Wien, Wiener Staatsoper, PREMIERE PELLÉAS ET MÉLISANDE, 18.06.2017

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Wiener Staatsoper

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

 PELLÉAS ET MÉLISANDE vob Claude Debussy

PREMIERE 18. JUNI 2017, weitere Vorstellungen 20.6.2017, 24.6.2017, 27.6.2017

Mit der Premiere von Pelléas et Mélisande kehrt am 18. Juni 2017 Claude Debussys 1902 an der Pariser Opéra Comique uraufgeführte einzige vollendete Oper nach 26 Jahren zurück an die Wiener Staatsoper. Das Werk wurde 1911 im Haus am Ring erstmals aufgeführt, in den Jahren 1946, 1962 (Musikalische Leitung und Inszenierung: Herbert von Karajan) und 1988 (Dirigent: Claudio Abbado) kam es zu Neuproduktionen. Die auf Maurice Maeterlincks symbolistischem Theaterstück Pelléas et Mélisande basierende Oper in fünf Akten und 13 Bildern wurde im Haus am Ring zuletzt 1991 gezeigt und stand bisher insgesamt 47 Mal auf dem Staatsopernspielplan. Diese Neuproduktion ist die letzte Premiere der laufenden Spielzeit der Wiener Staatsoper.

Am Dirigentenpult steht der französische Dirigent Alain Altinoglu, Musikdirektor des Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel. Im Haus am Ring leitete er bisher Vorstellungen von Don Carlo, Don Giovanni, Falstaff, Faust, Roméo et Juliette, Salome und Simon Boccanegra, Le nozze di Figaro beim Oman-Gastspiel der Wiener Staatsoper 2013 sowie die Premiere von Macbeth (2015). Für ihn ist Pelléas et Mélisande eine echte Herzensangelegenheit“, ist diese Oper doch ein Werk, das ihn seit seiner Studienzeit begleitet und das er 2016 in Zürich erstmals dirigierte. „Es liegt eine Reinheit in der Oper, die einen, wenn man sich mit ihr beschäftigt, außerhalb dieser Welt befördert. Man schwebt, fliegt plötzlich. […] Pelléas et Mélisande erzählt den Weg von der Dunkelheit zum Licht“, so Alain Altinoglu im Gespräch mit Dramaturg Oliver Láng für das Staatsopern-Monatsmagazin „Prolog“.

Staatsoper Wien / Pelleas und Melisande Foto Wiener Staatsoper GmbH_ Michael Poehn

Staatsoper Wien / Pelleas und Melisande Foto Wiener Staatsoper GmbH_ Michael Poehn

Marco Arturo Marelli – der Schweizer Regisseur, Bühnenbildner und Lichtdesigner, der 2010 zum Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper ernannt wurde, zeichnet auch bei dieser Neuproduktion für die Inszenierung, Bühne und Licht verantwortlich – wies schon beim Konzeptionsgespräch am ersten Probentag auf die Besonderheit des Werkes hin: „Die Gattung Oper ist wie ein gewaltiger Baum: Ein großer, dicht belaubter Ast mit viel Obst entspricht zum Beispiel dem Belcanto, ein anderer den Werken Wagners, wieder ein anderer dem Barock, ein weiterer den Stücken Verdis oder Puccinis oder dem Verismo oder der Klassik oder Massenet, und so weiter … Nur an einer Seite wächst ein solitärer Zweig mit einer einzigen Frucht, allerdings einer wunderbaren, großen und goldenen Frucht – und dieser Zweig ist Debussy, und diese Frucht ist Pelléas et Mélisande.“ Die Neuproduktion entführt die Zuschauerinnen und Zuschauer in die düster-bedrückende Welt um Allemonde, in der das Wasser als Ort des Unerklärbaren, Dunklen eine zentrale Rolle spielt. Pelléas et Mélisande ist Marco Arturo Marellis zwölfte Regiearbeit für das Haus am Ring, wo er bisher Capriccio, Cardillac, Die Jakobsleiter, Die Zauberflöte, Falstaff, Gianni Schicchi, La fanciulla del West, La sonnambula, Medea sowie zuletzt Turandot inszenierte.

Die Kostüme wurden von Dagmar Niefind kreiert – auch für sie ist es die zwölfte Produktion für die Wiener Staatsoper. Durchgehend Wiener Rollendebüts in der Sängerbesetzung

Alle Premierensängerinnen und -sänger geben in der Premiere am 18. Juni 2017 ihr Rollendebüt an der Wiener Staatsoper:Den Pelléas verkörpert erstmals im Haus am Ring der kürzlich zum Kammersänger ernannte österreichische Bariton Adrian Eröd – er sang diese Partie bereits früh in einer Produktion der Wiener Musikhochschule sowie bei einer Premiere in Linz und einer Wiederaufnahme in Hamburg. Der Publikumsliebling präsentiert sich nun dem Staatsopernpublikum in einer weiteren Rolle. Im Haus am Ring singt der international gefragte Sänger ein breit gefächertes Repertoire, darunter Prospero (The Tempest), Peter Besenbinder (Hänsel und Gretel), Billy Budd, Loge (Das Rheingold), Figaro (Il barbiere di Siviglia), Fritz/Frank (Die tote Stadt), Eisenstein (Die Fledermaus), Jason (Medea). Zu Debussys Werk sagt er: „Mir ging es immer schon so, dass die Atmosphäre, die Musik mich mit einer unwiderstehlichen Kraft in das Werk hineingesogen haben. Die Musik wird ja immer körperlicher, dichter und tiefer, bis zum Mord. (…) Das Finale hebt einen dann wieder in eine Unwirklichkeit.“

Als Mélisande gibt Olga Bezsmertna ebenfalls ihr Rollendebüt am Haus: „Es ist ein wunderschönes impressionistisches Stück, das einen herrlichen Wellenschlag hat. (…) Als Sängerin muss man diese Figur in sehr viele kostbare Farben hüllen und ihr eine Seele schenken.“ Seit 2012 ist Olga Bezsmertna Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper, wo sie u. a. mit der Titelpartie in Rusalka, der Contessa d’Almaviva in Le nozze di Figaro, Desdemona in Otello, Pamina in Die Zauberflöte, Rachel in La Juive sowie zuletzt der Tatjana in Eugen Onegin zahlreiche führende Partien ihres Faches verkörperte. Die junge ukrainische Künstlerin gastierte darüber hinaus u. a. bei den Salzburger Festspielen, der Deutschen Oper Berlin und der Opéra de Reims.

Simon Keenlyside, der als Pelléas in zahlreichen Produktionen, u. a. in San Francisco, Madrid, Paris, Salzburg, London, Genf, Boston und Berlin, zu erleben war, gibt nun sein weltweites Rollendebüt als Golaud: „Eine fantastische Partie: Ich würde sie gerne bis zum Ende meines Lebens singen!“

Pelléas et Mélisande ist nach Don Carlo (Posa) sowie den Titelpartien in Eugen Onegin, Macbeth und Rigoletto seine fünfte Neuproduktion im Haus am Ring, wo er weiters u. a. auch als Billy Budd, Don Giovanni, Wozzeck und Giorgio Germont (La traviata) zu erleben war.

Als Geneviève gibt die als Kind slowenischer Eltern in Buenos Aires geborene KS Bernarda Fink ihr Hausdebüt an der Wiener Staatsoper. Die international gefeierte Sängerin tritt u. a. mit bedeutenden Orchestern wie den Wiener und Berliner Philharmonikern, dem Concertgebouw Orchestra, den Staatskapellen Berlin und Dresden sowie mit führenden Barockorchestern auf. Auf der Opernbühne war sie zuletzt u. a. als Cecilio (Lucio Silla) im Theater an der Wien, als Idamante (Idomeneo) am Teatro Real in Madrid und als Irene (Theodora) bei den Salzburger Festspielen erfolgreich. 2014 wurde ihr der Titel Österreichsiche Kammersängerin verliehen.

Den Arkel verkörpert der dem Staatsopernpublikum als König Marke (Tristan und Isolde), Daland (Der fliegende Holländer), Sarastro (Die Zauberflöte), Komtur (Don Giovanni – Premiere im Theater an der Wien im Rahmen einer Kooperation mit den Festwochen), Rocco (Fidelio) und Gurnemanz (Parsifal) bekannte deutsche Bass Franz-Josef Selig.

Die beiden Staatsopern-Ensemblemitglieder Maria Nazarova und Marcus Pelz sind als Yniold bzw. Arzt zu erleben.

Pressemeldung Wiener Staatsoper

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