Bochum, Ruhrtriennale, Programm-Highlights der Festivalwoche eins, 17.08.2016

August 16, 2016  
Veröffentlicht unter Pressemeldung, Ruhrtriennale, Spielpläne

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Ruhrtriennale

Programm-Highlights der Festivalwoche eins

In der ersten Festivalwoche wartet die Ruhrtriennale mit viel Musik auf. Heute beginnen die Konzerte im Maschinenhaus in Essen mit Emptyset einem Künstlerduo aus Bristol. Am 17.8. lässt der russische Chor MusicAeterna in der Dortmunder Zeche Zollern die Renaissance-Motette Spem in alium von Thomas Tallis erklingen. In Stockhausens Carré finden sich das ChorWerk Ruhr und die Bochumer Symphoniker am 18. und 19.8. in der Jahrhunderthalle Bochum ein. Das erste Symposium mit der RWE-Stiftung für Energie & Gesellschaft lädt alle Interessierten am 20.8. zur Diskussion in das Refektorium. Das Thema: Maschinenmensch und Menschmaschine.


Musik     –   Konzert im Maschinenhaus
Emptyset
15.8.: 20.00 Uhr, Maschinenhaus Essen —  25 €, erm. 12,50 €
ruhr3.com/kon

Das aus Bristol stammende Künstlerduo Emptyset arbeitet an der Grenze von musikalischer Komposition und installativer Kunst. Im Rahmen der Montagskonzerte im Maschinenhaus präsentieren Emptyset eine ortsspezifische Performance, die sich auf die Beziehung zwischen Architektur, Klang und Licht konzentriert. Ihre eigens entwickelten elektronischen Instrumente stehen dabei in direkter Interaktion mit visuellen Reizen, die im Rahmen einer Installation gleichermaßen auf psychische wie körperliche Reaktionen der ZuschauerInnen abzielen.


Musik   –   Spem in alium
Thomas Tallis / Henry Purcell / Alfred Schnittke / György Ligeti
Musikalische Leitung: Vitaly Polonsky
Mit: Chor MusicAeterna
16. | 17.8.: 20.00 Uhr, Maschinenhalle Zeche Zollern, Dortmund — 20 / 30 / 40 €, erm. ab 10 €
ruhr3.com/spe

Die Motette Spem in alium schrieb Thomas Tallis für acht fünfstimmige Chorgruppen. Aus 40 unabhängigen Stimmen webt der Komponist ein überwältigendes vielstimmiges Geflecht, einen Klangozean, in dem wir ab und zu eine Spur einzelner Stimmen auffangen, bevor sie wieder in der Menge abtauchen. Unter der Leitung seines Chordirigenten Vitaly Polonsky kombiniert der russische Chor MusicAeterna, der zum Ensemble des Opernhauses Perm gehört, Vokalmusik von Thomas Tallis und Henry Purcell mit zeitgenössischen Werken von György Ligeti und Alfred Schnittke.


Refektorium  –  Film: Café Waldluft
Regie: Matthias Koßmehl
17.8.: 19.30 Uhr, Refektorium, Vorplatz der Jahrhunderthalle Bochum — freier Eintritt
ruhr3.com/ref

„Wen Gott lieb hat, den lässt er fallen in dieses Land“ – die Aufschrift auf der Holztafel zu Beginn des Films ist Programm: Berchtesgaden zeigt sich von seiner schönsten Seite. Imposant erhebt sich der Watzmann vor dem Café Waldluft, einem Hotel mit Tradition. Nur sind heute kaum noch Touristen zu Gast, sondern Asylbewerber aus Syrien, Afghanistan und Sierra Leone. Um die jungen Männer kümmert sich „Mama“ Flora, eine gestandene Wirtin, pragmatisch wie gottergeben. Einheimische, Touristen und Flüchtlinge kommen gleichermaßen zu Wort. Heimat und Fremde, Freude und Verzweiflung liegen in Matthias Koßmehls preisgekröntem Film eng nebeneinander. Café Waldluft zeigt mit ungeschöntem Blick, wie Integration funktionieren kann.


Musik  –  Carré
Karlheinz Stockhausen
Mit: Bochumer Symphoniker, ChorWerk Ruhr
18. | 19.8.: 20.00 Uhr, Jahrhunderthalle Bochum — 35 €, erm. 17,50 €
ruhr3.com/car

In Carré des deutschen Avantgarde-Komponisten Karlheinz Stockhausen setzen vier Orchester und vier Chöre dem Zuhörer von verschiedenen Seiten zu. Aufgrund der ungewöhnlichen Aufstellung im Raum sind die gewaltigen Klangwanderungen von Carré nur selten live zu erleben. In einer langen Konzertnacht mit Stockhausens Raummusik führen das ChorWerk Ruhr und die Bochumer Symphoniker das monumentale Meisterwerk unter der Leitung von vier Dirigenten auf. In der Bochumer Jahrhunderthalle können Stockhausens raumgreifende musikalische Rituale perfekt zur Geltung kommen.


Forum & Dialog
Maschinenmensch und Menschmaschine – Das Ende einer Beziehung?
Mit: Joep van Lieshout, Moritz Simon Geist (Sonic Robots), Stephan Balzer, Thomas Wagner, Falk Garbsch
20.8.: 16.00 Uhr, Refektorium, Vorplatz der Jahrhunderthalle Bochum — freier Eintritt
ruhr3.com/ref

Das erste Symposium mit der RWE-Stiftung für Energie & Gesellschaft lädt alle Interessierten am 20.8. zur Diskussion in das Refektorium. Die Geschichte der Industrie ist auch eine Geschichte zwischen Mensch und Maschine. Seit der Aufklärung denken wir verstärkt darüber nach, ob der menschliche Geist nicht auch wie eine Maschine funktioniert und dementsprechend nachgebaut werden könnte. Damals kamen mit diesen Gedanken Ängste auf: Werden wir irgendwann nicht mehr unterscheiden können, was Mensch und was Maschine ist? Oder etwas näher an der Realität des Arbeiters: Wird der Mensch irgendwann zwangsläufig durch Maschinen ersetzt werden? Trotzdem gleicht das Verhältnis zwischen Mensch und Maschine bis heute vor allem einer Liebesgeschichte: Etwa wenn die Hand des Mechanikers liebevoll über einen Motorblock streichelt. Oder wenn ehemalige Arbeiter mit Hingabe öffentliche Führungen durch die alten Industrieanlagen leiten, sich um „ihre“ Maschinen kümmern und sich um deren Fortbestand sorgen. Aber woher kommt dieser „Sexappeal“ der Maschinen?
Und was passiert, wenn die Digitalisierung uns schließlich ganz und gar von den Maschinen abgenabelt haben wird? Werden künstliche Intelligenzen bald besser denken können als der menschliche Geist? Können Touch-Screens und Mousepads das leisten, was die ölverschmierten Stahlgelenke an erotischer Anziehung einst boten?


Forum & Dialog  –  Johans High Noon I
Mit: Johan Simons, Björn Bicker und Joep van Lieshout.
21.8.: 12.00 Uhr, Refektorium, Vorplatz der Jahrhunderthalle Bochum — freier Eintritt
ruhr3.com/joh

Wenn die Sonne über Bochum am höchsten steht, lädt der Ruhrtriennale-Intendant am 21.8. um 12 Uhr zu Johans High Noon. An fünf Sonntagen empfängt Johan Simons KünstlerInnen der Ruhrtriennale zum Gespräch. Seine Gäste beim ersten High Noon am 21.8. sind Björn Bicker und Joep van Lieshout.

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