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München, MusikSalons, Das Stereotype Baroque Trio – in kleinem Kreis, IOCO Aktuell, 01.03.2020

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Daniela Zimmermann
02. March 2020
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Im Musiksalon / hier das Stereotype Baroque Trio © Stereotype Baroque Trio
Im Musiksalon / hier das Stereotype Baroque Trio © Stereotype Baroque Trio

Stereotype Baroque Trio  –  in kleinem Kreis

Die Wiederauferstehung des Musiksalons

von Daniela Zimmermann

Im 19 Jahrhundert hatte neben den literarischen Salons, auch der Musiksalon seine Blütezeit, als Fortführung der Kammermusik des Adels im 17/18 Jahrhunderts. Die großbürgerliche Gesellschaft traf sich in diesen Salons zur “Hausmusik”. So förderte der junge Jacques Offenbach in den Pariser Musiksalons seine Karriere als Cellovirtuose, Franz Liszt war in ganz Europa umjubelter Klaviervirtuose der privater Musiksalons. Franz Schubert komponierte für den Biedermeier Salon in Wien. Ende des 19 Jahrhunderts gab es dann auch in Cafés und guten Hotels Musiksalons für Jedermann. Die moderne Zeit, das Radio und das Grammophon beendeten die Zeit der Musiksalons zu Beginn des 20sten Jahrhunderts

Jetzt feiern die Musiksalons eine zarte Wiederauferstehung. In vielen Städten Deutschlands gibt sie schon: meist noch unauffällig, verstohlen. Eine Freundin erzählte mir gerade von ihren Musiksalonerlebnis in Frankfurt. Freunde führten mich in einen Münchner Musiksalon ein, mit der Worten, „die Hausherrin ist bereit, Dir einen Stuhl hinzustellen“. Ein wenig fühlte ich mich, wie Christiane Vulpius, der späteren Christiane von Goethe, bei jener berühmten Tasse Tee. Und man trifft sich im Musiksalon großbürgerlich aber leise, diskret. Der intime Rahmen des besuchten Münchner Musiksalons vermittelte alte Musik auf besonders sensible nahegehende Weise.

An jenem Abend spielten drei junge Künstler: Matija Chlupacek die Soloblockflöte, Oleh Chuchlieb aus Kiew spielte eine Laute, die Theorbe,  das Spinett spielte Sayka Matsunaga aus Japan. Es war ein Abend der alten Musik, der Baroquemusik.

Geflötet wurde bekanntlich schon in der Steinzeit. Aber bis zu brillanten, klangvollen Konzertflöten brauchte es doch bis zur Barockzeit. In dieser Zeit gelang es den Klangraum der Flöten von f-g und zu c  und zu den obertönigen Klängen der Sopranflöte zu erweitern.

Die Theorbe ist ein Lauteninstrument mit einem sehr verlängerten Hals. Sein tiefes Bassregister machte dieses Zupfinstrument ab dem 16. Jahrhundert zu einem begleitenden Generalbass. Theorbisten gehörten zum Orchester der damaligen Kammermusik. Auch hier war sie das ideale Begleitinstrument zur Flöte. Oleh Chuchlieb spielte auf seiner Renaissance Laute eine Solo Toccata von Michelangelo Galilei (1575 – 1631).

Antonio Vivaldi (1678 – 1741), Georg Friedrich Händel (1685 – 1759) und Johann Sebastian Bach (1685 – 1750) haben viele Konzerte und Sonaten für Blockflöte geschrieben.

Für das Baroque Ensemble Stereotype Baroque Trio spielten an jenem Abend Sayaka Matsunaga am Cembalo die Sonate in d-moll BWV 964 von Johann Sebastian Bach. Die Musiker dieses Abends waren junge Künstler, die an der Münchner Hochschule für Musik studieren; mit dem Bachelor für Musik. Ihre Ernsthaftigkeit, dieses Aufgehen in der Musik, Musik leben, all das haben sie uns zu ihrem wunderschönen Musizieren noch dazu gegeben.

Alle Anwesenden haben das Konzert sehr genossen. Und wenn Sie auch so ein schönes Konzert erleben wollen, dann hier mein Tipp: am 26. April 2020 spielt das Stereotype Baroque Trio in Rothenburg ob der Tauber im Wildbach Rothenburg. 

Der Ausklang in unserem Münchner Musiksalon vollzog sich edel, mit exklusiven Häppchen und delikatem Wein. Doch gibt es etablierte Musiksalons inzwischen in vielen deutschen Städten: In Leipzig das Salonorchester Capuccino, in Salzburg den Musiksalon Salonieri, in Dresden  den  MusikSalon.

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