Wuppertal, Wuppertaler Bühnen, Keine Vorstellungen mit Publikum bis Herbst 2021, IOCO Aktuell, 27.04.2021

April 27, 2021 by  
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Wuppertaler Bühnen

Opernhaus Wuppertal © Andreas Fischer

Opernhaus Wuppertal © Andreas Fischer

Wuppertaler Bühnen – Tanztheater Pina Bausch

Keine Vorstellungen vor Publikum bis Ende Spielzeit 2020/21

„Das Elend ist zur Zeit fast immer und überall“, kann man die folgende Mitteilung der Wuppertaler Bühnen bezeichnen. Im  September 2020 beschrieb IOCO noch die eingeschränkte live-Premiere einer wunderbaren Zauberflöte, in welcher Sarastro als „waschechter“ Wuppertaler, link HIER, durch das Opernhaus spaziert und dort die Königin der Nacht und die Drei Damen heraus schmeißt (Foto unten) Nun, im folgenden, zur laufenden Spielzeit eine etwas enttäuschende Nachricht für alle Wuppertaler und IOCO; Lesen Sie selbst:

„Bis zum Ende der laufenden Spielzeit Anfang Juli 2021 werden keine regulären Aufführungen vom Tanztheater Wuppertal Pina Bausch und den Wuppertaler Bühnen stattfinden können. Zahlreiche digitale Formate werden aber weiterhin angeboten.

Schweren Herzens hat die Stadtspitze gemeinsam mit den Leitungsteams der Wuppertaler Bühnen und Sinfonieorchester GmbH und der Tanztheater Wuppertal Pina Bausch GmbH entschieden, alle in Wuppertal geplanten Vorstellungen und Konzerte vor Publikum bis zum Ende der Spielzeit 2020/21 abzusagen. Auch das Festival ›Sound of the City: Arbeit?‹ der Oper Wuppertal kann nicht stattfinden.

Die Zauberflöte an der Oper Wuppertal
youtube Trailer Wuppertaler Bühnen
[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet ]

Diese Entscheidung resultiert aus dem Inkrafttreten des geänderten Infektionsschutzgesetzes und den aktuell hohen Corona-Fallzahlen in Wuppertal. Eine Wiederaufnahme des regulären Vorstellungsbetriebs vor Publikum ist in den kommenden Wochen nicht mehr möglich.

Aktuelle  Informationen zu  Oper, Schauspiel, Sinfonieorchester unter

wuppertaler-buehnen.de :

»Kulturbetriebe brauchen Planungssicherheit«, so der Kulturdezernent Matthias Nocke. »Die Entscheidung, dass wir keine Live-Veranstaltungen von den Wuppertaler Bühnen und dem Tanztheater Wuppertal Pina Bausch anbieten können, bedauere ich sehr. Aber es ist wichtig, zu diesem Zeitpunkt eine klare Entscheidung zu treffen, die es den beiden Kulturinstitutionen ermöglicht, sich mit ganzer Kraft auf die nächste Spielzeit 2021/22 zu konzentrieren. Ich freue mich sehr, dass sowohl die Wuppertaler Bühnen als auch das Tanztheater neue Wege gefunden haben, die Zeit des scheinbaren Stillstands konstruktiv zu nutzen, um kreative künstlerische Angebote digital anzubieten oder auch Produktionen fertigzustellen, die in der kommenden Spielzeit zur Aufführung gebracht werden.«

Oper Wuppertal / Die Zauberflöte - hier : Die Königin der Nacht und die Drei Damen werden zur Ouvertüre von Sarastro aus dem Opernhaus geworfen - sind erzürnt © Jens Grossmann

Oper Wuppertal / Die Zauberflöte – hier : Die Königin der Nacht und die Drei Damen werden zur Ouvertüre von Sarastro aus dem Opernhaus geworfen – sind erzürnt © Jens Grossmann

Oper, Schauspiel und Sinfonieorchester der Wuppertaler Bühnen arbeiten weiterhin an zumeist digitalen Formaten, bei denen der Schutz von Mitwirkenden gewährleistet ist und zugleich die Bindung zu den Besucherinnen und Besuchern erhalten bleibt.

Die Oper Wuppertal wird die geplanten Neuproduktionen von Giuseppe Verdis ›La traviata‹ in konzertanter Aufführung und von Luigi Nonos ›Intolleranza 2021 per Stream zeigen. Mit ›La traviata‹ verabschiedet sich Generalmusikdirektorin Julia Jones von den Wuppertaler Opernfans. Die Produktion ›Intolleranza 2021‹, die im Rahmen von Engels2020 programmiert wurde, feiert im Juni 2021 ihre digitale Premiere.

Das Schauspiel Wuppertal wird weitere Folgen der Reihen ›Schnappschuss digital‹ und ›Das literarischen Solo – Podcast‹ veröffentlichen. Die für diese Spielzeit geplanten Produktionen ›Dantons Tod‹ von Georg Büchner und Dennis Kellys ›Waisen‹ werden aufführungsreif geprobt, um sie in der nächsten Spielzeit dem Publikum zu zeigen. »Wie in den vergangenen Wochen und Monaten, werden wir im Schauspiel weiter neue kreative Wege gehen, um die Verbindung zu unserem Publikum zu halten.«, so Schauspielintendant Thomas Braus.

Das Konzert des Sinfonieorchester Wuppertal ›Alles neu‹ mit Werken von Joseph Haydn, Robert Schumann und Aaron Copland unter Leitung der Generalmusikdirektorin Julia Jones und mit dem international gefragten Trompeter Simon Höfele wird am Fr. 21. Mai 2021 und am Sa. 29. Mai 2021 per Stream zu erleben sein. Darüber hinaus ist noch der Stream eines Familienkonzerts und ein Ensembleworkshop der Reihe ›BesserWeiterSpielen‹ in Zusammenarbeit mit dem Westdeutschen Rundfunk bis Ende Juni in Planung. Auch die Verabschiedung von Julia Jones Mitte Juni wird voraussichtlich in digitaler Form stattfinden.

Unter wuppertaler-buehnen.de informieren Oper, Schauspiel und Sinfonieorchester über Angebote und weitere Planungen. Termine des Tanztheater Wuppertal Pina Bausch sind unter pina-bausch.de zu finden.

Das Tanztheater Wuppertal Pina Bausch und die Wuppertaler Bühnen blicken hoffnungsvoll auf die Spielzeit 2021/22 und freuen sich auf ein Wiedersehen mit dem Publikum. Die Wuppertaler Bühnen werden die Spielzeit 2021/22 am Mo. 14. Juni 2021 präsentieren. Das Tanztheater Wuppertal Pina Bausch wird zeitnah eine Pressemitteilung zur Restspielzeit 2020/21 versenden und Anfang / Mitte Juni das Programm für 2021/22 vorstellen.

—| IOCO Aktuell Wuppertaler Bühnen |—


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Osnabrück, Theater am Domhof, Kriegerinnen – von Ron Zimmering, IOCO Kritik,

April 27, 2021 by  
Filed under Hervorheben, Kritiken, Schauspiel, Theater Osnabrück

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Theater Osnabrück

Osnabrück / Theater am Domhof © Marius Maasewerd

Osnabrück / Theater am Domhof © Marius Maasewerd

  „Kriegerinnen“ – das Publikum chatted mit Alt- und Neo-Nazi-Frauen

Vor Rechts-Extremistinnen wird gewarnt

von Hanns Butterhof

Das Theater Osnabrück bleibt seinem ausgesprochen politischen Selbstverständnis auch mit der jüngsten Premiere der Schauspielsparte treu. Ron Zimmerings halbdokumentarisches Stück Kriegerinnen will deutlich machen, dass und wie Frauen zu Nazis werden, und eindringlich vor ihnen warnen. Die Aufführung findet am Rechner mit eingeloggten Zuschauern als interaktives Spiel auf der Videokonferenz-Plattform Zoom statt.

Kriegerinnen – Schauspiel von Ron Zimmering
youtube Trailer Theater Osnabrück
[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet ]

Die Regie-Idee von Ron Zimmering ist der ambitionierte Versuch, den coronabedingten Verlust des Publikums und dessen Distanz zur Bühne medial zu überwinden. Drei Schauspielerinnen, Juliane Böttger, Hannah Hupfauer und Hannah Walther, haben sich intensiv mit biographischen Zeugnissen von Alt- und Neonazi-Frauen vertraut gemacht. Vor abwechselnd schwarzem, weißen oder rotem Hintergrund (Bühne: Ute Radler) beantworten sie als Altnazi-Frauen, das Haar zu Zöpfen geflochten und in Turnhemdchen mit Hakenkreuz-Applikation (Kostüme: Benjamin Burguder), Fragen aus dem Publikum zu ihrem politischen Werdegang.

Ihre Aussagen stützen sich auf die Biogramm-Sammlung „Warum ich Nazi wurde“. Das umfangreiche Werk mit 581 biographischen Äußerungen war 1934 von Theodor Abel (1896 – 1988) mit Zustimmung des Propagandaministers Joseph Goebbels erstellt worden, um im Ausland für das III. Reich Verständnis zu wecken. Die Frauen, die darin zu Wort kommen, bekennen sich ungebrochen als Nationalsozialistinnen.

Kriegerinnen – Der nächste Online – Termin: 29.4.2021, 19.30 Uhr – Digitales Theater

www.theater-osnabrueck.de

Wenn die Schauspielerinnen nicht deren Texte wortgetreu wiedergeben, sondern aus der Haltung heraus sprechen, in die sie sich überzeugend hineinversetzt haben, ist kaum Abstoßendes an ihnen. Es sind stimmlich kaum zu unterscheidende junge Frauen, die sich nach Gemeinsamkeit, Stärke und einem Führer sehnen, der ihnen das alles verbürgt. Fast alle berichten von Anfeindungen oder der Drohung, ihre politische Haltung mit dem Verlust des Arbeitsplatzes bezahlen zu müssen, und dem Stolz, trotz allem den Nazis treu geblieben zu sein.

Für heute dient die 2017 erschienene Autobiographie Ein deutsches Mädchen der ehemaligen Rechtsextremistin Heidi Bennekenstein als Quelle für das Entstehen rechter weiblicher Gesinnung und ihrer Radikalisierung .

Theater Osnabrück / Kriegerinnen hierJuliane Böttger als Rechtsradikale Kriegerin im Dirndl: © Juliane Böttger Rina Zimmering / Ute Radler

Theater Osnabrück / Kriegerinnen hierJuliane Böttger als Rechtsradikale Kriegerin im Dirndl: © Juliane Böttger Rina Zimmering / Ute Radler

Überraschend fällt dabei Licht auf konspirative Jugendlager rechter Gruppen und lieblose, autoritäre Altnazi-Eltern, die ihren Kindern in den Ferien derlei zumuten. Und es wird deutlich, wie schwer es ist und wie lange es dauert, bis sich solche Kinder aus den besorgniserregend weitgespannten rechten Netzen freimachen und ihre eigenen Wege gehen können. Es ist die wohl berührendste Szene des Projekts, als die Heidi Bennekenstein – Darstellerin von der Scham über eine jäh mit elementarer Gewalt aus ihr herausbrechende Aggression berichtet, die ihr heute nicht mehr erklärlich ist. Mitgefühl und Schrecken mischen sich da in einem Moment der Betroffenheit.

Trotz der beachtlichen Leistung des Schauspielerinnen-Trios bei der Authentizitäts-Darstellung überzeugt Ron Zimmering mit  Kriegerinnen nicht. Medial zu diffus ist die rasche Folge von Spiel-Szenen mit kommentierenden Zeitzeugen, Inspizienten, eingeblendeten Publikumsfragen und Moderation. Und dramaturgisch zu statisch sind die dargestellten Figuren, die wie in einer Talkshow ohne zeitgeschichtliche Präzisierung nur ausgestellt werden. Das Abblenden des zeitgeschichtlichen Horizonts ruft ein naives Gefühl von Gegenwärtigkeit und blanker Wichtigkeit herauf, wo es sich doch um  bloße Analogiebildungen handelt. Dabei wird nicht deutlich, was an weiblichem Rechtsradikalismus anders als an männlichem ist und so gefährlich, dass vor „Kriegerinnen“ ausdrücklich gewarnt werden muss.

Der nächste Termin: 29.4.2021, 19.30 Uhr, Digitales Theater zu sehen auf

www.theater-osnabrueck.de

—| IOCO Kritik Theater am Domhof |—


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Mönchengladbach, Theater Krefeld Mönchengladbach, Christoph Roos – Neuer Schauspieldirektor, IOCO Aktuell, 17.3.2021

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krefeld_2.jpg

Theater Krefeld Mönchengladbach

Theater Krefeld © Matthias Stutte

Theater Krefeld © Matthias Stutte

Christoph Roos –  Neuer Schauspieldirektor

ab Spielzeit 2022/23

Das Schauspiel-Ensemble des Mehrsparten-Theater Krefeld Mönchengladbach hat in einem monatelangen Verfahren seinen neuen Chef gewählt, der 2022/23 anfängt.

Theater Krefeld Mönchengladbach / Christoph Roos, neuer Schauspieldirektor © Ken Werner

Theater Krefeld Mönchengladbach / Christoph Roos, neuer Schauspieldirektor © Ken Werner

Mit einem besonderen Verfahren wurde der neue Schauspieldirektor des Theater Krefeld und Mönchengladbach ermittelt: Die Schauspielsparte hat auf Vorschlag von Generalintendant Michael Grosse, der die demokratischen Strukturen am Stadttheater stärken möchte, seinen neuen Leiter selbst gewählt. Unter den 15 Bewerberinnen und Bewerbern konnte sich Christoph Roos durchsetzen, der am Gemeinschaftstheater be-reits zahlreiche Stücke auf die Bühne gebracht hat, darunter Dürrenmatts Der Besuch der alten Dame, Molières Der Menschenfeind und zuletzt „Für immer schön“ von Noah Haid-le. Damit folgt auf Matthias Gehrt erneut ein Schauspieldirektor, der Regie führt. Christoph Roos ist seit der Saison 2014/15 Oberspielleiter am Landestheater Tübingen und nimmt seine neue Tätigkeit am Niederrhein in der Spielzeit 2022/23 auf – mit einer Perspektive bis 2025. Die Programmplanungen dafür beginnen bereits in den nächsten Wochen.

„Für die Wahl des neuen Schauspielchefs wurden Arbeitskontakte der vergangenen elf Jahre in den Blick genommen“, berichtet Generalintendant Michael Grosse. Indem er die Personal-entscheidung in die Hände des Schauspiels gelegt hat, setzt Grosse vor dem Hintergrund der Debatte um Machtmissbrauch an den Theatern ein ganz klares Zeichen. 16. März 2021

LTT hinter den Kulissen – hier Christoph Roos
youtube LTT – Landestheater Tübingen
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Ensemblesprecher des Schauspiels, Carolin Schupa und Paul Steinbach, haben gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen Fragebögen entwickelt, Bewerbungsgespräche geführt, debattiert und diskutiert. Der lange, oft auch mühsame Weg hat sich gelohnt, denn beide sind sich sicher, dass das Ensemble über diese Entscheidungsteilhabe viel gelernt hat und noch mehr zusammengewachsen ist. Besonders erfreulich: Dem Profil des Hauses entsprechend, das auf personelle Kontinuität setzt, wird das Schauspielensemble auch unter der neuen Leitung bestehen bleiben. Kein Künstler wird das Theater verlassen müssen, wenn Christoph Roos seine Tätigkeit aufnimmt. Für Matthias Gehrt, der 2022 nach 12 Jahren aufhört, ist der Abschied kein endgültiger: Er wird die Reihe Außereuropäisches Theater, die er ins Leben gerufen hat, bis auf Weiteres kuratieren. „Ich bin sehr froh darüber, dass wir seine internationale Vernetzung mit Theater-schaffenden dadurch weiter nutzen können“, so Generalintendant Michael Grosse.

—| IOCO Aktuell Theater Krefeld Mönchengladbach |—


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Theaterschule COBI: Theaterluft – auch für reales Leben, IOCO Interview, 27.02.2021

Februar 27, 2021 by  
Filed under Hervorheben, IOCO Interview, Schauspiel

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Theaterschule COBI / Jugendliche üben Theaterspiel © Theaterschule COBI

Theaterschule COBI / Jugendliche üben Theaterspiel © Theaterschule COBI

Theaterschule COBI – Theaterluft für Kinder, Jugendliche, Erwachsene

– Improvisation – Bewegung – Sprache –

von Viktor Jarosch

Theaterschule COBI / hier Nicole Strehl © Nicole Strehl

Theaterschule COBI / hier Nicole Strehl © Nicole Strehl

IOCO besuchte Nicole Strehl, Leiterin der privaten Theaterschule COBI im oberfränkischen Coburg, um über die Ziele ihrer Theaterschule, über Theater AGs, integratives Klassentheater, Kulturwerkstätten zu hören. Nach Strehls Motto „Theater macht Spaß“ werden Kinder, Jugendliche und Erwachsene für das Theaterspielen begeistert. Doch die vielseitigen Übungen in Schauspiel, Theater, Tanz in der  Theaterschule COBI sollen nicht nur auf der Bühne wirken, sie sollen auch in unserem Alltag zu „freundlichen“ Lebenshelfern werden.

Menschliche Kommunikation findet von Geburt an in der gesprochenen Sprache, der Körpersprache und deren „Zusammenspiel“ statt: „Persönliche Einstellungen und „Lebens“-Erfahrungen„, so Nicole Strehl, „zeigen sich hier ebenso wie die Einflüsse der in Corona-Zeiten zunehmenden Digitalisierung. Kinder, Jugendliche wie Erwachsene: alle suchen ihr persönliches Selbstverständnis in Ausdruck und Sprache; sensibilisieren so ihre Wahrnehmung und üben soziale Kompetenz“.

Theater, Bewegung, Sprache, Tanz, Gesang kann einseitiger, ungewollter Entwicklung entgegenwirken. Sensorik, Koordination, Körper- und Sinneswahrnehmung werden in der Theaterschule COBI spielerisch gefördert. Rollenspiele wirken gezielt sprachunterstützend und vertiefen zugleich  kommunikative Fähigkeiten. Kinder wie Erwachsene lernen, ihre Sinne zu sensibilisieren, Wahrnehmungen zu verbalisieren, auf andere zuzugehen und mit ihnen zusammenzuarbeiten.

Mehr als eine Liebesgeschichte – Albert und Victoria der Theaterschule COBI
youtube Trailer ITV Coburg
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Bereits im Alter ab 4 Jahren können die Kleinsten in der  Theaterschule COBI  Theaterluft schnuppern und unter professioneller Anleitung das Theaterspielen erlernen. Neben dem Spaßfaktor werden menschliche Kompetenzen und Soft Skills gefördert.

Nicole Strehl studierte zunächst Theaterwissenschaften und Pädagogik bevor sie als Betriebswirtin und Marketingplanerin abschloss. In ihrer Diplomarbeit „Relationship Theater Marketing“ beschäftigt sie sich intensiv mit dem Kinder- und Jugendtheater. Sie arbeitete an verschiedenen Theatern und unterrichtete an einer Schweizer Privatschule. Nach fast zehnjährigem Aufenthalt in der Schweiz erfüllte sich die gebürtige Coburgerin im April 2012 mit der Theaterschule COBI ihren persönlichen Traum.

Das anfänglich reine Kindertheater entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einer erfolgreichen Theaterschule, die weit über Coburgs Grenzen bekannt ist. In normalen Zeiten spielen über 250 Kinder, Jugendliche und mittlerweile auch Erwachsene jede Woche in den eigenen Theaterräumen sowie in Schulen und Kindergärten begeistert Theater. Das Angebot umfasst Theater AGs, integratives Klassentheater, Kulturwerkstätten sowie zahlreiche Workshops. Im Laufe der Zeit hat die Theaterschule ein umfangreiches Repertoire an Stücken aufgebaut und kann bei deren Ausstattung auf einen eigenen Kostüm- und Requisitenfundus zurückgreifen. Dabei schreibt Nicole Strehl die Theaterstücke entweder selbst oder passt sie individuell und altersgerecht an. So führte sie u.a. mit Grundschülern eine Fassung von Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“ auf.

Theaterworkshop im Museum: Martin Luther der Theaterschule COBI
youtube Trailer Kunstsammlungen der Veste Coburg
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Im Frühjahr 2015 übernahm Nicole Strehl zusätzlich die künstlerische Leitung für „Theater ohne Grenzen“, ein integratives Großprojekt des Kultur- und Schulservices der Stadt und des Landkreises Coburg.

Die private Theaterschule ist Kooperationspartner der Veste Coburg, siehe Trailer oben, und des Naturkundemuseums Coburg sowie der Kantorei Evangelische-Lutherische Kirchengemeinde Coburg St.Moritz. Als mehrfacher Finalist von „Kinder zum Olymp“ ist die Theaterschule COBI zudem bundesweit Praxisbeispiel für vorbildliche Kooperationsprojekte zwischen Schule und Kultur.

„Es ist wunderbar zu sehen, wie sich die Kinder entwickeln. Anfangs überwiegt die Schüchternheit, viele kommen noch nicht aus sich heraus, können eine Rolle noch nicht annehmen. Im Laufe der Zeit können sie sich dann richtig in eine Rolle hineinversetzten,“ erklärt Nicole Strehl gegenüber IOCO stolz und ergänzt: “Die Fortgeschrittenen können sich richtig in eine Rolle fallen lassen.“ Dazu braucht es natürlich viel Vertrauen in sich selbst, aber auch in die Arbeit von Strehl und ihrem Team, zu dem neben ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern auch Alexandra Kraft als Mitarbeiterin und „Mädchen für alles“ gehört. „Zudem helfen geeignete Personen aus meinem persönlichen Umfeld  oft mit“, verrät Strehl, „anders würden wir die umfangreiche Arbeit wohl gar nicht bewerkstelligen können.“ Dabei geht es um die ganzheitliche Theaterarbeit mit Schauspiel, Inspizienz, Technik, Kostüme und Maske sowie Dramaturgie. „Da steckt sehr viel Zeit und noch mehr Liebe drin, das muss man leben“, ergänzt Strehl und lacht: „Wir haben zu fünft auch schon mal über 15 Stunden die Wartburg als detailgetreues Modell für einen zehn Sekunden Auftritt in unserem Martin Luther Stück gebaut.“

Natürlich trifft auch die Corona-Krise die Theaterschule hart: viele Kurse und Auftritte konnten nicht stattfinden. Die Theaterschule COBI befindet sich zeitweise in einer Art Dornröschenschlaf, den sie mit Filmprojekten unter strengen Hygieneauflagen und Online-Kursen überbrückt. Dazu gehört auch das Projekt COltur (Coburgs Kulturszene im Netz). „Die wertvollen Filmerfahrungen, die wir in dieser Zeit gemacht haben, möchten wir auch zukünftig mitnehmen“, erklärt Nicole Strehl, die „ihr“ Theater vermisst und sich über die aktuelle Kultursituation sehr besorgt zeigt: „Fast 260`000 Unternehmen mit 1,2 Mio. Kernerwerbstätigen sind in der Kultur- und Kreativwirtschaft tätig und leisten einen wichtigen Beitrag zur deutschen Volkswirtschaft! Wir alle brauchen zum Überleben Unterstützung, ansonsten wird die Kulturlandschaft auseinanderfallen!“

Ihr Lieblingszitat hat Nicole Strehl von Max Reinhardt: „Ich glaube an die Unsterblichkeit des Theaters. Es ist der seligste Schlupfwinkel für diejenigen, die ihre Kindheit heimlich in die Tasche gesteckt und sich damit auf und davon gemacht haben, um bis an ihr Lebensende weiterzuspielen.“

„Und so wird die Theaterschule COBI hoffentlich noch lange für das Leben wie die Bühne bereichern“, hofft Nicole Strehl

—| IOCO Interview |—


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