Mönchengladbach, Theater Krefeld Mönchengladbach, Christoph Roos – Neuer Schauspieldirektor, IOCO Aktuell, 17.3.2021

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Theater Krefeld Mönchengladbach

Theater Krefeld © Matthias Stutte

Theater Krefeld © Matthias Stutte

Christoph Roos –  Neuer Schauspieldirektor

ab Spielzeit 2022/23

Das Schauspiel-Ensemble des Mehrsparten-Theater Krefeld Mönchengladbach hat in einem monatelangen Verfahren seinen neuen Chef gewählt, der 2022/23 anfängt.

Theater Krefeld Mönchengladbach / Christoph Roos, neuer Schauspieldirektor © Ken Werner

Theater Krefeld Mönchengladbach / Christoph Roos, neuer Schauspieldirektor © Ken Werner

Mit einem besonderen Verfahren wurde der neue Schauspieldirektor des Theater Krefeld und Mönchengladbach ermittelt: Die Schauspielsparte hat auf Vorschlag von Generalintendant Michael Grosse, der die demokratischen Strukturen am Stadttheater stärken möchte, seinen neuen Leiter selbst gewählt. Unter den 15 Bewerberinnen und Bewerbern konnte sich Christoph Roos durchsetzen, der am Gemeinschaftstheater be-reits zahlreiche Stücke auf die Bühne gebracht hat, darunter Dürrenmatts Der Besuch der alten Dame, Molières Der Menschenfeind und zuletzt „Für immer schön“ von Noah Haid-le. Damit folgt auf Matthias Gehrt erneut ein Schauspieldirektor, der Regie führt. Christoph Roos ist seit der Saison 2014/15 Oberspielleiter am Landestheater Tübingen und nimmt seine neue Tätigkeit am Niederrhein in der Spielzeit 2022/23 auf – mit einer Perspektive bis 2025. Die Programmplanungen dafür beginnen bereits in den nächsten Wochen.

„Für die Wahl des neuen Schauspielchefs wurden Arbeitskontakte der vergangenen elf Jahre in den Blick genommen“, berichtet Generalintendant Michael Grosse. Indem er die Personal-entscheidung in die Hände des Schauspiels gelegt hat, setzt Grosse vor dem Hintergrund der Debatte um Machtmissbrauch an den Theatern ein ganz klares Zeichen. 16. März 2021

LTT hinter den Kulissen – hier Christoph Roos
youtube LTT – Landestheater Tübingen
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Ensemblesprecher des Schauspiels, Carolin Schupa und Paul Steinbach, haben gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen Fragebögen entwickelt, Bewerbungsgespräche geführt, debattiert und diskutiert. Der lange, oft auch mühsame Weg hat sich gelohnt, denn beide sind sich sicher, dass das Ensemble über diese Entscheidungsteilhabe viel gelernt hat und noch mehr zusammengewachsen ist. Besonders erfreulich: Dem Profil des Hauses entsprechend, das auf personelle Kontinuität setzt, wird das Schauspielensemble auch unter der neuen Leitung bestehen bleiben. Kein Künstler wird das Theater verlassen müssen, wenn Christoph Roos seine Tätigkeit aufnimmt. Für Matthias Gehrt, der 2022 nach 12 Jahren aufhört, ist der Abschied kein endgültiger: Er wird die Reihe Außereuropäisches Theater, die er ins Leben gerufen hat, bis auf Weiteres kuratieren. „Ich bin sehr froh darüber, dass wir seine internationale Vernetzung mit Theater-schaffenden dadurch weiter nutzen können“, so Generalintendant Michael Grosse.

—| IOCO Aktuell Theater Krefeld Mönchengladbach |—

Kleopatra – Oper von August Enna, IOCO CD-Rezension, 09.03.2021

März 9, 2021 by  
Filed under Hervorheben, IOCO - CD-Rezension, Oper

Kleopatra Oper von August Enna _ CD PRESTO CLASSICAL © PRESTO CLASSICAL

Kleopatra Oper von August Enna _ CD  DACAPO RECORDS © PRESTO CLASSICAL

Kleopatra –  von August Enna – ein dänisches Opern-Juwel

 Danish National Opera Chorus –  Odense Symphony Orchestra

 PRESTO CLASSICAL CD –  Dacapo   8.226708-09

von  Julian Führer

Dänische Opern? Es stimmt schon, man spricht von der italienischen Oper, vom ‚deutschen Fach‘, von der tschechischen und russischen Opernliteratur, aber was den skandinavischen Nachbarn im Norden angeht, denkt man bei klassischer Musik vielleicht noch am ehesten an Carl Nielsen, der aber nur wenig als Opernkomponist in Erscheinung getreten ist. Allerdings ist da noch da Nielsens Zeitgenosse August Enna (1859-1939). Der Sohn eines italienischstämmigen Schuhmachers hatte schon 1880 als gerade Zwanzigjähriger seine ersten Dirigate absolviert und 1884 seine erste Oper Agleia geschrieben. In Bibliotheken studierte er die Partituren von Richard Wagner und Léo Delibes. Niels Gade, damals der Doyen der dänischen Musik, wurde auf ihn aufmerksam und verschaffte ihm ein Stipendium zum Studium in Leipzig. Enna konnte 1894 mit Kleopatra einen Erfolg feiern, der ihn überregional bekannt machte. Weitere Opern und Operetten folgten, unter anderem Aucassin og Nicolette nach einer französischen Liebesgeschichte des 13. Jahrhunderts, Die Nachtigall und Die Prinzessin auf der Erbse nach Andersen und Komedianter nach Victor Hugos L’homme qui rit, ein Stück also nach dem Stoff, zu dem Giuseppe Verdi seinen Rigoletto komponierte. Kleopatra liegt nun in einer neuen CD aus Odense vor, der ersten Einspielung überhaupt, und zwar als erstes Stück einer neuen Reihe „Den Danske Serie“, die vergessene Stücke dänischer Komponisten in neuen Aufnahmen zugänglich machen will.

Joachim Gustafsson stellt or Kleopatra, Den Jyske Opera / Danish National Opera
youtube Trailer Den Jyske Opera Aarhus
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Die Uraufführung der 1893 fertiggestellten Kleopatra verzögerte sich aufgrund von Urheberrechtsstreitigkeiten mit dem Verlag und dem Librettisten Einar Christiansen. Die Premiere in Kopenhagen stieß bei der Presse auf ein geteiltes Echo; das Orchester, so hieß es, sei zu üppig instrumentiert und decke die Solisten zu. Für die Titelrolle war die erprobte Brünnhilde Ellen Gulbranson vorgesehen gewesen, doch wurde die Premiere von einer nicht ganz so durchschlagenden Kollegin gesungen; auch andere Rollen konnten nicht ganz zufriedenstellend besetzt werden. Für die Wiederaufnahme 1895 brachte Enna Korrekturen an der Orchestrierung an, und nun sang auch Ellen Gulbranson. Der Erfolg war groß, das Stück wurde etliche Male gespielt, unter anderem auch in Berlin, Köln, Riga und Zürich. Dennoch wurde August Enna sein spätromantischer Kompositionsstil letztlich zum Verhängnis; schon bei seinem Tod waren seine Werke so gut wie vergessen. In Kopenhagen sollte es bis 2019 dauern, bis die Kleopatra wieder gegeben wurde.

Die vom Volk gehasste Kleopatra herrrscht über Ägypten ….
Elsebeth Dreisig  ist  Kleopatra

Die Oper besteht aus einem Prolog und drei Akten. Der Prolog beginnt mit einem kurzen Orchestervorspiel von anderthalb Minuten. Kleopatra herrscht über Ägypten, wird aber vom Volk gehasst, weil sie romfreundlich ist und die Ausschweifung liebt. In einem unterirdischen Gemach soll der Hohepriester Sepa den Harmaki weihen, der als Attentäter auf die Königin ausersehen ist. Harmaki ist Nachkomme der Pharaonen, die Hohepriester ermutigen ihn, und er schwört bei Isis, dass er zur Rache bereit sei. Sepas Tochter Charmion soll ihn im Palast einschleusen, zu dem sie als Kleopatras Vertraute Zutritt hat.

Ein Vorhang in dem unterirdischen Gemach wird aufgezogen, und auf der Bühne sieht man nun (jedenfalls im Prinzip) viele Menschen inmitten einer Masse ägyptischen Inventars. Zunächst zurückhaltend gibt der Chor seiner Hoffnung Ausdruck, dass, wie Sepa es verkündet, der Tag nun gekommen sei, an dem Ägypten nun wieder vom Dunkel ins Licht geführt werde. Lars Møller verleiht dem Sepa eine kernige Baritonstimme mit einer gewissen Brüchigkeit, die möglicherweise absichtlich in die Stimme gelegt ist, denn Sepa ist im Stück schon alt und nicht mehr in der Lage, selbst zur Tat zu schreiten. Mit Bläserakkorden und zahlreichem Einsatz des Schlagwerks wird der geplante Mord an Kleopatra als Befreiung von Tyrannei und Fremdherrschaft in Musik gesetzt; die Szene erinnert in unterschiedlicher Weise an Wagners Rienzi, Verdis Aida (als Enna dieses Stück schrieb, eine auch in Kopenhagen gerade erfolgreiche Oper) und Puccinis gleichwohl spätere Turandot. Nach der Feststellung der Eignung des Harmaki durch Sepa und den ägyptischen Fürsten Schafra wird er vor großem Publikum durch Sepa auf den Thron gesetzt und mit der ägyptischen Doppelkrone gekrönt, der kniende Chor huldigt dem künftigen Mörder der Kleopatra.

Nach knapp 20 Minuten wird der erste Akt mit einer kurzen Ouvertüre eingeleitet; wir befinden uns im Garten vor Kleopatras Palast. Die üppige Szenerie wird mit reichlich Harfenbegleitung beschrieben. Wir sehen und hören Charmion, die in zunächst elegischer und dann zunehmend erregter Stimmung (die in Intonation und Instrumentierung dem zweiten und dritten Aufzug von Wagners Walküre angelehnt scheint) auf eine Änderung der herrschenden Zustände hofft. Kleopatra hat geträumt und Charmion als ihre Vertraute geschickt, um einen fähigen Traumdeuter zu holen. Den Traum soll Harmaki deuten, den Charmion gleich als künftigen Herrscher begrüßt („Hil dig, vor farao!“ – feierlicher Bläserakkord), als er von Sepa hereingeführt wird. Sie sieht ihn und verliebt sich auf der Stelle in ihn („Hvor skøn du er! Og stærk og kongelig!“), während Harmaki vor allem von ihrer Entschlossenheit beeindruckt ist.

Kleopatra von August Enna hier Den Jyske Opera und Odense Symfoniorkester
youtube Trailer DACAPO Records
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Da hört man von hinten Kleopatra (ähnlich wie ElsasEuch Lüften, die mein Klagen“ aus Wagners Lohengrin, allerdings mit reichlich Harfenbegleitung). Kleopatra kommt mit Gefolge, und Harmaki deutet wie befohlen ihr den Traum. Kleopatra ist beeindruckt von Harmakis Fähigkeiten, seinem Äußeren und seiner Persönlichkeit und will ihn an sich binden. Charmion ist sofort klar, dass Kleopatra ihn so vom beschworenen Vorhaben abbringen wird. Harmaki geht auf die Avancen zwar nicht ein, ist von der Königin aber durchaus beeindruckt… Er wird von der Königin mit einem Kranz aus Blumen gekrönt und zum Hohepriester ernannt, der dazu einsetzende Chor lässt zunächst süßliche Blumenmädchenstimmung aufkommen, aber wird dann immer breiter und mächtiger.

Zu Beginn des zweiten Aktes sehen und hören wir Harmaki nachts allein; zwar ist er schwer beeindruckt von Kleopatra, doch hält er an seinem Plan fest und bittet die Göttin Isis um Beistand. Charmion tritt auf und versichert ihn der Unterstützung der restlichen Verschwörer; den tödlichen Streich wider Kleopatra aber könne nur er ausführen. Am nächsten Abend sei ein Fest geplant, an dessen Ende sie es arrangieren wolle, dass Kleopatra mit Harmaki allein sei und sie sich von Harmaki die Zukunft weissagen lasse – dann müsse er nur noch den Dolch zücken. Mitten in diese Beratung platzt Kleopatra persönlich, und Charmion muss sich irgendwie verstecken; Kleopatra allerdings ist nicht entgangen, dass Harmaki den von ihr überreichten Blumenkranz abgelegt hat und dass der Schleier einer Frau (nämlich Charmions) am Boden liegt. Hingerissen von Kleopatra tritt Harmaki mit ihr auf den Balkon, sie singen im Duett, während die doch auch in ihn verliebte und nach Rache an Kleopatra dürstende Charmion bestürzt hinter dem Vorhang hervortritt… Manches in der Phrasierung der Gesangsstimmen ist den ruhigeren Passagen des zweiten Aktes von Tristan und Isolde verwandt.

Kleopatra zieht nun alle Register ihrer Verführungskunst, auch das Libretto offenbart hier Qualitäten – in jedem Satz ist ein dramaturgischer Fortschritt. Elsebeth Dreisig in der Titelrolle verfügt über einen dramatischen Sopran, den sie hier aber auch verführerisch leuchten lassen kann. Allzu lyrisch wird ihre Stimme nie, doch verfügt sie über den langen Atem, den Ennas Phrasen dieser Rolle abverlangen. Als Harmaki ihr zusichert, am Abend nach dem Fest ganz allein zu ihr zu kommen, ist ihm der Gedanke an ein Attentat – das Orchester ist sehr deutlich – mehr als fern. Als Kleopatra sich empfiehlt und Charmion, aus dem Versteck getreten, Harmaki zur Rede stellt, passt ihm das hörbar überhaupt nicht. Als Unglückliche, als Schamlose bezeichnet er die Frau, die ihm seine nicht zu übersehende Leidenschaft für die Königin vorwirft, die er doch eigentlich töten soll. Ruslana Koval ist vermutlich die Idealbesetzung für Charmion – eine Sieglindenstimme, die auch die etwas zu vernünftigen, brangänenhaften Ermahnungen mit viel Spannung artikuliert, und doch selbst über viel Charakter und Leidenschaft verfügt. Am Ende verlässt Charmion – nun garantiere sie für nichts mehr! – aufgebracht die Bühne, während Harmaki auf der Bühne zusammenbricht. Nicht nur Wagner hatte eine Vorliebe für starke Frauen auf der Bühne!

Der dritte und letzte Akt beginnt mit einer Ballettmusik, die das Fest im Palast der Kleopatra begleitet. Es ist Abend geworden, die Ausführung des Attentates steht unmittelbar bevor – wenn Harmaki es denn vermag. Charmion, von Harmakis Zurückweisung gekränkt, verrät Kleopatra, was geplant hat – da kommt Harmaki herein und hat auch die Sternkarte dabei, über die Kleopatra sich beugen soll, wenn er den Dolch zieht. Doch zunächst spielen beide das Spiel mit: Harmaki erklärt die Sterne, während er nervös an seinem Gewand herumnestelt, in welchem er den Dolch verborgen hält, während Kleopatra ihm Fragen nach den Sternen stellt, ihn dabei aber nie aus den Augen lässt. Harmaki ist von seinem Mut verlassen, Kleopatra singt ihm ein Lied zur Leier (aus dem Orchester unter anderem mit Harfe begleitet), in der sie Harmaki in glühenden Farben eine Liebesnacht ausmalt – er wiederum merkt gerade noch, dass sie ihn becirct, ist ihr gegenüber aber längst machtlos. Kleopatra: ‚Lass mich dir die wunderbare Macht der Liebe zeigen… Liebe brennt in deinen Adern, empfange Leben aus meinem Mund… Sag mir, dass du mich liebst‘ – eine der heißesten Liebesszenen seit Tristan und Isolde mit einem Paar, das so unterschiedlich raffiniert und erfahren in Liebes- und Verführungskünsten ist wie vorher allenfalls noch Kundry und Parsifal. Das Orchester glüht und wogt.

Kleopatra von August Enna hier Op. 6, Prologue: Hathor, hellige Hathor
youtube Trailer NAXOS of America
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In dem Augenblick der höchsten Leidenschaft zieht Kleopatra auf einmal Harmakis Dolch aus dessen Gewand hervor: Ihre Leidenschaft war nur vorgetäuscht, und Harmaki kann kaum den Mordplan leugnen. Im Hintergrund sieht man, wie Sepa und die anderen Verschwörer abgeführt werden. Auf ein kurzes Ensemble aller Beteiligten folgt Kleopatras von gestopften Hörnern begleitetes galliges Verdikt: Harmaki könne seinen Dolch ja behalten, während er im Verlies auf sein Urteil warte… Charmion erkennt, dass sie durch ihren Verrat ihren Geliebten und ihren Vater ins Verderben getrieben hat. Harmaki verdammt Charmion, Sepa verdammt Harmaki, der das Attentat nicht ausgeführt hat. Harmaki stößt sich den Dolch nun selbst in die Brust. Magnus Vigilius ist in dieser Tenorrolle den beiden Damen nicht gewachsen – doch das ist im Stück auch so angelegt. Stimmlich muss er die höheren Töne pressen (oder er presst mit Absicht); wahrlich kein Heldentenor, eher ein Erik oder Max, von den starken Frauen in seiner Umgebung und den Ansprüchen der Gesellschaft an ihn überfordert. Die Gefangenen werden abgeführt, und am Ende singt Charmion über Harmakis Leiche (wie bei Isoldes Liebestod von der Bassklarinette eingeleitet) die letzten Zeilen der Oper über die zerstörerische Kraft der Leidenschaft.

Diese knapp zwei Stunden Musik sind ein Dokument des Wagnerismus, doch auch die französische Spätromantik mit Anklängen an die Klangwelten von Delibes und Massenet sind hörbar. Die Wahl eines antiken, etwas schwülen Sujets entspricht der Zeitstimmung (die wenige Jahre später entstandene Salome von Richard Strauss ist der beste Beleg dafür). Die Solopartien (auch die kleinen Rollen, die Jens Bové und Kirsten Grønfeldt übernommen haben) und der Chor der Dänischen Nationaloper sind zuverlässig besetzt. Es wäre reizvoll, diese Oper auch in einer anderen Besetzung zu hören, doch ist diese Leistung unter dem Dirigenten Joachim Gustafsson aus einem Guss und in sich stimmig. Die ästhetisch sehr ansprechende Box und das gelungene Booklet runden den positiven Gesamteindruck ab. Bis 2019 war Kleopatra 124 Jahre von der Kopenhagener Bühne verschwunden und auch sonst sehr lange nicht zu hören. Es wäre wirklich schade, vor allem für uns, wenn sie erst nach weiteren 124 Jahren (das wäre im Jahr 2143), wieder zu erleben wäre.

—| IOCO CD-Rezension |—

Dortmund, Theater Dortmund, Digital Spielplan , Februar – April 2021

Februar 12, 2021 by  
Filed under Livestream, Pressemeldung, Spielpläne, Theater Dortmund

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Theater Dortmund

Opernhaus Dortmund © Theater Dortmund

Opernhaus Dortmund © Theater Dortmund

Theater Dortmund spielt digital Publikumsvorstellungen ab Mitte April 2021

Das Theater Dortmund rüstet sich für den Tag, an dem es wieder vor Publikum spielen kann. Als möglicher Zeitpunkt wird Mitte April 2021 genannt. Aufgrund der aktuellen Pandemielage und den damit einhergehenden behördlichen Verordnungen und Aufforderungen der Bundesregierung zum Home Office, sieht das Theater Dortmund jedoch bis Ende der Osterferien 2021 keine Möglichkeit des öffentlichen Spielbetriebes.

Deswegen verlegen die Sparten des Theater Dortmund ihre Tätigkeiten bis zur Wiederaufnahme der Publikumsvorstellungen ins Internet. Die Sparten des Opernhauses (Oper, Ballett und Philharmoniker) haben folgenden Digitalspielplan erstellt und neue Formate kreiert. Diese sind unter www.theaterdo.de oder www.theaterdo.de/kalender abrufbar.

Theater Dortmund / OPEN-CLASSES  © Linda Ohligers

Theater Dortmund / OPEN-CLASSES © Linda Ohligers

On Stage – Produktionen und Konzerte.
Klassiker des Theater Dortmund sowie extra neueingespielte Konzerte werden stets samstags um 19.30 Uhr zu sehen sein. Die ersten Highlights werden die Oper TURANDOT von Giacomo Puccini in der Inszenierung von Tomo Sugao und dem Tenorstar Andrea Shin, Xin Peng Wangs Ballettklassiker DER TRAUM DER ROTEN KAMMER und von den Philharmonikern das 2. Wiener Klassik Konzert mit dem Trompetenkonzert von Johann Nepomuk Hummel sein.

Backstage – Hintergründe und Interviews.
Stets zwei Mal pro Monat immer freitags um 19 Uhr steht das neue Format Backstage auf dem Programm. Pressechef Alexander Kalouti berichtet aus und befragt Personen über das zuweilen recht absurde Leben im Theater. So unterhält er sich am 26.2.2021 mit Tobias Ehinger, dem Geschäftsführenden Direktor des Theater Dortmund, und dem Journalisten und Autor Holger Noltze ebenso über die zaghaften Lobbyversuche der deutschen Theaterlandschaft in Corona-Zeiten, wie das unaufhaltsame Abschalten von Kultursendungen beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Am 12.3.2021 folgt ein Gespräch mit dem Dortmunder Stadtdirektor und Kulturdezernenten Jörg Stüdemann darüber, ob „politisches Theater“ Politiker überhaupt interessiert und Einfluss auf ihre Arbeit hat sowie welche unternehmerischen Fähigkeiten ein Intendant oder eine Intendantin im 21. Jahrhundert haben muss.

Off Stage – Tipps und Tricks aus dem Theateralltag.
Wer besonders in Corona-Zeiten sich selbst die Haare schneiden muss, ist bei diesem Format absolut richtig. Die Friseure haben geschlossen aber das Haar wächst. Die Maskenbildnerinnen und Maskenbildner des Theaters geben Tipps, wie man auch in Zeiten der Pandemie die Haare schön haben kann. Wer sich über die neuerworbenen Corona-Pfunde im Hinblick auf die nahende Badesaison schon jetzt Sorgen macht, bekommt Fitnesstipps der Ballerina Sayaka Wakita. Die Japanerin zeigt mit einfachen und zu jeder Zeit machbaren Übungen, wie man zur dauerhaften Traumfigur gelangt, und auch ohne eine Ernährungstotalumstellung auf Reis und rohen Fisch.

Arthouse – Matineen, Trainings und Informationen zu theaterbezogenen Themen.
Im Programm Arthouse sind Matineen, öffentliche Balletttrainings ebenso zusammengefasst, wie kleine Konzerte, Vorstellungen von Persönlichkeiten des Theaters oder Making of-Beiträge. Die Beiträge der Philharmoniker werden dienstags, die des Balletts mittwochs und die der Oper donnerstags stets um 19 Uhr zu sehen sein.


Das Musiktheater-Digitalprogramm


16.2.        Arthouse –         Philharmoniker / Vorstellung Highlights Digitalspielplan
17.2.        Arthouse –         Ballett – OPEN CLASSES
19.2.        Off Stage –         Haareschneiden im Lockdown – Spitzen schneiden
Haareschneiden im Lockdown – Stufenschnitt
Was macht eigentlich die Requisite?
Ein Tag im Ballettzentrum
20.2.        On Stage –         Oper / TURANDOT

23.2.        Arthouse –        Philharmoniker / Kurzeinführung 2. Wiener Klassik Konzert
24.2.        Arthouse –            Ballett – OPEN CLASSES
25.2.        Arthouse –          Oper – Sängerportrait mit Matthias Störmer in Kooperation mit dem Vokalmusikzentrum NRW
26.2.        Backstage –          Talk mit Tobias Ehinger u. Holger Noltze
27.2.        On Stage –          Philharmoniker / 2. Wiener Klassik Konzert: Reinhold Friedrich        Hummel Trompetenkonzert

2.3.        Arthouse –         Philharmoniker – Cello-On-Stage
3.3.        Arthouse –         Ballett – OPEN CLASSES
5.3.        Off Stage –         How to keep fit like a Ballerina – mit Sayaka Wakita
6.3.        On Stage –         Ballett / TRAUM DER ROTEN KAMMER

9.3.        Arthouse –         Philharmoniker /Konzertstream mit Sofia Gubaidulinas “Märchenpoem”
10.3.        Arthouse –           Ballett – OPEN CLASSES
11.3.        Arthouse –           Oper – Sängerinnenportrait mit Sooyeon Lee in Kooperation mit dem Vokalmusikzentrum NRW
12.3.        Backstage –         Talk mit Stadtdirektor Jörg Stüdemann
13.3.        On Stage –           Oper / MADAMA BUTTERFLY

16.3.        Arthouse –         Philharmoniker – #Vorgestellt
17.3.        Arthouse –         Ballett – OPEN CLASSES
19.3.        Off Stage –         How to keep fit like a Ballerina – mit Sayaka Wakita
20.3.        On Stage –         Philharmoniker / DAS KALTE HERZ

23.3.        Arthouse –           Philharmoniker / Making of “Das Kalte Herz”
24.3.        Arthouse –           Ballett – OPEN CLASSES
25.3.        Arthouse –           Oper – Sängerportrait mit Sungho Kim in Kooperation mit dem Vokalmusikzentrum NRW
26.3.        Backstage –         Talk mit n.n.
27.3.        On Stage –           Ballett / PARADISO – DOKUMENTATION

30.3.        Arthouse –           Philharmoniker / #Vorgestellt
31.3.        Arthouse –           Ballett – OPEN CLASSES
2.4.        Off Stage –           Was macht eigentlich ein Waffenmeister?
Konfettikanone zum Selbermachen
Der größte Kleiderschrank Dortmunds
Technische Fakten zur Opernbühne
3.4.        On Stage –           Oper / LOHENGRIN

6.4.        Arthouse –           Philharmoniker / Kurzeinführung 3. Kammerkonzert
7.4.        Arthouse –           Ballett – OPEN CLASSES
8.4.        Arthouse –           Oper – Sängerinnenportrait mit Anna Sohn in Kooperation mit dem Vokalmusikzentrum NRW
9.4.        Backstage –         Talk mit n.n.
10.4.        On Stage –            Philharmoniker – 3. Kammerkonzert „Capriccio“

13.4.        Arthouse –         Philharmoniker
14.4.        Arthouse –         Ballett – OPEN CLASSES
15.4.        Arthouse –         Oper – Sängerportrait mit Überraschungsgast in Kooperation mit dem Vokalmusikzentrum NRW
16.4.        Off Stage –         How to keep fit like a Ballerina – mit Sayaka Wakita
17.4.        On Stage –         Ballett / VERKLÄRTE NACHT (Tanzstück von Marjin Rademaker zur Musik von Arnold Schönberg)

Die Digitalspielpläne des Schauspiels und Kinder- und Jugendtheaters folgen in Kürze.

Von Mitte April – bis Juli 2021 tritt der Sommerspielplan des Theater Dortmunds in Kraft. Dieser beinhaltet Spezialformate, Konzerte, Festivals vor Publikum, denen allen ein Schutzkonzept zugrunde liegen wird.  Die Formate können bei Notwendigkeit auch als digitale Variante umgesetzt werden.

—| Pressemeldung Theater Dortmund |—

Wien, Wiener Staatsoper, Streaming 12. – 18.1.2021 – Das schlaue Füchslein und mehr, IOCO Aktuell, 16.01.2021

Januar 16, 2021 by  
Filed under IOCO Aktuell, Livestream, Oper, Pressemeldung

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Wiener Staatsoper

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Wiener Staatsoper
12. BIS 18. JÄNNER 2021  –  STREAMING-SPIELPLAN  

»Wir haben dicke Igel, Fliegen, eine hysterisch geigende Heuschrecke, eine etwas blödsinnige Grille, einen Gockel, der vor Imponiergehabe nur so strotzt, einen armseligen Hund, einen ärgerlichen Dachs, der in seiner Höhle vor sich hinstinkt, eine Gelse, die wirklich sticht, einen Frosch und eine Füchsin, die sich nicht unterdrücken lassen will«, so skizzierte Regisseur Otto Schenk seinen Blick auf das tierische Personal der Oper Das schlaue Füchslein. Sie alle versammeln sich in einem geradezu naturalistisch nachempfundenen Wald und erzählen eine psychologisch angereicherte Geschichte: geschrieben von Leoš Janacek, der mit seiner siebenten Oper autobiografisch und etwas wehmütig über Jugend und den Kreislauf des Lebens nachsann. Dirigiert von Tomáš Netopil singen in der Aufzeichnung unter anderem Chen Reiss und Roman Trekel.

Bo Skovhus © IOCO

Bo Skovhus © IOCO

Mit der Götterdämmerung unter Adam Fischer vollendet die Wiener Staatsoper ihren gestreamten Ring-Zyklus aus dem Jahr 2016: es singen Christian Franz (Siegfried), Linda Watson (Brünnhilde) und Eric Halfvarson (Hagen). Ebenfalls aus diesem Jahr stammt der Falstaff, der tags darauf zu erleben ist. Zubin Mehta leitet eine von David McVicar inszenierte Produktion von Verdis letzter Oper, die mit einer in die Musikgeschichte eingegangenen riesenhaften Fuge endet, in der das Fazit des Werkes – alles ist Narrheit auf Erden – musikalisch durchdekliniert wird. Zu hören ist ein hochkarätiges Solistenensemble, das von Ambrogio Maestri in der Titelpartie angeleitet wird. Bevor Alban Bergs Lulu – in der Inszenierung Willy Deckers – zu erleben ist (aus dem Jahr 2017, unter Ingo Metzmacher singen unter anderem Bo Skovhus und Agneta Eichenholz), gibt es zwei Abende aus dem Jahr 2020: Rusalka (mit Piotr Beczala und Olga Bezsmertna) und den aktuellen Rosenkavalier unter Musikdirektor Philippe Jordan.

Der Ballettklassiker Giselle (aus dem Jahr 2017) u. a. mit Nina Poláková, Masayu Kimoto und Rebecca Horner steht am 18. Jänner auf dem Streaming-Programm.

Alle unten angeführten Streams sind in Österreich wie auch international kostenlos auf der Webseite play.wiener-staatsoper.at verfügbar. Beginn ist jeweils um 19.00 Uhr, die Übertragungen sind 24 Stunden lang abzurufen.

Das schlaue Füchslein – Leos Janacek
youtube Trailer Staatsoper Wien
[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet ]

Das Programm bis einschließlich 18. Jänner 2021:

Dienstag, 12. Jänner 2021, 19.00 Uhr
Leos Janácek
DAS SCHLAUE FÜCHSLEIN (Vorstellung vom 11. April 2016)
Musikalische Leitung: Tomáš Netopil
Inszenierung: Otto Schenk
Mit u.a.: Chen Reiss, Roman Trekel, Hyuna Ko, Joseph Dennis, Paolo Rumetz, Marcus Pelz

Mittwoch, 13. Jänner 2021, 19.00 Uhr
Richard Wagner
GÖTTERDÄMMERUNG (Vorstellung vom 24. Jänner 2016)
Dritter Tag des Bühnenfestspiels
Musikalische Leitung: Adam Fischer
Inszenierung: Sven-Eric Bechtolf
Mit u.a.: Christian Franz, Linda Watson, Eric Halfvarson, Jochen Schmeckenbecher

Falstaff – Giuseppe Verdi
youtube Trailer Staatsoper Wien
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Donnerstag, 14. Jänner 2021, 19.00 Uhr
Giuseppe Verdi
FALSTAFF (Vorstellung vom 12. Dezember 2016)
Commedia lirica in drei Akten
Musikalische Leitung: Zubin Mehta
Inszenierung: David McVicar
Mit u.a. Ambrogio Maestri, Ludovic Tézier, Paolo Fanale, Carmen Giannattasio, Hila Fahima

Freitag, 15. Jänner 2021, 19.00 Uhr
Antonín Dvorák
RUSALKA (Vorstellung vom 4. Februar 2020)
Lyrisches Märchen in drei Akten
Musikalische Leitung: Tomáš Hanus
Inszenierung: Sven-Eric Bechtolf
Mit u.a.: Piotr Beczala, Olga Bezsmertna, Jongmin Park, Elena Zhidkova, Monika Bohinec

Samstag, 16. Jänner 2021, 19.00 Uhr
Richard Strauss
DER ROSENKAVALIER (Vorstellung vom 18. Dezember 2020)
Komödie für Musik in drei Akten
Musikalische Leitung: Philippe Jordan
Inszenierung: Otto Schenk
Mit u.a.: Martina Serafin, Daniela Sindram, Günther Groissböck, Erin Morley, Jochen Schmeckenbecher

Sonntag, 17. Jänner 2021, 19.00 Uhr
Alban Berg (Orchestrierung des 3. Aktes komplettiert von Friedrich Cerha)
LULU (Vorstellung vom 12. Dezember 2017)
Oper in drei Akten
Musikalische Leitung: Ingo Metzmacher
Inszenierung: Willy Decker
Mit u.a.: Agneta Eichenholz, Bo Skovhus, Charles Workman, Angela Denoke, Franz Grundheber

Montag, 18. Jänner 2021, 19.00 Uhr – Ballett
Adolphe Adam
GISELLE (Vorstellung vom 28. September 2017)
Musikalische Leitung: Valery Ovsyanikov
Choreographie: Elena Tschernischova nach Jean Coralli, Jules Perrot und Marius Petipa
Mit u.a. Nina Poláková, Masayu Kimoto, Rebecca Horner, Andrey Kaydanovskiy, Alice Firenze, Leonardo Basílio, Solisten und Corps de ballet des Wiener Staatsballetts

—| IOCO Aktuell Wiener Staatsoper |—

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