Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Il trovatore – Giuseppe Verdi, IOCO
Premiere für Verdis Il trovatore am 27. Juni im Opernhaus Düsseldorf
25 Jahre sind eine lange Zeit. Wer sich erinnert, wann die Deutsche Oper am Rhein Il trovatore zuletzt gespielt hat, gehört inzwischen zu einer anderen Operngeneration. Am 27. Juni 2026 holt das Haus Verdis eigenwilligstes Meisterwerk zurück ins Opernhaus Düsseldorf, in einer Neuinszenierung von Jens-Daniel Herzog.
Il trovatore ist unter Verdis populären Werken das unbehaglich komplizierteste. Die eigentliche Handlung setzt voraus, dass man ein Ereignis versteht, das vor der Oper stattgefunden hat: die Verbrennung einer Frau als Hexe, der Racheplan ihrer Tochter Azucena, ein verwechseltes Kind. Was daraus folgt, ist Verdi auf der Spitze seines dramatischen Könnens. Rivalität, Familiengeheimnisse, Wahn.
Herzog sagt, die Oper erzähle vom Fanatismus auf beiden Seiten, „aber gleichzeitig sind die Menschen immer noch Menschen mit ihrem Leben, ihrer Leidenschaft, ihren Bedürfnissen und Liebesgeschichten." Bühnen- und Kostümbildner Johannes Schütz hat dafür ein- und durchsichtige Räume entworfen: das Private wird öffentlich, Konflikte eskalieren ohne Versteck.
Musikalisch ist die Besetzung bemerkenswert. Fast vollständig aus dem Ensemble des Hauses: Ramona Zaharia singt die Azucena, Bogdan Baciu den Grafen von Luna, Luiza Fatyol die Leonora, Bogdan Taloș den Ferrando. Den Manrico übernehmen alternierend Irakli Kakhidze und Andrea Shin. Antonino Fogliani dirigiert die Düsseldorfer Symphoniker und den Chor der Deutschen Oper am Rhein unter Albert Horne.
Eine Ensemble-Besetzung dieser Dichte ist kein Selbstverständnis. Sie setzt voraus, dass ein Haus über Jahre in seine Sängerinnen und Sänger investiert hat. Bei der Deutschen Oper am Rhein ist das erkennbar der Fall.
Premiere: Samstag, 27. Juni 2026, 19.30 Uhr, Opernhaus Düsseldorf. Alle weiteren Vorstellungstermine auf operamrhein.de.