Mannheim, Nationaltheater, EHRENTITEL KAMMERSÄNGER FÜR BARITON JOACHIM GOLTZ, IOCO
Große Ehre für Bariton Joachim Goltz: Das langjährige Ensemblemitglied des Nationaltheaters Mannheim wurde zum Kammersänger ernannt. Mit eindrucksvollen Wagner-Interpretationen und seiner außergewöhnlichen Vielseitigkeit zählt er zu den profilierten Sängerpersönlichkeiten seines Fachs.
Bariton Joachim Goltz wird der Ehrentitel „Kammersänger“ verliehen.
Wenn sich am Sonntag, dem 18. Oktober 2026, der Vorhang für den Schlussapplaus zu »Die Zauberflöte« senkt, dann wird dem Bariton und Ensemblemitglied Joachim Goltz eine besondere Ehre zuteil. Im Anschluss an die Vorstellung wird Joachim Goltz der Ehrentitel Kammersänger verliehen. Die Laudatio hält Oberbürgermeister Christian Specht. Die Überreichung der Urkunde erfolgt durch Ministerialdirektor Dr. Hans Reiter, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Baden-Württemberg. Opernintendant Albrecht Puhlmann beglückwünschte den Sänger:
„Wir freuen uns über diese Auszeichnung mit Joachim Goltz und gratulieren ihm herzlich. Spiegelt dieser Ehrentitel, der vom Land Baden-Württemberg ja nur sehr selten an kommunale Theater verliehen wird, doch die herausragende Bedeutung von Sängerpersönlichkeiten in unserem Opernensemble am Nationaltheater.“
Der in Mannheim geborene Bariton Joachim Goltz gehört seit 2014 zum Opernensemble des Nationaltheaters in Mannheim, wo er in zahlreichen Partien des dramatischen Helden- und Charakterbaritonfachs zu erleben ist. Auch auf bedeutenden Bühnen im In- und Ausland stellt er mit anspruchsvollen Partien sein gesangliches Können regelmäßig unter Beweis.
Zu zentralen Partien am Nationaltheater mit herausragender Außenwirkung wurde der Alberich in Wagners »Der Ring des Nibelungen«. Darüber hinaus der Gunther in der »Götterdämmerung«, aber auch Klingsor in Wagners »Parsifal« oder die Figur des Beckmessers in Wagners »Die Meistersinger von Nürnberg«, dessen Rollengestaltung weite Resonanz fand. Für seine Interpretation des Beckmessers in »Die Meistersinger von Nürnberg« an der Oper Bonn war er 2025 für den FAUST-Preis nominiert.
Herausragende Interpretationen waren darüber hinaus der Golaud in Claude Debussys »Pelléas et Mélisande« oder, in der letzten Spielzeit 2024/25, die Titelpartie in Franz Schrekers »Der Schmied von Gent«. Für diese Darstellung erhielt er mehrfach Nennungen in verschiedensten Fachpublikationen als Sänger des Jahres. 2020 wurde er von der Stadt Mannheim mit der höchsten bürgerschaftlichen Auszeichnung, dem Bloomaul-Orden, ausgezeichnet.
Nach KS Thomas Jesatko (Bassbariton), der den Ehrentitel 2016 verliehen bekam, zählen am Nationaltheater Mannheim die bereits verstorbenen Sänger KS Franz Mazura (Bassbariton, gest. 2020), KS Michael Davidson (Bariton, gest. 2019), KS Allan Evans (Bassbariton, gest. 2018) zum kleinen Kreis der Ehrentitelträger.

Über Joachim Goltz:
Der Bariton Joachim Goltz wurde 1973 in Mannheim geboren. Nach seinem Studium an der Hochschule für Musik in Detmold, war Joachim Goltz Ensemblemitglied an den Theatern in Freiberg, Detmold, Würzburg und Wiesbaden. Seit 2014 gehört er zum Ensemble des Nationaltheaters in Mannheim, wo er u.a. als Klingsor in R. Wagners »Parsifal«, als Vater in »Hänsel und Gretel« sowie als Faninal in R. Strauss’ »Rosenkavalier« zu erleben ist.
Nach seinen von Publikum und Presse bejubelten Debüts als Beckmesser in „Die Meistersinger von Nürnberg“ und als Golaud in „Pelleas und Melisande“ folgte in der Spielzeit 2021/22 sein Debut als Jakob Lenz in der gleichnamigen Oper von W. Rihm unter der Regie von Calixto Bieito, sowie als Kaspar in C. M. v. Webers »Freischütz«. In der Neuinszenierung des »Ring« im Juli 2022 war er als Alberich zu erleben. Darüber hinaus gastiert Joachim Goltz an der Komischen Oper Berlin als Creon in G. Enescos »Oedipe« und am Theater Bonn als Monsieur Emile in R. Liebermanns Oper »Leonore40/45«, sowie an der Deutschen Oper Berlin als »Klingsor« und an der Staatsoper in Prag als Holländer in R. Wagners »Der fliegende Holländer«. Ein spontanes Engagement führte ihn als Gunther in »Götterdämmerung« ans Teatro Real del Madrid. Weitere Gastengagements führten ihn an die Semperoper in Dresden, die Staatstheater von Stuttgart, Hannover, Darmstadt und Saarbrücken, die Nationaltheater in Zagreb und Weimar sowie nach St. Gallen, Lübeck, Augsburg, Erfurt, Bremerhaven, Heidelberg u.a.
Joachim Goltz’ Repertoire ist breit gefächert; zahlreiche Wagner-Partien, wie Alberich im »Ring des Nibelungen«, Kurwenal, Amfortas, der fliegende Holländer, Klingsor, Telramund und Heerrufer markieren seine Vielseitigkeit ebenso wie Fra Melitone in Verdis »La Forza del Destino«, Geisterbote in Richard Strauss’ »Die Frau ohne Schatten« oder auch Papageno in »Die Zauberflöte«. Neben den großen Opernpartien seines Faches ist die Operette seine große Leidenschaft; sei es als Graf Danilo in »Die lustige Witwe«, als Eisenstein in der »Fledermaus« oder als Leopold im »Weißen Rössl«.
Auch auf der Konzertbühne ist Joachim Goltz häufig zu erleben, wie nebst anderen, in der Philharmonie und im Konzerthaus am Gendarmenmarkt in Berlin, wo er erfolgreich in einer Aufführung von Walter Braunfels’ Oper »Die Vögel« und in Joseph Martin Kraus’ Oper »Aeneas in Carthago« unter der Leitung von Lothar Zagrosek zu erleben war.
Weitere Dirigenten, mit denen er zusammenarbeitete, sind u.a. Helmut Rilling, Dan Ettinger, Stefan Soltesz, Andrés Orozco-Estrada, Gabriel Feltz, Marc Piollet, Cornelius Meister, Alexander Soddy, Enrico Calesso, Axel Kober, Erich Wächter und Pablo Heras-Casado.
2021 führte Joachim Goltz erstmals Regie bei der Operette „Das Land des Lächelns“ an der Kammeroper Köln.