Paris, Père Lachaise, Pariser Kultfriedhof mit morbidem Charme, IOCO Aktuell,

November 27, 2011  
Veröffentlicht unter IOCO Aktuell, Paris

Verfalende Grablandsschaften auf Pere Lachaise in Paris Foto IOCO

Verfallende Grablandsschaften auf Pere Lachaise in Paris Foto IOCO

 

Pére Lachaise in Paris

Der schönste Parkfriedhof der Welt

Frederic Chopin, Oscar Wilde, Ludwig Börne, Rossini, Georges Bizet, Vincenzo Bellini, Maria Callas, Molière …. Heinrich Heine ruht in Montmartre

Paris hat vier große Friedhöfe: Montmartre im Norden, Père Lachaise im Osten, Montparnasse im Süden sowie Passy, Rive droite, im Zentrum der Stadt. Diese vier Friedhöfe, errichtet zu Beginn des 19. Jahrhunderts,  ersetzten die bis dahin übliche Bestattungen auf „Kirchhöfen“ innerhalb der Stadtgrenzen. Napoleon hatte die Zuständigkeit für Beerdigungen von der Kirche auf den Staat übertragen. Der Cimetière de Passy „überlebte“ als damals als einziger innerstädtischer Friedhof. Nahe der Champs-Élysées, nahe vornehmer Wohnviertel des Rive droit.

Gioacchino Rossini in Paris © IOCO

Gioacchino Rossini „berüßt den Besucher nahe des Eingangs von Pere Lachaise © IOCO

Von Kaiser Napoleon Bonaparte bestellt entwarf Architekt Alexandre-Théodore Brongniart den Friedhof Père Lachaise. Mit 450.000m²  und 70.000 Grabstätten größter Friedhof von Paris wurde Père Lachaise englischen Parklandschaften nachempfunden: Skulpturen, parkähnlich geschwungene Wegeführung, Bepflanzung mit Bäumen und Büschen, Denkmäler. Benannt wurde der Friedhof nach dem Jesuitenpriester Francois de la Chaise, ehemals auch Beichtvater von Ludwig XIV.  Auf  hügeligem Gelände und kurvig verwinkelten Wegen verteilen sich die Gräber unübersichtlich, ungeordnet wirkend in der Landschaft. Wenige Grabstätten sind liebevoll gepflegt. Die meisten prägen den Eindruck einer morbiden, verfallenden Künstlerwelt, wie auch das Doppelgrab der großen französischen Dichter Molière und La Fontaine (Bild unten). Eröffnet wurde der Friedhof Père Lachaise am 21. Mai 1804.

 Georges Bizet Foto IOCO

Georges Bizet Foto IOCO

Welch ein Gegensatz zu dem größeren und im Vergleich zu Père Lachaise geordnet, fast herrschaftlich wirkendem Wiener Zentralfriedhof mit 3 Millionen Bestatteten und  zahllosen Künstlergrößen, von Qualtinger bis Strauss.

Große Namen aus Kunst, Wirtschaft und Politik findet man auch auf anderen Pariser Friedhöfen:

Cimetière Montparnasse:  César Franck, Charles Baudelaire, Jean Paul Sartre…..       

   
Cimetière Montmartre:       Heinrich Heine, Jacques Offenbach, Hector Berlioz, Léo Delibes………..

–  Cimetière Passy:                 Claude Debussy, Édouard Manet, Fernandel

Oscar Wilde auf Père Lachaise © IOCO Felix

Oscar Wilde auf Père Lachaise © IOCO Felix

Und doch hat sich Père Lachaise zum Kultfriedhof der Pariser Friedhöfe entwickelt, zu dem viele Touristen aus aller Welt pilgern. Hügelig, unübersichtlich, versteckte Wege. Einen „Ehrenbereich für Künstler“ wie auf dem Wiener Zentralfriedhof  bietet Père Lachaise nicht. Man genießt einen schönen, aus der Ruhe gekorenen Blick über das hektische Paris, verweilt an alten Bäumen, bewundert zahllose individuelle Mausoleen. Gioacchino Rossini und seine Grabstätte „begrüßen uns“ in der Nähe des Friedhofseinganges. Die Gräber von Honoré de Balsac, Pierre Beaumarchais, Vincenzo Bellini, Marcel Proust, Maria Callas, Jean-Baptiste Molière…. muß man suchen.  Colette, mit vollem Namen Sidonie-Gabrielle Colette war unser Überraschungsfund auf Père Lachaise. Mit unterhaltsamen Claudine – Romanen schaffte sie sich eine große, weibliche Fangemeinde. Ihr Buch Gigi schaffte es mit Leslie Caron und Maurice Chevalier auch auf die Leinwand.

IOCO / Viktor Jarosch

 

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