Minden, 11. - 27.09.2026, Die Meistersinger von Nürnberg - Richard Wagner
Pressemeldung Richard Wagner Verband Minden
Das Mindener Wagner-Projekt geht in seine zehnte und letzte Runde. Wieder werden sechs Aufführungen von hoher musikalischer Qualität im Mindener Stadttheater stattfinden.
Am 11. September 2026 haben „Die Meistersinger von Nürnberg“ Premiere. Damit schließt sich ein Kreis, der 2002 mit „Der fliegende Holländer“ begann und im Laufe von 24 Jahren sämtliche Opern des Bayreuther Kanons umfasste. Im kleinen Stadttheater produzieren der Richard Wagner Verband, das Stadttheater Minden und die Nordwestdeutsche Philharmonie die Wagner-Opern. Platzbedingt wird das Orchester auf die Bühne gesetzt, szenische Aktionen finden vor dem Orchester und in unmittelbarer Nähe zum Publikum statt. Diese Variante hat sich als Erfolg herausgestellt. Größtmögliche Unmittelbarkeit garantiert ein faszinierendes Erlebnis jenes „Kosmos Wagner“. Zum Abschluss steht jetzt die Oper auf dem Programm, welche Wagner eine „große komische“ nannte und die mit ihrem erheblichen Personalaufwand selbst größere Häuser vor gewaltige logistische Probleme stellt.
Nicht weniger als 17 Rollen sind zu besetzen. Lang ist auch die Aufführungsdauer, die (inklusive Pausen) etwa 5 ½ Stunden beträgt. Doch Minden hat in der Vergangenheit bewiesen, dass auch mit begrenzten Mitteln eine hochkarätige Wiedergabe möglich ist. Denn entscheidend ist nicht die Größe der Bühne, sondern das Engagement der Beteiligten und die aufgebotene musiktheatralische Kompetenz, die aus dem Vorhandenen das Optimum herausholt. So entstanden in der Vergangenheit erstklassige Aufführungen. Die Pressereaktionen auf die Mindener Wagner-Opern waren entsprechend enthusiastisch. Auch überregionale Tageszeitungen (wie z.B. die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“) lobten die szenisch-musikalischen Resultate der Aufführungen wiederholt. Der Nordwestdeutschen Philharmonie mit Frank Beermann an der Spitze wurde regelmäßig höchste Wagner-Kompetenz unterstellt.
Jetzt gilt der Fokus jener Wagner-Oper, die im Kern einen komischen Charakter hat und nicht Helden und Götter, sondern Menschen auf die Bühne bringt. In den „Meistersingern“ agieren historisch verbürgte Personen und es geschieht permanent etwas. Verschiedene Handlungsstränge laufen ab – so wie es typisch für eine komische Oper ist. Aber nicht pure Unterhaltung ist gegeben, sondern Humor der zum Nachdenken anregt. Und auch musikalisch geht es nicht nur leichtgewichtig-entspannt zu, sondern im gewohnten Wagner-Stil. Das Orchester ist riesig besetzt, ein großer Chor wird benötigt. 1888 wurden „Die Meistersinger von Nürnberg“ erstmalig bei den Bayreuther Festspielen aufgeführt. Überhaupt ist dieses Werk im Laufe seiner über 150jährigen Geschichte zu einer Art „Festoper“ geworden. Wiedereröffnung eines Theaters oder die Feier eines wichtigen operngeschichtlichen Datums: mit den „Meistersingern“ steht ein repräsentatives Werk bereit, dass hohe aufführungspraktische Anforderungen stellt und musikalisch eine Menge abverlangt. Das ideale Werk also um den heute schon legendären Mindener Wagner-Zyklus – der abseits des Repertoirebetriebs der Opernhäuser produziert wurde - zu krönen.
Die Besetzung der Mindener Meistersinger-Aufführung stützt sich auf viele erfahrene Kräfte. Dirigent Frank Beermann - ein ausgewiesener Kenner der Wagnerschen Musikdramen - wird auch diese zehnte Mindener Wagner-Eigenproduktion leiten. Die Nordwestdeutsche Philharmonie realisiert wieder den Orchesterpart und wird auf ihre seit langem bekannte musikalische Meisterschaft vertrauen. Am Regiepult steht Jacob Peters-Messer, ein weltweit gefragter und erfahrener Regisseur, der an zahlreichen Opernhäusern inszeniert hat. Auch mehrere Wagner-Opern hat Peters-Messer bereits auf die Bühne gebracht. Zuletzt war an der Staatsoper Hannover seine von der Kritik gelobte Sicht auf Giacomo Puccinis „Turandot“ zu sehen. In Erfurt brachte er jüngst Charles Wuorinens Oper „Brokeback Mountain“ heraus.
Die Sängerbesetzung wird angeführt von Simon Bailey, einem international gefragten Bassbariton, der vor allem als Wotan im „Ring des Nibelungen“ Furore gemacht hat. Die Rolle des Hans Sachs wird ein Rollendebüt sein. Bailey wird damit seinem umfangreichen Rollenporträts ein weiteres, immens Wichtiges hinzufügen und sich eine der wichtigsten Bassbariton-Partien überhaupt erschließen. Der Tenor Jussy Myllys (der hier in Minden zuletzt im „Parsifal“ die Titelpartie sang) ist Stolzing und Kathrin Göring (die in der Ring-Produktion verschiedene Rollen gestaltete) übernimmt die Rolle der Magdalene. Beide kehren für die „Meistersinger“ nach Minden zurück.
Wichtige Partien übernehmen zudem Michael Borth, der jüngst in György Kurtags Oper „Fin de Partie“ in Basel Furore machte. Er wird den Stadtschreiber Beckmesser übernehmen und damit eine der zentralen Partien von Wagners Oper. Emma McNairy wird als Eva debütieren. Überhaupt werden die meisten Sänger ein Rollendebüt geben. Der vielbeschäftigte Chor wird von „coruso“ gestellt.
Termine
Aufführungen im Stadttheater Minden
Freitag, 11. September 2026, 17.00 Uhr, Premiere A
Sonntag, 13. September 2026, 16.00 Uhr, Premiere B
Freitag, 18. September 2026, 17.00 Uhr, Abonnementvorstellung
Sonntag, 20. September 2026, 16.00 Uhr, Abonnementvorstellung
Freitag, 25. September 2026, 17.00 Uhr
Sonntag, 27. September 2026, 16.00 Uhr
Tickets
https://www.meistersinger-in-minden.de/tickets-termine/