Bielefeld, Theater Bielefeld, LA TRAVIATA – Giuseppe Verdi, 06.10.2018

September 19, 2018 by  
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Theater Bielefeld

Theater Bielefeld / Fassade © Theater Bielefeld

Theater Bielefeld / Fassade © Theater Bielefeld

LA TRAVIATA  –  GIUSEPPE VERDI

Text von Francesco Maria Piave nach Alexandre DumasLa Dame aux Camélias

Premiere Sa. 06.10.2018, 19:30 Uhr, Stadttheater, weitere Vorstellungen 10.10., 24.10., 28.10., 02.11., 11.11., 17.11., 06.12., 11.12., 29.12.2018; weitere Termin in 2019

Von Vergnügen zu Vergnügen jagen, immer im Mittelpunkt des pulsierenden Lebens – Violetta Valéry gönnt sich keine Ruhe, nachdem sie nach längerer Krankheit endlich wieder auf den Beinen steht. Dabei spürt sie es ganz genau: Dieses Mal mag sie dem Tod noch einmal von der Schippe gesprungen sein, aber letztendlich wurde ihr nur wenig zusätzliche Zeit geschenkt. Die Todesnähe verleiht ihr den Mut, ihr bisheriges Leben zu hinterfragen. Könnte die verehrungsvolle Liebe des jungen Alfredo Germont einen Ausweg bieten aus dem umschwärmten, aber gleichzeitig einsamen Leben als begehrteste Kurtisane von Paris? Es lockt die Verheißung auf die lang ersehnte, wahre Liebe. Alfredo kann über ihre Vergangenheit hinwegsehen, doch reicht das aus für einen radikalen Neuanfang? Der gesellschaftlichen Haltung und der Todesahnung zum Trotz wagt Violetta den Aufbruch ins Ungewisse.

Alphonsine Plessis, die Kameliendame der Traviata; hier ihre Grabstätte Montmarte © IOCO

Alphonsine Plessis, die Kameliendame der Traviata; hier ihre Grabstätte Montmarte © IOCO

Amore e morte – Liebe und Tod – wollte Giuseppe Verdi zunächst seine Oper nach dem Roman Die Kameliendame von Alexandre Dumas d. J. nennen. Ein Titel, der in seiner Unbestimmtheit zwar für einen Großteil des Opernrepertoires gelten könnte, aber selten so passend erscheint wie für die Geschichte der Violetta Valéry, die sich in den Spannungsfeldern zwischen wahrer und käuflicher Liebe, Todessehnsucht und Todesangst entfaltet. Von den ersten Klängen der Ouvertüre an konzentriert sich Verdis Musik auf das innere Erleben der Protagonistin, deren ständiger Begleiter der Tod ist und die dennoch voller Kraft und Lebensfreude aufbegehrt. So vereint auch Verdis Partitur, die er selbst für eine seiner besten Arbeiten hielt, extrem unterschiedliche Emotionen: Vom schwungvollen Trinklied Brindisi über das impulsive Sempre libera bis hin zum tieftraurigen Lebensabschied Addio, del passato.

Nach dem desaströsen Misserfolg der Uraufführung 1853 entwickelte sich La Traviata zu einer der beliebtesten Opern der Musikgeschichte. Verdi hatte beides vorausgeahnt: Ein »totales Fiasko« hatte er der Theaterleitung angekündigt, sofern die Titelrolle nicht umbesetzt würde. Anschließend lehnte er über ein Jahr lang alle Angebote einer Wiederaufnahme ab, bis er sicher war, die geeignete Besetzung zu bekommen. Am 6. Mai 1854 war es so weit und La Traviata startete ihren Triumphzug um die Welt – quasi mit einjähriger Verspätung. Es ist kaum verwunderlich, dass der Komponist so vehement um ein Mitspracherecht bei der Besetzung kämpfte: In keiner anderen Oper Verdis steht die weibliche Hauptrolle so sehr im Zentrum des Geschehens. Von Anfang an trägt Violetta Valéry ihren Tod in sich; kein Krieg, keine höfische Intrige oder althergebrachte Familienfehde determiniert ihr Schicksal. Nur ihr privates Glück und Unglück, ihr innerstes Erleben bilden die Handlung der Oper. Sogar der Titel der Oper entstammt ihrer Selbstwahrnehmung, als Traviata, also »eine vom Weg Abgekommene«, bezeichnet sie sich in einer Arie selbst. Diesen Fokus auf Violettas Sichtweise behält das Team um Hausregisseurin Nadja Loschky bei. Der Raum von Katrin Connan und die Kostüme von Katharina Schlipf entführen in Violettas Perspektive: Wie nimmt eine junge Frau, der der Tod sehr nah ist, ihre Umwelt wahr? Welche Distanz zu anderen Menschen verschafft das Wissen um das eigene Sterben, welche Phantasien löst die Todesnähe aus?

Alexandre Dumas Montmarte © IOCO

Alexandre Dumas Montmarte © IOCO

Aufrichtigkeit, Gefühl und starke Ausdruckskraft verlangte Verdi von den Sängerinnen seiner Traviata. Dass Irina Simmes diesen Ansprüchen gewachsen ist, beweisen die großen Erfolge, die sie bereits als Violetta Valéry feierte. Nun stellt sich die junge Opernsängerin, die seit der Saison 2018/19 festes Mitglied am Theater Dortmund ist, erstmals in Bielefeld vor. Alternierend ab Januar 2019 singt Sophia Brommer die Violetta Valéry. Violetta zur Seite steht die geheimnisvolle Figur des M., verkörpert durch den Choreografen und Tänzer Thomas Wilhelm. Alfredo Germont, gesungen von Daniel Pataky, versucht ihr ein Leben in zärtlicher Zweisamkeit schmackhaft zu machen, was sein Vater, in Gestalt von Evgueniy Alexiev und alternierend Frank Dolphin Wong, nicht gutheißen kann. Kaum ein Mann kann sich Violettas Charme entziehen, so auch nicht der Baron Douphol, gesungen von Caio Monteiro, Gaston (Lianghua Gong / Lorin Wey), der Marquis d’Obigny (Yoshiaki Kimura) oder Doktor Grenvil (Moon Soo Park). Bei all der Verehrung, die Violetta entgegenschlägt, ist es kein Wunder, dass sich in Flora Bervoix’ (Hasti Molavian) Freundschaft auch etwas Konkurrenzdenken mischt. Annika Brönstrup als Annina bleibt Violetta hingegen in allen Umständen treu verbunden.

Es singen und spielen der Bielefelder Opernchor, der Extrachor des Theaters Bielefeld sowie die Bielefelder Philharmoniker unter der Leitung von GMD Alexander Kalajdzic;  Inszenierung Nadja Loschky Bühne Katrin Connan Kostüme Katharina Schlipf

Weitere Vorstellungen 10.10., 24.10., 28.10., 02.11., 11.11., 17.11., 06.12., 11.12.,
29.12.; weitere Termin in 2019

MUSIKALISCHE LEITUNG  –  Geboren in Zagreb, Kroatien, begann Alexander Kalajdzic seine musikalische Ausbildung mit sechs Jahren und gab ab dem achten Lebensjahr regelmäßig Konzerte als Pianist. Er gewann mehrere Preise bei Bundeswettbewerben und setzte anschließend sein Studium an der Musikhochschule in Wien fort, wo er die Dirigierklasse von Karl Österreicher mit Auszeichnung absolvierte. Darüber hinaus studierte er Klavier, Viola und Korrepetition. Schon während des Studiums dirigierte er Symphoniekonzerte mit den Zagreber Philharmonikern sowie dem Orchester des Kroatischen Rundfunks. Sein beruflicher Weg führte ihn nach Krefeld-Mönchengladbach, wo er als Korrepetitor mit Dirigierverpflichtung erste Theatererfahrungen sammelte. Danach war er als Kapellmeister in München, als erster Dirigent am Nationaltheater Weimar und von 2008 bis 2010 als 1. Kapellmeister am Nationaltheater Mannheim tätig, wo er sich ein großes Repertoire erarbeiten konnte. Er gastierte u. a. in den USA, Mexiko, Südafrika, Italien, Frankreich, in der Schweiz und in Tschechien. Seit Spielzeitbeginn 2010/11 leitet er als GMD die musikalischen Geschicke des Theaters Bielefeld und der Bielefelder Philharmoniker.


INSZENIERUNG  –  Nadja Loschky, Jahrgang 1983, studierte Musiktheaterregie an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« in Berlin. Bereits während ihres Studiums assistierte sie Hans Neuenfels und arbeitete als freie Regisseurin an den Städtischen Bühnen Osnabrück. An diesem Theater entstanden in den folgenden Jahren unter ihrer Regie auch erste Inszenierungen im Bereich Kinder- und Jugendtheater. 2006 wurde ihre Interpretation von Frieds Monooper Das Tagebuch der Anne Frank zum Theatertreffen der Jugend nach Berlin eingeladen. Es folgten weitere Engagements, unter anderem am Staatstheater Kassel. Im Anschluss an ihre praktische Diplomprüfung 2009 inszenierte Nadja Loschky Verdis La Traviata und Rossinis Der Barbier von Sevilla an den Städtischen Bühnen Osnabrück sowie Faust von Charles Gounod am Staatstheater Kassel. 2011 debütierte sie mit der Uraufführung der Familienoper Mikropolis von Christian Jost an der Komischen Oper Berlin. Im Jahr 2012 entstanden Inszenierungen von Brittens A Midsummer Night’s Dream am Staatstheater Kassel, Mozarts Entführung aus dem Serail am Theater Heidelberg sowie der Familienoper Die Schatzinsel (Frank Schwemmer) am Opernhaus Zürich, denen Verdis Simon Boccanegra am Theater Aachen und Händels Alcina am Luzerner Theater folgten. 2014 führte sie Mozarts Così fan tutte erneut ans Theater Heidelberg und mit Madama Butterfly inszenierte sie am Theater Bielefeld ihre erste Puccini-Oper. Für diese Produktion wurde sie 2015 mit dem Götz-Friedrich-Preis ausgezeichnet. Im selben Jahr erarbeitete sie eine weitere Uraufführung, Christian Josts Rote Laterne am Opernhaus Zürich, sowie eine Inszenierung von Boieldieus selten gespielter Oper La dame blanche am Oldenburgischen Staatstheater und Mozarts Le nozze di Figaro am Theater Heidelberg. 2016 inszenierte die Regisseurin erneut am Luzerner Theater, diesmal Bellinis Oper Norma. Für ihre im gleichen Jahr entstandene Produktion Death in Venice von Benjamin Britten am Theater Bielefeld erhielt sie im Jahresheft der Fachzeitschrift Opernwelt eine Nominierung in der Kategorie »Beste Regisseurin«. Zu Beginn der Spielzeit 2016/17 inszenierte sie Verdis Macbeth am Oldenburgischen Staatstheater, dem Zingarellis Giulietta e Romeo am Barocktheater Schwetzingen folgte. Mit Monteverdis L’incoronazione di Poppea kam es im Frühjahr 2017 zu einer weiteren Arbeit am Theater Bielefeld, 2018 gab sie ihr Regiedebüt an der Oper Graz mit Ariane et Barbe-Bleue von Paul Dukas. Seit der Spielzeit 2017/18 ist Nadja Loschky Hausregisseurin am Theater Bielefeld und inszenierte dort Rihms Jakob Lenz. In der aktuellen Spielzeit wird sie neben Verdis La Traviata auch Offenbachs Orpheus in der Unterwelt auf die Bühne bringen. Weitere Engagements führen die junge Regisseurin an die Oper Köln und erneut an die Oper Graz. Nadja Loschky ist neben ihrer Regietätigkeit projektbezogen auch als Dozentin an der HfM »Hanns Eisler« sowie der UDK Berlin tätig.


BÜHNE  –  Katrin Connan studierte Freie Kunst und Bühnenraum u. a. bei Raimund Bauer an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg, assistierte am Grand Théâtre de Genève Bühnenbild und Regie, absolvierte ihr Diplom mit Auszeichnung. Sie arbeitet regelmäßig mit dem Regisseur Johannes Erath. Zu ihren gemeinsamen Arbeiten gehören What Next? von Elliott Carter an der Neuen Oper Wien, Eugen Onegin am Staatstheater Mainz, Lulu sowie Elektra an der Oper Graz, Das schlaue Füchslein an der Hamburgischen Staatsoper, Le nozze di Figaro an der Semperoper Dresden und den Savonlinna-Opernfestspielen, Make no noise sowie Beatrice Cenci bei den Bregenzer Festspielen, als nächstes Caruso in Cuba in Amsterdam. Weitere Arbeiten entstanden mit der Regisseurin Anna-Sophie Mahler (Die Sache Makropulos und Blick der Tosca am Theater Bremen, bald Die 7 Todsünden in Stuttgart) und mit Hans Neuenfels (South Pole an der Bayerischen Staatsoper, Antigone am Residenztheater München und Orest am Opernhaus Zürich). La Traviata ist ihre erste Zusammenarbeit mit Nadja Loschky.

KOSTÜME  –  Katharina Schlipf studierte Bühnen- und Kostümbild bei Prof. Martin Zehetgruber und Werner Pick an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Dort schloss sie 2010 mit dem Projekt Danton zu Georg Büchners Dantons Tod ihr Diplom mit Auszeichnung ab. Seit der Gestaltung des Bühnenbilds für das Händeloratorium Saul am Staatstheater Oldenburg 2011 arbeitet Katharina Schlipf mit der Regisseurin Lydia Steier zusammen. In folgenden Kooperationen entwarf sie u. a. die Bühnenbilder für Franz von Suppés Fatinitza am Staatstheater Mainz, die Ariadne auf Naxos für das Konzerttheater Bern, Albert Herring am Oldenburgischen Staatstheater und Guilio Cesare an der Komischen Oper Berlin. Für die Produktion The Fairy Queen am Theater Regensburg entwarf sie die Kostüme. Zuletzt erarbeitete sie 2018 das Bühnenbild für Mozarts Die Zauberflöte, die in diesem Jahr als Eröffnungspremiere der Salzburger Festspiele aufgeführt wurde. Regelmäßig arbeitet Katharina Schlipf auch mit dem Choreografen Demis Volpi. Die Zusammenarbeit begann 2010 mit dem Ballett Karneval der Tiere für die John Cranko Schule in Stuttgart, für die Katharina Schlipf die Kostüme und das Bühnenbild schuf. Es folgten Bühnen- und Kostümausstattungen für Capricen am Ballett Karlsruhe, Little Monsters, choreografiert für den Erik-Bruhn-Preis 2011 in Kanada, und Private Light für das American Ballett Theatre New York. Außerdem zeigte sie sich für die Ausstattungen für das Handlungsballett Der Nussknacker am Königlichen Ballett Flandern sowie für Volpis erste Opernregie Fetonte bei den Winterfestspielen in Schwetzingen verantwortlich. Eng verbunden sind Katharina Schlipf und Demis Volpi auch dem Staatstheater Stuttgart. Dort erarbeiteten sie seit 2010 die Produktionen Aftermath, Die Geschichte vom Soldaten von Igor Stravinsky, das Handlungsballett Salome nach Oscar Wilde und das Handlungsballett Krabat nach Ottfried Preußler. Ihre bisher letzte Produktion für die Oper Stuttgart in Kooperation mit dem Stuttgarter Ballett war die Produktion Tod in Venedig von Benjamin Britten, für die Katharina Schlipf Bühne und Kostüme schuf. Diese Arbeit wurde von den International Opera Awards zur besten Neuproduktion des Jahres 2018 nominiert. Katharina Schlipf ist neben ihrer Ausstattungstätigkeit projektbezogen auch als Dozentin für die Universität Stuttgart und die Musikhochschule Trossingen tätig. 2015 wurde Katharina Schlipf mit dem Rotary-Kunst-Preis ihrer Heimatstadt Rottweil ausgezeichnet. La Traviata ist die erste Zusammenarbeit mit Regisseurin Nadja Loschky und Bühnenbildnerin Katrin Connan.

BESETZUNG  –  Violetta Valéry Irina Simmes / Sophia Brommer,  Flora Bervoix Hasti Molavian,  Annina Annika Brönstrup,  Alfredo Germont Daniel Pataky,  Giorgio Germont Evgueniy Alexiev / Frank Dolphin Wong,  Gaston Lianghua Gong / Lorin Wey,  Baron Douphol Caio Monteiro
Marquis d’Obigny Yoshiaki Kimura,  Doktor Grenvil Moon Soo Park,  Giuseppe, Violettas Diener In-Kwon Choi / Krzysztof Gornowicz,  Ein Diener Floras Yun-Geun Choi / Ramon Riemarzik,  Ein Bote Tae-Woon Jung / Paata Tsivtsivadze,  M. Thomas Wilhelm

Die Sopranistin Irina Simmes ist ab der Saison 2018/19 festes Mitglied am Theater Dortmund, wo sie diese Spielzeit als Lisa (Land des Lächelns) debütiert. Mit der Walküre wird sie diese Spielzeit auch an die Oper Frankfurt zurückkehren, wo sie 2017 mit der Rolle der Konstanze (Entführung aus dem Serail) in Christof Loys Inszenierung unter der Leitung von Sebastian Weigle zu hören war. Seit 2012 war sie am Theater Heidelberg unter anderem in Mozart-Partien wie Konstanze (Entführung aus dem Serail), Pamina (Die Zauberflöte), Gräfin Almaviva (Le nozze di Figaro), Fiordiligi (Così fan tutte) und Donna Anna (Don Giovanni) zu hören. 2017 gab die Sängerin ihr Hausdebüt als Isolde (Avner Dormans Wahnfried) am Badischen Staatstheater in Karlsruhe, wohin sie in der Spielzeit 2017/18 in einer Neuproduktion von Mozarts Lucio Silla in Kooperation mit dem Théâtre la Monnaie Brüssel zurückkehrte. Neben Partien wie Laura (Korngolds Der Ring des Polykrates), Musetta (La Bohème), Rosalinde (Die Fledermaus) und Micaëla (Carmen) fand ihre Interpretation der Violetta (La Traviata) große Aufmerksamkeit. 2015 widmete ihr die Fachzeitschrift Die Deutsche Bühne in der Februar-Ausgabe einen Coverartikel.

Irina Simmes’ Repertoire umfasst sowohl Raritäten des Barock (u. a. Pilade in Traettas Ifigenia in Tauride) sowie Werke des zeitgenössischen Musiktheaters (u. a. Adela in Josts Rumor und die Titelpartie in der Uraufführung von Harneits Abends am Fluss). Irina Simmes absolvierte ihre Gesangsausbildung an der Folkwang Universität der Künste Essen und war in der Spielzeit 2011/12 Mitglied des Opernstudios am Musiktheater im Revier Gelsenkirchen.

—| Pressemeldung Theater Bielefeld |—

Hildesheim, TfN, Die Hochzeit des Figaro – Wolfgang A. Mozart, IOCO Kritik, 19.09.2018

September 19, 2018 by  
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Theater für Niedersachsen

Theater für Niedersachsen / Stadttheater Hildesheim © Andreas Hartmann

Theater für Niedersachsen / Stadttheater Hildesheim © Andreas Hartmann

Die Hochzeit des Figaro – Wolfgang A. Mozart

Ius primae noctis – Das Recht der ersten Nacht

Von Randi Dohrin

Unter der präzisen Leitung seines GMD Florian Ziemen, gelingt dem brilliant aufspielenden TfN-Orchester die atmosphärische Einstimmung des von keiner Opernbühne mehr wegzudenkenden Singspiels, Die Hochzeit des Figaro. Mit zart einsetzendem Pianissimo bis zum strahlenden Fortissimo verwandelt das Orchester die Töne der Ouvertüre quirlig sprudelnd wie Champagner in heitere Lebenslust um.

Mit der deutschen Singspielfassung von Christian August Vulpius und Adolph Freiherr Knigge, bringen Florian Ziemen als musikalischer Leiter und der Regisseur Wolfgang Nägele, die im 18. Jahrhundert weit verbreitete und beliebte Aufführungspraxis mit gesprochenen Dialogen zu Gehör, anstelle der gesungenen Rezitative.

Wolfgang Nägele stellte sich mit dieser heiteren, humorvoll gelungenen Inszenierung – ganz im Sinne einer Opera buffa – dem Hildesheimer Premierenpublikum vor und erfüllte alle Erwartungen. Achim Falkenhausen war für die hervorragende Einstudierung des Opernchores verantwortlich. Die Ausstattung der Bühne und Kostüme in Commedia dell’arte Ästhetik, gestaltete Hannah König perfektioniert und geschickt.

Theater für Niedersachsen / Die Hochzeit des Figaro - Ensemble © J. Quast

Theater für Niedersachsen / Die Hochzeit des Figaro – Ensemble © J. Quast

Die Oper spielt um 1780 am Hofe des Grafen Almaviva in der Nähe von Sevilla und ist die Fortsetzung des Theaterstücks Der Barbier von Sevilla von Pierre Augustin Caron de Beaumarchais. Figaro (Peter Kubik) ist der Kammerdiener des Grafen Almaviva (Martin Berner) und mit der jungen hübschen Kammerzofe Susanna (Meike Hartmann) verlobt. Peter Kubik überzeugt als Figaro von der ersten bis zur letzten Arie textverständlich und klangvoll mit warm timbrierter Stimme und wird seiner Titelrolle in jeder Hinsicht gerecht.

Die Hochzeit von Figaro und Susanna soll in Kürze stattfinden, was vor allem von Marcellina (Isabell Bringmann) nicht gern gesehen wird, weil Figaro sich einst Geld von ihr geliehen hatte. Bei ausbleibender Rückzahlung versprach er ihr die Ehe. Isabell Bringmann als komische Alte in der Rolle der Marcellina, setzt ihren Mezzosopran gekonnt ein und erhält Unterstützung von Bartolo (Uwe Tobias Hieronimi), der mit seinem sonoren Bass die Rolle als Arzt und des Gärtners Antonio souverän einsetzt.

Julian Rohde debütierte und begeisterte als intriganter Basilo und eingebildeter Jurist Don Curzio, in seinen Tenorrollen mit ausgeprägtem schauspielerischen Talent.

Theater für Niedersachsen / Die Hochzeit des Figaro © J. Quast

Theater für Niedersachsen / Die Hochzeit des Figaro © J. Quast

Voller Berechnung hat Graf Almaviva dem Paar, direkt neben seinen Gemächern, ein Zimmer zur Verfügung gestellt und bedauert zutiefst sein „Recht der ersten Nacht“, viel zu früh bei Susanna aufgegeben zu haben. Verführerisch bemüht er sich um die Liebe der jungen Susanna, was dem Bräutigam Figaro natürlich nicht entgeht. Mit viel schauspielerischem Verve trumpft Martin Berner als Graf mitreißend und stimmgewaltig auf, als er seinen Pagen Cherubino (Neele Kramer) liebestoll bei seiner Frau, der Gräfin Almaviva, entdeckt und versucht, ihn mit allen Mitteln loszuwerden. Cherubino, gesungen von Neele Kramer, glänzt verzaubernd als personifizierter Amor in ihrer Hosenrolle und verbleibt als Frau bekleidet im Schloss, dank der Hilfe der süßen Barbarina (Vanessa Peschel).  Die Cavatine „Heil’ge Quelle reiner Triebe“ meisterte Antonia Radneva als Gräfin Almaviva mit schön geführtem lyrischen Sopran im 2. Akt. Wohlklingend harmonisch berühren dann im 3. Akt Meike Hartmann als Susanna und Antonia Radneva als Gräfin mit der Arie „Wenn die sanften Abendlüfte“. Meike Hartmann lässt im 4. Akt mit ihrem aparten Sopran, die Gefühlspalette der liebenden Susanna in dem Rezitativ „Endlich naht sich die Stunde“ und der Arie „O Säume länger nicht, geliebte Seele“ im zügigen Tempo erklingen.

Das listig intrigante Verwirrspiel dieser Versteck- und Verkleidungskomödie nimmt seinen unerbittlichen Verlauf, als die Zofe Susanna und die Gräfin Almaviva beschlossen, den Grafen zu einem nächtlichen Rendezvous in den stockdunklen Garten zu locken. Verkleidete Gestalten ertappen sich bei Liebesabenteuern im Schlosspark. Der Graf erwischt die vermeintliche Gräfin, die aber Susanna ist, mit Figaro und will einen Skandal inszenieren. Die Gräfin gibt sich zu erkennen und der Graf bittet sie um Verzeihung. Die Oper endet im ausgelassenen Gesang eines spielfreudigen und tänzerisch talentierten Ensembles.

Theater für Niedersachsen / Die Hochzeit des Figaro © J. Quast

Theater für Niedersachsen / Die Hochzeit des Figaro © J. Quast

Das Publikum dankte allen Beteiligten mit Standing Ovation, Bravorufen und einem nicht enden wollenden rhythmischen Applaus für einen kurzweiligen Opernabend ganz im Sinne von Mozart.

TfNDie Hochzeit des Figaro; weitere Termine: Hildesheim 19.9.; 24.9.; Luckenwalde 29.9.; Hildesheim 12.10.; Wolfenbüttel 21.10.; Hildesheim 30.10.2018 und mehr …

—| IOCO Kritik Theater für Niedersachsen |—

Essen, Aalto-Theater, Eine Nacht in Venedig – Strauss – Korngold – Klimek, IOCO Kritik, 16.09.2018

September 19, 2018 by  
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Aalto Theater Essen

Aalto-Theater-Essen © IOCO

Aalto-Theater-Essen © IOCO

Eine Nacht in Venedig – Ein Opernhappening

Johann Strauss – Erich Wolfgang Korngold – Bruno Klimek

Von Viktor Jarosch

„Leichte Theater-Kost“ attraktiv zu inszenieren ist wahrlich schwer: Eine Nacht in Venedig  ist solch vermeintlich leichte Theater-Kost. Aalto-Intendant Hein Mulders benötigte 5 Jahre, um diese, seine erste Operetten-Produktion auf die Bühne des Aalto-Theaters zu bringen.

Eine Nacht in Venedig
Youtube Trailer Aalto Theater Essen
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Glatteis und Schnee  in Venedig dominiert die moderne Inszenierung von  Bruno Klimek, welche Klischees, alte wie neue, verlässt und mit Slapstick, Video, farbigen Dialogen und einem bunten Reigen szenischer Überraschungen den Besucher bannt.  Bruno Klimek, Professor an der nahen Essener Folkwang Universität, toppt vergangene Strauß und Korngold Fassungen von Eine Nacht in Venedig  mit einer neuartig faszinierenden Essener Fassung. Eine lebendige Bühnen-Show voller Esprit dort wird geboten. Die  Titulierung der Essener Fassung als „Operette„, so auch im Programmheft des Aalto-Theater, führt offene Erwartungen ein wenig ins Abseits.

Die 1883 uraufgeführte  Nacht in Venedig zeigt schmunzelnd modern nicht enden wollende Irrungen und Wirrungen amüsierfreudiger Frauen wie Männer zum Karneval in Venedig um 1800. Allerdings, die Intrigen um die Entstehung dieser Operette reichen schon für eine eigene Operette. Grund: Johann Strauss´ Operetten wurden alle in Wien uraufgeführt; zumeist im Theater an der Wien; so auch 1874 die Fledermaus; doch, Johann Strauß‘ zweite Ehefrau, die 25 Jahre jüngere Angelica Dittrich, „Lily“, hatte, als Eine Nacht in Venedig 1882 entstand, ein Verhältnis mit Franz Steiner, dem Direktor des Theater an der Wien. So leitete Johann Strauß, auch am Pult, die Uraufführung von Eine Nacht in Venedig 1883 nicht in Wien sondern teilweise „verberlinert“, in Berlin; die Uraufführung in Berlin wurde ein Flop. Die Operette wäre, trotz Anpassungen, wohl untergegangen, hätte nicht Erich Wolfgang Korngold um 1930, über 45 Jahre später, die verschiedenen Straußschen Urfassungen für moderne Theaterbühnen „veropert“ und mit eigenen Kompositionen wie  mit „Sei mir gegrüßt, holdes Venezia“ für Richard Tauber bereichert. So wurde im Aalto-Theater nicht die Straußsche Urfassung sondern die Korngold-Fassung  gespielt. Bruno Klimeks erhebliche wie aktuelle Werkbearbeitung  wirkt wie die Transponierung, wie ein Sprung der Korngold-Fassung in die Moderne, in das 21. Jahrhundert.

Aalto Theater Essen / Eine Nacht in Venedig - hier : Ciboletta rutscht auf dem vereisten Markusplatz aus waehrend ein Luxusliner in Venedigs Hafen einfaehrt © Joerg Landsberg

Aalto Theater Essen / Eine Nacht in Venedig – hier : Ciboletta rutscht auf dem vereisten Markusplatz aus waehrend ein Luxusliner in Venedigs Hafen einfaehrt © Joerg Landsberg

Klimeks  Essener Fassung beherrscht auch den Verwechslungswirrwarr, nicht aber den  Karneval oder Commedia dell´arte. Eine Nacht in Venedig mutiert in Essen durch  Umdichtungen, gestrafften Texten, Gags, Clownerien und oft skurrilen Choreographien zu einem modernen Happening. Klimek:Das Stück ist ein großer, ironischer Abgesang auf die ganze „Gockelherrlichkeit“; der Herzog ist ein überzeichneter Superstar: Es ist Satire, nicht genaues Abbild des Lebens“. Klimek macht in seiner Essener Fassungdie Frauen viel schlauer, stärker als die Männer, ähnlich der Csardasfürstin, der Lustigen Witwe oder Adele “. Klimek:Bei Eine Nacht in Venedig folgt ein Hit dem anderen…  es ist nicht verwunderlich, dass Operette wieder im Kommen ist“.

Der Blick des Besuchers gleitet im ersten Bild (Bühne Jens Kilian) über den  vereisten weiten Markusplatz von Venedig; das angrenzende Meer mit farbigen, stetig wandernden Wolkenformationen am Himmel zeichnen Videoprojektionen auf eine den gesamten Bühnenhintergrund ausfüllenden Leinwand. Auf dem Markusplatz finden sich filigrane Miniaturen des Dogenpalastes, der Markuskirche und alter venezianischer Bauten. Zur Ouvertüre stöckeln warm angezogen, Schnee rieselt auf den Markusplatz, Ciboletta (Christina Clark) und  andere Venezianer, aufgeregt  rufend „Er kommt“, rufen sie; „Wer“, „Nun, er!“.    Wer kommt denn? Noch weiß es niemand!

Der erste Clou der Essener Fassung ist originell wie unerwartet: Ein riesiges Kreuzfahrtschiff  fährt ein in den Hafen Venedigs; Himmel und Meer verdeckend;  die Miniaturpaläste Venedigs wackeln, fallen zusammen. Wer entsteigt dem Schiff auf einer Schiffstreppe?  Nicht Guido, der draufgängerische Herzog von Urbino; es ist   Pappacoda, der Makkaronikoch (Martiijn Cornet). Derweil die in Mänteln und Hüten vermummten Venezianer  auf dem Schnee des Markusplatz rutschen, hinfallen und  „Wenn vom Lido sacht wieder Kühlung weht…“ singen. Pappacoda mischt sich, Makkaroni beschwörend und werfend, unter seine weiterhin „Er kommt, die Frauenwelt Venezias zu verwöhnen….“  singenden Verehrerinnen.

Aalto Theater Essen / Eine Nacht in Venedig - hier : Annina und Ciboletta mit dem Herzog © Joerg Landsberg

Aalto Theater Essen / Eine Nacht in Venedig – hier : Annina und Ciboletta mit dem Herzog © Joerg Landsberg

Clou und Komik verstärken sich, wenn in Wiederholungen, in den Folgen von „Er kommt“,  „Wer“, „Nun, er!“ weitere monströse Kreuzfahrtschiffe (Foto) den Bühnenhintergrund durchkreuzen, Dogenpaläste umfallen und die anderen Protagonisten der Operette in eigenem Oeuvre dem Schiff entsteigen: Enrico Piselli (Carl Bruchhäuser), „Die Frauen müssen wir fernhalten“,  gefolgt von  Caramello (Albrecht Kludszuweit)  und schließlich  mit zahllos kolossalen Seekoffern Guido, Herzog von Urbino  (Dmitry Ivanchey), dem die geifernden Frauen Veneziens sogleich und  triumphierend die Kleider vom Körper reißen. Derweil Annina (Tamara Banjesevic)  ihre Arie  Frutti die Mare„Ich komme von Chioggia zu euch übers Meer…“  in lebendig frischem Sopran singt, von Chor und Statisten revuehaft begleitet. .

Zu allem Spiel, zu packenden Gags und Pointen auf der Bühne verlor sich der Blick des Autors immer wieder in den Bühnenhintergrund, wo psychodelisch wandernde Wolkenformationen,  die Handlung auf der Bühne kontrastierend, stetig sanft zarte Stimmungen webten.

Aalto Theater Essen / Eine Nacht in Venedig - hier : die Nacht des Karnevals, alle Venezianer, Männer wie Frauen, in gleichen Kostuemen © Joerg Landsberg

Aalto Theater Essen / Eine Nacht in Venedig – hier : die Nacht des Karnevals, alle Venezianer, Männer wie Frauen, in gleichen Kostuemen © Joerg Landsberg

Das bunte Kaleidoskop von Klimeks Essener Fassung“ setzt sich modern, unbefrachtet von althergebrachten Operetten-Klischees fort: Senator Delaqua (Karel Martin Ludvik) bewundert den Herzog auf einer Wolke hoch über der Bühne schwebend „Mit der Würde, die Dir eigen…“;  während die Venezianer aus dem Mittelgang des Zuschauerraumes antworten. Doch es geht auch klassisch:  Ein Schlitten auf der Bühne würzt den lyrischen Lockruf des CaramelloKomm in die Gondel, mein Liebchen so steige doch ein..“ . Gags, Tiefsinniges wie  Überraschungen setzen sich im 2. Akt fort: wenn die Venezianer des Palast des Herzogs plündern, während sich Herzog Guido mit Anninazu unbekannten Zwecken“ in ein Hinterzimmer verzogen hat;  wenn zum Karneval Männer und Frauen – ohne Maske –  Männer und Frauen in gleichen Kostümen und Perücken merkwürdig gleich wie geklont wirken; wenn sie dann zum „Karneval ruft zum Ball, der ist Souverän“  auf dünnem Eis einbrechen und versinken; wenn Caramello  im 3. Akt fortwährend Wo ist meine Frau“ rufend über den Markusplatz irrt, während der Herzog (Dmitry Ivanchey) mit Annina und Ciboletta einer Gondel entsteigend den lebensfrohen Lagunenwalzer singt „Ach, wie so herrlich zu schaun, sind all die lieblichen Fraun…“. Aller Verwechslungs-wirrwar der Handlung bleibt bis zu einem „offenen Ende“ bestehen, wo man sich für den Karneval des nächsten Jahres verabredet.

Das gesamte Ensemble bot in der detailreichen Produktion eine darstellerisch wie stimmlich  starke Gesamtleistung. Doch  Tamara Banjesevic als Annina und Christina Clark als Ciboletta  waren in dem Potpourri der Clownerien durch hohe Präsenz, mit Charme, Esprit und romantisch timbrierten Stimmen besonders präsent. Johannes Witt und die Essener Philharmoniker begleiteten das Happening freier, hollywoodesken  Lebensfreude in den bunten Orchesterfarben. So feiert das Publikum lebhaft ein modern boulevardeskes Happening wie dessen Protagonisten auf der Bühne wie im Graben.

Aalto Theater Essen / Eine Nacht in Venedig - hier : Applaus für das Ensemble vor dem venezianischem Himmel © IOCO

Aalto Theater Essen / Eine Nacht in Venedig – hier : Applaus für das Ensemble vor dem venezianischem Himmel © IOCO

Eine Nacht in Venedig im Aalto-Theater; die nächsten Vorstellungen: 30.9.; 7.10.; 28.10.; 3.11.; 11.11. und zu Sylvester am 31.12.2018

—| IOCO Kritik Aalto Theater Essen |—

Radebeul, Landesbühne Sachsen, Tanztheater – ROMEO UND JULIA, 27.10.2018

Landesbühnen Sachsen 

Landesbühne Sachsen / Romeo und Julia - Leonardo Germani, Anita Suzanne Gregory © Hagen König

Landesbühne Sachsen / Romeo und Julia – Leonardo Germani, Anita Suzanne Gregory © Hagen König

ROMEO UND JULIA

Tanztheater nach William Shakespeare, Musik von Sergej Prokofjew

Premiere Sonnabend, 27. Oktober 2018, 19.00 Uhr

Zu der leidenschaftlichen Musik Sergej Prokofjews erzählt das Tanztheater die Geschichte des wohl berühmtesten Liebespaares der Weltliteratur neu. Wie bei Shakespeare hoffen Romeo und Julia, dass ihre Liebe den blutigen Zwist ihrer Familien beenden kann. Doch ihre Liebe scheitert an den gesellschaftlichen Umständen. Das ist tragisch, denn ob das Schicksal Einzelner gesellschaftlich etwas bewegen kann, steht heute mehr denn je in Frage.

Julia Statue im Casa di Giulietta Verona © IOCO

Julia Statue im Casa di Giulietta Verona © IOCO

Zu der großartigen, leidenschaftlichen Musik Sergej Prokofjews erzählen Carlos Matos und Wencke Kriemer de Matos die bekannte Geschichte Romeos und Julias, des berühmtesten Liebespaares der Weltliteratur, mit den Mitteln des Tanzes neu.

Während eines Maskenballs verlieben sich Romeo und Julia unsterblich ineinander. Bestürzt müssen sie erfahren, ihr Herz an den Feind verloren zu haben. Denn Romeo, ein Montague, und Julia, eine Capulet, gehören zwei Familien in Verona an, zwischen denen es immer wieder zu blutigen Machtkämpfen kommt. Beide beschließen, ihre Liebesbeziehung geheim zu halten. Ohne das Wissen ihrer Eltern lassen sie sich von Pater Lorenzo trauen. Als Romeo in einem Kampf Tybalt, den Cousin Julias, tötet, muss er fliehen. Um der Heirat mit einem anderen Mann zu entgehen, täuscht Julia mit Hilfe des Paters ihren Tod vor. Nichtsahnend am «Grab» Julias stehend, getragen von dem Wunsch, mit ihr vereint zu sein, bringt sich Romeo um. Als Julia aus ihrem todesähnlichen Schlaf erwacht und sieht, was geschehen ist, nimmt sie sich mit Romeos Dolch das Leben.

Eine große Liebe scheitert an gesellschaftlichen Umständen. Das ist tragisch, denn ob das Schicksal Einzelner gesellschaftlich etwas bewegen kann, steht heute mehr denn je in Frage.

ROMEO UND JULIA

Termine:  Radebeul, Sa   27.10.2018   19:00, Mi    31.10.2018   19:00, Sa   24.11.2018   19:30, Do   29.11.2018   19:30, Mi    26.12.2018   19:00
So   03.02.2019   16:00                Theater Bernburg
Mi    13.02.2019   10:30                Döbeln/Theater
So   19.05.2019   18:00                Großenhain Kulturzentrum
So   26.05.2019   15:00                Radebeul

—| Pressemeldung Landesbühne Sachsen |—

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