Düsseldorf, Robert Schumann Saal, Amaryllis Quartett – Konzert, 01.03.2020

Januar 20, 2020 by  
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Robert Schumann Saal   

Robert Schumann Saal im MPK Düsseldorf © Christoph Schuknecht

Robert Schumann Saal im MPK Düsseldorf © Christoph Schuknecht

Amaryllis Quartett –  Sarah Willis Horn –  Felix Klieser Horn

Sonntag, 1.3.2020, 17 Uhr

„Aufregend frisch und auf kluge Weise unkonventionell“ (BNN) und „mit staunenswert makelloser Technik“ (SZ) – dies bringt das mehrfach preisgekrönten Amaryllis Quartett trefflich auf den Punkt. Für dieses Konzert werden die Streicher zudem von einem hochkarätigen Horn-Zweiergespann ergänzt: Felix Klieser und Sarah Willis sind einzeln bereits Meister ihres Fachs – als Duo suchen sie ihresgleichen.

Ludwig van Beethoven   –  Sextett für 2 Hörner und Streicher Es-Dur op. 81b
Wolfgang Amadeus Mozart  –  Quintett für Horn und Streicher Es-Dur KV 407
Ludwig van Beethoven  —  Streichquartett D-Dur op. 18/3
Wolfgang Amadeus Mozart  –  „Dormusikanten-Sextett“ F-Dur KV 522

Robert Schumann Saal / Felix Kieser © Julia Wesely

Robert Schumann Saal / Felix Kieser © Julia Wesely

Amaryllis Quartett
Gustav Frielinghaus, Violine  –  Lena Sandoz, Violine  –  Tomoko Akasaka, Viola
–  Yves Sandoz, Violoncello

„Aufregend frisch und auf kluge Weise unkonventionell“ (BNN) und mit „staunenswert makelloser Technik“ (SZ) begeistert das Amaryllis Quartett in seinen Konzerten regelmäßig Publikum und Presse und gehört damit zu den interessantesten Streichquartetten seiner Generation.

In seinen Konzertprogrammen ebenso wie bei seinen Einspielungen ist es dem Amaryllis Quartett ein Anliegen, Klassiker der Quartettliteratur auf ungewöhnliche Weise mit Neuem zu kombinieren und dadurch neue Hörwelten zu eröffnen. Die Uraufführung von Werken zeitgenössischer Komponisten wie Johannes Fischer, David Philip Hefti oder Lin Yang nimmt dabei einen ebenso wichtigen Platz ein wie die Wiederentdeckung heute vergessener Meisterwerke, etwa der Streichquartette des ungarischen Komponisten Géza Frid. Die vier Musiker, die bei Walter Levin in Basel, später dann beim Alban Berg Quartett in Köln und bei Günter Pichler in Madrid ausgebildet wurden, gewannen zahlreiche internationale Preise, darunter den Finalisten-Preis beim Premio Paolo Borciani 2011 in Reggio Emilia und nur vier Wochen später den ersten Preis und den Monash University Grand Prize bei der 6th International Chamber Music Competition in Melbourne. Im Jahr 2012 wurde ihnen außerdem der Kammermusikpreis der Jürgen Ponto-Stiftung verliehen.

Konzertreisen führten das Amaryllis Quartett u.a. in die Alte Oper Frankfurt, die Tonhalle Zürich, den Wiener Musikverein, das Teatro della Pergola Firenze, das Gran Teatro La Fenice di Venezia und in die Dai-ichi Seimei Hall Tokio. Regelmäßig gastiert es auf Festivals wie dem Schleswig-Holstein Musik Festival, den Schwetzinger SWR Festspielen, dem Heidelberger Frühling, dem Rheingau Musik Festival und dem Lucerne Festival. Außerdem rief das Quartett seine eigene Konzertreihe im Konzertsaal Solothurn ins Leben und gestaltet unter dem Motto amaryllis 3×3 einen Zyklus in der Laeiszhalle Hamburg, im Lübecker Kolosseum und im Bremer Sendesaal. Zu den Kammermusikpartnern des Amaryllis Quartetts zählen Barbara Westphal, Dimitri Ashkenazy, François Benda, Patrick Demenga, Volker Jacobsen, Paul Katz, Jens-Peter Maintz, Gustav Rivinius, Gerhard Schulz und Michael Tree. Die 2011 erschienene CD „White“ mit Werken von Haydn und Webern wurde 2012 mit dem ECHO Klassik für die beste Kammermusikeinspielung des Jahres ausgezeichnet.

Sie bildete den Auftakt zu der von der Presse hochgelobten „Farbenreihe“, in der Werke verschiedener Epochen miteinander in Beziehung gesetzt werden. Die soeben erschienene Einspielung „Yellow“ mit Werken von Mozart und Schönberg schließt diese Reihe ab. Neben seiner Konzerttätigkeit ist das Quartett auch sehr daran interessiert, seine Erfahrung weiterzugeben. So unterrichten die Musiker bei verschiedenen Meisterkursen; mehrere Mitglieder des Quartetts haben ihre eigenen Kammermusikklassen an deutschen Hochschulen.

Seit April 2016 ist Tomoko Akasaka Bratschistin des Amaryllis Quartetts. Lena Eckels entschied sich nach 10 intensiven und erlebnisreichen gemeinsamen Jahren, andere Wege zu gehen. Tomoko Akasaka lebt in Berlin und ist u.a. Preisträgerin des 53. Internationalen Musikwettbewerbs der ARD in München.

Sarah Willis Horn sei etwas für Jungs, meinte ihr Schullehrer und schlug Sarah Willis vor, Flöte oder Oboe zu lernen. Doch gerade durch diese Bemerkung fühlte sich die in den USA geborene Britin, die in Tokio, Boston, Moskau und England aufgewachsen ist, herausgefordert und nahm im Alter von 14 Jahren ersten Hornunterricht. Nach ihrem dreijährigen Studium an der Guildhall School of Music and Drama in London, vervollkommnete sie ihre Ausbildung bei Fergus McWilliam in Berlin.

Von 1991 bis 2001 war sie Mitglied der Staatskapelle Berlin. Darüber hinaus spielte sie als Gast auch in anderen führenden Orchestern, z.B. im Chicago Symphony Orchestra, im London Symphony Orchestra und im Royal Philharmonic Orchestra. Zudem tritt sie weltweit solistisch auf. Sie spielte mehrere, vielbeachtete CDs ein, u. a. mit Werken von Johannes Brahms und Antonio Rosetti.

Sarah Willis engagiert sich in vielen Projekten des Education-Programms, beispielsweise konzipiert und moderiert sie Familienkonzerte. Außerdem interviewt sie Dirigenten und Solisten für die Digital Concert Hall. Sarah begeistert sich für die unterhaltsame Vermittlung von Musik, mit der sie über digitale Kommunikationskanäle und Social Media ein weltweites Publikum erreicht. Sie ist regelmäßig als Interviewerin und Moderatorin im Fernsehen und in Online-Medien zu sehen, beispielsweise in der Klassik-Sendereihe „Sarah´s Music“ der Deutschen Welle.

Felix KlieserWas ich mir als kleiner Junge mal erträumt habe, das habe ich längst erreicht“, strahlt Felix Klieser. In der Tat liest sich die bisherige Künstlerlaufbahn des 1991 geborenen Musikers eindrucksvoll: Erst jüngster Hornspieler aller Zeiten an der Musikschule Göttingen, dann mit 13 Jahren Jungstudent an der Hannoveraner Hochschule, Hornist im Bundesjugendorchester und auf Tournee mit Popstar Sting, „Life Award“-Preisträger und Bundessieger bei „Jugend musiziert“. 2013 erschien sein vielgelobtes Debüt-Album „Reveries“ mit dem Pianisten Christof Keymer und Werken der Romantik, im Jahr darauf gab’s den „Echo Klassik“ als Nachwuchskünstler des Jahres sowie den mit 10.000 Euro dotierten Musikpreis des Verbandes der Deutschen Konzertdirektionen – „er steht am Beginn einer aussichtsreichen Karriere“, prophezeit die Jury. Wen wundert’s dann, dass ein Buchverlag auf ihn aufmerksam wurde und ihm anbot, seine Autobiografie zu veröffentlichen. So geschehen, das Buch Fußnoten – Ein Hornist ohne Arme erobert die Welt  von Felix Klieser ist seit Sommer 2014 erhältlich.
Inzwischen sogar auf Japanisch und Chinesisch. Im Jahr 2015 hat Felix Klieser bereits seine nächste CD-Produktion abgeschlossen: Hornkonzerte von Joseph und Michael Haydn, sowie W. A. Mozart – diesmal mit dem renommierten Württembergischen Kammerorchester Heilbronn und ihrem Chefdirigenten Ruben Gazarian. Die CD steigt sofort auf Platz 3 der Klassik-Charts ein. Im Sommer 2016 erhält er den Leonard-Bernstein-Award des Schleswig- Holstein Musikfestivals und reiht sich damit in eine Schar sehr berühmter Preisträger ein. Nach mehrren Tourneen mit verschiedenen Orchestern und Kammermusikpartnern durch Europa und Asien geht er im Frühjahr 2017 wieder ins Studio und nimmt die 3. CD auf: „Horn Trios“.

Zusammen mit den kongenialen Musikerkollegen Herbert Schuch am Klavier und Andrej Bielow an der Violine geht er auf Entdeckungsreise und nimmt, neben dem berühmten Horntrio von Johannes Brahms, Stücke von Frédéric Duvermoy, Charles Koechlin und Robert Kahn auf. Diese CD erscheint Ende September 2017.

Andere Jungs träumen davon, später einmal Fußballer zu werden – für den kleinen Felix indes stand schon als Vierjähriger fest, dass er unbedingt Horn spielen wollte. Warum? Schwer zu ergründen: In seinem familiären Umfeld ist niemand Musiker, geschweige denn Blechbläser – seine Eltern erkundigten sich erst einmal in der Musikschule nach dem Instrument. Und versuchten den Steppke dann mitsamt der Leiterin und dem Instrumentallehrer von seiner Idee abzubringen: Gilt das Horn doch als eines, ja das schwierigste aller Blasinstrumente, bei dem jeder nicht zentral getroffene Ton sofort für die gefürchteten Kiekser sorgt. Also wollten sie den Jungen erst zum Xylophon überreden und probierten es dann mit einem Posthorn – doch der kleine Felix blieb hartnäckig. Warum? „Das ist ein Mysterium“, rätselt der Niedersachse bis heute selbst – und fügt dann mit einem Augenzwinkern an: „Vielleicht habe ich das Instrument in irgendeiner Kindersendung gesehen, möglicherweise beim Sandmann …“

Weit weniger rätselhaft als die Initialzündung dünkt ihm hingegen die schon früh erfahrene klangliche Faszination des güldenen Blechs: „Das Horn ist eines der farblich vielseitigsten Instrumente, mit dem sich wunderbar Emotionen wecken lassen“, schwärmt der junge Mann von seinem Modell 103 aus der Mainzer Instrumentenfabrik der Gebrüder Alexander. Was nichts mit dessen historischem Einsatz als Jagd- oder Posthorn zu tun hat, sondern allein mit seinem Klangfarbenspektrum: Vermag doch dieses mehrere Meter lange, gewickelte Rohr sowohl zu singen als auch zu schmettern, seine Farben mit den Lagen und Lautstärken zu wechseln wie kein zweites Instrument – kein Wunder, dass das Horn denn auch als Träger des Poetischen, als romantischer Klang schlechthin gilt.

Ein Zauber, den auch Klieser seinem Blech immer wieder zu entlocken weiß, wie die Kritiker schwärmen: Ob die Frankfurter Allgemeine Zeitung nun sein „helltönendes Schmettern“ lobt, in der Süddeutschen Zeitung seine „extrem straffe und mitreißende Interpretation“ der Rheinsberger-Sonate gewürdigt oder im Fachmagazin Fono Forum sein „rundes, nobles und von unendlichen Atemreserven getragenes Legato“ gepriesen wird, ein „mattgoldener Ton, der selbst in schmetternden virtuosen Passagen niemals ausbricht und Zeugnis einer perfekten Körperbeherrschung ablegt“ – stets steht in den Kritiken die Musikalität im Zentrum. Oder mit den eigenen Worten des Bläsers: „Es geht um das Berühren, denn eben diese Fähigkeit zeichnet  seinen Klang und seine Farben aus.“

Klieser bedient hierfür die Ventile an seinem Horn mit den Zehen des linken Fußes, denn der Hornist ist ohne Arme geboren. Ein alles andere als leichtes Los – und doch sieht er in dieser Bürde vor allem eine Herausforderung. Eine Herausforderung, der der Musiker in seinen verschiedenen Entwicklungsphasen mit Fleiß und Ideenreichtum begegnet ist: Als Fünfjähriger saß er beim Spielen, während das Instrument vor ihm auf dem Boden stand, mit den Jahren und dem Wachstum wanderte der Blechkorpus auf einen Stuhl. Schließlich hat der Teenager gemeinsam mit einem Instrumentenbauer ein Stativ entwickelt, an dem das Horn – in Kopfhöhe fixiert – nun hängt. Weit schwieriger gestaltete sich eine andere Aufgabe: Pflegen Hornisten doch durch das sogenannte Stopfen ihrer rechten Hand im Schalltrichter die Farbe des Klangs zu beeinflussen, um dunkle und sanfte Töne zu erzeugen. Hier war der Einfallsreichtum und unbändige Fleiß eines akribischen Klangfinders gefragt. Felix Klieser verbrachte Jahre damit, den für ihn perfekten Klang zu finden. Dazu trainierte er seinen Atem, lernte den Druck zu kontrollieren, fand heraus, dass durch minimalste Veränderungen der Zungenstellung und der Erweiterung des Mundraumes die gewünschten Farben seinem Instrument zu entlocken waren – ganz ohne die obligatorische Hand im Schalltrichter. Und wenn nun wirklich einmal gestopft werden muss, weil es die Literatur so verlangt? Auch hier hat der Künstler eine Lösung gefunden: Auf einem weiteren Stativ ruht ein Stoßdämpfer, der sich mit dem rechten Fuß in den Trichter hinein- und wieder herausrollen lässt. „An der Klangfindung habe ich unglaublich viel gearbeitet“, erinnert sich Klieser. Ja, als Jugendlicher habe er oft so viel getüftelt und geübt, dass „der Ansatz irgendwann kaputt war“ – und der junge Mann eine neue Erkenntnis gewann: „Man muss sehr gut auf sich selber hören.“ Was nicht heißt, dass er sich nunmehr auf seine Begabung verließe: Acht-Stunden-Probentage sind nach wie vor eher die Regel als die Ausnahme, selbst im Urlaub begleitet ihn das Blech – „ich bin nicht wahnsinnig talentiert, sondern überzeugt, dass man sich alles hart erarbeiten muss“, kommentiert der erfolgreiche Musiker nüchtern diese physische wie psychische Herausforderung. Und verweist auch gleich gern bemühte „Wunderkind“-Gedanken ins Reich der Märchen: „Ich versuche aus jedem Tag das Maximum herauszuholen – alle großen Solisten sind hart arbeitende Menschen.“

Dass der Hannoveraner Student – der sein Studium gerade mit dem Bachelor abgeschlossen hat, damit auf dem richtigen Weg ist, bestätigen ihm sein Professor Markus Maskuniitty ebenso wie der Applaus des Publikums und die diversen Auszeichnungen. Diese seien enorm motivierend, das Entscheidende sei für ihn bei allen Gedankenspielen jedoch immer gewesen: „Ich wollte Musik machen und Musiker werden.“ Entsprechend bodenständig fällt denn auch sein Blick in die Zukunft und auf seine nächsten Ziele aus – oder die Antwort auf die Frage, mit welchen berühmten Orchestern und Dirigenten der Solist gern einmal zusammen musizieren würde: Natürlich sei der erste Auftritt in der Berliner Philharmonie beeindruckend gewesen, doch spätestens mit dem dritten Konzert relativiere sich solch ein Erlebnis auch wieder. Nein, was Klieser antreibt, ist das Streben nach Perfektion, die Suche nach diesem Gefühl, diesem „Augenblick, in dem einfach alles passt“, wie er in seiner Biografie „Fußnoten“ erzählt. „Ein Moment der Einheit, schwer zu finden, noch schwerer zu beschreiben. Als würde ich einem riesigen Puzzle das allerletzte fehlende Teilchen hinzufügen, um dann einen Schritt zurückzutreten und vor nahtloser Schönheit zu stehen.“ Ebenso wie in jenen Konzerten, wo die Musik das Publikum berühre und die Interpretation der Werke „die Menschen in einem vollen Saal zum Toben bringt“. Am besten natürlich mit den Tönen seines Horns..  Christoph Forsthoff

Karten: 32/28/24/12 € (Schüler/Studenten 12 €) zzgl. Servicegebühren, erhältlich an
vielen Vvk-Stellen, unter T 0211-274000, im Kunstpalast, über www.robertschumann-
saal.de oder an der Abendkasse.

Wahlabo: Bis zu 20 % Rabatt bei Buchung mehrerer Veranstaltungen der Reihen des
Robert-Schumann-Saals, Details unter www.robert-schumann-saal.de.

Kinderbetreuung: Anmeldung zur kostenlosen Kinderbetreuung (ab 6 J.) bitte bis spätestens 8 Werktage vor der Veranstaltung unter Tel. 0211-56642160.
Veranstalter: Kunstpalast, Robert-Schumann-Saal

—| Pressemeldung Robert Schumann Saal Düsseldorf |—

Flensburg, Schleswig-Holsteinisches Landestheater, DON GIOVANNI – Wolfgang A. Mozart, 18.01.2020

Schleswig-Holsteinisches Landestheater

Stadttheater Flensburg © Stadttheater Flensburg

Stadttheater Flensburg © Stadttheater Flensburg

DON GIOVANNI – Wolfgang Amadeus Mozart

 Faszinierend und unwiderstehlich, aber auch rücksichtslos und brutal

Premiere 18.01. und  21.1.2020 | 19.30 Uhr Theater Flensburg; 5.2.2020 Stadttheater Rendsburg; 7.2.2020 Intzehoe

Don Giovanni weiß um seine Wirkung auf Frauen und braucht die ständige Bestätigung, ein umwerfender Liebhaber zu sein. Umgarnung, Täuschung und rohe Gewalt bereiteten ihm schon den Weg in so manches Schlafzimmer. Hat er eine erobert, zieht es ihn sofort zur nächsten. Der Diener Leporello führt eifrig Buch über den sinnlichen Rausch seines Herren. Doch Don Giovannis Zenit als erfolgreicher Verführer ist nunmehr überschritten. Seine erotischen Unternehmungen werden vereitelt, sei es durch den Komtur, der seiner von Don Giovanni bedrängten Tochter Donna Anna zur Hilfe eilt, oder der verlassenen Donna Elvira, die zwischen Rache und bedingungsloser Liebe zu Don Giovanni schwankt. Selbst Zerlina, eine junge Frau, die kurz vor der Hochzeit steht, ist vor seinem Jagdtrieb nicht sicher – doch auch dieser Plan wird durchkreuzt. Sein grenzenloser Übermut soll Don Giovanni schließlich zum Verhängnis werden….

Goethe konstatierte, diese Oper habe man sich unmöglich einfach ausdenken können – sie müsse Mozart von „einem dämonischen Geist seines Genies“ zugetragen worden sein. LE NOZZE DI FIGARO, ebenfalls eine Da-Ponte-Oper, hatte 1786 in Prag Furore gemacht; mit DON GIOVANNI sollten Mozart und sein Librettist an diesen Erfolg anknüpfen. Keine Oper aus dem 18. Jahrhundert hat so nachhaltig die Gemüter bewegt, dabei war der Don-Juan-Mythos schon zu Wolfgang Amadeus Mozarts Zeiten keineswegs neu. Dunkel glühendes Pathos, tiefgreifende Emotionen und erotische Energien bestimmen die klangliche Atmosphäre des Werkes, das in einer musikalisch einzigartigen Höllenfahrt endet.

Premiere 18.01.2020 | 19.30 Uhr | Flensburg, Stadttheater

—| Pressemeldung Schleswig-Holsteinisches Landestheater |—

Dresden, Semperoper, Così fan tutte – Wolfgang A. Mozart, 15.01.2020

Januar 7, 2020 by  
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Sächsische Staatskapelle Dresden

Semperoper

Semperoper © Matthias Creutziger

Semperoper © Matthias Creutziger

Così fan tutte – Wolfgang Amadeus Mozart

Lawson Anderson und Joseph Dennis geben Rollendebüts in Mozarts »Liebesschule«

Bassbariton Lawson Anderson und Tenor Joseph Dennis interpretieren ab dem 15. Januar 2020 in der Mozartoper Così fan tutte erstmals die Rollen des Guglielmo und des Ferrando. Die beiden noch neuen Ensemblemitglieder der Semperoper prüfen in ihren Rollendebüts Iulia Maria Dan und Jana Kurucová als ihre Bräute Fiordiligi und Dorabella auf Herz und Charakter. In den weiteren Partien der Wiederaufnahme von Andreas Kriegenburgs Inszenierung aus dem Jahr 2014 sind Ute Selbig und Martin-Jan Nijhof sowie der Sächsische Staatsopernchor Dresden zu erleben.

Besonders freuen darf sich das Publikum der Semperoper auch auf den in Meißen geborenen Dirigenten Georg Fritzsch. Den derzeitigen Generalmusikdirektor des Theater Kiel führt seine beeindruckende Karriere in der Spielzeit 2020/21 nach Karlsruhe, wo er für das Amt des Generalmusikdirektors der Badischen Staatskapelle und des Badischen Staatstheaters bestellt ist. Neben seinen zahlreichen Engagements in der laufenden Saison kehrt Georg Fritzsch für die Wiederaufnahme von »Così fan tutte« nach über zehn Jahren an das Pult der Sächsischen Staatskapelle Dresden zurück.


Wolfgang Amadeus Mozart »Così fan tutte«

Wiederaufnahme am Mittwoch, 15. Januar 2020, um 19 Uhr in der Semperoper Dresden
Weitere Vorstellungen am 22. und 27. Januar sowie 11., 21. und 24. Februar 2020
Mit freundlicher Unterstützung der Stiftung Semperoper – Förderstiftung
Karten für die Vorstellungen sind in der Schinkelwache am Theaterplatz (T +49 (0)351 4911 705) und online erhältlich. Weitere Informationen unter semperoper.de

—| IOCO Kritik Semperoper Dresden |—

Zürich, Tonhalle Maag, Mozart, Bruckner – Tonhalle Orchester, IOCO Kritik, 06.01.2020

Januar 7, 2020 by  
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 Zürich Maag / Spielstätte des Tonhalle Orchesters © Hannes Henz

Zürich Maag / Spielstätte des Tonhalle Orchesters © Hannes Henz

Tonhalle Zürich

Wolfgang A. Mozart, Anton Bruckner – Tonhalle Orchester

von  Julian Führer

Das Tonhalle-Orchester befindet sich in einer Umbruchsphase – nach einer Zeit ohne Chefdirigenten nun ein Neustart mit Paavo Järvi, allerdings bis zum Sommer noch in einem Ausweichquartier. Zum Jahresende gab es Debüts (Joshua Weilerstein und Gianandrea Noseda) ebenso wie ein Wiedersehen mit bekannten Gesichtern – Paavo Järvi ebenso wie Herbert Blomstedt, der jetzt ein Programm mit Werken von Mozart und Bruckner dirigierte.

Wolfgang Amadeus Mozart in Salzburg, vor dem Festspielhaus © IOCO / Zimmermann

Wolfgang Amadeus Mozart in Salzburg, vor dem Festspielhaus © IOCO / Zimmermann

Die Symphonie Nr. 34 KV 338 von Wolfgang Amadeus Mozart wird bei weitem nicht so häufig gespielt wie die Spätwerke aus Mozarts symphonischem Schaffen. Das Tonhalle-Orchester bot dieses Werk in recht üppiger Besetzung. Nach einer langsamen Introduktion wurde beim Allegro vivace des ersten Satzes schnell deutlich, dass die Musiker hochmotiviert den Zeichen des Dirigenten folgten. Im Vergleich zu anderen Einspielungen der jüngeren Zeit waren eher breite Tempi zu hören, das Blech war mit Ventilhörnern besetzt. Beeindruckend war das geschlossene Klangbild: alert im Allegro (zum Beispiel im Zusammenspiel der Violinen), aufmerksam aufeinander hörend im Andante des Mittelsatzes und regelrecht spritzig im Allegro des Schlusssatzes. Im ersten Satz wurden die Akkorde nach den Bläserfanfaren weich aufgefangen, woraus sich ein federnder Eindruck ergab. Mozart komponierte diese Symphonie noch ohne Klarinetten; die Violinen hatten bei der Abstimmung im zweiten, die beiden Oboen hatten im dritten Satz minime Probleme bei der Abstimmung ihrer Terzenketten, die aber insgesamt nicht ins Gewicht fielen, zumal im Finale wirklich ‚alles‘ stimmte. Die ganze Meisterschaft Herbert Blomstedts erwies sich an vielen Details, beispielsweise darin, wie das Horn im Finalsatz in einen Akkord mit einem Crescendo erst ‚hineinkam‘, obwohl es von Anfang an schon hörbar war. Eine sehr überzeugende und statt den Schroffheiten (die es in dieser Symphonie durchaus gibt) eher das Geschmeidige der Partitur betonende Interpretation. Das Publikum applaudierte dankbar.

Konzerthaus Maag / Tonhalle Orchester © Paolo Dutto

Konzerthaus Maag / Tonhalle Orchester © Paolo Dutto

Teilen des Publikums war der zweite Teil des Konzerts wohl schon zu modern oder zu lang, es waren auf einmal einige Plätze frei. Die vierte Symphonie Anton Bruckners, auch als die „Romantische“ bezeichnet, dürfte das meistgespielte Werk dieses Komponisten sein. Herbert Blomstedt dirigierte die zweite Fassung von 1878 mit einem gegenüber der vier Jahre zuvor geschriebenen ersten Fassung gänzlich neuen Scherzo. Wie derzeit vielleicht kein anderer Dirigent kann Blomstedt als intimer Kenner dieser Werke gelten; diese Symphonie in Es-Dur liegen in drei Einspielungen vor (1980 mit der Staatskapelle Dresden, 1995 mit dem San Francisco Symphony, 2012 mit dem Gewandhausorchester Leipzig). Im Vergleich zu anderen Interpretationen schien dieser Bruckner gewissermaßen abgeschliffene Kanten zu haben, jedoch im positiven Sinne: Die dynamischen Abstufungen waren deutlich, aber nicht zu schroff. Die bei großen Lautstärken nicht einfache Akustik der Tonhalle Maag schien keinerlei Probleme zu bereiten. Im ersten Satz (Bewegt, nicht zu schnell) und auch in der Introduktion zum Scherzo hatten die Hörner große Momente. Das erste Horn präsentierte sich selbstbewusst und durchaus laut; der Einsatz der Streicher dazu (nicht nur, aber auch de schwelgerisch einstimmenden Celli) war meisterhaft geführt. Die Bläser klangen beeindruckend weich, es war viel misterioso im Pianissimo zu hören. Diese Weichheit zeigte sich auch im Klang der Klarinette, Details wie einem Decrescendo der Trompete und der behutsamen Flöte (Sabine Poyé Morel).

Im Andante quasi Allegretto des zweiten Satzes hatten die Flöten ihren großen Moment. Im Zusammenspiel mit den breit aufspielenden Celli und den ganz entfernt ein Echo intonierenden Hörnern war hier der romantische Bruckner zu hören. Beim Bläsersatz und den Pizzicati der Streicher am Ende des zweiten Satzes dachte man ein ums andere Mal, es müsse genau so und nichts anders sein. Eine mustergültige Interpretation! In der Einleitung zum Scherzo wurden die Hörner abermals wie aus der Ferne aufgebaut und dann in einem beeindruckenden Accelerando mit dem gesamten Orchester zusammengeführt. Der Satz endete in einer langen Fermate. Das Finale (Bewegt, doch nicht zu schnell) präsentiert ein etwas sperriges Bläserthema und gipfelt nach vielen Wandlungen in einem fast apotheoseartigen Schluss. Die Exaktheit der Pizzicati in den Kontrabässen, ein ungemein beeindruckendes Pianissimo der ersten und zweiten Violinen – die Liste der schier beglückenden Details ließe sich noch verlängern. Nach dem Schluss erzwang Herbert Blomstedt über den langen Nachhall hinaus eine große Generalpause auch des Publikums, die in einen intensiven Applaus mündete, bei dem man dem Orchester (beispielsweise dem Solohornisten) noch etwas mehr Zustimmung gewünscht hätte.

Herbert Blomstedt dirigierte beide Werke auswendig und ohne Taktstock, dafür aber mit sichtlicher Freude am musikalischen Gestalten. Das Orchester folgte bei allem konzentriert und demonstrierte eindrucksvoll, dass es mit dem richtigen Dirigenten zu Höchstleistungen in der Lage ist. Am beeindruckendsten war an diesem Abend vielleicht, dass praktisch keine Einzelheiten hervorstachen, sondern bei beiden Werken eine Interpretation wie aus einem Guss vorlag. Man wünscht dem Tonhalle-Orchester und sich selbst viele solcher Abende und ein baldiges Wiedersehen mit diesem Ausnahmedirigenten.

Besprochenes Konzert 11. Dezember 2019

—| IOCO Kritik Tonhalle Zürich |—

 

 

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