Essen, Theater und Philharmonie Essen, Sopranistin Jessica Muirhead erhält Aalto-Bühnenpreis 2018

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Theater und Philharmonie Essen

Theater und Philharmonie Essen / Die verkaufte Braut (als Marie, hier mit Richard Samek als Hans), © Matthias Jung

Theater und Philharmonie Essen / Die verkaufte Braut (als Marie, hier mit Richard Samek als Hans), © Matthias Jung

Sopranistin Jessica Muirhead erhält Aalto-Bühnenpreis 2018

Freundeskreis Theater und Philharmonie Essen zeichnet britisch-kanadische Sängerin aus Der Freundeskreis Theater und Philharmonie Essen zeichnet die britisch-kanadische Sopranistin Jessica Muirhead mit dem Aalto-Bühnenpreis für junge Künstler 2018 aus. Gestiftet wird das Preisgeld in Höhe von 5000 Euro von der Goldschmidt Thermit GmbH. Jessica Muirhead ist seit der Spielzeit 2015/2016 Mitglied des Aalto-Solistenensembles und konnte sich seitdem in zahlreichen Rollen präsentieren. In Heinrich Marschners Oper „Hans Heiling“ (kommende Vorstellungen am 29. April, 12./27. Mai und 22. Juni) sorgt sie als Anna zurzeit ebenso für Begeisterung wie als Elsa in Richard Wagners „Lohengrin“ (Vorstellungen am 22. April und 6. Mai). Glänzen konnte sie auch zu Beginn dieser Saison als „Verkaufte Braut“ Marie sowie in den vergangenen Spielzeiten als „Marguerite“ in Gounods „Faust“, Witwe Katerina in Martin?s „The Greek Passion“, Donna Anna in Mozarts „Don Giovanni“, Violetta in Verdis „La Traviata“, Gräfin Almaviva in Mozarts „Le nozze di Figaro“, Antonia in Offenbachs „Les contes d’Hoffmann“, Mimì in Puccinis „La Bohème“, Vitellia in Mozarts „Titus“ und Rosalinde in Strauß? Operette „Die Fledermaus“.

Theater und Philharmonie Essen / Jessica Muirhead © Nanc Price

Theater und Philharmonie Essen / Jessica Muirhead © Nanc Price

Jessica Muirhead erhielt ihren Master of Music von der McGill University Montreal. Zu den bisherigen Höhepunkten ihrer Karriere zählen Engagements an der Bayerischen Staatsoper München als Musetta („La Bohème“), an der Semperoper Dresden als Marguerite („Faust“) und Mimì („La Bohème“) sowie an der Volksoper Wien als Pamina („Die Zauberflöte“), Agathe („Der Freischütz“) und Antonia („Les contes d’Hoffmann“). Darüber hinaus sang sie Donna Anna („Don Giovanni“), Micaëla („Carmen“) und Gräfin Almaviva („Le nozze di Figaro“) bei der Canadian Opera Company, Vreli („A Village Romeo and Juliet“) in der Wexford Festival Opera, Violetta („La Traviata“) an der Dorset Festival Opera, und sie tourte mit dem Glyndebourne als Alice („Falstaff“). Ihr Konzertrepertoire umfasst Werke wie Haydns „Schöpfung“, Faurés „Requiem“, Mendelssohn Bartholdys „Elias“, Beethovens 9. Sinfonie, Brittens „War Requiem“ und Bergs „Sieben frühe Lieder“. Dabei trat sie u. a. mit den Hamburger Symphonikern,
dem Washington Orchestra, Bayerischen Rundfunkorchester und Orchestre de Chambre de Genève auf. 2012 wurde Jessica Muirhead beim Concours de Chant Toulouse mit dem Grand Prix ausgezeichnet sowie beim International Singing Contest Francisco Viñas Barcelona mit dem 2. Preis und dem Publikumspreis. Außerdem gewann sie die renommierte George London Foundation Competition in New York.

Theater und Philharmonie Essen / Lohengrin (als Elsa, hier mit Daniel Johansson als Lohengrin und Aron Gergely als Schwan) © Forster

Theater und Philharmonie Essen / Lohengrin (als Elsa, hier mit Daniel Johansson als Lohengrin und Aron Gergely als Schwan) © Forster

Der spartenübergreifende Aalto-Bühnenpreis für junge Künstler wurde erstmals 1990 vom Freundeskreis Theater und Philharmonie Essen verliehen. Zu den bisherigen Preisträgern gehören heute national und international gefragte Künstler wie die Schauspielerin Tatjana Clasing, der Bassist Franz-Josef Selig, der Tenor Torsten Kerl und der Tänzer Raul Raimondo Rebeck. Zuletzt ausgezeichnet wurde 2017 Silvia Weiskopf, Ensemblemitglied am Schauspiel Essen.

—| Pressemeldung Theater und Philharmonie Essen |—

Essen, Aalto Theater, Wiederaufnahme Lohengrin von Richard Wagner, ab 08.04.2018

März 14, 2018 by  
Filed under Aalto Theater Essen, Oper, Pressemeldung

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Aalto Theater Essen

Aalto Theater Essen / Lohengrin © Forster

Aalto Theater Essen / Lohengrin © Forster

 Lohengrin von Richard Wagner

 Tatjana Gürbacas Inszenierung am 8. +  22. April sowie am 6. Mai 2018

In der gefeierten Inszenierung von Tatjana Gürbaca kehrt Richard Wagners Lohengrin auf die Bühne des Aalto-Musiktheaters zurück. Nach der Wiederaufnahme am Sonntag, 8. April 2018, um 16:30 Uhr folgen zwei weitere Vorstellungen am 22. April und 6. Mai 2018. Nominiert für den Theaterpreis „Der Faust“ und den International Opera Award, war „Lohengrin“ eine der erfolgreichsten deutschen Opernproduktionen des vergangenen Jahres. Unter der musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Tomáš Netopil stellt sich nun der russische Tenor Sergey Skorokhodov, Ensemblemitglied am renommierten St. Petersburger Mariinsky-Theater, dem Aalto-Publikum als Lohengrin vor. Jessica Muirhead übernimmt erneut die Rolle der Elsa, Heiko Trinsinger ist als Friedrich von Telramund zu erleben. Außerdem wirken Rebecca Teem als Ortrud, Almas Svilpa als Heinrich und Karel Martin Ludvik als Heerrufer mit.

Richard Wagner in Bayreuth Foto IOCO

Richard Wagner in Bayreuth Foto IOCO

Die Geschichte von Wagners Lohengrin, die einen wichtigen Punkt am Übergang von der Oper hin zum musikalischen Drama markiert, ist tragisch: Elsa von Brabant wird des Mordes an ihrem Bruder Gottfried bezichtigt. Den Vorwürfen der Ankläger Telramund und Ortrud ist sie komplett ausgeliefert. Die Suche nach der Wahrheit wirkt ausweglos. Da betritt ein Mann von außen das Geschehen, ein „Erlöser“ in potenziell zweifacher Hinsicht – für die Gesellschaft und auch für Elsa. Er will Elsa helfen. Sogar heiraten will er sie. Doch er knüpft sein Hilfsangebot an eine Bedingung: Niemals solle Elsa nach seinem Namen und seiner Herkunft fragen. Diesem auf den ersten Blick womöglich nicht ganz nachvollziehbaren Liebesbeweis willigt Elsa ein. Aber die Sache geht schief. Elsa plagen, verständlicherweise, urmenschliche Fragen. Sie bricht mit dem Pakt, forciert von den Intriganten Ortrud und Telramund, indem sie das Unausgesprochene einfordert – und verliert alles.

—| Pressemeldung Aalto Theater Essen |—

Baden-Baden, Festspielhaus, Osterfestspiele 2018 – Parsifal, 24.03.2018

März 9, 2018 by  
Filed under Festspielhaus Baden-Baden, Oper, Premieren

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Festspielhaus Baden – Baden

Festspielhaus Baden-Baden © Festspielhaus Baden-Baden

Festspielhaus Baden-Baden © Festspielhaus Baden-Baden

Osterfestspiele Baden-Baden 2018

Parsifal – Auf der Suche nach dem heiligen Speer
Wagners letzte Oper als Neuinszenierung in Baden-Baden – Ruxandra Donose und Stephen Gould in den Hauptrollen

Richard Wagners letzte Oper Parsifal markiert zu den Baden-Badener Osterfestspielen 2018 den Abschied von Sir Simon Rattle aus der künstlerischen Leitung dieses Festivals. Der britische Chefdirigent der Berliner Philharmoniker hob die Baden-Badener Osterfestspiele 2013 mit aus der Taufe. Offiziell endet Rattles „Amtszeit“ im Sommer. Doch Parsifal ist die letzte Opernproduktion des Weltklasse-Orchesters in dieser Ära. Regisseur Dieter Dorn inszeniert das von Wagner als „Bühnenweihfestspiel“ bezeichnete Werk im Festspielhaus Baden-Baden neu.

Die Aufführungen am 24. und 30. März sowie am Ostermontag, 2. April 2018, beginnen um 16 Uhr – noch gibt es Eintrittskarten.

Im Rahmen eines Pressegesprächs beschrieb Sir Simon Rattle das Baden- Badener Festspielhaus als „geradezu ideal“, um diese letzte Oper Richard Wagners aufzuführen: „Die Sänger können nahezu ‚sprechen‘ und müssen nie forcieren“. Außerdem sei es ungewöhnlich, so Rattle, dass ein so großes Haus so intim wirke – all dies seien beste Voraussetzungen.

Das Bühnenweihfestspiel aus dem Jahr 1882 bildet den Mittelpunkt der Osterfestspiele 2018 an der Oos. Erzählt wird die verzweifelte Suche der Gralsritter nach Heilung für König Amfortas, der an einer Wunde leidet, die erst geschlossen werden kann, wenn sie vom heiligen Speer berührt wird. Diesen Speer hält der abtrünnige Ritter Klingsor in seinem Besitz. Ein schier endloser Kreislauf von Leid und vergeblicher Hoffnung auf eine bessere Zukunft muss durchbrochen werden. Fähig dazu ist nur ein „reiner Thor“, den der weise Gralsritter Gurnemanz in Parsifal, der fernab jeder Zivilisation aufgewachsen ist, zu entdecken glaubt.

Richard Wagners Bühnenweihfestspiel schrieb Musikgeschichte. Philosophen und Komponisten versuchten sich an Deutungen, die bis heute viel diskutiert sind. Die rund um den christlichen Ostermythos angelegte und von Wagner selbst geschaffene Dichtung geht auf Motive des Versepos Parzival von Christoph von Eschenbach aus dem 13. Jahrhundert zurück. Richard Wagner beschäftigte sich mit seiner Oper mehr als 30 Jahre und formulierte immer wieder die Absicht, den „Kern des Religiösen“ in Musik zu fassen.

Die „Parsifal“-Musik Richard Wagners gehört zu den Meisterwerken der Spätromantik. Der „Karfreitagszauber“, ein orchestrales Zwischenbild im dritten Aufzug, wird auch immer wieder in sinfonischen Konzerten gespielt. Die geschickt komponierten „Höhenchöre“ haben geradezu magische Wirkung. Dieter Dorn inszeniert das musikdramatische Werk neu, Stephen Gould singt den Parsifal und Ruxandra Donose erstmals die Partie der Kundry. Franz-Josef Selig verkörpert Gurnemanz und der britische Bariton Gerald Finley übernimmt die Rolle des Amfortas. Als Königsvater Titurel gibt der britische Bass Robert Lloyd sein Debüt im Festspielhaus Baden-Baden. Er wirkte bereits in der viel diskutierten „Parsifal“-Verfilmung von Hans-Jürgen Syberberg (1982) mit. Für die Bühne zeichnet Magdalena Gut verantwortlich, die Kostüme hat Monika Staykova entworfen und das Lichtdesign stammt von Tobias Löffler.

Heiß geliebt und heiß diskutiert
Wagners Oper Parsifal wird von Musikliebhabern heiß geliebt und ihre Botschaften seit über 130 Jahren nicht minder heiß diskutiert. Der Komponistzeichnet das Bild einer nicht mehr funktionierenden Gesellschaft, deren  Mitglieder nach Erlösung streben. Doch wo finden sie einen Erlöser und Erlösung? In dieser Frage manifestiert sich die noch immer hohe Aktualität der Oper, in deren Verlauf verschiedene Philosophien und Weltreligionen anklingen. „Wir finden Antworten in der Musik“, sagt Sir Simon Rattle, der froh darüber ist, dass Wagner nicht nur eine Perspektive einnimmt und die für die Menschheit so wichtige Frage aus verschiedenen Betrachtungswinkeln heraus stellt. „Diese Offenheit interessiert mich an Wagner“, so Rattle. Zurück zu Wagner Intendant Andreas Mölich-Zebhauser und Sir Simon Rattle erfüllt es mit Freude, dass Dieter Dorn die Regie dieser Festspielproduktion übernommen hat. „Er ist so voller Hingabe und Konzentration – was er macht, ist berührend“, so Sir Simon Rattle über den Regisseur. Dorn fungierte viele Jahre als Intendant der Münchner Kammerspiele und des Bayerischen Staatsschauspiels. Er zählt zu den erfolgreichsten Regisseuren unserer Zeit. Seine erste Wagner-Regie erarbeitete Dorn 1990 bei den Bayreuther Festspielen. Damals vertraute ihm Wolfgang Wagner eine neue Lesart der Oper „Der fliegende Holländer“ an und Dorns Inszenierung wurde weit beachtet.

Der Regisseur wurde 1935 in Leipzig geboren und studierte nach seiner Flucht nach West-Berlin in den 1950er Jahren an der dortigen Max-Reinhardt-Schule. Danach arbeitete er als Schauspieler, Dramaturg und Regisseur in Hannover. Ab 1968 inszenierte er in Essen und Oberhausen, am Deutschen Schauspielhaus Hamburg und am Wiener Burgtheater. Von 1972 bis 1975 war Dieter Dorn Regisseur an Berliner Schiller Theater. 1976 wurde er Oberspielleiter an den Münchener Kammerspielen und ab 1983 an gleicher Stelle Intendant bis 2001. Danach leitete er bis 2011 das Bayerische Staatsschauspiel in München. Neben seinen Schauspielinszenierungen waren auch seine Opernregien maßgebend, wie bei den Salzburger und Bayreuther Festspielen, an der Metropolitan Opera New York, an der Wiener Staatsoper, der Berliner Staatsoper Unter den Linden  sowie an der Bayerischen Staatsoper München.

Kundrys Debüt
Mit Ruxandra Donose erlebt die Wagner-Welt zu den Baden-Badener Osterfestspielen 2018 ein echtes Debüt. Die in Wien lebende Sängerin gilt unter anderem als ausgezeichnete Belcanto-Sängerdarstellerin und sammelte zudem Erfahrung in verschiedenen Barockoper-Produktionen. In der aktuellen Saison stehen für sie weitere wichtige Produktionen, wie ihr „Norma“-Debüt an. Das Publikum in traditionsreichen Opernstädten wie London, Moskau, New York und Paris schätzt Ruxandra Donose als wandlungsfähige Mezzosopranistin.

Die Rolle des Parsifal verkörpert der amerikanische Heldentenor Stephen Gould. Der erfahrene Wagner-Sänger wird noch in diesem Jahr neben seinem Engagement in Baden-Baden als Tristan und Siegmund bei den Bayreuther Festspielen zu erleben sein. In Budapest steht Stephen Gould als Tannhäuser auf der Bühne und wird diese Rolle auch unter anderem in Berlin, Dresden und Zürich singen. Regelmäßig verpflichten ihn die größten Opernhäuser der Welt als Wagner-Interpret. Wichtige Aufnahmen machte Gould unter anderem mit den Dirigenten Christian Thielemann und Donald Runnicles.

In weiteren Partien sind bei der Baden-Badener „Parsifal“-Produktion zu den Osterfestspielen 2018 ebenso bedeutende Sängerinnen und Sänger zu erleben. Der englische Bariton Gerald Finley singt die Partie des Amfortas. Franz-Josef Selig wird die Partie des Gurnemanz verkörpern und Evgeny Nikitin gibt den Bösewicht Klingsor. Berliner Philharmoniker mit langer „Parsifal“-Erfahrung Die Berliner Philharmoniker nahmen den gesamten „Parsifal“ mit ihren Chefdirigenten Herbert von Karajan und Claudio Abbado auf. Außerdem existiert eine Gesamtaufnahme unter der Leitung von Daniel Barenboim. Zu den Osterfestspielen wird nun eine neue Generation der Berliner Philharmoniker im Baden-Badener Orchestergraben sitzen und ihre Lesart dieser besonderen Oper  in Klang verwandeln.


Besetzung

„Parsifal“
Osterfestspiele 2018 Festspielhaus Baden-Baden
24. und 30. 03., 02.04. 2018, jeweils 16 Uhr
Musikalische Leitung Sir Simon Rattle
Inszenierung Dieter Dorn
Bühnenbild Magdalena Gut
Kostüme Monika Staykova
Licht Tobias Löffler
Mitarbeit Regie Martin Gruber
Berliner Philharmoniker
Philharmonia Chor Wien
Leitung und Einstudierung: Walter Zeh
Parsifal Stephen Gould
Kundry Ruxandra Donose
Gurnemanz Franz-Josef Selig
Amfortas Gerald Finley
Klingsor Evgeny Nikitin
Titurel Robert Lloyd
Klingsors Zaubermädchen Iwona Sobotka
Kiandra Howarth
Elisabeth Jansson
Mari Eriksmoen
Ingeborg Gillebo
Kismara Pessatti
Zwei Gralsritter Neal Cooper
Guido Jentjens
Vier Knappen Ingeborg Gillebo
Elisabeth Jansson
Neal Cooper
Iurie Ciobanu
Stimme aus der Höhe Kismara Pessatti


—| Pressemeldung Festspielhaus Baden-Baden |—

Leipzig, Oper Leipzig, TANNHÄUSER von Richard Wagner, 17.03.2018

Februar 9, 2018 by  
Filed under Oper, Oper Leipzig, Premieren, Pressemeldung

Oper Leipzig

Oper Leipzig © Kirsten Nijhof

Oper LeipzigRemus Sucheana © P Gert WeigeltKirsten Nijhof

 TANNHÄUSER von Richard Wagner

Große romantische Oper in drei Akten | Text vom Komponisten | Dresdner Fassung |  Koproduktion der Opera Vlaanderen und des Teatro La Fenice di Venezia

Deutschland-Premiere von Richard Wagners Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg in der Regie von Calixto Bieito und unter der musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Ulf Schirmer am Samstag, 17. März 2018, 18 Uhr in die Oper Leipzig.

Im Venusberg lockt eine Welt der Sinnesfreuden und Fleischeslust, auf der Wartburg offenbart sich ihm das Ideal der reinen Minne. Heimat und Halt findet Tannhäuser jedoch in keiner der beiden Sphären. Zum Eklat kommt es beim Sängerkrieg auf der Wartburg, als der Minnesänger der fleischlichen Lust huldigt, indem er das wahre Wesen der Liebe mit sinnlichem Genuss im Venusberg beschreibt – ein Tabubruch! Im letzten Moment wirft sich Elisabeth der wütenden Menge entgegen und erfleht für ihren Geliebten die Chance, sein Seelenheil auf einer Wallfahrt nach Rom wiedererlangen zu dürfen. Doch aus der heiligen Stadt kehrt Tannhäuser jeglicher Illusion beraubt zurück und muss zudem erfahren, dass Elisabeth für ihn in den Tod gegangen ist. Besteht für den Unseligen noch Hoffnung auf Gnade?

Oper Leipzig / Tannhäuser - © Annemie Augustijns / Opera Vlaanderen

Oper Leipzig / Tannhäuser – © Annemie Augustijns / Opera Vlaanderen

Der katalanische Regisseur Calixto Bieito durchmisst in seiner Inszenierung das Spannungsfeld von menschlicher Triebnatur und gesellschaftlicher Konvention. Der Minnesänger Tannhäuser, gefangen zwischen Realität und Illusion, verzehrt sich in seinem Drang nach künstlerischer Freiheit, die ihm aber durch soziale Zwänge verwehrt bleibt. Bieito greift dabei die Grundidee Richard Wagners auf, wonach der Künstler gegen das starre, der menschlichen Natur zuwiderlaufende Konventionskorsett einer seelenlos gewordenen Gesellschaft aufbegehrt. Seine Inszenierung, eine Koproduktion der Opera Vlaanderen und des Teatro La Fenice di Venezia, wurde nach ihrem großen Erfolg in Gent und Antwerpen in der Spielzeit 2015/2016 im vergangenen Jahr auch in Venedig und Bern zur Aufführung gebracht. Bieitos langjährige künstlerische Partner Rebecca Ringst und Ingo Krügler gestalten Bühne und Kostüme.

Für die Titelpartie konnte Burkhard Fritz engagiert werden, der bei der Premiere in Gent sein gefeiertes Tannhäuser-Debüt gab. Der gebürtige Hamburger zählt heute nicht nur zu den international gefragtesten jugendlichen Heldentenören, sondern konnte sich auch mit großem Erfolg im italienischen und französischen Fach etablieren. Die Rolle der Elisabeth übernimmt mit der schwedischen Sopranistin Elisabet Strid ein gern gesehener Gast an der Oper Leipzig. Zuletzt stand sie in Leipzig als Salome auf der Bühne. Kathrin Göring vom Ensemble der Oper Leipzig feiert ihr szenisches Debüt als Venus. Mathias Hausmann wird als Wolfram von Eschenbach zu erleben sein.

Für die Choreinstudierung zeichnet der neue Chordirektor der Oper Leipzig, Thomas Eitler-de Lint, verantwortlich. Der gebürtige Österreicher erhielt seine Ausbildung in Wien und wirkte nach Stationen in Koblenz, Bremen auch bei diversen Rundfunkchören und den Bayreuther Festspielen. Zuletzt war er als Chordirektor am Staatstheater Darmstadt tätig.


PREMIERE Tannhäuser
SAMSTAG, 17. MÄRZ 2018, 18 UHR, WEITERE AUFFÜHRUNGEN 24. März, 2. April, 27. Mai 2018 (alle Vorstellungen mit Einführung 45 Min. vor Vorstellungsbeginn


Musikalische Leitung ULF SCHIRMER, Inszenierung CALIXTO BIEITO, Bühne REBECCA RINGST, Kostüme INGO KRÜGLER, Choreinstudierung THOMAS EITLER-DE LINT, Dramaturgie BETTINA AUER, CHRISTIAN GELTINGER

BESETZUNG: Tannhäuser BURKHARD FRITZ | Elisabeth ELISABET STRID | Venus KATHRIN GÖRING | Wolfram von Eschenbach MATHIAS HAUSMANN | Hermann, Landgraf RÚNI BRATTABERG | Ein junger Hirt DANAE KONTORA | Walther von der Vogelweide PATRICK VOGEL | Biterolf RANDALL JAKOBSH | Heinrich der Schreiber KYUNGHO KIM | Reinmar von Zweter SEJONG CHANG CHOR DER OPER LEIPZIG | GEWANDHAUSORCHESTER, PMOL

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