Chemnitz, Theater Chemnitz, Aris Argiris – Lupe Larzabal im Gespräch, IOCO Interview, 05.04.2018

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Theater Chemnitz

Theater Chemnitz © Dieter Wuschanski

Theater Chemnitz © Dieter Wuschanski

  Sänger- und Musikerfamilie Aris Argiris und Lupe Larzabal

Im Gespräch mit Patrik Klein

IOCO: Frau Larzabal, Herr Argiris, seien Sie auch im Namen der großen IOCO – Gemeinde herzlich begrüßt. Ich freue mich sehr auf unser Gespräch.
Nach den überaus erfolgreichen Partien des Wotans/Wanderers in der Trilogie des verkürzten Ringes in Wien über den Jahreswechsel 2017/18 nun der erste Walküren-Wotan als allererster Sänger mit griechischer Abstammung an der Oper in Chemnitz mit großartigem Erfolg gestern Abend. Wie fühlen Sie sich und wie ist es Ihnen ergangen?

Aris Argiris: Ich bin noch völlig gefangen und am Tag nach einem solchen Erfolg träumt man sich noch in die Musik. Ich möchte diesen Geschmack des Erfolges nutzen, um weitere Schritte nach vorne machen zu können, indem ich noch mehr lerne und mich weiter entwickeln und mich somit noch weiter verbessern kann. Es ist für mich eine Motivation nach einem Erfolg weiter zu machen. Das geht mir übrigens auch so bei weniger guten Erfolgen. Auch hier habe ich das unbedingte Bedürfnis weiter an mir zu arbeiten. Dass ich als erster Grieche den Wotan geben durfte war mir schon sehr wichtig, weil wir Griechen ja in der Opernwelt eine recht kleine aber mit legendären Sängern versehene Gruppe sind. Da waren oder sind ja einige „Milestones“  der Opernwelt dabei, wie Maria Callas, Nicola Zaccaria, Nicola Moscona, Agnes Baltsa.

 Aris Argiris (links) und Lupe Larzabal mit IOCO Korrespondent Patrik Klein Mitte) © Sofia Argiris

Aris Argiris (links) und Lupe Larzabal mit IOCO Korrespondent Patrik Klein (Mitte) © Sofia Argiris

Ich freue mich nun sehr, dass ich, Grieche, mich traute, dieses Wagnis einzugehen; dass verschienene Theater mir diese Partie ermöglicht haben und mich in Zukunft in weiteren Wagnerrollen berücksichtigen werden. Das heißt natürlich auch, dass ich mein bisheriges Repertoire um Rigoletto, Scarpia und Jago weiter pflegen werde. Diese Partien helfen mir, Wagnerpartien zu vertiefen. Die italienische Schule bietet eine gute Grundlage für  Wagneropern. Neben meiner Mentorin Daphne Evangelatos hatte ich das große Glück, den weltbekannten Bariton Josef Metternich kennenzulernen. Metternich erläuterte mir  dies eindrücklich. So habe ich, den Rigoletto gesungen und den Holländer einstudiert. Meinen Gesangsstudenten versuche ich zu vermitteln, dass sich auch Fritz Wunderlich  stark an der italienischen Schule orientierte. Die Behandlung der Konsonanten, die „gesungen“ und nicht „gespuckt“ werden, ist in der italienischen Schule von besonderer Bedeutung. Singt man die Konsonanten, so wird der Klang ganz automatisch voller, feiner und ist leichter zu erzeugen.

IOCO: Wie liefen die Proben hier in diesem wunderbaren und traditionsbehafteten Opernhaus in Chemnitz ab?

AA: Die Probenphase in den letzten beiden Monaten mit tollen Kolleginnen und Kollegen war etwas schwierig, weil die in Deutschland grassierende Grippe-Epidemie auch uns getroffen hat. Ich musste über einen Monat mit einer akuten Bronchitis kämpfen und unbedingt an diesen aufwändigen Proben teilnehmen. Ich musste sehr aufpassen meine SängerkollegInnen nicht anzustecken (trotz inniger Umarmungen mit Brünnhilde). Alle zehn Minuten hatte ich Hustenanfälle, was sehr unangenehm war. Somit brauchte ich viel Geduld und Nerven, um die Marathonpartie des Wotans in der Probenphase durchzustehen. Zum Glück wurde ich rechtzeitig wieder fit und nun froh und glücklich.

IOCO: Wie war die Zusammenarbeit mit den Beteiligten Künstlern?

AA: Geduld. Geduld. Geduld und Verständnis unter KollegInnen. Mit intensiver Teamarbeit haben wir auf Erfolg hingearbeitet. In einem Stück wie der Walküre, die eine Art Universum mit zusammenhängenden Planeten darstellt, ist gute Teamarbeit entscheidend. Wenn ein Element der Inszenierung fällt, schadet dies überproportional der gesamten Prodution. Das haben wir mit viel Verständnis von der Regisseurin Monique Wagemakers ganz gut hinbekommen. Monique ist eine wunderbare Regisseurin, eine wahre Bildzauberin. Wir hatten eine sehr schöne Zusammenarbeit; kontroverse  Ansichten wurden engagiert diskutiert aber im Team geregelt. Frau Wagemakers auch Anregungen von mir in ihr Gesamtkonzept übernommen.

IOCO: Das Regiekonzept des Chemnitzer Ring verteilt die Produktionen wie bereits das Opernhaus Stuttgart auf breite Schultern, auf vier Regisseurinnen. Wie ist Ihre Einstellung zum Konzept von Monique Wagemakers?

AA: Gott sei Dank sind wir bei dieser Produktion weg von den zum Teil skandalösen und blödsinnigen mit unverständlichen Symbolen überfrachteten und sich als Regisseur wichtigmachenden Wagnerinterpretationen. Das Stück ist wichtig und nicht der Regisseur. Wagner hat alles in seiner Musik und im Text vorgegeben. Das Drama, die Beziehungen zwischen den handelnden Charakteren, die Theatralik; das alles ist vorhanden und muss nur umgesetzt werden. Manchmal bin ich natürlich auch ein Kind vom deutschen Regietheater. Im Theater Chemnitz ist es zwar auch modern, aber nicht um modern sein zu müssen. Es ist keine Skandalinszenierung, bei der es klammheimlich oft darum geht,  den Regisseur in den Vordergrund zu rücken. Hier galt das Motto: „Sei modern und vertraue Deinen Künstlern“. Mir gefällt dieser Ansatz auch deshalb gut, weil meine Fragen an die Konzeption beantwortet und berücksichtigt wurden.

Aris Argiris © Patrik Klein

Aris Argiris © Patrik Klein

IOCO: Wie haben Sie sich auf die große Rolle des Wotans in der Walküre vorbereitet?

AA: Zunächst habe ich mit meinem Freund und Coach, dem Pianisten Peter Bortfeldt  intensiv geübt. Er hat mir viel geholfen und wir hatten dabei viel Spaß, was mir wichtig ist. Ich habe viel über Wagner gelesen, um seine Figur des Wotans besser zu verstehen. Es gab Momente des Zweifel, wo ich mich fragte, was Wagner wollte, was er meinte.  Ich hatte auch eine Phase, wo ich Wotan hasste. Ich verstehe, leide mit ihm; doch wie er sein Leib und Blut ausnutzt für eigene Interessen mißbrauchte, ist furchtbar. So gab es Phasen, wo ich keine Empathie mit der Partie des Wotan hatte. Aber ich habe es zugelassen, ihn in meinem Inneren „durchlaufen“ zu lassen. Er reflektiert stark die griechische Mythologie und Götterwelt. Die menschliche Ebene der Götter sieht man dort genauso. Wagner war wohl auch gebannt von der griechischen Antike, wo menschliche Tiefe und Dramatik eindeutig vorhanden ist. Als ich in Wagners Villa Wahnfried war begegnete ich dort vielen Wurzeln griechischer Kultur. Die amphitheaterförmige Form des Festspielhauses hat Wagner aus griechischen Idealen abgeleitet. Mehr als zehn verschiedene Walküre – Aufnahmen habe ich gehört, mit Dirigenten wie Leinsdorf, Kempe, Levine, Barenboim, Knappertsbusch, Karajan, Boulez, Thielemann; habe die Darsteller genau studiert, um ihren individuellen Stil zu erkennen. Herbert von Karajans italienisch anmutende Interpretation beeindrucktete mich dabei besonders.

IOCO: Wer ist Ihr Wotan – Vorbild?

AA: Das ist ganz klar Thomas Stewart (Karajan), weil seine Stimme meiner ähnlich ist. Er ist kein so sehr tiefer Bass, ein sehr intelligenter Sänger, ein „Italiener“ sozusagen. Er ist ein Artikulationsgenie, obwohl er ja kein Deutscher ist und riskiert sehr viel durch feinste Pianostellen. George Londons große dämonische Wucht des Klanges hat er nicht, aber wie er Wotans Gebrochenheit und seine Wut, die Eifersucht und seinen Plan in seinem Klang integriert ist für mich das vorbildliche an ihm. Auch George London hat mich sehr beeindruckt, aber später haben mir dann detaillierte Farben etwas gefehlt. In dieser Art versuche ich mich dem Wotan zu nähern. Natürlich nicht genau sagen, wie es in ein paar Jahren sein wird, wenn ich diese Partie weiter entwickele.

IOCO: Neben der Aufgabe als Gesangsprofessor an der Universität der Künste in Berlin haben Sie viele Gastauftritte in Ihrem Fach an großen und namhaften Bühnen in Europa und Übersee zusammen mit internationalen Gesangsstars der Branche. Sie sind ein überaus gefragter und geschätzter, viel beschäftigter Bariton. Sie haben eine liebe, sehr musikalische Familie im Rheinland und sind ständig unterwegs. Wie bekommt man das Alles unter einen Hut?

AA: Das geht mit vollem gegenseitigen Verständnis und, es klingt zwar etwas romantisch, ist aber wahr: mit viel Liebe. Ich habe eine fantastische Familie, meine beiden Töchter Sofia und Francisca und meine Frau, die selbst Sängerin ist. Sie war meine erste Schülerin bei der ich meine ersten „Experimente“ machen durfte. Sie ist Dirigentin, Chorleiterin, Eventmanagerin und ein enormes Multitalent. Ich kann singen und unterrichten; sie kann viel mehr als das. Ich versuche, im Rahmen meiner Möglichkeiten zu helfen und (auch während der freien Tage innerhalb einer Probenzeit) zu Hause bei der Familie zu sein, um bei den vielen organisatorischen Aktionen mitzuhelfen. Denn ohne meine Familie existiere ich nicht. Ohne sie würde ich nicht gut singen können. Es ist eine enorme logistische Herausforderung, das alles unter einen Hut zu bekommen. Wir haben unsere Smartphonekalender synchronisiert, damit wir optimal die Termine koordinieren können. Das erleichtert uns auch die Planung der Veranstaltungen im Künstlerstudio meiner Frau in Bonn (Agora Artist Studio). Auch beim ständigen Pendeln zwischen Bonn und Berlin an die Uni hilft uns das sehr. Ich bin bis 2020 nun ausgebucht und versuche ein angemessenes Gleichgewicht zu finden zwischen Gesang und meiner Professur als Gesangslehrer in Berlin.

IOCO: Sie werden oft begleitet und unterstützt von drei hinreißenden Damen. Ihre Frau Lupe Larzabal und die beiden Töchter sind bei den Proben und Auftritten und geben Ihnen ganz besonderen Rückhalt. Frau Larzabal, Sie sind auch auf spannenden, musikalischen Pfaden unterwegs. Was machen Sie in dieser Hinsicht?

LL: Ich sehe mich in drei Bereichen unterwegs: Als Frau, Mutter und Künstlerin. Als Frau von Aris habe ich es oft nicht leicht wegen der nur kurzen Zeit seiner Anwesenheit zu Hause mit allen Dingen klarzukommen. Aber in einer Künstlerbeziehung muss man das irgendwie so organisieren, dass nur eine Person viel unterwegs ist und die zweite eher im Umkreis der Heimat, also in der Region Bonn bleibt, zumal wenn da noch zwei Kinder sind. Ich unterstütze Aris zu einhundert Prozent und er ist für mich ein großer Künstler. Wir haben uns im Theater in dieser Situation kennengelernt in Bonn bei einer Produktion von La Bohème. Ich möchte, dass er seine Kunst weiter entwickeln kann. Würden wir es anders angehen, wäre es für uns beide traurig. Dann halten wir nun in den Zeiten, wo er unterwegs sein muss durch und freuen uns auf das Wiedersehen. Als Mutter habe ich zwei Theaterkinder, die kommen oft mit mir dann mit, wenn wir Aris nachreisen. Sie sind oft in der meisten Zeit in der Garderobe oder dürfen auch schon mal, wenn die Inszenierung nicht zu heftig ist in den Zuschauerraum. Sie sind von Papa auch sehr begeistert.

Er ist ihr Held. Aris ist ein lieber Vater und wenn er dann zu Hause ist, ist er ganz für uns da. Ich erinnere mich an eine kurze Rückkehr aus London von einer tollen Produktion an Covent Garden, wo er unserer kleinen Sofia als Baby die Windeln wechselte. Real Life und Künstlerleben treffen dann hart aufeinander und bilden einen schönen Kontrast. Als Künstlerin genieße ich vollkommen das, was ich mache. Ich leite zur Zeit zwei Chöre. Einen ganz neuen Frauenchor mit Jazz- und Barbershopmusik (a capella Musik aus den 20er Jahren) sowie einen Chor für lateinamerikanische Musik, den ich 2015 gegründet habe. Der heißt Voces de las Américas. Wir haben ein sehr schönes Repertoire und haben schon viele Konzerte in Bonn und sogar im Kölner Dom mit der berühmten Misa Criolla zusammen mit Aris als Solist gegeben. Zum Beispiel bereiten wir gerade ein Konzert vor von Orffs Carmina Burana, mit Aris als Solist für eine Präsentation in Italien. Der argentinische Komponist Martin Palmeri hat mit dem Stück Misatango zwei musikalische Welten zusammengebracht, katholische Liturgie und Tango. Ein Chorfestival in Siegburg und Köln wird organisiert für 2019, und mit mehreren Chören gemeinsam wird dort dieses Stück aufgeführt. Zuständig dafür ist unser neuer Verein Deutsch-Hispanoamerikanische Gesellschaft LiberArte Bonn e.V. Wir haben noch viele weitere Ideen, die in der Zukunft realisiert werden. Dann unterrichte ich noch klassischen Gesang in unserem Künstlerstudio Agora artists studio in Bonn. In diesem Kulturzentrum finden auch die Chorproben und verschiedene Veranstaltungen statt, wie Ausstellungen, das Treffen der Opernfreunde Bonn, eine Tangoakademie, eine spanische Theatergruppe und Masterclasses mit Aris Argiris. Außerdem bin ich auch als Sängerin tätig. Letzten März habe ich für den WDR in einer barock-spanische Operettenproduktion für eine Aufnahme gesungen. Das Beste: Aris konnte beim Konzert im Zuschauerraum dabei sein.

IOCO: Herr Argiris, was sind Ihre Zukunftspläne? Auf was können sich Freunde und Wegbegleiter in Zukunft freuen?

AA: Früher musste ich oft Partien singen, die ich eigentlich nicht wollte. Das hat mich viel Kraft gekostet und einige negative Erfahrungen gebracht. Zum Glück plane ich mit meiner  Agentur die Weiterentwicklung meines Rollenportfolios, das aus einer Mischung aus den bewährten dramatischen italienischen und weiteren Partien des deutschen Repertoires bestehen wird. Es wird noch mehr Auftritte im Wagnerfach geben, die ich auch bald bekanntgeben kann. Es wird die Bösewichte in Hoffmanns Erzählungen in Wien geben, Rigoletto in Schottland, im Sommer wird eine CD Das Wunder der Heliane aus Freiburg bei Naxos erscheinen. Nächstes Jahr werden wir von einer weiteren recht unbekannten Oper eine Aufnahme machen. Von meinen Don Giovannis, Figaros und Escamillos werde ich mich verabschieden, weil das im Theaterbetrieb nur schwer kombinierbar ist.
Auch vorstellen kann ich mir eine Position als Intendant eines Opernhauses. Vor kurzem war ich bereits für ein Haus im engeren Bewerberkreis, konnte aber aus Termingründen den geforderten Businessplan nicht innerhalb der geforderten Zeit vorlegen. Ich bin mir sicher, dass das einmal kommen wird; dort werde ich dann, ohne Zusatzgehalt, auch als Sänger aktiv sein.

IOCO:  Frau Larzabal, Herr Argiris, danke für das wunderbare Gespräch.

Aris Argiris und Lupe Larzabal © Patrik Klein

Aris Argiris und Lupe Larzabal © Patrik Klein

Biografie Lupe Larzabal

Guadalupe Larzabal studierte Gesang und Bass in der Hochschule für Volksmusik EPM in Buenos Aires, Argentinien nach ihrem Mathematik und- Physikstudium an der Hochschule für Mathematik und- Physik-Lehre Mariano Acosta in Buenos Aires. Sie ließ ihre Stimme von den Opernsängern Marta Blanco (in Argentinien) und Aris Argiris (in Deutschland) ausbilden. Musiktheorie und Komposition studierte sie bei Prof. Maria del Carmen Aguilar und José Luis Larzabal. Guadalupe Larzabal war Stipendiatin des Juventus Lyrica Buenos Aires für das Jahr 2002 und des Buenos Aires Lírica für das Jahr 2003. Sie erarbeitete sich ein umfangreiches Konzertrepertoire, darunter “Messias” von Händel, “Stabat Mater” von Pergolesi und Dvorak, die “Krönungsmesse” von Mozart und die “Nelsonmesse” von Haydn, und sie gastierte an der Scala de San Telmo, im Teatro Avenida, im Teatro Colón und in verschiedenen anderen Konzerthäusern von Buenos Aires. Ihr Debüt als Opernsängerin gab sie 2001 als Mitglied des Ensembles des Juvents Lyrica Verbandes in “Les mamelles des Tiresias” von Francis Poulenc. Es folgten Mercedes und die Titelpartie in “Carmen” (Bizet) und Flora Bervoix in “La Traviata” (Verdi) und Gertrud in “Romeo et Juliette” von Gounod. Erda in Wagners “Rheingold”, Dritte Dame in “Zauberflöte” und Farnace in “Mitridate Re di Ponto” sind ebenfalls wichtige Repertoirepartien. 2003 zog Guadalupe Larzabal nach Deutschland, wo sie privat Gesangsunterricht bei Prof. Alastair Thompson (King’s Singers) in Köln nahm. Als Solistin gastiert sie in Oratorien und Opernkonzerten in Deutschland und in Argentinien. Mit dem argentinischen Gitarristen und Komponisten Jorge Cardoso tritt sie jedes Jahr seit 2007 in Spanien, Italien und Frankreich auf. 2011 war sie als Tisbe in “La Cenerentola” von Rossini, als Pisana in “I due Foscari” von Verdi und als Marchese in La Fille du Regiment von Donizetti zu erleben. 2012 debütiert sie als Olga in “Eugen Onegin” von Tschaikowski und Die alte Nonne in “Sancta Susanna” von Hindemith. Sie singt die Operngala bei den Schlossfestspielen Heidelberg. 2013 stand für die Alt-Solistin die Oper “Dionysos” von Wolfgang Rihm am Theater und Orchester Heidelberg auf dem Programm, außerdem debütierte sie in Argentinien als Azucena in “Il trovatore” von Verdi. In Mai 2013 gründete sie CantArte, ein Vokalensemble, das sich zum Ziel gesetzt hat, a-cappella-Musik in all ihren Stilrichtungen und Epochen aufzuführen.
2014 begann sie, künstlerische Events zu veranstalten (u.a. Misa Criolla von Ariel Ramirez, Sankt-Antonius-Festival in Siegburg, Barockmusik aus Lateinamerika und Opera goes Band!).
2015 gründet sie LiberArte Bonn um internationale Kulturprojekte zu konzipieren und zu organisieren. Mit LiberArte Bonn wird zusammen mit Konzertmeisterin Andrea Keller ein besonderes Programm uraufgeführt: “Begegnung – Tänze der neuen und alten Welt” mit lateinamerikanischer Barockmusik, die im Laufe des 16. Und 17. Jahrhunderts in “Neu-Spanien” entstand und zum ersten Mal in Deutschland präsentiert wird. Guadalupe Larzabal leitet seit 2015 den Chor Voces de las Américas.

Im Juli 2016 dirigierte sie die Misa Criolla von Ariel Ramírez zum ersten Mal im Kölner Dom zu der Zweihundertjahrfeier der Unabhängigkeits Argentiniens. Als Solist war Aris Argiris zu hören. Mit dem Chor Voces de las Américas präsentierte sie die Misa Criolla zum ersten Mal in der Pauluskirche in Bremerhaven zusammen mit den Tenören Arturo Martin und Thomas Burger. Unter ihrer musikalischen Leitung präsentierte sie im Dezember 2017 zusammen mit dem „ensemble amadeus bonn“, dem Bandoneonisten Pato Lorente und dem argentinischen Pianisten Sebastián Rodriguez die Misatango von Martín Palmeri. Seit Oktober 2017 betreibt sie in Bonn das Künstlerstudio Agora Artist Studio.

Aris Argiris –  Biografie

Aris Argiris  stammt aus Athen, studierte er in seiner Heimatstadt Marketing und Sprachen, Saxophon und Musiktheorie sowie Gesang bei Kostas Paskalis, Frangiskos Voutsinos und Despina Calafati.Nach Engagements am Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen, am Theater Dortmund, an der Oper Bonn war er bis der Spielzeit 2010/2011 Ensemblemitglied an der Oper Frankfurt. 2011 gastierte er in der Arena di Verona als Figaro in Rossinis „Il Barbiere di Siviglia“ und in St. Petersburg als Renato(Un ballo in maschera). 2016/2017 Opera di Montreal (Jago in „Otello“), Gärtnerplatztheater München (Amonasro in „Aida“) Athens Festival in Herodes Atticus (Amonasro in „Aida“), Gluck International Festival (Orest in „Iphigenie auf Tauris“ / R. Strauss Fassung), Musiktheater im Revier (Scarpia in „Tosca“), Semperoper Dresden (Figaro in „Il Barbiere di Siviglia), Vlaamse Opera und Les Theatres de la Villes de Luxembourg (Paolo in „Simon Boccanegra“), Theatre de la Monnaie (Sharpless in „Madama Butterfly“), Theater Freiburg (Der Herrscher in „Das Wunder der Heliane“

2017/18 Theater an der Wien (Wotan/Wanderer in „Der Ring des Nibelungen“), Theater Chemnitz (Wotan in „Die Walküre), Scottish Opera („Rigoletto“)
2013/14/15 gastierte er in Theater St. Gallen (Escamillo in „Carmen“), Theater Bern (Jochanaan in „Salome“), Musiktheater im Revier („Rigoletto“), Theater an der Wien (Figaro in „La mere coupable“), Israel philharmonic Orchestra (Escamillo in „Carmen“, renato in „UN ballo in maschera“, Kindertotenlieder von G. Mahler), Staatsoper Hamburg (Escamillo in „Carmen“), Teatro San Carlo di Napoli (Escamillo in „Carmen“), Theatre de la Monnaie (Lescaut in „Manon Lescaut), Essen Aalto Musiktheater (Francesco in „I Masnadieri“), Israel Philharmonic Orchestra (Jago in „Otello“), Theater Bonn (Scarpia in Tosca), San Diego Opera (Renato in „Un Ballo in Maschera“), Savonlinna Opera Festival (Escamillo in „Carmen“).
2012 gastierte er in Tokio (Marcello in „La Bohéme“), am Theater an der Wien (Four Villains in „Hoffmanns Erzählungen“), Oper Bonn (Graf Luna /Il Trovatore), Teatro Colon (Dandini/La Cenerentola), Staatsoper Berlin (Nardo/La finta giardiniera) ect.
Als Escamillo in Bizets „Carmen“ war er 2011 im ersten 3-D Opernfilm zu erleben. Aufgezeichnet wurde die Inszenierung dieser Oper 2010 im Royal Opera House Covent Garden London.
1999 erhielt er das Maria-Callas-Stipendium in Athen und setzte sein Gesangsstudium in der Meisterklasse von Prof. Daphne Evangelatos an der Hochschule für Musik und Theater in München fort.
Im Jahr 2002 war Aris Argiris Preisträger des Internationalen Gesangswettbewerbs der Kammeroper Schloss Rheinsberg und sang die Titelpartie in Mozarts Don Giovanni.
2007 wurde er von der griechischen Vereinigung der Musik- und Theaterkritiker als bester junger Künstler Griechenlands ausgezeichnet.
Gastengagements führen ihn u.a. an die Opernhäuser in:
Athens(Staatsoper, Athens Music Hall), Hamburg (Staatsoper), Stuttgart(Staatsoper), Stockholm(Royal Opera), Leipzig (Gewandhaus, Oper), Berlin (Deutsche Oper, Komische Oper, Staatsoper), London(Royal Opera House), Bruxelles (Theatre de la Monnnaie), Tokyo (NNT), Antwerpen-Gent(Vlaamse Oper), Oper Bonn, San Diego Opera, Opera de Lima (Peru), Teatro Colon (Buenos Aires),St. Petersburg (Mikhailovsky Theatre), Dresden (Semperoper),Wien (Theater an der Wien, Volksoper), Buenos Aires (Teatro Colon) etc .
Zu seinen wichtigsten bisher gesungenen Partien gehören neben dem Don Giovanni u. a. Scarpia (Tosca), Rigoletto (G. Verdi), Amonasro (G. Verdi), Renato (Un ballo in maschera), Jochanaan (Salome), Figaro (Il Barbiere di Siviglia), Escamillo (Carmen), G. Germont (La Traviata), Marcello (La Bohéme), Rodrigo di Posa (Don Carlo), Conte d’Almaviva (Le nozze di Figaro), Lord Enrico Asthon (Lucia di Lammermoor), Frank/Fritz (Die tote Stadt), Valentin (Faust), Francesco (I Masnadieri), The Four Villains (Les Contes d’Hoffman).
Der Bariton arbeitete unter anderem mit den Dirigenten:
Zubin Mehta, Massimo Zanetti, Kurt Masur, Christian Thielemann, Yakov Kreizberg, Gustav Kuhn, Donato Renzetti, Manfred Honeck, Walter Attanasi, Graeme Jenkins, Carlo Franci, Antonello Allemandi, Patrick Lange, Carlo Rizzi ect.
Mit der Württembergischen Philharmonie Reutlingen hat er „Ariadne – Dithyrambos für Bariton und Orchester“ von Siegfried Matthus und die Arie des Holofernes aus der Matthus-Oper „Judith“ auf CD (Label Genuin) eingespielt.

Görlitz, Gerhart Hauptmann Theater, Ewa Strusinska neue Generalmusikdirektorin, IOCO Aktuell, 20.12.2017

Dezember 21, 2017 by  
Filed under Hervorheben, IOCO Aktuell, Personalie, Theater Görlitz

Gerhart Hauptmann Theater

Goerlitz / Theater Goerlitz © Peter Hennig

Goerlitz / Theater Goerlitz © Peter Hennig

Neue Lausitzer Philharmonie mit Ewa Strusinska 

Die Neue Lausitzer Philharmonie spielt künftig unter weiblicher Leitung. Ewa Strusinska (*1976) folgt als Generalmusikdirektorin am Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau auf Andrea Sanguineti, der das Haus zum Ende der Spielzeit 2017/18 verlässt.

Mit Beginn der kommenden Spielzeit übernimmt Ewa Strusinska als Generalmusikdirektorin die Leitung der Neuen Lausitzer Philharmonie. Vor wenigen Minuten unterzeichnete die polnische Dirigentin ihren Vertrag für vier Spielzeiten in Görlitz. Damit endet ein langwieriges Auswahlverfahren, bei dem sich Frau Strusinska gegen eine Vielzahl von Bewerbern durchsetzte.

Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau / Ewa Strusinska © PR

Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau / Ewa Strusinska © PR

Strusinska selbst zeigte sich sichtlich erfreut über die Entscheidung: »Die Nachricht hat mich bewegt und beglückt, und ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit der Neuen Lausitzer Philharmonie und mit allen Künstlern des Gerhart-Hauptmann-Theaters. Genauso freue ich mich auf unsere Begegnungen mit dem Publikum in einer der schönsten Städte und schönsten Regionen Deutschlands – mitten in Europa. >Wo die Sprache aufhört, fängt die Musik an< (E.T.A.Hoffmann).«

Eifrigen Musiktheater- und Konzertbesuchern dürfte die 41-jährige bereits bestens bekannt sein: In der vergangenen Spielzeit stand sie in der letzten Vorstellung von Puccinis Manon Lescaut am Pult der Neuen Lausitzer Philharmonie und präsentierte sich im 1. Philharmonischen Konzert der aktuellen Spielzeit unter dem Titel »Beethoven-Zyklus III« einem breiten Publikum im gesamten Kulturraum.

Dieses überzeugte sie genauso, wie ihre neuen Görlitzer Kollegen in Intendanz, Orchester, Chor und Ensemble, die die Entscheidung für die künftige GMD gemeinsam auf eine breite Basis der Befürwortung stellten.

Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau / Orchester - Lausitzer Philharmonie © Marlies Kross

Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau / Orchester – Lausitzer Philharmonie © Marlies Kross

Nach ihrem Abschluss an der Fryderyk Chopin University of Music in Warschau machte Ewa Strusinska als Preisträgerin beim renommierten Bamberger Symphoniker Gustav-Mahler-Dirigentenwettbewerbs 2007 auf sich aufmerksam. Von 2008 bis 2010 war sie als erste weibliche Dirigentin als Assistentin des GMD eines englischen Orchesters tätig. Beim Hallé Orchestra in Manchester arbeitete sie eng mit Sir Mark Elder zusammen und übernahm die musikalische Leitung des dortigen Jugendorchesters. Anschließend wechselte sie als Assistentin bzw. Gastdirigentin an die Nationaloper Warschau, wo sie sowohl das bekannte polnische als auch internationale Opernrepertoire dirigierte.

Zwischen 2013 und 2016 prägte sie als Generalmusikdirektorin der Stettiner Philharmonie das Musikleben der Stadt nachhaltig und wurde binnen kürzester Zeit zur treibenden Kraft der künstlerischen Verwandlung des Orchesters. Unter ihrer Leitung entwickelte das Orchester einen bislang unbekannten Glanz, der sich in Stettins akustisch brillanter neuer Philharmonie bestens entfalten konnte. Nach dieser Aufbauleistung ist Strusinska derzeit freischaffend tätig.

Musikalisch fokussiert ihr Interesse klar auf die Musik des 20. und 21. Jahrhunderts, aber auch in der klassischen und romantischen Musik fühlt sie sich zu Hause, genau wie in den großen, chorsinfonischen Werken, Programm mit lateinamerikanischer Musik und Crossover-Projekten. Einen weiteren Schwerpunkt ihres Engagements stellt die musikalische Nachwuchsförderung dar.

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Hannover, Staatsoper Hannover, Wiederaufnahme Manon Lescaut, 18.10.2017

Oktober 18, 2017 by  
Filed under Oper, Pressemeldung, StaatsOper Hannover

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Staatsoper Hannover 

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

Wiederaufnahme „Manon Lescaut“

Mittwoch, 18. Oktober 2017, 19.30 Uhr, Opernhaus

Puccinis erster großer Welterfolg, die Oper „Manon Lescaut“, steht ab Mittwoch, 18.10.2017, 19.30 Uhr, wieder auf dem Programm der Staatsoper Hannover. Die Titelrolle, die zwischen Liebe und Luxus hin und hergerissene Manon Lescaut, wird wieder von der armenischen Sopranistin Karine Babajanyan interpretiert. Die international gefragte Sopranistin ist seit vergangener Spielzeit festes Ensemblemitglied der Staatsoper Hannover.

Staatsoper Hannover / Manon Lescaut © Jörg Landsberg

Staatsoper Hannover / Manon Lescaut © Jörg Landsberg

Als Manons Liebespartner Renato Des Grieux ist erstmals der junge portugiesische Tenor Paulo Ferreira zu hören, der in der vergangenen Saison bereits als Cavaradossi in Puccinis „Tosca“ zu erleben war und in den großen italienischen Tenorpartien am Tiroler Landestheater Innsbruck, der Oper Malmö und der Hamburgischen Staatsoper zu hören war.

Die dritte Hauptrolle, Manons Bruder Lescaut, singt und spielt Ensemblemitglied Brian Davis.

Die musikalische Leitung der insgesamt acht Vorstellungen haben der neue 1. Kapellmeister Valtteri Rauhalammi und Generalmusikdirektor Ivan Repuši? inne.

Karten (20 bis Euro 58) an den Theaterkassen in Opern- und Schauspielhaus, telefonisch unter 0511/9999-1111, unter oper-hannover.de sowie an den bekannten Vorverkaufsstellen.

Termine: 18., 21., 29.10., 4., 10., 24.11.2017, 9., 12.1.2018, jeweils 19.30 Uhr.

Pressemeldung Staatsoper Hanover

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Hannover, Staatsoper Hannover, Wilhelm Tell, Figaro und viel mehr: Spielplan Oktober 2017

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Staatsoper Hannover 

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

Die Staatsoper Hannover

 Spielplan Oktober 2017

Rossinis letzte Oper Wilhelm Tell steht als konzertante Premiere am Reformationstag auf dem Spielplan; Alessandro De Marchi, Spezialist für die Musik des ausgehenden 18. und frühen 19. Jahrhunderts, dirigiert das Ensemble der Staatsoper Hannover (31.10.). Vier weitere Aufführungen folgen im weiteren Verlauf der Spielzeit. – Eine weitere Premiere findet am 20.10. im Ballhof statt, wenn die Zuschauer Cherubino in den Club Figaro, begleiten, eine Produktion der Jungen Oper frei nach Mozarts Die Hochzeit des Figaro in der Regie von Friederike Karig. – Wer die tragische Geschichte um Violetta Valéry in der Kultinszenierung Benedikt von Peters erleben möchte, sollte den Oktober nutzen: Am 7. und 11.10. finden die beiden letzten Aufführungen dieser Spielzeit von La traviata statt. – Beeilen sollte man sich auch, um Der junge Lord noch einmal zu erleben, bereits am 19.10. ist die letzte Vorstellung der Henze-Oper. – Ein Wiedersehen gibt es dafür mit Puccinis Manon Lescaut: Am 18.10. kehrt die armenische Starsopranistin Karine Babajanyan in der Titelrolle auf die Bühne der Staatsoper zurück. – Wieder im Ballhof 2 zu sehen ist ab 27.10. das ebenso unterhaltsame wie lehrreiche Märchen vom Märchen im Märchen. – Am 8. und 9.10. musiziert Generalmusikdirektor Ivan Repušic beim 2. Sinfoniekonzert mit dem Niedersächsischen Staatsorchester Hannover Beethovens Sinfonie Nr. 5 sowie Werke von Richard Strauss, darunter die Vier letzten Lieder mit Kelly God als Solistin – Eine neue Heimat haben die Kammerkonzerte gefunden: Ab sofort finden sie im Landesmuseum (Willy-Brandt-Allee 5) statt. Beim 1. Kammerkonzert »Oboe plus Streicher« kommen Werke von Françaix, Britten, Fauré und Bax zur Aufführung (15.10.). – Der ehemalige Solo-Cellist des Staatsorchesters, Rainer Pehrisch, spielt zusammen mit der Pianistin Tatiana Bergh im Kammerkonzert Extra: Cellosonaten Werke von Mjaskowski, Beethoven und Schostakowitsch (24.10.).

 


>> PREMIERE OPER

WILHELM TELL (KONZERTANT)  von Gioacchino Rossini
Libretto von Étienne de Jouy und Hippolyte Bis, nach Friedrich Schiller
In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln,  Premiere Di, 31.10.17, 18:30 Uhr

Das Grabmal von Gioacchino Rossini in Paris © IOCO

Das Grabmal von Gioacchino Rossini in Paris © IOCO

Wenn er Rossinis Oper Guillaume Tell höre, so fühle er sich glücklich und vollauf zufrieden, vergesse alle Sorgen; in dieser Art äußerte sich Georges Bizet über das Werk seines Komponistenkollegen Gioacchino Rossini, der seine 1829 uraufgeführte Oper dem Schweizer Nationalhelden widmete.

Im Stile einer Grand opéra präsentiert Rossini den Befreiungsschlag gegen die habsburgischen Besatzer sowie die Gründung der Schweizer Eidgenossenschaft und verknüpft die Tell-Legende in der Nebenhandlung mit Arnolds unglücklicher Liebe zu Mathilde. Sowohl Tells tragischer Konflikt als auch Arnolds Zwiespalt erfahren eine positive Wendung. Das berühmte Geschehen rund um Rütlischwur und Apfelschuss entfaltet Rossini in einem musikalisch eindrucksvollen Naturidyll, das gleichzeitig als identitätsstiftender Lokalkolorit fungiert. Meisterhaft fasst Rossini die Befreiung der Unterdrückten in Töne und lässt in seiner Partitur sowohl Bevölkerung als auch Natur aufatmen.

Für die konzertante Aufführungsserie konnte Alessandro De Marchi gewonnen werden – renommierter Spezialist für die Musik des 18. und frühen 19. Jahrhunderts.

MUSIKALISCHE LEITUNG Alessandro De Marchi CHOR Lorenzo Da Rio

WILHELM TELL Stefan Adam, ARNOLD Sung-Keung Park, WALTER Tobias Schabel, MELCTHAL Michael Dries JEMMY Ania Vegry GESSLER Shavleg Armasi RODOLPHE Edward Mout RUODI Pawel Brozek LEUTHOLD Daniel Eggert MATHILDE Dorothea Maria Marx HEDWIG Monika Walerowicz,  Chor und Extrachor der Staatsoper Hannover, Niedersächsisches Staatsorchester Hannover


>> PREMIERE JUNGE OPER


CLUB FIGAROJugendproduktion frei nach Wolfgang Amadeus Mozarts Die Hochzeit des Figaro,  Mit Musik von Wolfgang Amadeus Mozart, Ludger Nowak u.a.
Premiere Fr, 20.10.17, 19:30 UHR

Mozart Denkmal in Wien © IOCO

Mozart Denkmal in Wien © IOCO

Mittendrin ist man im Club Figaro – frei von der Aufsicht durch Eltern, Lehrer und sonstige Aufpasser. Sein, wer man ist, sich treffen, mit wem man will, Freundschaften pflegen und neue Kontakte knüpfen – all das kann man hier. Mittendrin ist auch Cherubino: und zwar mitten auf der Suche nach Antworten auf die Fragen, wohin man gehört, wohin die Zukunft führen wird. Wie weit geht man, um dazu zu gehören – und was steckt eigentlich hinter der Fassade von »Peace, Love and Happiness«, hinter der sich so viele verstecken? Im Nachtleben blühen Träume auf und kommen Sehnsüchte hoch, doch wird auch unsicher über sich selbst und die Zukunft gegrübelt – auf und um den Dancefloor herum wachsen sich Sorgen und Konflikte zu kleinen und großen Dramen aus. Das Motto »dance like nobody’s watching« zu erfüllen, wird immer schwerer, wenn jeder Move einen auch einen Schritt näher ans Erwachsensein bringt.

Diesen verrückten Tanz in die Nacht und ins Leben wagt das Ensemble der Jungen Oper gemeinsam mit jugendlichen Darstellern, Musikern und Tänzern aus Hannover und Umgebung. Den Soundtrack dazu liefern originale und bearbeitete Klänge aus Mozarts Oper Die Hochzeit des Figaro: Mozart trifft Band trifft Club-Musik; eine Synthese, die ebenso verrückt sein kann, wie der legendäre Komponist selbst.

MUSIKALISCHE LEITUNG Daniel Klein MUSIKALISCHE BEARBEITUNGEN, ORIGINALKOMPOSITIONEN UND BANDEINSTUDIERUNG Ludger Nowak INSZENIERUNG Friederike Karig BÜHNE Anja-Katharina Lütgens KOSTÜME Dennis Ennen LICHT Uwe Wegner DRAMATURGIE Christopher Baumann MUSIKTHEATERPÄDAGOGIK Maike Fölling

MIT Ula Drescher, Marlene Gaßner, Ylva Stenberg; Gihoon Kim, Hyun-Joong Kim, Yannick Spanier sowie jugendlichen Darstellern und Musikern aus Hannover,  Niedersächsisches Staatsorchester Hannover


>> REPERTOIRE JUNGE OPER, OPER UND BALLETT


DER FLIEGENDE HOLLÄNDER von Richard Wagner

Der Holländer hat sich einst in die Stürme geworfen und das Schicksal, die Natur und Gott herausgefordert. Der Lohn für seine Hybris ist ein Fluch, der es ihm nur noch alle sieben Jahre gestattet, an Land zu gehen. Nur eine Frau, die einen Schwur auf ewige Treue einlösen kann, vermag ihn davon zu befreien. Könnte Senta die Erlösung des Holländers sein? Obsessiv träumt sich Senta einen Mann wie den Holländer herbei – einen Mann, wie es der Jäger Erik niemals sein kann. Und tatsächlich: als sich der Holländer und Senta begegnen, tritt zum ersten Mal Stille in die Herzen der beiden Suchenden. Doch ist es der stille Einklang zweier Herzen, die ihre Bestimmung gefunden haben – oder die dräuende Stille im Auge des Sturms, dem Unheil folgen wird? »Mensch gegen Natur, Bernd Mottl stellt das große Ganze in den Mittelpunkt.« Neue Presse

VORSTELLUNGEN AM 10.10. UND 20.10.17


HENRY VIII

Als König Heinrich der Achte von England mit 55 Jahren stirbt, ist er ein kranker, fettleibiger Despot. Der ehemals glänzende Hoffnungsträger entwickelt sich zum Schrecken seines Volkes: Zehntausende werden durch ihn zum Tode verurteilt – darunter zwei seiner sechs Ehefrauen. Seinem lang ersehnten Thronerben Edward hinterlässt Henry ein ausgeblutetes Land und leere Staatskassen. Jörg Mannes rückt die imposante Gestalt dieser historischen Figur ins Zentrum seines Balletts. Mark Polscher hat für Henry VIII eigens einen Klangraum für Orchester und Elektronische Musik geschaffen. Die Komposition erklingt gemeinsam mit Werken von Edward Elgar und Johann Sebastian Bach. »Wunderbar verdeutlicht Mannes in seiner Choreographie die Beziehungen Henrys zu seinen Frauen.« HAZ

VORSTELLUNGEN AM 06.10. UND 15.10.17


DER JUNGE LORD

Der im kleinen Hülsdorf-Gotha mit großer Neugier erwartete englische Sir Edgar zieht in die Stadt, eckt mit seiner distanzierten Art jedoch bei den braven Hülsdorf-Gothaern an. Eine Versöhnung scheint zu gelingen, als Sir Edgar ein Fest zur Vorstellung seines Neffen, des jungen Lord Barrat, ankündigt: Der junge Lord macht großen Eindruck – allen voran auf die junge Luise, die bisher dem Studenten Wilhelm zugetan war. Wird dieser sie in der allgemeinen Begeisterung für Barrat noch umstimmen können? Und führt Sir Edgar sonst noch etwas im Schilde? – Hans Werner Henze schuf mit dem Jungen Lord auf ein Libretto von Ingeborg Bachmann 1964 eine der erfolgreichsten komischen Opern des 20. Jahrhunderts.

VORSTELLUNGEN AM 04.10. UND ZUM LETZTEN MAL AM 19.10.17


DER LIEBESTRANK

Nemorino verzehrt sich nach Adina, die ihn jedoch nicht ernst nimmt. Wie gut, dass Dulcamara einen Liebestrank für derartige hoffnungslose Fälle im Sortiment hat. Der feste Glaube an die baldige Wirkung des Tranks steigert Nemorinos Selbstbewusstsein, was wiederum Adina ärgert. Aus Trotz entschließt sie sich zur Hochzeit mit dem Soldaten Belcore. Um eine weitere Flasche des wundertätigen Elixiers kaufen zu können, lässt sich Nemorino von Belcore als Soldat anwerben. Erst als Adina hiervon erfährt, erkennt sie die Aufrichtigkeit von Nemorinos Gefühlen. »So macht Belcanto Spaß!« Neue Presse

VORSTELLUNGEN AM 13.10. UND 22.10.17


MANON LESCAUT

Im Mittelpunkt von Puccinis erstem Welterfolg steht die fatale Liebesbeziehung zwischen dem Adeligen Des Grieux und der jungen Manon Lescaut. Der Zwiespalt zwischen der Sehnsucht nach Liebe und den Vorzügen eines Lebens im Luxus wird Manon zum Verhängnis. Ihr Weg treibt sie gemeinsam mit ihrem Geliebten in die Verelendung und in einen einsamen Tod. Mit Manon Lescaut nach Die Geschichte des Chevalier Des Grieux und der Manon Lescaut von Abbé Prévost gelang Puccini der internationale Durchbruch.

»Ein nicht nur musikalisch hinreißender Abend, der beweist, dass spannende und emotional packende Personenregie nicht nur möglich ist, sondern optisch genussvoll zum Nachdenken anregen kann.« Online Musik Magazin

WIEDERAUFNAHME AM 18.10., WEITERE VORSTELLUNGEN AM 21.10. UND 29.10.17


DAS MÄRCHEN VOM MÄRCHEN IM MÄRCHEN,    AB 5 JAHREN

Nachdem er seine Mutter verloren hat, muss der kleine Mahmut für sich selbst sorgen. Bei einer Reihe von Abenteuern steht ihm ein Glücksvogel bei und wendet alles zum Guten. Auf poetische Weise führt die Geschichte nach Kemal Kurt den jungen Helden durch vier Episoden, in denen der kleine Waisenjunge nach wiederholten Neuanfängen seine schmerzvollen Erfahrungen zu bewältigen lernt und seinen Platz innerhalb der Gesellschaft findet. Traditionelle türkische Lieder reichern die Handlung an und bekräftigen dieses Plädoyer für die kindliche Phantasie. In den farbenprächtigen Kostümen finden sich Anklänge an den orientalischen Kontext des Märchens. »Toll: Deutsche, türkische oder sonst woher stammende Kinder versanken gemeinsam in dem Märchen vom Märchen, bei dem Sprachbarrieren keine Rollen spielen.« Neue Presse

WIEDERAUFNAHME AM 27.10., WEITERE VORSTELLUNG AM 29.10.17, BALLHOF ZWEI


LA TRAVIATA von Giuseppe Verdi

Die Kult-Inszenierung von Benedikt von Peter steht wieder auf dem Spielplan! Nicole Chevalier singt erneut Violetta Valéry, die auf die Liebe ihres Lebens verzichtet. Erst als es zu spät ist, begreift ihr Geliebter Alfredo, welches Opfer sie für ihn gebracht hat. »Sensationell ist die Violetta der Nicole Chevalier – vokal ohne Tadel, darstellerisch rückhaltlos und damit schlichtweg ergreifend.« omm.de. »Atemberaubend.« Mitteldeutsche Zeitung. »Singuläres Opernereignis.« Weser-Kurier. »Umwerfend und erschütternd.« Süddeutsche Zeitung

VORSTELLUNGEN AM 07.10. UND ZUM LETZTEN MAL IN DIESER SPIELZEIT AM 11.10.17


WEST SIDE STORY

Im Zentrum von Leonard Bernsteins Musical-Welterfolg West Side Story von 1957 steht die tragische Geschichte des Liebespaars Tony und Maria, die verfeindeten Lagern angehören. Tony fällt dem Bandenkrieg zwischen den Jets, einer Straßengang amerikanischer Jugendlicher, und den aus Puerto Rico stammenden Sharks zum Opfer. Erst als Marias Trauer um den ermordeten Geliebten in Empathielosigkeit umzuschlagen droht, erkennen die Jugendlichen die Folgen ihrer sinnlosen Gewalt. Das Stück ist von beklemmender Aktualität; viele seiner musikalischen Nummern – etwa »Tonight«, »Maria« oder »I like to be in America« – wurden zu Evergreens.

VORSTELLUNGEN AM 01.10., 03.10., 05.10., 14.10., 17.10., 25.10. UND 27.10.17


 >> KONZERTE


2. SINFONIEKONZERT
LUDWIG VAN BEETHOVEN Sinfonie Nr. 5 c-Moll op. 67 (1803–08)
RICHARD STRAUSS Vier letzte Lieder (1948) und Tod und Verklärung op. 24 (1888/89)

»Durch die Nacht zum Licht« ist das Motto, das GMD Ivan Repušic über dieses Konzert gesetzt hat: Geradezu idealtypisch wendet Ludwig van Beethoven die düstere Grundtonart seiner 5. Sinfonie, c-Moll, im Finale in strahlendes C-Dur. Doch auch das prägnante Anfangsmotiv, mit dem Beethoven das Schicksal an die Tür klopfen lässt, hat sie zur vermutlich bekanntesten Sinfonie der Musikgeschichte gemacht. Parallel zur 6. Sinfonie entstanden, erreicht Beethoven in ihr formal und inhaltlich unerhört Neues.

»Durch die Nacht zum Licht«: Der junge Richard Strauss greift mit seiner dritten Tondichtung Tod und Verklärung das große Beethoven’sche Vorbild auf. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass der aufstrebende Komponist bei seiner ausdifferenzierten Programmmusik über den Todeskampf bis zur Todesstunde mit anschließender Verklärung in C-Dur nicht Beethovens Tonartenplan im Kopfgehabt hat.

Sechzig Jahre später schrieb Strauss wunderbar instrumentierte Orchesterlieder auf Texte von Hermann Hesse und Joseph von Eichendorff. Ein Jahr vor seinem Tod entstanden, wurden sie posthum als Vier letzte Lieder zusammengefasst und werden nun im Opernhaus von der Sopranistin Kelly God zum Klingen gebracht.

SOLISTIN Kelly God (Sopran) DIRIGENT Ivan Repušic, Niedersächsisches Staatsorchester Hannover
SO, 08.10.17, 17 UHR,  MO, 09.10.17, 19.30 UHR
Kurzeinführung mit Ivan Repušic jeweils 45 Minuten vor dem Konzert


1. KAMMERKONZERT: OBOE PLUS STREICHER
JEAN FRANÇAIX Streichtrio (1933)
BENJAMIN BRITTEN Phantasy Quartet op. 2 für Oboe und Streichtrio (1932)
GABRIEL FAURÉ Streichquartett e-Moll op. 121 (1924)
ARNOLD BAX Oboenquintett (1922)

Die Kammerkonzerte des Niedersächsischen Staatsorchesters haben eine neue Heimat gefunden: den Vortragssaal des Landesmuseums. Die Eintrittskarte berechtigt am Konzerttag auch zum Besuch des weitläufigen Museums mit Landesgalerie, naturkundlicher, völkerkundlicher und archäologischer Sammlung. Den Auftakt der neuen Kammerkonzert-Saison macht die reizvolle Besetzung von Oboe mit Streichern mit Werken der 1920er und 1930er Jahre aus England und Frankreich.

MIT Juri Schmahl (Oboe), Annette Mainzer-Janczuk (Violine), Stefanie Dumrese (Viola), Marion Zander (Violoncello) u.a.

SO, 15.10.17, 11 UHR, NIEDERSÄCHSISCHES LANDESMUSEUM HANNOVER


KAMMERKONZERT EXTRA: CELLOSONATEN
NIKOLAI MJASKOWSKI Sonate für Violoncello und Klavier Nr. 1 D-Dur op. 12 (1911)
LUDWIG VAN BEETHOVEN Sonate für Klavier und Violoncello Nr. 3 A-Dur op. 69 (1808)
DMITRI SCHOSTAKOWITSCH Sonate für Violoncello und Klavier d-Moll op. 40 (1934)

Der frühere Solo-Cellist des Staatsorchesters, Rainer Pehrisch, kehrt zum zweiten Mal für einen Sonatenabend aus dem Ruhestand ins Opernhaus zurück. Gemeinsam mit der Pianistin Tatiana Bergh präsentiert er mit der 3. Cellosonate von Beethoven und der Sonate von Schostakowitsch zwei große Werke des Repertoires. Außerdem auf dem Programm: die erste, noch spätromantische Cellosonate des unbekannteren russischen Komponisten Nikolai Mjaskowski, Kommilitone von Sergei Prokofjew am St. Petersburger Konservatorium.

MIT Rainer Pehrisch (Violoncello) und Tatiana Bergh (Klavier)
DI, 24.10.17, 19.30 UHR, LAVES-FOYER, PMStOH

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