Baden-Baden, Festspielhaus, EIN DEUTSCHES REQUIEM – WALZER, 30.10.2020

Oktober 19, 2020 by  
Filed under Festspielhaus Baden-Baden, Konzert, Pressemeldung

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Festspielhaus Baden – Baden

Festspielhaus Baden-Baden © Festspielhaus Baden-Baden

Festspielhaus Baden-Baden © Festspielhaus Baden-Baden

Ein deutsches RequiemKatharina Konradi und Matthias Goerne

„Aus vollem Herzen beschenken“

Thomas Hengelbrock und die Balthasar-Neumann-Ensembles mit großem Chor erstmals wieder im Festspielhaus Baden-Baden / Johannes Brahms und Johann Strauß trafen sich einst an der Oos.

Ein großes sinfonisches und Chor-Musik-Wochenende steht in Baden-Baden bevor. Dirigent Thomas Hengelbrock und seine Balthasar-Neumann-Ensembles kommen zu vier Konzerten vom 30. Oktober bis zum 1. November 2020 ins Festspielhaus Baden-Baden und interpretieren große Werke von Johannes Brahms und Johann Strauß.

Festspielhaus Baden-Baden / Balthasar-Neumann-Ensembles - Madrid © Florence Grandidier

Festspielhaus Baden-Baden / Balthasar-Neumann-Ensembles – Madrid © Florence Grandidier

Im Mittelpunkt des Allerheiligen-Wochenendes stehen zwei Aufführungen des Deutschen Requiems von Johannes Brahms am Freitag, 30. Oktober sowie am Samstag, 31. Oktober um 20 Uhr. Die Solisten im Requiem sind Katharina Konradi (Sopran) und Matthias Goerne (Bariton).

Ein deutsches Requiem

Johannes Brahms war kein Christ im üblichen Sinn. Zwar kam er aus der Tradition des norddeutschen Protestantismus und las, wie er mehrfach betonte, täglich in der Bibel. Dennoch lehnte er zentrale Glaubenssätze des Christentums (katholischer wie evangelischer Konfession) für sich ab, und das bestimmte auch seine sehr persönlich geprägte Textauswahl im Requiem, die sich nicht direkt auf die katholische Liturgie bezieht, sondern verschiedene Bibelstellen verwendet.

Anstelle der vormals geplanten Konzerte mit dem Orchestre National de Paris spielt das Balthasar-Neumann-Ensemble am 31. Oktober um 16 Uhr sowie am 1. November (Sonntag), um 11 Uhr ein Programm mit Walzern und Vokalwerken von Walzerkönig Johann Strauß sowie die dritte Sinfonie von Johannes Brahms F-Dur op. 90.

Da die Balthasar-Neumann-Ensembles in einer „Quarantäne-Blase“ leben und fast täglich getestet werden, ist ein Musizieren auf der großen Festspielhaus-Bühne mit Chor und Orchester möglich. Auch der Sicherheitsabstand zum Publikum ist behördlich genehmigt und entsprechend groß.

Die Balthasar-Neumann-Ensembles waren im September die ersten Ensembles, die in Deutschland seit März 2020 und der folgenden Corona-Unterbrechung wieder Chor- und Orchesterwerke gemeinsam auf einer Bühne aufführen konnten.

Festspielhaus Baden-Baden / Thomas Hengelbrock © Florence Grandidier

Festspielhaus Baden-Baden / Thomas Hengelbrock © Florence Grandidier

Thomas Hengelbrock sagt dazu im aktuellen Festspielhaus-Magazin: „Wir hoffen sehr, dass wir durch unsere strengen Hygienekonzepte allen Politikern und dem Publikum zeigen können: Ihr seid absolut sicher. Und nicht nur das: Wir wollen versuchen, Euch mit vollem Herzen zu beschenken.“

Für alle vier Konzerte gibt es derzeit noch Eintrittskarten unter www.festspielhaus.de. Die Reservierung mit persönlicher Beratung erfolgt telefonisch unter Tel. 07221 / 30 13 101.

Thomas Hengelbrock hebt den tröstenden Charakter des Werkes hervor: „Seelig sind die, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden.“ Das ist eine Botschaft für die Menschen, die eine schwere Zeit hatten. Es ist kein Abgesang auf die Gestorbenen, sondern eine Trostbotschaft für die Weiterlebenden.

Festspielhaus Baden-Baden / Matthias Goerne © Marie Staggat

Festspielhaus Baden-Baden / Matthias Goerne © Marie Staggat

Katharina Konradi und Matthias Goerne
Mit Katharina Konradi und Matthias Goerne werden außergewöhnliche Stimmen im „Deutschen Requiem“ zu hören sein. Matthias Goerne singt an Bühnen von Weltruf wie der Wiener Staatsoper, der Mailänder Scala und der Metropolitan Opera New York. Neben großen Rollen in Opern von Wagner und Richard Strauss zählen die Titelpartien in Bartóks „Herzog Blaubarts Burg“, in Hindemiths „Mathis der Maler“ und in Bergs „Wozzeck“ zu seinem Repertoire. Er war Residenzkünstler bei New York Philharmonic und an der Elbphilharmonie Hamburg, das Concertgebouworchester Amsterdam, Israel Philharmonic, die Berliner Philharmoniker und weitere bedeutende Orchester arbeiten mit ihm zusammen. Auch das Lied spielt eine wichtige Rolle in seiner Tätigkeit. Seine Aufnahmen wurden unter anderem mit dem Grammy Award und dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. Zu den Lehrern des in Weimar geborenen Sängers zählen Elisabeth Schwarzkopf und Dietrich Fischer-Dieskau.

Festspielhaus Baden-Baden / Katharina Konradi © Simon Pauly

Festspielhaus Baden-Baden / Katharina Konradi © Simon Pauly

Von Wiesbaden nach Bayreuth
Die in Kirgistan geborene Sopranistin Katharina Konradi wurde nach ihrem Studium in Berlin und Hamburg zunächst ans Hessische Staatstheater Wiesbaden engagiert, wo sie unter anderem Mozartpartien wie Susanna und Pamina sang. Mit Ännchen in Webers „Freischütz“ gab sie ihr Debüt in Hamburg, Zdenka in „Arabella“ von Richard Strauss war ihre erste Rolle an der Semperoper Dresden. Seit der Spielzeit 2018/19 ist sie Solistin im Ensemble der Hamburgischen Staatsoper. Im kommenden Frühjahr gibt sie ihr Debüt als Sophie in Strauss´ „Rosenkavalier“ an der Bayerischen Staatsoper München, im Sommer kehrt sie als Junger Hirte in „Tannhäuser“ zu den Bayreuther Festspielen zurück. Das Brahms-Requiem zählt zu ihren Lieblingswerken.

Historische Dimensionen
Die Programme des Festspiel-Wochenendes mit Thomas Hengelbrock und den Balthasar-Neumann-Ensembles erinnern an ein musikalisches Gipfeltreffen an gleicher Stelle – allerdings schon im 19. Jahrhundert. Für mehrere Jahre hatte Johannes Brahms in Baden-Baden sein Sommerquartier bezogen, komponierte hier und tauschte sich mit seiner guten Freundin, der Pianistin und Komponistin Clara Schumann aus.

Natürlich kannte Johannes Brahms seinen weltweit gefeierten Kollegen Johann Strauß und bewunderte dessen Kreativität, immer wieder wunderbare Melodien zu erfinden. Als Strauß in der Saison 1871/1872 vom geschäftstüchtigen Kunsthändler Louis Katzau erstmals nach Baden-Baden gelotst worden war, versäumte Brahms keines der Konzerte des Walzerkönigs, die er im „Kiosk vor dem Conservationshause“ mit dem örtlichen Orchester gab. Berühmt wurde später Brahms‘ Kommentar zum Walzer „An der schönen blauen Donau“: „Leider nicht von mir.“

Thomas Hengelbrock möchte an die beiden großen Dirigenten und Komponisten erinnern und setzt daher vor die dritte Sinfonie von Johannes Brahms drei Werke von Johann Strauß. Zum Auftakt des Konzertprogramms am 31. Oktober und 1. November 2020 erklingt der Walzer „Seid umschlungen, Millionen“ – eine Hommage von Johann Strauß an Johannes Brahms. Brahms-Freund Eduard Hanslick schrieb in seinem Feuilleton am 6. April 1892 in der „Neuen Freien Presse“ über die Wiener Uraufführung des Walzers: „Die größte Begeisterung, den lautesten Jubel in der letzten Zeit hat unser Johann Strauß heraufbeschworen mit seiner neuen Walzerparthie: ‚Seid umschlungen, Millionen‘! In Wahrheit werden bald Millionen sich umschlungen fühlen von den verführerischen Rhythmen dieses Walzerhymnus ‚an die Freude‘. Die Composition ist Brahms gewidmet – geniale Naturen erkennen einander auch auf den verschiedensten Gebieten. Brahms und Strauß – jeder ist der Erste in seinem Fach.“
Anschließend ist die Sopranistin Katarina Konradi die Solistin im Wienerlied „Draußen in Sievering blüht schon der Flieder“ sowie in „Es hat dem Grafen nichts genützt… Grüß dich Gott, du liebes Nesterl!“ aus der Operette „Wiener Blut“.

Fr. 30. und Sa., 31. Oktober 2020, 20 Uhr
JOHANNES BRAHMS: EIN DEUTSCHES REQUIEM
Katharina Konradi, Sopran
Matthias Goerne, Bariton
Thomas Hengelbrock, Dirigent
Balthasar-Neumann-Chor- und –Ensemble

Sa., 31. Oktober und Sonntag 1. November 2020, 16 Uhr
JOHANN STRAUß UND JOHANNES BRAHMS
„Seid umschlungen, Millionen“, Konzertwalzer von Johann Straus
Arien von Johann Straus
Sinfonie Nr. 3 F-Dur, Johannes Brahms

—| Pressemeldung Festspielhaus Baden-Baden |—


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Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Spielplan November 2020

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Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein für alle Opernhaus © Hans Joerg Michel – www.foto-drama.de


Spielplan November 2020 Oper am Rhein


Dienstag, 03.11.
18.00 Uhr
Theater Duisburg
 
Montag, 07.12.
18.00 Uhr
Opernhaus Düsseldorf

Opernwerkstatt
Romeo und Julia

Schon einige Tage vor der Premiere stellen die Dramaturginnen und Dramaturgen der Deutschen Oper am Rhein die neuen Produktionen vor und geben Einblicke in den künstlerischen Arbeitsprozess. In Podiumsgesprächen sprechen Mitwirkende über das Werk, geben interessante Informationen über Hintergründe und künstlerische Zusammenhänge und stellen die Grundzüge der Inszenierung vor.


Freitag, 06.11.
19.30 Uhr
Theater Duisburg
 
Samstag, 19.12.
19.30 Uhr
Opernhaus Düsseldorf

PREMIERE
Romeo und Julia
von Boris Blacher

Während drinnen ein rauschender Ball die Gemüter erhitzt, treffen sich Romeo und Julia am Rande des Geschehens – und wissen sofort: Es ist Liebe auf den ersten Blick. Weil sie aber tödlich verfeindeten Familien angehören und Julia am nächsten Morgen eigentlich Paris heiraten soll, ist ihre Liebe zwar unsterblich, aber vor allem verboten. Das Schicksal nimmt seinen tragischen Lauf.

Boris Blacher hat 1943 mit seiner Vertonung der Tragödie William Shakespeares eine Kammeroper geschaffen, die in ihrer Ausgespartheit ein kleines Wunder ist. Er konzentrierte und verdichtete den Stoff auf seine Essenz: das Schicksal von Romeo und Julia. Eine tragende Rolle übernehmen dabei der Solistenchor sowie Chansons, die das Scheitern dieser großen Liebe immer wieder humorvoll und untergangstrunken brechen und kommentieren.

Regisseur Manuel Schmitt, der u.a. bereits bei den Opernfestspielen der Bayerischen Staatsoper, dem Staatstheater Nürnberg, dem Theater Trier und dem Musiktheater im Revier inszenierte, erarbeitet mit „Romeo und Julia“ erstmals eine Produktion für die Deutsche Oper am Rhein.


Samstag, 07.11.
18.00 Uhr
Opernhaus Düsseldorf

PREMIERE
Meister Pedros Puppenspiel
von Manuel de Falla

Drei Sängerinnen und Sänger, zwei Puppenspieler, ein Orchester und ein Live-Video: In dieser ungewöhnlichen Verbindung präsentiert die Deutsche Oper am Rhein Manuel de Fallas phantasievollen Operneinakter „Meister Pedros Puppenspiel“. Mit glutvollen spanischen Klängen hat de Falla ein Motiv aus Cervantes? „Don Quijote“ zum Leben erweckt: Dem berühmten Ritter von der traurigen Gestalt geht während einer Puppenspielaufführung dermaßen die Fantasie durch, dass er mit blanker Waffe die Bühne stürmt…

Die luftschlosshafte Wirklichkeit, die Don Quijote irgendwo zwischen Traum und Realität bewohnt, wird von Filmemacher Torge Möller (fettFilm), Ilaria Lanzino und dem Düsseldorfer Marionetten-Theater mit Live-Video in Szene gesetzt. Mit ihrer phantasievollen Umsetzung und einer Spieldauer von 45 Minuten eignet sie sich auch hervorragend für junge Besucher ab 6 Jahren.


Mittwoch, 11.11.
19.30 Uhr
Opernhaus Düsseldorf
 
Donnerstag, 19.11. 19.30 Uhr
Theater Duisburg

Chorkonzert
mit dem Chor der Deutschen Oper am Rhein

Unverzichtbar für die großen und kleineren Choropern im Repertoire der Deutschen Oper am Rhein, zeigt sich der Opernchor in dieser Spielzeit überraschend anders: Auf dem Programm der insgesamt vier Chorkonzerte in Duisburg und Düsseldorf stehen Johannes Brahms? „Schicksalslied“ op. 54, Strawinskys „Psalmensinfonie“, Edward Elgars „Lux Aeterna“ und Leonard Bernsteins mitreißende „Chichester Psalms“ in einer Kammerfassung für kleine Chor- und Instrumentalbesetzung.


Freitag, 13.11.
19.30 Uhr
Opernhaus Düsseldorf
 
Samstag, 21.11. und
Mittwoch, 02.12.
19.30 Uhr
Theater Duisburg

Rendezvous um halb 8
Ein musikalisches Blind Date

Ein Rendezvous mit Solistinnen und Solisten aus dem Ensemble der Deutschen Oper am Rhein erwartet die Besucher beim Blind Date im Düsseldorfer Opernhaus und im Theater Duisburg. Zu erleben ist ein moderiertes Programm, dessen Inhalt natürlich vorab nicht verraten wird.


Samstag, 14.11. 15.00 Uhr
Opernhaus Düsseldorf,
Rangfoyer

Meisterklasse Unter der Leitung von Helmut Deutsch

Fester Bestandteil des Opernstudio-Programms sind Meisterklassen bei international renommierten Künstlerinnen und Künstlern, die jeweils eine Woche lang täglich intensiv mit dem Opernstudio arbeiten und ihr Wissen an die junge Generation weitergeben. Erstmals ist in dieser Spielzeit Helmut Deutsch, einer der international renommiertesten Liedbegleiter, für eine Meisterklasse zu Gast beim Opernstudio der Deutschen Oper am Rhein. In den beliebten Meisterklasse-Konzerten kann das Publikum die Entwicklung der jungen Talente mitverfolgen und einen Einblick in die Arbeit des Opernstudios bekommen.


Sonntag, 15.11.
11.00 Uhr
Opernhaus Düsseldorf, Rangfoyer

Symphoniker im Foyer
Bei Schumanns

Auch in dieser Saison ergänzt die beliebte Kammermusikreihe der Düsseldorfer Symphoniker den Spielplan des Düsseldorfer Opernhauses wieder um ein erlesenes Angebot kammermusikalischer Ohrenfreuden. Zu erleben sind das Klavierquintett Es-Dur für 2 Violinen, Viola, Violoncello und Klavier op.44, sowie Lieder von Clara Schumann, Fanny Hensel, Pauline Viardot-García und weitere Werke von Schumann und Mendelssohn Bartholdy, interpretiert von Anna Harvey.


Samstag, 21.11.
18.00 Uhr
Opernhaus Düsseldorf
 
Donnerstag, 10.12.
18.00 Uhr
Theater Duisburg

Opernwerkstatt
Tristan und Isolde

Schon einige Tage vor der Premiere stellen die Dramaturginnen und Dramaturgen der Deutschen Oper am Rhein die neuen Produktionen vor und geben Einblicke in den künstlerischen Arbeitsprozess. In Podiumsgesprächen sprechen Mitwirkende über das Werk, geben interessante Informationen über Hintergründe und künstlerische Zusammenhänge und stellen die Grundzüge ihrer Inszenierung vor.

Der Eintritt ist frei, und es ist keine Anmeldung erforderlich.


Sonntag, 22.11.
11.00 Uhr
Opernhaus Düsseldorf
Rangfoyer

Liedmatinee Mit Bogdan Talo? und Stephen Harrison

In Liedmatineen präsentieren Ensemblemitglieder gemeinsam mit Pianistinnen und Pianisten im Foyer der Deutschen Oper am Rhein die aufregende musikalische Vielfalt der Liedkunst.


Donnerstag, 26.11.
19.30 Uhr
Theater Duisburg
PREMIERE

Vissi d’Arte – Eine Liebeserklärung an die Opernbühne

Die szenische Collage von Johannes Erath erzählt von der Wiedereroberung des Bühnenraums, von Spielarten der Nähe, Möglichkeiten des Bühnenkusses, Stolper­kanten der abständigen Bühnenhygiene, dem Zauber des ersten Tons. Zu Musik von Puccini, Verdi, Wagner, Strauss, Offenbach und Nat King Cole entwirft Johannes Erath mit Sänger*innen und Orchestermusiker*innen einen Abend über die große Liebe Oper.


Ballett am Rhein
Mittwoch, 04.11.
18.00 Uhr
Theater Duisburg

BALLETTWERKSTATT
Entfernte Verwandte
Ein Ballettabend mit Choreographien von Hans van Manen und Sharon Eyal

Schon einige Tage vor der Premiere stellen die Dramaturginnen und Dramaturgen des Ballett am Rhein das Programm vor und geben Einblicke in die künstlerische Arbeit im Probenprozess. Mitwirkende sprechen über die Choreographien, geben interessante Informationen über Hintergründe und künstlerische Zusammenhänge und stellen die Stücke vor.

Der Eintritt ist frei, und es ist keine Anmeldung erforderlich.


Freitag, 13.11.
19.30 Uhr
Theater Duisburg

Freitag, 20.11.
19.30 Uhr
Opernhaus Düsseldorf

PREMIERE Entfernte Verwandte

Ein Ballettabend mit Choreographien von Hans van Manen und Sharon Eyal

Die Arbeiten von Hans van Manen und Sharon Eyal würde man auf den ersten Blick nicht als blutsverwandt bezeichnen. Man muss einerseits genauer hinschauen, um das Gemeinsame und Verbindende zu sehen, und andererseits ein paar Schritte zurücktreten, Distanz einnehmen wie zu zwei Gemälden, die stilistisch unterschiedlich scheinen, aber auf unerklärliche Weise miteinander in Dialog treten, wenn man sie nebeneinander platziert. Die Verwandtschaft liegt in der Präzision, in der schneidenden Schärfe und der akkuraten, kompromisslosen Geste – für beide bleibt das klassische Ballett Kern und Bezugspunkt. Während van Manen über Jahrzehnte hinweg einen Stil etabliert hat, der in seiner Eleganz und Großzügigkeit nach der Weite der klassischen Linien sucht, begibt sich die israelische Choreographin Sharon Eyal ins Innere: mit ihrer unheimlich anmutenden Bewegungssprache aus grotesk verkrümmten, repetitiv disziplinierten Körpern baut sie Trancezustände, die uns in die Abgründe des Tanzes führen.

 

—| Pressemeldung Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf |—


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Frankfurt, Oper Frankfurt, HIGHLIGHTS September – The Medium und mehr … , IOCO Aktuell

August 21, 2020 by  
Filed under Oper Frankfurt, Pressemeldung, Spielpläne

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Oper Frankfurt

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

HIGHLIGHTS SEPTEMBER 2020 – The Medium, Gesang der Geister …

Sonntag, 13. September 2020, 17.00 und 20.30 Uhr – Opernhaus

GESANG DER GEISTER ÜBER DEN WASSERN – für acht Männerstimmen und tiefe Streicher – Franz Schubert *

VIER GESÄNGE für Frauenchor, zwei Hörner und Harfe von Johannes Brahms *
TRAUERMUSIK für Streichorchester von Witold Lutoslawski
* In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Musikalische Leitung: Sebastian Weigle; Chor: Tilman Michael
Mitwirkende: Chor der Oper Frankfurt; Frankfurter Opern- und Museumsorchester
Premiere im Großen Haus


THE MEDIUM  –  Tragödie in zwei Akten – Gian Carlo Menotti

In englischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Musikalische Leitung: Sebastian Weigle; Regie: Hans Walter Richter
Mitwirkende: Dshamilja Kaiser / Bernadett Fodor (Madame Flora), Gloria Rehm / Angela Vallone (Monica), Barbara Zechmeister (Mrs. Gobineau), Simon Neal / Dietrich Volle (Mr. Gobineau), Kelsey Lauritano (Mrs. Nolan), Marek Löcker (Toby)

Weitere Vorstellungen: 17. (19.30 Uhr), 19. (17.00 und 20.30 Uhr), 25. (17.00 und 20.30 Uhr) September, 1. (19.30 Uhr), 4. (15.30 und 19.00 Uhr), 8. (19.30 Uhr), 10. (17.00 und 20.30 Uhr), 17. (17.00 und 20.30 Uhr) Oktober 2020
Preise: € 15 bis 182 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

Oper Frankfurt / The Medium - Madame Flora (in der Bildmitte stehend) und Ensemble © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / The Medium – Madame Flora (in der Bildmitte stehend) und Ensemble © Barbara Aumüller

Als The Medium von Gian Carlo Menotti (1911-2007) in Kombination mit Bruno Madernas Satyricon am Ende der Saison 2018/19 im Bockenheimer Depot zur Frankfurter Erstaufführung gelangte, war noch nicht daran zu denken, dass es so bald ein Wiedersehen mit dieser erfolgreichen Produktion von Hans Walter Richter geben würde.

Aber nachdem die Einschränkung des Proben- und Spielbetriebs durch die Corona-Krise die ursprünglich geplante Eröffnung der Spielzeit 2020/21 mit György Ligetis groß besetzter Oper Le Grand Macabre unmöglich erscheinen ließ, wurde ein adäquater Ersatz im Repertoire gesucht, der sich leichter in die verordneten Auflagen einfügen würde. Dieser Ersatz wurde mit Menottis Medium gefunden, das nun – ohne Satyricon – erstmals im Opernhaus gezeigt wird, neu kombiniert mit Kompositionen für Chor und Orchester von Franz Schubert (1797-1828) – außer am 4. Oktober 2020 –, Johannes Brahms (1833-1897) und Witold Lutoslawski (1913-1994). Dies gibt den beteiligten Kollektiven die Chance, sich endlich wieder etwas prominenter vor Publikum zeigen zu können, und die Oper Frankfurt präsentiert damit eine veritable Premiere. Zudem soll es mit diesem Wechsel gelingen, die erfolgreiche Inszenierung jenem Teil des Publikums zugänglich zu machen, der sie seinerzeit im Depot versäumt hat. Unterstützt wird diese Planung durch das Angebot von zwei Vorstellungen an bestimmten Tagen.

Das Publikum kann sich auf eine Produktion von hoher Qualität freuen, was sich seinerzeit auch in den Pressestimmen widerspiegelte. So schrieb etwa der Kritiker des Darmstädter Echo: „Hans Walter Richters Regie gelingt die psychologische Verdichtung, hat Gespür für den menschenfreundlichen Witz, während sie doch die tragische Verstrickung unerbittlich zuzieht.“ In dem spannenden Opern-Krimi führt Madame Flora ihre Klienten im Rahmen von Séancen hinters Licht, um an deren Geld zu kommen. Dabei sind ihre naive Tochter Monica und der stumme Waisenjunge Toby behilflich. Als Flora jedoch selbst mit einer Geistererscheinung konfrontiert zu werden scheint, kommt es zur Katastrophe…

Oper Frankfurt / The Medium - Toby (unten) und Monica (oben) © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / The Medium – Toby (unten) und Monica (oben) © Barbara Aumüller

Die musikalische Leitung der Produktion liegt bei Frankfurts Generalmusikdirektor Sebastian Weigle, der damit den ersten Auftritt in der neuen Saison an seinem Stammhaus vorlegt. Die deutsche Mezzosopranistin Dshamilja Kaiser, seit 2017/18 Ensemblemitglied an der Oper Bonn, kehrt nach ihrem erfolgreichen Hausdebüt 2018/19 als Adalgisa in Bellinis Norma zurück nach Frankfurt. In der Partie der Madame Flora wechselt sie sich mit ihrer ungarischen Fachkollegin Bernadett Fodor ab, die im Haus am Willy-Brandt-Platz zuletzt 2015/16 u.a. als Erda in Wagners Der Ring des Nibelungen zu erleben war. 2017 erhielt Gloria Rehm (Monica) den renommierten FAUST-Preis für Ihre Darstellung der Marie in Zimmermanns Die Soldaten bei den Internationalen Maifestspielen in Wiesbaden. Das Frankfurter Publikum kennt die deutsche Koloratursopranistin als Blonde (Die Entführung aus dem Serail 2017) und Königin der Nacht (Die Zauberflöte 2018). Auch der britische Bariton Simon Neal ist neben seinen Stationen an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg und der Oper Leipzig regelmäßiger Gast in Frankfurt, wo er u.a. zuletzt 2015/16 als Förster in Janáceks Das schlaue Füchslein auftrat. In allen weiteren Partien sind fast ausschließlich Mitglieder des Ensembles der Oper Frankfurt – auch als Doppelbesetzungen – zu erleben.


Donnerstag, 3. September 2020, um 19.00 Uhr im Opernhaus
Erste Wiederaufnahme
I PURITANI
Opera seria in drei Teilen von Vincenzo Bellini
In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Musikalische Leitung: Oksana Lyniv; nach der Regie von Vincent Boussard
Mitwirkende: Brenda Rae (Elvira), Francesco Demuro (Lord Arturo Talbo),
Andrzej Filonczyk (Sir Riccardo Forth), Thomas Faulkner (Lord Gualtiero Valton), Kihwan Sim (Sir Giorgio), Brian Michael Moore (Sir Bruno Roberton), Karolina Makula (Enrichetta di Francia), Evie Poaros (Eine Frau)

Weitere Vorstellungen: 6. (15.30 Uhr), 9., 12., 20. (18.00 Uhr) September 2020

Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.00 Uhr
Koproduktion mit der Opéra Royal de Wallonie, Liège
Preise: € 15 bis 116 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

Oper Frankfurt / I Puritani - Kihwan Sim (Sir Giorgio) und Brenda Rae (Elvira) © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / I Puritani – Kihwan Sim (Sir Giorgio) und Brenda Rae (Elvira) © Barbara Aumüller

„Weltklasse ist Brenda Rae als Elvira. Ihre Stimme bietet alles, was diese Rolle braucht: schmelzendes Legato, perlend virtuose Koloraturen, leichtes Staccato, kluge Atemführung. Zwei Wahnsinnsszenen billigt der Komponist dieser Partie zu, in beiden folgt das Publikum der im Frankfurter Ensemble großgewordenen Sängerin atemlos.“ So wie der Kritiker der Frankfurter Neuen Presse überschlugen sich alle Rezensent*innen nach dieser Premiere der Puritani von Vincenzo Bellini (1801-1835) am 2. Dezember 2018 im Opernhaus. Ein Blickfang der von Vincent Boussard inszenierten Produktion waren sicherlich auch die Kostüme von Couturier Christian Lacroix, und das werden sie auch wieder bei der ersten, den Corona-Auflagen angepassten Wiederaufnahme sein. Also bitte nicht verpassen: Koloraturwunder Brenda Rae trägt Lacroix!

Die Handlung der Oper spielt im englischen Bürgerkrieg in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts: Elvira, Tochter des puritanischen Gouverneurs Lord Gualtiero Valton, erwartet ihre Hochzeit mit Lord Arturo Talbo, einem Parteigänger der fast geschlagenen Stuarts. Allerdings kann der Gouverneur Elvira nicht selbst in die Kirche führen, da er eine Staatsgefangene zum Parlament bringen muss: Enrichetta, die Witwe des hingerichteten Stuart-Königs Karl I. Aus politischer Überzeugung ermöglicht Arturo seiner Königin die Flucht von der Festung. Elvira glaubt daraufhin, dass ihr der Geliebte untreu geworden ist und wird wahnsinnig…

Oper Frankfurt / I Puritani - Brenda Rae (Elvira) © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / I Puritani – Brenda Rae (Elvira) © Barbara Aumüller

Die musikalische Leitung der Produktion aus der Spielzeit 2018/19 liegt nun bei der jungen ukrainischen Dirigentin Oksana Lyniv, die damit ihr Hausdebüt gibt. Von 2017 bis 2020 war sie Generalmusikdirektorin an der Oper Graz. Zwei neubesetzte Gäste stehen an der Seite Brenda Raes: Der italienische Tenor Francesco Demuro (Lord Arturo Talbo) gastiert an den Opernhäusern von Berlin, Paris und New York. In Frankfurt war er bisher als Rodolfo (La Bohème), Alfredo (La Traviata) und einspringend als Herzog von Mantua (Rigoletto) zu erleben. Andrzej Filonczyk (Sir Riccardo Forth) stammt aus Polen und gibt in dieser Produktion sein Hausdebüt. Auf seiner Agenda stehen Engagements in München, London und Paris; Auftritte an der New Yorker Met sind geplant. Aus dem Ensemble sind wie in der Premiere Thomas Faulkner (Lord Gualtiero Valton) und Kihwan Sim (Sir Giorgio) besetzt, während „Ensemble-Neuzugang“ Brian Michael Moore (Sir Bruno Roberton) und Opernstudio-Mitglied Karolina Maku?a (Enrichetta di Francia) erstmals mit von der Partie sind.


Freitag, 18. September 2020, um 19.00 Uhr im Opernhaus
Siebte Wiederaufnahme
LE NOZZE DI FIGARO
Oper in vier Akten von Wolfgang Amadeus Mozart
In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Musikalische Leitung: Rory Macdonald; nach der Regie von Guillaume Bernardi

Mitwirkende: Liviu Holender (Graf Almaviva), Adriana González (Gräfin Almaviva), Gordon Bintner (Figaro), Bianca Tognocchi (Susanna), Bianca Andrew (Cherubino), Cecelia Hall (Marzelline), Anthony Robin Schneider (Bartolo), Franz Mayer (Antonio), Ekin Su Paker (Barbarina), Matthew Swensen (Basilio, Don Curzio) u.a.

Weitere Vorstellungen: 24., 26. September, 2., 9. Oktober 2020
sowie mit weiteren Ensemblemitgliedern im Februar und März 2021
Alle Vorstellungen im September und Oktober 2020 beginnen um 19.00 Uhr
Preise: € 15 bis 116 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

Oper Frankfurt / Le Nozze die Figaro - v.l.n.r. Susanna, Graf Almaviva und Cherubino (hinter dem Sessel versteckt) © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Le Nozze die Figaro – v.l.n.r. Susanna, Graf Almaviva und Cherubino (hinter dem Sessel versteckt) © Barbara Aumüller

Mit Le nozze di Figaro von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) präsentierte der kanadische Regisseur Guillaume Bernardi in der Spielzeit 2006/07 nach Arbeiten im Bockenheimer Depot erstmals eine Inszenierung im Opernhaus. Publikum und Presse waren von der klassisch gehaltenen Produktion gleichermaßen begeistert, und so war etwa in der Frankfurter Rundschau zu lesen: „Es ist Bernardi gelungen, eine alte Geschichte so zu erzählen, dass sogar der ausgepichteste Kenner wieder einiges Neue in dem (wie alle guten Stücke) unerschöpflichen Werk entdeckt. Dabei geht es ohne Verkrampftheiten ab, ohne ratternde Gags.“ Nun wird die Erfolgsinszenierung, die am 4. März 2007 Premiere feierte, zum siebten Mal wiederaufgenommen, wobei auch hier Corona-bedingte Anpassungen vorgenommen werden müssen.

Zum Inhalt: Als das Diener-Paar Figaro und Susanna heiraten möchte, pocht deren Dienstherr, Graf Almaviva, auf das „Recht der ersten Nacht“ mit der Braut. Damit bringt er nicht nur die Verlobten, sondern auch die eigene Gattin Rosina und nahezu alle Schlossbewohner gegen sich auf. Was folgt ist ein Tag voller Intrigen, Verkleidungen, Verwirrungen und Irrungen. Am Ende aber siegt die Liebe…

Oper Frankfurt / Le Nozze die Figaro - Susanna und Figaro © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Le Nozze die Figaro – Susanna und Figaro © Barbara Aumüller

Die musikalische Leitung der Produktion liegt anlässlich dieser Wiederaufnahme erstmals bei dem schottischen Gastdirigenten Rory Macdonald, der 2017/18 mit Mozarts Così fan tutte an der Oper Frankfurt debütierte. Figaro führte ihn 2019 bereits an das Opernhaus von Göteborg. Nur zwei Sängergäste sind in dieser Wiederaufnahme besetzt: Die aus Guatemala stammende Sopranistin Adriana González (Gräfin Almaviva) gewann nach Stationen in den Opernstudios des Opernhauses Zürich und der Opéra national de Paris 2019 den 1. Preis in Placido Domingos Operalia-Wettbewerb. Die Partie der Gräfin führte sie bereits an die Opéra national de Lorraine in Nancy. Die Sopranistin Ekin Su Paker (Barbarina) stammt aus der Türkei und erhielt ihre Ausbildung u.a. an der Kunstuniversität Graz. 2019 erreichte sie die Finalrunde beim Bertelsmann-Wettbewerb „Neue Stimmen“ in Gütersloh und wird ab der Spielzeit 2020/21 das Frankfurter Opernstudio verstärken. Die Partie der Barbarina wird sie im November 2020 auch am Theater an der Wien verkörpern. Fast alle weiteren Partien sind erstmals mit Ensemblemitgliedern der Oper Frankfurt besetzt: Liviu Holender (Graf Almaviva), Bianca Tognocchi (Susanna), Bianca Andrew (Cherubino) und Matthew Swensen (Basilio, Don Curzio). Gordon Bintner (Figaro) ist mit der Inszenierung bereits als Graf vertraut, genauso wie Cecelia Hall (Marzelline) als Cherubino. Ein Wiedersehen in ihren Rollen gibt es hingegen mit Anthony Robin Schneider (Bartolo) und Franz Mayer (Antonio). Bei den Vorstellungen im Februar und März 2021 kommen weitere Ensemblemitglieder zum Zuge.


Sonntag, 27. September 2020, um 18.00 Uhr im Opernhaus
Fünfte Wiederaufnahme
WERTHER
Lyrisches Drama in vier Akten (fünf Bildern) von Jules Massenet
In französischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Musikalische Leitung: Takeshi Moriuchi; nach der Regie von Willy Decker

Mitwirkende: Gerard Schneider (Werther), Gaëlle Arquez (Charlotte), Heather Engebretson (Sophie), Domen Križaj (Albert), Iain MacNeil (Johann), Franz Mayer (Le Bailli), Brian Michael Moore (Schmidt) u.a.

Weitere Vorstellungen: 3. (18.00 Uhr), 11. (18.00 Uhr), 15., 24. Oktober 2020
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.30 Uhr
Preise: € 15 bis 116 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

Oper Frankfurt / Werther - Charlotte und Werther © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Werther – Charlotte und Werther © Barbara Aumüller

„Auch Goethe hätte sicherlich applaudiert, diese Premiere in der Frankfurter Oper dürfte ihm gefallen haben. (…) Unglaublich stimmig und intensiv wurde hier Massenets Werk in Szene gesetzt. (…) So aufgeführt wie in Frankfurt, beweist sich Massenets Werther als wahrer Publikumsmagnet und zeigt wieder einmal, dass große Gefühle auch heute noch sehr en vogue sind.“ So urteilte das Internetportal Klassik.com nach der Premiere der nach Goethes Briefroman entstandenen Oper von Jules Massenet (1842-1912). Das Werk in der Inszenierung von Willy Decker feierte als Originalproduktion der Nederlandse Opera Amsterdam am 11. Dezember 2005 seine Frankfurter Premiere.
Zum Inhalt: Werther liebt Charlotte, doch diese ist mit Albert verlobt und weist den schwärmerischen jungen Mann zurück. Am Sterbebett ihrer Mutter hat sie versprochen, Albert zum Mann zu nehmen. Nach der Hochzeit treffen sich Charlotte und Werther erneut, und sie muss feststellen, dass er ihr nicht gleichgültig ist. Auch Werthers Zuneigung ist nicht geringer geworden. Von der Ausweglosigkeit der Situation überzeugt, bittet Werther Albert um dessen Pistolen, er will sich auf eine längere Reise begeben. Der inzwischen misstrauisch gewordene Ehemann zwingt seine entsetzte Frau, die Waffen herauszugeben. Voll dunkler Vorahnungen eilt Charlotte dem Unglücklichen nach, doch sie kommt zu spät – tödlich verwundet stirbt er in ihren Armen.

Oper Frankfurt / Werther - Werther und Charlotte © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Werther – Werther und Charlotte © Barbara Aumüller

Die musikalische Leitung dieser fünften, den Corona-Bedingungen angepassten Wiederaufnahme einer Produktion aus der Spielzeit 2004/05 hat Studienleiter Takeshi Moriuchi. Der japanische Pianist und Dirigent unternahm kürzlich zusammen mit seiner Kollegin In Sun Suh eine Reise auf zwei Klavieren durch drei Jahrhunderte in Form eines Kammermusik-Programms. Für den österreichisch-australischen Tenor Gerard Schneider (Rollendebüt als Werther), seit 2018/19 Ensemblemitglied der Oper Frankfurt, standen 2019/20 u.a. mit dem Herzog von Mantua in Verdis Rigoletto und Narraboth in Strauss’ Salome wichtige Aufgaben an. Gaëlle Arquez (Charlotte) gehört zu den regelmäßigen Gästen der Oper Frankfurt. Eines der jüngsten Engagements der französischen Mezzosopranistin im Haus am Willy-Brandt-Platz war Adalgisa in Bellinis Norma, kürzlich gefolgt von einem umjubelten Liederabend im Opernhaus. Die Partie der Charlotte führt sie bald auch an die Wiener Staatsoper, zuvor jedoch gastiert sie als Bizets Carmen an der Opéra Comique Paris. Die amerikanische Sopranistin Heather Engebretson (Sophie) gibt als Sophie ihr Frankfurter Hausdebüt, dem später Aufführungen von Mozarts Le nozze di Figaro mit ihr in der Partie der Susanna folgen werden. 2021 gastiert sie als Verdis Violetta (La traviata) an der Deutschen Oper Berlin. Ab 2020/21 wird der slowenische Bariton Domen Križaj (Albert) das Ensemble der Oper Frankfurt verstärken. Ende 2019/20 gab er einen vielversprechenden Liederabend im Opernhaus. In der Spielzeit darauf wird er in der Wiederaufnahme von Puccinis Manon Lescaut den Bruder der Titelheldin verkörpern. „Ensemble-Neuzugang“ Brian Michael Moore (Schmidt) und Iain MacNeil (Johann) singen erstmals in der Produktion, während Franz Mayer (Le Bailli) bereits mit ihr vertraut ist.

 

—| Pressemeldung Oper Frankfurt |—


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Moritzburg, Moritzburg Festival, 28. Moritzburg-Festival, IOCO Kritik, 12.08.2020

August 11, 2020 by  
Filed under Hervorheben, Konzert, Kritiken, Moritzburg Festival

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Das einnehmende Jagd- und Lustschloss Moritzburg bei Dresden © Oliver Killing

Das einnehmende Jagd- und Lustschloss Moritzburg bei Dresden © Oliver Killing

Moritzburg-Festiva

28. Moritzburg-Festival – trotzt Corona

 Beethoven, Debussy, Fauré, Brahms inspirieren mit ihren Interpreten

von Thomas Thielemann

In den 1540-er Jahren ließ der Wettiner Herzog Moritz (1521-1553) nördlich von Dresden auf einer aufgeschütteten Insel im „Schloss-Teich“ ein recht aufwendiges Jagdhaus, die Dianenburg, erbauen. Vermutlich nach Plänen August des Starken (1670 – 1733) erfolgte im 18. Jahrhundert sein Ausbau zum barocken Jagd- und Lustschloss. Heute dient der in Moritzburg umbenannte Bau für Ausstellungen sowie Konzerte und wurde mehrfach als Drehort für Märchenfilme genutzt.

Seit 2006 treffen sich im August jeden Jahres Solisten der internationalen Musikszene sowie herausragende Nachwuchs-Musiker im idyllischen Moritzburg bei Dresden, um gemeinsam an neuen Interpretationen kammermusikalischer Werke zu arbeiten und diese in wechselnden Besetzungen beim Moritzburger Festival einem breiten Publikum zu präsentieren.

Im ansonsten Festival-ausgedünntem Corona-Sommer 2020 konnte der künstlerische Leiter Jan Vogler eine besonders große Auswahl von Musikern für Moritzburg verpflichten. Um den sächsischen Corona-Regelungen für Veranstaltungen zu genügen, fanden die „Schlosskonzerte“   open-Air, auf der Nord-Terrasse am Schloss Moritzburg statt.

Moritzburg Festival 2020 / open air - hier : die Besucher und Solisten © Patrick Böhnhardt

Moritzburg Festival 2020 / open air – hier : die Besucher und Solisten © Patrick Böhnhardt

Zunächst besuchten wir den Aufführungsabend des rumänischen Cellisten Andrei Ionita. Der 1994 geborene Andrei Ionita hatte 2015 den wohl renommiertesten Tschaikowski-Wettbewerb in Moskau gewonnen. Wir lernten den Ausnahme-Musiker 2016 in Bad Kissingen kennen, als er den von unserem Förderverein des „Kissinger Sommers“ gestifteten Luitpold-Förderpreis entgegen nahm. Seit dieser Zeit haben wir uns mit ihm mehrfach nach Konzerten u.a.in Prag, Weimar, Chemnitz, Leipzig und Dresden getroffen und 2018 seine Intendanz in Residenz der :alpenarte-Konzertreihe (link hier) in Schwarzenberg begleitet.

Gemeinsam mit dem Cellisten interpretierte die französische Pianistin Lise de la Salle Ludwig van Beethovens Cellosonate Nr. 3 A-Dur op. 69. Die 1988 in Cherbourg geborene Pianistin gilt als außergewöhnliches Talent und verfügt bereits über intensive Konzerterfahrung.

Die A-Dur-Komposition ist zweifelsfrei die melodischste und monumentalste Cellosonate Beethovens und diente wegen ihrer Geschlossenheit späteren Schöpfern als Vorbild. Entstanden ist sie in der Mitte seiner Schaffensperiode während seiner Arbeiten am Finalsatz der fünften sowie parallel zur sechsten Sinfonie 1807 bis 1808.

Im Konzert spielte Andrei Ionita ein 1671 in der Brescianischen Werkstatt von Giovanni Battista Rogeri gebautes Cello. Rogeri, der zunächst bei Amati gelernt hatte, kombinierte in seinen Instrumenten die besten Elemente der Cremonese- und Brescian-Schulen, was unter anderem auch zum Bau hervorragender Celli führte. Lise de la Salle hingegen spielte auf einem modernen Konzert-Flügel aus der Bayreuther Werkstatt von Steingraeber & Söhne, so dass sich der musikalische Eindruck erheblich von dem der Entstehungszeit der Cellosonate unterschieden haben dürfte. Beethoven, der selbst gern als Klaviervirtuose brillierte, hatte den Klavierpart ohnehin etwas üppig ausgestattet. Wegen der unterschiedlichen Klangkapazität beider Instrumente überwanden die beiden Musiker für mein Empfinden diese Klippen nicht durchgängig. Der Cellist wollte nicht mit sattem, großem Ton dem Flügel Paroli zu bieten. Mit leichter Artikulation, sehr subtil und mit sanft hingehauchten Pianissimo bewies er seine außergewöhnlich Virtuosität, setzte aber auch für intensive Stellen kräftige Akzente.

Die Pianistin Lise de la Salle erwies sich ansonsten als umsichtige Duo-Partnerin und ließ dem Cello Raum, so dass Andrei Ionita sein exzellentes Spiel entfalten konnte.

Moritzburg Festival 2020 / open air- hier: die Besucher und Solisten © Oliver Killig

Moritzburg Festival 2020 / open air- hier: die Besucher und Solisten © Oliver Killig

Den Auftakt des besuchten Schlosskonzerts gab Claude Debussys Petit Suite in der Ursprungsfassung als Klavierkonzert für vier Hände. Debussy (1862-1918) schuf das gleichsam melodische wie rhythmische Stück in märchenhafter Klangwelt mit wechselhaften Stimmungen 1888/1889.

Alessio Bax, 1977 im italienischen Bari geboren, wollte zwar ursprünglich Organist werden, bezauberte aber mit aufschlussreichen Klavier-Interpretationen und seiner Fähigkeit, hinreißende Hörerlebnisse zu schaffen. Die aus Montreal stammende Pianistin Lucille Chung mit koreanische Wurzeln wird für ihre stilvollen, raffinierten Darbietungen, die Kraft, Geschmeidigkeit mit natürlicher Eleganz verbinden, gelobt. Die Künstler sind inzwischen miteinander verheiratet.

Die Eheleute Alessio Bax und Lucille Chung, eines der eindrucksvollsten und attraktivsten Klavierduos unserer Zeit, boten das viersätzige Werk mit ihrer reichhaltigen künstlerischen Leidenschaft sowie ihrer atemberaubenden Virtuosität. Äußerst farbenfroh und mit dringend fließenden Tempi wurde das beliebte Werk geboten.

Mit Gabriel Faurés Klavierquartett Nr. 2 g-Moll op. 45 wurde das Schlosskonzert weitergeführt. Fauré (1845-1924) komponierte das Werk vermutlich zwischen der Mitte des Jahres 1885 und dem Ende von 1886 in einem lyrischen, sehr persönlichen Stil, völlig unabhängig von Modeerscheinungen beziehungsweise Schulen.

Die Musiker, Alessio Bax (Klavier) aus Italien, Bomsori Kim (Violine) aus Korea, Karolina Errera (Viola) aus Rußland und Andrei Ionita (Violoncello) aus Rumänien interpretierten das Quartett klangsensibel austariert mit stilistischen Gespür für die subtilen Reize des Werkes. Dem 41-jährigen Pianisten gelang es, mit seiner doch schon reichen kammermusikalischen Erfahrung die für eine Fauré-Interpretation notwendige Durchsichtigkeit des Spiels vorzugeben. Das war perfekte Stimmführung ohne Dominanz, wie Alessio Bax die jüngeren Streicher insbesondere bei deren Soli durch die Tücken der Partitur führte und ihnen ermöglichte, ihre Virtuosität vorzuführen.

Die Streicher boten dem Publikum ein perfektes Zusammenspiel und, besonders im langsamen Satz, betörend in Szene gesetzte Klangfarben mit markanten Einfällen. Emotionen, Intimität und Eleganz kamen mit einer faszinierenden Leichtigkeit zur Geltung.

Den Abschluss des Schlosskonzertes bildete das Streichsextett G-Dur op. 36 von Johannes Brahms, dargeboten von den Violinisten Kai Vogler und Nathan Meltzer, den Bratschisten Lars Anders Tomter und Ulrich Eichenauer sowie den Cellisten Henri Demarquette und Christian-Pierre La Marca.

Kai Vogler hatte 1993 mit seinem Bruder Jan Vogler und Peter Bruns, damals alle drei in der Staatskapelle verortet, das Moritzburger Festival gegründet. Zunächst war er auch dessen künstlerischer Leiter bis er im Jahre 2001 „den Staffelstab“ an seinen Cellisten-Bruder weiter gab. Im Konzert spielte Kai Vogler sein italienisches Meisterinstrument von 1728.

Der noch junge, hochbegabte Amerikaner Nathan Meltzer brachte die Ames-Stradivari von 1734 mit nach Moritzburg, die vor ihm Roman Totenberg (1911-2012) in unzähligen Konzerten gespielt hatte. Aus Norwegen war der 1959 in Hamar geborene Lars Anders Tomter mit einer Viola aus der Brescianischen Werkstatt von Gasparo da Salò (1540-1609) von 1590 angereist. Sein Bratscher-Partner Ulrich Eichenauer ist uns noch aus seiner Anfängerzeit als Stimmführer seiner Gruppe der Dresdner Philharmoniker in Erinnerung.

Moritzburg Festival 2020 / hier : die Solisten © Oliver Killig

Moritzburg Festival 2020 / hier : die Solisten © Oliver Killig

Mit wunderbar klingenden Violoncelli waren die beiden Musiker aus Frankreich nach Moritzburg gekommen, Foto oben: Henri Demarquette (Jahrgang 1970) mit der Stradivari le Vaslin, von um 1730, und Christian-Pierre La Marca (Jahrgang 1983) mit einem in der Pariser Werkstatt von Jean-Baptiste Vuillaume (1798-1875) 1856 gebautem Instrument.

Johannes Brahms komponierte das G-Dur-Streichsextett in den Jahren 1864 und 1865 unter Verwendung älterer Skizzen. Es wird vermutet, dass er mit dieser Arbeit seine, für ihn nicht sehr rühmliche Beendigung einer Liebesbeziehung zu Agathe von Siebold (1835-1909) aufgearbeitet hat. Die Göttinger Professoren-Tochter und der junge Komponist hatten sich ineinander verliebt und 1858 beinah verlobt. Und während die junge Frau einen Heiratsantrag erwartete, versicherte Brahms ihr zwar seine Liebe, erklärte aber, „Fesseln könne er nicht tragen“. Den damals herrschenden Konventionen folgend, konnte Agathe ihm nur den Laufpass geben. Verwunden hat er die Trennung aber schwer, denn im ersten Satz seines Streichsextetts lässt er noch Jahre später die erste Geige in hoher Lage dreimal A-G-A-H-E klagen und die zweite Geige mit dem Cello mit einem „D“, „T“ ging nicht, seufzend antworten. Auch das wehmütige „Poco Adagio“ könnte in diesem Kontext stehen.

Neben seinem Deutschen Requiem brachte das Opus 36 den Durchbruch Johannes Brahms, und damit die Seltenheit, dass ein Komponist mit seiner Kammermusik Popularität erlangt.

Mir fehlen die Informationen, ob die sechs Streicher das G-Dur-Werk bereits früher zusammen gespielt haben. Mir gefiel aber die beherzt-impulsive, engagierte Herangehensweise bei dem eher konservativen Ansatz der Interpretation. Den sechs Musikern gelang ein sowohl kompakter, als auch nuancenreicher Ensembleklang. Die solistischen Melodien wurden leidenschaftlich und mutig mit individuellem Profil ausgespielt. Spannend auch der klangliche Perspektivwechsel zwischen den Spielern und die Entwicklung, wie sich die sechs jeweils wieder zusammen fanden.

Neben der hohen Virtuosität der sechs Streicher hatte auch die außergewöhnliche Fülle der exzellenten Instrumente ihren Anteil an der, trotz akustischer Einschränkungen durch böigen Wind, beeindruckenden Wirkung der Darbietung.

—| IOCO Kritik Moritzburg Festival |—

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