München, Bayerische Staatsoper, Der Rosenkavalier – Empfindungen und Betrachtungen, IOCO-Essay, 15.04.2021

April 15, 2021 by  
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Bayerische Staatsoper München

Bayerische Staatsoper München © Wilfried Hösl

Bayerische Staatsoper München © Wilfried Hösl

Der Rosenkavalier  – Bayerische Staatsoper – München

Empfindungen und Betrachtungen – Adelina Yefimenko

Die tiefsinnige Inszenierung des Rosenkavalier an der Bayerischen Staatsoper in München (IOCO Rezension HIER) inspirierte IOCO Autorin Prof. Adelina Yefimenko, ihre Betrachtungen über die metaphysischen und vielschichtigen Hintergründe der Inszenierung in der hier folgenden offenen Danksagung an Vladimir Jurowski, dem designierten Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper, auszudrücken.

Der Rosenkavalier – Bayerische Staatsoper – Click and Meet HERE!

Der Rosenkavalier – eine Einführung von Vladimir Jurowski
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Sehr geehrter Herr Jurowski,

Gerne würde ich, aus der Ukraine stammend, mit Ihnen auf Russisch oder Ukrainisch kommunizieren. Erst recht, wenn die Rede über die Werke von Prokofjew oder Schostakowitsch u.a. wäre.

Ihre Richard Strauss Produktion des Rosenkavalier  an der Bayerischen Staatsoper hat mich tief beeindruckt. Doch hat mich die Hintergründigkeit der Produktion so überwältigt, dass ich hier, bei IOCO, einiger meiner Gedanken vorstellen und Fragen stellen möchte.

Die erste, mich seit Wochen beschäftigende Frage ist, ob es Barrie Kosky bewusst war, dass er mit Ihnen eine für die heutige Zeit so zutreffende, und, wenn ich ein bisschen übertreiben darf, geniale Interpretation für solch ein Heiligtum im Repertoire der Bayerischen Staatoper wie den Rosenkavalier geschaffen hat?

Als ich am Premierenabend das Interview von Barrie Kosky hörte, vor der Premiere geführt, glaubte ich, dass ich zusätzlich noch etwas Anderes in Ihrer Interpretation wahrgenommen habe, als es Barrie Kosky vor hatte und darstellte. Womöglich hat der Regisseur absichtlich zuerst nur die Spitze des Eisbergs gezeigt, damit bei der Premiere noch weitere Ideen ans Licht kommen. Sicher wollte Barrie Kosky im Strauss’schem Sinne so ähnlich handeln wie der Komponist selbst: „Die Tiefe muss man verstecken. Wo? An der Oberfläche“. Aber dann drängt sich in mir die zweite Frage auf, ob Barrie Kosky in dieser Konstellation „Tiefe – Oberfläche“ durch seine Neudeutung damit gerechnet hat, die Welt-Uhr der Rezeptionsgeschichte kardinal umzudrehen und möglicherweise eine neue Ära des Rosenkavalier zu eröffnen?

Prof. Adelina Yefimenko © AYefimenko

Prof. Adelina Yefimenko © AYefimenko

Adelina Yefimenko, Professorin, lehrt als Musikwissenschaftlerin an der Nationalen M.-V.-Lysenko-Musikakademie Lviv (Lemberg) und der Ukrainischen Freie Universität München (UFU)

Schon in meinem Artikel über Der Feurige Engel an der Bayerischen Staatsoper wird deutlich, wie mich Ihre Zusammenarbeit im „Jurowski-Kosky-Team“ erstaunt war, wie Sie perfekt in Ihren radikalen Neudeutungen gemeinsame Lösungen findet. Das Wagnis, von den Musikkritikern verpönt bzw. angegriffen zu werden, hindert Ihr Team nicht, zu riskieren und damit zu gewinnen. Ihr habt ein Kunst-Juwel mit der Produktion Franz Schrekers Die Gezeichneten an die Oper Zürich erschaffen und damit die Rezeptionsgeschichte dieses Werkes komplett umgedreht und geprägt, die vor allem Ihrer neuen Redaktion der originalen Partitur zu verdanken ist.

Inwieweit hat die jetzige Produktion diese genuine Strauss’sche Tiefe im Klang und Bild Ihre gemeinsame Arbeit geprägt? Mit der Frage meine ich, ob Sie die Spuren der 50-jährigen Rezeptionsgeschichte des Rosenkavalier an der Bayerischen Staatsoper endgültig hinter sich gelassen haben? Ob Ihre Zuwendung zur Eberhard Klokes Orchesterversion endgültig für diese Koskys Deutung des  Rosenkavalier bleibt?

Bayerische Staatsoper / Der Rosenkavalier hier Samantha Hankey als Octavian, Christof Fischesser als Baron Ochs auf Lerchenau, Johannes Martin Kränzle als Herr Faninal, Ensemble © Wilfried Hösl

Bayerische Staatsoper / Der Rosenkavalier hier Samantha Hankey als Octavian, Christof Fischesser als Baron Ochs auf Lerchenau, Johannes Martin Kränzle als Herr Faninal, Ensemble © Wilfried Hösl

Wenn Sie doch nach der Pandemie die originäre Partitur von Richard Strauss zum Regie-Konzept von Barrie Kosky dirigieren möchten, versuche ich meine Meinung dazu zu äußern. Als treue Anhängerin der Regieoper bin ich erstaunt, dass diese Premiere Rosenkavalier unter Ihrer Musikleitung an eine andere kongeniale Strauss’sche Rezeptionen erinnert. Das ist Salome in München mit Kirill Petrenko und Krzysztof Warlikowski. Der Dirigent hatte es damals noch nicht nötig, die reduzierte Version des Strauss-Orchesters anzuwenden. Aber er hat das vollbesetzte Orchester Richard Strauss‘s als Kammerorchester erklingen lassen und dadurch den „kulinarischen“ Genuss und erotischen Reiz dieser Partitur reduziert. Für das trocken anlegte Orchester Salome, für akribisch gezogene Linien an Stelle der üppigen Farben, für straffen Tempi, für die Deutung der Strauss’sche Breite als Kammerorchesterklang wurde er kritisiert. Aber genauso so einen Klang passte für Warlikowski‘s Leseart dieser Oper, was aber gegen die die gewöhnliche Rezeptionsgeschichte Salome‘s stand.

Zurück zur Barrie Koskys Regie-Konzept:  Erstaunlich, wie klar und deutlich der Regisseur die drei Opernakte als Personenwelten der Marschallin, Sophie und Octavian glänzend, „silbern“ konzipiert hat. Aber das „Theater im Theater“ der Finale liefert nicht nur eine klare Botschaft der Zeitvergänglichkeit, die alle Musikkritiker via unisono an dieser Produktion gepriesen haben. Die Idee des ewigen Zeitverlaufs wäre auch nicht das Neue daran. Der reduzierte, von Ihnen genau und präzis artikulierte Orchester Klang, in dem jedes Instrument als Solo sehr empfindlich und differenziert wahrzunehmen ist (ein Kritiker hat Ihre Interpretation als Anti-Kleiber bezeichnet) korrespondiert ausnahmslos mit dem Verlauf der fragilen silber-dunklen Schattenwelt auf der Bühne.

Der Rosenkavalier – Bayerische Staatsoper
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Der Raum der Protagonisten ist weder von dieser oder jener Zeit, noch von romantischen, realistischen oder surrealistischen Klischees geprägt, sondern von einer genuin theatralischen Existenz. Auch deshalb sind die „Kitsch“-Elemente, wie z.B. die versilberte Kutsche König Ludwig II von Bayern willkommen. Die Tautologie „artifizielle Art“ würde zum Bühnenbild sehr passen. Eine wunderbare und passende Prägung, die Barrie Kosky für nostalgierendes Publikum – die Liebhaber des Münchner Schenk-Rosenkavaliers – sind die bewegliche silberne Kulissen, die im schwarzweißen (auch silbernen) Licht alte Fotos der früheren Dekorationen im ersten Akt imitieren. Oder die Welt des Museums und der Bildgalerie als ein Teil der süßen schönen Idylle mit Nymphen, Schafen und Ziegen der Sophie-Welt im zweiten Akt. Solche humorvolle Auseinandersetzung mit der musealen Tradition der alten Inszenierung verabschiedet sich von der alten patriarchalischen Oper Rezeption.

Aber der Humor Barrie Koskys ist für mich mit tiefer Tragik verbunden. Auf jeden Fall in dieser Inszenierung. Im dritten Akt wirkt die Bühnenprojektion des leeren Zuschauerraums auf jeden Fall freudlos. Diese Lösung der Finale war unerwartet. Unterwartet war auch die starke Wirkung dieser klischeehafte Bühne des „Theater im Theater“. Die ganze Vorstellung begleitet ein echter Engel als mitwirkender und stummer Zeuge zuerst in die Fantasiewelt der Schatten der Marschallin und Octavian, dann der Träumen Sophie, die offensichtlich nur als Vorbereitung zu dem echten Vorstellung dienen, die einer alten Regie-Tradition „Theater im Theater“ treu bleibt. Ob der Engel als Cupido oder Chronos genannt und wahrgenommen wird, ist die persönliche Sache jedes Rezipienten.

Bayerische Staatsoper / Der Rosenkavalier hier Katharina Konradi als Sophie, Samantha Hankey als Octavian, Statisterie © Wilfried Hösl

Bayerische Staatsoper / Der Rosenkavalier hier Katharina Konradi als Sophie, Samantha Hankey als Octavian, Statisterie © Wilfried Hösl

Aber warum sitzt dieser Engel immer wieder und im dritten Akt – zuerst ganz allein im Zuschauerraum hinblickend? Dann findet er einen höheren Platz auf der großen Standuhr, um die Pfeile dieser Weltuhr abzubrechen und die Zeit zu stoppen. Seine Mitwirkung an der Vorstellung ist aktuell wie es noch nie war und strahlt das Komische wie Tragische parallel aus. Er beobachtet nur diese Welt, kraftlos, ohne etwas ändern zu können. Dieser 110-jährigen Engel des Rosenkavalier ist der einzige mysteriöse Gast dieser neuen Premiere und stumme Zeuge des leeren Raums der Bayerischen Staatsoper. Alle Opernfans des Theaters dürfen Jurowski – Kosky im TV-Sessel zu Hause genießen. Für mich wurde diese Gestalt zum Symbol des Engels, des Chronos der zeitlosen Pandemie, die langsam unendlich zu werden scheint. Kein Feuriger Engel, aber ein Ewiger, nie Sterbender und immer  Begleiter.

Nachdem alle wunderbaren Protagonisten (absolutes Bravi für das Sänger-Team und für den höchsten Vokal-Genuss von Marlis Petersen als Marschallin, Samantha Hankey als Octavian, Katharina Konradi als Sophie, Johannes Martin Kränzle als Faninal und Christof Fischesser als Baron Ochs auf Lerchenau) die Bühne verlassen haben, bleibt der Engel allein zurück, auf der gestoppten Uhr sitzend und wartend. Er blickt stumm ins Leere des Zuschauerraums der Bayerischen Staatsoper. Man denkt klar, dass alle Protagonisten ihren Frieden, ihre Liebe, Ihre Zufriedenheit oder auch ihren Frust hinter den Kulissen im ?realem’ Leben stillen werden. Und wir auch. Es ist auch gut so. Aber dieser stumme Zeuge wirkte für manche Zuschauer beklemmend. Ein Image des Engel oder des Chronos in Ihrer neuen Leseart des Rosenkavalier die Werktreue des Strauss’schen Werk huldigt, einerseits, aber, andererseits eine aktuelle und traurige Botschaft, die unseres Warten andeutet – das Warten auf die Zeitpunkt, wann die Türen unserer Opernhäuser wieder geöffnet werden.

Für Ihre unglaubliche Arbeit in dieser Pandemie-Zeit, X-Zeit des ewigen Wartens möchte ich mich mit diesen Gedanken bei Ihnen, lieber Herr Jurowsky, bei Barrie Kosky und allen weiteren Beteiligten für Ihre ergriefende Rosenkavalier Produktion an der Bayerischen Staatsoper auch öffentlich herzlich bedanken.

Adelina Yefimenko

—| IOCO Essay |—

München, Bayerische Staatsoper, Der Rosenkavalier – Regie Barrie Kosky, IOCO Kritik, 25.03.2021

März 25, 2021 by  
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Bayerische Staatsoper München

Bayerische Staatsoper München © Wilfried Hösl

Bayerische Staatsoper München © Wilfried Hösl

Der Rosenkavalier   –  Richard Strauss

– Der kleine Tod –

Musikalische Leitung: VladimirJurowski,  Inszenierung: Barrie Kosky, Video- on-Demand

von Hans-Günter Melchior

 Barrie Kosky Regisseur © IOCO

Barrie Kosky Regisseur © IOCO

Er schleicht immer wieder über die Bühne, ein uralter Cupido auf wackeligen, altersschwachen Beinen und mit zerfurchtem Gesicht, ach ja, die Liebe, und alles hat seine Zeit und die Feldmarschallin (großartig, eindringlich, melancholisch Marlies Petersen) darf sich noch einmal hin-legen und bereit sein für ihren jungen Liebhaber (Octavian Samantha Hankey), bevor der Baron Ochs (Christoph Fischesser) hereinpoltert und von seiner bevorstehenden Hochzeit mit der Tochter des neureichen Faninal (Johannes Martin Kränzle), dieser kapriziösen und modernen Sophie (Katharina Konradi) schwärmt. Ohne dabei zu vergessen, der attraktiven Kammerzofe Avancen zu machen und der nicht minder attraktiven Feldmarschallin auf dem Sofa immer näher zu rücken, während diese ihm auf dem engen Sitzmöbel auszuweichen sucht. Denn der Kerl ist zweifellos ein Blödmann, der hinter dem Geld her ist und auf dummdreiste Art die neue Zeit dumpf begreift, ohne den Ansehensverlust seiner Klasse akzeptieren zu können.

Der Rosenkavalier – Bayerische Staatsoper
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Die neue Zeit und die Melancholie des Alters, der Neureiche und der dünkelhafte, faktisch bereits abgedankte Adel – politisch und vor allem finanziell –, bleibt doch dem Ochs, der den richtigen Namen hat, nichts weiter als der ständige Hinweis auf seine hohe Geburt, die freilich nicht ausreicht, dem Tölpel standesgemäße Manieren beizubringen.

Das alles ist großartig gemacht, Rokoko-Einlagen wechseln fast übergangslos ins Moderne über, die Zeitgrenzen verwischen, während die Musik unter der selbstbewussten Leitung von Vladimir Jurowski alles Süßliche und die allzu verschnörkelte Walzerseligkeit meidet und mit klaren Konturen, die zuweilen dann, wenn sie ins Hochdifferenzierte und nahezu Fahle übergehen, an Wagner erinnern, und die eine eigene und höchst eigenwillige Handlung neben dem Gesang der Akteure auf der Bühne vorantreibt. Und dennoch bringt Jurowski dies alles zusammen, schafft die Einheit in der Vielfalt. So, dass man von dem künftigen Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper einiges erwarten darf.

Hochkompliziert ist diese Oper in solcher Auffassung, geradezu hinweisend ausgestellt in ihrer Komplexität, so dass man Richard Strauss den so oft beklagten Rückfall ins Konventionelle und Bürgerlich-Verträgliche nach der aufrüttelnden Elektra, die mit ihren vertrackten Harmonien die Atonalität streift, kaum noch anmerkt.

Der Rosenkavalier – Barrie Kosky und … führen ein
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Über vier Jahrzehnte lange glaubte man in München, außer der Inszenierung von Otto Schenk gebe es gar keine andere Auffassung dieses bissigen Stücks, über das Hugo von Hofmannsthals Text wie Streusel eine Unmenge französischer Floskeln und stehender Ausdrücke schüttet, die die Affektiertheit einer Klasse verdeutlichen, die sich nur noch in Sprüchen erschöpft.

Und immer wieder dieser altersschwache Cupido oder Amor, der mit hämischer Grimasse über die Bühne schleicht und die Uhr zurückdreht oder zum Stehen bringt und endlich darin oder hinter ihr verschwindet, die Zeit, ja, die Zeit ist ein seltsam Ding, ein seidiger, nicht fassbarer Stoff ohne Anfang und Ende und doch eine das Leben langsam vernichtende Macht, da alles nunmal seine Zeit hat.

So vielleicht auch diese Pandemie, die die Anwesenheit eines Publikums ausschloss. Was für ein kaum zu behebender Mangel bei dieser so erfrischend neuen Produktion des Rosenkavalier in der Regie von Barrie Kosky.

Immerhin sendet die

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—| IOCO Kritik Bayerische Staatsoper München |—

Wien, Wiener Staatsoper, Streaming 12. – 18.1.2021 – Das schlaue Füchslein und mehr, IOCO Aktuell, 16.01.2021

Januar 16, 2021 by  
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Wiener Staatsoper

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Wiener Staatsoper
12. BIS 18. JÄNNER 2021  –  STREAMING-SPIELPLAN  

»Wir haben dicke Igel, Fliegen, eine hysterisch geigende Heuschrecke, eine etwas blödsinnige Grille, einen Gockel, der vor Imponiergehabe nur so strotzt, einen armseligen Hund, einen ärgerlichen Dachs, der in seiner Höhle vor sich hinstinkt, eine Gelse, die wirklich sticht, einen Frosch und eine Füchsin, die sich nicht unterdrücken lassen will«, so skizzierte Regisseur Otto Schenk seinen Blick auf das tierische Personal der Oper Das schlaue Füchslein. Sie alle versammeln sich in einem geradezu naturalistisch nachempfundenen Wald und erzählen eine psychologisch angereicherte Geschichte: geschrieben von Leoš Janacek, der mit seiner siebenten Oper autobiografisch und etwas wehmütig über Jugend und den Kreislauf des Lebens nachsann. Dirigiert von Tomáš Netopil singen in der Aufzeichnung unter anderem Chen Reiss und Roman Trekel.

Bo Skovhus © IOCO

Bo Skovhus © IOCO

Mit der Götterdämmerung unter Adam Fischer vollendet die Wiener Staatsoper ihren gestreamten Ring-Zyklus aus dem Jahr 2016: es singen Christian Franz (Siegfried), Linda Watson (Brünnhilde) und Eric Halfvarson (Hagen). Ebenfalls aus diesem Jahr stammt der Falstaff, der tags darauf zu erleben ist. Zubin Mehta leitet eine von David McVicar inszenierte Produktion von Verdis letzter Oper, die mit einer in die Musikgeschichte eingegangenen riesenhaften Fuge endet, in der das Fazit des Werkes – alles ist Narrheit auf Erden – musikalisch durchdekliniert wird. Zu hören ist ein hochkarätiges Solistenensemble, das von Ambrogio Maestri in der Titelpartie angeleitet wird. Bevor Alban Bergs Lulu – in der Inszenierung Willy Deckers – zu erleben ist (aus dem Jahr 2017, unter Ingo Metzmacher singen unter anderem Bo Skovhus und Agneta Eichenholz), gibt es zwei Abende aus dem Jahr 2020: Rusalka (mit Piotr Beczala und Olga Bezsmertna) und den aktuellen Rosenkavalier unter Musikdirektor Philippe Jordan.

Der Ballettklassiker Giselle (aus dem Jahr 2017) u. a. mit Nina Poláková, Masayu Kimoto und Rebecca Horner steht am 18. Jänner auf dem Streaming-Programm.

Alle unten angeführten Streams sind in Österreich wie auch international kostenlos auf der Webseite play.wiener-staatsoper.at verfügbar. Beginn ist jeweils um 19.00 Uhr, die Übertragungen sind 24 Stunden lang abzurufen.

Das schlaue Füchslein – Leos Janacek
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Das Programm bis einschließlich 18. Jänner 2021:

Dienstag, 12. Jänner 2021, 19.00 Uhr
Leos Janácek
DAS SCHLAUE FÜCHSLEIN (Vorstellung vom 11. April 2016)
Musikalische Leitung: Tomáš Netopil
Inszenierung: Otto Schenk
Mit u.a.: Chen Reiss, Roman Trekel, Hyuna Ko, Joseph Dennis, Paolo Rumetz, Marcus Pelz

Mittwoch, 13. Jänner 2021, 19.00 Uhr
Richard Wagner
GÖTTERDÄMMERUNG (Vorstellung vom 24. Jänner 2016)
Dritter Tag des Bühnenfestspiels
Musikalische Leitung: Adam Fischer
Inszenierung: Sven-Eric Bechtolf
Mit u.a.: Christian Franz, Linda Watson, Eric Halfvarson, Jochen Schmeckenbecher

Falstaff – Giuseppe Verdi
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Donnerstag, 14. Jänner 2021, 19.00 Uhr
Giuseppe Verdi
FALSTAFF (Vorstellung vom 12. Dezember 2016)
Commedia lirica in drei Akten
Musikalische Leitung: Zubin Mehta
Inszenierung: David McVicar
Mit u.a. Ambrogio Maestri, Ludovic Tézier, Paolo Fanale, Carmen Giannattasio, Hila Fahima

Freitag, 15. Jänner 2021, 19.00 Uhr
Antonín Dvorák
RUSALKA (Vorstellung vom 4. Februar 2020)
Lyrisches Märchen in drei Akten
Musikalische Leitung: Tomáš Hanus
Inszenierung: Sven-Eric Bechtolf
Mit u.a.: Piotr Beczala, Olga Bezsmertna, Jongmin Park, Elena Zhidkova, Monika Bohinec

Samstag, 16. Jänner 2021, 19.00 Uhr
Richard Strauss
DER ROSENKAVALIER (Vorstellung vom 18. Dezember 2020)
Komödie für Musik in drei Akten
Musikalische Leitung: Philippe Jordan
Inszenierung: Otto Schenk
Mit u.a.: Martina Serafin, Daniela Sindram, Günther Groissböck, Erin Morley, Jochen Schmeckenbecher

Sonntag, 17. Jänner 2021, 19.00 Uhr
Alban Berg (Orchestrierung des 3. Aktes komplettiert von Friedrich Cerha)
LULU (Vorstellung vom 12. Dezember 2017)
Oper in drei Akten
Musikalische Leitung: Ingo Metzmacher
Inszenierung: Willy Decker
Mit u.a.: Agneta Eichenholz, Bo Skovhus, Charles Workman, Angela Denoke, Franz Grundheber

Montag, 18. Jänner 2021, 19.00 Uhr – Ballett
Adolphe Adam
GISELLE (Vorstellung vom 28. September 2017)
Musikalische Leitung: Valery Ovsyanikov
Choreographie: Elena Tschernischova nach Jean Coralli, Jules Perrot und Marius Petipa
Mit u.a. Nina Poláková, Masayu Kimoto, Rebecca Horner, Andrey Kaydanovskiy, Alice Firenze, Leonardo Basílio, Solisten und Corps de ballet des Wiener Staatsballetts

—| IOCO Aktuell Wiener Staatsoper |—

Wien, Wiener Staatsoper, Das verratene Meer – Die Zauberflöte und mehr, IOCO Aktuell, 14.12.2020

Dezember 14, 2020 by  
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Wiener Staatsoper

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Das verratene Meer, Die Zauberflöte, Capriccio,  Der Rosenkavalier ……

14.- 21. 12.2020  –  Kostenlos auf  play.wiener-staatsoper.at

 Die Wiener Staatsoper, zur Zeit leider auch geschlossen,  freut sich, in dieser Woche zwei Live-Erlebnisse direkt aus der Wiener Staatsoper anzubieten:

live at home | Image spot
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Heute Abend zeigen wir die Premiere unserer Neuproduktion und Staatsopern-Erstaufführung von Hans Werner Henzes Das verratene Meer, ein »Psychothriller«, wie Sergio Morabito, der gemeinsam mit Jossi Wieler Regie führt, die Oper beschreibt: »Wie bei einem guten Psychothriller ist die Musik von einer verführerischen Schönheit, die dramaturgisch eingesetzt wird. Dahinter lauern Abgründigkeit und Gewalt«, erklärt Morabito den Blick des Regieteams auf die Oper. Als »Kammerspiel« sieht Jossi Wieler die Handlung, nicht aber die Oper als Ganzes: »Sieben Figuren, kein Chor, aber ein Riesen-Orchesterapparat mit archaischen Klangdimensionen – dieser Klang führt uns in die Abgründe und Albträume der Figuren. Unter der naturalistischen Oberfläche, die dieser Roman aufzuweisen scheint und der auch die Oper äußerlich folgt, liegen sehr viel traumatischere, obsessivere Bilder.«

Ein weiteres Live-Event ist dann am Freitag, dem 18. Dezember zu sehen: Musikdirektor Philippe Jordan hat Richard Strauss‘ Rosenkavalier musikalisch neu einstudiert. Martina Serafin singt die Marschallin und Günther Groissböck gibt als Baron Ochs auf Lerchenau sein Rollendebüt am Haus am Ring.

Beide Opern werden trotz des Lockdowns in der Wiener Staatsoper zur Aufführung gelangen. Gespielt wird ohne Publikum, nur für Kameras und Mikrofone. Das verratene Meer wird am 15. Dezember um 19.30 Uhr in Radio Ö1 ausgestrahlt, Der Rosenkavalier wird am 27. Dezember um 20.15 Uhr auch in ORF III zu sehen sein.

Alle u.a. Streams sind in Österreich wie auch international kostenlos auf der Webseite play.wiener-staatsoper.at verfügbar. Beginn ist jeweils um 19.00 Uhr (Der Rosenkavalier 18.00 Uhr), die Übertragungen sind 24 Stunden lang abzurufen.

Das Programm bis einschließlich 21. Dezember 2020:

Das verratene Meer – Hans Werner Henze
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Montag, 14. Dezember 2020, 19.00 Uhr (LIVE, PREMIERE)
Hans Werner Henze
DAS VERRATENE MEER
Musikalische Leitung: Simone Young
Inszenierung: Jossi Wieler, Sergio Morabito
Bühne und Kostüme: Anna Viebrock
Mit u.a. Vera-Lotte Boecker, Bo Skovhus, Josh Lovell, Erik Van Heyningen, Kangmin Justin Kim, Stefan Astakhov, Martin Häßler

Dienstag, 15. Dezember 2020, 19.00 Uhr
Wolfgang Amadeus Mozart
Die Zauberflöte (Vorstellung vom 29. Dezember 2017)
Musikalische Leitung: Adam Fischer
Inszenierung: Moshe Leiser, Patrice Caurier
Mit u.a. Jörg Schneider, Olga Bezsmertna, René Pape, Hila Fahima, Thomas Tatzl

Mittwoch, 16. Dezember 2020, 19.00 Uhr
Richard Strauss
Capriccio (Vorstellung vom 24. Mai 2018)
Musikalische Leitung: Michael Boder
Inszenierung & Bühne: Marco Arturo Marelli
Mit u.a. Camilla Nylund, Markus Eiche, Michael Schade, Adrian Eröd, Wolfgang Bankl, Angelika Kirchschlager

Donnerstag, 17. Dezember 2020, 19.00 Uhr
Giacomo Puccini
Tosca (Vorstellung vom 17. Februar 2019)
Musikalische Leitung: Marco Armiliato
Inszenierung: Margarethe Wallmann
Mit u.a.: Sondra Radvanovsky, Piotr Beczala, Thomas Hampson, Ryan Speedo Green, Alexandru Moisiuc

Der Rosenkavalier – von Otto Schenk inszeniert
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Freitag, 18. Dezember 2020, 18.00 Uhr (LIVE)
Richard Strauss / Hugo von Hofmannsthal
Der Rosenkavalier
Musikalische Leitung: Philippe Jordan
Inszenierung: Otto Schenk
Mit u.a.: Martina Serafin, Daniela Sindram, Günther Groissböck, Erin Morley, Jochen Schmeckenbecher

Samstag, 19. Dezember 2020, 19.00 Uhr
Richard Strauss / Hugo von Hofmannsthal
Elektra (Vorstellung vom 11. September 2020)
Musikalische Leitung: Franz Welser-Möst
Inszenierung: Harry Kupfer
Mit u.a.: Ricarda Merbeth, Camilla Nylund, Doris Soffel, Derek Welton, Jörg Schneider

Sonntag, 20. Dezember 2020, 19.00 Uhr
Giuseppe Verdi
Otello (Vorstellung vom 18. März 2018)
Musikalische Leitung: Graeme Jenkins
Inszenierung: Christine Mielitz
Mit u.a.: Roberto Alagna, Aleksandra Kurzak, Dalibor Jenis

Montag, 21. Dezember 2020, 19.00 Uhr
Hans Werner Henze
Das verratene Meer (Vorstellung vom 14. Dezember 2020)
Musikalische Leitung: Simone Young
Inszenierung: Jossi Wieler, Sergio Morabito
Bühne und Kostüme: Anna Viebrock
Mit u.a.: Vera-Lotte Boecker, Bo Skovhus, Josh Lovell, Erik Van Heyningen, Kangmin Justin Kim, Stefan Astakhov, Martin Häßler

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