Mannheim, Nationaltheater Mannheim, Premiere: La Juive von Fromental Halévy, 10.01.2016

Nationaltheater Mannheim

Nationaltheater Mannheim

Nationaltheater Mannheim © Hans Jörg Michel

Nationaltheater Mannheim © Hans Jörg Michel

 La Juive von Jacques Fromental Halévy

Premiere am 10. Januar 2016, 19.00 Uhr, Opernhaus Einführungsmatinee 3. Januar, 11.00 Uhr, Theatercafe, weitere Vorstellungen: 12. (B-Premiere) , 20., 28. Jan., 5. Feb.

Paris / Grabstätte Jacques Halévy © IOCO

Paris / Grabstätte Jacques Halévy © IOCO

Die hochdramatischen Ensembles und bravourösen Arien machten dieses Spitzenwerk mit Recht zum weltweit größten Erfolg der französischen Grand Opéra. Regisseur Peter Konwitschny erzählt von der Liebe in Zeiten des Fundamentalismus. Man braucht keinen Opernführer gelesen zu haben, um zu verstehen, wie die von ihrem christlichen Liebhaber verratene Jüdin zur Terroristin wird und was da sonst noch vor sich geht bei diesem Konstanzer Konzil, wo der katholische Adel seinen blutigen Sieg über die Hussiten feiert, während auf der Straße der Mob sich in Pogromen gegen jüdische Nachbarn austobt. La Juive warnt vor Antisemitismus und zeigt gleichzeitig, wie schnell jede Art von religiösem Dogma zu Hass und Gewalt führt. Das fundamentalistische Klima macht nicht nur die Liebe zwischen Jüdin und Katholik unmöglich, es bringt auch zwei Väter in schlimmste Konflikte. Der Jude Éléazar muss in seiner berühmten Arie „Rachel, quand du Seigneur“ nicht nur erkennen, dass er sein Versprechen, das Kind zu beschützen, nicht halten konnte, sondern auch, dass er selbst und sein religiöser Extremismus es sind, die seine Tochter dem Henker überliefern. Aber auch der Kirchenfürst Brogni kann seinen Vorsatz der christlichen Nächstenliebe nicht auf Dauer einlösen und muss erleben, wie seine Menschlichkeit an seiner politischen Funktion, die ihn immer wieder Todesurteilen zwingt, zerbricht. Nur einmal scheint kurz Hoffnung auf – wenn sich im Gefängnis zwei Frauen, die eigentlich Rivalinnen sind, gegen die Grausamkeit der Welt verbünden. Mit ihrer tiefen Auslotung der Charaktere und der aktionsreichen Tragik wie Komik sinnlich erfahrbar machenden Spielweise garantiert diese dichte Inszenierung ein Musiktheater-Erlebnis der Extraklasse.

Es inszeniert Peter Konwitschny, einer der  streitbarsten Regisseure des internationalen Musiktheatergeschehens der letzten Jahrzehnte. Mit seinen Inszenierungen hat er Maßstäbe gesetzt und kontroverse Diskussionen ausgelöst. Peter Konwitschny erhielt 1988 den Kunstpreis der DDR, 1993 den Konrad-Wolf-Preis der Berliner-Akademie der Künste, 1997 das Bundesverdienstkreuz, 2005 den Berliner Theaterpreis und 2007 den Preis des Internationalen Theaterinstituts. Er war fünfmal „Regisseur des Jahres“ (Opernwelt). Mit La Juive ist erstmals eine Regiearbeit Peter Konwitschnys am Nationaltheater Mannheim zu sehen.

Koproduktion des Nationaltheaters Mannheim mit dem Kunsthuis Opera Vlaanderen (Belgien)

Musikalische Leitung Alois Seidlmeier- Inszenierung Peter Konwitschny – Bühne und Kostüme Johannes Leiacker- Licht Manfred Voss- Konzeptionelle Mitarbeit und Dramaturgie Bettina Bartz – Produktionsdramaturgie Antwerpen/Gent Luc Joosten – Dramaturgische Betreuung Mannheim Merle Fahrholz – Chor Francesco Damiani

BESETZUNG:
Astrid Kessler / Ludmila Slepneva (Rachel)
Roy Cornelius Smith / Zurab Zurabishvili (Eléazar)
Andreas Hermann / Juhan Tralla (Léopold)
Vera-Lotte Böcker / Estelle Kruger (Princesse Eudoxie)
John In Eichen / Sung Ha (Cardinal de Brogni)
Joachim Goltz / Jorge Lagunes (Ruggiero)
Chor, Orchester und Statisterie des Nationaltheaters Mannheim

—| Pressemeldung Nationaltheater Mannheim |—

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