Download PDF Version

Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Spielplan 2012/13: 9 Opern-Premieren und viele Kinderopern, IOCO Aktuell, 18.05.2012,

Hervorgehoben


aktuell

Solider Spielplan 2012/13 im Schatten von Sparvorgaben und Intendantenvertrag;
Drei Kinderoper auf der Großen Bühne; 30.000 Kinderbesucher erwartet


Anfang Mai 2012 stellte die Deutsche Oper am Rhein (Rheinoper) im Rahmen ihrer Jahrespressekonferenz (JPK) den Spielplan 2012/13 vor. Die Rheinoper vereint das Opernhaus Düsseldorf (1.342 Plätze) und das Theater Duisburg (1.079 Plätze), mit 600 Beschäftigten, einem leistungsstarken Sängerensemble (56 Solisten) und prämierter Tanzcompagnie (48 Tänzer). Mit 249.000 jährlichen Besuchern, 181.000 in Düsseldorf und 68.000 in Duisburg ist die Rheinoper zentraler Kulturträger der Region. Die Auslastung der Häuser liegt bei 80% in Düsseldorf, bei nur 60% allerdings in Duisburg. Der Etat der Rheinoper beträgt €44 Mio, davon werden € 8 Mio selbst erwirtschaftet, die Zuschüsse betragen €36 Mio (Düsseldorf € 23 Mio, Duisburg €11 Mio, NRW € 2 Mio, gerundet). Diese Etats sind nur bis 2014 gesichert. Bis zum 25.6.2012 soll in Duisburg über einen, ab 2014 geltenden, um 20% gekürzten Kulturetat entschieden werden. Die Krise der hoch bezuschussten kommunalen Theater hat auch die Rheinoper endgültig erreicht.

So beschwörten in der JPK zunächst die Kulturdezernenten Karl Janssen, Duisburg, und Hans-Georg Lohe, Düsseldorf intensiv die Fortsetzung der 55 Jahre alten Opernehe Duisburg – Düsseldorf (“die Auflösung der Opernehe wäre ein politischer Kurzschluss“). Ausgerechnet Lohes Chef, Düsseldorfs OB Dirk Elbers, konterkariert diese Schwüre am Folgetag,  indem er Interesse an einer Opernehe mit der ebenfalls massiv kriselnden Oper Köln öffentlich artikuliert. Verkehrte Welt: Düsseldorfs OB Dirk Elbers als veritabler Brandbeschleuniger der Rheinoperkrise. Doch nicht genug: In dieser unsicheren Gemengelage empfiehlt der Rheinoper Aufsichtsrat, ohne Zeitnot, den Vertrag von Rheinoper-Intendant Christoph Meyer um 5 Jahre, bis 2019, zu verlängern. Man gerät ins Grübeln: Inkompetenz, wurde die Karnevals-Session am Rhein verlängert oder ist schon Weihnachten? Dem Handeln der politisch Verantwortlichen haftet etwas Unwirkliches, Absurdes an.

Dabei bietet das Team um Intendant Christoph Meyer mit Ballettdirektor Martin Schläpfer, GMD Axel Kober, Chefdramaturgin Dr. Hella Bartnig und Kaufmann Jochen Grothe auch in der Spielzeit 2012/13 mit 280 Vorstellungen, 11 Opern- und 5 Ballettpremieren, sowie 17 Repertoirestücken hohe künstlerische Qualität und Vielfalt. Einzig in Deutschland  ist das Rheinoper-Angebot für Kinder und Jugendliche auf der Großen Bühne. 30.000 Kinder – Besucher werden 2012/13 erwartet. 30.000 Kindern wird der Zugang zur klassischen Musik geöffnet: Das kommunale Theater zeigt Flagge.

Deutsche Oper am Rhein Meyer Christoph FOTO Paul Esser Rheinoper Düsseldorf Düsseldorf, Kögraben (c) IOCO

Duisburg eröffnet die neuen Saison 2012/13  am 8. September mit einem Klassik Oper Air zum Thema “100 Jahre Theater Duisburg“. Die Düsseldorfer Saisoneröffnung folgt am 22. September mit der Premiere Elektra von Richard Strauss.

-  11 Opern – Premieren in 2012/13

22. September 2012, Düsseldorf:  Elektra von Richard Strauss, Dirigent Axel Kober, Inszenierung Christof Nel, Klytämnestra Renée Morloc, Elektra Linda Watson, Aegisth Wolfgang Schmidt, Orest Hans-Peter König, Pfleger des Orest David Jerusalem ua..

13. Oktober 2012, Duisburg: Die Csardasfürstin von Emmerich Kálmán, Dirigent Wolfram Koloseus, Inszenierung Anton Rechi, Fürst Weylersheim Peter Nikolaus Kante, Edwin Ronald Bruce Rankin / Corby Welch, Komtesse Stasi Alama Sadé, Sylva Varescu Nataliya Kovalova, Romana Noack uam..

1. Dezember 2012, DuisburgLe Nozze di Figaro von Wolfgang Amadeus Mozart, Dirigent Axel Kober, Inszenierung Michael Hampe, Conte Almaviva Laimonas Pautienius, Dmitri Vargin, Contessa Alamaviva Sylvia Hamvasi, Brigitta Kele, Susanna Annett Fritsch, Alama Sadé, Figaro David Jerusalem, Adam Palka, Cherubino Annika Kaschenz, Iryna Vakula uam..

7. Dezember 2012, DüsseldorfDon Giovanni von Wolfgang Amadeus Mozart, Dirigent Friedemann Layer, Ralf Lange, Inszenierung Karoline Gruber, Don Giovanni Richard Sveda, Donna Anna  Liana Aleksanyan, ua, Komtur Thorsten Grümberl, Hans-Peter König, Leporello Günes Gürle, Adam Palka uam..

12. Januar 2013 Duisburg, 14. März 2013 Düsseldorf: Die Prinzessin auf der Erbse von Ernst Toch nach Hans-Christian Andersen, Dirigent Christoph Altstaedt, Christoph Stöcker, Inszenierung Svenja TiedtKönig Peter N. Kante, T. Riihonen, Königin Lisa Griffith, Elisabeth Selle, Prinz Cornel Frey, Corby Welch uam..

26. Januar 2013, Düsseldorf:  Xerxes von Georg Friedrich Händel, Dirigent Konrad Junghänel, Inszenierung Stefan Herheim, Serse Valer Barna-Sabadus, Arsamene Terry Wey, Amastre Sarah Ferede, Ariodate Torben Jürgens uam..

8. März 2013, Düsseldorf:  SEHNSUCHTMEER oder vom Fliegenden Holländer von Helmut Oehring nach Heinrich Heine und Richard Wagner, Uraufführung, Dirigent Axel Kober, Inszenierung Claus Guth, Schnabelewopski, der Träumer David Moss, Schnabelewopski, der Realist N.N., Holländer N.N. uam..

6. April 2013, Duisburg: The Rake´s Progress von Igor Strawinsky, Dirigent Wen-Pin Chien, Inszenierung Sabine Hartmannshenn, Tom Rakewell Julli Myllys, Anne Trulove Anke Krabbe, Elisabeth Selle, Nick Shadow James Bobby, Trulove Günes Gürle ua.

4. Mai 2013,  Düsseldorf: Tannhäuser von Richard Wagner, Dirigent Axel Kober, Inszenierung B.C. Kosminski, Landgraf Torsten Grümbel, Tannhäuser Daniel Frank, Wolfram Markus Eiche,  Walther von der Vogelweide Corby Welch, Elisabeth Elisabet Strid, Venus Elena Zhidkova uam..

15. Juni 2013, Düsseldorf: Eine florentinische Tragödie / Der Zwerg von Alexander Zemlinsky, Dirigent: Jonathan Darlington, Inszenierung Florent. Tragödie Barbara Klimo, Der Zwerg Immo Karaman,

4. Juli 2013, Duisbug: Luisa Miller von Giuseppe Verdi, Dirigent Giordano Bellincampi, Inszenierung Carlos Wagner, Il Conte di Walter Thorsten Grümbel, Rodolfo Giancarlo Monsalve, Amalia Susan Maclean, Miller Boris Statsenko, Luisa Ol. Golovnev uam.

-  17 Opern – Wiederaufnahmen

Einmalig in Deutschland!  Auf den Großen Bühnen der Rheinoper: Drei großartige Opern – Wiederaufnahmen für Kinder Der Gestiefelte Kater von Xavier Montsalvatge (13.10 Düsseldorf, 7.12.Duisburg), Händel und Gretel von Engelbert Humperdinck (18.11. Düsseldorf, 25.11. Duisburg), Die Nachtigall von Igor Strawinsky (18.12.2012 Düsseldorf). Die 14 weiteren Wiederaufnahmen enthalten Tosca und La Bohème von Giacomo Puccini, Ein Maskenball, Falstaff und Rigoletto von Giuseppe Verdi, Salome und Frau ohne Schatten von Richard Strauss, Die Walküre und Der fliegende Holländer von Richard Wagner.

- 5 Ballett Premieren

Das 2009 von seinem Direktor und Chefchoreographen Martin Schläpfer neu formierte Ballett am Rhein Düsseldorf Duisburg zählt zu den führenden Ballettcompagnien. Allerdings auch eine Compagnie für Kenner. Klassisches Handlungsballett à la Nussknacker oder Schwanensee sucht man vergeblich auf den Spielplänen der Rheinoper. Martin Schläpfer kreiert viele Ballette selbst. In der Saison 2012/13 um die Komponisten Brahms, Schubert und Sciarrino (b.14. Sein Ballett Ein deutsches Requiem, b.09, (Premiere in Düsseldorf 2011) hat 2012 Premiere in Duisburg. Dazu nimmt Schläpfer zwei Arbeiten des Welt-Choreographen Hans van Manen (Kleines Reqiem, b.13, und Without Words, b.16) in sein Repertoire auf.

Saison 2012/13: Große Operngalas (ua AIDS 2013), Silvester- und andere Konzerte, die Yamato Drummers of Japan, Ballett Revolution mit Hip-Hop und R&B Musik, weitere Kinderoper im Foyer der Opernhäuser runden das ohnehin vielfältige und oft sehr preiswerte Kultur- und Klassikangebot der Rheinoper für alle Besucherschichten ab. Mit seinem breiten Angebot für Kinder, Dramaturgin Dr. Hella Bartnig, leistet die Rheinoper über alle Grenzen hinaus besonders. 30.000 Kinder werden viel Freude haben und zudem den Altersdurchschnitt in der Rheinoper deutlich senken.

IOCO / Viktor Jarosch / 15.05.2012

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Download PDF Version

Berlin, Deutsche Oper Berlin, Premiere Lohengrin- Klaus Florian Vogt und Petra Lang erobern das Publikum, IOCO Kritik, 15.04.2012

Hervorgehoben


Kritik

Deutsche Oper Berlin

Premiere von Wagners Lohengrin,  15.04.2012

Klaus Florian Vogt und Petra Lang erobern das Publikum.

     

Nach über 20 Jahren präsentierte die Deutschen Oper Berlin am vergangenen Sonntag eine neue Produktion von WagnersLohengrin“ – diesmal in der Inszenierung von dem dänischen Regisseur Kasper Holten, seit dieser Spielzeit auch Direktor des Royal Opera House in London.

Angekündigt hatte Kasper Holten seinen Lohengrin (Dramaturgie von Miriam Konert) als zeitloses, politisches Machtspiel mit aktuellen Bezügen und kritischer Haltung zur offensichtlichen Kriegsbegeisterung Wagners.

Und in der Tat – bei Heben des Vorhangs zeigt sich eine mit lauter Leichen bedeckte und mit Blut beschmierte Bühne. Dazu die Ouvertüre, welche Holten als ein Requiem für die gefallenen Soldaten deutet, die hier durch die aus verschiedene Epochen stammenden Uniformen, zeitübergreifend für alle Kriege zu stehen scheinen.

Lohengrin, der als Lichtgestalt daherkommt, soll als machtpolitische Figur begriffen werden, der es versteht, sich raffiniert mit medialer Geste und mit Hilfe von einem großen Paar weißer Flügel, die er nach Bedarf auf – und absetzt, zu inszenieren, um das Volk zu blenden und zu manipulieren. Auch Telramund wird von ihm mit Einsatz von Nebel und geblendet durch Scheinwerferlicht besiegt… Kein Retter, sondern Überbringer von Tod und Zerstörung.

Das Bühnenbild und die historisierenden, stilisierten Kostüme von Steffen Aarfing passen sich gut diesem Konzept an. Gut strukturierte Flächen – funktionell das große, hängende, begehbare Kreuz (2. Akt), das nach Bedarf heruntergefahren wird.

Gekonnt auch die Lichtgestaltung (Jesper Kongshaud)

Nicht sonderlich verständlich jedoch die grünen herabhängenden Lichtschläuche, von denen Ortrud magische Kräfte aufsaugt…

Im 2. und 3. Akt ist die Bühne durch die Rückseite eines roten Theatervorhangs in Vorder- und Hinterbühne geteilt. Hinter einem Theaterportal erhebt sich die Kathedrale als sichtliche Theaterkulisse und Teil der Inszenierung für das Volk.

Vom Ansatz sicher kein schlechter Einfall, bleibt jedoch als Bild dann eher kraftlos. Der Inszenierung liegt sicher ein interessantes Konzept zugrunde.

Die einfachen und klar strukturierten Bilder erscheinen jedoch manchmal zu plakativ und stereotypisch. Auch der öfter präsente Thatergestus der Darsteller kommt der Regie nicht zugute.

Als zum Schluss Lohengrin von dem Volk wie ein Heiliger auf Knien angehimmelt wird, ist die Ironie, welche dem Konzept nach wohl gemeint ist, nicht klar genug zu erkennen. Ebenfalls als Elsa den mickrigen (Puppen-)Leichnam ihres zurückverwandelten Bruders aufdeckt, ist man etwas peinlich berührt.

Trotz mancher guter Ideen, bleibt die Inszenierung den angekündigten Intentionen schuldig und besticht nicht durch Originalität.

Das Orchester, unter dem Dirigat von Donald Runnicles, dem Generalmusikdirektor der Deutschen Oper Berlin, bot wunderschöne Momente musikalischen Genusses. Vortrefflich und mit schönem, vollem Klangkörper sang der von William Spaulding einstudierte Chor.

Unter den Sängern glänzten besonders Klaus Florian Vogt als Lohengrin und Petra Lang als Ortrud.

Klaus Florian Vogt, der kurz vor der Premiere für den Kollegen Marco Jentzsch eingesprungen ist, lieferte eine routinierte und bravouröse Leistung. Meisterhaft und mühelos natürlich sang er den Lohengrin mit seiner, nicht sehr großen, aber glasklaren Stimme und begeisterte das Publikum. Besonders nennenswert auch seine deutliche Diktion. Darstellerisch hingegen etwas weniger überzeugend.

Überragend auch Petra Lang. Mit großer Bühnenpräsenz und mit dramatischem Biss bot sie überzeugend eine heuchlerische und nach Macht strebende Ortrud. Die zahlreichen Höhen kamen ihr mühelos.

Gekonnt und mit warmer Stimme (mit etwas zu viel Vibrato darin) sang Ricarda Merbeth die Elsa – insgesamt etwas blass, steigerte sie sich im 3. Akt.

Leider textlich oftmals unverständlich (gut, dass es Übertexte gibt) sang Gordon Hawkins den Telramund mit schönem rundem, dunklem Bariton, in den Höhen aber etwas kraftlos.

Albert Dohmen sang den König Heinrich routiniert und mit schönem pastosem Timbre, schwächelte jedoch auch in den Höhen.

Besonders hervorzuheben auch Bastiaan Everink. Mit schöner, ausgewogener Stimme und sicherem Auftreten sang er gekonnt den Heerrufer des Königs.

Alles in allem ein erfolgreicher, auch wenn nicht überwältigender Premierenabend mit viel schöner Musik und zum Schluss Ovationen für alle Beteiligten (mit Ausnahmen von ein paar Buh-Rufen).

Im Publikum saßen auch die Bundeskanzlerin Merkel mit Ehegatte, sowie die Enkelin von Richard Wagner, Verena Lafferentz-Wagner.

IOCO / G.G. / 15.04.2012

Download PDF Version

Berlin, Deutsche Oper Berlin, Großes Haus – neuer Intendant – moderner Auftritt, IOCO Aktuell, 24.04.2012

Hervorgehoben


Aktuell

Deutsche Oper Berlin

Jahrespressekonferenz zum Spielplan 2012/13 mit Aufbruchstimmung
Berlins größtes Opernhaus bietet moderne Theater – Konzeptionen

Der kommende Intendant Dietmar Schwarz (54) leitete am 13.4.2012 seine erste Jahrespressekonferenz (JPK) zum Spielplan 2012/13 der Deutschen Oper Berlin, dem mit 1.954 Plätzen größten Opernhaus Berlins. Die Intendanz übernimmt Schwarz im Herbst 2012 mit Beginn der Spielzeit 2012/13. Teures deutsches Theater-Unikum: Die halb so große  Staatsoper Berlin residiert seit zwei Jahren im Schiller Theater (974 Plätze) 300 Meter entfernt.

Mit Dietmar Schwarz, zuvor erfolgreicher Operndirektor in Basel, verbindet sich in Berlin die Hoffnung, daß er die großen Möglichkeiten der seit Jahren glücklos geleiteten Deutschen Oper Berlin besser nutzen wird. Und Schwarz sollte erfolgreich sein: Die hohen Zuschüsse für Berlins drei Musiktheater haben viele Neider: Die Piratenpartei forderte kürzlich, die Deutsche Oper Berlin zu schließen und die freiwerdenden € 39 Mio Zuschüsse an die freie Szene umzuverteilen. Ein nicht ganz absurder Vorschlag, wenn man bedenkt, daß die Einnahmen bei Musiktheatern nur 10 – 15% der gesamten Kosten decken. Zudem steigert die öffentliche Diskussion den Druck auf die Berliner Theatermacher, Wünsche ihrer Besucher intensiv zu reflektieren.

Die erste Jahrespressekonferenz zur Saisonplanung 2012/13 von Dietmar Schwarz war mehr als eine abgehobene Selbstbeschau von lebensfernen Künstlern. Schwarz positionierte die Deutsche Oper Berlin künstlerisch aber auch unternehmerisch. Als einziger Intendant der drei Berliner Opernhäuser präsentierte er seine Saisonplanung mit seinem gesamten Leitungsteam. Der Geschäftsführende Direktor Thomas Fehrle, Operndirektor Christoph Seuferle, GMD Donald Runnicles, die Künstlerische Leiterin Dorothea Hartmann und neu der bestallte Chefdramaturg Jörg Königsdorf moderierten die Saisonplanung 2012/13 gleichberechtigt und motiviert wirkend. Dietmar Schwarz formulierte Problem und Ziel, daß hohe Durchschnittsalter von Opernbesuchern von 59 Jahren senken zu müssen. “Man muß deutlich machen, wofür die Deutsche Oper Berlin steht. Sie muß mehr sein als klassische große Oper“, so Dietmar Schwarz, “neues Publikum muß nachkommen“. Sprach es und stellte Katharina Mohr als neue Leiterin der Jungen Deutschen Oper vor, welche Produktionen für den künstlerischen Sängernachwuchs und Cross-over-Projekte steuern soll.

Als Spielstätte für diese  Junge Deutsche Oper wird der an das Musiktheater angrenzende riesige Tischler-/Werkstattraum saniert, umfunktioniert: € 1,5 Mio hat hierfür der Senat Berlin bereits bewilligt. Bis zu 400 Besucher, meist jüngeren Alters, sollen dort im Jahr 150 moderne, experimentelle Produktionen erleben. Am 27. November eröffnet die Berliner Theaterkompanie Nico and the Navigators mit einer Mahlermania!  Im Januar 2013 bringt die Chinesin Lin Wang das vertonte Kinderbuch “Oh wie schön ist Panama” von Janosch, alias Horst Eckert, in die Werkstatt. Mittelfristig sollen 30.000 junge Besucher im Jahr ihren Weg in die alte “Tischlerei” finden. Schwarz und sein Team setzten moderne Musiktheater – Akzente.

Die in drei Phasen geplante Erneuerung der Opernmaschinerie führt in der kommenden Spielzeit zu erheblichen Behinderungen des Repertoirebetriebs im Großen Haus. So wird während der ersten Bauphase im September 2012, aus der Not geboren, das selten gespielte Mädchen mit den Schwefelhölzern von Helmut Lachenmann, etwas ungewöhnlich, nur ensuite und vor dem eisernen Vorhang gespielt werden. Während der zweiten (2. Mai bis 27. August 2013) und dritten Bauphase (10. Juni  bis 21. September 2014) muß die Deutsche Oper Berlin geschlossen werden. Zudem sind die im Spielplan genannten Premierentermine der Tischlerei bereits überholt und nachzufragen!  “Bauen Sie mal in Berlin“, Schwarz leicht schmunzelnd.

Der Spielplan 2012/13, so Schwarz, soll vielschichtig sein; 6 Premieren  und 23 Repertoirestücke stehen auf dem Spielplan; Pflege der zum Teil großartigen Repertoirestücke haben zentrale Bedeutung; ein Motto für die kommende Saison verweigerte er: “Das Team ist das Programm“. Und dieses Team stellte den Spielplan in Detail vor: Donald Runnicles beschwor die Klangkultur seines Orchesters und schwärmte von Parsifal, James Levine und Götz Friedrich. Dorothea Hartmann stellte den neuen Geist der “Tischlerei” und ihren weitgefassten Musikbegriff und die vielen pädagogischen Angebote vor. Thomas Fehrle beschrieb die gute Auslastung von 80,6% und seine aktive Suche nach Sponsoren. Jörg Königsdorf und die anderen Teamkollegen rundeten den “Teamspirit”  des Hauses sympathisch kompetent ab.

-  6 Theater – Premieren

15. September 2012Das Mädchen mit den Schwefelhölzern von Helmut Lachenmann, nach Hans Christian Andersen, Dirigent Lothar Zagrosek, Inszenierung David Hermann, Stimme I  Hulkar Sabirova, Stimme II  Yuko Kakuta,

21. Oktober 2012Parsifal von Richard Wagner, Dirigent D. Runnicles, Inszenierung Philipp Stölzl, Amfortas Markus Brück, Titurel Albert Pesendorfer, Gurnemanz Robert Holl ua, Parsifal Klaus Florian Voigt ua, Kundry Evelyn Herlitzius ua

9. Dezember 2012:  Die Liebe zu den drei Orangen von Sergej Prokofjew, Dirigent Steven Sloane, Inszenierung Robert Carsen, König Treff Albert Pesendorfer, Der Prinz Thomas Blondelle, Prinzessin Clarisse Clémentine Margaine, Leander Markus Brück uam

25. Januar 2013:  Peter Grimes von Benjamin Britten, Dirigent Donald Runnicles, Inszenierung David Alden, Peter Grimes Christopher Ventris, Ellen Orford Michaela Kaune, Balstrode Markus Brück, Auntir Rebecca de Pont Davies, uam

10. März 2013: Der Ring: Next Generation von Richard Wagner / Alexandra Holtsch Jugendprojekt zum Wagner-Jahr mit Motiven aus dem Ring und Neukompositionen, Dirigent Moritz Gnann, Inszenierung Robert Lehninger, Dramaturgie Dorothea Hartmann,

21. April 2013: Rigoletto von Giuseppe Verdi, Dirigent Pablo Heras-Casado, Inszenierung Jan Bosse, Herzog von Mantua David Lomeli, Rigoletto Andrzej Dobber, Gilda Lucy Crowe, Monterone Bastiaan Everink,

- 2 Konzertante Premieren

27. April 2013: Lucrezia Borgia von Gaetano Donizetti, Dirigent Andriy Yurkevych, Chöre William Spaulding, Don Alfonso Alex Esposito, Lucrezia Borgia Edita Gruberova, Maffio Orsini Jana Kurucová,

19. Juni 2013: Attila von Giuseppe Verdi, Dirigent Pinchas Steiberg, Chöre William Spaulding, Attila Erwin Schrott, Ezio Dalibor Jenis, Odabella Liudm. Monastyrska

- 23 Repertoireopern

Der Wagner-Schwerpunkt 2013 der Deutschen Oper Berlin beinhaltet: Lohengrin, Die Meistersinger von Nürnberg, Rienzi der letzte der Tribunen, Der Ring des Nibelungen (ab 21.9.2013  Das Rheingold), Tannhäuser, Tristan und Isolde. Weitere Repertoireopern beinhalten: Die Trojaner von Hector Berlioz, Carmen von Georges Bizet, Lucia di Lammermoor von Gaetano Donizetti, Don Giovanni und Die Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart, Madame Butterly, Tosca, Turandot von Giacomo Puccini, Ein Maskenball, Messa da Requiem, Otello, La Traviata von Giuseppe Verdi, Jeanne D´Arc von Walter Braunfels, Der Nussknacker von Peter Tschaikowskij, Das Märchen von der Zauberflöte nach W.A. Mozart.

- 7 Premieren Tischlerei:  Termine unklar: Wegen Umbauproblemen bitte Termine erfragen

1. Mahlermania nach Gustav Mahler, 2.  Oh, wie schön ist Panama von Li Wang nach Janosch, 3. Irgendie anders (für Kinder) von Juliane Klein, 4. Neue Szenen Kompositionswettbewerb,  5. Hoffmann Phantasmagorien nach Jacques Offenbach, 6. Bismarckstrasse 35 Konzertinstallation von Helmut Lachenmann, 7. M & The Acid Monks Desert-pop-Theater.

-  20.10.2012: 100-jähriges Bestehen der Deutschen Oper Berlin: Festkonzert

Moderation Tita von Ardenberg: 1. Teil: Richard Wagner Tannhäuser, Hans Werner Henze Uraufführung eines Auftragswerks der Deutschen Oper Berlin, Gioacchino Rossini Guillaume Tell, Giuseppe Verdi Falstaff, 2. Teil: Ludwig van Beethoven Fidelio 2. Akt ua mit Jonas Kaufmann, Matti Salminen, Anja Kampe, Markus Brück.

- Weitere auffällige Konzerte: 12.4.2013,  Konzert mit Diego Florez und dem Orchester der Deutschen Oper Berlin, Die Perlenfischer von Georges Bizet am 5.6.2012 im Konzerthaus, sieben moderierte Kammerkonzerte aus der Türkei und Israel: im Foyer vom 24.9.2012 – 13.5.2012: Klang der Welt, Zwei Mittelmeerländer.

Die Deutsche Oper Berlin mit Dietmar Schwarz bietet 2012/13 mehr als viele hochklassige abendliche Vorstellungen. Den Altersdurchschnitt des Opernbesucher zu senken ist eine bessere Richtschnur als neben Anna Netrebko zu buhlen. Wohltuend klingt die darin postulierte Abgrenzung zur sich hüter gerierenden Berliner Staatsoper.  Der lange Weg der Deutschen Oper Berlin auf der Bismarckstrasse 35, Berlin:  Modernes Musiktheater bei passendem Klassik – Moderne  “Proporz”.

IOCO / Viktor Jarosch / 24.04.2012

Download PDF Version

Wien, Wiener Musikverein, Belcanto senza fine – Vesselina Kasarova & Krassimira Stoyanova, IOCO Kritik, 30.04.2012

Hervorgehoben


Kritik

Wiener Musikverein

VITA E VOCE

 Belcanto senza fine – Vesselina Kasarova & Krassimira Stoyanova

 

Eine glanzvolle Operngala unter dem Titel Viva Belcanto mit Vesselina Kasarova und Krassimira Stoyanova am 30.04.2012 im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins

Die im Jahr 2007 von Nabiel Michael Elsissi gegründete Münchner Konzertagentur Vita e Voce hat sich der Pflege des Belcanto verschrieben, einer Musik, die vorwiegend in Italien im 18. und frühen 19. Jahrhundert komponiert wurde und zur Ausbildung eines eigenen Gesangsstiles geführt hat. Beginnend mit Rossini wurde die italienische Musik bis zum frühen Verdi mit diesem Begriff belegt. Rossini selbst hat die drei Grundfesten des Belcanto umrissen:

„das Instrument, die Stimme also; die Technik, die Mittel sich ihrer zu bedienen; der Stil, der aus Geschmack und Empfindung resultiert.“ Um dem Publikum Belcantoaufführungen auf höchstem Niveau zu vermitteln, organisiert Vita e Voce konzertante Opernaufführungen und Galakonzerte. So wurde im Dezember des vergangenen Jahres in München eine konzertante Aufführung von Gaetano Donizettis Musikdrama Maria Stuarda mit großem Erfolg realisiert.

Als erstes Belcanto-Ereignis dieses Jahres hatte Vita e Voce ein Galakonzert mit Arien und Duetten für Mezzo und Sopran aus der Glanzzeit des Belcanto vorbereitet und dafür mit Vesselina Kasarova und Krassimira Stoyanova zwei hochkarätige Sängerinnen verpflichtet. Noch vor München (2. Mai) wurde das Konzert am 30. April im voll besetzten Goldenen Saal des Wiener Musikvereines Opernfreunden präsentiert.

Mit großer Begeisterung lauschten diese den Darbietungen der beiden stimmlich bestens disponierten Sängerinnen, die seit vielen Jahren zu den Stützen des Hauses am Ring zählen und dafür verdientermaßen auch mit dem Titel Österreichische Kammersängerin ausgezeichnet wurden. Begleitet wurden sie vom Münchner Opernorchester unter dem Dirigat des jungen, ebenfalls aus Bulgarien gebürtigen, vorwiegend aber in den Vereinigten Staaten tätigen Rossem Milanov.

Das Programm begann mit Mozart. Nach der Ouvertüre zu Le nozze di Figaro folgte gleich der erste sängerische Höhepunkt: Rezitativ und Arie (Dove sono i bei momenti) der Gräfin aus dem 3. Akt, in der der warme Sopran Krassimira Stoyanovas wunderbar wehmütig erblühte und die Zuhörer in seinen Bann schlug.

Dass ihre Stimme aber auch leidenschaftliche Dramatik ausdrücken kann, bewies sie als Vitellia im darauf folgenden Duett mit Sesto aus dem 1. Akt von Mozarts letzter Oper, La Clemenza di Tito. Mit der Arie des Sesto Parto, ma tu ben mio aus der selben Oper bewies Vesselina Kasarova, dass auch sie blinde Liebe und Leidenschaft stimmlich glaubhaft zu gestalten vermag. Gleichfalls große Gefühle waren das Thema in Gaetano Donizettis Ende 1840 in Paris uraufgeführter Oper La Favorita.

Kasarova sang hieraus die Arie der Leonore “O mio Fernando” aus dem 3. Akt. Mit Anna Bolena stand ein weiteres Meisterwerk Donizettis auf dem Programm. In der Schlussarie der Anna, schon dem Tode geweiht und zwischen Traum und trostloser Wirklichkeit hin und her gerissen, zeigte sich die stimmliche Gestaltungskraft Krassimira Stoyanovas.

Nicht minder zu Herzen ging die von Vesselina Kasarova innig gestaltete Arie der Johanna aus dem 1. Akt der 1881 uraufgeführten Oper Die Jungfrau von Orleans von Peter I. Tschaikowski, mit der sie sich von ihrer Heimat verabschiedet, um gegen England in den Krieg zu ziehen. Auch in Tschaikowskis berühmtester Oper Pique Dame (1890) finden sich Belcanto-Melodien.

Wunderschön harmonieren die Stimmen Stoyanovas als Lisa und Kasarovas als Polina in dem schlichten, die Abendstimmung schildernden Duett aus dem 1. Akt dieser Oper und berühren so auch dort, wo es nicht um große Gefühle geht. Die ganze Bandbreite zwischen Hoffen und Bangen hingegen lotet Krassimira Stoyanova in der Arie der Lisa Bald ist es Mitternacht aus dem 3. Akt aus.

Den Schluss des offiziellen Programms bildete das Duett Fu la sorte dell’armi a’tuoi funesta zwischen Aida und Amneris aus dem 2. Akt der gleichnamigen Oper von Giuseppe Verdi. Während Kasarova alle anderen an diesem  Galaabend zu Gehör gebrachten Partien auch auf der Bühne gesungen hat, bildete die Amneris ihr Rollendebüt, dessen Realisierung auf der Bühne für 2014 in Köln geplant ist.

Passend zur Jahreszeit war die Zugabe: das von den Sängerinnen duftig zart gestaltete Kirschblütenduett aus Puccinis Madama Butterfly bildete den Abschluss des an Höhepunkten reichen Abends.

Nabiel Michael Elsissi ist für die Organisation dieses „Festes der Stimmen“ zu danken. Erfreulicherweise wird es im Juli 2012 bereits den nächsten Höhepunkt in dieser Aufführungsserie geben: in München wird Edita Gruberova erstmals die Alaide in Vincenzo Bellinis Oper La Straniera singen. Der einzige Wermutstropfen dabei: Wien scheint als Aufführungsort derzeit nicht vorgesehen zu sein.

IOCO / M. & Ch. K. / 30.04.2012

Download PDF Version

München, Bayerische Staatsoper München, Trauer um Dietrich Fischer-Dieskau, 18.05.2012

Bayrische Staatsoper.jpg

Bayerische Staatsoper München

Trauer um Dietrich Fischer-Dieskau

Die Bayerische Staatsoper trauert um den Bariton Dietrich Fischer-Dieskau. Am 18.05.2012 verstarb der Bayerische Kammersänger.

„Der Tod von Dietrich Fischer-Dieskau ist ein großer Verlust für die gesamte Musikwelt. Er hat durch seine Interpretationen im Liedgesang und in der Oper die Kunst des Singens entscheidend geprägt. Der heutige Liedgesang wäre ohne die Prägung durch Dietrich Fischer-Dieskau nicht denkbar. Die Bayerische Staatsoper trauert um einen ihrer wichtigsten Künstler überhaupt“, so Intendant Nikolaus Bachler.

Dietrich Fischer-Dieskau wurde in Berlin geboren. Seine Gesangsausbildung erhielt er bei Georg A. Walter und später bei Hermann Weißenborn an der Berliner Musikhochschule. Mit einem ersten Liederabend im Jahr 1947 und einem Engagement an der Städtischen Oper Berlin begann seine erfolgreiche internationale Karriere. Gastspielverträge führten ihn an renommierte Opernhäuser, u.a. an die Staatsopern von Wien, München und Hamburg sowie an die Londoner Covent Garden Opera, in die New Yorker Carnegie Hall und zu den Festspielen von Bayreuth und Edinburgh. Vor allem auch durch seine Interpretationen im Liedfach setzte er bis heute bleibende Maßstäbe, die New York Times kürte ihn sogar zum „besten Liedsänger der Welt“.

Über viele Jahre hinweg pflegte Fischer-Dieskau eine intensive und künstlerisch produktive Verbindung zur Bayerischen Staatsoper. Bereits 1952 sang er hier die Partie des Jochanaan (Salome), 1959 wurde er zum Bayerischen Kammersänger ernannt. In fünf Jahrzehnten sang er hier rund 20 Partien, darunter Mandryka (Arabella), Barak (Die Frau ohne Schatten), Almaviva (Le nozze di Figaro), Sprecher (Die Zauberflöte), Amfortas (Parsifal), Hans Sachs (Die Meistersinger von Nürnberg) und die Titelpartien von Gianni Schicchi und Falstaff. Unvergesslich bleiben seine Verdienste um das zeitgenössische Musiktheater, allem voran seine Darstellung des König Lear in der gleichnamigen, 1979 in München uraufgeführten Oper von Aribert Reimann. 1992 gab er seinen Abschiedsliederabend im Nationaltheater, am Silvesterabend desselben Jahres beendete er hier seine Gesangskarriere mit einem Galakonzert unter der Leitung von Wolfgang Sawallisch. Nach seinem Abschied als Sänger arbeitete er ist als Dirigent, Rezitator und Buchautor sowie als Dozent von Meisterklassen.

Download PDF Version

Hildesheim, Theater für Niedersachsen, Zum letzten Mal HOFMANNS ERZÄHLUNGEN, 23.05.2012

TFN_Logo neu.jpg

Theater für Niedersachsen

Noch einmal Fantastische Oper:

Letzter „Hoffmann“ am TfN

  

Am kommenden Mittwoch, 23. Mai, besteht um 19.30 Uhr im Stadttheater Hildesheim die letzte Chance, sich die eindrucksvolle Inszenierung von Offenbachs Meisterwerk „Hoffmanns Erzählungen“ von Regisseur Axel Heil anzusehen. Unter der bewährten Leitung von Achim Falkenhausen singt die Premierenbesetzung, darunter u.a. Christian S. Malchow (Hoffmann), Dorothee Schlemm (Niklas), Aurora Perry (Olympia), Isabell Bringmann (Antonia) und Regine Sturm (Giulietta) sowie Levente György in den vier Bösewichter-Partien und Jan Kristof Schliep in den vier Diener-Rollen.

„Hoffmanns Erzählungen“ – das letzte und zugleich bedeutendste Bühnenwerk Jacques Offenbachs – nimmt den Zuschauer mit ins mystische Reich der Zauberei, Fantasie und Sinnestäuschung. Der Poet Hoffmann erzählt seinen Zechkumpanen drei skurrile Geschichten über seine Liebe zu drei ungewöhnlichen Frauengestalten: zur Puppe Olympia, zur jungen Sängerin Antonia und zur Kurtisane Giulietta – alle Frauen bilden Seiten seiner ehemaligen Geliebten Stella ab. Dank der inspirierten Musik mit Höhepunkten wie der „Ballade von Klein-Zack“, der Bravourarie Olympias oder der berühmten Barkarole gehört die Oper zu den beliebtesten Werken des Musiktheaters.

Karten sind im ServiceCenter des TfN, unter Tel. (05121) 16 93 16 93 sowie im Internet unter www.tfn-online.de erhältlich.

 Kartenpreis: 10 bis 34 €; ermäßigt: ab 3,50 €

Download PDF Version

Berlin, Komische Oper Berlin, Xerxes Oktober – Dezember 2012, 18.05.2012

logo_komische_oper.jpg

Komische Oper Berlin

Georg Friedrich Händel
Xerxes

Dramma per musica in drei Akten (1738)
Libretto nach Silvio Stampiglia
Deutsche Textfassung von Eberhard Schmidt
Mit Xerxes hat sich Stefan Herheim, bereits dreimal als „Opern-Regisseur des Jahres“ ausgezeichnet, in der vergangenen Spielzeit erstmals auch an der Komischen Oper vorstellt. Der weltweit gefeierte Lautenist und Dirigent Konrad Junghänel interpretiert als Spezialist in Sachen Alte Musik Händels mal heiter-perlendes, dann wieder herz- und ohrenschmeichelndes Opernspätwerk, dessen betörende Arie „Ombra mai fu“ gleich zu Beginn die Herzen höher schlagen lässt.

Musikalische Leitung             Konrad Junghänel
Inszenierung                           Stefan Herheim
Bühnenbild                             Heike Scheele
Kostüme                                 Gesine Völlm
Dramaturgie                           Alexander Meier-Dörzenbach, Ingo Gerlach
Chöre                                     André Kellinghaus
Licht                                       Franck Evin

Xerxes                                    Stella Doufexis
Arsamene                               Karolina Gumos
Amastre                                  Katarina Bradic
Romilda                                 Brigitte Geller
Atalanta                                  Julia Giebel
Ariodate                                 Alexey Antonov
Elviro                                     Hagen Matzeit

Im Repertoire seit 13. Mai 2012

Eine Koproduktion mit der Deutschen Oper am Rhein
Okt. 2012       7 / 13
Nov. 2012       2 / 18
Dez. 2012       1 / 4

Download PDF Version

Essen, Philharmonie Essen, Premiere 1LIVE Klassik-Klubbing, 08.06.2012

logo Philharmonie Essen.gif

Philharmonie Essen

1LIVE Klassik-Klubbing feiert Premiere in der Philharmonie Essen

Klassisches Konzert und Party am Freitag, 8. Juni 2012, um 22 Uhr

Vom Konzertsaal in die Disco: In der Philharmonie Essen wird diese ungewöhnliche Kombination jetzt erstmals Wirklichkeit. Beim Klassik-Klubbing mit 1LIVE und dem WDR Sinfonieorchester Köln finden am Freitag, 8. Juni 2012, um 22 Uhr zwei ganz unterschiedliche Musikstile zueinander – Klassik und Clubmusik. Für alle Beteiligten ist dieses Format eine Premiere. Im großen Alfried Krupp Saal ist zunächst Felix Mendelssohn Bartholdys imposante „Schottische Sinfonie“ zu erleben, gespielt vom WDR Sinfonieorchester Köln. Die Leitung hat der finnische Dirigent John Storgårds. Bei der anschließenden Party legen die beiden 1LIVE-DJs Christian Vorbau und Tom Breu im RWE Pavillon auf.

An wen richtet sich Klassik-Klubbing? An alle, die musikalisch Neues wagen möchten! Wer bislang noch nie mit klassischer Musik zu tun hatte, ist herzlich willkommen. Wer sich ohne Vorkenntnisse von der Faszination eines großen Sinfonieorchesters begeistern lassen möchte, ist hier genau richtig. Und natürlich ist Klassik-Klubbing bestens geeignet für alle, die gerne in besonderen, nicht ganz alltäglichen Party-Locations zu aktueller Clubmusik feiern! Kartenverkauf und Einlass ab 18 Jahren.

Karten (Einheitspreis (€): 9,- zzgl. Systemgebühr) und Infos unter T 02 01 81 22-200 und www.philharmonie-essen.de.

Download PDF Version

Leipzig, Oper Leipzig, TRAVIATA IN NEUEM GLANZ, 30.06.2012

Logo Leipzig.jpg

Oper Leipzig

“TRAVIATA” IN NEUEM GLANZ

CHARITY AKTION ZUR VORERST LETZTEN VORSTELLUNG  AM 30. JUNI 2012

DAS BÜHNENBILD DER LEIPZIGER INSZENIERUNG VON VERDIS OPERNKLASSIKER „LA TRAVIATA“ MUSS DRINGEND ERNEUERT WERDEN. MEHR ALS 50 000 € WERDEN BENÖTIGT UM DIE KOSTEN DES NEUBAUS ZU DECKEN. IN KOOPERATION MIT DEM FÖRDERVEREIN DER OPER UND MIT FREUNDLICHER UNTERSTÜTZUNG DES AUDI ZENTRUMS LEIPZIG FINDET ZUR VORERST LETZTEN VORSTELLUNG AM 30. JUNI EINE GEMEINSAME CHARITY AKTION ZUM ERHALT DER „TRAVIATA“ STATT.

Mehr als 100 Vorstellungen kämpften Violetta und Alfredo auf der Bühne um Hoffnung und Liebe. Guiseppe Verdis „La Traviata“ in der Inszenierung von Andreas Homoki gehört wie kaum ein anderes Werk zum Kernrepertoire der Oper Leipzig. Bereits zur Premiere der Leipziger Inszenierung urteilte die Süddeutsche Zeitung: „Diese Traviata lohnt die Reise nach Leipzig.“ Bis heute begeistert das Meisterwerk Opern-Neulinge und eingefleischte Fans gleichermaßen.

Doch nach mehr als zehn Jahren hat die Zeit deutliche Spuren am Bühnenbild hinterlassen. Deshalb ist die Unterstützung der Leipzigerinnen und Leipziger gefragt, um die Produktion für das Opernhaus zu bewahren. Für die Neuanfertigung des Bühnenbildes werden mehr als 50.000 € benötigt. Am 30. Juni gibt die Oper Leipzig vorerst die letzte Vorstellung der Erfolgsinszenierung. Doch durch Spenden können die Bürgerinnen und Bürger der Stadt dazu beitragen, dass ihre “Traviata” in der Spielzeit 2013/14 wieder im neuen Glanz erstrahlt und den Leipzigern, den Besuchern der Messestadt und der Oper Leipzig erhalten bleibt.

Am 30. Juni werden die Gäste im Foyer des Opernhauses mit Klaviermusik empfangen, zur Einstimmung auf den Abend können sie unseren Charity-Cocktail „Violetta“ genießen. Zudem haben die Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit Tombola-Lose zu erstehen. Die Gewinner der attraktiven Preise werden im Anschluss an die Vorstellung von Intendant und Generalmusikdirektor Prof. Ulf Schirmer und unserer „Glücksfee“ Eun Yee You, Darstellerin der Violetta, ermittelt. Die „verblühten“ Bühnenkamelien können übrigens zusammen mit einer Rose für einen kleinen Obolus ebenfalls mit nach Hause genommen werden. Durch das Bühnenprogramm führt der Moderator Roman Knoblauch.

Download PDF Version

Graz, Musikverein für Steiermark, 5. LIEDERABEND, 05.06.2012

musikverein_graz.jpg

Musikverein für Steiermark 

5. LIEDERABEND

Di., 5. Juni 2012 19.45 Uhr, Stephaniensaal

MICHAEL SCHADE (Tenor)
CHRISTOPHER MALTMAN (Bariton)
JUSTUS ZEYEN (Klavier)

Ausgewählte Lieder und Duette von Wolfgang Amadeus Mozart, Franz Schubert, Felix Mendelssohn Bartholdy, Robert Schumann, Johannes Brahms und ein Medley mit Wiener Liedern

Am 5. Juni geben Michael Schade und Christopher Maltman einen Doppelliederabend mit Duetten und Liedern von Mozart bis Brahms. Den Höhepunkt bildet ein Medley mit Melodien wie Wien, Wien nur du allein und Im Prater blüh’n wieder die Bäume. Michael Schade – seit 1998 ein beliebter Stammgast des Grazer Musikvereins – feierte große Erfolge an der Wiener Staatsoper und bei den Salzburger Festspielen. 2008 und 2009 war er auch Creative Director des „Young Singers Project“ zur Förderung junger Talente. 2012 ist er in Salzburg mit Peter von Winters Oper Das Labyrinth zu hören.

Als Duopartner von Michael Schade war ursprünglich Thomas Quasthoff vorgesehen, der jedoch mittlerweile seine Sängerkarriere beendet hat. Seinen Part übernimmt der britische Bariton Christopher Maltman. Der Künstler ist als Liedsänger weltweit gefragt und glänzte im Bereich der Oper u.a. bei den Salzburger Festspielen, an der Wiener Staatsoper, in Covent Garden und an der Met.

Download PDF Version

München, Bayerische Staatsoper München, Live-Stream I Capuleti e i Montecchi, 19.05.2012

Bayrische Staatsoper.jpg

Bayerische Staatsoper München

Reminder: Live-Stream „I Capuleti e i Montecchi“ am 19. Mai

Die erste Vorstellung der Wiederaufnahme von I Capuleti e i Montecchi am vergangenen Samstag wurde mit stehenden Ovationen gefeiert. Am 19. Mai können auch Sie dabei sein: Mit dem Live-Stream von Vincenzo Bellinis Oper bieten wir das Alternativprogramm zum Champions League-Finale! Sehen Sie Bellinis „Romeo und Julia“-Oper live und kostenlos auf unserer Website www.staatsoper.de!

Die Hauptrollen sind hochkarätig besetzt: Die Sopranistin Anna Netrebko singt in dieser Aufführungsserie die Partie der Giulietta, Vesselina Kasarova die Hosenrolle des Romeo. Die musikalische Leitung dieser Serie übernimmt mit Yves Abel der Dirigent der Premiere im März letzten Jahres. Die Inszenierung stammt von Vincent Boussard, der mit dieser Regiearbeit an der Bayerischen Staatsoper debütierte. Mit dem legendären Couturier Christian Lacroix hatte er einen Kostümbildner an seiner Seite, der die Produktion mit opulenten und verspielten Kleidern ausstattete.

In unserem Blog www.blog.staatsoper.de finden Sie interessante Backstage-Informationen zu dieser Produktion: Begleiten Sie Anna Netrebko und den Kostümbildner Christian Lacroix zur Kostümanprobe oder den Regisseur Vincent Boussard zur Probe im Nationaltheater!

Die Übertragung ist für den User völlig kostenlos. Einzige Voraussetzung ist eine Breitband-Internetverbindung wie zum Beispiel DSL. Das Video wird mit 600 und 1000 Kilobite in zwei Übertragungsqualitäten angeboten, die sich automatisch an die individuelle Datenverbindung des Internetnutzers anpassen.

Live-Stream
I Capuleti e i Montecchi
Sa 19.05.2012, 19 Uhr

Download PDF Version

Baden-Baden, Festspielhaus Baden-Baden, Premiere der Neuinszenierung L’ELISIR D’AMORE, 28.05.2012

baden baden.JPG

Festspielhaus Baden – Baden

L’ELISIR D’AMORE (Der Liebestrank)

Oper – Premiere der Neuinszenierung

Mo., 28. Mai 2012, 18:00 Uhr

An der Frage der Opernregie scheiden sich die Geister. Wir im Festspielhaus misstrauen dem aktualisierend-belehrenden Regietheater und folgen der Maxime: Am wichtigsten sind Libretto und Musik. Die Regie dient Sängern und Werk. Im Theater ist es längst üblich, dass Schauspieler inszenieren, inszenierende Opernsänger hingegen sind nach wie vor die Ausnahme. Die große Brigitte Fassbaender wäre da zu nennen, und heute im Festspielhaus Rolando Villazón. Der Tenor hat Donizettis „Liebestrank“ oft genug gesungen – nun wird er diese Oper zum ersten Mal selbst inszenieren. Seine Paraderolle Nemorino singt er natürlich ebenfalls selbst. Kaum ein weiterer Sänger entwickelt seine unterschiedlichen Potenziale so konsequent weiter wie Villazón – freuen wir uns auf eine höchstpersönliche Premiere!

Rolando Villazón Regie
Pablo Heras-Casado Musikalische Leitung
Johannes Leiacker Bühnenbild
Thibault Vancraenenbroeck Kostüme

Miah Persson Adina
Rolando Villazón Nemorino
Roman Trekel Belcore
Ildebrando D’Arcangelo Dulcamara
Regula Mühlemann Gianetta
Balthasar-Neumann-Chor
Balthasar-Neumann-Ensemble

Gaetano Donizetti
L’elisir d’amore (Der Liebestrank)
Opera buffa (Komische Oper) in 2 Akten
Libretto von Felice Romani nach Eugène Scribes Le philtre

Aufführungsende circa: 20.45 Uhr

Download PDF Version

Mainz, Staatstheater Mainz, Premiere COSÌ FAN TUTTE, 02.06.2012

mainz.jpg

Staatstheater Mainz

Premiere COSÌ FAN TUTTE

So machen’s alle Frauen
Dramma Giocoso in zwei Akten von Wolfgang Amadeus Mozart
Libretto von Lorenzo da Ponte

in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Musikalische Leitung Andreas Hotz
Inszenierung und Bühne Johannes Schütz
Kostüme Lane Schäfer
Dramaturgie Carsten Jenß

Eine Wette, ein zunächst harmloses Experiment stellt vier junge Liebende vor die Trümmer ihrer Beziehungen: Von Don Alfonso provoziert, schließen Ferrando und Guglielmo eine Wette mit ihm ab, um die Treue ihrer beiden Verlobten zu prüfen. Sie verkleiden sich und verführen die Freundin des jeweils anderen. Die zwei Frauen, die Schwestern Fiordiligi und Dorabella, durchschauen die Täuschung nicht, erkennen unter der Maskerade ihres Verehrers nicht den Verlobten der Schwester und im Freier der Schwester nicht den eigenen Geliebten. Das grausame Spiel mit den Gefühlen ist nicht mehr zu stoppen, sodass am Ende nicht nur die beiden Frauen, sondern alle Beteiligten vorgeführt werden …
„Così fan tutte”  entstand 1790 und war nach „Le nozze di Figaro” und „Don Giovanni” die dritte gemeinsame Arbeit von Mozart und seinem Librettisten Da Ponte. Auf dem Programmzettel der Uraufführung ließ Mozart den Untertitel „La scuola degli amanti” – „Die Schule der Liebenden” – vermerken, und so setzt die Wette ein gefährliches Experiment mit jenem tiefen Gefühl in Bewegung. Mozart und Da Ponte umkreisen die Frage nach Liebe und Treue im Stil einer Opera buffa: Akzeptiert man das für diese Gattung typische Verkleidungsspiel sowie das Nicht-Erkennen des Anderen, entdeckt man in Mozarts Dramma giocoso ein modernes und immer noch aktuelles Werk, das einer amüsiersüchtigen und voyeuristischen Gesellschaft verletzte Gefühle erbarmungslos zeigt.

Premiere am 2. Juni 2012, Großes Haus
Weitere Vorstellungen
am 4., 8., 15. und 28. Juni 2012.