Mannheim, Nationaltheater, SAISON 2026/27, IOCO
Sechs Opernpremieren, große Schauspielklassiker, internationale Schillertage, neue Tanzkreationen und vielfältiges Junges Theater: Das Nationaltheater Mannheim präsentiert für 2026/27 ein abwechslungsreiches Programm zwischen Verdi, Puccini, Uraufführungen, Innovation und Tradition.
von Uschi Reifenberg
Die Spielzeit 2026/27 am Nationaltheater Mannheim
Im Rahmen einer Pressekonferenz am Nationaltheater Mannheim wurde das Programm der kommenden Spielzeit 2026/27 veröffentlicht. Tilmann Pröllochs (geschäftsführender Intendant), Albrecht Puhlmann (Intendant Oper), Christian Holtzhauer (Intendant Schauspiel), Stephan Thoss (Intendant Tanz) und Ulrike Stöck (Intendantin Junges Nationaltheater) stellten die kommende Spielzeit vor. Kulturbürgermeister Thorsten Riehle sprach ein Grußwort. Tilmann Pröllochs hielt zu Beginn fest, dass es gerade in mannigfachen Krisenzeiten wichtig sei, beherzt und optimistisch nach vorn zu blicken. „Wenn ich unseren Spielplan der neuen Saison sehe, dann können wir sehr stolz sein, auf die künstlerische Qualität unseres Hauses und die große Bandbreite des Angebots, das wir als Stadttheater machen. Dies ist im Rahmen der städtischen Sparmaßnahmen, die wir zu erfüllen haben, kein einfacher Weg und an manchen Stellen oftmals eine Zerreißprobe. Trotzdem spielen wir auf allen Bühnen unserer Interimsspielstätten, stemmen die Generalsanierung und arbeiten an einem auf die Zukunft ausgerichteten Transformationsprozess unseres Hauses“, so Pröllochs. Der Kartenvorverkauf startet am Mittwoch, 1. Juli 2026. Abonnent*innen des Nationaltheaters können bereits ab Montag, 29. Juni, Karten erwerben. Am Sonntag, 27. September, findet das traditionelle Theaterfest im OPAL als schwungvoller Auftakt in die neue Spielzeit statt.
OPER
Mit der Spielzeit 2026/27 beginnt für die Oper am Nationaltheater bereits die dritte Saison im temporären Zuhause, der Oper am Luisenpark (OPAL). Sechs Opernpremieren sowie die Stummfilmpremiere „Nosferatu“ in Kooperation mit dem Internationalen Filmfest Mannheim-Heidelberg und insgesamt zehn Wiederaufnahmen aus dem Repertoire stehen auf dem abwechslungsreichen Spielplan. Auch das historische Schwetzinger Schlosstheater wird – mit der Wiederaufnahme der Grétry-Oper „Zemira e Azor“ – weiterhin bespielt.
Premieren
Die Eröffnungspremiere am 2. Oktober, „Reise zum Mond“, ist zugleich die erste Uraufführung der Saison. Alexander R. Schweiß’ „Abenteueroper“ für alle ab 11 Jahren bringt Jules Vernes Erzählung einer aberwitzigen Mondfahrt auf unterhaltsame Weise auf die Bühne. Nigel Lowerys fantasievolle Inszenierung verortet die Geschichte zwischen Entdeckergeist und Größenwahn. Wenig später folgt am 24. Oktober mit „Simon Boccanegra“ eine Oper, die Giuseppe Verdi so lange beschäftigte, wie kein zweites seiner Werke. Gemeinsam mit Arrigo Boito wagte er über 20 Jahre nach der Uraufführung eine komplette Überarbeitung des Stücks und brachte die schicksalhafte Tragödie des Korsaren Simon in ihre heutige Gestalt. Unter der musikalischen Leitung von GMD Roberto Rizzi Brignoli inszeniert Yona Kim. Am 7. November steht anlässlich des 75. Jubiläums des Internationalen Filmfestivals Mannheim Heidelberg die Koproduktion „Nosferatu“ auf dem Programm. Gezeigt wird der legendäre Stummfilm von Friedrich Wilhelm Murnau mit rekonstruierter Originalmusik von 1922 – gespielt vom Nationaltheater-Orchester. Der Zwiespalt zwischen Macht und menschlichem Einzelschicksal ist ein Grundthema der Oper, so auch in Gaetano Donizettis „Maria Stuarda“: Den erbitterten Kampf zweier Königinnen bringt Regisseurin Luise Kautz am 12. Dezember zur Premiere auf der OPAL-Bühne. Luka Hauser, neuer 1. Kapellmeister und stellvertretender GMD, erarbeitet mit „Maria Stuarda“ seine erste Neuproduktion am NTM. Ein weiteres Hausdebüt gibt es am 27. Februar. Raimund Orfeo Voigt inszeniert Puccinis „La Bohème“ für die Oper am Luisenpark und fasst die Geschichte der jungen Lebenskünstler in eindringliche Bilder. Eine zentrale Neuproduktion der Spielzeit 2026/27 stellt die Uraufführung der Oper „Exile“ am 30. April von Taner Akyol auf ein Libretto von Can Dündar dar. Im Zentrum dieser Oper für Solist*innen, Chor und einen Schauspieler stehen die existenziellen Fragen nach Heimat, Widerstand und Entwurzelung. Persönliche Exilerfahrungen treten mit literarischen Zeugnissen verschiedenster Epochen in Dialog. Regie führt der ungarische Regisseur András Dömötör. Im Rahmen der Uraufführung wird es Zusatzveranstaltungen wie Lesungen, Konzerte und Gesprächsformate geben. Mit Jacques Offenbachs großer Opéra fantastique „Hoffmanns Erzählungen“ in Kooperation mit den Ludwigsburger Schlossfestspielen am 18. Juni klingt die Spielzeit aus. Gemeinsam mit GMD Roberto Rizzi Brignoli durchleuchtet Markus Bothe Offenbachs vielschichtiges Spätwerk um den skurrilen Romantiker E. T. A. Hoffmann.
Wiederaufnahmen
Die Wiederaufnahmen der Spielzeit 2026/27 bieten ein höchst abwechslungsreiches Programm und beinhalten neben der Familienoper „Alice im Wunderland“, Klassikern wie „Die Zauberflöte“, „Nabucco“ oder „La traviata“ auch Kernstücke des Nationaltheater-Repertoires in neuer Einstudierung für die Oper am Luisenpark: Cordula Däupers Version der Rossini-Oper „La Cenerentola“ (Aschenputtel) und Frederick Loewes Musical „My Fair Lady“. Erstmals auf der großen Bühne des OPAL zu sehen ist auch die Erfolgsproduktion „Comedian Harmonists“, während Grétrys Märchenoper „Zemira e Azor“ in der Inszenierung von Nigel Lowery ins Schwetzinger Schlosstheater zurückkehrt. Am Karfreitag 2027 begehen wir das 70. Jubiläum von Hans Schülers „Parsifal“-Inszenierung – einer der ältesten noch regulär gezeigten Operninszenierungen der Welt. Flankiert wird dieses Ereignis von einem eigenen Rahmenprogramm.
Sonderformate und Zusatzangebote
Am 3. und 4. Oktober wird die Oper am Luisenpark Veranstaltungsort des großen Chorwettbewerbs im Rahmen des „2. Chorfestivals Rhein-Neckar“. Und am 28. November finden sich zentrale Akteure des Mannheimer Musiklebens zusammen und feiern im Kooperationskonzert „250 Jahre Mannheimer Tonschule“, die Vorgängerinstitution der heutigen Musikhochschule. Das Filmkonzert „Hoffmanns Erzählungen“ (14./22. Mai) setzt mit Max Neufelds Stummfilm von 1923 nicht nur die Reihe der Filmkonzerte im OPAL fort, sondern bietet gleichzeitig eine spannende Perspektive auf Offenbachs gleichnamige Oper. Komponist Johannes Kalitzke erweist in seiner Filmmusik Ludwig van Beethoven seine Referenz – ein Beitrag zum Beethoven-Jahr, das das NTM im Januar mit drei Aufführungen der Neunten Sinfonie im OPAL (6./8./9. Januar) einläutet. Veranstaltungsreihen wie die Familienkonzerte mit dem Nationaltheater-Orchester, der Musiksalon, die Café-Concerte oder „Treffpunkt OPAL-Foyer“ werden in der Spielzeit 2026/27 fortgesetzt. Fastnachtsmatinee, Regenbogen-Benefiz und Schlosskonzert in Fußgönheim haben ebenfalls einen festen Platz im Veranstaltungskalender. Ein wichtiges neues Angebot der Oper beginnt im Herbst 2026: Am 18. September, 1. Oktober und 13. Dezember wird Mozarts „Die Zauberflöte“ erstmals mit Live-Audiodiskription gezeigt.

Internationales Opernstudio
Das Internationale Opernstudio feiert in der Spielzeit 2026/27 sein zehnjähriges Bestehen. Für das Jubiläumskonzert am 10. Oktober kommen ehemalige und aktuelle Mitglieder zusammen und zeigen auf der OPAL-Bühne die gesamte stilistische Bandbreite ihres Könnens. Yejy Nam (Sopran), Rommie Rochell (Mezzosopran), Dominic Lee (Tenor) und Zacharías Galaviz-Guerra (Bariton) sind seit 2025/26 Mitglieder des auf zwei Jahre ausgelegten Internationalen Opernstudios. Die Bewerbungsfrist für das Opernstudio 2027–2029 endet am 13.12.2026. Opernintendant Albrecht Puhlmann: „Unsere dritte Saison der wundervollen Oper am Luisenpark verspricht eine abenteuerliche musikalische Reise nach Genua, Paris, und Schottland bis zum Mond – zu all den musikalischen Orten, zu denen es die Komponisten und Textdichter in ihren Welten erschaffenden Imaginationen treibt. Und wir begleiten Menschen ins Exil, in das sie durch eine immer unbewohnbarere Welt gezwungen werden. In über 230 Aufführungen laden wir unser immer enthusiastisches Publikum zu dieser Reise herzlich ein.“
SCHAUSPIEL
Mit bekannten Theater- und Romanklassikern, Uraufführungen und zeitgenössischen Stoffen startet das Schauspiel in die Spielzeit 2026/27 und verbindet vertraute Namen mit sechs neuen künstlerischen Handschriften. Zudem begrüßen wir Barbi Marković als neue Hausautorin in der kommenden Spielzeit. Die neue Spielzeit eröffnet gebührend mit einem Premierenwochenende: Den Auftakt – und ihr Debüt in Mannheim – macht Regisseurin Julia Gudi mit Hendrik Ibsens „Nora oder Ein Puppenhaus“ am 24. September im Studio Werkhaus. Am Folgetag inszenieren Charlotte Sprenger und Aleksandra Pavlović „Kasimir und Karoline“ von Ödön von Horváth, eine bitterkomische Tragödie, in der das Lachen oft kippt und die sozialen Brüche umso deutlicher sichtbar werden. Biennal entsteht als Koproduktion mit dem JNTM das Familienstück „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende. Regie für die Premiere am 15. November führt Nina Mattenklotz. Barbi Marković wird in der Spielzeit 2026/27 neue Hausautorin am Nationaltheater Mannheim und entwickelt dort das Stück „was übrig bleibt haha“, das Trash-Ästhetik mit Krimi- und Popkultur-Elementen verbindet. Mit Humor, Ironie und präzisem Blick auf den Alltag macht sie gesellschaftliche Abgründe sichtbar und verwandelt sie in poetische, oft absurde Theatermomente. Die Premiere in der Regie von Ruth Mensah ist am 20. November 2026 im Studio Werkhaus. Das Regieteam der gefeierten Schauspiel-Produktion „Die Nacht von Lissabon“ um Maxim Didenko kehrt für „Der Meister und Margarita“ nach dem Roman von Michail Bulgakow am 27. November auf die Mannheimer Bühne zurück. Im Januar 2027 übernehmen die Regieassistent*innen Robin Biz und Lana Bandorski selbst die Regie und inszenieren in einem Doppelabend zwei bekannte Werke: „Die Verwandlung“ von Franz Kafka und „Der Sandmann“ von E.T.A. Hoffmann. Joana Tischkau, Jan Gehmlich, Fatima Moumouni und Laurin Buser erzählen in der Uraufführung von „Freisein“ am 29. Januar von einem deutschen Star of Color zwischen Idolstatus und Verschwörungsideologien. Hausregisseur Christian Weise zeigt mit Anton Tschechows Tragikomödie „Onkel Wanja“ Figuren mit Quarterlife- und Midlife-Crisis, schmachtende Teenager und einen Pensionär ohne Aufgabe. Premiere ist am 19. März im Alten Kino Franklin. Ein weiteres Wiedersehen beschert Regisseur*in Milo Čortanovački („Miss Sara Jevo“) im April 2027. „Das Archiv der Träume“ nach dem Roman von Carmen Maria Machado ist ein Text über psychologischen Missbrauch in Beziehungen und die Frage, wie Gewalt sich in Erinnerungen und Erzählungen einschreibt. „Inter Alia“, das neue Stück der australischen Erfolgsautorin Suzie Miller, zeigt eine erfolgreiche Richterin, deren berufliche Überzeugungen und private Loyalität kollidieren, als ihr Sohn eines schweren Übergriffs bezichtigt wird. Regisseurin Nora Schlocker gibt mit diesem Stück (Premiere am 10. April) ihr Debüt in Mannheim.
24. Internationale Schillertage
Das Finale der Spielzeit 2026/27 steht ganz im Zeichen der 24. Internationalen Schillertage. Vom 17. bis 27. Juni 2027 lädt das Festival unter dem Motto „Jetzt oder nie!“ wieder internationale Künstler*innen ein, ihre Sicht auf Friedrich Schillers Werk zu zeigen. Die Eröffnungspremiere „Don Karlos“ in der Regie von Elsa Sophie Jach setzt dabei auf Leidenschaft, Macht und politische Konflikte als zentrale Themen.
MANNHEIMER STADTENSEMBLE
Im Frühjahr 2027 entwickelt das Stadtensemble gemeinsam mit dem Diskursformat „Das Haymatministerium“ und Kollaborateur*innen den performativen Stadtrundgang „Haymat.stadt“. Während der 24. Internationalen Schillertage folgt die Uraufführung von „Marias“, einer Performance im öffentlichen Raum, frei nach Friedrich Schiller mit Texten von Antigone Akgün, Ewe Benbenek und Ayşe Güvendiren. Zudem entsteht im Sommer 2027 der Kiosk „Bei Maria“ als weiterer Ort für Begegnung und Austausch. Schauspielintendant Christian Holzhauer: „Ich freue mich sehr, mit Barbi Marković eine neue Hausautorin für Mannheim zu gewinnen, deren unnachahmlicher Humor, Ironie und erzählerische Schärfe mich begeistert. Ihre Texte eröffnen ungewohnte, oft überraschende Perspektiven auf unsere Gegenwart. Und natürlich sind auch die 24. Internationalen Schillertage wieder ein absoluter Höhepunkt für mich, wenn Theater aus dem gesamten deutschsprachigen Raum und künstlerische Stimmen aus aller Welt in Mannheim zusammenkommen. Besonders freue ich mich in dieser Spielzeit auf die zahlreichen Regie-Debüts am NTM: neue Handschriften und Arbeitsweisen, die frische Impulse ins Haus bringen und unseren Zugang zum und Blick aufs Theater immer wieder verändern.“ Sonderformate und Zusatzangebote: In der kommenden Spielzeit werden die Reihen „Ins kalte Wasser: Bühne frei für den Theaternachwuchs“, „Das Haymatministerium“ sowie die „Mannheimer Reden“ in Kooperation mit der SRH fortgesetzt. Mit „Wilsonstrase 27“ präsentieren die Studierenden der Hessischen Theaterakademie im April 2027 am Nationaltheater und in zeitraumexit e. V. neue Produktionen aus den Sparten Theater, Tanz, Installation, Audiowalk und Performance. Dazwischen gibt es Werkstattgespräche, Innenhofpartys und vieles mehr. Die „Mission: barrierefreies Theater – Kommst du auch?“ wird auch in der kommenden Spielzeit weiter ausgebaut, um der Vielfalt unseres Publikums zu begegnen. Dazu gehört unter anderem das barrierefreie Angebot mit Zugangsangeboten, wie mehrsprachigen Übertiteln, Early Boarding, Relaxed Performances und Audiodeskription. Das Angebot „Schiller x Mozart“ geht in die zweite Spielzeit und bringt Theaterbegeisterte und Theaterneulinge bei gemeinsamen Vorstellungs- besuchen und anschließenden Gesprächen zusammen.

TANZ
Premieren
Zum Auftakt der Tanzsaison trifft Gewagtes auf Bewährtes. Mit gleich drei Uraufführungen entführt am 8. Oktober „Dreamer“ auf der Bühne des Alten Kino Franklin in das Reich des Unbewussten. Daneben kommt mit dem gefeierten Reggae-Tanzstück „The Dreamer“ (aus „One Love“, 2025) des französischen Choreografen Martin Harriague eine getanzte Vision von Toleranz und Menschlichkeit auf die Bühne zurück. Bereits einen Monat später, am 21. November, feiert der neue Orchester-Tanzabend im OPAL Premiere. Tanzensemble und Musiker*innen begeben sich gemeinsam mit dem Chor des Nationaltheaters auf „Eine Winterreise“. Die Essenz des Gedichts „Die Winterreise“ von Wilhelm Müller aufgreifend, spüren die spanischen Choreografen Luis Tena Torres und Albert Galindo – beide Solisten am NTM – der zunehmenden Isolation und Einsamkeit in unserer Gesellschaft nach. Musikalisch reichen sich dabei vital-virtuose Werke für Streichorchester des italienischen Komponisten Ezio Bosso die Hand mit transzendenten Klängen Arvo Pärts, die neben bekannten Werken wie Pärts Tabula rasa vorwiegend in zarten a cappella Momenten des Chores ein seltenes Hörerlebnis offenbaren. Zur dritten Premiere vor Weihnachten lädt Tanzintendant Stephan Thoss mit seiner Kreation „Under the Mistletoe“ (9. Dezember) ins Tanzhaus, einem weihnachtlichen Tanzstück, das den Fokus auf alltägliche Begegnungen, auf den Zufall, die Liebe und den Respekt vor den Menschen um uns herum richtet. Der Doppelabend „Bella Italia“ beschert am 19. Februar die zweite Tanz-Premiere im Alten Kino Franklin und setzt sich mit der Lebendigkeit der Geschichte eines Landes auseinander. Die beiden italienischen Choreografen Giuseppe Spota und Ermanno Sbezzo werfen einen Blick auf die eigenen Wurzeln, auf Traditionen und Kultur ihrer Heimat, und erarbeiten je eine Uraufführung mit dem Ensemble. Mit „O Romeo“ folgt am 2. Mai bereits die dritte Premiere im Alten Kino Franklin. Dieses Mal mit der Frage, wie wir heute lieben. Als Aufhänger dient die berühmte Balkonszene aus Shakespeares „Romeo und Julia“, die von fünf Choreografinnen und Choreografen durch ihre individuellen Interpretationen ins Heute transportiert wird. Neben renommierten Choreografen wie Marco Goecke und Medhi Walerski präsentiert sich auch der Schweizer Liam Meier, frisch gebackener Absolvent der Palucca Hochschule in Dresden und – mit dem jeweils ersten Preis für Choreografie und Performance ausgezeichnet – gleich doppelter Gewinner des diesjährigen Solo-Tanz-Theater-Festivals Stuttgart. Dazu gesellen sich Kreationen der australischen Tänzerin und Choreografin Samantha Lynch sowie des ehemaligen Tänzers der Batsheva Dance Compagnie Or Schraiber, der sich mit seiner innovativen Arbeit als Choreograf zwischen den Genres Kurzfilm, Musikvideo und Tanz bewegt. Sonderformate und Zusatzangebote: Natürlich darf auch in der Spielzeit 2026/27 die beliebte „Choreografische Werkstatt“ nicht fehlen, bei der Tänzer*innen des Ensembles die Chance ergreifen, erste eigene Stücke zu kreieren. Traditionell feiert sie im Sommer, am 11. Juni, im Tanzhaus Premiere. Zudem ist NTM Tanz Teil des Rahmenprogramms der Ausstellung „Tanz!“ der Kunsthalle Mannheim und während dieser an allen MVV-Kunstabenden – jeweils am ersten Mittwoch im Monat mit freiem Eintritt – in der Kunsthalle präsent. Die Fortführung des Projekts „Lostanzen!“ sowie neue Workshopformate runden das Angebot ab. Tanzintendant Stephan Thoss: „Mit einem klaren Fokus auf der Förderung der jüngeren Generation weht ein frischer Wind durch die kommende Spielzeit. Vor allem in „Dreamer“ und „O Romeo“ dürfen sich echte Newcomer*innen neben Choreografie-Größen profilieren. Gleichzeitig wird der Orchestertanzabend „Eine Winterreise“ Luis Tena Torres und Albert Galindo anvertraut, zwei Solisten des NTM Tanz, die inzwischen regelmäßig mit Choreografien an deutschen Theatern auf sich aufmerksam machen. Und im Rahmen einer erneuten Kooperation von NTM Tanz mit der Mannheimer Akademie des Tanzes werden zwei Praktikant*innen der AdT über fünf Monate in verschiedenen Tanzabenden eingesetzt, um das Ensemble zu bereichern und wertvolle Bühnenerfahrung zu sammeln.“
JUNGES NTM
Premieren
Das Junge Nationaltheater beginnt die Spielzeit mit einem musikalischen Theater über den vertrauten Kreislauf unserer Jahreszeiten und sich darin einschleichende Verschiebungen. In „Schnee von morgen“ (10+) fragen sich das künstlerische Team um Regisseur Jakob Altmayer und das Ensemble: Wie finden wir uns zurecht im Zwischenraum alter Gewissheiten und einer sich verändernden Welt? Koproduziert von Schauspiel und JNTM adaptiert die Regisseurin Nina Mattenklotz für das Familienstück zur Weihnachtszeit ihre fantasievolle und bildstarke Inszenierung von Michael Endes „Die unendliche Geschichte“ (8+) aus dem Theater Bremen. Ein bewegendes Abenteuer über die Macht der Fantasie und den Mut, für Träume zu kämpfen. Ulrike Stöck, Regisseurin und Intendantin des Jungen Nationaltheaters, entwickelt gemeinsam mit ihrem Ensemble ein Theaterstück über das Theater. „Als ob“ (4+) feiert das, was Fantasie im Theater kann. Autorin Hanna Valentina Röhrich beschäftigt sich in ihrem neuen Stück „Einen Fuchs kann man nicht kaufen“ (8+) damit, wie ungleich Geld verteilt ist. Zusammen mit Regisseur Manuel Moser entsteht ein musikalisches, witziges und manchmal märchenhaftes Stück über Ungerechtigkeit und über unsere Möglichkeiten, daran etwas zu ändern. In „Dracula“ (14+) erzählen Regisseur Felix Scheer, Regisseurin Clara Minckwitz und Musiker Nicolas Schneider eine Vampir-Lovestory und hinterfragen dabei, wie wir Beziehungen führen. Am Ende der Spielzeit kehrt Regisseurin und Faustpreisträgerin Hannah Biedermann ans Junge Nationaltheater mit der Inszenierung des Bilderbuches „Schneelöwe“ (6+) von Heinz Janisch & Michael Roher zurück. Es fragt danach, wer in uns steckt und ob wir manchmal etwas anderes sind, als wir selbst von uns glauben. JNTM-Intendantin Ulrike Stöck: „Kinder- und Jugendtheater als ästhetische Praxis der Beteiligung, Inklusion und Vernetzung mit Mannheimer Akteurinnen und Akteuren sowie bundesweit, sind zentrale Anliegen des Jungen Nationaltheaters. Unsere Spielstätte in der Alten Feuerwache steht für mich als Ort des gemeinsamen Erlebens anspruchs- und lustvollen Theaters für Babys, Kinder und Jugendliche mit ihren Familien und Lehrer*innen, aber auch ganz zentral als der Ort, an dem junge Menschen aktiv mitgestalten. Ein Ort, an dem sie sich ausprobieren und neue Perspektiven entwickeln dürfen. Für das Junge NTM, aber auch darüber hinaus. Ich freue mich darauf, diesen Weg in den kommenden Spielzeiten weiterzugehen.“