Halfing, Festival Gut Immling, Die Zauberflöte in alter Reithalle: Sympathisch – Bewegend, IOCO Kritik, 09.08.2016

August 10, 2016  
Veröffentlicht unter Hervorheben, Immling-Festival, Kritiken

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Gut Immling

Festival Gut Immling © Nicole Richter

Festival Gut Immling © Nicole Richter

20 Jahre Festival Gut Immling: Die Zauberflöte

Ludwig Baumann, Initiator und Chef des hochsommerlichen Festspiele auf Gut Immling  im Chiemgau hat den Papageno in Mozarts Zauberflöte gefühlte 365 Mal gesungen, bevor ein Bühnenunfall seine Karriere beendete.

Gut Immling / Sonnenuntergang © Stefanie Möslein

Gut Immling / Sonnenuntergang © Stefanie Möslein

Doch dann entschied Baumann mit seiner ungebrochenen Liebe zur Musik weiterzumachen; auf dem Gut Immling im schönen Chiemgau, nahe dem Örtchen Bad Endorf. Mit jungen Talenten wurde  eine Zauberflöte als Freilichtaufführung erarbeitet, die ehemals schnell wegen plötzlichen Regens in eine Reithalle verlagert wurde. Dies war der Beginn eines ständig wachsenden und sehr erfolgreichen Sommerfestivals. Die alte Reithalle gibt es heute noch, doch ausgebaut: Als „Opernhaus“ mit bequemen Sesseln  und sehr guter Akustik.

Gut Immling / Die Zauberflöte - Königin der Nacht - Maria Kublashvili © Nicole Richter

Gut Immling / Die Zauberflöte – Königin der Nacht – Maria Kublashvili © Nicole Richter

Gut Immling wurde so zur Talentschmiede für junge Sänger und bietet diesen eine große  Bühne. Mittlerweile existiert dieses ganz besondere Opernfestival mitten auf bayerischen Landen, seit 20 Jahren. Hier singen Stars ebenso wie vielversprechende Nachwuchssänger, die in aller Welt entdeckt werden. Unter der Leitung von Cornelia von Kerssenbrock spielen die Münchner Symphoniker sowie ein internationales eigenes Festivalorchester. Der Festivalchor Immling sowie der Kinder- und Jugendchor sind fester Bestandteil der Festspiele. Nachwuchstalente werden insbesondere anlässlich der Kinder-Kultur-Wochen, der Kinderopern, der Immlinger Akademie, der Weihnachtsveranstaltungen sowie anlässlich des weltweit anerkannten “Internationalen Lions Gesangswettbewerb Immling” und dem “Internationalen Immling Gesangswettbewerb in Peking” gefördert.

Gut Immling besitzt eine persönlich intime  Atmosphäre, welche zu erleben sich immer wieder lohnt. Der malerische Sonnenuntergang dort im Chiemgau bleibt unvergesslich. Etwas Besonderes ist auch das große Festzelt, indem es sich erstklassig Speisen lässt und Sänger für dortige Gästen gerne auch einmal  singen.

Gut Immling / Zauberflöte - Die Drei Damen © Festspiele-Gut Immling

Gut Immling / Zauberflöte – Die Drei Damen © Festspiele-Gut Immling

2016, dem 20. Jubiläumsjahr des Festival Gut Immling, durfte Mozarts Zauberflöte nicht fehlen, inszeniert von  Verena von Kerssenbrock, Schwester der Musikalischen Leiterin Cormelia von Kerssenbrock. Die Zauberflöte, ein musikalisches Märchen um Weisheit, Liebe und Macht, ist die meistgespielte Oper der Welt. In Immling erlebten wir herrliches Ambiente, eine sängerisch und darstellerisch gelungene Produktion allerdings mit nicht ganz geglückten Kostümen (Corinna Gassauer). So würde die Prinzessin Pamina im Kleid einfach besser gefallen als im schlichten Overall; gewöhnungsbedürftig  so auch die  Erstklässler / Vögel in den Heiligen Hallen des Sarastro.

Gut Immling / Zauberflöte - Pamina und die drei Knaben © Nicole Richter

Gut Immling / Zauberflöte – Pamina und die drei Knaben © Nicole Richter

Cornelia von Kerssenbrock, Zauberflöte-erfahren, dirigierte mit viel Einfühlungs-vermögen. Mit dem Festspiel Prinzipal verheiratet ist sie mit der Programmgestaltung der Festspiele Immling bestens vertraut. Gespielt haben die von mir sehr geschätzten  Münchner Symphoniker. Der große Festivalchor, mittlerweile aus 110 meist ortsansässigen musikbegeisterten Chiemgauern bestehend, war für die Auftritte auf Gut Immling nach monatelangem Probenaufwand bestens eingestellt!

Maria Kublashvilli, in der anspruchsvollen Partie als Königin der Nacht, meistert Ihre große Arie „Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen“ bravourös; mit sicheren Koloraturen gewinnt sie Tamino, Chuanliang Wang, ihre Tochter aus den Fängen des Fürsten Sarastros zu befreien. Chuanliang bringt den Tamino besonders in seiner Arie „Dies Bildnis ist bezaubernd schön“ mit weicher klaren Tenorstimme und  darstellerischer Präsenz zur Geltung; auffällig seine gute Verständlichkeit. Auch Michael Krummen überzeugt als Papageno mit lyrischem Bariton. Die Königin der Nacht kämpft gegen Sarastro (Giorgi Kirov), den Herrscher über den Sonnenkreis. Tijana Grujic stellt Pamina mit  lyrischen Sopran feinfühlig dar. Sie erkennt in Tamino den Prinzen ihres Herzens; beide erhalten nach bestandenen Prüfungen die  Weihen Sarastros, sie werden aufgenommen in den Tempel der Weisheit und der Eingeweihten.

Auch Papageno findet seine Papagena (Siglind Buchmayer); beide sind mit volkstümlicher Komik mit Komik und Darstellung auch in Immling ein Höhepunkte der Zauberflöte, in welcher das Ensemble zum Ende faszinierten Besuchern kündet: „Es siegte die Stärke und krönet zum Lohn – die Schönheit und Weisheit mit ewiger Kron“. Und keiner der begeisterten  Besucher konnte oder wollte an diesem Abend den auf Gut Immling so reizvoll gesungenen Dingen widersprechen.

IOCO / D.  Zimmermann / 08.08.2016

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