Amsterdam, Royal Concertgebouw Orchestra, Daniele Gatti entlassen, IOCO Aktuell, 03.08.2018

Royal Concertgebouw Saal © Andreas Praefcke / Wikipedia

Royal Concertgebouw Saal © Andreas Praefcke / Wikipedia

Royal Concertgebouw Orchestra

Royal Concertgebouw Orchestra –  Daniele Gatti

Das Royal Concertgebouw Orchestra (RCO) hat die Zusammenarbeit mit ihrem Chefdirigent  Daniele Gatti mit sofortiger Wirkung beendet.

Die RCO Pressemeldung:Am 26. Juli publizierte die Washington Post einen Artikel, in welchem Daniele Gatti beschuldigt wurde sich unangemessen verhalten zu haben. Diese Beschuldigungen und diesbezügliche Reaktionen Gattis haben für große Unruhe unter Musiker/innen, Angestellten und anderen Beteiligten gesorgt. Daneben haben, seit Erscheinen des Washington Post Artikels eine Reihe weiblicher Kollegen des Royal Concertgebouw Orchestra von Erfahrungen mit Gatti berichtet, welche in Hinblick auf seine Position als Chefdirigent unangemessen sind. Dies hat die Vertrauensbeziehung zwischen Orchester und Chefdirigent irreparabel beschädigt.“

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Die Washington Post hatte in der vergangenen Woche von sexuellem Fehlverhalten des Dirigenten berichtet. Daraufhin hatten auch Musikerinnen des Royal Concertgebouw Orchestra  in Amsterdam von ähnlichen Erfahrungen berichtet. Daniele Gatti hat die gegen ihn erhobenen Vorwürfe bestritten.

2020, der kommende, neue Ring des Nibelungen der Bayreuther Festspiele, wird, wenn auch noch nicht offiziell verkündet, von vier Frauen inszeniert. Katharina Wagner übernimmt dabei voraussichtlich die Götterdämmerung. Daniele Gatti (*1961 in Mailand) wurde für diesen Ring als Dirigent gehandelt. Daniele Gatti ist ebenfalls Artistic Advisor des Mahler Chamber Orchestra, Berlin. Das Mahler Chamber Orchestra bewirbt Gatti auf seiner Homepage zur Zeit wie folgt überschwenglich:   „…Audiences and critics across the world applaud the exciting fusion that results fron Daniele Gatti´s „Symphonik power“ and the „Finest chamber music“ from the Mahler Chamber Orchestra.“

Die Entscheidung des RCO zu Gatti hat bisher weder in Bayreuth oder Berlin zu öffentlich bekannten Reaktionen geführt.    IOCO/VJ

—| IOCO Aktuell Royal Concertgebouw Orchestra |—

Essen, Philharmonie Essen, Anja Harteros – Münchner Philharmoniker – Gustavo Gimeo, IOCO Kritik, 24.05.2014

Mai 27, 2014 by  
Filed under Kritiken, Philharmonie Essen

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Philharmonie Essen

Philharmonie Essen © PE-FrankVinken

Philharmonie Essen © PE-FrankVinken

Münchner Philharmoniker mit Dirigent Gustavo Gimeno
Anja Harteros, Sopran 24.05.2014

Philharmonie Essen / Anja Harteros © Marco Borggreve

Philharmonie Essen / Anja Harteros © Marco Borggreve

Nahezu ausverkauft war die Essener Philharmonie am vergangenen Sonnabend. Das nicht nur wegen der großartigen Sopranistin, sondern auch wegen des charismatischen Dirigenten. Doch der, Lorin Maazel, musste wegen Erkrankung absagen. Doch es gab hochkarätigen Ersatz. Am Pult der Münchner Philharmoniker waltete mit Umsicht und spürbarer Begeisterung ein junger spanischer Dirigent.

Gustavo Gimeno, ehemaliger Schlagzeuger beim Amsterdamer Concertgebouw Orchester, stellte eindringlich unter Beweis, dass er ein hochbegabter Dirigent ist und zu großen Hoffnungen Anlass gibt.

Gimeno und die Münchner eröffneten den Abend mit einem sehr durchsichtig gespielten, von klanglicher Noblesse geprägten “Siegfried-Idyll“ von Richard Wagner. Sozusagen als Einstimmung auf das folgende Ereignis.

Anja Harteros gehört ohne Zweifel zu den herausragenden Sopranistinnen der jüngeren Generation. Ihre wunderbar farbige Stimme, die hohe Musikalität, wie auch die technische Perfektion, sind geradezu mirakulös.

All diese Attribute ließ sie auch an diesem Abend einfließen in ihre zu Herzen gehende Interpretation der Vier letzten Lieder von Richard Strauss, dem Schwanengesang des greisen Komponisten, der sie komponierte auf Gedichte von Hermann Hesse („ Frühling“, “September“ und “Beim Schlafengehen) und Joseph von Eichendorff ( „Im Abendrot“)

Anja Harteros füllte die Dichtungen in eine “Fülle des Wohllauts“, die Stimme floss mit einem wunderbaren Ebenmaß. Ohne Brüche sind die Registerwechsel. Die sprachliche und inhaltliche Auslotung der Texte waren optimal, wie auch die Textverständlichkeit. Prächtig begleitete das Strauss erprobte Orchester und der junge Dirigent die Sängerin. Das Publikum feierte sie nach dem “Abendrot“ mit frenetischem Beifall.

Nach der Pause ging es weiter mit  “Romeo und Julia – Fantasie-Ouvertüre nach Shakespeare“ für großes Orchester. Tschaikowski hat sein Werk in spätromantische Klänge getaucht. Emphatisches Schwelgen im Breitwandformat wechselt ab mit dunklen, düsteren, tieftraurigen Passagen.

Behutsam, aber auch temperamentvoll bei Klanggipfelungen, folgte Gimeno der Tschaikowskischen Kontrast- und Steigerungsdynamik, ließ sich aber nicht forttreiben von der klanglichen und rhythmischen Vielfalt. Er hielt die Fäden straff in seinen (schönen) Händen.

Nicht anders bei dem letzten Stück dieses Abends “Till Eulenspiegels lustige Streiche“ von Richard Strauss. Dieses witzige, raffiniert instrumentierte, geniale Musikstück, wurde 1895 im Kölner Gürzenich uraufgeführt und erfreut sich bis heute einer ungebrochenen Beliebtheit. Auch hier glänzten der Dirigent und das Orchester. Ein großes Lob dem Solo-Hornisten und den Holzbläsern.

Das Publikum war begeistert. Dirigent und Orchester bedankten sich mit dem wunderschön musizierten “Valse triste“ von Jean Sibelius. Das waren fünf Minuten Schönklang pur.

IOCO / UGK / 25.04.2014

—| IOCO Kritik Philharmonie Essen |—

Hamburg, Engelsaal, Komm ein bisschen mit nach Italien, 12./21.09.2013

August 26, 2013 by  
Filed under Engelsaal, Pressemeldung

Hamburger Engelsaal

Hamburger Engelsaal © Hamburger EngelsaalHamburger Engelsaal © Hamburger Engelsaal

„Komm ein bisschen mit nach Italien“

 
Die Schlagerrevue der goldenen 50er!
 
In der Pizzeria „Da Angelo“ an der Hafenpromenade Grand Marina auf Capri treffen sich im Spätsommer 1959 zwei deutsche Touristen: Gisela Müller, die bekannte Film-Schauspielerin aus Berlin und Egon Meier, der erfolgreiche Besitzer einer Werbeagentur (Reklame-Meier) aus Bielefeld. Jeder von ihnen hat sich seine Scheibe vom großen Wirtschaftswunderbraten abgeschnitten und heute ist man wieder wer und kann sich die Ferien an der Adria leisten! Bella Italia, Pizza-Napoli, Chianti-Wein und die Blaue Grotte und – das alles mit der BMW-Isetta. Auch wenn sich die Konversation der Beiden nicht gleich so flüssig gestalten will; mit Musik geht alles besser und vielleicht gibt es ja doch ein Happy-End; denn Eins und Eins das macht Zwei….
Lehnen sie sich entspannt zurück und lassen Sie die große, alte Zeit des deutschen Schlagers in einer temperamentvollen und heiteren Musik-Revue an sich vorbeiziehen. „Schuld war nur der Bossa-Nova“, „Es gibt kein Bier auf Hawaii“, “Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“, „Zuckerpuppe“, „Tulpen aus Amsterdam“, „Pigalle“ und die legendären „Capri-Fischer“ sind nur einige der fast 50 unvergessenen Melodien dieses höchst vergnüglichen Abends.  
 
Mit Birgit Lünsmann oder Yvonne Disque und Karl-Heinz Wellerdiek oder Phillip Lüsebrink
Musikalische Leitung: Herbert Kauschka
 
Termine: 12. und 21. September 2013
 
—| Pressemeldung Engelsaal Hamburg |—

Berlin, Berliner Philharmoniker, Live am Freitag: Jaap van Zweden debütiert bei den Berliner Philharmonikern, 10.05.2013

Mai 10, 2013 by  
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Berliner Philharmoniker

 

Live am Freitag:

Jaap van Zweden debütiert bei  Berliner Philharmonikern

Erkämpfte Symphonie

 
Zum Konzert
 
Seine musikalische Laufbahn begann Jaap van Zweden 19-jährig in einem der renommiertesten Orchester der Welt: dem Koninklijk Concertgebouw Orkest Amsterdam. Jedoch nicht als Dirigent, sondern als Erster Konzertmeister. 1996 tauschte er die Geige gegen den Taktstock ein und startete eine internationale Dirigentenkarriere. Jaap van Zweden, derzeit Chef des Dallas Symphony Orchestra und des Hong Kong Philharmonic Orchestra, gibt in diesen Konzerten, deren Leitung er für den erkrankten Mariss Jansons übernimmt, sein Debüt bei den Berliner Philharmonikern.
 
Johannes Brahms und Béla Bartók sind die Komponisten des Abends. Als Brahms seine Erste Symphonie 1876 vollendete, ging dem ein 14-jähriges Ringen um das Werk voraus: Zu übermächtig wirkte das Vorbild Beethovens. Brahms jedoch fand souverän einen eigenen Weg. In seiner Symphonie hat der Rückgriff auf Beethoven ebenso Platz wie auch ein zukunftweisendes Formenkonzept – mit einer Einleitung, die im Keim bereits das gesamte thematische Material der Symphonie enthält.
 
Ein Bewunderer von Brahms war Béla Bartók, dessen Konzert für Orchester wir an diesem Abend hören. Bartók schrieb das Werk 1943 im Auftrag der amerikanischen Koussevitzky-Stiftung. Der Titel erklärt sich aus der konzertierenden oder solistischen Behandlungen einzelner Instrumentengruppen. Als Bartók dieses Werk komponierte, war er bereits todkrank und – was seine Anerkennung als Komponist betraf – vollkommen desillusioniert. Gleichwohl gelang es ihm in diesem Stück, aus einem düsteren Anfang zu einem lebensbejahenden Finale zu finden.
 
Berliner Philharmoniker:  Jaap van Zweden Dirigent
 
Béla Bartók: Konzert für Orchester
Johannes Brahms: Symphonie Nr. 1 c-Moll op. 68
 
Live-Übertragung am Fr., 10. Mai 2013, 20 Uhr
 
—| Pressemeldung Berliner Philharmoniker |—
 

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