Wien, Altes Rathaus, Richard Wagner-Verband – Stipendiaten-Konzert, IOCO Aktuell, 15.03.2020

Festspielhaus Bayreuth © IOCO

Festspielhaus Bayreuth © IOCO

Richard Wagner Verband Wien

Richard Wagner-Verband Wien – Altes Rathaus Wien – Barocksaal

– Konzert der Stipendiaten –

von Elisabeth König

Richard Wagner Bayreuth © IOCO

Richard Wagner Bayreuth © IOCO

Bereits zum vierten Mal präsentierte der Richard Wagner-Verband Wien seine Stipendiaten der letzten Jahre seinen Mitgliedern und dem Publikum. Die ersten drei Konzerte waren gemeinsam mit der Wiener Staatsoper in deren Räumlichkeiten präsentiert worden, das aktuelle Konzert wurde erstmals vom Verband selbst organisiert und im Barocksaal des Alten Wiener Rathauses zur Aufführung gebracht. Ehrengast des Verbandes war einer der erfolgreichsten Stars der Wiener Staatsoper, Kammersängerin Olivera Miljakovic, die sich nach dem Konzert über das hohe Niveau der Stipendiaten sehr erfreut zeigte.

Am Beginn des Konzertes stand zur Begrüßung die Hallenarie der Elisabeth („Dich, teure Halle, grüß‘ ich wieder“) aus Richard Wagners Tannhäuser, welche von Rebecca Blanz mit schönem, großem und klarem Sopran dargebracht und einfühlsam von der Pianistin Stella Marie Lorenz begleitet wurde.

Begrüßt wurde das Publikum durch das Vorstandsmitglied Marcus Haimerl, der nicht nur auf die Geschichte des Verbandes, sondern auch auf die langjährige Tradition der Jugendförderung hinwies, die dem Verband eine Herzensangelegenheit ist. Magdalena Hoisbauer, Dramaturgin der Wiener Volksoper und diesjährige Stipendiatin, moderierte den Abend souverän und versorgte das Publikum mit viel positiver Energie und Charme mit Informationen zu den einzelnen Stipendiaten und Stücken. Sowohl Magdalena Hoisbauer als auch Marcus Haimerl zeichneten auch für die anspruchsvolle Programmgestaltung und die – in Grippezeiten umso anspruchsvollere – gelungene Organisation verantwortlich.

Richard Wagner-Verband Wien / Stipendiatenkonzert - hier : Akkordeonist Leo Herzog © Marcus Haimerl

Richard Wagner-Verband Wien / Stipendiatenkonzert – hier : Akkordeonist Leo Herzog © Marcus Haimerl

Der kurzen Ansprache und Einführung zum Konzert folgte ein ganz besonderer musikalischer Moment: der im deutschen Pforzheim geborene Akkordeonist Leo Herzog spielte Domenico Scarlattis Sonate in F-Moll K.19 mit enormer Virtuosität. Auf ebenso hohem Niveau war im zweiten Teil des Konzerts auch seine Darbietung des 1.Satzes „Winter“ aus Antonio Vivaldis Die vier Jahreszeiten. Er bewies dabei gleichzeitig die unglaubliche Vielfalt dieses möglicherweise etwas unterschätzten Instruments wie auch seine Kunstfertigkeit. Ein Solokonzert dieses großartigen jungen Künstlers wäre wünschenswert.

Zu Beginn des zeitgenössischen teils des Konzertes standen zwei Lieder des Komponisten Carl Tertio Druml, der 2019 mit einem Stipendium den Wagner-Verband Wien bei den Bayreuther Festspielen repräsentierte.

Das erste Lied, dargeboten von einem Stipendiaten des Wagner-Verbands Linz, dem in Seoul geborenen Seho Chang, der bereits auf erfolgreiche Auftritte im Musiktheater des Landestheater Linz zurückblicken darf, war die Vertonung des Textes „A Mellow Phantom“ von Koen Kleijn. Seho Chang gestaltete dieses kurze, anspruchsvolle Lied mit kräftigem und sehr tiefem Bariton. Begleitet wurde er von Daniel Strahilevitz, der sich an dem Abend durchwegs als kongenialer Pianist und hervorragender Begleiter präsentieren durfte.

 Richard Wagner-Verband Wien / Stipendiatenkonzert - hier : die Teilnehmer mit Vorstandsmitglied Marcus Haimerl 2 vr © Elisabeth Koenig

Richard Wagner-Verband Wien / Stipendiatenkonzert – hier : die Teilnehmer mit Vorstandsmitglied Marcus Haimerl 2 vr © Elisabeth Koenig

Besonders interessant erwies sich das zweite Lied, die Vertonung des Gedichts Abschied von Paul Celan. Gestaltet wurde dieses längere und außerordentlich anspruchsvolle Lied von Rebecca Blanz und Stella Marie Lorenz, die sich beide erst vier Tage vor Konzertbeginn bereit erklärt hatten, für eine erkrankte Kollegin einzuspringen und das Lied in nur zwei Tagen zu lernen. Das außerordentliche Talent der beiden Künstlerinnen und das absolute Gehör von Rebecca Blanz ermöglichten, dass dieses Lied zur Aufführung gelangen konnte. Man könnte Paul Celans Gedicht als eine Art Abrechnung mit Ingeborg Bachmann sehen, mit der er ein Verhältnis hatte. Abschiedsbriefe zwischen dem Lyriker und der Schriftstellerin gab es ja mehrere.

Richard Wagner Verband Wien / Stipendiatenkonzert - hier : Rebecca Blanz und Stella Marie Lorenz,am Fluegel © Marcus Haimerl

Richard Wagner Verband Wien / Stipendiatenkonzert – hier : Rebecca Blanz und Stella Marie Lorenz,am Fluegel © Marcus Haimerl

Carl Tertio Druml hebt in seiner Komposition zwei Geschwindigkeiten gegeneinander hervor, ein Tempo für Klavier und eines für Gesang. Nur bei einer einzigen Stelle („Oh falsches Gespiel“) finden sich die beiden Stimmen, die sich ansonsten vollkommen autonom voneinander weg oder aneinander vorbei bewegen. Ein schiefer Walzer als Illusion der Liebe, ein Furioso als ausbrechende Wut und die Rückkehr zu diesem Walzer, Resignation und Abschiednehmen. Die technische Herausforderung dieses Liedes liegt in dem gewünschten Nebeneinander, das trotz plötzlicher gemeinsamer Momente, in denen Klavier und Gesang auf demselben Ton enden, doch nie ein Miteinander wird. Die schwebende Gestaltung der Höhen unterstreicht die Fragilität des Konstrukts und der Emotionen. Ein Abschied mit Wehmut, mit Wut, aber dennoch mit Liebe. Die komplexe, tief berührende Komposition Carl Tertio Drumls wurde durch die virtuose, hochprofessionelle Gestaltung durch Rebecca Blanz und Stella Marie Lorenz am Klavier zu einem musikalischen Hochgenuss.

Der in Bozen geborene Manuel Zwerger war 2015 Stipendiat des Richard Wagner Verbands. Für die lyrische Koloratursopranistin Beata Beck, ebenfalls Wagner-Stipendiatin, komponierte er das Lied „Nacht wird lang sich nicht erhellen“. Beata Beck sang diese frühromantische Komposition mit schönem, schlankem Sopran, begleitet mit großer Präzision und Musikalität vom österreichischen Pianisten und Organisten Stefan Donner.

Mit dem düsteren und dramatischen Lied „Das irdische Leben“ von Gustav Mahler aus seiner Liedsammlung Des Knaben Wunderhorn konnten Rebecca Blanz und Stella Marie Lorenz noch einmal das Publikum für sich einnehmen.

Eine große Bereicherung für den Abend war auch die belgische Sopranistin Anne-Sophie Sevens, die ihr Stipendium 2019 antrat. Dem Publikum im Barocksaal des Alten Rathauses stellte sich die Künstlerin mit Elsas Arie „Einsam in trüben Tagen“ aus dem ersten Akt von Wagners Lohengrin vor und begeisterte mit ihrem großen, ausdrucksstarken Sopran das Publikum. Begleitet wurde sie von Daniel Strahilevitz, der sich auch bei dieser Arie als einfühlsamer Begleiter erwies.

Richard Wagner Verband Wien / Stipendiatenkonzert - hier : Isabella Kuess und Daniel Strahilevitz © Marcus Haimerl

Richard Wagner Verband Wien / Stipendiatenkonzert – hier : Isabella Kuess und Daniel Strahilevitz © Marcus Haimerl

Daniel Strahilevitz konnte sich gleich darauf auch eindrucksvoll als virtuoser Solist vorstellen. Mit dem meisterhaft gespielten Adagio und Presto der 2. Klaviersonate in F-Dur KV 280 von Wolfgang Amadeus Mozart bewies der junge Pianist und Dirigent seine feinsinnige Musikalität und außerordentliche Begabung und begeisterte das Publikum.

Einer großen Arie nahm sich im Anschluss Beata Beck an: die Arie der Zerbinetta „Großmächtige Prinzessin“ aus der Oper Ariadne auf Naxos von Richard Strauss. Die Sopranistin bewies in der einigermaßen umfangreichen Arie mit gelungenen Koloraturen Leichtigkeit und wurde dabei erneut von Stefan Donner ausgesprochen feinfühlig begleitet.

Zum Abschluss des ersten Teils lernte das Publikum nochmals zwei neue Künstler kennen: Mit dem kraftvollen hellen Tenor Hans-Jörg Gaugelhofers und der präzisen Begleitung Anton Brezinkas wurde die Romanze des Fenton „Horch die Lerche singt im Hain“ aus der Oper Die lustigen Weiber von Windsor von Otto Nicolai zu einem wunderschönen Abschluss des ersten Programmteils.

Nach der Pause konnte auch Stefan Donner, dessen einfühlsame Begleitung bereits im ersten Teil angenehm auffiel, sein Talent als Solist beweisen. Sein inniger und differenzierter Vortrag von drei Romanzen von Clara Schumann berührte mit zarten Farben.

Mit zwei Liedern aus den vier weißen Liedern Richard Wagners, stellte sich der Tenor Calon Danner, einer der diesjährigen Stipendiaten, dem Publikum vor.

Zu Beginn stand das Lied „Dors, mon enfant“ WWV 53 und im Anschluss „Mignonne“ WWV 57. Calon Danners schöner, eleganter Tenor eignete sich optimal für diese beiden Lieder und hinterließ gemeinsam mit dem intensiven Klavierspiel Anton Brezinkas großen Eindruck.

 Richard Wagner-Verband Wien / Stipendiatenkonzert - hier : Anne-Sophie Sevens und Daniel Strahilevitz   © Marcus Haimerl

Richard Wagner-Verband Wien / Stipendiatenkonzert – hier : Anne-Sophie Sevens und Daniel Strahilevitz   © Marcus Haimerl

Der zweite Auftritt von Anne-Sophie Sevens widmete sich wieder einem Lied Gustav Mahlers:Wo die schönen Trompeten blasen“. Wie schon bei der Arie Elsas im ersten Teil des Konzerts bewies die belgische Sopranistin aufs Neue ihre Eignung für das deutsche Fach, und wurde dabei erneut mit ungeheurer Musikalität und Farbenpracht von Daniel Strahilevitz am Klavier begleitet.

Im nächsten Programmpunkt ehrte die Wiener Sopranistin Isabella Kuëss den Jahresregenten Ludwig van Beethoven zu seinem 250. Geburtstag mit der großen Arie Leonores „Abscheulicher, wo eilst Du hin?“ aus Fidelio. Mit ihrem ausdrucksvollen dramatischen Sopran ist sie im deutschen Fach perfekt besetzt und wurde von Daniel Strahilevitz eindrucksvoll und mit Brillanz begleitet. Ihre nuancenreiche Interpretation und musikalische Gestaltung vermochten Verzweiflung und Wut ebenso auszudrücken wie feingliedrige lyrische Momente treuer Liebe.

 Richard Wagner-Verband Wien / Stipendiatenkonzert - hier : Yasuyo Segawa © Marcus Haimerl

Richard Wagner-Verband Wien / Stipendiatenkonzert – hier : Yasuyo Segawa © Marcus Haimerl

Für eine überwältigende Leistung sorgte auch die japanische Pianistin Yasuyo Segawa, die nach einem Unfall nur noch mit der linken Hand spielen kann. Mit unglaublicher Ausdruckskraft und Intensität gelang es der jungen Künstlerin mit dem „Miserere“ aus Giuseppe Verdis Il Trovatore das Publikum zutiefst zu berühren und zu begeistern.

Ein weiteres Mal bewies auch der koreanische Bariton Seho Chang sein Können und läutete mit der Arie des WolframOh, Du mein holder Abendstern“ aus Richard Wagners Tannhäuser das Finale des Abends ein. Mit seiner imposanten dunklen Stimme wurde diese romantisch-schwelgende Arie Wagners zu einem der vielen musikalischen Höhepunkte des Abends, für deren Begleitung sich erneut Daniel Strahilevitz mit seiner unglaublichen Vielseitigkeit verantwortlich zeigte.

Für die letzte Arie kehrte nochmals Isabella Kuëss auf die Bühne zurück. Mit Sentas Ballade „Johohoe! Traft ihr das Schiff im Meere an“ aus Richard Wagners Der fliegende Holländer sprang die Künstlerin nur wenige Stunden vor dem Konzert für eine erkrankte Kollegin ein. Mit nur einer kurzen Probe vor dem Konzert und einer für sie neuen Arie, konnte die Künstlerin das Publikum erneut mit ihrem beeindruckenden Sopran und ihrer Musikalität überzeugen, und sorgte gemeinsam mit ihrem virtuosen Begleiter Daniel Strahilevitz für ein imposantes Finale.

Nach dem eindrucksvollen Schluss des Konzerts stand großer Jubel für die vielen begabten Künstlerinnen und Künstler seitens des Publikums. In der Tat präsentierten sich alle StipendiatInnen auf höchstem Niveau. Mit Freude wird man ihre weitere Karriere verfolgen und es bleibt die Vorfreude auf das nächste Konzert im kommenden Jahr.

—| IOCO Aktuell Richard Wagner Verband Wien |—

Ulm, Theater Ulm, PREMIERE RIGOLETTO 19. 03.2020

Februar 26, 2020 by  
Filed under Oper, Premieren, Pressemeldung, Theater Ulm

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Theater Ulm

Theater Ulm / Zuschauerraum © Carola Hoelting

Theater Ulm / Zuschauerraum © Carola Hoelting

PREMIERE RIGOLETTO

19. März 2020

Sie gehört zu Verdis größten Erfolgen und ist eine der berühmtesten Opern überhaupt: »Rigoletto«. Selbst wer das Werk nicht kennt, kann vermutlich das eingängige »La donna è mobile« nachpfeifen – jene leichtfüßige Hymne auf den Reiz und die angebliche Unbeständigkeit der Frauenwelt. Freilich geht es in »Rigoletto« mitnichten leichtfüßig oder gar handzahm zu, darüber hinweg kann auch schlagerträchtige Melodienreigen nicht täuschen:

In Mantua führt der Herzog ein moralisch mehr als fragwürdiges Regiment: Mit Hilfe seiner Höflinge behandelt er alle jungen und attraktiven Frauen in der Stadt wie Freiwild. Seinen Ausschweifungen sind keine Grenzen gesetzt. Auch der Hofnarr Rigoletto ist mit von der Partie, wenn es darum geht, die Geschädigten zu verhöhnen. Doch er hütet ein Geheimnis, von dem niemand erfahren soll, vor allem nicht der lüsterne Herzog: seine Tochter Gilda. Doch das Schicksal schlägt unerbittlich zu. Gilda hat sich längst in einen jungen Studenten verliebt, der niemand anderes ist als der Herzog selbst …

In »Rigoletto« prallen Welten aufeinander: Liebe auf Lust, ein Fluch auf Rationalität, Schönheit auf Hässlichkeit (physische wie seelische), Freude auf Leid, das Leben auf den Tod – eine Vorahnung des Pariser Schauertheaters Grand Guignol und der düsteren Atmosphäre einer Gothic Novel.

Als Vorlage diente Giuseppe Verdi und seinem Librettisten Francesco Maria Piave das französische Skandalstück »Le roi s’amuse« von Victor Hugo. Es war in der Mitte des 19. Jahrhunderts ein zeitgenösisscher Text mit politischem Sprengstoff. Prompt reagierte in Italien auch die Zensur. Man musste die Handlung von Paris ins »unbedeutende« Mantua verlegen und aus dem moralisch verdorbenen König wurde ein einfacher Herzog.

Kaum eine Oper Verdis atmet so viel Dunkelheit in allen ihren Facetten wie »Rigoletto«. Diese ist in Hinrich Horstkottes Inszenierung, die bereits am Oldenburgischen Staatstheater Erfolge feierte, und dem Bühgnenbild von Siegfried E. Mayer allgegenwärtig. Schmale schattige Gassen, in denen ein Mörder wie Sparafucile quasi aus dem Nichts auftauchen kann, sind das Ergebnis einer engen, gedrängten Architektur jenes historisierenden Mantuas, in dem der Herzog seiner Lust fröhnt. Die Stadt hat er quasi unterwandert. Seine Höflinge und damit auch Rigoletto leben auf kleinstem Raum, überall exisitieren Schleichwege und Türen ins Ungewisse. Körperliche Defizite, wie Rigolettos Narren-Buckel, werden klar betont: der einzig Schöne darf hier der Herzog sein. Horstkotte blickt mit genauer Kenntnis der Quellenlage, großer Musikalität und Fantasie in die seelischen Abgründe von Verdis Opernfiguren.

Nach ihrer umjubelten Lucia di Lammermoor gibt Maryna Zubko ihr Rollendebüt als Gilda, Luke Sinclair ist der tenoral strahlende Herzog und Dae-Hee Shin bringt für die zerrissene Titelpartie jene anrührende Mischung aus emotionaler Tiefe und balsamisch leuchtendem Timbre mit, die einen Rigoletto auszeichnen. Der junge ungarische Kapellmeister Levente Török sorgt am Pult der Philharmoniker für die nötige Italianità.

 Premiere am 19. März 2020 um 20 Uhr im Großen Haus.

—| Pressemeldung Theater Ulm |—

Hannover, Staatsoper Hannover, Richard Strauss – Also sprach Zarathustra, IOCO Kritik, 21.02.2020

Februar 21, 2020 by  
Filed under Hervorheben, Konzert, Kritiken, StaatsOper Hannover

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Staatsoper Hannover

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

 Also sprach Zarathustra – Richard Strauss

– Zwischen Philosophie und Bergweltpanorama –

von Christian Biskup

Die Anfangstakte stehen in ihrer Berühmtheit sicher nicht der von Beethovens 5. Sinfonie oder Wagners Walkürenritt nach. Ob bei den Simpsons, dem Außerirdischen Alf, bei 2001:Odyssee im Weltraum oder in Willi Wonkas Schokoladenfabrik, das Hauptmotiv des Werkes ist stets Ausdruck erhabener, wichtiger Momente – Der Beginn von Richards Strauss‘ sinfonischer Dichtung Also sprach Zarathustra ist Kult, und so steht auch das 5. Sinfoniekonzert des Niedersächsischen Staatsorchesters Hannover in der Staatsoper kurz und knapp unter diesem Motto.

Staatsoper Hannover / Solist Lukas Vondracek © Irene Kim

Staatsoper Hannover / Solist Lukas Vondracek © Irene Kim

Am Beginn des Konzertes stand jedoch das dritte Klavierkonzert Sergei Rachmaninovs auf dem Programm. 1909 komponiert, erlangte es zwar nicht die überbordende Beliebtheit des zweiten Konzerts, doch ist es – nicht zuletzt aufgrund der Anfangstakte – ein regelmäßiges und geschätztes Repertoirestück, welches begeistern kann. Zudem hält es angeblich den Rekord für die meisten Noten pro Sekunde in einem Klavierkonzert. Als Solist für das Konzert konnte der tschechische Pianist Lukáš Vondrácek gewonnen werden. Geboren 1986, gewann er mit eben jenem Konzert 2016 den Brüsseler Königin-Elisabeth-Wettbewerb und ist spätestens seitdem auf den Konzertpodien der Welt ein gern gesehener Gast – so auch in Hannover!

Die berühmten, an ein russisches Volkslied gemahnenden Anfangstakte waren ein Genuss. Vom ersten Augenblick an offenbart Vondrácek seine lyrische Stärke. Weich und silberklar ausgespielt, auf ein Minimum an Lautstärke zurückgenommen, entfaltet das Thema – wunderbar dezent vom Orchester begleitet – unmittelbar seine melancholische Wirkung. Auch im weiteren Verlauf, zeigt Vondrácek seine perfekte Klaviertechnik. Die virtuosen Kniffe, die Rachmaninov in seinem Werk eingebaut hat, sind schon eine Herausforderungen, besonders in der Kadenz. Doch ob rasante Läufe, wuchtig akkordisches Spiel oder Tastenrepititionen – es wird mit Bravour gemeistert. Dabei verliert sich Vondrácek jedoch nicht in bloßer Lautstärke – seine gestaltenden lyrischen Linien blicken stets durch, so besonders im schwermütig anmutenden zweiten Satz, dessen Wirkung nur durch das teils sehr lautstarke Niedertreten des Dämpferpedals gemindert wird. Attaca wird das strahlende Finale eingeleitet. Rhythmisch mitreißend und klar akzentuiert führt Vondrácek den Satz hin zum breiten, schmachtenden Höhepunkt, der mit seinen Rubati auch im Zusammenspiel mit dem Orchester hervorragend gelang. Nach den letzten Schlussakkorden brach ein Beifallssturm für den Pianisten hervor, der erst nach zwei Zugaben vom Publikum entlassen wurde. Herausragend war dabei seine Interpretation von Debussy’s Prelude „La Cathédrale Engloutie“. Sein fein differenziertes Spiel und die empfindsamen Dynamikabstufungen ließen Debussys Werk zu einer farbenprächtigen Klangmagie werden – erneut viel Beifall.

Staatsoper Hannover / Niedersächsisches Staatsorchester Hannover © Staatsoper Hannover

Staatsoper Hannover / Niedersächsisches Staatsorchester Hannover © Staatsoper Hannover

Die Dirigentin Xian Zhang erwies sich schon bei dem Klavierkonzert als Glücksgriff für den Abend – klare Zeichengebung, ein dynamisch ungemein ausgewogenes Begleiten und die organische Gestaltung der Übergänge ließen in ihr eine erfahrene Orchesterleiterin erahnen, die in Deutschland noch nicht so präsent ist. Dabei weist die sympathische Musikerin bereits eine beachtliche Karriere auf. Protege von Lorin Maazel, 2005-2007 Music Director beim Sioux City Orchestra, 2009-2016 Direktorin des Orchestra Sinfonica di Milano Giuseppe Verdi, aktuell Leiterin des New Jersey Symphony Orchestras sowie erste Gastdirigentin des BBC National Orchestra of Wales, mehrere Auftritte bei den BBC Proms, sowie Gastdirigate bei der Sächsischen Staatskapelle Dresden. Nun also Hannover – mit Richard Strauss‘ sinfonischer Dichtung Also sprach Zarathustra. Vertonter Nietzsche? Ob und wie es Strauss gelungen ist, Nietzsches dichterisch-philosophisches Werk adäquat zu vertonen – darüber scheiden sich die Geister. Cosima Wagner schrieb sogar an Strauss:Ich hatte den Titel Ihrer symphonischen Dichtung für einen Zeitungsscherz gehalten“. Dass es sich um großartige Musik handelt, darüber war man sich in Hannover hingegen einig!

Staatsoper Hannover / Dirigentin Xian Zhang © B Ealovega

Staatsoper Hannover / Dirigentin Xian Zhang © B Ealovega

Den berühmten Sonnenaufgang nahm Zhang flott, klangvoll, aber ähnlich wie bei Strauss‘ eigenen Aufnahmen ohne das ganz große Pathos. Den packt sie in das religiös anmutende „Von den Hinterweltlern“, welches sie schwelgerisch und gedehnt ausmusizieren lässt. In welch großen Bogen sie das Orchester, bis zu dem klangmächtigen erneuten Ausbruch des Anfangs- bzw. Natur-motivs führt, ist beeindruckend. Stets bemühmt um einen transparenten Orchesterklang, gelingt es bei den knapp 100 Musikern dennoch nicht immer jedes Motiv prägnant hervorzuholen. Sichtlich genießend und mit zahlreichen Rubati versehen, lässt Zhang das Tanzlied erklingen, welches solitisch hervorragend vom Konzertmeister Gabriel Adorjan gestaltet wurde. Bayrische Gemütlichkeit, Alpenpanorama entsteht unwillkürlich vor dem geistigen Auge des Zuhörers. Sehr überzeugend der Schluss – ganz verhaucht, wie ein Klang aus weiter Ferne, geradezu transzendent lässt Zhang das Monumentalwerk in seiner harmonischen Zweideutigkeit aushauchen.

Nach einem Moment der Stille tosender Applaus für die energiegeladene Dirigentin und das Orchester im mit 1200 Plätzen nahezu ausverkaufte Haus.

—| IOCO Kritik Staatsoper Hannover |—

Essen, Aalto Theater, DON CARLO – Giuseppe Verdi, 14.03.2020

Februar 14, 2020 by  
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Aalto Theater Essen

Opéra national du Rhin

Aalto Theater Essen / Don Carlo - Szenenfoto der Produktion aus der Opéra national du Rhin Strasbourg © Klara Beck

Aalto Theater Essen / Don Carlo – Szenenfoto der Produktion aus der Opéra national du Rhin Strasbourg © Klara Beck

 DON CARLO – Giuseppe Verdi
Libretto Joseph Méry und Camille du Locle – nach Friedrich Schiller

Premiere Samstag, 14. März 2020, 19:00 Uhr

In einer Inszenierung von Robert Carsen kommt Giuseppe Verdis Dramma lirico Don Carlo als fünfte Premiere dieser Spielzeit auf die Bühne des Aalto-Musiktheaters. Die Essener Premiere des Kooperationsprojektes mit der Opéra national du Rhin, Strasbourg findet am Samstag, 14. März 2020, 19 Uhr im Aalto-Theater statt. Die Premiere in Strasbourg findet am 17. Juni 2016 statt.

Die musikalische Leitung hat Robert Jindra, erster Kapellmeister am Aalto-Theater. Gezeigt wird die erstmals 1884 am Teatro alla Scala präsentierte Mailänder Fassung, die sich in besonderer Weise auf die Psychologie der Figuren konzentriert: Während Europa durch Kriege auf eine harte Probe gestellt wird, ist die Vater-Sohn-Beziehung zwischen König Filippo von Spanien und seinem Sohn, Infant Don Carlo, durch die Liebe zur selben Frau, Elisabetta von Valois, getrübt. Eigentlich hätte die Ehe zwischen Elisabetta und Filippo endlich den lang ersehnten Frieden besiegeln sollen, doch die französische Prinzessin und der spanische Infant haben sich heimlich ineinander verliebt. Liebe und Politik machen sich schließlich gegenseitig zu Spielbällen – bis am Ende niemand mehr gewinnen kann.

Der international gefragte kanadische Regisseur Robert Carsen kann in jüngster Vergangenheit auf Engagements an der Oper Zürich („Arabella“), der Mailänder Scala („Giulio Cesare“), dem Pariser Théatre des Champs-Élysées (Orfeo ed Euridice), der New Yorker Metropolitan Opera (Der Rosenkavalier), der Deutschen Oper Berlin („Oceane“) und der Niederländischen Nationaloper Amsterdam („I Pagliacci/Cavalleria rusticana“) zurückblicken. Am Aalto-Theater war 2014 dessen „Jen?fa“ zu erleben.

Musikalische Leitung Robert Jindra | Inszenierung Robert Carsen | Bühne Radu Boruzescu | Kostüme Petra Reinhardt | Choreografie Marco Berriel | Licht Robert Carsen, Peter Van Praet | Choreinstudierung Jens Bingert | Dramaturgie Ian Burton, Christian Schröder

Filippo II., König von Spanien Ante Jerkunica | Don Carlo, Infant von Spanien Gaston Rivero | Rodrigo, Marquis von Posa Jordan Shanahan | Großinquisitor Karl-Heinz Lehner | Elisabetta von Valois Gabrielle Mouhlen | Prinzessin Eboli Agnieszka Rehlis |  Ein Mönch Baurzhan Anderzhanov | Tebaldo, Elisabettas Page Liliana de Sousa | Graf von Lerma Albrecht Kludszuweit | Stimme vom Himmel Christina Clark | Ein königlicher Herold Adam Temple-Smith | Sechs Gesandte aus Flandern Mateusz Kabala, Ulrich Franke, Björn Köller, Johannes Gsänger, Vincent Turregano, Harald Wittkop

Essener Philharmoniker | Opernchor und Extrachor des Aalto-Theaters

Eine Kooperation mit der Opéra national du Rhin Strasbourg. Gefördert von der Brost-Stiftung

Premiere Samstag, 14. März 2020, 19:00 Uhr, Aalto-Theater
Weitere Vorstellungen 19., 28. März; 5., 19., 24., 30. April; 15., 27. Mai; 7. Juni 2020

Einführungsmatinee Sonntag, 8. März 2020, 11:00 Uhr, Aalto-Theater
„It’s Teatime“ Freitag, 13. März 2020, 16:30 Uhr, Aalto-Cafeteria
Einführungsvortrag 30 Minuten vor jeder Vorstellung im Foyer

Biografien:

Aalto Theater Essen / Robert Carsen © privat

Aalto Theater Essen / Robert Carsen © privat

Robert Jindra (Musikalische Leitung) studierte am Prager Konservatorium Operngesang und Dirigieren. Am Prager Nationaltheater dirigierte er u. a. „Così fan tutte“, „Das schlaue Füchslein“, „Aus einem Totenhaus“, „Jen?fa“, „Don Giovanni“, „Carmen“ und „Falstaff“ und bekleidete in der Saison 2013/2014 die Position des Musikdirektors. Außerdem war er Musikdirektor der Oper in Ostrava, wo er u. a. „Die Sache Makropulos“, „Lohengrin“, „Cardillac“ und „Der feurige Engel“ dirigierte. Darüber hinaus gastierte er z. B. an der Deutschen Oper am Rhein, an der Norwegischen Oper in Oslo, am Slowakischen Nationaltheater Bratislava und an der Staatsoper in Košice. In Essen leitete er bereits die Premieren von „Der Ring an einem Abend“ und Aribert Reimanns „Medea“.

Robert Carsen (Inszenierung und Licht) studierte Schauspiel an der Bristol Old Vic Theatre School, bevor er sich auf die Regie konzentrierte. Zu seinen wichtigsten Produktionen gehören „Falstaff“ am Royal Opera House Covent Garden London und am Teatro alla Scala Mailand, ein Zyklus von Janá?ek-Opern an der Opéra du Rhin Straßburg, „Don Giovanni“ am Teatro alla Scala Mailand, „The Turn of the Screw“ am Theater an der Wien, „Carmen“, „Fidelio“ und „Les dialogues des Carmélites“ in Amsterdam, „Ariadne auf Naxos“ an der Bayerischen Staatsoper München, „Mitridate“ am Théâtre de la Monnaie Brüssel, „Rinaldo“ und „L’incoronazione di Poppea“ in Glyndebourne, „Iphigénie en Tauride“ in Chicago, Madrid, Toronto und London, „La traviata“ für die Wiedereröffnung des Teatro La Fenice Venedig, „Der Rosenkavalier“ bei den Salzburger Festspielen, „Mefistofele“ und „Eugen Onegin“ an der Metropolitan Opera New York, „Der Ring des Nibelungen“ an der Oper Köln, „Richard III“ (Giorgio Battistelli) sowie einen Puccini-Zyklus in Antwerpen. Am Aalto-Theater Essen war bereits seine Inszenierung von „Jen?fa“ zu erleben.

Radu Boruzescu (Bühne) stammt aus Rumänien und studierte an der Akademie N. Grigorescu in Bukarest Bühnen- und Kostümbild. Seit 1973 arbeitet für Produktionen in den Bereichen Schauspiel, Oper und Film. Engagements führten ihn durch ganz Europa und die USA, u. a. nach New York an die Metropolitan Opera, nach Washington DC ans Arena Stage Theater, nach Chicago an die Lyric Opera, an die Vancouver Opera, nach Cardiff an die Welsh National Opera, zum Festival Maggio Musicale nach Florenz, ans Teatro Reggio nach Turin, nach Mailand an das Piccolo Teatro, zum Spoleto Festival, nach Amsterdam an die De Nederlandse Opera, nach Brüssel ans Théâtre Royal de la Monnaie, nach Antwerpen an die Vlaamse Opera, nach Genf ans Grand Théatre de Genève, an die Oper Bonn und die Münchner Kammerspiele. Seit 1995 entwirft Radu Boruzescu regelmäßig die Ausstattungen für Inszenierungen von Robert Carsen.

Nach ihrem Studium in München begann Petra Reinhardt (Kostüme) ihre Laufbahn an der Bayrischen Staatsoper München, wo sie die Kostüme für zahlreiche Produktionen entwarf. In ihrer Wahlheimat Italien arbeitete Petra Reinhardt mit Marco Ferreri, Robert Wilson und Amos Gitai zusammen, stattete zahlreiche Filmproduktionen aus und gestaltete für das Mode-Event AltaRoma ihre eigene Show „Luxicantica“. Sie arbeitete mit Andrej Serban an der Wiener Staatsoper, mit Klaus Maria Brandauer am Admiralspalast Berlin und der Oper Köln, mit William Friedkin an der Bayerischen Staatsoper, mit José Cura beim Sommerfestival in Rijeka und an der Oper Köln sowie mit Robert Carsen am Festspielhaus Baden-Baden. Mit dem Regisseur Johannes Schaaf gestaltete sie eine Wiederaufnahme von „Die Fledermaus“ in Amsterdam, ebenso wie die Deutsche Erstaufführung von Ottorino Respighis „Marie Victoire“ an der Deutschen Oper Berlin.

Marco Berriel (Choreografie) war Solist in Maurice Béjarts Ballettcompagnie „Ballet du XXe Siècle“ sowie in Spaniens Compañia Nacional de Danza. Daneben war er als Gast bei zahlreichen anderen Compagnien zu erleben. Sein Debüt als Choreograf gab er am Teatro alla Scala Mailand mit „Jeu de Dames“, gemeinsam mit Béjart. Als Pionier des Flamenco-Fusion-Styles arbeitete er u. a. mit Lola Greco, Joaquin Cortes, Merche Esmeralda und Carmen Cortés zusammen. Im Bereich der Oper arbeitete er als Choreograf und Regisseur u. a. mit den Dirigenten Riccardo Muti, Zubin Mehta und William Christie sowie mit den Regisseuren Pier Luigi Pizzi, Robert Carsen, Yannis Kokkos, Giancarlo Del Monaco und Herbert Wernicke. Dabei entstanden Produktionen von „Carmen“, „Die sieben Todsünden“, „Turandot“, „Die Frau ohne Schatten“, „Salome“, „Der fliegende Holländer“, „Don Carlo“ und „Iphigénie en Aulide“.

Ante Jerkunica (Filippo II.) ist derzeit einer der gefragtesten Bässe auf internationalen Bühnen. Von 2006 bis 2018 war er im Ensemble der Deutschen Oper Berlin, zuerst als Stipendiat. Dort singt er viele Partien seines Repertoires wie Sarastro („Die Zauberflöte“), Banco („Macbeth“), Gremin („Eugen Onegin“), Sparafucile („Rigoletto“), Marcel („Les Huguenots“), Pimen („Boris Godunow“) und viele mehr. Besonders viele Wagner-Partien durfte er dort erstmals interpretieren – Fafner, Daland, Landgraf, Marke. Jerkunica gastierte wiederholt bei den Salzburger Festspielen. Er sang an den Staatsopern Hamburg, München und Berlin, sowie in Köln und Frankfurt (Hunding). Er war Gast an der Opéra Lyon, am Liceu Barcelona, in Bilbao, an der Nederlandse Opera Amsterdam, der Opéra Bastille Paris, dem Teatro Real Madrid, der Opéra du Rhin Strasbourg, dem Colon in Buenos Aires, sowie am Theater an der Wien. Eine enge Verbindung ergab sich zur Vlaamse Opera sowie zum Monnaie in Brüssel (u. a. „Herzog Blaubarts Burg“). 2017 erfolgte sein erfolgreiches US-Debüt als Sarastro an der Seattle Oper.

Gaston Rivero (Don Carlo) debütierte 2003 in New York City in Puccinis „La Bohème“, einer Broadway-Produktion von Baz Luhrmann. An der Staatsoper Berlin sang er unter Daniel Barenboim Manrico („Il Trovatore“), die Titelrolle in „Don Carlo“ und Gabriele Adorno („Simon Boccanegra“). Weitere Engagements waren Radamès („Aida“) an der Opéra National de Paris, Ismaele („Nabucco“) an der Opéra de Monte Carlo, Don José („Carmen“), Cloriviere („Maria Victoire“), Agamegnone („Cassandra“) und Rodolfo („La Bohème“) an der Deutschen Oper Berlin, Ismaele am Teatro Massimo di Palermo, Don José am New National Theatre Tokyo, Des Grieux („Manon Lescaut“), Pinkerton („Madama Butterfly“) und ein Sänger („Der Rosenkavalier“) an der Oper Leipzig. In Essen sang er bereits Cavaradossi, Radamès und Manrico. Zudem gab er in der letzten Spielzeit hier sein Debüt als Otello.

Der hawaiianische Bariton Jordan Shanahan (Posa) durfte bereits mit einigen der weltweit führenden Opernhäusern und Orchestern zusammenarbeiten; darunter die Metropolitan Opera, die Lyric Opera of Chicago, die niederländische Oper, das Teatro San Carlo di Napoli, das Royal Concertgebouw Orchestra, das National Philharmonic Orchestra of Washington DC und die Münchner Philharmoniker. Mit einem Repertoire von über 60 Rollen ist er gleichermaßen zu Hause bei Wagner und Strauss, wie auch bei den italienischen Meistern wie beispielsweise Verdi und Puccini. Auch für zeitgenössischen Werke von John Adams, George Benjamin, Jake Heggie oder Péter Eötvös ist der Bariton wiederholt engagiert worden. Jüngste Engagements umfassten Rollendebüts als Luna („Il Trovatore“), Amonasro („Aida“), Orest („Elektra“), die Titelrolle in „Der fliegende Holländer“ sowie Vorstellungen als Alberich („Der Ring des Nibelungen“), Escamillo („Carmen“) und als Rigoletto, und Konzerte mit „Senza Sangue“ von Péter Eötvös unter dem Dirigat des Komponisten in Budapest im Februar 2018.

Karl-Heinz Lehner (Großinquisitor) singt in der Spielzeit 2019/1920 Neuproduktionen von „Tristan und Isolde“ (König Marke) an der Oper Köln, „Der Rosenkavalier“ (Baron Ochs) am Staatstheater Wiesbaden, „Fidelio“ (Rocco) an der Oper Bonn und „Don Carlo“ (Großinquisitor) am Aalto-Theater Essen. 2016 und 2017 debütierte der Künstler bei den Bayreuther Festspielen als Fafner in „Das Rheingold“ und „Siegfried“, Titurel in „Parsifal“ und Nachtwächter in „Die Meistersinger von Nürnberg“. Darüber hinaus gastierte er unter anderem an der Staatsoper Hamburg, der Bayerischen Staatsoper, der Semperoper Dresden, dem Opernhaus Graz, der Komischen Oper Berlin, der Volksoper Wien, der Oper Frankfurt, dem Aalto-Theater Essen, der Oper Leipzig, der Semperoper Dresden, dem Teatro dell’Opera Rom und den Bregenzer Festspielen. Karl-Heinz Lehner war bereits längere Zeit im Ensemble des Aalto-Theater Essen, in dieser Spielzeit kehrte er für ein erneutes Festengangement zurück.

Gabrielle Mouhlen (Elisabetta) begann ihre musikalische Ausbildung zunächst als Flötistin, bevor sie ein Gesangsstudium am Koninklijk Conservatorium in Den Haag und an der New Opera Academy begann. Ihr Operndebüt feierte sie als Violetta in „La Traviata“ am Rumänischen Nationaltheater Timisoara. Danach war sie auf zahlreichen Opernbühnen in Italien zu erleben, so u. a. als Aida, als Amelia in „Un ballo in maschera“, Abigaille in „Nabucco“, Odabella in Verdis „Attila“, Santuzza in „Cavalleria rusticana“ und in der Titelpartie von „Manon Lescaut“. Ihr gefeiertes Deutschlanddebüt gab die Sopranistin im Frühjahr 2018 als Abigaille in Jens-Daniel Herzogs Neuproduktion von „Nabucco“ am Theater Dortmund. Seit der Spielzeit 2018/2019 gehört sie zum Ensemble des Aalto-Musiktheaters Essen und war hier in Premieren u. a. als Desdemona und Lisa („Pique Dame“) zu erleben.

Agnieszka Rehlis‘ (Eboli) aktuelle Engagements umfassen Fenena („Nabucco“) an der Bayerischen Staatsoper München und der Polnischen Nationaloper Warschau, Anna („Les Troyens“) an der Semperoper Dresden, verschiedene Rollen in „Der feurige Engel“ am Opernhaus Zürich, am Teatro Municipal de Santiago sowie der Scottish Opera, Liese/Hannah („Die Passagierin“) bei den Bregenzer Festspielen, der Polnischen Nationaloper Warschau, der Houston Grand Opera, dem Lincoln Center Festival, der Lyric Opera of Chicago und der Florida Grand Opera, Maffio Orsini („Lucrezia Borgia“) und Amneris („Aida“) an der Estnischen Nationaloper, Komponist („Ariadne auf Naxos“) an der Oper Krakau sowie Azucena („Il Trovatore“) am Theater Erfurt. Auch im Bereich der zeitgenössischen Musik ist Agnieszka Rehlis hervorgetreten und hat etwa sämtliche Werke von Krzysztof Penderecki aufgeführt, unter der Leitung des Komponisten persönlich.

—| Pressemeldung Aalto Theater Essen |—

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