Graz, Schlossbergbühne Kasematten, Fidelio – „Namenlose Freude“ in berstender Musikalität, IOCO Kritik, 29.08.2020

Schloßbergbühne Kasematten

Schlossbrgbuehne Kasematten in Graz / Fidelio - hier : Dirigent Marcus Merkel, Grazer Philharmoniker und das Publikum © PhotoWerk

Schlossbrgbuehne Kasematten in Graz / Fidelio – hier : Dirigent Marcus Merkel, Grazer Philharmoniker und das Publikum © PhotoWerk

Fidelio –  Schlossbergbühne Kasematten – Graz

– „Namenlose Freude“  in berstender  Musikalität –

von Michael Stange

Mit Beethovens Fidelio fand in der Schlossbergbühne Kasematten von Graz eine der ersten österreichischen Opernproduktionen nach dem Corona-Lockdown statt. Die Grazer Kasematten sind neben Oper und Konzerthaus eine einzigartige Kulisse für Opernaufführungen. Ursprünglich Kellergewölbe des Schlosshauptmannshauses, Vorratslager und Gefängnis, dienen sie seit neunzig Jahren als Naturtheater.

 Österreichischer Corona-Musik-Lockdown endet in Graz mit FIDELIO

Die Widerbelebung der sommerlichen Opernaufführungen hat Kapellmeister Marcus Merkel und der von ihm gegründete Verein Junge Konzerte Graz initiiert. Insbesondere die Grazer Spielstätten und ihr Leiter Bernhard Rinner haben dies mit ihrem Engagement und ihrem Elan ermöglicht. Als Markus Merkel das Projekt Anfang des Jahres an Chor und Orchester herantrug verzichteten die beteiligten Musiker damals spontan sofort auf ihre Ferien und sagten ihre Mitwirkung zu. Zum Gelingen beigetragen haben ferner viele Sponsoren und unzählige Helfer, die sich mit großem Enthusiasmus in das Projekt warfen.

Schlossbergbühne Kasematten in Graz / Fidelio - hier : Dirigent Marcus Merkel, Ausstatterin Emma Hoffmann und Hausherr Bernhard Rinner © Martin Schönbauer

Schlossbergbühne Kasematten in Graz / Fidelio – hier : Dirigent Marcus Merkel, Ausstatterin Emma Hoffmann und Hausherr Bernhard Rinner © Martin Schönbauer

Den Beteiligten ist dafür zutiefst zu danken und der Erfolg war für alle Lohn und Glück zugleich. In den drei ausverkauften Aufführungen konnten Mitwirkende und über 2000 Menschen wieder eine der größten Opern der Musikgeschichte erleben. Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie mit der aus infektiologischen Gründen erforderlichen Distanz, dem Abstandhalten und Vereinsamung, sind die Themen Liebe, Freiheit und Gemeinschaft des Fidelio ein brennendes Thema.

Das gewölbeartige Backsteintheater mit seiner Gefängnishistorie bot optisch und historisch eine ideale Kulisse für den halbkonzertanten Fidelio. Unter wetterfestem Dach führte Andrea Baquero (Ausstattung: Emma Hoffmann) Regie. Klug nutzte sie den knappen Bühnenraum aus. Die Beziehungen zwischen den Figuren wurden im 1 Akt durch geschickte Positionierung auf beiden Bühnenseiten dargestellt. Dies erläuterte Handlung und die Beziehungsgeflechte der Akteure. Leonore war ein kecker, aber zugleich zurückhaltender Junge mit weißem Hemd und Schiebermütze. Florestan liegt nach der Arie wie tot auf dem Boden. Leonore und Rocco finden ihn nach Durchschreiten des Zuschauerraumes. Die Auseinandersetzung zwischen Leonore und Pizarro wird mit brennender Wucht gespielt.

Beethoven lässt seine Oper Fidelio zunächst wie ein heiteres Singspiel über Liebe und Eifersucht zwischen jungen Leuten beginnen. Erst mit dem bedrohlichen Zwischenspiel und dem Auftritt Roccos wird klar, dass sich ein großes Drama mit ungewissem Ende ausrollt.

Diese Steigerung der Dramatik, die vielschichtigen Nuancen und Wendungen mit ihrer emotionalen Wucht und die Botschaften von Liebe, Freiheit und Gemeinschaft loteten alle Beteiligten mit großer Kunst aus. So entstanden musikalisch grandiose und herausragende Fidelio Vorstellungen, die zu den Besten gehörten, die seit langem geboten wurden. Alle Beteiligten waren mit immensem Feuer und einer Hingabe bei der Sache, dass man meinte, man höre das Werk zum ersten.

Graz Schlossbergbühne Kasematten/ Fidelio - hier : v.l. Barbara Krieger, Marcus Merkel, Bryn Terfel © PhotoWerk

Graz Schlossbergbühne Kasematten/ Fidelio – hier : v.l. Barbara Krieger, Marcus Merkel, Bryn Terfel © PhotoWerk

Barbara Krieger als Leonore nahm man schon optisch mit ihrer Schiebermütze und der sportlichen Gestalt ab, dass sie sich aus Liebe zu Florestan als Mann verkleidet, um als Diener des Kerkermeisters Rocco ihren Gatten zu suchen. Stimmlich entwickelte sie die Rolle im Sinne des Dramas. Leise und verhalten nahm sie das erste Duett mit Marzelline und das Quartett. Durch Pianotöne und sinnlich verhaltenes Singen gab sie bis zum Terzett einen Kundschafter, der neues Terrain erkunden und sich den ihr unbekannten übrigen Protagonisten mit Charme, Zurückhaltung aber auch Tatkraft bei der Arbeit annähert. In der Arie Abscheulicher, wo eilst Du hin“ entfaltete sie dann endgültig ihre gesamte vokale Pracht.

Den Beginn nahm Barbara Krieger mit ergreifenden dunklen Vokalen. „Komm Hoffnung..“ begann sie mit zartem Piano das ihren ganze Erwartung und Sehnsucht nach dem Wiedersehen mit Florestan stimmlich auszudrückte. Die anschließenden hohen Töne nahm sie völlig locker und flutete die Stimme mit so großen Elan, dass ihre Arie zu einer Glanzleistungen des 1.Aktes wurde. Im 2. Akt bot sie insbesondere bei „Halt, töt erst sein Weib…“ eine Wucht und Verve, die den stimmlich und körperlich hühnenhaften Pizarro und das Publikum erstarren ließen. In dieser Leonore hat Barbara Krieger ihre herausragenden stimmlichen Mittel und ihr beeindruckendes Gestaltungsvermögen erneut unter Beweis gestellt. Wie sie ihre Emotionen durch ihre Stimmfarben ausdrückte und ihre vokalen Reserven in den dramatischen Momenten machtvolle und locker zugleich entfaltete, war staunenswert. Ein Sopran der Extraklasse. Sie riss mit und ließ durch ihre Intensität häufig erschauern.

Bryn Terfel war ihr potenter Gegenspieler. Der walisische Bariton feierte in Graz sein Rollendebut. Die Bösartig und Grausamkeit Pizzaros füllte er mit Schauspielkunst und gesanglicher Verve aus. Stimmliche Intensität und machtvolle Tonfülle prädestinieren ihn neben seinen Wagnerrollen und dem Scarpia für den Pizarro. Sein Erschrecken über die Revision der Gefängnisse folgt bei Ha welch ein Augenblick…“ ein bebender vulkanischer Ausbruch. Eine Glanzleistung von intensiver Tiefe und Dramatik und ein eindrucksvolles Rollendebut.

Roberto Sacca war ein Florestan mit Tonfülle, Stimmkultur und Rollenidentifikation. Er bewies erneut, dass er einer der führenden europäischen Tenöre des lyrisch dramatischen Fachs ist. Die Arie „Gott welch Dunkel“ nahm er nach dramatischem Ausbruch mit dem Text folgender stimmlicher Modulation, und berückenden Pianotönen. Mit immenser Dramatik schwang er sich in ein brillant gesungenes himmlisches Reich auf. Ein Sänger von packender Wucht, der sich in seiner Karriere von Mozart bis in das dramatische Fach entwickelt und bis heute die Gesangskultur und das Timbre seiner Glanzzeit bewahrt hat.

Narine Yeghiyan war eine selbstbewusste ungemein farbenreiche, betörende Marzelline mit großen vokalen Reserven. Mit süßem, verführerischem Klang und großem Atem nahm sie ihre Arie und die Ensembles. In der Auseinandersetzung mit Jaquino durch mühellose dramatische Steigerungen wird deutlich, dass sie vom Leben einen Ehemann mit Saft und Kraft erwartet.

Graz Schlossbergbühne Kasematten/ Fidelio - hier: v.l. Bryn Terfel und Marcus Merkel © PhotoWerk

Graz Schlossbergbühne Kasematten/ Fidelio – hier: v.l. Bryn Terfel und Marcus Merkel © PhotoWerk

Peter Kellner hat mit dem Rocco eine seiner Glanzrollen gefunden. Sein tiefes Bassfundament, die strömende Mittellage und die federnde Höhe machen ihn zu einem der vielversprechendsten Bässe der nächsten Jahre und Jahrzehnte. Mit gesanglicher Brillanz, Spielfreude und immenser Musikalität lotete er die gemütlichen Seiten aber auch den Widerstand gegen Roccos Mordpläne vielschichtig aus. Seine Arie Hat man nicht auch Gold beineben….“ sprühte vor Charme und Witz. Man sah ihn vokal förmlich mit den Münzen jonglieren. Einst Ensemblemitglied der Grazer Oper ist der Dreißigjährige nun an der Wiener Staatsoper engagiert.

Neven Crnic als Minister war eine Luxusbesetzung. Der Sechsundzwanzigjährige verströmte seinen Heldenbariton mit einer Klangschönheit und Poesie, die heute selten zu hören ist. Die Stimme sitzt perfekt, er entfaltet eine unglaubliche Wärme in der Mittellage, die er mit strahlendem Gesang in der Höhe krönt.

Mario Lerchenberger war als Jaquino gleichfalls ein Ereignis. Mit warmem, lyrischem, edel klingendem Tenor – wie geschaffen für Mozart – gestaltet er als Jüngster im Ensemble seine Rolle mit großem Einsatz und Meisterschaft.

Neben den jungen Kräften sang Tenorlegende Reiner Goldberg, der in Graz 1980 in Kreneks Johnny spielt auf, debütierte einen beeindruckenden 1. Gefangenen. Stimmklang und Timbre erinnerten an seine großen Leistungen in Bayreuth und Salzburg. Er sang seine kurze Passage mit derart blühendem Tenor und strahlendem Ton, dass man nicht glaubte dass ein Achtzigjähriger auf der Bühne stand.

Die Mitglieder des Grazer Opernchores sangen klangschön mit Vielschichtigkeit und Leidenschaft. Mit Glut, sprühender Musikalität und überirdischem Spiel bestachen die Mitglieder der Grazer Philharmoniker.

Die treibende Kraft der Aufführung war Kapellmeister Marcus Merkel. Seine Klangvorstellungen, waren von übervoller Poesie und rhythmischer Präzision. Er vermittelte sie so überzeugend, dass trotz der Spielpause eine faszinierende Symbiose aller Musiker entstand. Sein Konzept war von einer fließenden, lyrischen Intensität und dramatischen Dichte geprägt. Innigen Momenten ließ er genug Raum, düstere Passagen präsentierte er in getragenem Tempo, um dann in dramatische Attacken ein atemberaubendes Tempo vorzulegen. Dies durchzog schon das Vorspiel, das so schon dort einen Ausblick auf die kommende Handlung und seine Lesart der Partitur gab. Mit diesem Ausloten und Auskosten der Partitur wurde Fidelio zu einem spannungsgeladenen Drama. Seine phänomenalen Musikalität und seine Fähigkeit sein Gespür für die dramatischen Entwicklungen auf alle Mitwirkenden zu übertragen, sucht seinesgleichen. Klangbild und Spannungsbögen rissen von ersten bis zur letzten Minute mit. Ein Ausnahmedirigent, der fesselte und begeisterte.

In Graz wurde in diesen drei Aufführungen gezeigt, dass und wie furioses Musiktheater geht und welche Begeisterungstürme es hervorruft. Hoffentlich war dies der Startschuss einer neuen Grazer Sommeroper mit vielen künftigen Auftritten aller Beteiligten.

Fidelio in der Grazer Kasematten; besuchte Vorstellung 23.8.2020

—| IOCO Kritik Schloßbergbühne Kasematten |—

Wuppertal, Wuppertaler Bühnen, Patrick Hahn – Nachfolger von Julia Jones, IOCO Aktuell, 06.07.2020

Wuppertaler Bühnen

Opernhaus Wuppertal © Andreas Fischer

Opernhaus Wuppertal © Andreas Fischer

Patrick Hahn, *1995 in Graz, 2021 neuer GMD in Wuppertal

Patrick Hahn wird Generalmusikdirektor der Wuppertaler Bühnen und Sinfonieorchester GmbH Mit der Spielzeit 2021/22 wird der erst 24-jährige Österreicher Patrick Hahn Nachfolger von Julia Jones und zugleich jüngster GMD in Deutschland.

Sprühende Leidenschaft für die Musik verknüpft mit einer außergewöhnlichen dirigentischen Präzision – Patrick Hahn hinterließ bereits im Januar dieses Jahres bei seinem Dirigat des 5. Sinfoniekonzerts des Sinfonieorchester Wuppertal einen phänomenalen Eindruck.

Im Dezember 2019 gab die amtierende Generalmusikdirektorin Julia Jones bekannt, dass sie ihren seit der Spielzeit 2016/17 bestehenden Vertrag über die Spielzeit 2020/21 nicht verlängern möchte. Auf die zu besetzende Stelle des rund 90 Mitglieder großen Orchesters haben sich rund 100 Dirigentinnen und Dirigenten aus dem Inund Ausland beworben. Nach einem dreistufigen Auswahlverfahren konnte der Aufsichtsrat der Wuppertaler Bühnen und Sinfonieorchester GmbH der einstimmigen Entscheidung der 11-köpfigen Findungskommission zustimmen und Patrick Hahn zum Generalmusikdirektor der Wuppertaler Bühnen und Sinfonieorchester GmbH berufen.

Wuppertaler Bühnen / Patrick Hahn, GMD in Wuppertal ab 2021 © Gerhard Donauer C&G Pictures

Wuppertaler Bühnen / Patrick Hahn, GMD in Wuppertal ab 2021 © Gerhard Donauer C&G Pictures

»Wir freuen uns, ein solches Ausnahmetalent für Wuppertal zu gewinnen. Ein absoluter Glückgriff für die Wuppertaler Bühnen, für die Stadt und das gesamte Bergische Land – die musikalische Welt wird auf uns schauen!«, begrüßt Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender Andreas Mucke die Besetzung der wichtigen Position. Der designierte GMD blickt mit freudiger Erwartung auf die neuen Herausforderungen: »Nicht oft passt die Chemie und die gemeinsame Lust am Musizieren so sehr auf Anhieb, wie das bei unserer ersten Zusammenarbeit Anfang des Jahres der Fall war. Ich freue mich ungemein, mit einem derart motivierten, hochklassigen und versatilen Klangkörper eine aufregende Reise zu beginnen und schaue mit großer Vorfreude auf die Post-Covid-19-Ära, in der das gemeinsame Musizieren einen möglicherweise noch außergewöhnlicheren und fruchtbareren Stellenwert einnimmt. Wuppertal als Geburtsstadt von Günter Wand bietet einen inspirierenden Nährboden, um die visionäre Programmatik dieses großen deutschen Dirigenten zu reflektieren. Uns erwarten gewiss aufregende Zeiten!«

Der 1995 in Graz geborene Patrick Hahn ist als Dirigent, Komponist und Pianist Preisträger zahlreicher Wettbewerbe im In- und Ausland. Als Dirigent arbeitete er unter anderen mit Orchestern und Opernhäusern wie den Münchner Philharmonikern, den Klangkörpern des Bayerischen Rundfunks, dem Gürzenich-Orchester Köln, den Düsseldorfer Symphonikern, der Dresdner Philharmonie, der NDR Radiophilharmonie, den Symphonikern Hamburg, dem Tonkünstlerorchester Niederösterreich, den Wiener Symphonikern, der Camerata Salzburg, dem Klangforum Wien, dem Luzerner Sinfonieorchester, der Camerata Royal Concertgebouw Orchestra, dem Orchestra Ensemble Kanazawa, der Bayerischen Staatsoper München, der Staatsoper Hamburg, der Ungarischen Staatsoper Budapest sowie den Tiroler Festspielen Erl. In enger Zusammenarbeit mit Kirill Petrenko übernahm er die Einstudierung der Neuproduktionen von ›Salome‹ und ›Die tote Stadt‹ an der Bayerischen Staatsoper sowie von ›Fidelio‹ bei den Opernfestspielen Baden-Baden.

Noch während des Klavier- und Dirigierstudiums an der Kunstuniversität Graz wurde er zu Meisterkursen bei Kurt Masur und Bernard Haitink sowie als Conducting Fellow zum Aspen Music Festival und zum Tanglewood Music Center eingeladen.

Neben seiner Arbeit im klassischen Musikbereich hegt Patrick Hahn großes Interesse an den Liedern des österreichischen Chansonniers Georg Kreisler wie auch an Jazzmusik und erhielt Auszeichnungen bei Jazz Festivals in Chicago sowie den »Outstanding Soloist Award« der University of Wisconsin-La Crosse als bester Jazzpianist des 37th Annual Jazz Festivals. 2017 wurde ihm der Würdigungspreis des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft verliehen.

Außergewöhnliche Vielfalt und musikalische Offenheit sind Markenzeichen des Sinfonieorchesters Wuppertal. 1862 gegründet, kann der Klangkörper auf eine Reihe großer Dirigent*innen wie Erich Kleiber und Otto Klemperer, die ihre Karriere in Wuppertal begannen, zurückblicken. Das A-Orchester mit 88 Mitgliedern hat mit der Historischen Stadthalle Wuppertal, einem der besten Konzertsäle Europas, ein Juwel als Heimstätte, die im Jahr 1900 unter Leitung von Richard Strauss eingeweiht wurde. Internationale Konzerttourneen führten das Sinfonieorchester unter anderem nach Tokio, Mailand, Paris und Amsterdam. Seit 20 Jahren widmet sich das Sinfonieorchester zudem insbesondere dem Bereich Education und Musikvermittlung.

—| IOCO Aktuell Wuppertaler Bühnen |—

Wien, Wiener Symphoniker, Acht österreichische Orchester – Aufnahme des Spielbetriebs, Mai 2020

Mai 13, 2020 by  
Filed under Hervorheben, Wiener Symphoniker

Wiener Symphoniker

Wiener Symphoniker / Gruppenfoto am Podium des Großen Saales im Wiener Konzerthaus (mit Chefdirigent), © Stefan Oláh

Wiener Symphoniker / Gruppenfoto am Podium des Großen Saales im Wiener Konzerthaus (mit Chefdirigent), © Stefan Oláh

Acht  österreichische Orchester zur Wiederaufnahme des Spielbetriebs

Johanna Bohnen, Geigerin im Bruckner Orchester Linz, erzählt aus der Corona-Zeit

Die Intendanten, Geschäftsführer und Verantwortlichen von acht österreichischen Orchestern (Bruckner Orchester Linz, Grazer Philharmoniker, Kärntner Sinfonieorchester, Mozarteumorchester Salzburg, ORF Radio-Symphonieorchester Wien, Tiroler Symphonieorchester Innsbruck, Tonkünstler-Orchester Niederösterreich, Wiener Symphoniker) haben sich heute gemeinsam in einer Stellungnahme an die Staatssekretärin im Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport, Frau Mag. Ulrike Lunacek, für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs in österreichischen Orchestern ausgesprochen.

In dem Dokument, das Sie nachfolgend sowie im Anhang finden, werden dezidierte Empfehlungen, Maßnahmen und Verhaltensregeln auf Orchesterseite erläutert, die einen ordentlichen Probe- und Spielbetrieb ermöglichen.

Johanna Bohnen, Geigerin im Bruckner Orchester Linz erzählt aus ihrem `Home Office
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Zur Wiederaufnahme des Spielbetriebs in österreichischen Orchestern

Seit dem im März verhängten Lockdown im Bereich der Kunst und Kultur aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 finden im Kulturland Österreich keine Konzert- und Kulturveranstaltungen mehr statt. Gleichwohl sind Kunst und Kultur, die nachgewiesenermaßen gesundheits- und entwicklungsfördernd wirken, für viele Menschen ein unverzichtbarer Bestandteil ihres Lebens. Besonders die Musik kann heilende Effekte erzielen, wie durch viele Studien belegt ist.

Die Wiederaufnahme von Kunst- und Kulturveranstaltungen parallel zur Wiedereröffnung von Industrie, Handel und Bildungseinrichtungen muss daher dringend angestrebt werden.

Die andauernden Einschränkungen des öffentlichen Lebens haben zu einem starken Rückgang des Infektionsgeschehens geführt. Das österreichische Gesundheitswesen zählt zu den leistungsfähigsten weltweit. Da die Berufstätigkeit zu den wichtigen sozialen Bestimmungszahlen in Bezug auf Gesundheit und Lebenserwartung gehört, ist die Wiederaufnahme ihrer beruflichen Tätigkeit für Musikerinnen/Musiker nicht nur unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten, sondern auch aus sozialmedizinischer Perspektive von großer Relevanz.

Die Verantwortlichen der österreichischen Profi-Orchester setzen daher alles daran, ihrem Publikum die Teilnahme an Opernaufführungen und Konzerten wieder zu ermöglichen und den Lockdown im Orchesterbereich zu beenden.

Dazu empfehlen wir die Umsetzung der nachfolgend aufgelisteten (zeitlich begrenzten) Maßnahmen:

Nur Personen, die sich gesund und leistungsfähig fühlen, sollen ihre berufliche Tätigkeit im Orchester wiederaufnehmen. Eine tägliche Selbstüberprüfung im Hinblick auf die folgenden Covid-19-typischen Symptome ist daher vor Betreten des Arbeitsgebäudes erforderlich (zur Veröffentlichung z. B. mit entsprechendem Aushang): Husten, Fieber, Schnupfen, Halsschmerzen, Atemnot, Kopf- und Gliederschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, Schwächegefühl, Geruchs- und/oder Geschmacksstörungen. Treten eines oder mehrere dieser Krankheitszeichen auf, sollte die Musikerin/der Musiker zu Hause bleiben, eine/n Ärztin/Arzt kontaktieren und eine Testung auf SARS-CoV-2 durchführen lassen.

Hochrisikopersonen: Personen, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf einer Covid-19-Infektion haben, gelten als Hochrisikopersonen. Ihnen wird im Rahmen der arbeitsmedizinischen Vorsorge eine Freistellung von der Teilnahme am Orchesterspiel gewährt.

Orchester auf der Bühne und im Orchestergraben/räumliche Distanzierung entsprechend den offiziellen Anordnungen:

Generell kann festgehalten werden, dass unter Anwendung der nachfolgenden Maßnahmen die Ausübung des Musikberufs in Orchestern unter Einhaltung der offiziellen Anordnungen möglich ist.

·         1 Meter Mindestabstand zwischen den Musikerinnen/Musikern (gerechnet von Kopf zu Kopf)

·         Aufstellen von Plexiglas-Wänden (wo immer möglich) vor Bläserinnen/Bläsern. Wir weisen darauf hin, dass die zuletzt kolportierten Gefahren durch das Musizieren mit Blasinstrumenten durch Studien widerlegt worden sind.[1]

·         Instrumente werden bei Proben, Aufführungen, Konzerten oder Aufnahmen nicht von mehreren Musikerinnen/Musikern gespielt (z. B. Schlagzeug).

·         Abstandsregelung beim Auf- und Abtreten: „Amerikanischer Auftritt“ (Musikerinnen/Musiker treten individuell vor Konzertbeginn auf), Abtritt mit 1,5 Metern Abstand.

Orchester abseits der Bühne

·         Der Backstage-Bereich ist so zu organisieren, dass sämtliche Hygiene- und Abstandsvorschriften eingehalten werden. Das Tragen von NMS-Masken für diese Bereiche wird empfohlen. Für jedes Haus müssen eigene Vorschriften gefunden werden, die aufgrund der örtlichen Gegebenheiten zu treffen sind.

·         Der Orchesterbetrieb ist so zu gestalten, dass ausreichende Belüftung, Reinigung und Desinfektion gewährleistet werden können. Nach einer Probe, einem Konzert oder einer Aufnahme sind Notenständer und andere Arbeitsflächen sowie Böden zu reinigen.

·         Musikerinnen/Musiker müssen rechtzeitig vor Proben-, Konzert- oder Aufführungsbeginn oder vor Aufnahmen eintreffen, da sämtliche

Sicherheitsmaßnahmen (Hygienevorschriften, Abstand halten, Instrumente aus Kisten entnehmen, Auftritt etc.) mehr Zeit als üblich in Anspruch nehmen.

Allgemeine Maßnahmen

·         Es ergeht ein Hinweis auf allgemeingültige Maßnahmen im Umgang mit anderen Menschen. Bei den anzuwendenden Maßnahmen wird an die Eigenverantwortung der Musikerinnen/Musiker bei der Einhaltung derselben appelliert und diese, wo immer möglich, auch kontrolliert.

·         Desinfektion beim Betreten der Häuser und/oder der Bühnen bzw. Orchestergräben

·         Hinweise an Musikerinnen/Musiker, dass bei kleinsten Anzeichen einer Erkrankung ein Betreten der Bühne nicht sinnvoll bzw. gefährlich (für andere) ist.

Gezeichnet von den Verantwortlichen nachfolgender Orchester (in alphabetischer Reihenfolge):

Bruckner Orchester Linz
Grazer Philharmoniker
Kärntner Sinfonieorchester
Mozarteumorchester Salzburg
ORF Radio-Symphonieorchester Wien
Tiroler Symphonieorchester Innsbruck
Tonkünstler-Orchester Niederösterreich
Wiener Symphoniker


—| Pressemeldung Wiener Symphoniker |—

Graz, Musikverein für Steiermark, Belcanto-Gala mit PIOTR BECZALA , 25.06.2019

Juni 13, 2019 by  
Filed under Konzert, Musikverein Graz, Oper, Pressemeldung

Musikverein Graz

Musikverein Graz / Stephaniensaal © Robert Illemann

Musikverein Graz / Stephaniensaal © Robert Illemann

Belcanto-Gala mit  Maria Mudryak und Piotr Beczala

Am 25.06.2019 findet das große Saisonfinale statt, das im Rahmen einer Belcanto-Gala mit Starbesetzung gefeiert wird. Mit diesem Anlass wird auch unser Generalsekretär Dr. Michael Nemeth für sein 10-jähriges Jubiläum als künstlerischer Leiter des Musikvereins gewürdigt.

Musikverein Graz – Imagefilm
youtube Trailer Musikverein Graz
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Musikverein Graz / Grazer Philharmoniker © Robert Illemann

Musikverein Graz / Grazer Philharmoniker © Robert Illemann

10. FESTKONZERT
Di 25.06.2019 
Sempre libera! | Belcanto-Gala
Uhrzeit: 20:00 Uhr
Ort: Stefaniensaal

FRANCESCO CIAMPA
GRAZER PHILHARMONIKER
MARIA MUDRYAK Sopran
PIOTR BECZALA Tenor
Arien und Duette von Verdi, Gounod, Puccini u.a.

Musikverein Graz / Maria Mudryak © Victor Santiago

Musikverein Graz / Maria Mudryak © Victor Santiago

Musikverein Graz / Piotr Beczala © Jean-Baptiste Millot

Musikverein Graz / Piotr Beczala © Jean-Baptiste Millot

Belcantofest zum Saisonfinale

Der Musikverein bietet zum Saisonschluss ein Glanzlicht auf. Die große Welt der Oper findet Einzug in den Stefaniensaal, wenn Arien und Duette von Giuseppe Verdi, Charles Gounod, Giacomo Puccini u.a. erklingen werden. Gestaltet wird der Gala-Abend von der jungen, kasachisch-italienischen Sopranistin Maria Mudryak sowie Kammersänger Piotr Beczala, welcher Anfang des Jahres für sein Tosca-Debüt an der Wiener Staatsoper als„großer Gestalter im italienischen Repertoire“ (Kurier) bezeichnet wurde. Begleitet werden die Künstler von denGrazer Philharmonikern unter der Leitung des italienischen Dirigenten Francesco Ciampa.


VORSCHAU LIEDERABEND
mit Piotr Beczala am 13. Oktober 2019.
„Bei diesem Liederabend geht es um die Liebe, die auf mannigfaltige Art und Weise ausgedrückt werden kann. Helmut Deutsch und ich bringen Ihnen diese Emotionen durch die Musik aus unterschiedlichen Kulturkreisen und in verschiedenen Sprachen näher. Ich freue mich auf Sie!“ (Piotr Beczala)


TRADITION UND INNOVATION  
10 Jahre Generalsekretariat Dr. Michael Nemeth

„Seit 10 Jahren leitet Dr. Michael Nemeth als Generalsekretär den Musikverein und somit im Besonderen die Programmgestaltung und Gesamtorganisation dieser für unser Land so wichtigen Kulturinstitution. Es ist ihm und seinem kompetenten Team gelungen, wichtige Weichen für die Zukunft zu stellen und neue Bereiche entsprechend des Gründungszwecks von 1815 zu eröffnen.“

Dr. Franz Harnoncourt-Unverzagt
Präsident des Musikvereins

Musikverein Graz / Michael Nemeth © Oskar Schmidt

Musikverein Graz / Michael Nemeth © Oskar Schmidt


—| Pressemeldung Musikverein Graz |—

 

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