Linz, Landestheater Linz, Premiere MACBETH CHOREOGRAFISCHES THEATER, 13.10.2018


Landestheater Linz

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

MACBETH

CHOREOGRAFISCHES THEATER VON JOHANN KRESNIK UND GOTTFRIED HELNWEIN

MUSIK VON KURT SCHWERTSIK

 

Premiere Samstag, 13. Oktober 2018, 19.30 Uhr Großer Saal Musiktheater

Die weiteren Vorstellungstermine: 15., 18., 27. Oktober; 10., 18., 20. November, 16. und 20. Dezember 2018;

18. und 25. Jänner, 17. Februar 2019

Choreografie und Inszenierung Johann Kresnik
Bühne und Kostüme Gottfried Helnwein
Choreografische Einstudierung Christina Comtesse
Musik Kurt Schwertsik
Dramaturgie Dietrich von Oertzen, Katharina John

Musikalische Betreuung Jinie Ka
Rekonstruktion der Bühne Sabine Hainberger
Rekonstruktion der Kostüme Richard Stockinger
Rekonstruktion des Lichtdesigns Ivo Iossifov

Macbeth Pavel Povrazník
Lady Macbeth Andressa Miyazato
Banquo Edward Nunes
Duncan Jonatan Salgado Romero
Drei Hexen Kayla May Corbin, Rutsuki Kanazawa,
Tura Gómez Coll
Macduff Valerio Iurato
Lady Macduff Mireia González Fernández
In wechselnden Rollen Lara Bonnel Almonem, Urko Fernandez Marzana,
Yu-Teng Huang, Hodei Iriarte Kaperotxipi, Filip Löbl,
Alessia Rizzi, Lorenzo Ruta, Andrea Schuler,
Nuria Gimenez Villarroya, Julie Endo, Kasija Vrbanac

Pianisten Bela Fischer jr., Stefanos Vasileiadis


ZUM STÜCK


Drei Hexen prophezeien dem Feldherrn Macbeth die schottische Königskrone. Seinem Freund Banquo weissagen sie, zum Stammvater eines neuen Königsgeschlechts zu werden. Angestachelt von dieser Prophezeiung und dem Ehrgeiz seiner Frau tötet der Feldherr Macbeth den schottischen König und besteigt dessen Thron. Als Herrscher setzt er das Morden fort: Seinen Freund Banquo lässt Macbeth durch drei Auftragskiller töten. Als die Hexen ihn vor Macduff warnen, wird auch dessen Familie ausgelöscht. Der Blutrausch am schottischen Hof kostet die Lady den Verstand. Sie begeht Selbstmord. Im Kampf mit den Engländern wird Macbeth von Macduff erschlagen und Malcom zum König von Schottland eingesetzt.

Ein Klassiker des Theaterberserkers Johann Kresnik aus dem Jahr 1988. Laut, plakativ, gewalttätig und gleichzeitig hoch ästhetisch beschreiben die Arbeiten des österreichischen „Enfant terrible“ der Tanzwelt dennoch höchst sensibel und mit seismografischer Genauigkeit gesellschaftliche und politische Fehlentwicklungen. In den Bildern Gottfried Helnweins zeigt Kresnik den Kosmos einer Gesellschaft unter der Herrschaft eines Tyrannen, die das Töten bereits institutionalisiert hat. Die einzelnen Morde entfalten ihren Schauder im nüchtern-routinierten Entsorgungsvorgang kaum noch als menschlich zu erkennender blutroter Überreste im gleisenden Weiß eines klinischen Schlachthauses. Die Gesellschaft, die diesen Raum bevölkert, hat groteske Züge angenommen. In scheinbar fröhlich naiver, geradezu kindlicher Triebhaftigkeit werden Motive der Shakespeareschen Handlung erzählt, wiederholt, variiert, überlagert immer stärker vom Wahnsinn, der die Kindlichkeit zunehmend durchdringt ohne von ihr klar trennbar zu sein.

Wie alle gefürchteten Berserker des „Regietheaters“ ist auch Kresnik ein liebevoller Moralist, dem es gelingt, seine gesellschaftlichen Diagnosen und Ängste in einem wütend-energiegeladenen, trotzdem auch humorvollen Spiel mit ritualhaften Zügen auf eine Weise zu artikulieren, die den Zuschauer keiner plumpen Belehrung aussetzt.

Der Verweis auf den westdeutschen Barschel-Pfeiffer Skandal, den das Schlussbild mit dem Tod Macbeths in einer Badewanne herstellt, kreiert im Rückbezug auch auf Jacques-Louis Davids berühmtes Bild „Der Tod des Marat“ von 1793 mit der Chiffre der Badewanne ein Bildmotiv, das den  gewaltsamen Tod als Schicksal eines Politikers, der bei der Durchsetzung seiner Ziele keine Grenzen kennt, auf ein klares, starkes Symbol verdichtet. „Wie weit kann ein Politiker gehen“, ist die Frage, die Kresnik mit seinem MACBETH stellt. Mit seinem Ansatz, die Bürgertugend herauszufordern und die Mündigkeit seines Publikums zu verlangen, ist Kresnik mit Sicherheit noch immer ganz nah an der Gegenwart.

 

—| Pressemeldung Landestheater Linz |—

Ihre Meinung ist uns wichtig

Schreiben Sie uns, was Sie darüber denken!
Bitte vorher die Datenschutzerklärung lesen : Datenschutzerklärung


Ich habe die Datenschutzerklaerung gelesen und stimme ihr zu.

Datenschutzerklaerung