Ludwigshafen, Open-Air-Kino auf der Parkinsel, 22. FESTIVAL DES DEUTSCHEN FILMS, IOCO

Ludwigshafen, Open-Air-Kino auf der Parkinsel, 22. FESTIVAL DES DEUTSCHEN FILMS, IOCO

Vom Zauber der Insel

74 Filme und viele Fernsehstars: Das 22. Festival des deutschen Films in Ludwigshafen

Von Dr. Detlev Janik

Man könnte auch einfach ins Kino gehen oder sich zuhause vor den Fernseher setzen. Denn dort waren manche der Filme, die in den nächsten Tagen beim „Festival des deutschen Films“ in Ludwigshafen gezeigt werden, bereits zu sehen (wie etwa das intensive Ehedrama „Dann passiert das Leben“). Andere laufen während des Festivals an (wie der „Spaziergang nach Syrakus“, ein gefühlvolles Stück über den Konflikt zwischen Freiheitsdrang und Heimatverbundenheit). Andere schließlich werden in Kürze im TV-Programm auftauchen. Zur letzten Kategorie zählt beispielsweise die Komödie „Plötzlich Schwiegervater“ mit Uwe Ochsenknecht, mit dem die nunmehr 22. Auflage des Festivals am 19. August eröffnet wurde.

22. Festival des deutschen Films, Foto: Festival des Deutschen Films

Etwa 135.000 Menschen verzichteten 2025 dennoch auf die Bequemlichkeit von Couch und Kinosessel und zogen es vor, die Filme auf der Parkinsel anzusehen. Ein ähnlich großer Andrang wird auch in diesem Jahr erwartet - und dafür gibt es gute Gründe. Einen davon hat Dr. Michael Kötz, der das Festival mit seiner Frau Daniela verantwortet, selbst genannt, als er darüber sprach, dass sich ein guter Film nicht nur durch eine stringente Handlung, sondern vor allem durch eine dichte Atmosphäre auszeichne. Mit einem solch einzigartigen Flair punktet seit Jahren das Festival am Rheinufer: Der Fluss mit seiner ursprünglichen Naturgewalt liefert einen einzigartigen Hintergrund für das Freiluftkino. Wer im Open-Air-Kino sitzt, sieht selbst in diesem hitzegeplagten Sommer, in dem der Strom zum Flüsschen geschrumpft ist, manchmal ein Schiff neben der Leinwand vorbeigleiten. Unter den mächtigen Platanen an der Uferpromenade stehen Tische und Bänke, an denen sich die Besucher zwischen den Vorführungen mit Schorle, Spinatknödel oder Rotem Kokos-Curry stärken. Wären dahinter nicht die drei großen Zeltkinos, man könnte sich in einer Gartenwirtschaft am Rhein wähnen. Das Festival lebt von diesem Zauber und der Geselligkeit – es inszeniert sich als Fest, bei dem der Pfälzer Wein eine besondere Rolle spielt.

22. Festival des deutschen Films, Foto: Sebastian Weindel

Auch in anderer Hinsicht ist das Festival ein Ort der Geselligkeit. Hier trifft man sich mit Freunden und Bekannten, vor allem aber begegnen die Besucher immer wieder den Stars, die sie aus Kino- oder Fernsehabenden kennen. Das Festival bietet Filmkunst zum Anfassen. 400 Persönlichkeiten aus dem deutschen Film-Business werden in den kommenden Tagen in Ludwigshafen erwartet, darunter bekannte Schauspieler wie Christian Berkel, Ulrich Turkur, Axel Prahl, Adele Neuhauser oder Andrea Sawatzki. Sie laufen den Festival-Gästen nicht nur in den Zelten oder auf der Uferpromenade zufällig über den Weg, sondern werden auch vor den Vorführungen präsentiert und vorgestellt. Das übernimmt in charmanten Plauderton Festival-Macher Dr. Michael Kötz, dem beispielsweise Rainer Kaufmann, Regisseur von „Eine Nacht in Bangkok“, verrät, dass sein Film bei allem Tiefgang auch komödienhafte Züge besitzt.  Wer mehr Details erfahren möchte, kann Regisseure, Schauspieler und Autoren später in eigens angesetzten Gesprächsrunden noch besser kennenlernen.

22. Festival des deutschen Films, Foto: Daniel Wetzel

Das 22. Festival des deutschen Films läuft noch bis einschließlich Sonntag, den 6. September. Insgesamt sind 74 Filme zu sehen, darunter sechs Kinderfilme. Unter fast 50 Filme können die Besucher beim Rheingold Publikumspreis ihren Favoriten wählen. Preise für Schauspielkunst erhalten in diesem Jahr Annette Frier, Christian Berkel und Christian Redl. Mit einem Ehrenpreis ausgezeichnet wird der Regisseur Volker Schlöndorff. Weitere Infos zum Festival unter www.fflu.de.   

 

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