Frankfurt, Oper Frankfurt, LA FORZA DEL DESTINO – Giuseppe Verdi, 27.01.2019

Dezember 28, 2018  
Veröffentlicht unter Oper Frankfurt, Premieren, Pressemeldung

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Oper Frankfurt

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

LA FORZA DEL DESTINO   –  Giuseppe Verdi

Text Francesco Maria Piave, nach dem Drama Don Àlvaro o La fuerza del sino (1835) von Ángel de Saaverda

Premiere: Sonntag, 27. Januar 2019

Am 10. November 1862 wurde im St. Petersburger Bolschoi-Theater mit einjähriger Verspätung die erste Fassung der Oper La forza del destino (Die Macht des Schicksals) von Giuseppe Verdi (1813-1901) uraufgeführt. Den Text des Bühnenwerkes in vier Akten, dem das Drama Don Álvaro o La fuerza del sino (1835) von Ángel de Saavedra als Vorlage diente, lieferte Francesco Maria Piave. Abgesehen von zwei konzertanten Aufführungen 2005 in der Alten Oper handelt es sich um die erste Frankfurter Neuinszenierung des Werks seit 1974, diesmal jedoch gespielt in der selten aufgeführten, ungestrichenen Petersburger Urfassung.

Oper Frankfurt / Christopher Maltman (Bariton / Don Carlo de Vargas © Pia Clodi

Oper Frankfurt / Christopher Maltman (Bariton / Don Carlo de Vargas © Pia Clodi

Leonora, Tochter des Marchese von Calatrava, liebt gegen den Willen ihres Vaters den Mestizen Don Alvaro. Das Paar plant seine Flucht, in deren Verlauf der Marchese unbeabsichtigt zu Tode kommt. Leonoras Bruder Don Carlo will den Vater rächen und verfolgt das Paar. Alvaro wird auf der Flucht von Leonora getrennt und tritt, ebenso wie Carlo, unter falschem Namen als Hauptmann in den Kriegsdienst. Er wird verwundet und bittet den vermeintlichen Freund, im Falle seines Todes einen Brief zu vernichten. Als der misstrauische Carlo die wahre Identität des Kameraden feststellt, fordert er ihn zum Duell, das jedoch unentschieden endet. Alvaro flieht erneut und tritt in jenes Kloster ein, das zuvor bereits Leonora aufgesucht hat. Da schlägt das Schicksal wieder zu: Carlo macht Alvaro ausfindig, und es kommt zum erneuten Kampf vor Leonoras Einsiedelei. Dabei wird Carlo tödlich verwundet, und er ersticht mit letzter Kraft die Schwester. Alvaro folgt der Geliebten in den Tod.

Oper Frankfurt / Tobias Kratzer - Regie © privat

Oper Frankfurt / Tobias Kratzer – Regie © privat

Die musikalische Leitung liegt bei dem Italiener Jader Bignamini, der in Frankfurt zuletzt 2017/18 Verdis Il trovatore dirigierte. Für die Regie kehrt nach Meyerbeers L’Africaine – Vasco da Gama 2017/18 Tobias Kratzer zurück nach Frankfurt, der jüngst für seine Inszenierung von Wagners Götterdämmerung am Badischen Staatstheater Karlsruhe mit dem Theaterpreis Der Faust ausgezeichnet wurde. Die Sängerbesetzung weist zwei Stars der internationalen Opernszene auf: Der deutsche Bass Franz-Josef Selig (Marchese von Calatrava / Padre Guardiano) hat sich vornehmlich mit Wagner-Partien einen Namen gemacht und war hier u.a. 2014/15 als Gurnemanz in Parsifal zu erleben, während der englische Bariton Christopher Maltman (Don Carlo di Vargas) in Frankfurt u.a. 2014/15 als Verdis Simon Boccanegra und 2017/18 als Montfort in Les Vêpres siciliennes gastierte. Michelle Bradley (Leonora) steht am Anfang einer vielversprechenden Karriere und singt erstmals in Frankfurt. Zuvor übernahm die amerikanische Sopranistin kleinere Partien an der Metropolitan Opera in New York, gastierte aber auch bereits als Verdis Aida in Nancy. Der besonders dem Mariinski-Theater in St. Petersburg verbundene armenische Tenor Hovhannes Ayvazyan (Don Alvaro) gibt sein Frankfurt-Debüt. Auch der amerikanische Bassbariton Craig Colclough (Fra Melitone) ist erstmals in Frankfurt zu Gast; 2017/18 sang er Verdis Falstaff in Antwerpen. Angeführt von Tanja Ariane Baumgartner (Preziosilla) sind in allen übrigen Gesangspartien Mitglieder des Ensembles und des Opernstudios zu erleben. Anlässlich der Vorstellungen im Mai 2019 kommt es zu verschiedenen Umbesetzungen.

Musikalische Leitung: Jader Bignamini / Gaetano Soliman (Mai 2019), Inszenierung: Tobias Kratzer, Bühnenbild und Kostüme: Rainer Sellmaier, Video: Manuel Braun, Licht: Joachim Klein, Chor: Tilman Michael, Dramaturgie: Konrad Kuhn

Marchese von Calatrava / Padre Guardiano: Franz Josef Selig / Andreas Bauer (Mai 2019)
Donna Leonora: Michelle Bradley, Don Carlo di Vargas: Christopher Maltman / Evez Abdulla (Mai 2019), Don Alvaro: Hovhannes Ayvazyan / Arsen Soghomonyan (Mai 2019)
Prezosilla: Tanja Ariane Baumgartner / Judita Nagyová (7., 9., 15. Februar, Mai 2019)
Frau Melitone: Craig Colclough u.a.

Chor und Statisterie der Oper Frankfurt; Frankfurter Opern- und Museumsorchester

Premiere: Sonntag, 27. Januar 2019, um 18.00 Uhr, weitere Vorstellungen: 31. Januar, 3. (18.00 Uhr), 7., 9., 15., 17. (15.30 Uhr; mit kostenloser Betreuung von Kindern zwischen 3 und 9 Jahren), 23., 28. Februar, 18., 24., 26. (15.30 Uhr; mit kostenloser Betreuung von Kindern zwischen 3 und 9 Jahren) Mai 2019 Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.00 Uhr Preise: € 15 bis 165 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

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Kommentare

Eine Antwort zu “Frankfurt, Oper Frankfurt, LA FORZA DEL DESTINO – Giuseppe Verdi, 27.01.2019”
  1. Brigitta Hermann sagt:

    „La Forza del Destino“ – Die Macht des Schicksals: Unvergessen die Inszenierung, die Friedrich Meyer-Oertel am Staatstheater Darmstadt produziert hatte. Nun also: „Forza“ in Frankfurt. Ja, es ist kein einfaches Stück. Es geht um Liebe, um Ehre, um Krieg, den Glauben. Da kann man als Regisseur schon mal den Überblick verlieren. Oder sich verlieren im Bestreben, alles, aber auch alles, was es an unguten Dingen in dieser Welt gab und gibt, in einen Topf zu werfen, gut umzurühren und das Ergebnis dann als „Inszenierung“ zu präsentieren. Ein paar gute Einfälle, gelungene Szenen gab es tatsächlich: die Doppelung des ersten Aktes in einem hinterlegten Film überzeugte durchaus – war doch die filmische Umsetzung des Themas weitaus gelungener als die reale. Ja, die Leonora sang gut. Sehr gut sogar. Aber der Kostümbildner, der sie in ein derart überfülliges Gewand gesteckt hat, sollte vielleicht eher Herrenschneider werden. Anrührend – als einzige Szene – die Begegnung von Don Carlo und Don Alvaro (er übrigens ein ganz herausragender Tenor, der sich mit großer Leichtigkeit in die Höhen schwang und auch dort noch über viel Stimmkraft verfügte). Auch die Preziosilla überzeugte – nur: warum muss sie sich mit einem Dildo an ihrer Kollegin zu schaffen machen? Wie „Truppenbelustigung“ aussieht, kann man sich auch ohne derart drastische Mittel denken.
    Von den amerikanischen Sezessionskriegen, von der Sklavenhaltung der farbigen Amerikaner (ja, auch Martin Luther King kam per Video zu Wort) bis zu videotischen Szenen aus dem Vietnamkrieg reichte das Spektrum der Bilder, die in dieser Inszenierung das Übergewicht erhalten hatten. Natürlich darf auch der Ku-Klux-Klan nicht fehlen. Missbrauch im Kloster wird angedeutet, die Klosterbrüder sind jedoch barmherzig und verteilen Lebensmittel an die Armen – die „Tafel“ lässt grüßen. Und wo bleibt Verdi? Wird zugedeckt. Die Aufmerksamkeit des Zuschauers wird in Anspruch genommen, um die Bilderflut zu dechiffrieren und zu bewältigen. Nein, Tobias Kratzer – das war keine inszenatorische Großtat.

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