Hamburg, Allee-Theater, "PETER UND DER WOLF", S. Prokofiew, IOCO
- März 2026
Sergej Prokofiew (1891-1953) war ein bedeutender russischer Komponist des 20. Jahrhunderts, vielseitig und innovativ. Neben Igor Strawinsky gilt er als einer der prägenden Innovatoren der modernen Musik. Kammermusik, Chorwerke, Sinfonien, Klavierkonzerte und einige Ballette zählen zu seinem umfangreichen Schaffen.

Mehr als ein Dutzend Opern schrieb er, von denen die am meisten aufgeführte wohl „Die Liebe zu den drei Orangen“ ist, aber auch „Der feurige Engel“, „Krieg und Frieden“, „Der Spieler“ und „Die Verlobung im Kloster“ begegnen einem manchmal auf den Spielplänen internationaler Opernhäuser.
Für ein Moskauer Kindertheater schrieb er 1936 „Peter und der Wolf“, ein sinfonisches Märchen für Orchester und Erzähler, welches eines seiner bekanntesten Kompositionen werden sollte und gern aufgeführt wird, um insbesondere Kinder an die klassische Musik heranzuführen und ihnen damit einen Einstieg zu vermitteln.

Das Allee-Theater im Hamburger Stadtteil Altona beherbergt nicht nur die Kammeroper, sondern auch das Kindertheater, in dessen Programm „Peter und der Wolf“ sich schon seit Jahren erfolgreich hält.
In charmanter Weise stellte die Erzählerin Eva Langer zunächst die fünf Solisten vor und erläuterte sodann den kleinen und größeren Besuchern dieser Sonntags-Matinee am 15. März die Handlung und die Instrumente, welche den Personen und den Tieren zugeordnet werden. So stellt die Querflöte den Vogel dar, die Klarinette wird der Katze zugeordnet, die Oboe der Ente, das Horn dem Wolf, das Fagott dem Großvater, die Streicher für Peter und die Schlaginstrumente für die Jäger. Doch da wir in dieser Aufführung keine Streicher und keine Schlaginstrumente hatten, übernahmen sämtliche Instrumente in unterschiedlichen Klangfarben die Motive von Peter und von den Jägern, so daß auch diese leicht zu identifizieren waren. Auf die Bühnenrückwand wurden während des Konzerts die die Handlung begleitenden Illustrationen projiziert, was besonders den kleinen Gästen große Freude bereitete.

Die Geschichte ist schnell erzählt: Peter lebt mit seinem Großvater in einem Haus mit Garten am Waldrand. Peter läßt die Gartenpforte offen, so daß die Ente entwischen kann, um im nahen Teich zu baden. Dort trifft sie auf den Vogel, mit dem sie sich darüber streitet, daß sie nicht fliegen kann, während der Vogel dafür eben nicht schwimmen kann.

Auch die Katze schleicht draußen in der Gegend herum, ist hinter dem Vogel her. Peters Großvater ist verärgert wegen der offenen Gartenpforte und macht sich Sorgen, weil im nahen Wald ein Wolf sein Unwesen treibt.

Und mit dem Klang des Horns ist der Wolf auch schon im Anmarsch. Die Ente verläßt verschreckt den Teich und wird tatsächlich von dem Wolf in einem Stück aufgefressen.

Doch Peter hat keine Angst vor dem Wolf. Er klettert auf den Baum mit einem Seil, bittet den Vogel, den Wolf anzulocken, indem er ständig über ihm seine Kreise zieht. Der Wolf versucht, den Vogel zu erwischen, was ihm nicht gelingt, doch Peter schwingt das Seil und erwischt den Wolf damit beim Schwanz.

Aus dem Wald kommt nun der Jäger und will den Wolf töten. Doch Peter bittet, ihn leben zu lassen und ihn stattdessen in den Zoo zu befördern. Der Wolf reißt sein Maul weit auf, und siehe da, die Ente kommt zum Vorschein und ist auch gerettet. Ende gut – alles gut.
Nicht nur die Kinder, auch die anwesenden Erwachsenen hatten ihre Freude an diesem von den fünf Instrumentalsolisten wunderbar klangschön dargebotenen kleinen sinfonischen Märchen.