Jonathan Biss – Beethoven Klavier Sonaten, IOCO CD-Rezension, 19.02.2021

Februar 19, 2021 by  
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Jonathan Biss _ Beethoven - Klaviersonaten © ORCHID CLASSICS

Jonathan Biss _ Beethoven – Klaviersonaten © ORCHID CLASSICS

Jonathan Biss – Ludwig van Beethoven – Klavier-Sonaten

  Piano Sonatas Vol. 9. Nos. 7, 18, 32 – Orchid Classics ORC 100109

von Julian Führer

Drei Beethoven-Sonaten – frisch interpretiert und technisch souverän

Im Jahr 2011 hat der amerikanische Pianist Jonathan Biss mit einer Gesamteinspielung der Sonaten Ludwig von Beethovens begonnen. Vorliegende ist bereits die neunte CD dieses Zyklus; auf ihr widmet Biss sich den Sonaten Nr. 7 in D-Dur op. 10,3, Nr. 18 in Es-Dur op. 31,3 und Nr. 32 in c-Moll op. 111. Wie Biss im Beiheft darlegt, sieht er den gemeinsamen Nenner dieser drei Stücke darin, dass sie jeweils am Ende einer Schaffensperiode stünden und somit die Summe eines kompositorischen Lebensabschnitts enthielten.

Jonathan Biss – Klaviersonaten – Orchid Classics CD – ORC 100109

L Ludwig van Beethoven Denkmal in Bonn © IOCO

Ludwig van Beethoven Denkmal in Bonn © IOCO

Die frühe Sonate op. 10,3 in D-Dur ist noch „pour le clavecin ou pianoforte“, also für Cembalo oder Klavier geschrieben, sie entstand im Zeitraum 1796-1798, mithin vor Napoleons Machtübernahme in Frankreich und zu einer Zeit, als Joseph Haydn noch schrieb. „Ludwig van Beethoven respektiert die viersätzige Sonatenform, setzt jedoch nicht wie sonst üblich mit einem Allegrosatz ein, sondern fordert „presto“, sehr schnell“. Jonathan Biss stellt sich dieser Forderung und wagt bei Takt 97 sogar noch ein leichtes Accelerando. Auffallend ist die Genauigkeit, mit der er Beethovens Einzeichnungen beachtet – Beethoven war seinerseits sehr genau und macht es seinen Interpreten so gesehen fast einfach, solange sie technisch so versiert sind und tatsächlich die Markierungen beachten. Biss setzt aber nicht nur um, sondern er interpretiert auch, beispielsweise spielt er bei Takt 166 des ersten Satzes kein absolutes Fortissimo, sondern sieht diese Angabe eher in Relation zum musikalischen Geschehen und setzt einen Akzent, ohne das Instrument dröhnen zu lassen. Dies überzeugt: Beethoven hat fast jede Note mit einem Staccatopunkt versehen, doch wird er sich wohl kein extrem zugespitztes Dauerstaccato vorgestellt haben. In der Reprise des ersten Satzes fehlen die Staccatomarkierungen, und Jonathan Biss wählt hier bei seinem insgesamt sehr leichten Anschlag ein etwas federnderes Moment.

Jonathan Biss _ Beethoven - Klaviersonaten © ORCHID CLASSICS

Jonathan Biss _ Beethoven – Klaviersonaten © ORCHID CLASSICS

Der zweite Satz ist Largo e mesto betitelt – eine Neuerung. Die lastende Atmosphäre geht von d-Moll aus, doch schreitet dieser Satz fast schon quasi una fantasia durch die Tonarten, auch kurz im Mittelteil nach F-Dur, das aber sogleich durch verminderte Akkorde in die lastende Ausgangsstimmung zurückgeführt wird. Auch hier (Takt 55) wird ein Fortissimo nicht wörtlich verstanden, sondern als Verhältnisangabe zum folgenden Piano aufgefasst. Das vergleichsweise leichtfüßige Menuett (Dolce) wird von einem Trio begleitet, in dem Beethoven in einer für ihn typischen Weise die Basslinie hervortreten lässt. Das abschließende Rondo (Allegro) hat, wie Biss selbst äußert, eigentlich kein richtiges Thema. Der Satz hört sich trotz der Allegro-Angabe langsam an, wird aber je nach Variation dann immer schneller. Bei Takt 98 ist zum ersten Mal kein Zweifel, dass Biss das Pedal einsetzt – sein sehr transparentes Spiel verzichtet auf diesen Kniff ansonsten in dieser Sonate durchgehend. Ein frisches Spiel und eine sehr gute Durchhörbarkeit charakterisieren diesen neuen Blick auf Beethovens Frühwerk.

Die Sonate Nr. 18 in Es-Dur op. 31,3 entstand 1801/1802. Beethoven präsentiert eingangs kein Thema, sondern eine fallende Quinte und wiederholt dies (von Biss etwas retardierend genommen). Auch in diesem Stück notiert Beethoven immer wieder Achtel und Achtelpausen statt Viertel und fügt noch Staccatopunkte hinzu. Diese Angaben auch in der linken Hand so umsetzen, wie Jonathan Biss es tut, erfordert Kondition und Können. Auch die Strukturierung der begleitenden Basslinien in der linken Hand überzeugt und zeigt immer wieder, dass Beethoven im Detail etwas Unberechenbares hat und immer höchste Aufmerksamkeit erfordert. Auch das Scherzo (Allegretto vivace) fordert sempre staccato. Daneben ist das Menuett, moderato e grazioso, eine Art Ruhepol, auch wenn Biss es eher schnell nimmt. Es fällt geradezu auf, dass Noten hier auch einmal gebunden werden dürfen. Das abschließende Presto con fuoco verlangt irrwitzige Tempi, ein Übergreifen der Hände – und das alles über weite Strecken möglichst im Piano. Abermals unterbindet Beethoven durch eingeschaltete Achtelpausen und Staccatomarkierungen jedes Binden und jede Pedalbenutzung (auf vielen Aufnahmen ‚dampft‘ das Klavier hier dennoch – hier nicht!). Der Satz beginnt in Es-Dur, führt aber in elaborierte Tonarten wie Des-Dur und Ges-Dur, bevor er zur Ausgangstonart zurückkehrt. Gerade in der linken Hand, die große Intervalle überbrücken muss, beeindruckt die Präzision von Biss‘ Spiel. Bravo!

Luwig van Beethoven Wien © IOCO

Luwig van Beethoven Wien © IOCO

Wieder gänzlich anders ist der Charakter von Beethovens letzter Klaviersonate Nr. 32 in c-Moll op. 111 von 1821/1822. Die Sonatensatzform des Kopfsatzes (Maestoso, dann Allegro con brio ed appassionato) ist grundsätzlich gewahrt, aber was hat sich alles geändert: Beethoven reizt das gesamte Spektrum der Tastatur von ganz unten bis ganz oben aus, die Tempi wechseln ständig mit immer neu nuancierenden Angaben, die Grundtonart c-Moll ist zwischendurch mehr zu erahnen als zu hören – und am Ende verschwunden, denn der Satz endet in C-Dur. Noch bestürzender ist der zweite Satz, „Arietta, Adagio molto semplice e cantabile“ überschrieben. Der erste Satz stand im klassischen 4/4-Takt, der zweite Satz beginnt in einem 9/16-Takt und wechselt auf 6/16 – schwer zu zählen, schwer zu orten, die Musik macht sich buchstäblich vom Korsett einer Taktangabe frei – Jonathan Biss kommt die Musik hier mit guten Gründen improvisatorisch vor. Spätestens ab Takt 49, wenn auf einen 12/32-Takt gewechselt wird, hört sich dieser späte Beethoven deutlich nach frühem Jazz an. Mehr als nur ein Zeitgenosse (Franz Schubert, Carl Maria von Weber und andere) hielt Beethoven in dieser Periode seines Schaffens für bizarr, offenbar betrunken oder schier wahnsinnig. Auch wenn die Auseinandersetzung mit dem musikalischen Ausgangsmaterial immer verstiegener wird, reflektiert Beethoven doch das motivische Material der vorangegangenen Teile. Das Ende ist eigentlich keines; um mit Jonathan Biss zu sprechen: Die Musik löst sich in Luft auf. Mit einer Dauer von 16 Minuten ist dies der längste Satz, den Beethoven für Klavier je geschrieben hat, und er stellt höchste Ansprüche an das technische und interpretatorische Können des Pianisten.

Nach einem Durchgang durch die hier vorliegenden nur 3 von 32 Klaviersonaten wird deutlich, wie Hans von Bülow zu dem Diktum kommen konnte, Beethovens Sonaten seien „das Neue Testament der Klavierliteratur“: ein vielgestaltiger Kosmos, die überlieferte Sonatenform aufgreifend, variierend, weiterentwickelnd, am Ende praktisch sprengend. Beeindruckend ist, wie souverän und mit welcher scheinbaren Selbstverständlichkeit Jonathan Biss sich in diesem Kosmos bewegt. Auch wenn er etwas hervorhebt, bleibt der Fluss erhalten, nie hört man den sprichwörtlichen erhobenen Zeigefinger.

Eine für 2020 angekündigte Konzerttournee mit seinem Beethovenzyklus in Amerika, Europa und Australien konnte aus bekannten Gründen nicht stattfinden. Es ist zu hoffen, dass sich dies bald nachholen lässt, um diese beeindruckende Beethoven-Exegese auch einmal im Konzertsaal zu erleben. In vielen Passagen kann man sich kaum vorstellen, dass Biss diese Aufnahme, die in New York in der American Academy of Arts and Letters entstand, auf einem Steinway-Flügel eingespielt hat. Zu weich hört sich dafür die Mittellage an, zu zart die Höhen. Leider steht im Beiheft nichts über das benutzte Instrument. Auch hier gilt es also, auf ein Erleben im Konzertsaal zu warten. Bis dahin gilt: ein sehr bedenkenswerter Zugang zu Beethoven, technisch auf höchstem Niveau.

—| IOCO CD-Rezension |—

Berlin, Philharmonie Berlin, Chamber Orchestra of Europe – Sir Simon Rattle, IOCO Kritik, 20.10.2020

Oktober 19, 2020 by  
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Berliner Philharmonie / Chamber Orchestra of Europe - nun in Berlin © Julia Wesely

Berliner Philharmonie / Chamber Orchestra of Europe – nun in Berlin © Julia Wesely

Berliner Philharmonie

Chamber Orchestra of Europe  –  Sir Simon Rattle

Ludwig van Beethoven – Joseph Haydn

von Julian Führer

Das Chamber Orchestra of Europe ist eine kleine, hochprofessionelle Formation, die normalerweise mit prominenten Dirigenten arbeitet und ihre Kunst europaweit zu Gehör bringt. Derzeit ist alles anders, und so wurde am 5. Oktober das erste Konzert in diesem Jahr überhaupt gespielt, und zwar in der Berliner Philharmonie unter keinem Geringeren als Sir Simon Rattle.

Auf dem Programm standen zwei bekannte Werke des Repertoires, zunächst das Violinkonzert in D-Dur Opus 61 von Ludwig van Beethoven, gewissermaßen ein Klassiker. Mit Vilde Frang war auch der Solopart prominent besetzt. Simon Rattle hatte weder Pult noch Podium und dirigierte auswendig, wobei er sich während des gesamten Konzerts immer wieder zu einzelnen Musikern oder Instrumentengruppen hinbewegte und Zeichen gab, moderierte, vor allem aber zum gemeinsamen Musizieren aufmunterte.

Die Introduktion zum Violinkonzert wurde sehr konturiert dargeboten, jede Phrase war unterschiedlich strukturiert und überzeugend in der dynamischen Abstufung. Das Kopfthema erschien zunächst in einem robusten Stil (eher mezzoforte als piano), die Streicher wurden aber alsbald immer zurückhaltender, so dass das zweite Thema in den Holzbläsern schon fast etwas zu auftrumpfend daherkam. Vilde Frang präsentierte den solistischen Teil in einem schmalen, fast zerbrechlich wirkenden Ton, der gleichzeitig sehr klar war und trotz großer Zurückhaltung bei der Dynamik stets über das klein besetzte Orchester hinweg hörbar blieb. Das Zusammenspiel aller Instrumentengruppen zeigte das höchste Niveau, auf dem sich das Chamber Orchestra of Europa bewegt, und Simon Rattle gab mit wenigen Zeichen die Strukturen vor, um der Musik die Entfaltung zu ermöglichen.

Beim Zuhören stellte sich bereits im Allegro man non troppo des ersten Satzes der Eindruck ein, einen besonderen Moment zu erleben, und dieser Eindruck sollte sich im zweiten Satz (Larghetto) noch verstärken: so leise hat man die Einleitung zu diesem Mittelsatz wohl noch nie gehört. Notiert ist diese Passage pianissimo mit Dämpfern, und doch brauchte es wohl die besondere Raumsituation der extrem hellhörigen Berliner Philharmonie, siehe Foto oben, in die nur wenige Menschen hineingelassen worden waren – Menschen, die ihrerseits nicht nur extrem diszipliniert, sondern auch extrem konzentriert waren. Natürlich wagt es derzeit niemand, öffentlich zu husten… Als die ersten Töne erklangen, brauchte es auch diese äußerste Konzentration, um sie auch wirklich zu hören. Die atemlose Stille im Publikum machte es möglich, auf höchstem Niveau zu musizieren, jede Feinheit der kostbaren Partitur hörbar zu machen, dies alles ohne interpretatorische Manieriertheiten oder Showeinlagen; es gab gewissermaßen ‚nur‘ die Noten zu hören, aber so innig, so kongenial zwischen den Instrumentengruppen und Solo abgestimmt, dass es beglückend war. Man meinte buchstäblich, das Soloinstrument würde über dem Orchester schweben, während immer höhere und doch immer ganz reine Töne zu hören waren. Im Rondo (Allegro) dann wurde der Dialog zwischen Fagott und Violine, zart begleitet vom Orchester, zu einer besonderen Kostbarkeit. „Wenn ich zum Augenblicke sage: Verweile doch, du bist so schön…“, heißt es in Goethes Faust. Und genau so war es.

Joseph Haydn Gedenktafel in Wien © IOCO

Joseph Haydn Gedenktafel in Wien © IOCO

Als Zugabe präsentierte die Norwegerin Vilde Frang ein in Deutschland und Österreich durchaus bekanntes Stück, nämlich den zweiten Satz aus Joseph Haydns Streichquartett Hob. III:77 Nr. 3 in C-Dur, von ihr historisch zutreffend als „Gott erhalte Franz den Kaiser“ angekündigt, heute die Melodie der deutschen Nationalhymne. Mit ihrem Instrument integrierte sie die drei anderen Parts des Quartetts, über Vorschläge und Aufstriche war sie in der Lage, das Quartett auf die Violine allein reduziert zu spielen, leise und mit Wiederholungen, so dass das Stück nicht an den Auftakt zu einem Fußballländerspiel denken ließ, sondern an ein konzentriertes Stück ernster Musik.

Eine Pause gibt es in der Philharmonie derzeit nicht. Mit der Zugabe war die Überleitung zu Joseph Haydn bereits vollzogen. Beethoven war Haydns Schüler, und manche Wendung gerade in Beethovens früheren Stücken beruht auf dem breiten Werk seines Lehrers. Die Symphonie Nr. 90 Hob. I:90 C-Dur hat einen klassischen Aufbau und leitet im Kopfsatz von einer langsamen Introduktion in einen Allegro-Teil über, in dem besonders der Dialog von Flöte und Oboe auffiel. Einmal mehr erlaubte Rattles gewissermaßen demokratisch moderierender Dirigierstil ein immer freier scheinendes Musizieren auch innerhalb der eigentlich streng auskomponierten Form – große Kunst, der man nicht mehr anmerkt, welche Arbeit und welche Disziplin im Vorfeld erforderlich sind. In der dynamischen Abstimmung fiel auf, dass Haydn auf einmal lauter schien als Beethoven, und in der Kammerbesetzung kann in der akustisch hochsensiblen Philharmonie auch ein Einsatz im piano von nur drei Kontrabässen einen großen Eindruck bewirken. Das folgende Andante präsentiert Variationen zwischen Dur und Moll und enthält solistische Passagen für Flöte und Cello. Das Menuett ist vergleichsweise lang und bietet auch im folgenden Trio vor allem der Oboe Gelegenheit zur solistischen Entfaltung, während im abschließenden Allegrosatz dann vor allem Streicher und Fagott in einen zunehmend quirligen Dialog eintreten. Die Reprise des Finales ist sehr kurz und endet in einem effektvollen Schluss, alle Streicherbögen fliegen hoch, das Publikum applaudiert dankbar – und nach vier Takten Pause setzt die Musik wieder mit einer Coda ein. Haydn hat mehr als einmal Scherze in seine Kompositionen eingebaut, um die Gewohnheiten des Publikums zu konterkarieren. Als großer Haydn-Kenner grinste Simon Rattle, als dann nach dem echten und tatsächlichen Schluss sich niemand aus dem Publikum dabei erwischen lassen wollte, an der falschen Stelle zu klatschen.

Berliner Philharmonie / Chamber Orchestra of Europe in Berlin © Werner Kmetitsch

Berliner Philharmonie / Chamber Orchestra of Europe in Berlin © Werner Kmetitsch

Als das Stück tatsächlich zu Ende war (und das Publikum sich, vom Dirigenten dann doch gütig ermutigt, zu klatschen getraute), löste sich auch im Orchester die Konzentration. Die Musiker dankten ihrem Leiter mit Trampelapplaus, dass ein Musizieren auf diesem außergewöhnlichen Niveau möglich ist. Zu hören waren nicht nur viele fehlerfrei gespielte Noten, sondern wirkliche Musik, die sich aus dem Zusammenspiel und aufeinander Eingehen hochprofessioneller Musiker ergab. Das nächste Konzert dieses Orchesters war für den Monat November in Paris und Köln geplant (dann mit Vladimir Jurowski als Dirigent und Martha Argerich als Solistin), Werke von Beethoven und Schubert stehen auf dem Programm. Das Kölner Konzert ist soeben abgesagt worden. Es wäre ein Jammer, wenn es nicht zum Pariser Konzert käme und diese Berliner Sternstunde der einzige öffentliche Auftritt des Chamber Orchestra of Europe im Jahr 2020 bleiben sollte.

—| Pressemeldung Berliner Philharmonie |—

Berlin, Konzerthaus Berlin, András Schiff – Haydn, Beethoven, Schubert, IOCO Kritik, 13.10.2020

Oktober 12, 2020 by  
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Das Konzerthaus am Gendarmenmarkt in Berlin © David von Becker

Das Konzerthaus am Gendarmenmarkt in Berlin © David von Becker

Konzerthaus Berlin

András Schiff – Klavierabend

Joseph Haydn – Ludwig van Beethoven – Franz Schubert

von Julian Führer

Das Konzerthaus (früher Schauspielhaus) am Berliner Gendarmenmarkt wird von vielen Touristen fotografiert, von manchen auch besucht; es ist die Hauptspielstätte des Berliner Konzerthausorchester (ehemals Berliner Sinfonie-Orchester, Chefdirigent derzeit Christoph Eschenbach), manchmal finden dort auch Galaveranstaltungen statt, aber auch Soloabende sind hier zu erleben. Der Bau geht auf Friedrich Schinkel zurück, die heutige Gestalt des im Zweiten Weltkrieg stark zerstörten Gebäudes geht auf eine Restauration in der späten DDR zurück, der man unter anderem diverse Büsten verdankt, auf denen nicht nur Bach und Mozart, sondern auch Igor Strawinsky (mit Hornbrille) und andere verewigt sind. Eigentlich fasst der Saal bis zu 1500 Zuschauer, doch sind im Saal derzeit nur zehn Stuhlreihen aufgebaut, die mit sehr viel Abstand besetzt werden. Dafür darf am Platz die bis dahin obligatorische Maske abgenommen werden, was dankenswerterweise zu freiem Atmen und damit deutlich unbeschwerterem Musikgenuss führt als in anderen Sälen.

András Schiff hatte für diesen Abend, dem 9. Oktober 2020, ein Programm zusammengestellt, das er innerhalb von vier Stunden zweimal aufführte, so dass immerhin eine gewisse Anzahl Menschen in den Genuss dieses Konzerts kommen konnte. Auf dem Programm standen Werke von Joseph Haydn, Ludwig van Beethoven und Franz Schubert, für die er sich gegen den sonst üblichen Steinway entschieden hatte. An diesem Abend spielte András Schiff auf einem Bösendorfer-Konzertflügel; diese Instrumente zeichnen sich durch eine besonders obertonreiche Mittellage, im Vergleich zu Steinway weniger scharfe Höhen und eine gewissermaßen samtige Basslage aus, die sie für ein Programm der Wiener Klassik oder Frühromantik ideal erscheinen lassen.

Konzerthausorchester Berlin / hier : Selfie ohne Dirigenten © Marco Borggreve

Konzerthausorchester Berlin / hier : Selfie ohne Dirigenten © Marco Borggreve

Haydns Sonate für Klavier Hob. XVI:44 g-Moll, trotz der hohen Hobokenzahl im Werkverzeichnis bereits 1770 komponiert (dem Geburtsjahr Beethovens), ist eine zweisätzige Sonate, die den Geist des Ancien Régime atmet. Der Anschlag Schiffs betonte die Mittellage und nahm die vielen Verzierungen als das, was sie sind, nämlich Verzierungen, die der Hauptlinie neue Färbungen verleihen, ohne diese jedoch unkenntlich zu machen. Die für Haydn typische Strenge der Durchführung war in beiden Sätzen sehr präsent, doch atmete der zweite Satz (im Dreiviertel- statt im Viervierteltakt) etwas freier. Eine eigentliche Melodieentfaltung kennt dieses Werk nicht, dafür aber eine recht frei scheinende, dennoch der gebundenen Form gehorchende Auseinandersetzung mit musikalischen Gedanken und Figuren in einer hochkomplexen Rhythmik – ein Werk, das technisch nicht allzu schwierig, interpretatorisch aber höchst anspruchsvoll ist.

Ludwig van Beethoven © IOCO

Ludwig van Beethoven © IOCO

Auf dieses kurze Werk folgte nach einer einzelnen, kurzen Verbeugung Beethovens große Sonate C-Dur op. 53 von 1804, die sogenannte Waldsteinsonate. Im Kopfsatz, gleichzeitig pianissimo und doch Allegro con brio einsetzend, zeigte András Schiff scharfe Kontraste zwischen Staccatopassagen, insbesondere die fein gehämmerten Quinten und Sexten im Bass, und mit viel Pedal unterstützen Bögen im tatsächlich dolce e molto legato notierten Seitenthema des ersten Satzes. Beethoven stellt das drängende Kopfthema immer wieder der holzbläserhaften Akkordfolge des Seitenthemas gegenüber; Schiff gelang es dabei, durch Betonung einzelner Linien in der Mittellage verblüffende Bezüge und Verweise aufzuzeigen. Die Vorzüge der Instrumentenwahl wurden hier deutlich hörbar, der Flügel von Bösendorfer wurde von Schiff gerade in der Mittellage zum Singen gebracht. In der Durchführung wurde das Tempo noch etwas schneller; ab Takt 146 hat Beethoven Sechzehntel und Sechzehnteltriolen komponiert, die schnell nach oben gehen, während im Bass Sechzehntel nur scheinbar auf der Stelle treten. Die Triolen – tatsächlich mit Punkt auf dem letzten Ton notiert – spielte Schiff mit scharfem Akzent, so dass sie fast frech bis zum dreigestrichenen F nach oben gingen, bevor die Überleitung zur Reprise des ersten Satzes folgte. Auf der gleichen Seite (Takt 168) steht eine Fermate, mit der Beethoven markiert, dass die Reprise keine bloße Wiederaufnahme ist, sondern ganz im Gegenteil eine für damalige Verhältnisse recht wilde Modulation durch verschiedene Tonarten enthält. Diese Fermate hielt Schiff sehr lange; der Rest der Reprise brachte stärker hämmernde Bässe (in der Tat auch bei Beethoven anders als in der Exposition nun auch Dreiklänge) und Schlussakkorde, die abermals das Klangwunder des Bösendorfer zu Gehör brachten, sozusagen mehr Holz und weniger Metall im Klangbild.

Andràs Schiff/ hier : auf dem Lucerne Festival 2015 © Peter Fischli

Andràs Schiff/ hier : auf dem Lucerne Festival 2015 © Peter Fischli

Das nur 28 Takte lange Adagio des Mittelsatzes beginnt mit dunklen Oktaven und dann folgenden aufsteigenden Sexten (die man auch in der eingangs gehörten Haydn-Sonate findet), die zunächst in F-Dur zu münden scheinen, sich dann aber harmonisch sofort weiterentwickeln. Aus dem Bass heraus werden verschiedene Gedanken vorgetragen, verändert, verworfen, bis drei Takte vor Ende ein Dominantseptakkord in G angedeutet (aber nicht nach C-Dur aufgelöst) wird und endlich in Takt 28 ein reines G-Dur ertönt, das gewissermaßen als Sprungbrett für das subito beginnende Rondo in C-Dur dient. Dieses Rondo nahm András Schiff zunächst ganz ‚romantisch‘ mit viel Pedal, so dass die begleitenden Sechzehntel kam einzeln zu hören waren, sondern eher einen Klangteppich bildeten, auf dem sich die Melodie entfaltete (hierfür ist in der linken und rechten Hand eine jeweils völlig andere Anschlagtechnik nötig). Die Mittellage, in der sich die Sechzehntelbegleitung abspielt, wurde aber von Schiff wie gefordert sempre pp genommen, so dass das Instrument nie „dampfte“. Die Wiederholung des Rondothemas mündet in einen langen Triller in der rechten und absteigende Skalen im staccato in der linken Hand. Die von Beethoven notierten Bögen und Punkte demonstrierte András Schiff sehr präzise, deutlich und technisch mühelos. Abschnitt B des Rondos enthält viele Oktavfiguren, die auf Aufnahmen oder bei anderen Künstlern schnell einmal zu einem Dauerhämmern werden; die dramatische Wendung dieses Abschnitts wurde an diesem Abend aber nicht übertrieben, sondern eher als Vorbereitung für die Wiederholung des Kopfmotivs und die darauffolgende dramatische Steigerung präsentiert. Das Kopfmotiv hatte nach Abschnitt B viel mehr Pedal, war nochmal kantabler, es war hörbar viel passiert. In der Folge zog András Schiff noch einmal das Tempo an, nicht um der Raserei willen, sondern stets aus der Musik motiviert, und er beherrscht auch die Kunst, das Tempo im passenden Moment wieder herauszunehmen – nur am Ende nicht, wo Beethoven tatsächlich prestissimo fordert. Diese Interpretation setzte Maßstäbe.

Franz Schubert Wien © IOCO

Franz Schubert Wien © IOCO

Abermals ohne Pause ging es weiter mit der Sonate B-Dur D 960 (posth.), die Franz Schubert in den Wochen vor seinem Tod komponierte und die über fast eine Dreiviertelstunde einen ganzen musikalischen Kosmos durchmisst. Der lange Kopfsatz meditiert über ein B-Dur-Thema, das in einen Triller im Bass mündet, der es schwermacht, ‚einfach so‘ weiterzuspielen. András Schiff begann das Stück mit der entsprechenden Umsicht und nahm sich die Zeit, die verschiedenen Motivlinien herauszuarbeiten, ohne dass das Tempo unnatürlich langsam erschienen wäre. Schubert öffnet die Sonatenform wie zuvor der von ihm verehrte Beethoven, indem er zwar mit dem motivischen Material der Exposition arbeitet, dieses aber deutlich freier wie in einer Phantasie fortentwickelt. Kurz vor der Reprise zitiert er bereits das Kopfthema, das aber in sehr viel höhere Tonlagen transponiert wurde, während die Basstriller beibehalten werden. Das folgende Andante sostenuto vermischt Konventionen der Trauermusik wie Anklänge an Märsche mit recht überraschenden Dissonanzen. In diesem Satz, der seine Spannung vor allem aus den Feinheiten der Variation bezieht, kamen der Obertonreichtum des Instruments und die Meisterschaft András Schiffs besonders zur Geltung. Anschließend, in der Abfolge ganz klassisch, bricht ein Scherzo vermeintlich die melancholische Stimmung auf, jedoch setzt eine fast aufdringlich ostinate Walzertaktbegleitung hier ein Fragezeichen hinter die vordergründige Ausgelassenheit (ein Kniff, den Gustav Mahler später zur Perfektion bringen sollte). Der Schlusssatz schließlich ist ein großes Rondo, das ein ländlerhaftes Thema wiederum etwas aufdringlich und fast nach Art einer Spieluhr im Zentrum hat; dieses Thema wird allerdings in dem weit ausgreifenden Satz verschiedenen musikalischen Situationen gegenübergestellt, die Schubert mehr als einmal als Nachfolger Beethovens zeigen, wie Anklänge an die zuvor gehörte Waldsteinsonate sowie den Schlusssatz der Sonate Es-Dur op. 31,3 und den Beginn der „Appassionata“ in f-Moll op. 57 unterstreichen.

Das Programm hatte Bezüge und Querverweise – Haydn war Beethovens Lehrer, Schubert verehrte Beethoven, und gewisse musikalische Grundsituationen waren an diesem Abend in mehreren Werken zu hören. Das Publikum dankte András Schiff für die mustergültige, technisch beeindruckende und intellektuell überlegene Interpretation mit viel Applaus und etlichen Ovationen, wofür sich der Pianist mit Zugaben (unter anderem Schuberts Moment musical Nr. 3 in f-Moll D 780) revanchierte. Technische Souveränität gepaart mit interpretatorischer Übersicht, ein außergewöhnliches Instrument und ein meisterhafter Pianist ließen diesen Abend zu einem besonderen Erlebnis werden.

—| IOCO Kritik Konzerthaus Berlin |—

Wolfsburg, Scharoun-Theater, Intendant Lattemann – Spielplan 2020/21, IOCO Aktuell, 08.07.2020

Juli 8, 2020 by  
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Theater Wolfburg

Scharoun Theater Wolfsburg © Stadt Wolfsburg / Lars Landmann

Scharoun Theater Wolfsburg © Stadt Wolfsburg / Lars Landmann

 2020/21: Dido and Aeneas, Schwanensee und viel mehr  ..

 Intendant  Dirk Lattemann, ein Tourneetheater, über 100.000 Besucher

von Christian Biskup

Das modern wirkende Scharoun-Theater Wolfsburg, ein Tourneetheater ohne eigenes Ensemble, wurde 1973 neu eröffnet. Es ist benannt nach seinem Architekten Hans Scharoun. Mit der Spielzeit 2020/21 ändert sich einiges im Scharoun-Theater: Eine Ausstellungseröffnung, die Verabschiedung einer verdienten Mitarbeiterin, ein neuer Intendant und, natürlich, ein spannender Spielplan für 2020/21.

Rainer Steinkamp, Intendant des Wolfsburger Scharoun-Theater seit 2008, gibt zur Spielzeit 2020/21 die Intendanz an Dirk Lattemann (*1976) ab. Als Schauspieler und guter Kenner des Veranstaltungssektors, kennt Lattemann die Gegebenheiten des Theater Wolfsburg gut. Und so liegt mit dem Spielplan 2020/21 (link HIER) auch ein vielversprechendes Programm für die Stadt und den Kreis Wolfsburg vor. Lattemann möchte zukünftig auch außerhalb „seines“ Theaters mehr der Stadt Wolfsburg spürbar sein, plant Veranstaltungen in kleinen Spielstätten und mit dem Wolfsburger Kunstmuseum.zu gemeinsamen „neuen Ufern“ finden.

Scharoun Theater Wolfsburg / hier : Jahrespressekonferenz, Intendant Dirk Lattemann rechts © Marc Angerstein

Scharoun Theater Wolfsburg / hier : Jahrespressekonferenz, Intendant Dirk Lattemann rechts © Marc Angerstein

Steinkamp, der seit 2008 als Nachfolger von Hans Thoenies das Programm quantitativ verkleinerte jedoch qualitativ steigerte, kann auf 12 erfolgreiche Jahre in Wolfsburg zurückblicken. Sein guter Kontakte zu Schulen, sowie eine enge Bindung zu anderen Bildungsinstitutionen in Wolfsburg, machten ihn zu einem gern gesehenen Gast in jeglichen Belangen. Zeitgleich mit Rainer Steinkamp, verlässt auch Marita Stolz das Scharoun-Theater. Über vierundzwanzig Jahre prägte Marita Stolz das Theater hinter der Bühne; zuerst als Veranstaltungsplanerin, dann in der Pressearbeit. Obgleich die Verabschiedung beider durch die Corona-Situation kleiner als geplant ausfallen musste, muss man ihnen für ihre Verdienste danken. Vor dem Abschied verwirklichten sie noch eine Neugestaltung des Theaterfoyers. Fotografien des Wolfburger Fotografen Heinrich Heidersberger zieren nun die Wände; sind als Dauerausstellung für Besucher zugänglich.

Scharoun-Theater Wolfsburg – Der Spielplan 2020/21 und mehr –  HIER

Das Scharoun Theater ist seit jeher ein Tourneetheater und bot schon zahlreichen Künstlern, darunter auch Weltstars wie Nigel Kennedy, Andris Nelsons oder Christian Thielemann eine Bühne. Auffällig: das Konzertprogramm wird weitgehend vom Orchester des nahe gelegenen Staatstheater Braunschweig und dem Staatstheater verbundenen Künstlern bestritten. Highlights des Spielpan 2020/21 dürften das Gastspiel von Albrecht Mayer und I musici di Roma am 9. Oktober 2020 und am 23. Januar 2021 ein Konzert mit der Radiophilharmonie Hannover unter Andrew Manze sein.

Im Musiktheater wird zu Beginn der Spielzeit 2020/21 auf größere Aufführungen verzichtet. Mit Dido and Aeneas von Henry Purcell (13. November 2020) und Der Apotheker von Joseph Haydn (27. Februar 2021) wurden Werke gewählt, die auch unter den Corona-Vorschriften funktionieren sollten. Ab März stehen mit La Traviata (17. März 2021), Jesus Christ Superstar (27. und 28. April 2021) und Puccinis Turandot (27.05.2021) wieder große Werke des Musicals und der Oper mit viel Chor auf der Bühne. Freunde des Tanzes können sich über zwei Gastspiele des Russischen Nationalballett freuen: Giselle von Adolphe Adam wird am 07. Dezember 2020, Schwanensee am  08. Dezember 2020 gespielt.

Scharoun Theater Wolfsburg / hier : Jahrespressekonferenz, hier die Verabschiedung von Marta Stolz © Scharoun Theater / Maedler

Scharoun Theater Wolfsburg / hier : Jahrespressekonferenz, hier die Verabschiedung von Marta Stolz © Scharoun Theater / Maedler

Illustre Gäste erwartet die Besucher des Scharoun Theater im Schauspiel: Der mehrfache Grimme-Preisträger und Tatort-Kommisar Jörg Schüttauf spielt am 26. September 2020 in der Revue Paul Abraham – Operettenkönig von Berlin den von rauschendem Erfolg, Vertreibung und Wahnsinn getriebenen „Titelheld“. In der reizvollen Komödie Monsieur Pierre geht online (24. Oktober 2020) wird der aus Film und Fernsehen bekannte Bürger Lars Dietrich auftreten. Mit Boris Aljinovic steht am 24. November 2020 ein weiterer Tatort-Kommisar in der Komödie Nein zum Geld auf der Wolfsburger Bühne. Ein Angriff auf die Lachmuskeln dürfte auch das Stück Komplexe Väter von René Heinersdorff sein. Mit Hugo Egon Balder und Jochen Busse darf sich das Publikum auf zwei Urgesteine des Humors freuen.

Nicht weniger unterhaltsam werden die Abende mit Götz Alsmann (28. Februar 2021) und Dominique Horwitz (24. März 2021), in welchen Kunst und Komik gleichsam bedienen werden.

Auch die A-Capella-Gesangskunst steht erfreulicherweise unter der neuen Intendanz wieder auf dem Programm. In der Chorstadt Wolfsburg zeigte sich dieses Angebot in den vergangenen Jahren als perfekt zugeschnitten auf die Gäste des Scharoun Theater. Neben Delta Q (30. September 2020) und Voices of the North (05. November 2020), sind auch Stammgäste wie Maybebop (03. Dezember 2020) und Vocaldente (13. Januar 2021) zu erleben.

Die kleine Meerjungfrau – ein Kinderstück aus dem Jahr 2017
youtube Trailer Scharoun Theater Wolfsbrug
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Auch für das junge Publikum bietet das Scharoun-Theater 2020/21 pannendes: So schon am 20. und 21.9.2020:  Zinnober in der grauen Stadt heißt das Stück für Kinder ab 4 Jahren, nach dem Buch von Margret Rettich.  Die Handlung: Alles ist grau in der Stadt des Malers Zinnober: Häuser, Straßen, Spielplätze, Plüschtiere, Erdbeerkuchen, Weihnachtsbäume, Luftballons, Sommerkleider – einfach alles ist immer nur grau. Dabei liebt Zinnober Farben! Zusammen mit den Kindern Paula und Jonas entwirft er einen großen Plan: Die Stadt soll bunt werden, vielfältig, sie soll leuchten! Und siehe da: Es ist ansteckend!

Dirk Lattemann und sein Team haben für die Spielzeit 2020/21 ein vielseitiges und vielversprechendes Programm entworfen. Man muss nun hoffen, dass die Corona-Krise die Spielzeit nicht zu sehr durcheinanderbringt wenn es heißt: Bühne frei!

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