Stuttgart, Staatsoper Stuttgart, Premiere Il trionfo del tempo e del disinganno – Bieito, 28.05.2011

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Oper Stuttgart

PREMIERE

Georg Friedrich Händel

Il trionfo del tempo e del disinganno –

Der Triumph von Zeit und Enttäuschung
Oratorium in zwei Teilen, in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Sonntag, 28. Mai 2011, 19 Uhr, Opernhaus

Weitere Aufführungen: 31.05. | 05.06. | 08.06. | 17.06. | 21.06. | 01.07. | 03.07. |

08.07. | 04.07.| 24.07. | 27.07.

Musikalische Leitung Sébastien Rouland
Regie Calixto Bieito
Bühne Susanne Gschwender
Kostüme Anna Eiermann
Licht Reinhard Traub
Dramaturgie Xavier Zuber

Besetzung

Bellezza Judith Gauthier, Piacere Ezgi Kutlu, Disinganno Marina Prudenskaja, Tempo Charles Workman, Staatsorchester Stuttgart

Im Karussell der Vergänglichkeit
Calixto Bieito inszeniert erstmals ein Händel-Oratorium

Opernregisseur Calixto Bieito stellt sich mit seiner Inszenierung von Georg Friedrich Händels Oratorium Il trionfo del tempo e del disinganno – Der Triumph von Zeit und Enttäuschung, das am Samstag, 28. Mai 2011 um 19 Uhr in der Staatsoper Stuttgart Premiere feiert einer moralistischen Betrachtung des Lebens. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Sébastien Rouland, einem ausgesprochenen Kenner des Repertoires aus dem 17. und 18. Jahrhundert, der das Staatsorchester Stuttgart bereits bei Halévys La Juive und Mozarts Lucio Silla geleitet hat. Händel schrieb dieses Werk zu Beginn seines Komponistenlebens als 22-Jähriger in Rom, zu jener Zeit eines der geistigen Zentren des musikalischen Oratoriums. Im Mittelpunkt stehen die vier solistischen Allegorien Schönheit, Vergnügen, Zeit und Enttäuschung. Bellezza, die Schönheit (Judith Gauthier) schwört Piacere, dem Vergnügen (Ezgi Kutlu) ewige Treue, da diese ihre Vorzüge preist – solange bis Tempo, die Zeit (Charles Workman) und Disinganno, die Enttäuschung (Marina Prudenskaja) Bellezza von ihrer Übermacht überzeugen. Calixto Bieito zeigt die Allegorien als reale Figuren: Bellezza, eine Frau, glaubt, für immer schön zu sein. Von ihrem Lebenspartner Tempo entfremdet, flüchtet sie sich in das Vergnügen, sieht sich jedoch mit der Enttäuschung – in persona die ehemalige Geliebte von Tempo – konfrontiert. „Eine hoch aktuelle Metapher für die Welt“, sei dieser philosophische Diskurs, so Calixto Bieito. In seiner Sichtweise auf das Werk steht nicht die Religion im Mittelpunkt, sondern der Mensch mit seinen innigsten Hoffnungen, Träumen und Ängsten, der am Ende voller Demut vor seinem eigenen Leben steht. Dieses Beziehungsgeflecht verorten Bühnenbildnerin Susanne Gschwender und Kostümbildnerin Anna Eiermann in einem Ort der Vergänglichkeit, in dem das Karussell der fortlaufenden Lebenszeit immer wieder neue Raum- und Figuren- Konstellationen schafft.

Biografien

Sébastien Rouland dirigiert die Neuinszenierung Il trionfo del Tempo e del Disinganno sowie die Wiederaufnahme von La Juive. 1972 in Frankreich geboren, erhielt er seine Ausbildung durch die Professoren Pierre Cao und Nicolas Brochot. Von 1995 bis 2001 war er musikalischer Assistent von Marc Minkowski und Chorleiter der Musiciens du Louvre. In der Saison 2002/03 dirigierte Sébastien Rouland Rameaus Platée am Hessischen Staatstheater Wiesbaden und wurde als Erster Gastdirigent ans Luzerner Theater engagiert, wo er Lullys Le Bourgeois Gentilhomme, Lucio Silla, Die Zauberflöte, Glucks Armide, Rossinis Mosé in Egitto, Der fliegende Holländer und Carmen dirigierte. Weiterhin gastierte er in SaintÉtienne mit Marianne von Edouard Lacamp, in Marseille mit Die Zauberflöte, an der Opéra Comique in Paris mit Honeggers Les Aventures du Roi Pausole und in Wiesbaden mit Armide. In der Spielzeit 2004/05 gastierte Sébastien Rouland am Théâtre du Châtelet Paris mit Offenbachs La Grande-Duchesse de Gérolstein, an der Oper in Nantes-Angers mit La Cenerentola und am Hessischen Staatstheater mit Bachs Johannespassion. Weitere Gastdirigate folgten in Marseille mit Dido et Aeneas sowie Brittens Phèdre, in Nancy, Rennes und Reims mit L’élisir d’amore, in Strasbourg mit Bachs weltlichen Kantaten, in Berlin mit Die Entführung aus dem Serail an der Komischen Oper, in Wiesbaden mit Kaisers Croesus, in Freiburg mit Idomeneo und Werther, in St. Gallen mit La Périchole und in Tel Aviv mit Armide. 2007/08 dirigierte Sébastien Rouland u.a. Purcells The Fairy Queen an der Opéra Royal de Wallonie und Offenbachs La Vie Parisienne an der Opéra National de Lyon. Weitere Engagements führten ihn an die Oper Leipzig für die Neuproduktion Don Giovanni, nach Saint-Étienne für L’Amour masqué von Messager und nach St. Gallen für Samson et Dalila. Im Mai 2010 dirigiert Sébastien Rouland Magdalena von Heitor Villa-Lobos am Théâtre de Châtelet in Paris und La Cenerentola am Palacio de Bellas Artes in Mexico Stadt. In Stuttgart leitete er in der Spielzeit 2007/08 bereits die Premiere von Halévys La Juive sowie in den vergangenen beiden Spielzeiten Mozarts Frühwerk Lucio Silla.


Calixto Bieito ist Regisseur der Neuinszenierung Il trionfo del Tempo e del Disinganno. Außerdem inszenierte er die Repertoireproduktionen Parsifal und Der fliegende Holländer. Calixto Bieito stammt aus Katalonien und gilt seit Mitte der neunziger Jahre als einer der wichtigsten Regisseure Spaniens. Bekannt geworden ist er durch seine konkrete und expressive Sprache im Umgang mit klassischen Texten, so u.a. mit Horváths Kasimir und Karoline, Shakespeares King John und Calderóns La vida es sueno. 2001 wurde sein Macbeth in Salzburg gezeigt, beim Edinburgh Festival war er u.a. im Jahr 2000 mit Valle-Incláns Comédias Bárbaras, 2003 mit Shakespeares Hamlet und 2004 mit de Rojas‘ La Celestina vertreten. Mit Plattform, einer Bühnenadaption der gleichnamigen Novelle von Michel Houellebecq, war Bieito 2008 in Barcelona erfolgreich. Seit 1996 inszeniert Calixto Bieito auch für die Oper, erstmals mit Brétons Zarzuela La verbena de la Paloma am Teatro Tivoli in Barcelona. Weitere Produktionen an verschiedenen Häusern Europas folgten, darunter die viel beachteten Inszenierungen von Don Giovanni, Il trovatore und La traviata an der Staatsoper Hannover oder Die Entführung aus dem Serail an der Komischen Oper Berlin. Außerdem arbeitete Calixto Bieito u.a. in London, Dublin, Bologna, Basel, Freiburg und Frankfurt. Zu seinen jüngeren Arbeiten zählen Alban Bergs Wozzeck am Gran Teatre del Liceu Barcelona und der Staatsoper Hannover sowie 2008 die Schauspielproduktion von Ibsens Brand bei den Festspielen in Bergen und dem Ibsen Festival in Oslo. Sein Don Giovanni war die Eröffnungsveranstaltung der Expo 2008 in Zaragoza. Zu seinen jüngsten Erfolgen gehören Lulu und Aus einem Totenhaus am Theater Basel, Armida an der Komischen Oper Berlin sowie Manuel de Fallas Kurzoper La vida breve an der Oper Freiburg, außerdem eine Inszenierung von Schillers Don Carlos mit seiner Theaterkompanie Teatre Romea im Rahmen der Internationalen Schillertage in Mannheim. Zu seinen zukünftigen Projekten gehört u.a. sein Debüt an der Bayerischen Staatsoper in der Spielzeit 2010/11 mit Fidelio. In Stuttgart hat Calixto Bieito bisher bereits Jen?fa und La fanciulla del West inszeniert.

Susanne Gschwender ist verantwortlich für die Bühnenbild-Konzeption bei Parsifal und bei der Neuinszenierung Il trionfo del Tempo e del Disinganno. In Zusammenarbeit mit Rebecca Ringst konzipierte sie auch das Bühnenbild für Der fliegende Holländer. Sie schloss 1997 ihr Architekturstudium an der Universität Stuttgart mit Diplom ab und ist seit 1999 eingetragene Architektin. Seit der Spielzeit 1999/00 ist Susanne Gschwender als künstlerische Produktionsleiterin Bühnenbild an der Staatsoper Stuttgart tätig. Von Oktober 2005 bis Juni 2008 war sie zudem künstlerische Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Bühnenbild für Prof. Martin Zehetgruber an der Staatlichen Akademie für Bildende Künste in Stuttgart. Seit 2006 realisiert sie eigene Bühnenbilder und arbeitet insbesondere regelmäßig mit dem Regissseur Calixto Bieito zusammen, mit dem sie die Bühnenbilder zu Jen?fa (2006/07 in Stuttgart, 2008/09 am Deutschen Nationaltheater Weimar) sowie Der fliegende Holländer und Parsifal erarbeitete. Für die Regisseurin Antonia Brix entstand 2007/08 das Bühnenbild zu Die Grille, eine Produktion der Jungen Oper der Staatsoper Stuttgart. Zu ihren Projekten für 2010/11 gehört außer der eingangs erwähnten Produktion Il trionfo del Tempo e del Disinganno – erneut in der Regie von Calixto Bieito – auch Die Lustige Witwe in der Regie von Lydia Steier am DNT Weimar.

Anna Eiermann entwickelte die Kostümbilder für Luisa Miller und Il trionfo del Tempo e del Disinganno sowie für Aida und Der fliegende Holländer. In Karlsruhe geboren studierte sie Bühnen- und Kostümbild an der Universität der Künste in Berlin. Zu ihren zentralen Arbeiten der letzten Jahre zählen so unterschiedliche Produktionen wie Der Ring des Nibelungen mit Gisbert Jäkel in Graz, Das Käthchen von Heilbronn mit Andrea Breth am Burgtheater Wien sowie die Uraufführung von Begehren mit Reinhild Hoffmann in Graz und bei der Ruhrtriennale. Weiter arbeitete Anna Eiermann mit Nikolaus Lehnhoff in
Salzburg an Fidelio, mit Hans Neuenfels am Deutschen Theater Berlin an Titus Andronicus und mit David Freeman an Wozzek am Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel. Mit de Regisseur und Bühnenbildner Michael Simon verbindet sie eine lange Zusammenarbeit, u.a. für The Black Rider in Dortmund, ein Stück, das zum Theatertreffen eingeladen wurde, für Wozzek und Von einem, der auszog… an der Schaubühne Berlin, bei mehreren Produktionen am Schauspielhaus Düsseldorf, u.a. für Shockheaded Peter, Amphytrion und Toska! am Burgtheater sowie die Uraufführung der Oper L`espace dernier von Matthias Pintscher an der Opéra de la Bastille in Paris. Mit der Regisseurin Karin Beier entwarf Anna Eiermann die Kostüme für Der Kaufmann von Venedig in Düsseldorf, für Maß für Maß und Clockwork Orange, beides am Schauspielhaus Hamburg, und für Die Nibelungen am Schauspielhaus Köln. Am Staatstheater Hannover erfolgte ihre erste Zusammenarbeit mit Calixto Bieito bei La traviata 2003. Es folgten Die Entführung aus dem Serail und
Madama Butterfly an der Komischen Oper Berlin sowie Don Carlo in Basel. Anna Eiermann ist Professorin für Kostümbild an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart.

Judith Gauthier singt Bellezza in Il trionfo del Tempo et del Disinganno. Vor ihrem Gesangstudium studierte Judith Gauthier Klavier, Liedbegleitung und Gesangsleitung am Conservatoire National Supérieur de Musique in Paris. Die Sopranistin wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, so u.a. mit dem Adami Prize bei der International Competition of Clermont-Ferrand (2005) sowie mit dem Ersten Preis und dem SACEM Preis für die beste Interpretation eines zeitgenössischen Werkes beim Concours International de la Mélodie Française de Toulouse (2003). Sie sang Partien wie Céphise in Lullys Alceste am Théâtre des Champs-Elysées, Arcas in Martin y Solers Ifigenia in Aulide in Madrid, Fiordiligi in Così fan tutte in Warschau, Frasquita in Carmen beim Musikfest Bremen und Lisetta in La Gazzetta beim Wildbad Belcanto Opera Festival. Zudem sang Judith Gauthier u.a. als Solistin in Bachs h-moll-Messe und in der Johannes Passion, in Brahms‘ Deutschem Requiem, in Mozarts c-moll-Messe in Salzburg unter der Leitung von Marc Minkowski, in Werken von Denoyé, Corrette und Charpentier sowie in Händels Oratorium La Resurrezione beim Combattimento Consort Amsterdam. Weiterhin trat sie als Oberto in Händels Oper Alcina (Opéra National de Paris Garnier, Wiener Konzerthaus, Festival Aix-en-Provence), als Donna Fiorilla in Il Turco in Italia beim Basel-Riehen Festival, als Hélène in Chabriers Une éducation manquée in Caen sowie als Drolla in Wagners Die Feen am Théâtre du Châtelet. Als international anerkannte Interpretin Alter Musik gilt sie auch als sehr erfahrene Verfechterin der Musik des 20. Jahrhunderts: zu ihrem Repertoire der neueren Musik zählt Astrée in Gérard Pessons Pastorale, Peter Eötvös‘ As I crossed a bridge of dreams sowie Philippe Fénelons Leçons de ténèbres. Zukünftige Engagements beinhalten Auftritte als Mélisande in Debussys Pelléas et Melisande am Théâtre du Châtelet, Oberto in Alcina in Santiago de Chile, Frasquita in Carmen, Zerlina in Don Giovanni, Asteria in Händels Tamerlano, Lisa in Bellinis La sonnambula am Theater Bonn und als Ines in Donizettis La Favorita am Théâtre des Champs-Elysées. Zudem wird Judith Gauthier die Titelpartie in Massenets Cendrillon an der Pariser Opéra übernehmen.

Ezgi Kutlu singt in dieser Spielzeit Elisabetta in Maria Stuarda und Piacere in Il trionfo del Tempo e del Disinganno. Neben ihren Studien in Ankara und in den USA (Master of Music an der New Yorker Juilliard School und am Curtis Institute in Philadelphia) nahm die türkische Mezzosopranistin an verschiedenen Meisterkursen teil, u.a. bei Elly Ameling und Marilyn Horne. Sie war Mitglied der Ausbildungsprogramme des St. Louis Opera Theaters, der Opera North in New Hampshire und der Santa Fe Opera in New Mexico und ist zudem Preisträgerin vieler bedeutender Gesangswettbewerbe wie des Metropolitan Opera National Council, des Licia Albanese Competition und des Marian Anderson Award. Bereits während des Studiums in New York und in Philadelphia trat sie u.a. als Orlofsky in Die Fledermaus, Miles in Brittens Turn of the Screw, Dorabella in Così fan tutte, Komponist in Ariadne auf Naxos sowie als Bradamante in Händels Alcina auf. Im Sommer 2008 wurde sie für das erste Young Singer’s Project der Salzburger Festspiele ausgewählt. Im Juli 2009 gab Ezgi Kutlu beim Garsington Opera Festival ein fulminantes Debüt als Angelina in La Cenerentola. Während der Spielzeiten 2008/09 und 2009/10 war sie am Staatstheater Nürnberg engagiert und übernahm hier Rollen wie Dorabella in Così fan tutte, Maddalena in Rigoletto und Cherubino in Le nozze
di Figaro sowie Sinaïde in Rossinis Moïse et Pharaon und Komponist in Ariadne auf Naxos. Bei den Salzburger Festspielen 2010 war Ezgi Kutlu neben Edita Gruberova in Norma als Clotilde zu erleben und im Oktober folgte eine CD-Aufnahme verbunden mit einer konzertanten Aufführung von Rossinis Aureliano in palmira mit dem London Philharmonic Orchestra unter Maurizio Benini für Opera Rara in London. Im März 2011 wird sie ihr Debüt in Italien als Fenena in Nabucco am Teatro dell’Opera di Roma unter der Leitung von Ricardo Muti geben. An der Staatsoper Stuttgart war Ezgi Kutlu in den vergangenen Spielzeiten bereits als Ragonde in Rossinis Le Comte Ory, als Dritte Dame in Die Zauberflöte und als Annio in Mozarts La clemenza di Tito zu erleben.

Marina Prudenskaja singt Il Disinganno in der Neuinszenierung Il trionfo del Tempo e del Disinganno sowie die Titelpartie in Carmen, außerdem erneut Oktavian in Der Rosenkavalier und Amneris in Aida. In St. Petersburg geboren studierte sie am dortigen Konservatorium bei Evgenia Gorokhovskaja und hatte im Anschluss daran von 1998 bis 2000 ihr erstes Engagement am Stanislavski-Nemirovich-Danchenko- Opernhaus in Moskau. 2000 kam Marina Prudenskaja dann an das Staatstheater Nürnberg als Ensemblemitglied, wo sie sich u.a. Cherubino in Le nozze di Figaro, Dorabella in Così fan tutte, Suzuki in Madama Butterfly, Preziosilla in La forza del destino, Azucena in Il trovatore, Nicklausse in Les Contes d’Hoffmann sowie Erda in Siegfried und in Das Rheingold erarbeitete. Von 2005 bis 2007 war sie Ensemblemitglied der Deutschen Oper Berlin und sang dort u.a. Fricka und Waltraute in Das Rheingold und Die Walküre sowie Arsace in Semiramid. Gastengagements führten sie außerdem an die Staatsoper Hannover mit u.a. Romeo in I Capuleti e i Montecchi sowie zu den Ludwigsburger Schlossfestspielen und an die Opernhäuser in Leipzig, Mannheim, Frankfurt, Bonn, Wiesbaden, Innsbruck, Prag, Amsterdam, Lissabon und Nizza. Darüber hinaus gastierte Marina Prudenskaja an der Hamburgischen Staatsoper, bei den Festspielen in Aix-en-Provence und in Bayreuth sowie beim Rossini Opera Festival in Pesaro. Im Oktober 2007 gab sie ihr Rollendebüt als Amneris in Aida in Hong Kong. In der Spielzeit 2009/10 sang sie das Verdi-Requiem mit den Berliner Philharmonikern sowie bei den Salzburger Osterfestspielen unter Mariss Jansons, war in der Rheingold-Koproduktion der La Scala und der Staatsoper Berlin unter Daniel Barenboim zu hören und gastierte als Amneris in Aida in Palermo und als Alcina in Orlando furioso in Santiago di Compostela. Zu ihren jüngsten Erfolgen gehören ferner Gastspiele mit Der Ring des Nibelungen am Teatro del Maggio Musicale Fiorentino und am Palau des les Arts in Valencia, beide unter Zubin Mehta. In der Spielzeit 2010/11 ist Marina Prudenskaja als Amneris in Aida an der Hamburgischen Staatsoper sowie im Verdi-Requiem in Tokyo mit dem New Japan Philharmonic Orchestra und in Pittsburgh mit den
Pittsburgh Symphony Orchestra zu hören. Seit der Spielzeit 2007/08 ist sie Ensemblemitglied der Staatsoper Stuttgart und sang hier außer den genannten Partien auch Cecilio in Lucio Silla, Brangäne in Tristan und Isolde, Rosina in Il barbiere di Siviglia und Adalgisa in Norma.

 Charles Workman singt Tempo in der Neuinszenierung Il Trionfo del Tempo e del Disinganno. In Arkansas/USA geboren, studierte Charles Workman u.a. an der Juilliard School in New York. Drei Spielzeiten gehörte der Tenor dem Ensemble der New Yorker Metropolitan Opera an, wo er als Elemer in Arabella debütierte. Seit 1995 tritt er vor allem als Mozart- und Rossini-Sänger überwiegend in Europa auf – etwa als Ferrando in Così fan tutte oder als Don Ramiro in La Cenerentola, aber auch als Eisenstein in Die Fledermaus, Prunier in La rondine und Renaud in Glucks Armide. 1999 debütierte er als Abaris in Rameaus Les Boréades bei den Salzburger Festspielen. Es folgten Auftritte u.a. an den Opernhäusern von Ferrara, London, Berlin, Lissabon, Venedig, Mailand, Paris, Barcelona, Madrid und bei den Rossini-Festspielen in Pesaro. In der vergangenen Spielzeit sang Charles Workman die Titelpartie in Hans Pfitzners Palestrina an der Bayerischen Staatsoper.

Pressemeldung Oper Stuttgart

Dortmund, Konzerthaus Dortmund, Traum-Trio 3.02.2011

Februar 2, 2011  
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Konzerthaus Dortmund © Daniel Sumesgutner

Konzerthaus Dortmund © Daniel Sumesgutner

Konzerthaus Dortmund

Traum-Trio

Drei Freunde spielen Kammermusik

Konzerthaus Dortmund, Veronika Eberle ©Bernd Noelle Konzerthaus Dortmund, Marie-Elisabeth Hecker © Benjamin Ealovega

Was passiert, wenn gleich zwei „Junge Wilde“ zusammen spielen? Es gibt ein doppelt großartiges Konzert. Was geschieht aber, wenn sich zu ihnen noch einer der interessantesten Pianisten der jungen Generation gesellt? Es wird garantiert ein Traumkonzert! Eine solche Traumbesetzung ist im Konzerthaus zu hören, wenn Veronika Eberle, Marie-Elisabeth Hecker und Martin Helmchen sich zum Klaviertrio zusammenfinden.

Veronika Eberle, 1988 in Donauwörth geboren, erhielt schon sechsjährig ersten Violinunterricht. Vier Jahre später spielte sie ihr erstes öffentliches Konzert. Was aber ihre internationale Karriere schlagartig beschleunigte, war die Einführung durch Sir Simon Rattle bei den „Salzburger Osterfestspielen“ 2006. Dabei begeisterte sie mit den Berliner Philharmonikern unter Rattles Leitung ein vollbesetztes Festspielhaus mit Beethovens Violinkonzert. In ihrer Biografie wird Veronika Eberle als „eines der viel versprechendsten Violintalente, die Deutschland in den letzten Jahren hervorgebracht hat“, beschrieben. Die Presse bescheinigte ihr nach ihrem ersten Konzerthaus-Auftritt im April indes viel mehr als nur Talent-Status: „kultiviert und gefühlvoll ist ihr Seidenton auf ihrer Stradivari“, und zur „Perfektionistin“ habe sie sich entwickelt.

Dass sie „tatsächlich mit einem Cello im Arm geboren worden“ sei, mutmaßte hingegen ein anderer Rezensent über die um ein Jahr ältere Marie-Elisabeth Hecker, die im Mai 2010 ihr glänzendes Debüt als „Junge Wilde“ gab, so sehr verbunden erscheint sie mit ihrem Instrument. Im sächsischen Zwickau aufgewachsen, wusste sie bereits im zarten Alter von Vier: Es soll das Violoncello sein. Mit Fünf begann dann der Unterricht – heute spielt Marie-Elisabeth Hecker mit den bedeutendsten Orchestern zusammen, nachdem der Gewinn des „Rostropowitsch-Wettbewerbs“ in Paris 2005 den internationalen Durchbruch bedeutete.

Gleiches gilt für den Dritten im Bunde: Der Pianist Martin Helmchen hat sich mit seinem hochvirtuosen und gleichzeitig unprätentiösen Spiel in den letzten Jahren in der internationalen Musikszene einen Namen gemacht. Haydn, Janá?ek und Brahms stehen auf dem Programm des jungen, wilden Trios.

Do, 03.02.2011, 19.00 Uhr

„Junge Wilde“ – Veronika Eberle & Marie-Elisabeth Hecker

Veronika Eberle (Violine), Marie-Elisabeth Hecker (Violoncello), Martin Helmchen (Klavier)

Joseph Haydn: Klaviertrio B-Dur Hob. XV:20
Leoš Janá?ek: „Pohádka“  („Märchen“) für Violoncello und Klavier
Leoš Janá?ek: Sonate für Violine und Klavier
Johannes Brahms: Klaviertrio Nr. 1 H-Dur op. 8
Einführung mit Ulrich Schardt um 18.15 Uhr im Komponistenfoyer
Nach dem Konzert: „meet the artist!“

 

—| Pressemeldung Konzerthaus Dortmund |—

Lübeck, Theater Lübeck, Kammerkonzert Streiche Brahms und Korngold , 27.04.2009

April 27, 2009  
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Theater Lübeck

Theater Lübeck © Olaf Malzahn

Theater Lübeck © Olaf Malzahn

»Finnisch oder Ich möchte Dich vielleicht berühren« am 03. Mai entfällt!

Die ursprünglich angesetzte Vorstellung des Schauspiels von Martin Heckmanns »Finnisch oder Ich möchte Dich vielleicht berühren« muss aus organisatorischen Gründen entfallen.

6. Kammerkonzert Streicher satt Werke von Johannes Brahms und Erich Wolfgang Korngold
Montag, 27. April 2009, 20.00 Uhr, Gemeinnützige
Johannes Brahms (1833 – 1897) Klavierquartett A-Dur op. 26
Erich Wolfgang Korngold (1897 – 1957) Streichsextett D-Dur op. 10
Zu leidenschaftlicher und zarter, vielschichtiger und mitreißender Streicher- und Klavierkammermusik lädt unter dem Motto »Streicher satt« das 6. Kammerkonzert des Philharmonischen Orchesters am 27. April 2009 um 20 Uhr in einen der schönsten Räume Lübecks, den Saal der Gemeinnützigen ein. Auf dem Programm stehen zwei Werke der Kammermusikliteratur, die in Wien ihre Uraufführung erlebten. Am Anfang steht das Klavierquartett A-Dur von Johannes Brahms aus dem Jahr 1861, das einen weiten Bogen der Emotionen spannt, vom lyrischen Adagio mit dem Zitat einer an Brahms‘ Liebe zu Clara Schumann gebundenen Schubert-Heine-Vertonung bis zum furiosen Schlusssatz mit feuriger »Zigeuner«-Musik. Nach der Pause erklingt der frühe Geniestreich eines phänomenalen Wunderkinds. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg, also noch vor dem Beginn seiner Weltkarriere als Hollywood-Filmkomponist, schrieb der 19-jährige Erich Wolfgang Korngolds sein Streichsextett D-Dur op. 10, das die klanglichen Möglichkeiten eines reinen Streicherensembles auf unnachahmliche Weise zur Entfaltung bringt. Träumerisch verhangene Düsternis wechselt mit tänzerischer Virtuosität und strahlender Brillanz.
Mit freundlicher Unterstützung der Heinz und Erika Wiggers Stiftung und der Gemeinnützigen Lübeck Violinen Christina Reitemeier-Bruggaier, Franziska Ribbentrop Viola Christian Jonkisch, Susanne Kling Violoncelli Sigrid Strehler, Christoph Eberwein Klavier Christian Reisser
Termin Montag, 27. April 2009, 20.00 Uhr, Gemeinnützige
Veranstaltungsort Gemeinnützige, Königstraße

Let’s imagine! –

Happy to be Rude: Shakespeare’s Theatre and his Dream
One Man Shakespeare Show zu »Ein Sommernachtstraum«
Mittwoch, 29. April 2009, 20.00 Uhr und Donnerstag, 30. April 2009, 11.00 Uhr

In seiner »One Man Show« entführt der Theatermacher Patrick Spottiswoode wieder in die Welt Shakespeares. Er lässt seine Zuschauer Shakespeares Theater sinnlich erleben, durch sein Spiel mit englischer Sprache, Körper, Mimik und Gestik führt er junge Menschen an Shakespeares Theater und Sprachkunst heran, und das ganz unverkrampft und spannend. Ein Schwerpunkt seiner Show wird diesmal „A Midsummer Night’s Dream“ sein. Mit Patrick Spottiswoode, Director of Globe Education London
Termin Mittwoch, 29. April 2009, 20.00 Uhr und Donnerstag, 30. April 2009, 11.00 Uhr
für Jugendliche ab der 8./9.Klasse
Veranstaltungsort Kammerspiele

»Rigoletto« und »Madama Butterfly« zum letzten Mal

Die Verdi-Oper »Rigoletto« in der Inszenierung von Reto Nickler ist nur noch einmal im Großen Haus zu erleben: Am Donnerstag, 30. April, um 18.00 Uhr hat das Publikum die Möglichkeit, die Erfolgsoper um den Herzog von Mantua und seinen Hofnarren Rigoletto zu besuchen. Eintrittskarten sind in allen Platzgruppen an der Theaterkasse erhältlich. Auch »Madama Butterfly«, die tragischen Oper von Giacomo Puccini, kann in dieser Spielzeit nur noch am Sonntag, 03. Mai um 18.00 Uhr besucht werden. Die Geschichte der Geisha Cio-Cio-San, genannt Butterfly, die bis zum Ende auf den von ihr einzig geliebten Mann wartet, der dann allerdings mit seiner amerikanischen Frau zurückkehrt, um den gemeinsamen Sohn abzuholen, wird in der nächsten Spielzeit wieder
aufgenommen.
Die Vorstellung am 03. Mai wurde zum Theatertag des Monats Mai erklärt: Jede
Eintrittskarte kostet bei freier Platzwahl 10,– Euro.

7. Kammerkonzert Amerika grüßt!

Werke von Frank Martin, Aaron Copland und Leonard Bernstein
Montag, 04. Mai 2009, 20.00 Uhr, Rathaus, Audienzsaal
Frank Martin (1890-1974) Klaviertrio über irische Volkslieder Aaron Copland (1900-1990) Vitebsk. Study on a Jewish Theme
Leonard Bernstein (1918-1990) Trio for violin, violoncello and piano Zu drei Klaviertrios lädt das 7. Kammerkonzert des Philharmonischen Orchesters am 4. Mai 2009 unter dem Motto »Amerika grüßt!« in der Gemeinnützigen, Königstraße, ein. Gemeinsam ist allen Kompositionen die Mischung verschiedener kultureller Einflüsse und der Bezug auf europäische Quellen, die in jeweils eigener Weise musikalisch verarbeitet wurden. Frank Martins Klaviertrio über irische Volkslieder, mit dem das Programm beginnt, entstand 1925 auf den Wunsch eines Amerikaners irischer Abstammung, den der Schweizer Komponist Frank Martin in Paris kennen gelernt hatte. Volksmusik liegt auch dem zweiten Werk zugrunde, dem Klaviertrio »Vitebsk. Study on a Jewish Theme« aus dem Jahr 1928, in dem der amerikanische Komponist Aaron Copland ein russisch-jüdisches Lied verarbeitete. Und auch in Leonard Bernsteins »Trio for violin, violoncello and piano«, das er 1937 als 19- jähriger noch vor Beginn seiner spektakulären Dirigentenkarriere schrieb, findet die russisch-jüdische Herkunft des Komponisten ihren Niederschlag. Es spielen der stellvertretende Konzertmeister der Philharmoniker Adrian Iliescu (Violine), Sibylle Hentschel (Violoncello) und Christian Ruvolo (Klavier).
Mit freundlicher Unterstützung der Heinz und Erika Wiggers Stiftung und der Gemeinnützigen Lübeck Violine Adrian Iliescu Violoncello Sibylle Hentschel Klavier Christian Ruvolo
Termin Montag, 04. Mai 2009, 20.00 Uhr
Veranstaltungsort Rathaus, Audienzsaal

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Essen, Philharmonie Essen, Triokonzert mit Heinrich Schiff, Frank Peter Zimmermann und Martin Helmchen 8.11.2008

Oktober 30, 2008  
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Philharmonie Essen

Philharmonie Essen © SvenLorenz

Philharmonie Essen © SvenLorenz

Triokonzert mit Heinrich Schiff, Frank Peter Zimmermann und Martin Helmchen in der Philharmonie Essen

Werke von Mozart, Honegger, Debussy und Schubert am Samstag, 8. November 2008 um 20 Uhr im Alfried Krupp Saal

Seit zwei Jahrzehnten stehen sie gemeinsam auf den großen Bühnen der Konzertwelt, haben häufig und hochgelobt Kammermusikwerke aufgeführt und sich intensiv mit der Form des musikalischen Dialogs beschäftigt: Der aktuelle „In Residence“-Künstler Heinrich Schiff und der ehemalige Residenz-Geiger Frank Peter Zimmermann. Die beiden Streicher verbindet seit vielen Jahren eine künstlerische Partnerschaft: 1997 spielten sie unter Wolfgang Sawallisch Brahms’ Doppelkonzert ein, die Aufnahme wurde mit dem Deutschen Schallplattenpreis ausgezeichnet. Neun Jahre später brachten sie eine CD mit Duo-Werken heraus. Der Hauptreiz seiner Zusammenarbeit mit Frank Peter Zimmermann bestehe für ihn darin, gewissermaßen Solosonaten zu zweit zu spielen, sagt Heinrich Schiff, „mit einem wunderbaren Partner, der mal sehr ähnlich denkt, dann wieder ganz unerwartete Dinge anbietet“.

Mit dem jungen Berliner Pianisten Martin Helmchen gesellt sich zu den beiden Streichern ein exzellenter Kammermusikpartner. Der ECHO Klassik-Preisträger begann seine Karriere nicht wie viele seiner Kollegen mit Soloabenden, sondern als Kammermusiker. Eine Leidenschaft, die der Cellist Boris Pergamenschikow in ihm weckte: Beim Musizieren in Kammermusik-Besetzung fühlt sich der Nachwuchs-Pianist ganz „in seinem Element“. Gemeinsam präsentieren Heinrich Schiff, Frank Peter Zimmermann und Martin Helmchen bei ihrem Trio-Abend am Samstag, 8. November 2008 um 20 Uhr im Alfried Krupp Saal der Philharmonie Essen in abwechselnden Besetzungen Werke von
Wolfgang Amadeus Mozart, Arthur Honegger, Claude Debussy und Franz Schubert. Erst im letzten Konzertbeitrag werden die Musiker in Schuberts Klaviertrio Es-Dur op. 100, D 929, das schon bei der Uraufführung im Saal des Wiener Musikvereins Maßstäbe für die kommenden Komponisten-generationen setzte, zu dritt musizieren und damit den Abend klangvoll beschließen.

—| Pressemeldung Philharmonie Essen |—

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