Wien, Wiener Staatsoper, NUREJEW GALA in Wien – Eine Tradition, 28.06. 2019

wien_neu.gif

Wiener Staatsoper

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

NUREJEW GALA 2019  –  WIENER STAATSBALLETT

28. JUNI 2019

Das Wiener Staatsballett beschließt auch 2019 seine Saison mit der beliebten Nurejew Gala in der Wiener Staatsoper, die inzwischen nicht nur für viele Wienerinnen und Wiener, sondern auch für Gäste aus dem In- und Ausland zum Ballett-Fixpunkt und zur unverzichtbar gewordenen Tradition geworden ist.

 Ballettchef Manuel Legris – 2019 wieder auf der Bühne zu erleben

Die Gala am Freitag, 28. Juni 2019 (18.00 Uhr) bietet ein gewohnt abwechslungsreiches und vielgestaltiges Programm aus der internationalen Welt des Tanzes.

Wiener Staatsoper / Sylvia - Nikisha Fogo, Denys Cherevychko und Ensemble © Wiener Staatsballett / Ashley Taylor

Wiener Staatsoper / Sylvia – Nikisha Fogo, Denys Cherevychko und Ensemble © Wiener Staatsballett / Ashley Taylor

Erstmals an der Wiener Staatsoper zu sehen sind dabei der Delirienwalzer von Roland Petit, der Jockey-Tanz aus Von Sibirien nach Moskau von August Bournonville, der Esmeralda Pas de deux und Der Talisman Pas de deux (beide in der Fassung von Pjotr Gussew), der Pas de deux aus Romeo und Julia in der Fassung von Rudolf Nurejew sowie Luminous von András Lukács, der Ausschnitt aus Cantata von Mauro Bigonzetti und Ochiba von Patrick de Bana.

NUREJEW GALA 2018
youtube Trailer Staatsoper Wien
[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet ]

Die Nurejew Gala 2019 wird im Rahmen von Oper live am Platz auf den Herbert von Karajan-Platz übertragen.

Vor der Sommerpause präsentieren sich nicht nur die Tänzerinnen und Tänzer des Wiener Staatsballetts – u. a. Ersten SolotänzerInnen Olga Esina, Nikisha Fogo, Kiyoka Hashimoto, Liudmila Konovalova, Natascha Mair, Ketevan Papava, Nina Poláková, Denys Cherevychko, Davide Dato, Jakob Feyferlik, Robert Gabdullin, Roman Lazik, Vladimir Shishov und die SolotänzerInnen Ioanna Avraam, Alice Firenze, Nina Tonoli, Eno Peci, Richard Szabó und Dumitru Taran – noch einmal dem Publikum, sondern auch heuer gastieren bei der Nurejew Gala wieder internationale Gastsolistinnen und Gastsolisten im Haus am Ring:

 Ballettchef Manuel Legris – 2019 wieder auf der Bühne zu erleben

Es tanzen Young Gyu Choi vom Amsterdamer Het Nationale Ballet sowie Anastasia Nuikina (Debüts an der Wiener Staatsoper) und Kimin Kim vom Ballett des Mariinski-Theaters. Auch Ballettdirektor Manuel Legris wird im Rahmen der Nurejew Gala 2019 wieder auf der Bühne zu erleben sein.

Am Dirigentenpult steht Kevin Rhodes – er leitet die Nurejew Gala im Haus am Ring heuer bereits zum fünften Mal musikalisch.

Kurzbiographien der GastsolistInnen:
Young Gyu Choi stammt aus Südkorea und erhielt seine Ausbildung an der Sunhwa Arts School in Seoul und an der Tanz Akademie Zürich und tanzte mit dem Korea National Ballet und dem Universal Ballet in Seoul. Seit 2011 ist er Mitglied des Het Nationale Ballet, wo er 2015 zum Ersten Solisten ernannt wurde. Auszeichnungen: International Ballet Competition in Varna (zweiter Preis 2006 und erster Preis 2010), Boston International Competition (erster Preis, 2010), Youth America Grand Prix in New York (erster Preis, 2007), Alexandra Radius Award (2017).
Anastasia Nuikina wurde in Samara geboren. Im Anschluss an ihre Graduierung an der Waganowa-Akademie wurde sie 2018 unmittelbar an das Ballett des Mariinski-Theaters engagiert.

Wiener Staatsoper / Artifact Suite - Davide Dato und Natascha Mair © Wiener Staatsballett / Ashley Taylor

Wiener Staatsoper / Artifact Suite – Davide Dato und Natascha Mair © Wiener Staatsballett / Ashley Taylor

Geboren in Seoul, wurde Kimin Kim an der Korea National University of Arts ausgebildet. 2012 wurde er als Solotänzer an das Ballett des Mariinski-Theaters engagiert, 2015 avancierte er zum Principal Dancer. Im Haus am Ring tanzte er bisher Herzog Albrecht (Giselle) und im Mai 2019 mit großem Erfolg Conrad (Le Corsaire), den er auch beim Japan-Gastspiel des Wiener Staatsballetts 2018 in Tokio verkörperte. Auszeichnungen: Erste Preise bei internationalen Ballettwettbewerben in Rom (2008), Seoul (2009) und Varna (2010), Grand Prix beim „Arabesque”-Ballettwettbewerb in Perm (2012) und bei der Youth America Grand Prix International Competition in New York (2012), Prix Benois de la Danse (2016), u.a.

Wiener Staatsballett
Freitag, 28. Juni 2019, 18.00 Uhr | Wiener Staatsoper

NUREJEW GALA 2019
Künstlerische Leitung: Manuel Legris | Dirigent: Kevin Rhodes
Das Programm (Stand: 24. Juni 2019)


Teil I:


DELIRIENWALZER
Choreographie: Roland Petit | Musik: Josef Strauss
Natascha Mair – Davide Dato

JOCKEY-TANZ
Choreographie: August Bournonville | Musik: Carl Christian Møller
Arne Vandervelde, Dumitru Taran

FANNY ELSSLERS CACHUCHA
Choreographie: Zorn/Hutchinson | Musik: Andalusische Volksweise
Ketevan Papava

ESMERALDA PAS DE DEUX
Choreographie: Nicholas Beriozoff | Musik: Riccardo Drigo, Cesare Pugni, Romualdo Marenco
Liudmila Konovalova – Young Gyu Choi (Gast, Erster Solist beim Het Nationale Ballet – Debüt an der Wiener Staatsoper)

LUMINOUS
Choreographie: András Lukács | Musik: Max Richter
Nina Tonoli – Jakob Feyferlik
ROMEO UND JULIA (Pas de deux aus dem 3. Akt)
Choreographie: Rudolf Nurejew | Musik: Sergej Prokofjew
Julia: Ioanna Avraam | Romeo: Robert Gabdullin

TROIS GNOSSIENNES
Choreographie: Hans van Manen | Musik: Erik Satie
Olga Esina – Roman Lazik

Wiener Staatsoper / Coppélia - Jakob Feyferlik © Wiener Staatsballett / Ashley Taylor

Wiener Staatsoper / Coppélia – Jakob Feyferlik © Wiener Staatsballett / Ashley Taylor

COPPÉLIA (Ausschnitt aus dem 3. Akt)
Choreographie: Pierre Lacotte | Musik: Léo Delibes
Swanilda: Natascha Mair | Franz: Jakob Feyferlik | Ensemble


Teil II:


DORNRÖSCHEN (Ausschnitt aus dem 2. Akt)
Choreographie: Rudolf Nurejew | Musik: Peter Iljitsch Tschaikowski
Prinz Florimund: Navrin Turnbull | Fliederfee: Oxana Kiyanenko

SCHWANENSEE (Ausschnitt aus dem 3. Akt)
Choreographie: Rudolf Nurejew | Musik: Peter Iljitsch Tschaikowski
Odile: Kiyoka Hashimoto | Prinz Siegfried: Leonardo Basílio

DIE FLEDERMAUS (Ausschnitt aus dem 2. Akt)
Choreographie: Roland Petit | Musik: Johann Strauß, arr. Gamley
Bella: Olga Esina | Johann: Vladimir Shishov

CANTATA (Ausschnitt: Pas de deux)
Choreographie: Mauro Bigonzetti | Musik: Gruppo „Assurd“
Alice Firenze – Eno Peci

OCHIBA
Choreographie: Patrick de Bana | Musik: Philip Glass
Nina Poláková – Manuel Legris

DER TALISMAN PAS DE DEUX
Choreographie: Pjotr Gussew | Musik: Riccardo Drigo, Cesare Pugni
Anastasia Nuikina (Gast, Ballett des Mariinski-Theaters – Debüt an der Wiener Staatsoper)
Kimin Kim (Gast, Principal Dancer beim Ballett des Mariinski-Theaters)

Wiener Staatsoper / Artifact Suite - Ensemble © Wiener Staatsballett / Ashley Taylor

Wiener Staatsoper / Artifact Suite – Ensemble © Wiener Staatsballett / Ashley Taylor

ARTIFACT SUITE (Ausschnitt)
Choreographie: William Forsythe | Musik: Johann Sebastian Bach
Madison Young – James Stephens, Natascha Mair – Davide Dato, Oxana Kiyanenko
Ensemble


Teil III:


SYLVIA (3. Akt)
Choreographie: Manuel Legris nach Mérante u.a. | Musik: Léo Delibes
Sylvia: Nikisha Fogo | Aminta: Denys Cherevychko | Orion: Davide Dato
Eros: Géraud Wielick | Diana: Ketevan Papava
Endymion: Kamil Pavelka | Ein Faun: Dumitru Taran
Ensemble

—| Pressemeldung Wiener Staatsoper |—

 

Mainz, Staatstheater Mainz, Opernnacht am Dom, 30.06.2019

Juni 21, 2019 by  
Filed under Konzert, Oper, Pressemeldung, Staatstheater Mainz

staatstheater-mainz-logo_30

Staatstheater Mainz

Staatstheater Mainz © Andreas Etter

Staatstheater Mainz © Andreas Etter

Opernnacht am Dom
30. Juni, 19 Uhr

Wenn im Staatstheater Mainz Instrumente in Transportkoffer gepackt und Magnete gegen fliegende Notenblätter im Wind verteilt werden, wenn Sonnenbrille und Sonnencreme neben Klavierauszügen und Ballkleidern in den Garderoben zu finden sind, ist klar: Die Opernnacht am Dom steht vor der Tür. Kurz vor den Spielzeitferien richtet das Staatstheater Mainz in Kooperation mit mainzplus CITYMARKETING und dem Kultursommer Rheinland-Pfalz noch einmal den Fokus auf emotionale Höhepunkte der Opernliteratur – und das mittlerweile schon zum fünften Mal vor der wohl schönsten Mainzer Kulisse: zwischen Dom und Staatstheater. Die Besucher*innen werden in diesem Jahr u.a. erleben, wie sich Wotan von seiner Lieblingstochter Brünnhilde verabschiedet und einen Feuerkreis um sie legt, wie sich die Feldmarschallin im Rosenkavalier von ihrem jungen Geliebten Octavian verabschiedet und ihn Sophie überlässt, wie Don Giovanni die Frauen verführt und wie Escamillo in seiner weltberühmten Arie aus Bizets Carmen vom Leben als Torero berichtet.

Es spielt das Philharmonische Staatsorchester Mainz unter der Leitung von Generalmusikdirektor Hermann Bäumer und die Mitglieder des Opernensembles Vida
Mikneviciute, Jennifer Panara, Dorin Rahardja, Nadja Stefanoff, Derrick Ballard und Brett Carter singen Arien und Duette aus berühmten Opern und Operetten. Intendant Markus Müller führt als Moderator durch den Abend.

DAS PROGRAMM
Gaetano Donizetti: La Fille du Régiment
Ouvertüre

Wolfgang Amadeus Mozart: Don Giovanni
Finch´han dal vino, Arie des Don Giovanni
Là ci darem la mano, Duettino Don Giovanni – Zerlina

Alfredo Catalani: La Wally
Ebben? Ne andrò lontana, Arie der Wally

Georges Bizet: Carmen
Votre toast, je peux vous le rendre, Arie des Escamillo

Ludwig van Beethoven: Fidelio
Abscheulicher!… Komm Hoffnung, lass den letzten Stern
Rezitativ und Arie der Leonore

Jacques Offenbach: Hoffmanns Erzählungen
Elle a fui, la tourterelle, Arie der Antonia

Voyons? Pour Hoffmann!
Rezitativ und Arie des Lindorf

PAUSE

Emmerich Kálmán: Der Teufelsreiter
Grand Palotas de la Reine

Charles Gounod: Faust
Ronde du veau d´or, Arie des Méphistophélès

Umberto Giordano: Andrea Chénier
La mamma morta, Arie der Maddalena

Richard Strauss: Der Rosenkavalier
Hab mir´s gelobt
Terzett Feldmarschallin – Octavian – Sophie

Richard Wagner: Die Walküre
Walkürenritt
Der Augen leuchtendes Paar
Auszug aus Wotans Abschied und Feuerzauber

Paul Abraham: Viktoria und ihr Husar
Ja, so ein Mädel, Duett Janczi – Riquette

Emmerich Kálmán: Gräfin Mariza
Höre ich Zigeunergeigen, Arie der Gräfin Mariza

Paul Abraham: Ball im Savoy
Es ist so schön, am Abend bummeln zu gehen
Duett Mustafa – Daisy

Änderungen vorbehalten –

—| Pressemeldung Staatstheater Mainz |—

Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Die Spielzeit 2019/20

logo_dor2.jpg

Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel – www.foto-drama.de

Die Spielzeit 2019/20 an der Deutschen Oper am Rhein

30 Opern und sieben Ballettprogramme auf den großen Bühnen in Düsseldorf und Duisburg

Mit dem 4. Haniel Klassik Open Air vor dem Theater Duisburg startet die Deutsche Oper am Rhein am 6. Septem­ber in die Spielzeit 2019/20. Für die rund 300 Vorstellungen im Opernhaus Düsseldorf und im Theater Duisburg sind ab sofort Tickets erhältlich. Im Fokus stehen zehn Opernpremieren – darunter sechs Neuproduktio­nen – und 19 weitere Stücke aus dem großen Opernrepertoire. Das Ballett am Rhein präsentiert sechs Ballettprogramme mit insgesamt 17 Choreographien. Festliche Galas und Konzerte, Liedermatineen, Kammermusik und nicht zuletzt das vielfältige Angebot der Jungen Oper am Rhein ergänzen das Programm der kommenden Saison.


Oper in Düsseldorf und Duisburg

„Samson et Dalila“, Camille Saint-Saëns‘ französische Oper über den Freiheitskampf der in Sklaverei gefallenen Hebräer und ihren verführbaren Helden Samson kommt am 18. Oktober im Opernhaus Düsseldorf auf die Bühne – und das zum ersten Mal seit Gründung der Deutschen Oper am Rhein im Jahr 1956. Joan Anton Rechi, der hier zuletzt sehr erfolgreich „Madama Butterfly“ inszenierte, setzt die erste Neuproduktion der Spielzeit in Szene. Generalmusikdirektor Axel Kober hat die musikalische Leitung und übergibt den Stab im November an Marie Jacquot, die neue Erste Kapellmeisterin der Deutschen Oper am Rhein. Die Titelpartien gestalten Ramona Zaharia (Dalila) und Michael Weinius (Samson).

Vor dem historischen Hintergrund des englischen Bürgerkriegs entspinnen sich die dramatischen Liebes­ver­wicklungen in Vinzenzo Bellinis Oper „I puritani“, die am 18. Dezember im Opernhaus Düsseldorf Premiere feiert. In seiner zweiten Regiearbeit für die Deutsche Oper am Rhein widmet sich Rolando Villazón nach Doni­zettis „Don Pasquale“ erneut einem Klassiker des Belcanto. Antonino Fogliani hat die musikalische Leitung. Adela Zaharia, die in dieser Spielzeit als Maria Stuarda und Violetta Valéry gefeiert wurde, debütiert als Elvira in einer weiteren wichtigen Partie des Belcanto-Fachs. Ioan Hotea gastiert als Lord Arturo Talbot in Düsseldorf.

Als beste Nachwuchskünstlerin 2015 mit dem International Opera Award ausgezeichnet, ist Lotte de Beer heute europa­weit als Regisseurin gefragt. Mit Georg-Friedrich Händels Zauberoper „Alcina“ präsentiert die Niederländerin am 14. Februar im Opernhaus Düsseldorf ihre erste Inszenierung für die Deutsche Oper am Rhein. Den zeittypischen Orchesterklang entwickeln die Barockspezialisten der Neuen Düsseldorfer Hofmusik unter Leitung von Generalmusikdirektor Axel Kober. Rollendebüts geben Jacquelyn Wagner als Alcina, Maria Kataeva als Ruggiero und Elena Sancho Pereg als Morgana. Wallis Giunta gastiert als Bradamante.

Als vierte Neuproduktion im Opernhaus Düsseldorf und Koproduktion mit der Opera Vlaanderen hat Giuseppe Verdis „Macbeth“ am 29. Mai Premiere. Der Regisseur Michael Thalheimer entwickelt seine Inszenierung aus den innersten Triebkräften der Figuren und knüpft mit Boris Statsenko (Macbeth) und Liana Aleksanyan (Lady Macbeth) an seine ein­dring­liche Interpretation von Verdis „Otello“ an. Unter musikalischer Leitung von Axel Kober wird „Macbeth“ 2020 auch live gestreamt auf www.operavision.eu.

Als Glanzstück der Wiener Operette feiert „Die Fledermaus“ von Johann Strauß am 25. Januar im Opernhaus Premiere. Nach dem Premierenerfolg in Duisburg setzt Axel Köhler das quirlige Ensemblestück nun in Düsseldorf in Szene: Norbert Ernst ist Gabriel von Eisenstein, Anke Krabbe seine Frau Rosalinde, Thorsten Grümbel spielt den Gefängnisdirektor, die Düsseldorfer Schauspiel-Legende Wolfgang Reinbacher den Frosch. Benjamin Reiners dirigiert die Düsseldorfer Symphoniker.

Im Theater Duisburg wird die Spielzeit 2019/20 am 28. September mit der Premiere von Peter Iljitsch Tschaikowskys „Pique Dame“ eröffnet. In der Inszenierung der amerikanischen Regisseurin Lydia Steier feiert das opulente Außenseiterdrama zunächst am 25. Mai 2019 in Düsseldorf Premiere und kommt vier Monate später in der neuen Sängerbesetzung mit Sergej Khomov als Hermann, Sarah Ferede als Lisa und Renée Morloc als Gräfin in Duisburg auf die Bühne. Aziz Shokhakimov hat die musikalische Leitung.

Das Künstlertum ist Thema in Giacomo Puccinis Oper „La Bohème“, die am 8. Novem­ber in der Neuinsze­nie­rung von Philipp Westerbarkei in Duisburg herauskommt. Antonino Fogliani übernimmt die musikalische Leitung der ersten Neupro­duk­tion im Theater Duisburg, an der Liana Aleksanyan als Mimí, Ovidiu Purcel als Rodolfo und Bogdan Baciu als Marcello mitwirken.

Neben seiner Tätigkeit als Spielleiter bekam Philipp Westerbarkei in der Spielzeit 2018/19 Gelegenheit zu seiner ersten großen Inszenierung am eigenen Haus: Charles Gounods Shakespeare-Adaption „Roméo et Juliette“ läuft aktuell in Düsseldorf und feiert am 1. Februar mit neuer Sängerbesetzung Premiere in Duisburg. Gustavo di Gennaro (Roméo) und Sylvia Hamvasi (Juliette) gestalten die beiden Hauptpartien, Marie Jacquot dirigiert die Duisburger Philharmoniker.

Nachwuchsförderung ist ein wichtiges Thema an der Deutschen Oper am Rhein. Auf der Plattform Regie „Young Directors“ stellen sich am 19. April im Theater Duisburg zwei Spielleiterinnen mit eigenen Produktionen vor: Esther Mertel führt mit Georg Friedrich Händels Oratorium „Der Triumph der Zeit und der Desillusion“ in die Welt des römischen Barock, während Ilaria Lanzino ein Werk des 20. Jahrhunderts inszeniert: Viktor Ullmann schrieb seine Oper „Der Kaiser von Atlantis“ 1944 im Konzentrationslager Theresienstadt als Allegorie auf die politischen Verhältnisse. Die musikalische Leitung der beiden Einakter übernehmen mit Jason Tran und Jesse Wong zwei junge Dirigenten aus dem Ensemble.

In 19 weiteren Opern aus dem großen Repertoire sind die profilierten Sängerinnen und Sänger aus dem eigenen Ensemble und Gastsolisten aus aller Welt zu erleben. So kehren nach langer Zeit „Salome“ von Richard Strauss (6. März) und Gaetano Donizettis  „La Fille du Régiment“ (27. März) auf die Düsseldorfer Bühne zurück – mit Rollendebüts von Agneta Eichenholz  als Salome und Elena Sancho Pereg als charmante Soldatenbraut. Der neu inszenierte „Ring des Nibelungen“ kommt als Zyklus sowohl im Theater Duisburg (12. –17. November) als auch im Opernhaus Düsseldorf (7. – 13. April) zur Aufführung.


Junge Oper am Rhein

Gruselig, lustig und fesselnd liest sich Cornelia Funkes Internatsgeschichte „Geisterritter“, die in der Vertonung von James Reynolds auch das Opernpublikum begeistert. Inszeniert von Eric Petersen und uraufge­führt am Theater Bonn, feiert die neueste Familienoper im Rahmen der Kooperation „Junge Opern Rhein-Ruhr“ am 20. September, zum Start in die neue Saison, in Düsseldorf Premiere. Patrick Francis Chestnut hat die musikalische Leitung. Nach erfolgreichen Aufführungen an der Deutschen Oper am Rhein, in Dortmund und Bonn kehrt „Ronja Räubertochter“, Jörn Arneckes Familienoper nach dem Kinderbuchklassiker von Astrid Lindgren, ins Theater Duisburg zurück. Aus guter Tradition kommt Engelbert Humperdincks Familien­klassiker „Hänsel und Gretel“ auf die Bühnen beider Städte. Seine Inszenierung – die älteste im Repertoire der Deutschen Oper am Rhein – wird in dieser Spielzeit 50 Jahre alt!

Ganz nah am Bühnengeschehen sind Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter bei der mobilen Produktion „Nils Karlsson Däumling“, dem Musiktheater „Gold!“ und der „Zauberflöte für Kinder“. Mitmach-Angebote wie der Kinderchor am Rhein und das Mitsing-Projekt „Musik verbindet“, künstlerisch-praktische Projekte wie „Opernmacher 2.0“ und „Musiktheater im Labor“ sowie die intensive Vermitt­lungs­arbeit der Jungen Oper am Rhein ermöglichen jungen Menschen zwischen 4 und 28 Jahren vielfältige Zugänge zu Oper und Ballett.


Ballett am Rhein

Die letzte Spielzeit unter der künstlerischen Direktion von Martin Schläpfer ist in vielerlei Hinsicht dem Schaffen des Schweizer Künstlers gewidmet. Sie bietet zahlreiche Gelegenheiten, das Ballett am Rhein noch einmal in ausge­wählten Schläpfer-Choreographien zu erleben: Mit „Schwanensee“, „Reformations­sym­phonie“, „Ramifications“, „Streichquartett“, „Ulenspiegeltänze“ und „7“ stehen allein sechs Reprisen seiner Stücke auf dem Spielplan. Den Auftakt macht ab 3. Oktober im Opernhaus Düsseldorf und ab 6. Dezember im Theater Duisburg Martin Schläpfers jüngstes Erfolgsstück „Schwanensee“.

Aber auch eine Uraufführung präsentiert Martin Schläpfer. Im Programm b.41, das ab 23. November im Düsseldorfer Opernhaus zu erleben ist, formuliert er in „Cellokonzert“ tänzerische Antworten auf Dmitiri Schostakowitschs Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 2 g-Moll op.126. Den Auftakt des vierteiligen Programms macht Ji?í Kyliáns „Forgotten Land“, ein Stück über Untergang und Verlust von Heimat, das der tschechische Künstler 1981 im Auftrag von Marcia Haydée für das Stuttgarter Ballett geschaffen hat. Mit Martha Grahams Solo „Lamentation“ und „Steps in the Street“ zeigt das Ballett am Rhein erstmals zwei Werke der Grande Dame des American Modern Dance, die mit ihrer Tanztechnik seit den späten 1920er Jahren die Ästhetik des Bühnen­tanzes revolutionierte. Die musikalische Leitung des Programms b.41 haben GMD Axel Kober sowie Wen-Pin Chien.

Eine weitere Uraufführung kreiert Ballettdirektor Remus ?uchean?: „Symphonic Poem“ zur Komposition „Metacosmos“ von Anna Thorvaldsdottir heißt sein neues Ballett, in dem er sich von den Musik gewordenen Kraftfeldern der Isländerin inspirieren lässt. ?uchean?s Uraufführung steht im Zentrum des Programms b.42, das mit „Square Dance“ außerdem eine selten zu sehende, tänzerisch höchst anspruchsvolle Balanchine-Einstudierung präsentiert. Erstmals seit 2012 wieder mit dem Ballett am Rhein zu erleben ist Martin Schläpfers „Reformationssymphonie“ zur gleichnamigen Komposition von Felix Mendelssohn Bartholdy. Die gefeierte Choreographie bildet den Schlusspunkt des Programms b.42, das ab 10. Januar unter der musikalischen Leitung von Martin Braun im Theater Duisburg auf die Bühne kommt.

Der kanadische Choreograph Robert Binet, der mit seiner Uraufführung „New World“ im November letzten Jahres das Publikum für sich eingenommen hat, zeigt im Programm b.43 mit „Dark with Excessive Bright“ ein neues Stück zu drei Kompositionen der Grammy Award-nominierten Amerikanerin Missy Mazzoli. Mit „Notations I–IV“ und „Siebte Sinfonie“ nimmt das Ballett am Rhein zum ersten Mal seit 2002 Choreographien von Uwe Scholz ins Repertoire auf. Einen filigranen Gegenpart zu Scholz‘ Solo „Notations I–IV“ bildet das 2005 für die Ballerina Marlúcia do Amaral kreierte Solo „Ramifications“ von Martin Schläpfer. Es komplettiert das Programm b.43, das ab 13. März in Düsseldorf unter der musikalischen Leitung von Finnegan Downie Dear und ab 4. April in Duisburg unter dem Dirigat von Stefan Klingele zu sehen ist.

Mit dem 1992 für das New York City Ballet kreierten „Herman Schmerman“ präsentiert das Ballett am Rhein erneut ein Stück von William Forsythe. In Kostümen des Designers Gianni Versace nehmen die Tänzerinnen und Tänzer das Publikum mit auf ein Tanzabenteuer, über das Forsythe scherzte, es habe genauso wenig zu bedeuten wie sein Titel, sondern sei einfach ein Stück über das Tanzen, das sehr viel Spaß macht. Nicht fehlen darf ein Stück von Hans van Manen – mit „Short Cut“ zeigt das Ballett am Rhein eine Choreographie des Meisters, die er 1999 für das Nederlands Dans Theater in Den Haag geschaffen hat. Für sein „Streichquartett“ zur Musik von Witold Lutos?awski erhielt Martin Schläpfer 2007 den als Oskar der Tanzwelt begehrten Prix Benois de la Danse. Als Finale des Programms b.44 ist dieses zentrale Werk ab 9. Mai erneut mit dem Ballett am Rhein zu erleben.

Zum Ende der Spielzeit 2019/20 heißt es Abschied nehmen von Martin Schläpfer. b.ye heißt deshalb das letzte Programm der Ära Schläpfer. Es schließt sich der 44-teiligen b-Reihe an, die bis dahin unter seiner künstlerischen Direktion für Düsseldorf und Duisburg entstanden ist. Mit einer Ballett-Gala, bei der neben Werken von Weggefährten auch Schläpfers „Ulenspiegeltänze“ zu erleben sind, einer exklusiven Reprise seines Gustav Mahler Balletts „7“ sowie einer letzten Vorstellung von „Schwanensee“ feiert das Ballett am Rhein vom 24.  bis zum 28. Juni 2020 Martin Schläpfer und dessen Kunst, bevor er sich als Direktor dem Wiener Staats­ballett und der Wiener Ballettakademie widmet.


Ballettgastspiele 2019/20: Japan, Österreich und NRW

Auch an anderen Spielstätten präsentiert das Ballett am Rhein wieder Ausschnitte aus seinem vielschichtigen Repertoire: Die weiteste Reise macht in der kommenden Spielzeit Martin Schläpfers „Schwanensee“, den die Compagnie im September 2019 sowohl in Tokyo als auch in Osaka auf die Bühne bringt. Unter der musikali­schen Leitung von Motonori Kobayashi werden die Tänzerinnen und Tänzer vom Theater Orchestra Tokyo sowie vom Osaka Symphony Orchestra begleitet. Eine weitere Bühne für Martin Schläpfers „Schwanensee“ ist im März 2020 die des Festspielhauses St. Pölten, wo das Tonkünstler Orchester Niederösterreich unter der Leitung von Axel Kober den musikalischen Part übernimmt. Beim Festival „Highlights des Internationalen Tanzes Oper Bonn“ schließlich zeigt das Ballett am Rhein im Mai 2020 „Streichquartett“ und „Ulenspiegeltänze“ von Martin Schläpfer sowie „Herman Schmerman“ von William Forsythe.

—| Pressemeldung Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf |—

Hamburg, Elbphilharmonie, Messa da Requiem – Giuseppe Verdi, IOCO Kritik, 06.04.2019

April 6, 2019 by  
Filed under Elbphilharmonie, Hervorheben, Konzert, Kritiken

Elbphilharmonie Hamburg

Elbphilharmonie Hamburg / Lasershow zur Eröffnung © Ralph Lehmann

Elbphilharmonie Hamburg / Lasershow zur Eröffnung der Elphi © Ralph Lehmann

 Messa da Requiem – Giuseppe Verdi
– Hörgewohnheiten präzise ausgehebelt – Teodor Currentzis – Perm Opera

von Patrik Klein

Als die letzten zarten Töne des „Libera me“ nach gut 90 Minuten purem Musikgenuss verklungen sind und Teodor Currentzis taktstocklose, noch zittrigen Hände für über eine Minute erhoben bleiben und sich schließlich ganz langsam senken, bricht in der Elbphilharmonie Hamburg ein wahrer Jubelsturm in die atemlose Stille.

Um kaum einen Dirigenten herrscht dieser Tage so ein „Hype“ wie um Teodor Currentzis. Von den einen wird er als Heilsbringer der Klassik verehrt, der in seinen hochenergetischen Interpretationen immer bis an – oder noch besser über die Grenze hinaus geht; nach dem Motto: „Wir spielen Musik, als wäre es der letzte Tag unseres Lebens!“ Die anderen stören sich an seinem exzentrischen Äußeren und seiner musikalischen Effekthascherei.

Elbphilharmonie Hamburg / Messa da Requiem von Giuseppe Verdi - hier :  das musicAeterna Orchester der Perm Opera © Claudia Hoehne

Elbphilharmonie Hamburg / Messa da Requiem von Giuseppe Verdi – hier : das musicAeterna Orchester der Perm Opera © Claudia Hoehne

Der Grieche hat es geschafft, im russischen Perm eine treue Schar von Musikern zu versammeln, die ihm bedingungslos folgen und notfalls auch bis nachts um drei proben. „Ich verlange von meinen Musikern, dass sie noch dreimal verrückter sind als ich“. Lange Probenzeit, intensive Erarbeitung der Musik mit den Musikern und Sängern, das Werk im Fokus statt Ruhm und Geld, dem Geist der Musik auf der Spur und das Aufbrechen von Routinestrukturen beim Spielen und Hören von klassischer Musik sind einige der von ihm selbst für sich in Anspruch genommenen Charakterzüge.

Die Elbphilharmonie Hamburg hat ihn nun in der Saison 2018/19 für eine siebenteilige Residenz in die Hansestadt geholt – vier Mal mit seinem Orchester musicAeterna of Perm Opera, zwei Mal mit dem neu formierten SWR Symphonieorchester, dessen erster Chefdirigent er ist, dazu mit dem Mahler Chamber Orchestra. Auf den Programmen steht natürlich nur Musik der Extreme: Verdis Oper „La Traviata“ (IOCO berichtete), das Requiem von Brahms, Schostakowitschs „Leningrader“ und die Chor Oper „Tristia“ von Philippe Hersant, die Gedichte von Kriegsgefangenen vertont.
An diesem Abend nahm er sich das „Requiem“ von Verdi mit dem Orchester und Chor musicAeterna of Perm Opera vor.

Die Uraufführung des Messa da Requiem von Giuseppe Verdi fand am 22. Mai 1874 in der Kirche San Marco zu Mailand statt. Mit dem originalen Titelzusatz „Per l’anniversario della morte di Alessandro Manzoni XXII Maggio MDCCCLXXIV“ bezieht sich Verdi auf den von ihm zutiefst verehrten 1873 verstorbenen Dichter Alessandro Manzoni, der eine hochangesehene Identifikationsfigur des Risorgimento war, der italienischen Nationalbewegung, deren Vertreter auch Verdi selbst gewesen ist. Schon im gleichen Jahr, 1874, führte Verdi das Werk in Paris auf und brachte es 1875 auch nach London und Wien. Die Erstaufführungen in Deutschland fanden im Dezember 1875 in Köln und in München statt, kurz darauf folgte die Erstaufführung in der Dresdner Semperoper.

Wegen des Widmungsträgers bezeichnete man einst Verdis Messa da Requiem als Manzoni-Requiem. Der Begriff war vor allem im deutschen Raum in den Jahren nach den ersten Aufführungen geläufig, wurde jedoch bereits im 20. Jh. nicht mehr verwendet. Umgangssprachlich bedient man sich heute der Bezeichnung Verdi-Requiem, während für Konzertankündigungen häufig der Originaltitel Messa da Requiem eingesetzt wird.
Verdis Messa da Requiem ist, wie Berlioz’ Grande Messe des Morts und Brahms’ Ein deutsches Requiem, ein Requiem, das nicht mehr für den liturgischen Gebrauch, sondern allein für konzertante Aufführungen geschrieben wurde; daher wird es oft ironisch als Verdis beste Oper bezeichnet.

Der Text und der Ablaufplan des Werkes entsprechen fast durchgehend der römisch-katholischen Liturgie des Totengottesdienstes. Es gibt nur wenige Abweichungen davon. Verdi verzichtete nur auf die Vertonung von Graduale und Tractus, fügte jedoch das Responsorium Libera me hinzu. Die Besetzung entspricht einem Opernorchester (ähnlich groß besetzt wie bei seiner Oper Don Carlos) mit vier Solisten (Sopran Zarina Abaeva, Mezzosopran Varduhi Abrahamyan, Tenor René Barbera, Bass Tareq Nazmi) und dem vierstimmigen oft mehrfach geteilten musicAeterna chorus of Perm Opera. Mit großer Spannung und hohen Erwartungen lauschen die Zuhörer im prall gefüllte Saal der Elbphilharmonie Hamburg den Musikern auf dem Podium.

Elbphilharmonie Hamburg / Messa da Requiem von Giuseppe Verdi - hier :  das musicAeterna Orchester der Perm Opera © Claudia Hoehne

Elbphilharmonie Hamburg / Messa da Requiem von Giuseppe Verdi – hier : dasmusicAeterna Orchester der Perm Opera © Claudia Hoehne

Die rund 150 Musiker des musicAeterna-Ensembles treten geradlinig und unbeirrt und in traditioneller russischer Kleidung, an schwarze Mönchskutten erinnernd, mit gemächlichen Schritten auf. Auf der Bühne befinden sich nur sehr wenige Stühle. Das hat seinen guten Grund: mit Ausnahme der Cellisten und wenigen anderen Musikern stehen sie, um sich mit vollem körperlichen Einsatz in die Musik zu vertiefen. Teodor Currentzis dirigiert mit aufgeschlagener Partitur taktstocklos in seinem an einen ordentlich gekleideten Punk erinnernden Outfit. Man gewinnt bereits nach den ersten gespielten Noten den Eindruck, dass er die unzähligen Facetten von Verdis Meisterwerk wie durch einen Psychologen offenlegen und transparente, auch neue ungewohnte Klänge erzeugen möchte.

Mit dem musicAeterna chorus of Perm Opera, den Currentzis selbst und sein erster Chorleiter Vitaly Polonsky leitet, steht zudem ein 70- köpfiger Chor der Spitzenklasse auf dem Podium der Elbphilharmonie Hamburg. Präzise, mit einer unglaublich dynamischen Leidenschaft, textverständlich, wohlklingend und mitreißend gestalten sie ihre Rolle, wobei sie ihrem Dirigenten blind folgen.
Die ersten leisen, kaum hörbaren Töne des Requiems lassen den gespannten Zuhörer bereits erstaunen. Wundersam flüstert der Chor in die magischen Klänge, die langsam von den Saiten der Streicher in den Saal fluten. Akustisch wähnt man sich weit entfernt von der Trägheit und der harmonischen Undurchsichtigkeit, an die man sich bei so vielen Aufführungen gewöhnt zu haben scheint. Die äußerste Genauigkeit jedes einzelnen Instrumentes und jeder einzelnen Stimme, auch unterstützt durch den transparenten Klang in der Elbphilharmonie, dringt genussvoll an des Zuhörers Ohren. Currentzis würzt das „Dies Irae“ mit höchstpräzisen Akzenten, rhythmischer Fülle, Wut und eiskalter Perfektion. Die Musik ist voller Schwung und gleichzeitig in einer Feinheit, die in ihrer Vielfalt unvergleichlich ist.

Elbphilharmonie Hamburg / Messa da Requiem von Giuseppe Verdi hier :  das musicAeterna Orchester der Perm Opera hier die Solisten © Claudia Hoehne

Elbphilharmonie Hamburg / Messa da Requiem von Giuseppe Verdi – hier : das musicAeterna Orchester der Perm Opera hier die Solisten © Claudia Hoehne

Auf dem Dirigentenpodium sind seine Bewegung das Mittel zum Zweck dieser Kraft des musikalischen Spiels auch optischen Ausdruck zu vermitteln. Finger, Unterarme, Hüften und Fersen werden eingesetzt wie bei einem Florettfechter im Finalkampf. Er täuscht an, pariert und stößt zum finalen Angriff. Die theatralische Sprache wird mit Pausen, rasanten Tempi und gewitterartigen Spitzen zum Höhepunkt gedrängt. So führt er die gebannte Zuhörerschaft mit einer unglaublichen Genauigkeit durch Verdis Partitur, das Orchester von nahezu unhörbar leise hauchend bis zu sturmbrausenden Peitschenhieben austeilenden gewaltigen Ausbrüchen. Bis auf ganz wenige Huster wagt das Publikum kaum zu atmen.

Der US-amerikanische Belcanto-Tenor René Barbera, der als einer der vielversprechendsten Sänger seiner Generation gilt, der 2011 den ersten Preis bei Placido Domingos Wettbewerb Operalia in den Kategorien Oper und Zarzuela gewann und der mit Partien wie Tonio in Donizettis La fille du régiment, Graf Almaviva in Rossinis Il barbiere di Siviglia, Alfredo in Verdis La traviata und Strauss’ Rosenkavalier an internationalen großen Bühnen brillierte, sang seine Partie mit Natürlichkeit und ließ besonders im „Ingemisco“ sinnliche Liebe und präzise Artikulation verströmen.
Die russische Sopranistin Zarina Abaeva ist seit 2012 Ensemblemitglied des Perm State Opera and Ballet Theatre. Zu ihrem Repertoire zählen u.a. die Titelpartie in Tschaikowskys Jolanthe, die Rolle der Tatiana in Tschaikowskys Eugen Onegin sowie Micaëla in George Bizets Carmen. Sie sang mit feinsten lyrischen Bögen, mädchenhafter Leichtigkeit und großer Strahlkraft in den Höhen. Im abschließenden „Libera me“, wo sie sich von der Rampe inmitten in den Chor umpositionierte, klang das ganz besonders mystisch, mit fast orientalischer Intonation und überirdischer Noblesse.

Elbphilharmonie Hamburg / Messa da Requiem von Giuseppe Verdi - hier :  das musicAeterna Orchester der Perm Opera hier Dirigent Teodor Currentzis © Claudia Hoehne

Elbphilharmonie Hamburg / Messa da Requiem von Giuseppe Verdi – hier : das musicAeterna Orchester der Perm Opera hier Dirigent Teodor Currentzis © Claudia Hoehne

Die natürliche, auf dem Atem strömende Stimme und die energiegeladene Charakteristik der Mezzosopranistin Varduhi Abrahamyan kam besonders intensiv sowohl im Duo „Recordare“ als auch in dem „Liber Scriptus“ mit hochtheatralischer Eleganz zur Geltung. Die in Armenien geborene Sängerin, die an den großen Opernhäusern in ganz Europa unterwegs ist, überzeugte mit schön dunkel gefärbter Stimme. Sie gestaltete ihre Rolle souverän, ausdrucksstark und wird dem „mörderischen“ Tonumfang der Partie eindrucksvoll gerecht. Oft liegt sie wunderbar wie ein dunkler Schatten musikalisch unter dem Sopran.

Der an der Bayerischen Staatsoper München in Opernstudio und Ensemble ausgebildete und mittlerweile international bekannte Bass Tareq Nazmi sang seine Partie mit selten gehörter Eleganz in allen seinen vorhandenen Registern und komplettierte das qualitativ erstklassige Sängerquartett. Sein sicher geführter, gut fokussierter Bass leuchtet dunkel umhüllt mit strahlendem Kern und strömenden Legato. Es gelingt ihm besonders gut, seine vorhandene Schwärze in der Stimme zurückzunehmen und Verdis gewünschten Farbreduzierungen gerecht zu werden.

Mit tosendem Beifall, Jubelstürmen und nicht enden wollenden Ovationen bedankt sich das Publikum bei den Mitwirkenden aus Perm, aus dem Osten Russlands.

—| IOCO Kritik Elbphilharmonie Hamburg |—

Nächste Seite »