Stuttgart, Staatstheater Stuttgart, Die sieben Todsünden – Seven Heavenly Sins, IOCO Kritik, 16.02.2019

Schauspielhaus Stuttgart, Zuschauerraum © Bjoern Klein

Schauspielhaus Stuttgart, Zuschauerraum © Bjoern Klein

Schauspielhaus Stuttgart

  Die sieben Todsünden – Kurt Weill /  Seven Heavenly Sins – Peaches

Kampf der Geschlechter, der Musik- und Geschmacksrichtungen 

von Peter Schlang

Spartenübergreifende Produktionen haben im größten Dreispartenhaus Europas, den Staatstheatern Stuttgart, eine lange Tradition. Dennoch mussten die Theaterfreunde – und das sind in diesen Fällen (eigentlich) immer Opernfreundinnen und -freunde – 23 lange Jahre warten, bis es am Samstag, dem 2. Februar 2019 unter drei neuen Intendanten wieder zu einer Neu-Inszenierung kam, an der maßgeblich und explizit Vertreter aller drei Sparten, also der Oper, des Balletts und des Schauspiels, beteiligt sind.

Die Staatstheater Stuttgart wuchten in einer Drei-Sparten-Produktion – Die sieben Todsünden von Kurt Weill und Bertolt Brecht – und mehr auf die Bühne

Ausgewählt hatte man dafür das, sieht man von dem dafür benötigten Orchester-Apparat ab, in allen drei Bereichen solistisch wie den Chor- oder das Corps betreffend eher dünn besetzte „Ballett mit Gesang“ Die sieben Todsünden von Kurt Weill und Bertolt Brecht, welches der Choreograf Georges Balanchine bei den zwei deutschen Exilanten für Paris in Auftrag gegeben hatte. Da dieses „ballet chanté“, welches am 7. Juni 1933 am Théâtre des Champs-Élysées in Paris mit Lotte Lenya und Tilly Losch in den Hauptrollen uraufgeführt wurde, jedoch mit nur 35 Minuten Spieldauer selbst für die inzwischen im Stuttgarter Schauspielhaus fast zur Regel gewordenen pausenlosen Kurz-Abende viel zu kurz ist, suchte die für diese Ko-Produktion gewonnene Regisseurin Anna-Sophie Mahler nach Material und Wegen, um aus Brecht-Weills gerade aus Sicht des weiblichen Teils der Gesellschaft noch immer berechtigter Kritik an den gesellschaftlichen Verhältnissen einen halbwegs abendfüllenden Theaterabend zu basteln. Fündig wurde sie dabei bei der in den entsprechenden Kreisen zu einer Ikone der Freiheit und des Feminismus gewordenen kanadischen Punk- und Electroclash-Sängerin Peaches, die in ihrem unter dem Topos Seven Heavenly Sins firmierenden Teil der Produktion nicht nur ihre bekannten, teils zwanzig Jahre alten Songs life präsentieren, sondern sich auch sonst intensiv „performen“ und somit auf der Bühne des Schauspielhauses eine maßgebende Rolle einnehmen durfte.

Staatstheater Stuttgart / Die sieben Todsünden - Seven heavenly sins - hier : Josephine Köhler, Peaches, Louis Stiens © Bernhard Weis

Staatstheater Stuttgart / Die sieben Todsünden – Seven heavenly sins – hier : Josephine Köhler, Peaches, Louis Stiens © Bernhard Weis

Als weitere Erweiterung des Originals fügt die Regisseurin der von Brecht-Weill in zwei Teile gespaltenen Anna noch zwei Abspaltungen hinzu, wobei die beiden Ur-Annas der Haupthandlung der sehr präsenten und zu jeder Zeit äußerst intensiv agierenden und bis an ihre Grenzen gehenden Schauspielerin Josephine Köhler und dem nicht minder überzeugenden Halbsolisten und Nachwuchs-Choreografen der Stuttgarter Compagnie, Louis Stiens, anvertraut sind. Letztgenannter zeichnet auch für die Choreografie dieses Abends verantwortlich und wird so zum wichtigsten Akteur des Stuttgarter Balletts in dieser Ko-Produktion.

Als die beiden weiteren Inkorporationen Annas fungieren der bereits erwähnte Stargast Peaches, welche auch die meisten der in Weills Partitur enthaltenen Songs Annas übernimmt, und die mit dieser Produktion aus dem aktiven Tänzerinnendienst scheidende Melinda Witham, die der Stuttgarter Compagnie seit über vier Jahrzehnten angehörte und sich selbst als „eine der letzten Nachkömmlinge Crankos“ bezeichnet. Peaches ergänzt das Brecht’sche Original, das die in der katholischen Morallehre als die sieben Todsünden gebrandmarkten Untugenden Faulheit, Stolz, Zorn, Völlerei, Unzucht, Habsucht und Neid vorstellt, um sieben mit den gleichen Titeln versehene, aber nun eben als „himmlische Sünden“ bezeichnete Eigenschaften, die sich allerdings – entgegen der Verheißung in Titel und Begleit-Leporello – auf eine einzige reduzieren lassen, nämlich die Wollust oder eine uneingeschränkte sexuelle Freizügigkeit. Diese wird dann auch von den vier Anna-Abspaltungen in aller Freiheit und Ausführlichkeit demonstriert, wobei die Regie allerhand zusätzliches Text- sowie Ausstattungsmaterial bemüht und nicht nur die Bühnentechnik des Schauspielhauses gehörig in Bewegung bringt. Dies gilt im ersten Teil des Abends auch für die vier Sänger Elliot Carlton Hines, Christopher Sokolowski (Beides Mitglieder des internationalen Opernstudios), Gergely Németi und Florian Spiess, welche nicht nur die ihre Tochter immer anpeitschenden wie ausnehmenden Eltern Annas und deren zwei Brüder darstellen, sondern auch allerhand Personen verkörpern, denen die „vier Annas“ während ihrer unmoralischen Anschaffungstour für die Familie ausgeliefert sind.

Als Scharnier zwischen diesem mehr oder weniger originalen ersten Teil und dem beschriebenen „Peaches-Intermezzo“ fungiert ein von Josephine Köhler mit viel Verve und allen darstellerischen Raffinessen vorgetragener Monolog der französischen Existenzialistin Virginie Despentes aus deren die Frauen stärkendem und verteidigendem Text „Die King-Kong-Theorie“, dessen ambitioniertes Programm im folgenden Peaches-Teil jedoch leider nicht aufgegriffen wird.

Staatstheater Stuttgart / Die sieben Todsünden - Seven heavenly sins - hier : Josephine Köhler, Peaches, Louis Stiens, Christopher Sokolowski, Gergely Nemeti © Bernhard Weis

Staatstheater Stuttgart / Die sieben Todsünden – Seven heavenly sins – hier : Josephine Köhler, Peaches, Louis Stiens, Christopher Sokolowski, Gergely Nemeti © Bernhard Weis

Interessanter und viel ergreifender gelingt der vierte und abschließende Teil dieses Patchwork-Abends. Hier lässt uns die äußerst realitätsnah und sehr berührend auftretende 64jährige Melinda Witham als gealterte Anna zu den Klängen von Charles Ives‘ „The unanswered question“ nicht nur an ihrem Abschied von der Bühne und damit vom öffentlichen gesellschaftlichen Leben teilhaben, sondern gewährt uns insgesamt anrührende Einblicke in die letzten und entscheidenden Phasen menschlichen Lebens und deren Wertigkeit. Diese Szene wird in Erinnerung bleiben und entschädigt auch für manche Ohren-Pein, welche zumindest dem älteren und  der eher klassischen Theaterkunst anhängenden Teil der Zuschauer an nicht wenigen Stellen des ohne Pause gespielten, neunzigminütigen Abends zugemutet wurde.

Dieser hat durchaus seine Reize und großen Momente, so etwa, wenn die Regisseurin den Lebenswandel Annas, genauer der ersten beiden Ihrer Alter-Egos, als Boxkampf arrangiert und dazu einen echten Boxring mit allem erforderlichen Beiwerk auf die Bühne stellt (Bühne: Katrin Connan, Kostüme Marysol del Castillo und Charlie Le Mindu sowie Courtesy of Peaches Collection) oder diesen nach Weills/Brechts Beitrag mit viel Rauch und Licht in den Bühnenhimmel aufsteigen lässt. Zuvor aber agieren die beiden erwähnten Anna-Darsteller Josephine Köhler und Louis Stiens auf ihm mit sportlichem Fleiß und zeitweise akrobatischer Meisterschaft, während das an drei Seiten um den Boxring platzierte Staatsorchester nicht nur das Publikum des Boxkampfes simuliert, sondern dem ersten Teil des Abends eine jederzeit verlässliche musikalische Basis verleiht. Unter der umsichtigen und souveränen Leitung Stefan Schreibers lassen die Musikerinnen und Musiker alle Nuancen und genre-überschreitenden Anspielungen der Weill‘schen Musik perlend, tänzerisch und mitreißend hörbar werden und verwandeln die Bühne des Stuttgarter Schauspielhauses so musikalisch in ein Tanzlokal oder Varieté der späten Zwanzigerjahre des letzten Jahrhunderts, während Peaches in ihrem Teil das Theaterpublikum eher in einen jetzt-zeitlichen, total angesagten Club entführt.

Staatstheater Stuttgart / Die sieben Todsünden - Seven heavenly sins - hier : Josephine Köhler und Peaches © Bernhard Weis

Staatstheater Stuttgart / Die sieben Todsünden – Seven heavenly sins – hier : Josephine Köhler und Peaches © Bernhard Weis

Dem Staatsorchester, vor allem seinen Disponenten und sonstigen Verantwortlichen muss man für diesen Abend aber noch ein weiteres großes Lob aussprechen, leisten doch seine Mitglieder nicht nur bei der dieser Besprechung zu Grunde liegenden ersten Repertoire-Aufführung der Sieben Todsünden im Schauspielhaus ihren Dienst. Im Opernhaus ging vielmehr zur selben Zeit eine Aufführung von Puccinis Madame Butterfly über die Bühne, und am Premierenabend war dort Cherubinis Medea gezeigt worden. Zwei Opern in nicht gerade kleiner Orchester-Besetzung zur gleichen Zeit – das verlangt nach größtem Respekt und zeugt von der großen organisatorischen wie personellen und musikalischen Substanz der Stuttgarter Staatsoper!

Dramaturgisch-theatralisch hinterließ diese, die Sparten vereinende Produktion wie schon angedeutet beim Berichterstatter einen zwiespältigen Eindruck. Zum einen bietet sie in etlichen Momenten durchaus gute Unterhaltung, zeugt von dem enormen technischen wie qualitativen Potential der drei Abteilungen der Stuttgarter Staatstheater und belegt darüber hinaus das hohe Niveau, auf dem hier für ein breites Publikum Theater gemacht werden kann. Andererseits hinterlässt die Aufführung beim kritischen Besucher doch einige Zweifel, ob man sie als ernsthaften Einwurf in der Me-Too-Debatte und als mutigen Beitrag zur Einforderung von Respekt für und vor Frauen oder gar zu deren Emanzipation betrachten kann.

So wird die im Programm-Leporello formulierte Ankündigung, die Inszenierung wolle Antworten auf die Frage geben, „wie man (als Frau?) raus aus der systematischen Gewalt und den strukturellen Zwängen komme“, ja überhaupt die „großen Fragen nach der Möglichkeit von individueller Freiheit und den Bedingungen für ein selbstbestimmtes Leben stellen“, an kaum einer Stelle umgesetzt. Wenigstens in Teilen wird dagegen ein anderes, im Programm gegebenes Versprechen eingelöst, nämlich, dass man (als Zuschauer/in) an diesem Abend „eine gute Zeit haben“ werde. Doch dies ist für ein solches Projekt und den dafür betriebenen immensen Aufwand dann doch etwas wenig, denn sowohl die Inszenierung des Brecht-Teils als auch das Arrangement der Peaches-Songs zur gleichnamigen Show bieten bestenfalls gehobenes Varieté- oder Revue-Niveau, bleiben aber leider eine tragfähige inhaltliche oder gar gesellschaftspolitische Aussage schuldig.

Staatstheater Stuttgart / Die sieben Todsünden - Seven heavenly sins - hier : Josephine Köhler und Peaches. Louis Stiens © Bernhard Weis

Staatstheater Stuttgart / Die sieben Todsünden – Seven heavenly sins – hier : Josephine Köhler und Peaches. Louis Stiens © Bernhard Weis

Wenn man sich allerdings das volle Haus bei den beiden ersten Aufführungen und den offenkundig bestens laufenden Vorverkauf für die kommenden Vorstellungen anschaut, dürfte dieses Defizit das Publikum keineswegs vom Weg ins Stuttgarter Schauspielhaus abhalten, sondern diesem vielmehr auch weiter ausverkaufte Abende und zudem eine Zielgruppe als Besucher bescheren, die man sonst in den Vorstellungen der Stuttgarter Staatstheater meist vergeblich sucht. Denn wann hat der Rezensent schon einmal die Begeisterung der neben ihm sitzenden jüngeren Frauen an deren Jauchzen und den von ihnen mitgesungenen Songs sowie sogar über den Boden spüren können, den das Trappeln der Füße eines begeisterten Teils des Publikums zum Beben brachte, dem man sonst eher in den Discos und Clubs der baden-württembergischen Landeshauptstadt begegnen dürfte?

So kann man diese neue Ko-Produktion der drei Stuttgarter Staatstheater-Sparten auch als äußerst gelungenen Marketing-Gag sehen, was angesichts eines sonst eher grauhaarigen Publikums in den „normalen“ Vorstellungen – zumindest von Schauspiel und Oper – keineswegs kleinzureden oder gar zu verurteilen ist.

Die sieben Todsünden von Kurt Weill / Bertolt Brecht im Schauspielhaus Stuttgart; weitere Vorstellungen am 17. und 25. 02. sowie am 02., 10., 23. und 30.03. 2019

—| IOCO Kritik Schauspielhaus Stuttgart |—

Leipzig, Oper Leipzig, Spielplan April 2019

Februar 8, 2019 by  
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Oper Leipzig

Oper Leipzig © Kirsten Nijhof

Oper Leipzig © Kirsten Nijhof

Spielplan der Oper Leipzig Spielzeit 2018/19 April 2019


03 MI
20:00 Nachhall | Museum der bildenden Künste Leipzig


05 FR
20:00 Tanz in den Häusern der Stadt (Ballett) | Deutsches Fotomuseum Markkleeberg


06 SA
14:00 Große Hausführung | Opernhaus
17:00 Das Rheingold Wagner | Opernhaus
19:00 On the Town Bernstein | Musikalische Komödie


07 SO
11:00 Hausführung »Richard Wagner und die Oper Leipzig« | Opernhaus
14:00 Oper zum Mitmachen »Von Helden, Zwergen und einem geheimnisvollen Ring«
| Probebühne Opernhaus
15:00 On the Town Bernstein | Musikalische Komödie
17:00 Die Walküre Wagner | Opernhaus
19:30 If you were God (Ballett) Harriague | Schauspiel Leipzig


09 DI
18:00 Muko Werkstatt zu »Das Feuerwerk« Burkhard | Musikalische Komödie


13 SA
14:00 Hausführung | Opernhaus
17:00 Siegfried Wagner | Opernhaus
19:00 Das Feuerwerk Burkhard – PREMIERE | Musikalische Komödie


14 SO
15:00 Das Feuerwerk Burkhard | Musikalische Komödie
17:00 Götterdämmerung Wagner | Opernhaus


16 DI
19:30 Das Feuerwerk Burkhard | Musikalische Komödie


18 DO
10:00 Babykonzert | Venussaal Musikalische Komödie
18:00 Tosca Puccini | Opernhaus


19 FR
15:00 Das Feuerwerk Burkhard | Musikalische Komödie
18:00 Boléro (Walking Mad) / Le sacre du printemps (Ballett) Inger/Schröder | Opernhaus


20 SA
19:00 Capriolen – Die Lindenauer Palast-Revue | Musikalische Komödie
19:00 Der Freischütz Weber | Opernhaus


21 SO
11:00 Familienführung | Opernhaus
15:00 Capriolen – Die Lindenauer Palast-Revue | Musikalische Komödie
18:00 Magnificat (Ballett) Schröder/Bach | Opernhaus


22 MO
18:00 Der fliegende Holländer Wagner | Opernhaus


24 MI
19:30 On the Town Bernstein | Musikalische Komödie


25 DO
10:00 Peter und der Wolf Prokofjew | Musikalische Komödie


26 FR
18:00 Der Rosenkavalier Strauss STRAUSS-WOCHENENDE | Opernhaus
19:30 On the Town Bernstein | Musikalische Komödie


27 SA
14:00 Hausführung | Opernhaus
14:00 Führung Technisches Kabinett | Opernhaus
15:00 Musikalischer Salon | Konzertfoyer Opernhaus
19:00 Salome Strauss – STRAUSS-WOCHENENDE | Opernhaus
19:00 Das Feuerwerk Burkhard | Musikalische Komödie


28 SO
12:00 Hausführung Musikalische Komödie | Musikalische Komödie
15:00 Elektra Strauss- STRAUSS-WOCHENENDE | Opernhaus
15:00 Das Feuerwerk Burkhard | Musikalische Komödie
19:30 If you were God (Ballett) Harriague | Schauspiel Leipzig


29 MO
17:00 Welttanztag (Ballett) | Konzertfoyer Opernhaus
18:00 Blue Monday zum Welttanztag | Uwe Scholz Saal Opernhaus


30 DI
19:30 Das Feuerwerk Burkhard | Musikalische Komödie


—| Pressemeldung Oper Leipzig |—

 

Ulm, Theater Ulm, Premiere PREMIERE Soul Kitchen 07.03.2019

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Theater Ulm

Theater Ulm / Zuschauerraum © Carola Hoelting

Theater Ulm / Zuschauerraum © Carola Hoelting

PREMIERE Soul Kitchen 07. März 2019

ist das noch eine Pechsträhne oder schon der ganz normale Wahnsinn, dem man nie wieder entkommen wird?

Zinos – gespielt von Lukas Schrenk – führt eine Kneipe mit billigem Essen für geschmacksverstärkerabhängige Gaumen in einem heruntergekommenen Viertel. Ohne ersichtlichen Grund beschließt sein Leben, auseinanderzubrechen und es beginnt eine Schlitterpartie durch diverse Unglücksfälle: Zinos’ Freundin Nadine Krüger – dargestellt von Nicola Schubert – verabschiedet sich nach Shanghai, um dort die Karriereleiter zu erklimmen. Als ein Bandscheibenvorfall ihn außer Gefecht setzt, taucht plötzlich der exzentrische Koch Shayn auf, dessen Kochkünste das Stammpublikum im „Soul Kitchen“ zunächst irritieren. Das Chaos nimmt seinen weiteren Lauf, als sich Zinos‘ kleinkrimineller Bruder Illias (Benedikt Paulun) bei ihm einnistet und Steuerfahndung und Gesundheitsamt seine Witterung aufgenommen haben. Dann taucht auch noch zu allem Überdruss der Immobilienhai Thomas Neumann (Christopher Vantis), ein ehemaliger Schulkamerad Zinos‘, auf und fasst den Plan, Zinos das Gebäude billig abzukaufen, um es abzureißen und das Grundstück zu vermarkten. Zinos aber bietet allem die Stirn, und so erblühen hier und da Blumen des unmittelbaren Glücks: Als Kellner Lutz (Jakob Egger) das „Soul Kitchen“ zum Proberaum umfunktioniert, Kellnerin Lucia (Franziska Maria Pößl) ihre Leidenschaft fürs Kreative in der neuen Inneneinrichtung für das „Soul Kitchen“ auslebt und auch Shayns Küche die Gaumen der Gäste (Statisterie des Theaters Ulm) zu verzücken vermag, avanciert die ehemals schäbige Kneipe plötzlich zum Szenelokal. Durch diesen turbulenten Abend, den auch Tini Prüfert u.a. als Oma Krüger und Gunther Nickles u.a. als Herr Meyer vom Gesundheitsamt in Begleitung seines jungen Amstskollegen (Moritz Vinke) anheizen, führt Soul-Kitchen-Stammgast Sokrates, dargestellt von Stephan Clemens.

Alexander Flaches Inszenierung nach dem Kultfilm von Fatih Akin ist ein wildes, urbanes Märchen und eine zarte Hommage an einen besonderen Ort, an ein Lokal, das den Menschen zur Heimat wird. Zu erleben, wie Zinos sich diese in seinem kleinen Restaurant mit Hilfe einer selbstgewählten Familie aus Exzentrikern und Fantasten aufbaut, macht einfach Lust auf Leben – mit allen Höhen und Tiefen.

Anja Furthmann hat nicht nur für jede der eigenwilligen Figuren charakteristische Kostüme entworfen, auch ihr Bühnenbild bietet Einiges fürs Auge: Während sich auf der Vorderbühne die Kellerkneipe mit Industriecharme zum angesagten Kultladen mausert, bildet ein überdimensionierter Tisch eine zusätzliche Ebene: Über den Köpfen von Zinos und der Soul-Kitchen-Crew befindet sich die Welt außerhalb des Lokals und aus dem übergroßen Tisch wird mit effektvollen Mitteln schnell ein Flughafen oder ein Luxusrestaurant.

Für den passenden musikalischen Rahmen sorgt die Soul-Kitchen-Band: Joo Kraus (Tasten/Trompete), Korbinian Kugler (Bass) und Torsten Krill (Schlagzeug) lassen echte Probenraumatmosphäre entstehen, wenn sie mit den Schauspielerinnen und Schauspielern bekannte und unbekannte Songs – von „The Doors“ bis Janis Joplin – zum Besten geben.

Premiere am Donnerstag, den 7. März 2019 um 20 Uhr im Großen Haus

—| Pressemeldung Theater Ulm |—

Rostock, Volkstheater Rostock, Spielplan März 2019

Januar 29, 2019 by  
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Volkstheater Rostock

Volkstheater Rostock © Dorit Gaetjen

Volkstheater Rostock © Dorit Gaetjen


Spielplan März 2019


Fr. 01.03.2019          

20:00 Uhr / Ateliertheater
Utopie 2: Enter Germania
Uraufführung von und mit Kollektiv Eins

20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde
Das Konzept romantischer Liebe
Monolog von Oliver Bukowski
Uraufführung


Sa. 02.03.2019          

19:30 Uhr / Großes Haus
Grete Minde
Schauspiel nach Theodor Fontane
Koproduktion mit dem Theater an der Parkaue – Junges Staatstheater Berlin
Uraufführung

20:00 Uhr / Ateliertheater
Utopie 2: Enter Germania
Uraufführung von und mit Kollektiv Eins

20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde
Merci, Chérie
Eine musikalische Zeitreise mit Frank Buchwald


So. 03.03.2019          

16:00 Uhr / Ateliertheater / Gastspiel
Puppenatelier:
Ein Elefant in Europa
Ein musikalisches Märchen
Musiktheater Cammin
Ab 4 Jahren

18:00 Uhr / Großes Haus / Wiederaufnahme
Der Freischütz
Romantische Oper von Carl Maria von Weber

20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde
Merci, Chérie
Eine musikalische Zeitreise mit Frank Buchwald


Mo. 04.03.2019          

09:00 Uhr / Ateliertheater / Gastspiel
Puppenatelier:
Ein Elefant in Europa
Ein musikalisches Märchen
Musiktheater Cammin
Ab 4 Jahren


Di. 05.03.2019          

11:00 Uhr / Ateliertheater
Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt
Kinderstück von Franziska Ritter nach dem gleichnamigen Buch von Hannes Hüttner
Ab 4 Jahren

20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde
Sechs Tanzstunden in sechs Wochen
Von Richard Alfieri


Mi. 06.03.2019         

09:00+11:00 Uhr / OSPA Arena
Konzert für Teens
„Bilder einer Ausstellung“ von Modest Mussorgski
in der Orchestrierung von Maurice Ravel und in anderen Fassungen
Martin Hannus, Leitung und Moderation

10:00 Uhr / Ateliertheater
Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt
Kinderstück von Franziska Ritter nach dem gleichnamigen Buch von Hannes Hüttner
Ab 4 Jahren

18:00 Uhr / Ateliertheater
Jenseits der blauen Grenze
Nach Dorit Linke

20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde
Sechs Tanzstunden in sechs Wochen
Von Richard Alfieri


Do. 07.03.2019          

09:00+11:00 Uhr / OSPA Arena
Konzert für Teens
„Bilder einer Ausstellung“ von Modest Mussorgski
in der Orchestrierung von Maurice Ravel und in anderen Fassungen
Martin Hannus, Leitung und Moderation

19:30 Uhr / Großes Haus
Frau Luna
Operette von Paul Lincke

20:00 Uhr / Ateliertheater / Zum letzten Mal
Jenseits der blauen Grenze
Nach Dorit Linke

20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde / Gastspiel
Tony Ireland
Scottish, Irish and contemporary folk

20:15 Uhr / Universitätsbuchhandlung Hugendubel
Und wer war eigentlich diese Grete Minde?
Fontane-Werkstattabend zum Frauentag
Kooperation des Volkstheaters mit dem Literaturhaus Rostock und der Universitätsbuchhandlung Hugendubel
Tickets gibt es für 8,-€ in der Buchhandlung Hugendubel


Fr. 08.03.2019          

09:00+11:00 Uhr / OSPA Arena
Konzert für Teens
„Bilder einer Ausstellung“ von Modest Mussorgski
in der Orchestrierung von Maurice Ravel und in anderen Fassungen
Martin Hannus, Leitung und Moderation

19:30 Uhr / Restaurants in Warnemünde
5. Theaterthekennacht
KünstlerInnen im Lokal

20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde / Gastspiel
Mit vollen Hosen sitzt man weicher
Ein Solo-Abend mit Philipp Schaller

20:00 Uhr / Ateliertheater
Sturm und Drang
Tanztheater mit Live-Musik
Uraufführung


Sa. 09.03.2019          

14:00 Uhr / Ballettsaal
Tanz inklusive: Gegensätze ziehen sich an
Tanzworkshop
Anmeldung unter: tanz@rostock.de

18:00 Uhr / Großes Haus / Premiere
Das singende klingende Bäumchen
Ein musikalisches Märchen für SchauspielerInnen, Kinderchor und Orchester
Text von Babette Bartz nach der gleichnamigen Erzählung aus der Braunschweiger Märchensammlung (1801)
Musik von Malte Hübner
Uraufführung
Ab 6 Jahren

20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde / Gastspiel
Mit vollen Hosen sitzt man weicher
Ein Solo-Abend mit Philipp Schaller

20:00 Uhr / Ateliertheater
Sturm und Drang
Tanztheater mit Live-Musik
Uraufführung


So 10.03.2019          

15:00 Uhr / Großes Haus
Grete Minde
Schauspiel nach Theodor Fontane
Koproduktion mit dem Theater an der Parkaue – Junges Staatstheater Berlin
Uraufführung

16:00 Uhr / Kunsthalle Rostock
3. Kammerkonzert
„Aus Erfahrung gut“
Mit dem Morgenstern-Quartett

16:00 Uhr / Ateliertheater / Gastspiel
Puppenatelier:
Die Prinzessin auf der Erbse
Papier-Puppen-Theater frei nach Hans-Christian Andersen
Theater Randfigur
Ab 4 Jahren

18:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde
Non(n)sens
Musical Comedy von Dan Goggin


Mo. 11.03.2019          

08:30+10:00 Uhr / Großes Haus
Das singende klingende Bäumchen
Ein musikalisches Märchen für SchauspielerInnen, Kinderchor und Orchester
Text von Babette Bartz nach der gleichnamigen Erzählung aus der Braunschweiger Märchensammlung (1801)
Musik von Malte Hübner
Uraufführung
Ab 6 Jahren

09:00 Uhr / Ateliertheater / Gastspiel
Puppenatelier:
Die Prinzessin auf der Erbse
Papier-Puppen-Theater frei nach Hans-Christian Andersen
Theater Randfigur
Ab 4 Jahren


Di. 12.03.2019          

17:30+20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde
Li.Wu. in Warnemünde: Tanz ins Leben
ro-cine e.V.


Do. 14.03.2019          

20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde / Gastspiel
Rabenschwarzer Humor & Jazz vom Feinsten
Mit Dr. Klaus Koch und Andreas Pasternack


Fr. 15.03.2019          

10:00 Uhr / Ateliertheater
Die Schule der Diktatoren
Politische Komödie von Erich Kästner
Ab 12 Jahren

19:30 Uhr / Großes Haus
Fidelio
Oper von Ludwig van Beethoven

20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde
Das Konzept romantischer Liebe
Monolog von Oliver Bukowski
Uraufführung


Sa. 16.03.2019          

20:00 Uhr / Großes Haus / Gastspiel
Laibach: Sound of Music
Präsentiert vom M.A.U. Club

20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde
Sechs Tanzstunden in sechs Wochen
Von Richard Alfieri

20:00 Uhr / Ateliertheater / Premiere
Utopie der Wärme
Eine Stückentwicklung der Offenen Bühne
Kooperationsprojekt der Theatergruppe Freigeister und des Volkstheaters Rostock


So. 17.03.2019          

16:00 Uhr / Ateliertheater / Gastspiel
Puppenatelier:
Wie Kater Zorbas der kleinen Möwe das Fliegen beibrachte
Ein Puppenspiel mit Musik nach dem Kinderbuch von Luis Sepulveda
Dorftheater Siemitz
Ab 5 Jahren

17:30 Uhr / Ateliertheater
Konzerteinführung

18:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde
Sechs Tanzstunden in sechs Wochen
Von Richard Alfieri

18:00 Uhr / Großes Haus
7. Philharmonisches Konzert
Franz Schubert: Symphonie Nr. 7 h-Moll D759 „Unvollendete“ / Symphonie Nr. 3 D-Dur D200
Sergej Prokofjew: Konzert für Violine und Orchester Nr. 2 g-Moll op. 63
Marcus Bosch, Leitung
Sophia Jaffé, Violine


Mo. 18.03.2019         

09:00 Uhr / Ateliertheater / Gastspiel
Puppenatelier:
Wie Kater Zorbas der kleinen Möwe das Fliegen beibrachte
Ein Puppenspiel mit Musik nach dem Kinderbuch von Luis Sepulveda
Dorftheater Siemitz
Ab 5 Jahren

19:00 Uhr / Ateliertheater
Konzerteinführung

19:30 Uhr / Großes Haus
7. Philharmonisches Konzert
Programm s. 17.03.


Di. 19.03.2019    

11:00 Uhr / Ateliertheater
Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt
Kinderstück von Franziska Ritter nach dem gleichnamigen Buch von Hannes Hüttner
Ab 4 Jahren

19:00 Uhr / Ateliertheater
Konzerteinführung

19:30 Uhr / Großes Haus
7. Philharmonisches Konzert
Programm s. 17.03.

ca. 21:30 Uhr (im Anschluss an das Konzert) / Foyer
Philharmonische Lounge


Mi. 20.03.2019          

11:00 Uhr / Ateliertheater
Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt
Kinderstück von Franziska Ritter nach dem gleichnamigen Buch von Hannes Hüttner
Ab 4 Jahren

18:00 Uhr / Ateliertheater
Die Schule der Diktatoren
Politische Komödie von Erich Kästner
Ab 12 Jahren


Do. 21.03.2019          

11:00+18:00 Uhr / Ateliertheater
Die Schule der Diktatoren
Politische Komödie von Erich Kästner
Ab 12 Jahren

19:30 Uhr / Großes Haus
Der Freischütz
Romantische Oper von Carl Maria von Weber

20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde
Das Konzept romantischer Liebe
Monolog von Oliver Bukowski
Uraufführung


Fr. 22.03.2019          

19:30 Uhr / Großes Haus
Grete Minde
Schauspiel nach Theodor Fontane
Koproduktion mit dem Theater an der Parkaue – Junges Staatstheater Berlin
Uraufführung

20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde
Merci, Chérie
Eine musikalische Zeitreise mit Frank Buchwald

20:00 Uhr / Ateliertheater
Utopie der Wärme
Eine Stückentwicklung der Offenen Bühne
Kooperationsprojekt der Theatergruppe Freigeister und des Volkstheaters Rostock


Sa. 23.03.2019         

19:30 Uhr / Großes Haus / Gastspiel
Koch & Friends: Wenn nicht jetzt, wann dann

20:00 Uhr / Ateliertheater
Utopie der Wärme
Eine Stückentwicklung der Offenen Bühne
Kooperationsprojekt der Theatergruppe Freigeister und des Volkstheaters Rostock

20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde
Merci, Chérie
Eine musikalische Zeitreise mit Frank Buchwald


So. 24.03.2019          

11:00+16:00 Uhr / Yachthafenresidenz Hohe Düne
4. Classic Light
„Wunschkonzert“

16:00 Uhr / Ateliertheater / Gastspiel
Die Maus im Fernrohr
Lieder und Lügenmärchen aus der Welt der Seefahrt
Mit Wolfgang Rieck
Ab 4 Jahren

18:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde
Non(n)sens
Musical Comedy von Dan Goggin


Mo.25.03.2019

09:00 Uhr / Ateliertheater / Gastspiel
Die Maus im Fernrohr
Lieder und Lügenmärchen aus der Welt der Seefahrt
Mit Wolfgang Rieck
Ab 4 Jahren


Do.
28.03.2019           20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde / Gastspiel
Ein Kessel Buntes
Von und mit Dorit Gäbler


Fr. 29.03.2019

19:30 Uhr / Großes Haus
Der Freischütz
Romantische Oper von Carl Maria von Weber

20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde
Das Konzept romantischer Liebe
Monolog von Oliver Bukowski
Uraufführung


Sa. 30.03.2019     

19:30 Uhr / Großes Haus / Gastspiel
Best of Poetry Slam
Präsentiert vom M.A.U. Club

20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde / Gastspiel
Pariser Flair
Eine musikalische Stadtführung mit Marie Giroux und Jenny Schäuffelen

20:00 Uhr / Ateliertheater / Premiere
Utopie 3: Öffne dein Herz Ich will den Champagner kaltstellen
Uraufführung von Juri Sternburg


So. 31.03.2019    

11:00 Uhr / Ateliertheater / Eintritt frei
Matinee: Peer Gynt
Einführung in die Inszenierung

15:00 Uhr / Großes Haus
Frau Luna
Operette von Paul Lincke

16:00 Uhr / Ateliertheater / Gastspiel
Puppenatelier:
Lakritz, das kleine schwarze Schaf
allerhand-Theater
Ab 4 Jahren

20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde / Gastspiel
Pariser Flair
Eine musikalische Stadtführung mit Marie Giroux und Jenny Schäuffelen

—| Pressemeldung Volkstheater Rostock |—

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