Zürich, Opernhaus Zürich, Musik-Festival mit internationalen Künstlern, 04.07. – 12.07.2020

Opernhaus Zürich

Opernhaus Zürich © Dominic Büttner

Opernhaus Zürich © Dominic Büttner

Finale   Das grosse Musik-Festival zum Abschluss der Saison 2019/20

Erleben Sie endlich wieder Musik live! Nach der Corona-bedingten Schliessung des Opernhauses in den letzten Monaten öffnen wir unsere Türen am Sechseläutenplatz wieder für Sie. Mit der Unterstützung unserer Partner Credit Suisse und UBS veranstalten wir von Samstag, 4. Juli bis Sonntag, 12. Juli das Festival Finale. Noch vor der Sommerpause werden internationale Künstlerpersönlichkeiten auf der Opernbühne die wieder gewonnene Freiheit feiern. Mit vier Liederabenden und fünf Konzerten laden wir Sie bei stark vergünstigten Eintrittspreisen täglich dazu ein, Musik gemeinsam live zu erleben.

Alle Tickets zum Einheitspreis von CHF 50 / CHF 35 können ausschliesslich online unter www.opernhaus.ch oder telefonisch unter +41 44 268 66 66 erworben werden. Aufgrund der reduzierten Platzkapazität durch die Corona-Schutzmassnahmen, ist die Ticketanzahl auf maximal 2 Karten pro Person begrenzt. Für jede Veranstaltung gibt es einen gesonderten Vorverkaufsstart.


Festival-Programm


Samstag 4. Juli 2020, 19 Uhr
(Vorverkaufsstart: Montag 15. Juni)
Philharmonisches Konzert unter der Leitung von Fabio Luisi 
Programm:
«Metamorphosen» für 23 Solo-Streicher, Es-Dur von Richard Strauss
«Verklärte Nacht», op.4, Fassung für Streichorchester von Arnold Schönberg


Sonntag 5. Juli 2020, 11.15 Uhr
(Vorverkaufsstart: Montag 15. Juni)
Philharmonisches Konzert unter der Leitung von Fabio Luisi 
Programm:
«Metamorphosen» für 23 Solo-Streicher, Es-Dur von Richard Strauss
«Verklärte Nacht», op.4, Fassung für Streichorchester von Arnold Schönberg


Montag 6. Juli 2020, 19 Uhr
(Vorverkaufsstart: Dienstag 16. Juni)
Liederabend mit Sabine Devieilhe & Benjamin Bernheim 
Carrie-Ann Matheson, Klavier
Programm:
Lieder, Arien und Duetten von Gaetano Donizetti, Jules Massenet, Henri Duparc, Léo Delibes, Jacques Of-fenbach u.a.


Dienstag 7. Juli 2020, 19 Uhr
(Vorverkaufsstart: Mittwoch 17. Juni)
Liederabend mit Thomas Hampson
Wolfram Rieger, Klavier
Programm:
Lieder von Gustav Mahler (zu seinem 160. Geburtstag), Aaron Copland, John Corigliano, Stephen Foster, Henry Burleigh, Michael Daugherty, Jennifer Higdon u.a.


Mittwoch 8. Juli 2020, 19 Uhr
(Vorverkaufsstart: Donnerstag 18. Juni)
Liederabend mit Diana Damrau
Xavier de Maistre, Harfe
Programm:
Werke von Felix Mendelssohn-Bartholdy, Sergei Rachmaninow, Franz Liszt, Reynaldo Hahn, Maurice Ravel, Henriette Renié, Francis Poulenc


Donnerstag 9. Juli 2020, 19 Uhr
(Vorverkaufsstart: Freitag 19. Juni)
Konzert mit Julie Fuchs und dem Orchestra La Scintilla
Riccardo Minasi, Violine und musikalische Leitung
Programm:
Arien, Ouvertüren und Konzerte von Antonio Vivaldi und Georg Friedrich Händel


Freitag 10. Juli 2020, 19 Uhr
(Vorverkaufsstart: Freitag 19. Juni)
Liederabend mit Javier Camarena 
Enrico Maria Cacciari, Klavier
Programm:
Arien von Gaetano Donizetti, Vincenzo Bellini, Giuseppe Verdi, Edouard Lalo


Samstag 11. Juli 2020, 19 Uhr
(Vorverkaufsstart: Freitag 19. Juni)
Operettengala mit Camilla Nylund und Piotr Becza?a
Philharmonia Zürich unter der Leitung von Fabio Luisi
Programm:
Arien, Duette und Ouvertüren aus «Die lustige Witwe» und «Das Land des Lächelns» von Franz Lehár, «Die Fledermaus» von Johann Strauss oder «Gräfin Mariza» von Emmerich Kálmán


Sonntag 12. Juli 2020, 18 Uhr
(Vorverkaufsstart: Freitag 19. Juni)
Operettengala mit Camilla Nylund und Piotr Becza?a
Philharmonia Zürich unter der Leitung von Fabio Luisi
Programm:
Arien, Duette und Ouvertüren aus «Die lustige Witwe» und «Das Land des Lächelns» von Franz Lehár, «Die Fledermaus» von Johann Strauss oder «Gräfin Mariza» von Emmerich Kálmán

—| Pressemeldung Oper Zürich |—

Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Mittsommer-Operngala – live im Autokino, 19.06.2020

Juni 5, 2020 by  
Filed under IOCO Aktuell, Konzert, Pressemeldung

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Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel – www.foto-drama.de

Mittsommer-Operngala –  live im Autokino

 Rheinoper feiert erstes große Opern-Event nach Corona-Lockdown

Premiere im Autokino Düsseldorf: Nach drei Monaten coronabedingter Spielpause feiert die Deutsche Oper am Rhein am Freitag, 19. Juni, um 22.00 Uhr das erste große Opern-Event auf dem Messeparkplatz P1 im Autokino Düsseldorf. Unter der Leitung von Generalmusikdirektor Axel Kober präsentieren sieben Stars aus dem Opernensemble, die Düsseldorfer Symphoniker und Mitglieder des Chors der Deutschen Oper am Rhein eine stim­mungs­volle Mittsommernacht mit Arien und Ausschnitten aus beliebten Opern wie Carmen, Il barbiere di Siviglia, La traviata und Nabucco.

Das Live-Erlebnis wird von der Bühne auf die große Kino-Leinwand, der Klassik-Sound ins Autoradio übertragen. Die Deutsche Oper am Rhein realisiert diesen Opernabend dank der Unterstützung ihres Freundeskreises und in Zusammenarbeit mit D.LIVE als städtischem Betreiber des Autokinos. Mehr als 70 Mitwirkende sind auf der Bühne und im Orchester dabei – 500 Autos mit maximal fünf Personen finden Platz. Tickets für 50 € pro Auto sind ausschließ­lich online über www.autokino-duesseldorf.de und www.operamrhein.de erhältlich. Sollte es regnen, findet das Konzert trotzdem statt – mit einer Schlechtwetter-Variante ist vorgesorgt.

Deutsche Oper am Rhein / Autokino Düsseldorf @ DLIVE

Deutsche Oper am Rhein / Autokino Düsseldorf @ DLIVE

Sieben Stars aus dem Ensemble der Deutschen Oper am Rhein präsentieren ein „Best of“ der Opernliteratur, darunter die große Arie der Violetta aus Verdis La traviata, gesungen von Adela Zaharia, Szenen aus Bizets leidenschaftlicher Carmen mit Ramona Zaharia, Eduardo Aladrén und Bogdan Baciu und virtuose Höhepunkte aus Rossinis Il barbiere di Siviglia und Donizettis Linda di Chamounix mit Maria Kataeva, Elena Sancho Pereg und Bogdan Talo. Schließlich stimmt der Chor der Deutschen Oper am Rhein VerdisVa, pensiero“ und gemeinsam mit Eduardo Aladrén das berühmte „Nessun dorma“ von Puccini an.

„Die Idee zur ‚Operngala im Autokino‘ kam mir spontan, als ich vor kurzem als Besucher im Autokino war“, sagt Generalinten­dant Christoph Meyer, „eine außergewöhnliche Location mit toller Atmosphäre! Für uns alle sicher eine völlig neue, spannende Erfahrung und Herausforderung, aber in diesen besonderen Zeiten gilt es auch Neues zu wagen, und wir freuen uns sehr darauf, auf diese Weise gemeinsam mit den Zuschauern unsere Solisten, unseren Chor und die Düsseldorfer Symphoniker wieder live mit großer Oper erleben zu können.“

Solange eine Rückkehr auf die Bühne des Opernhauses noch nicht möglich ist, wird die Zeit dort unter anderem für die Erneuerung der Bühnentechnik und der Inspi­zienten­anlage genutzt. Das der aktuellen Situation ange­pass­te Programm zum Saisonstart im September stellt die Deutsche Oper am Rhein in der letzten Juni-Woche vor.


Mittsommer-Operngala live im Autokino Düsseldorf am 19. Juni 2020


Musikalische Leitung: Axel Kober
Maria Kataeva, Elena Sancho Pereg, Adela Zaharia, Ramona Zaharia, Eduardo Aladrén, Bogdan Baciu, Bogdan Talo  //  Chor der Deutschen Oper am Rhein  //  Düsseldorfer Symphoniker

Georges Bizet (1838-1875)
CARMEN  –  Vorspiel 1. Akt  –  Düsseldorfer Symphoniker

Habanera der Carmen  –  „L’amour est un oiseau rebelle“
Ramona Zaharia, Chor der Deutschen Oper am Rhein

Arie des Escamillo  –  „Votre toast, je peux vous le rendre”
Bogdan Baciu, Ramona Zaharia (Carmen), Elena Sancho Pereg (Frasquita), Maria Kataeva (Mercedes), Chor

Finale 2. Akt  –  „Non, tu ne m’aimes pas!…Que dis-tu?”  –  Ramona Zaharia (Carmen), Eduardo Aladrén (Don José), Elena Sancho Pereg (Frasquita), Maria Kataeva (Mercedes), Chor

Gioachino Rossini (1792-1868)
Il barbiere di Siviglia  –  Cavatina des Figaro  –  „Largo al factotum”
Bogdan Baciu

Duett Rosina – Figaro  –  „Dunque io son… Tu non m’inganni”
Maria Kataeva, Bogdan Baciu

Arie des Don Basilio  –  „La calunnia“  –  Bogdan Talo


Gaetano Donizetti (1797-1848)
LINDA DE CHAMOUNIX

Arie der Linda
„O luce di quest’anima“
Elena Sancho Pereg

Giuseppe Verdi
LA TRAVIATA  –   Arie der Violetta  –  „È strano… Sempre libera“
Adela Zaharia (Violetta), Eduaro Aladrén (Alfredo)

Giuseppe Verdi (1813-1901)
NABUCCO  –  Ouvertüre

Szene des Zaccaria
„Sperate, o figli“  –  Bogdan Talo (Zaccaria), Eduardo Aladrén (Ismaele), Chor der Deutschen Oper am Rhein

Gefangenenchor  –  „Va, pensiero, sull‘ ali dorate“
Chor der Deutschen Oper am Rhein

Léo Delibes (1836-1891)
Lied „Les Filles de Cadiz“  –  Adela Zaharia

Ruperto Chapí y Lorente (1851-1909)
Las hijas del Zebedeo  –  Romanze „Las Carceleras“  –  Maria Kataeva

Giacomo Puccini (1858-1924)
TURANDOT  –  Arie des Calaf  –  „Nessun dorma”
Eduardo Aladrén, Damenchor der Deutschen Oper am Rhein

Giuseppe Verdi
LA TRAVIATA  –  Brindisi „Libiamo ne’ lieti calici”  –  alle

—| Pressemeldung Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf |—

Wuppertal, Oper Wuppertal, Der Liebestrank – Gaetano Donizetti, IOCO Kritik, 04.03.2020

März 4, 2020 by  
Filed under Hervorheben, Kritiken, Oper, Wuppertaler Bühnen

Wuppertaler Bühnen

Opernhaus Wuppertal © Andreas Fischer

Opernhaus Wuppertal © Andreas Fischer

DER LIEBESTRANK    Gaetano Donizetti

BELCANTO – umrahmt von bunten Gags, Show, Revue

von Viktor Jarosch

Gaetano Donizetti (1797–1848) war ein ungewöhnlicher Komponist: In seiner kurzen Schaffenszeit von 1818 – 1843 komponierte er über 70 Opern, Messen, Kantaten, Sonaten: die großen Städte in Italien hatten damals mehrere große Theater, welche  beständig neue Werke bei etablierten Komponisten einforderten. In heftiger Konkurrenz mit Vincenco Bellini (1801–1835) schuf Donizetti eine musikalische Brücke zwischen Gioacchino Rossini und Giuseppe Verdi und gestaltete den Weg vom modischen Belcanto zur differenzierenden musikalischen Charakter-Dramatik. Doch erst im September 1830, mit seiner 32sten Oper Anna Bolena, Librettist Felice Romani, wurde Donizetti bekannt. Sechs Opern später, im Mai 1832, mit der in nur drei Wochen entstandenen komödiantischen Oper L´Elisir d´amore, Der Liebestrank, gelang ihm der überregionale Durchbruch. Donizetti wurde – über Nacht – weltberühmt. Der große Erfolg überraschte selbst Donizetti. Der Liebestrank gehört seither zu den meist gespielten Werken in aller Welt, auf großen wie kleinen Bühnen.

Oper Wuppertal / Der Liebestrank - hier : die über die Mühen des Alltags klagenden Menschen © Bjoern Hickmann

Oper Wuppertal / Der Liebestrank – hier : die über die Mühen des Alltags klagenden Menschen © Bjoern Hickmann

„Meistermacher“ des Liebestrank war wie bei Anna Bolena neben Donizetti auch Librettist Felice Romani.  Romani suchte beständig nach neuen Sujets für Donizetti und den schnelllebigen italienischen Opernmarkt. Das spritzige Libretto des französischen Dramaturgen Augustin Eugène Scribe begegnete ihm; Daniel Auber hatte daraus die in Frankreich erfolgreiche Oper Le Philtre geschrieben. Romani übernahm das Libretto nahezu wörtlich ins italienische, füllte es mit „Buffo-Arien“, welche Donizetti filigran komponierte, und instrumentierte: Fertig war L´Elisir d´amore!

Berthold Schneider, Intendant und ex-Chefdramaturg der Oper Wuppertal, suchte für „seinen“   Liebestrank eine lebendige, facettenreiche  Opern-Show zwischen Kitsch und Kunst, ohne den „Staub einfachen Dorflebens“. In dem Österreicher Stephan Prattes fand Schneider „seinen“ Regisseur: im Genre Musical zu Hause, mit Shows im Berliner Friedrichstadtpalast und  dem Tipi am Kanzleramt wie in Wien seit Jahren erfolgreich. Show- und Revuecharakter prägt denn auch die Wuppertaler Inszenierung; Kostüme Heike Seidler, Dramaturgie David Greiner. Gepriesen sei bereits hier der vielseitige Einsatz des Opernchor der Wuppertaler Bühnen. Regisseur Prattes entführte Donizettis Oper aus der Bauernwelt in städtisches Leben: mit modernem Charme  und Witz, mit lebensfrohen Bezügen zu Wuppertal. Die anspruchsvolle Belcanto – Oper wird in allen Partien aus eigenen Reihen und vorzüglich besetzt: erneutes Kompliment an die Wuppertaler Stadtoberen und Berthold Schneider. Vor wenigen Jahren hatten sie in einer mutigen Entscheidung gegen ein Stagionesystem und für ein Repertoiresystem mit eigenem Ensemble für die Oper Wuppertal votiert. Dies eigene Ensemble der Oper Wuppertal war in Liebestrank,  einer anspruchsvollen Belcanto-Oper, hörbarer Beweis für Richtigkeit der komplexen ehemaligen Entscheidung, für die Zukunftsfähigkeit der Oper Wuppertal.

Oper Wuppertal / Der Liebestrank - hier Belcore besingt seine Adina - Belcanto pur © Bjoern Hickmann

Oper Wuppertal / Der Liebestrank – hier Belcore besingt seine Adina – Belcanto pur © Bjoern Hickmann

L‘elisir d‘amore und das Wort SEDUZIONE ist in der Wuppertaler Inszenierung stets präsent: zur Ouvertüre auf den Bühnenvorhang projiziert; oft auch im Himmel des  Bühnenbildes abgebildet, erstes Foto. Es weist auf die stets gegenwärtigen, vielfältigen Verlockungen und Verführungen unseres Lebensalltags. Das erste Bild: Ein unspektakulär hoher sattgrüner Raum mit schwarzen Sockeln, auf denen sich Giannetta und in vielfältiger Kleidung die – hier – städtische Bevölkerung findet und mit ihren Klagen über die Mühen des Lebensalltags: „Bel conforto al mietitore …“ („Vor des Tages Hitz und Schwüle .“) und der Opernchor  den Belcanto wunderbar zum Klingen bringt. Nemorino, zu Beginn noch schüchterner junger Mann in kurzer Hose, in seiner ersten Arie „Quanto e bella, quanto e cara!..“ („welche Schönheit, welche Reize ..“) mit junger Tenorstimme von der ein Buch lesenden Adina schwärmt, während diese, hier noch in jugendlichem Kleid, aus ihrem Buch vorliest: „Della crudele Isotta il bel Tristano ardea …“ („Tief von Idoldens Reizen war Tristans Herz getroffen…“) von jener alten Sage um Tristan und Isolde und fragt, ob der „Wundermann“ noch lebe, welcher damals den Liebestrank schuf.

Der dann mit seinen Soldaten in bunten, wenig kampflüstern wirkenden Uniformen einmarschierende Sergeant Belcore, später elegant oder im Bademantel mit Revolver formt in vielen Episoden und Gags den Show-Charakter der Inszenierung, deren unernst verspielten Geist. Gemeinsam mit dem Quacksalber Dulcamara, welcher dem liebeskranken Nemorino eine Flasche als Liebestrank verkauft, welche er kurz zuvor einem am Boden liegenden Obdachlosen geraubt hatte.

Gags: In Erinnerung an die 1950 aus der Wuppertaler Schwebebahn gestürzte Elefantenkuh Tuffi  begleiten Elefanten die Inszenierung in vielen Facetten: als kleines Plüschtier, als tanzendes Elefantenensemble,  als riesiger Elefantenballon (Foto) der vom Bühnenhimmel schwebt und später auf der Bühne langsam „seinen Geist aushaucht“, zusammenfällt; der Klau des „Liebestranks“ von einem Obdachlosen; wenn auf einem riesigen Handy im Bühnenhintergrund beständig schräge Protagonisten abgebildet werden; wenn Ensemble, Statisten und Chor zu beeindruckenden, nahezu artistischen Turnübung (Choreographie Amy Share-Kissiov) Nemorinos Erbschaft besingen; wenn letztlich Adina in gepflegtem Kleid und Nemorino in dunklem Anzug als gereifte Menschen wieder zueinander finden.

 Oper Wuppertal / Der Liebestrank - hier : Adina schwebt im Himmel über Tuffi, der Elefantenkuh und Statisten © Bjoern Hickmann

Oper Wuppertal / Der Liebestrank – hier : Adina schwebt im Himmel über Tuffi, der Elefantenkuh und Statisten © Bjoern Hickmann

Oper Wuppertal / Der Liebestrank - hier : Premierenapplaus © IOCO

Oper Wuppertal / Der Liebestrank – hier : Premierenapplaus © IOCO

Das schauspielstarke junge Ensemble der Oper Wuppertal schuf auch stimmlich den romantischen zarten Geist des Belcanto: Ralitsa Ralinova wandelte sich mit schön timbrierten Sopran von der zunächst  gelangweilt umschwärmten zur selbst schwärmenden Adina, bewundert von Sangmin Jeon als Nemorino, dessen aufmerksam erwartete Tenorarie Una furtiva lagrima (Eine heimliche Träne) mit großen Sonderbeifall gefeiert wurde. Den spritzigen Show-Charakter der Inszenierung förderten besonders Sebastian Campione als schräg schleimiger Quacksalber Dulcamara und Simon Stricker in seiner von Gags  strotzenden Partie des Sergeanten Belcore. Auch Wendy Krikken, Nachwuchssängerin aus dem Opernstudio NRW, gestaltete ihre Partie der Giannetta stimmlich und darstellerisch mit Bravour. Das Sinfonieorchester Wuppertal unter Leitung von Johannes Pell gab dem sanft, langsamen Belcanto, den vom Parlando kommenden Stimmen den sensiblen  sängerfreundlichen Rahmen.

Szenenapplaus während, Ovationen zum Ende der Vorstellung gab es für Regie, Orchester, Chor, Statisten und Ensemble und der nachfolgenden Premierenfeier. Doch  ein Wermutstropfen  des realen Lebens begleitete die Inszenierung: Intendant Berthold Schneider teilte zur Premierenfeier auch mit, dass die für das laufende Jahr vereinbarte Tariferhöhung im Gehalt seiner Künstler leider immer noch nicht „angekommen sei“.

Der Liebestrank an der Oper Wuppertal; die weiteren Vorstellungen 29.3.; 19.4.; 25.4.; 27.5.; 29.5.; 6.6.2020

—| IOCO Kritik Wuppertaler Bühnen |—

Stuttgart, Staatsoper Stuttgart, Galakonzert – Internationales Opernstudio, 09.03.2020

Februar 28, 2020 by  
Filed under Konzert, Pressemeldung, Staatsoper Stuttgart

Staatsoper Stuttgart

Oper Stuttgart © Matthias Baus

Oper Stuttgart © Matthias Baus

10 Jahre Internationales Opernstudio – Staatsoper Stuttgart
Stars von morgen heute schon erleben

Festliches Galakonzert im Mercedes-Benz Museum am 9. März 2020 mit Mitgliedern des Internationalen Opernstudios der Staatsoper Stuttgart und des Opernstudios der Opéra National du Rhin Straßburg

Das Internationale Opernstudio der Staatsoper Stuttgart blickt auf eine mittlerweile zehnjährige Erfolgsgeschichte zurück. Zu diesem jungen Jubiläum gestalten die Sänger*innen des Stuttgarter Opernstudios gemeinsam mit den jungen Künstler*innen des Opernstudios der Opéra National du Rhin in Straßburg am Montag, 9. März 2020, um 19.30 Uhr ein festliches Gala-Konzert unter dem Motto Stars von morgen heute schon erleben im Atrium des Mercedes-Benz Museums. Die Städtepartnerschaft zwischen Stuttgart und Straßburg findet bei diesem besonderen Konzert ihren künstlerischen Ausdruck.

Staatsoper Stuttgart / Opernstudio © Matthias Baus

Staatsoper Stuttgart / Opernstudio © Matthias Baus

In dem besonderen Ambiente des Mercedes-Benz Museums erwartet das Publikum ein Programm mit Höhepunkten der Opernliteratur seit Mozart. Bekannte Werke wechseln sich dabei mit musikalischen Raritäten ab. Das kurzweilige Programm beinhaltet Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Gioachino Rossini, Gaetano Donizetti, Vincenzo Bellini, Giacomo Puccini, Hector Berlioz, Igor Strawinsky, Maurice Ravel und Georges Bizet.

Das detaillierte Programm finden Sie im Anhang dieser E-Mail 

GALAKONZERT PROGRAMM
AM 9. MÄRZ 2020

Wolfgang Amadeus Mozart (1759 – 1791)
Quartett aus Die Entführung aus dem Serail
Ach Belmonte! Ach mein Leben!
Carina Schmieger Konstanze
Charles Sy Belmonte
Claudia Muschio Blonde
Christopher Sokolowski Pedrillo


Maurice Ravel (1875 – 1937)
Arie aus L’Heure espagnole
Oh, la pitoyable aventure!
Eugénie Joneau Conception


Vincenzo Bellini (1801 – 1835)
Duett aus La Sonnambula
Son geloso del zeffiro errante
Claudia Muschio Amina
Charles Sy Elvino

Léo Delibes (1936 – 1891)
Arie aus Lakmé  –  N°4 Air Gérald
Prendre le dessin d’un bijou –
Fantaisie aux divins mensonges
Tristan Blanchet Gérald


Wolfgang Amadeus Mozart (1759 – 1791)
Duett aus Idomeneo
S’io non moro a questi accenti
Carina Schmieger Ilia
Alexandra Urquiola Idamante


Gaetano Donizetti (1797 – 1848)
Trio aus La fille du régiment
Tous les trois réunis
Claudia Muschio Marie
Christopher Sokolowski Tonio
Jasper Leever Sulpice

Georges Bizet (1838 – 1875)
aus Les pêcheurs de perles  –  N°2 Récit

Nadir, Zurga
C’est toi, toi enfin que je revois
Duo Nadir, Zurga
Au fond du temple saint
N°4 Récit Nadir
A cette voix
Romance Nadir
Je crois entendre encore
N°7 Récit et Cavatine Leïla
Me voilà seule dans la nuit
N°11 Récit et Air Zurga
L’orage s’est calmé
N°15 Trio Leïla, Nadir, Zurga
O lumière sainte
Julie Goussot Leïla
Thomas Kiechle Nadir
Jacob Scharfman Zurga


PAUSE

Gioacchino Rossini (1792 – 1868)
Duett aus La Cenerentola (1817)
Un segreto d’importanza
Elliott Carlton Hines Dandini
Jasper Leever Don Magnifico
Maurice Delage
Quatre poèmes hindous
Madras (stance 221 de Bhartrihari), dédié à Maurice Ravel,
Lahore (poésie de Heinrich Heine),
Bénarès – Naissance de Bouddha
(anonyme), dédié à Florent Schmitt,
Jeypur (stance 733 de Bhartrihari),
dédié à Igor Stravinsky
Claire Péron


Hector Berlioz (1803 – 1867)
Duett aus Béatrice et Bénédict
Comment le dèdain, pourrait-il mourir
Alexandra Urquiola Béatrice
Charles Sy Bénédict


Giacomo Puccini (1858 – 1924)
Quartett aus La Bohème
Addio dolce svegliare alla mattina
Julie Goussot Musetta
Carina Schmieger Mimi
Tristan Blanchet Rodolfo
Elliott Carlton Hines Marcello


Igor Stravinsky (1882 – 1971)
Epilogue aus The Rake’s Progress
Good people, just a moment …
Carina Schmieger Anne
Christopher Sokolowski Tom
Elliott Carlton Hines Nick
Alexandra Urquiola Baba
Jasper Leever Father


Hinweis: Am Montag, 09.03.2020, findet parallel zum Galakonzert ein Heimspiel des VfB Stuttgart in der Mercedes-Benz Arena statt (Anpfiff 20:30 Uhr, Ende: ca. 22:15 Uhr). Von ca. 17:30 bis 22:30 Uhr wird die Anfahrt über die Mercedesstraße nicht möglich sein, da die Straße gesperrt wird.

Gäste, die mit dem PKW anreisen, werden daher gebeten, über den Martin-Schrenk-Weg (Kreisverkehr) zu fahren. Parkmöglichkeiten bestehen wie gewohnt im Mercedes-Benz Museum Parkhaus oder im gegenüberliegenden P4. Die Ausfahrtickets gelten für beide Parkhäuser.


Das Internationale Opernstudio der Staatsoper Stuttgart

Die Staatsoper Stuttgart zählt zu den wichtigsten europäischen Opernhäusern. Eine essentielle Grundlage dieses Erfolges sind die hochkarätigen Sängerinnen und Sänger des Ensembles, die das Haus am Oberen Schlossgarten als ihre künstlerische Heimat schätzen und gleichzeitig international gastieren.

Neben der kontinuierlichen Weiterentwicklung dieses Sängerensembles hat sich die Staatsoper seit vielen Jahren auch die Förderung des Sängernachwuchses zum Ziel gesetzt: Das Internationale Opernstudio der Staatsoper Stuttgart ist ein Trainee-Programm für Sängerinnen und Sänger, die ihr Studium abgeschlossen haben und nun in einer gesunden Balance zwischen dem Sängerberuf auf der großen Bühne und hochkarätigen Meisterkursen, Coachings und besonderer pädagogischer Betreuung ihre Stimme und künstlerische Persönlichkeit entwickeln können. In der Spielzeit 2019/20 erhalten sieben Sängerinnen und Sänger die Möglichkeit, ihre ersten prägenden Karriereschritte unter besten Bedingungen an der Staatsoper Stuttgart zu gehen. Schirmherrin des Opernstudios ist in dieser Saison Kammersängerin und Ensemblemitglied Catriona Smith.

Im Rahmen der im Jahre 1962 gegründeten Städtepartnerschaft Strasbourg – Stuttgart traten die Opernstudios der Opéra national du Rhin und der Staatsoper Stuttgart ab der Spielzeit 2016/17 in einen aktiven Austausch. Zu den Höhepunkten dieser Partnerschaft gehören zwei Konzerte in der Saison, in denen sich die Mitglieder beider Opernstudios gemeinsam dem Publikum präsentieren.

Zum Internationalen Opernstudio der Staatsoper Stuttgart 2019/20 gehören aktuell sieben junge Sängerinnen und Sänger: Elliott Carlton Hines aus Texas / USA, Jasper Leever aus den Niederlanden, Claudia Muschio aus Italien, Carina Schmieger aus Deutschland (Freiburg i. Br.), Christopher Sokolowski aus New York / USA, Charles Sy aus Kanada und Alexandra Urquiola aus Kuba.

Immer wieder konnten Mitglieder des Opernstudios nach Ablauf ihres Stipendiums nahtlos ins Solistenensemble der Staatsoper Stuttgart übernommen werden. Zurzeit sind sieben ehemalige Stuttgarter Opernstudiosi fest im Solistenensemble der Staatsoper Stuttgart engagiert: Esther Dierkes, Josefin Feiler, Diana Haller, Ida Ränzlöv, Moritz Kallenberg, Kai Kluge und Michael Nagl. Viele weitere der ehemaligen Stuttgarter Opernstudio-Mitglieder sind inzwischen an anderen in- und ausländischen Opernhäusern engagiert oder gastieren als freiberufliche Sänger erfolgreich weltweit.

In Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart.

Telefonisch und per E-Mail
+49 711 20 20 90
tickets@staatstheater-stuttgart.de
Montag bis Freitag 10 bis 20 Uhr, Samstag 10 bis 18 Uhr

An der Theaterkasse
Königstraße
1D (Theaterpassage), 70173 Stuttgart
Montag bis Freitag 10 bis 19 Uhr, Samstag 10 bis 14 Uhr

—| Pressemeldung Staatsoper Stuttgart |—

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