Dresden, Semperoper, 3. SYMPHONIEKONZERT – Sächsische Staatskapelle, IOCO Kritik, 20.11.2023

Semperoper / Sächsische Staaskapelle mit Mirga Gražinyte-Tyla und Rudolf Buchbinder © Markenfotografie
Semperoper / Sächsische Staaskapelle mit Mirga Gražinyte-Tyla und Rudolf Buchbinder © Markenfotografie
Semperoper © Matthias Creutziger
Semperoper © Matthias Creutziger

3. Symphoniekonzert – Sächsische Staatskapelle

– Mirga Gražinyte-Tyla debütiert mit Rudolf Buchbinder –

von Thomas Thielemann

Mit der Matinee des 3. Saisonkonzerts der Sächsischen Staatskapelle stellt sich die litauische Dirigentin Mirga Gražinyte-Tyla zum ersten Mal mit dem Orchester dem Dresdner Konzertpublikum vor. Am Konzertbeginn dirigierte sie die 3. Symphonie h-Moll op. 45 von Mieczyslaw Weinberg.

Der in Warschau als Sohn eines jüdischen Theaterkomponisten geborene Mieczyslaw Weinberg (1919-1996) war 1939 vor der deutschen Invasion Polens zunächst nach Minsk geflohen. Nach dem Überfall der deutschen Armee auf die UdSSR im Jahre 1941 und der Besetzung der Westgebiete ging er nach Taschkent. Als Weinberg 1943 seine 1. Symphonie Dmitri Schostakowitsch (1906-1975) zur Begutachtung geschickt hatte, veranlasste dieser seine Übersiedlung nach Moskau und verschaffte ihm Unterkunft in seiner Nähe. Als Fast-Nachbarn trafen sie sich häufig, um über musikalische Ideen zu sprechen und dabei gegenseitig das Geschaffene als gelungen abzusegnen. Das hatte zwar durchaus gegenseitige Auswirkungen auf ihre Kompositionen zur Folge, Weinberg deshalb als den „kleinen Schostakowitsch“ zu bezeichnen wäre aber grundfalsch. Beide waren durchaus eigenständige Komponisten: die kompositorische Leichtigkeit, stilistische Zuspitzung und deren Vollendung auf der einen Seite und die hörbar mühevolle Arbeit, das Ringen um die beste gestalterische Lösung, das oft nicht bis zum Ende Gebrachte, auf der anderen Seite, unterschieden die Komponisten. Die Genialität, die in scheinbar banalen Stücken durchscheint, war Beiden zu Eigen.

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