El Inmortal – CD von Coviello Classics, IOCO CD-Rezension, 06.12.2019

El Inmortal - CD von Coviello Classics © Coviello Classics

El Inmortal – CD von Coviello Classics © Coviello Classics

 El Inmortal –  CD von Coviello Classics – COV92003

Eine Weltreise der Musik – Siegfried + Johanna Jung, Yasuko Kagen

von Michael Stange

Siegfried + Johanna Jung sowie Yasuko Kagen laden zu beschwingter Welt-Reise mit Tuba, Harfe und Flügel ein. Das CD-Album El Inmortal (Der Unsterbliche) ist eine Hommage an die unsterbliche Entstehung der Musik und eine mitreißende, poetische musikalische Weltreise.

Tubist Siegfried Jung hat sieben Komponisten gebeten, eigene Kompositionen unter Ver-wendung der Volksmusik ihrer Heimat zu schreiben. So sind auf dem Album El Inmortal acht Komposi-tionen aus Argentinien, Deutschland (2 x), Japan, Rumänien, Ungarn, England und den USA versammelt.

Tubist Siegfried Jungstellt sich vor
youtube Trailer Siegfried Jung
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Siegfried Jung – in Temeschburg (Rumänien) geboren – ist Mitglied des Orchesters des Nationaltheater Mannheim und als internationaler Tuba-Solist weltweit gefragt. Siegfried Jung, Johanna Jung an der Harfe und Yasuko Kagen am Flügel haben mit El Inmortal ein mitreißendes Album vorgelegt.

Beginnend mit dem Stück El Inmortal von Gerardo Gardelin aus Argentinien wird die Welt des Tangos erkundet, mit modernen Elementen verknüpft aber immer wieder zum Tango zurückgefunden. Das Werk vereint Elegie und rhythmischen Schwung. Willi März, der zweimal vertreten ist, greift in Grotesker Landler die bayrischen Tanzmelodien auf und rei-chert sie mit überraschenden Wendungen und Brüchen an.

Corazón de la fiesta (Herz des Festes) von Yojiro Minami ist ein Tanz, der mit japani-schen Klängen und mit Elementen der Weltmusik verwoben ist. Die Melodie pendelt zwischen dunklen Tönen und Jazzrythmen und auftrumpfenden Klängen. Sabin Pautzas setzt in Joc de doi din Banat (Spiel zu zweit im Banat) setzt ganz auf Tanzrhythmen. Er beginnt mit einer schwungvoll, fröhlichen Klaviereinleitung, die an einen spaßig ironischen Dorftanz erinnert und sich furios ausgelassen steigert. Andrea Csollánys Ungarische Fantasie besticht durch die Mischung von Csardas-Melodien mit hell klingenden Folklore-Elementen, die die Tuba spielerisch begleitet und schwerfällig beendet. John Friths My Bonny Lad (Mein hübscher Junge) kommt zunächst düster, drohend daher um in leicht beschwingte und zärtliche Melodien überzugehen, in denen sich Tuba und Harfe sanft umkosen, um dann in einem poetischen gemeinsamen Ausklang zu enden. Michael Schneiders American Fantasy – A Tribute to Stephen Foster- bietet freudig aufjauchzende Pastellfarben, die an Elemente von Filmmusiken und Jazzsequenzen erinnern. Der Ausklang ist Willi März gewidmet, der in Danse agile eine Mischung aus leiser Salonmusik mit feurigen Passagen kombiniert und damit gleichsam einen Schlusspunkt in der Bandbreite der Stilrichtungen aller Kompositionen setzt.

Yasuko Kagen am Flügel © Yasuko Kagen

Yasuko Kagen am Flügel © Yasuko Kagen

Nur in El Inmortal sind alle drei Instrumente gemeinsam zu hören. Die übrigen Stücke sind Duette zwischen Tuba und Klavier oder Harfe. So können die an sich dunkle Tuba und Harfe oder Klavier im Duett jeweils ihre Agilität beweisen und in Kontrasten und Harmonien und sinnlichen Klängen schwelgen.

Siegfried Jung demonstriert eindrucksvoll, dass die Tuba nicht nur ein düsteres Wagner Instrument ist sondern zu jauchenzendem, fröhlichem Ton fähig ist. Mit einer immense Farb- und Ausdruckspalette und präsentiert er eindrucksvoll die Vielfalt und Pracht seines Instru-ments. Die der Tuba gemeinhin zugeordnete dunkle Klangfarbe nimmt er als Ausgangspunk, um mit technischer Meisterschaft und mitreißender Glut eine beeindruckende Bandbreite an Tönen, Melodien und Farben zu präsentieren. Schillernde, glänzende, zarte und frohlockende Töne gesellen sich zu erdenschweren, dunklen Passagen.

Gerade wenn das Blech schwebt gelingen betörende Dialoge mit Harfe und Flügel. Maßgeblichen Anteil an diesen bestrickenden Ensembleleistungen hat die Harfenistin Johanna Jung. Ihr gelingt es, aus der Harfe einen breiten Bogen an Klangfarben hervorzuzaubern und mit ihrem intensiven gefühlvollen Spiel Klänge zu präsentieren, die die Eigenständigkeit des Instruments betonen aber im Zusammenspiel mit der Tuba einen gemeinsamen Ton zu treffen, der die Hörer in die Stücke eintauchen lässt. Die Pianistin Yasuko Kagen gelingen virtuose Momente, die in den Duetten mit der Tuba mit innigem Spiel und emphatischer Leidenschaft gepaart werden. Beeindruckend, wie ihr in Csollanys Stück die Nachbildung des Klangs des Cimballons gelingt und mit welch lichten Tönen sie hier agiert.

 Harfenistin Johanna Jung © Johanna Jung

Harfenistin Johanna Jung © Johanna Jung

Alle Kompositionen schwingen, reißen mit. Das Blech schwebt in behendem, erdigem, saftigem Ton, die Harfe jubiliert, der Flügel glänzt. So wird in jedem Stück ein prägnantes musikalisches Feuer entfacht.

Ein beglückendes, großartiges Album, in dem Komponisten und Solisten die Bandbreite ihres Könnens darstellen. Poesie, Farben, Gefühl Reichtum der Kompositionen, die Virtuosität der Ensemblemitglieder und die audiophile Qualität machen die CD zu einem Juwel. Bravo.

—| IOCO CD-Rezension |—

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