wird er von seiner Gattin Klytämnestra wegen dieses Opfers der gemeinsamen Tochter ermordet. Klytämnestra hatte aber einen weiteren Antrieb zum Gattenmord: sie hatte sich inzwischen mit einem anderen Ehemann getröstet. Das wiederum war für Orest, den Bruder der Iphigenie, Anlass, die gemeinsame Mutter inclusive des Stiefvaters umzubringen.

The Making of … Iphigenie – Gabriela Scherer und Sangeun Lee
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Die Göttin der Jagd hatte aber das Opfer Iphigenie nicht angenommen und die Geopferte in das Land der Tauren, auf die Halbinsel Krim „entrückt“, um dort als Oberpriesterin die Menschenopfer der dortigen Untertanen des Königs Thoas zu überwachen. Religionsgeschichtlich ist interessant, dass die vom Euripides im Amphitheater vorgeführten Götter gegen die Menschenopfer des Vor-Skythischen Volksstammes zu Felde ziehen. Im Verlaufe Euripides-Dramas Iphigenie bei den Tauriern fühlt sich Diana von dem an ihrem aus Griechenland geraubten Altar vergossenem Menschenblut kompromittiert. So schafft sie im Handlungsverlauf zivilisierte Verhältnisse: Orest und sein Gefährte Pylades sind nach Tauris geschickt, um den Altar der Jagdgöttin nach Hause zu holen. Dank des direkten Eingreifens der Göttin wird Thoas, der König der Taurer, gehindert die beiden Ankömmlinge zu opfern. Iphigenie, der vom Muttermord entsühnte Orest und Pylades konnten mit dem Diana-Altar nebst den in Taurus Versklavten nach Griechenland zurückkehren. Iphigenie wird Ober-Priesterin der Jagdgöttin in Athen.

Neben einer Vielzahl weiterer Nachschöpfungen komponierte Christoph Willibald Gluck (1714-1787) mit einem nach Euripides geschriebenen Libretto von Nicolas Francois Guillard (1752-1814) eine wunderbare Oper.

Die hochkreative Choreographin Pina Bausch (1940-2009) hat 1974 mit ihrem Wuppertaler Tanztheater, aus Glucks Oper ein Ballett-Oratorium Iphigenie auf Tauris gestaltet. Dank einer Kooperation des „Semperoper Balletts“ und der Pina Bausch Foundation in Zusammenarbeit mit dem Tanztheater Wuppertal Pina Bausch erlebte ihre „Tanzoper in vier Akten nach der gleichnamigen Oper von Christoph Willibald Gluck am 5. Dezember 2019 ihre Dresdener Premiere.

Semperoper Dresden / Iphigenie auf Tauris als Tanzoper - hier : Sangeun Lee als Iphigenie © Ian Whalen

Semperoper Dresden / Iphigenie auf Tauris als Tanzoper – hier : Sangeun Lee als Iphigenie © Ian Whalen

Die Choreographin hatte ein außergewöhnliches Talent  für das Erzählen von schweren konfliktbeladenen Mythen und Geschichten ohne deren Frische und Essenz zu gefährden. Durch vitalen und ausdrucksstarken Tanz konnte sie die Grenzen zwischen Musik und den dramatischen Elementen der griechischen Tragödie auflösen. Die anmutigen Tanzszenen mit der Minimalität von Szene und Einfachheit der Kostüme entführen gemeinsam mit der erhabenen Kraft der der Musik Glucks das Publikum auf eine moderne Reise der Gefühle.

Sänger und Tänzer wirkten zusammen, aber von verschiedenen Orten aus, um jeder mit seiner Kunst den Figuren der Geschichte Leben einzuhauchen. Die Tänzer des Semperoper-Ballett beanspruchen die Bühne, die Sänger kommentierten von beiden Seiten aus den Proszeniumslogen die Tanzszene. Der Staatsopernchor war gemeinsam mit den Musikern der Staatskapelle in den Graben verbannt.

The Making of … Iphigenie – hier Dirigent Jonathan Darlington
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Die musikalische Leitung hatte der englische Dirigent Jonathan Darlington übernommen, der schon mehrfach im Graben des Hauses Gast gewesen war. Der 1958 Geborene beeindruckte am Premierenabend mit seinem Gespür für Tempo und Dramatik. Einfühlsam gelang es ihm, mit den hervorragend aufgelegten Musikern der Staatskapelle, die Tänzer und Sänger zusammen zu führen, sowie den Chor trotz der schwierigen räumlichen Verhältnisse zu integrieren.

Die promivierte Schweizer Sopranistin Gabriela Scherer verkörperte die Stimme der Iphigenie mit einem wunderbar warmen, ebenem Sopran und sicherer Intonation. In Erinnerung bleibt als besonders beeindruckend ihre große Arie im zweiten Akt, wenn sie den Untergang ihrer Familie beklagt.

Den König der Taurer, Thoas, sang der seit Saisonbeginn dem Ensemble angehörige und inzwischen viel beschäftigte Bassbariton Lawson Anderson. Mit seiner kraftvoll, dunkel gefärbten Stimme und seiner differenzierten Phrasierung bot der noch junge Amerikaner etwas Besonderes.

Der Bassbariton Sebastian Wartig, 1989 in Dresden geboren, bis 2008 im Kreuzchor beheimatet, ist über das Junge Ensemble zum Hausensemble gekommen. Mit seiner gut geführten, schön timbrierten Artikulation gab er dem Orest mit Präzision und Beweglichkeit eine Stimme.

Mit seinem geschmeidigen klangschönen, aber leider etwas schmalen Tenor verkörperte der Texaner Joseph Dennis aus dem Ensemble den Pylades. Die seit 1989 dem Ensemble angehörende Koloratur-Sopranistin Roxana Incontrera brachte engagiert und pointiert mit musikalischer Präzision die Stimme der Diana von der Loge. Der von Gerd Amelung vorbereitete Chor flehte, klagte und beeindruckte vor allem mit dem Schlusschor.

Semperoper Dresden / Iphigenie auf Tauris als Tanzoper © Ian Whalen

Semperoper Dresden / Iphigenie auf Tauris als Tanzoper © Ian Whalen

Für die Tanzdarbietungen waren, vom Tanztheater Wuppertal Clémentine Deluy und Dominique Mercy als künstlerische Leitung engagiert worden und außerdem mit der Einstudierung der Hauptpartien beauftragt. Den Tänzer des Thoas hatte Andrey Berezin vorbereitet. Die Gruppen hatten Fernando Suels Mendoza und Barbara Kaufmann sowie Thusnelda Mercy trainiert.

Insbesondere den Solisten des Semperoper Ballett gelang es wieder einmal, mit dem Niveau ihrer tänzerischen Leistungen zu überzeugen. An der Spitze die Darstellerin der Iphigenie, Sangeun Lee. Die aus Seoul stammende Tänzerin, 2010 zum Ensemble gekommen, ist seit 2016 Erste Solistin. Die technischen Voraussetzungen der anspruchsvollen Partie zu bewältigen, ist die eine Sache. Ihr aber auch Persönlichkeit zu verleihen, die andere. Beides war ihr aber in hohem Masse gelungen.

Der Kanadier Casey Ouzounis war 2014 über das Elevenprogramm der Palucca-Hochschule zum Ensemble gekommen und ist seit 2017 Coryphée. Mit einer vielschichtigen Bewegungssprache tanzte er den Finsterling Thoas. Auch der aus Italien stammende und in Mailand ausgebildete Francesco Pio Ricci, seit 2011 im Semperoper-Ballett und seit 2018 Solist, konnte als Orest mit seiner Bildsprache und Ästhetik überzeugen. Vom Ballettdirektor Watkin in New York entdeckt und 2013 nach Dresden geholt, hat sich inzwischen Julian Amir Lacey zum Sujet der Company entwickelt. Mit seiner Pylades-Interpretation verkörpert er glaubwürdig die Emotionen dieser Figur.

Die Gruppentänze begeisterten mit ihrem klaren Ausdruck und zeugten in ihren Formationen von der Professionalität der Dresdener Truppe.

Das faszinierende am Abend bleibt, dass nicht nur der über 2500-Jahre alte Stoff des Euripides noch immer lebendig geblieben ist, aber vor allem, dass die inzwischen vor 45 Jahren entstandene Arbeit der Künstler um Pina Bausch mit ihrer Ausdruckskraft, ihrem charakteristischem Stil noch immer modern daherkommen und die Freunde des klassischen Balletts mit seiner humanistischen Aussage mitreißen kann.

Die Ovationen des von der Anspannung etwas erschöpften Publikums begannen etwas zäh, steigerten sich dann aber im Verlauf der folgenden gefühlten fünfzehn Minuten stürmisch bis zu stehenden Ovationen.

Iphigenie auf Tauris als Tanzoper an der Semperoper; die weiteren Termine 8.12.; 10.12.; 12.12.2019

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