Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Digitale Talkreihe – Ring des Nibelungen, ab 07.04.2020

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Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel – www.foto-drama.de

Ring des Nibelungen – Richard Wagner

www.operamrhein.de   – Vierteilige, digitale Talkreihe

Generalmusikdirektor Axel Kober und Spielleiter Dorian Dreher unterhalten sich mit ihren Gästen über den „Ring am Rhein“. Der Video-Talk begann am Dienstag, 7. April,  19.30 Uhr, auf www.operamrhein.de mit einer Gesprächsrunde zu Das Rheingold. Am Donnerstag, 9. April 18.00 Uhr folgt  Die Walküre….

Deutsche Oper am Rhein / Axel Kober © Susanne Diesner

Deutsche Oper am Rhein / Axel Kober © Susanne Diesner

Anders als geplant, steigt Generalmusikdirektor Axel Kober rund um Ostern nicht in den Orchestergraben des Düsseldorfer Opernhauses, um Richard Wagners Ring des Nibelungen zu dirigieren.

Anders als geplant, steht auch Spielleiter Dorian Dreher nicht auf der Seitenbühne, um die Darsteller sicher durch die vier Vorstellungen zu lotsen.

Weil der Theatervorhang geschlossen bleiben muss, laden die beiden Kenner und Liebhaber des „Rings“ ihr Publikum zu Gesprächen über Wagners Opus Magnum ein. An allen vier Vorstellungstagen unterhalten sich Axel Kober und Dorian Dreher mal zu zweit, mal mit hochkarätigen Überraschungsgästen über Das Rheingold (ab Dienstag, 7. April, 19.30 Uhr), Die Walküre (ab Donnerstag, 9. April, 18.00 Uhr), Siegfried (ab Samstag, 11. April, 17.00 Uhr) und Götterdämmerung (ab Montag, 13. April, 17.00 Uhr). Gestreamt werden die Gespräche aus den heimischen vier Wänden, wo Axel Kober am Flügel auch musikalische Motive aus dem Ring anspielt. Abrufbar sind die Video-Talks auf:    www.operamrhein.de

Die Walküre- Richard Wager
youtube Trailer der Deutschen Oper am Rhein, Düsseldorf
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In der ersten Folge über Das Rheingold erkunden Axel Kober und Dorian Dreher den Grund des Rheins, um der seltsamen Sprache der Rheintöchter zu lauschen und das sagenumwobene Rheingold zu bergen. Gemeinsam mit ihrem Talkgast steigen sie in Nibelheims Tiefen hinab und sprechen unter anderem über die besonderen Herausforderungen, die Richard Wagner an Musik und Szene stellt.

—| Pressemeldung Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf |—

Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, OPERNMACHER – Ein digitales Osterferienprojekt für Kinder, April 2020

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Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel – www.foto-drama.de

OPERNMACHER – DIE KURZFILMAUSGABE

Ein digitales Osterferienprojekt für Kinder von 8 bis 12 Jahren

Am Montag beginnen die Osterferien, und fest steht: Sie verlaufen für die meisten anders als geplant. Kindern, die jetzt viel Zeit zu Hause verbringen müssen, bietet die Junge Oper am Rhein kurzfristig ein neues Kreativ­projekt an. „Opernmacher – die Kurzfilmausgabe“ ist der kleine Ableger des bereits gestarteten Musiktheaterprojekts „Opernmacher 2.0“: Kinder zwischen 8 und 12 Jahren können sich zu drei verschiedenen Digitalwerkstätten anmelden. In einer Erzähl-, einer Musik- und einer Kreativwerkstatt entstehen die Zutaten für einen aus eigenen Bildern animierten und mit eigenen Tönen unterlegten Film. Entwickelt wird er zu Hause – der Austausch erfolgt über Videokonferenzen unter professioneller Anleitung und ganz ohne Ansteckungsgefahr. Die Teilnahme ist kostenfrei, Anmeldungen nimmt die Junge Oper am Rhein über jungeoper@operamrhein.de entgegen.

Deutsche Oper am Rhein / De Opernacher © FOTO: Anna-Mareike Vohn, Bearbeitung: Elisa Kuzio

Deutsche Oper am Rhein / De Opernacher © FOTO: Anna-Mareike Vohn, Bearbeitung: Elisa Kuzio

Unter Anleitung von Sascha Pranschke – er ist Schriftsteller und Dozent für Kreatives Schreiben – überlegen sich die Teilnehmer der zweitägigen ERZÄHLWERKSTATT gemeinsam eine Fantasiegeschichte, ausgehend von der aktuellen Situation: Was passiert, wenn die Schulen noch länger geschlossen bleiben oder das Klopapier tatsächlich zur Neige geht? Witz, Fantasie und Ideen sind gefragt, wenn es darum geht, eine gute Story zu entwickeln. In der MUSIKWERKSTATT entsteht unter Anleitung des Komponisten und Kompositionslehrers David Graham eine Klangwelt zu der Geschichte: Ob mit Haushaltsgeräten oder dem Kinderchor der Deutschen Oper am Rhein – alles ist möglich. Wer lieber gestalterisch kreativ wird und die Geschichte bebildern möchte, kann sich zur KREATIVWERKSTATT unter Leitung der Illustratorin Elisa Kuzio anmelden. Aus den Werkstatt-Ergebnissen entsteht ein animierter Film, der mit der eigenen Musik unterlegt ist.

Die Erzählwerkstatt startet am Mittwoch, 8. April, um 11.00 Uhr, die Musikwerkstatt am Dienstag, 14. April, um 12.00 Uhr, die Kreativwerkstatt am Donnerstag, 16. April, um 11.00 Uhr. Über die Folgetermine verständigen sich die Gruppen untereinander. Die Teilnehmer*innen benötigen einen Computer, ein Tablet oder Smartphone mit Kamera- und Audiofunktion. Die Anmeldung zu einer der drei Werkstätten erfolgt über jungeoper@operamrhein.de. Die Teilnehmerzahl ist auf jeweils zehn Kinder begrenzt, die Teilnahme kostenfrei.

—| Pressemeldung Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf |—

Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, ALCINA – Georg Friedrich Händel, IOCO Kritik, 25.02.2020

Februar 25, 2020 by  
Filed under Deutsche Oper am Rhein, Hervorheben, Kritiken, Oper

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Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel – www.foto-drama.de

ALCINA –  Georg Friedrich Händel

….. am Anfang war der Zauber …

von Albrecht Schneider

Georg Friedrich Händel Grabplatte in Westminster Abbey © IOCO

Georg Friedrich Händel Grabplatte in Westminster Abbey © IOCO

Aus dem Schatten, den die barocke Figur des Instrumental- und Oratorienkomponist Georg Friedrich Händel mit Alcina auf die musikalische Landschaft legt, tritt der gleichnamige Opernkomponist nicht gerade häufig hervor. Die zu seiner Zeit das musikalische Theater vorzugsweise darstellende Opera seria schätzte den Bühnenzauber durchaus, nutzte also die damaligen technischen Möglichkeiten der Illusionsmaschinerie. Ihre Stoffe rekrutierte sie vorwiegend aus der Mythologie, da in deren hehrem Personal die Souveräne Abziehbilder eigener Großartigkeit zu sehen und zu hören wünschten. Es war der Opera seria als Hofoper aufgegeben, als ästhetischer Verklärungsapparat von Herrschertugenden herhalten zu müssen; in dieser Tradition stand noch Mozart, der mit seiner Oper La Clemenza di Tito, indessen ordentlich honoriert, dem just inthronisierten Kaiser Leopold II zu huldigen hatte. Für die allerletzte ihrer Art mag Benjamin Brittens anlässlich von Elisabeth II Thronbesteigung 1953 geschriebene Krönungsoper Gloriana gelten. Mit ihr wird der jungen Königin Vorgängerin und Namenscousine Elisabeth I freilich weniger strahlend und abgehoben als irdisch schwankend szenisch und musikalisch abgemalt.

Deutsche Oper am Rhein / ALCINA - hier : Maria Kataeva als Ruggiero, Jacquelyn Wagner als Alcina © Jochen Quast

Deutsche Oper am Rhein / ALCINA – hier : Maria Kataeva als Ruggiero, Jacquelyn Wagner als Alcina © Jochen Quast

Die Inselkönigin und Zauberin Alcina verwandelt die Männer, die es auf ihr verruchtes Eiland verschlagen hat, post festum in wilde Tiere wie auch in allerlei Pflanzen und Gesteinsarten. Woher die drastische Verfahrensweise der Dame rührt, enthüllt die Oper nicht, weswegen es sich trefflich spekulieren lässt, ob ihre Galane sich im Bett womöglich als Taugenichtse erwiesen haben oder sie schlichtweg wie eine prämoderne Radikalfeministin verfährt, die den Männern jene Rollen zuweist, die ihrer Ansicht nach deren Grundausstattung repräsentieren.

Alcina – Georg Friedrich Händel
youtube Trailer Deutsche Oper am Rhein
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Allein die Gegebenheiten ändern sich entscheidend, als der Ritter Ruggiero dort und bei ihr landet, folglich Herrscherin und Besucher sich heftig ineinander verlieben oder eher: sie sich gegenseitig geradezu verfallen. Im Liebesrausch vergisst sie die ganze Zauberei und er, dass daheim die Braut Bradamante seiner harrt. Mit deren Auftauchen im Reich Alcinas, um den abgängigen Verlobten in die Realität zurückzuholen, setzt die Oper ein. An ihrem Ende hat sie ihn mit viel Plackerei aus der Magierin Liebesbanden befreit und mit den eigenen zu seinem mutmaßlichen Heil gefesselt, zudem sich die Königinschwester Morgana mit dem eingeborenen Inselbewohner Oronte verbunden. Deren Glück kommt nicht so einfach zustande, weil Bramante vorerst als Mann auftritt und sogleich zum Ziel von Orontes Begierde wird. Zu guter Letzt entrinnen alle zusammen dem Herrschaftsgebiet der königlichen Hexe, die nunmehr als ein aller Liebe beraubtes, um alle Macht und alle Magie gebrachtes trostloses Weib samt nichtswürdigem Imperium dem Blick entschwindet.

Dieses äußere Spiel das Irrungen und Wirrungen ist handlungsarm; das Entscheidende vollzieht sich in der Innenwelt aller Beteiligten, die sich freilich öffnet mit rund vierzig Rezitativen und Arien als permanenten Affektentladungen.

Schauplatz ist nicht mehr die sinnenbetörende aber unselige „Insel des Barock“, sondern Strandbar und Hotelterrasse als Tummelplätze des heutigen Hedonismus’. In einem derartigen mondänen Milieu vermutet die Regisseurin Lotte de Beer die Sozialisation ihrer negativen Heldin und verortet sie auf Dauer auch deswegen dort, weil dieser Raum es ihr ermöglicht, allen destruktiven Gelüsten ungestört zu frönen, bis, ja, bis sie eben in glühender Liebe zu diesem Mann entbrennt und schließlich metaphorisch selbst darin verbrennt.

Deutsche Oper am Rhein / ALCINA - hier : Beniamin Pop als Melisso, Elena Sancho Pereg als Morgana, Andrés Sulbarán als Oronte. © Jochen Quast

Deutsche Oper am Rhein / ALCINA – hier : Beniamin Pop als Melisso, Elena Sancho Pereg als Morgana, Andrés Sulbarán als Oronte. © Jochen Quast

Kunstgerecht und überzeugend hat die Regie vereint mit Christof Hetzer (Bühne), Jorine van Beek (Kostüm) und Alex Brok (Licht) die alte Geschichte einer Femme fatale, ein Habitus, der auf dem Theater und in der Literatur unausweichlich ins Verderben führt, in eine gleichsam bebilderte, also auch sichtbare Herzenssprache übertragen. Solcher das Schöpfungswunder Mann bedrohender und bisweilen geradezu auffressender Frauen werden die Herren im wahren Sinn des Wortes nur Herr mittels Gewalt: Schwert, Scheiterhaufen, Beil, Messer sind die gängigen Techniken, sofern sich nicht sogar der Meeresboden öffnet und sie verschlingt. Was jedoch kaum Wunder nimmt, da derartige Frauengestalten Jahrtausende hindurch in Männerhirnen geboren wurden.

Mitarbeit am Schicksal der negativen Heldin Alcina leisten in in diesem Magnetfeld der Leidenschaften, sich gegenseitig anziehend und wieder abstoßend, der wenig ritterliche, zunächst liebesblinde wie liebestaube Ruggiero, seine unbeirrbare und resolute Braut Bradamante, die von Hose zu Hose schwirrende Alcinaschwester Morgana und als deren letzte Zuflucht der gelegentlich intrigante Oronte.

Alcina Regisseurin Lotte de Beer © IOCO

Alcina Regisseurin Lotte de Beer © IOCO

Die vier von der Stimme her grandiosen Künstlerinnen und von der Erscheinung her bezaubernden (kein fauler Zauber!) Frauen singen sich allesamt wahrlich die Seele aus dem Leib. Davon unberührt dürfte kein Gemüt aus dem Opernhaus in die Nacht hinausgewandert sein. Der Sopranisten Jacquelyn Wagner Töne reflektieren alle Gemütszustände der Alcina: vom Hochgefühl der Liebe bis zur Verzweiflung der Zwölfachteltaktklage: „Mi restano le lagrime – Mir bleiben nur die Tränen“. Man ist hier geneigt mitzuweinen. Mit ihrem „Verdi prati, selve amene – Grüne Wiesen, liebliche Wälder“ singt die Mezzosopranistin Maria Kataeva ein bisschen Frühlingsahnung ins Halbrund des Opernhauses, eindrücklich und makellos gestaltet sie die Hosenrolle des Ruggiero (Die Partie hatte einst der Tenor Fritz Wunderlich in einer CD Aufnahme übernommen). Die Koloraturketten eines „Vorrei vendicarmi – Ich möchte mich rächen“ der tatkräftigen Bradamante (Wallis Giunta) klingen unheilschwanger nicht allein in den Ohren des wankelmütigen und verhexten Heiratskandidaten, sondern ebenso in denen des Auditoriums. Ihn mahnt mit dunkler Männerstimme „Pensa a chi – Denke an sie“ der bradamantische Leibwächter Melisso (Beniamin Pop), indessen der unberechenbaren Oronte (André Sulbarán) ihn mit „Semplicetto! a donna credi – Einfaltspinsel! du vertraust einer Frau“ angiftet. In des maulenden Patrons Herz glaubt die flatterhafte Morgana der Shira Patchornik (aus Wiesbaden für die erkrankte Elena Sancho Pergel bravurös eingesprungen), sich mit melancholischen Tönen „Credete al mio dolore – Glaubt mir meinen Schmerz“ neuerlich einschleichen zu können.

Deutsche Oper am Rhein / ALCINA - hier : Wallis Giunta als Bradamante, Maria Kataeva als Ruggiero, Jacquelyn Wagner als Alcina © Jochen Quast

Deutsche Oper am Rhein / ALCINA – hier : Wallis Giunta als Bradamante, Maria Kataeva als Ruggiero, Jacquelyn Wagner als Alcina © Jochen Quast

Zum Ende des dreiaktigen Dramma per Musica, nachdem der Knabe Oberto (Maria Carla Pino Cury) die Zauberin mit „Barbara – Unmenschliche“ niedergesungen hat und dessen in einen Löwen verwunschener Vater in seine Originalgestalt zurückkehren durfte, finden die drei Hauptaktricen Alcina, Ruggiero und Bradamante sich – eine Rarität in der Opera seria – zu einem Terzett zusammen, um ordentlich miteinander zu hadern. Schließlich ist es ein Chor – auf der barocken Opernbühne ebenfalls nicht oft anzutreffen –, der mit >Ogni mal si cangia in bene – Alles Böse wandelt sich in Gutes< das Publikum wieder mit der realen und bedauerlicherweise nur gelegentlich zauberhaften Welt versöhnt.

Für die Dacapoarien braucht es einen langen Atem. Die in Larghettobögen wie attackierenden Perioden auskomponierten Affekte, lyrisch oder dramatisch formuliert, verlangen neben einer überzeugenden Darbietung Händelscher Musiksprache zudem Empathie der Künstlerinnen für ihre Figuren, damit sie lebendig, damit aus Noten Menschen werden. Regie und Gesang gelangen zu einer grandiosen Darstellung gemeinsam mit der rund dreißig Instrumentalisten zählenden, auf den angehobenen Orchestergraben platzierten Neuen Düsseldorfer Hofmusik. Das Ensemble, historischer Aufführungspraxis verpflichtet und darum mit Darmsaiten, nachgebauten Blasinstrumenten und Theorbe (Basslaute) aufspielend, schafft einen satten und stets transparenten Klangraum, in dem vernehmbar alle Vokalisten sich bestens aufgehoben wissen, und der einen Schwarm Besucher derart verzückt, um – leider – in die Arien hineinzuklatschen. Ein Extrabravo verdient sich die Continuogruppe.

GMD Axel Kober, aus Hamburg nach einem Dirigat von Verdis Falstaff zurück und problemlos aus der Sphäre einer Commedia lirica des späten Neunzehnten Jahrhunderts in die einer Opera seria des frühen Achtzehnten wechselnd, führt mit formenden Händen die Musiker durch die mal gewichtige mal beschwingte, mal düstere und mal lichtere Partitur, jeder ihrer Stimmen wird Gehör geschenkt; gemessen und wieder sprudelnd wie ein Fluss strömt und tanzt die Musik vorüber. Abermals begeistert eine Aufführung, die bloßlegt, wie genial Händel das antiquierte Opernmodell aus Schema und Konvention herauskomponiert hat, und es ist einzigartig, was für ein Stück quicklebendigen Theaters das Orchester, der Dirigent und besonders die brillante Künstlerschar aller Arten aus dem Werk miteinander zu machen verstehen.  Angemessen großer Applaus.

—| IOCO Kritik Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf |—

Düsseldorf, SWING: Die Klaus Esser Bigband – IOCO stellt vor, 20.02.2020

Februar 20, 2020 by  
Filed under Hervorheben, IOCO Aktuell, Konzert

Die Klaus Esser Bigband – Düsseldorf
youtube Trailer der Klaus Esser Bigband / Reiner Alm
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Die Klaus Esser Bigband

Swingtime aus Düsseldorf

– Die  Klaus Esser Bigband – be-swingt  Deutschland –

von Dieter Starck

SWING  fünf Buchstaben elektrisieren Jazzfans auf aller Welt

Swing einerseits ist eine Epoche in der Geschichte des Jazz. Sie begann in New York Ende der 1920er Jahre, eroberte schnell ganz Nordamerika und Teile Europas, und reichte bis in die 1940er Jahre. Große Orchester (daher die Bezeichnung Big Band) und große Namen wie Duke Ellington, Count Basie, Benny Goodman (Spitzname King of Swing) und Glenn Miller prägten diese Zeit. Swing wurde nicht nur angehört, ganz Amerika tanzte nach dieser Musik.

Swing andererseits ist ein rhytmisches Element, aus dem der Jazz weit über die Swing-Epoche hinaus seine besondere Spannung gewinnt – also swingt

Im Dritten Reich noch verpönt und verboten, eroberte der Swing – und damit der Jazz insgesamt – bald darauf auch Deutschland. Teil dieser Geschichte ist eine swingende Big Band, die IOCO hier nachfolgend vorstellt:

Swingtime aus Düsseldorf  –  Klaus Esser Bigband

 Rainer Alm, Musikalischer Leiter der Klaus Esser Big Band © Dieter Starck

Rainer Alm, Musikalischer Leiter der Klaus Esser Bigband © Dieter Starck

Fast schon legendär – die Klaus Esser Bigband aus Düsseldorf: Es begann vor über 50 Jahren: der Düsseldorfer Fabrikant und Hobby-Musiker (Orgel, Vibraphon) Klaus Esser war ein großer Jazz-Liebhaber. In den 1960er Jahren richtete er in seinem Haus ein Tonstudio ein und versammelte regelmäßig junge Jazzmusiker um sich. Man jazzte zusammen und hatte jede Menge Spaß dabei.

Daraus entstand eine zunächst kleine Jazz-Combo, die sich bald darauf zu einer größeren Jazz-Combo erweiterte. Man probte fleißig, gab sich den in der Hoffnung auf regen Zuspruch der Damenwelt zielgerichteten Namen Ladykiller, trat in vielen Konzerten auf und produzierte Schallplatten (CDs oder gar streaming gab es noch nicht).

Der Kreis der bei Klaus Esser regelmäßig probenden und spielenden Musiker wurde immer größer, sodass sich daraus seit Mitte der 1970er Jahre eine veritable Big Band  bildete. Längst spielte Klaus Esser nicht mehr aktiv mit; er war jedoch weiterhin Initiator und Förderer des Orchesters. Die heutige  Klaus Esser Bigband  erweiterte ihre Reputation durch zahllose Konzerte in ganz Deutschland, oft musikalisch bereichert durch großartige Gast-Solisten der internationalen Jazz-Szene.

Die Klaus Esser Bigband  – hier swinging in Remscheid
youtube Trailer der Klaus Esser Bigband / Reiner Alm
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Swingtime ist Teil des Markenzeichens der Klaus Esser Big Band,  denn Arrangements großer, meist amerikanischer, Swing Bigbands (wie Count Basie, Duke Ellington, Glen Miller, Budy Rich) sind Kern des Repertoires. Aber dabei blieb es nicht: immer mehr eigens für die Klaus Esser Bigband geschriebene Arrangements kamen hinzu – ebenso wie stilistische Erweiterungen in Richtung Rock Jazz und Latin Music.

Unter dem langjährigen musikalischen Leiter Rainer Alm besteht die Klaus Esser Bigband aus 17 Instrumentalisten: 5 Saxophone, 4 Posaunen, 4 Trompeten sowie der Rhythmusgruppe bestehend aus Gitarre, Piano, Bass und Schlagzeug. Hinzu kommen regelmäßig Sänger/innen.

Das für den 22. März 2020 geplante Konzert der Klaus Esser Bigband – eine Matinee  im Bürgerhaus Baumberg, Humboldtstr. 8, 40789 Monheim am Rhein – musste leider verschoben werden. Ein neuer Termin wird bekannt gegeben.

—| IOCO stellt vor- Klaus Esser Big Band |—

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