Oper Köln: Hort von Pleiten, Kunst und Pannen, IOCO Aktuell, 28.10.2015

November 2, 2015  
Veröffentlicht unter IOCO Aktuell, Oper Köln

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Oper Köln

Oper Köln / Gebäude Oper Offenbachplatz © IOCO

Corpus Delicti: Die Oper am Offenbachplatz © IOCO

Oper Köln: Kunst trotzt Chaos, Pech und Pannen
Spielort und Spielplan für 2015/16 stehen

Die Oper Köln sorgt seit Jahren für zahlreiche medienträchtige Schlagzeilen. Leider kreisen diese Meldungen oft nur wenig um ihr Kerngeschäft Musiktheater. Letzter Kölner Clou: Die leiderprobte Opern – Intendantin, Frau Dr. Birgit Meyer, wird von der Stadt Köln im Juli 2015, vier Monate vor der geplanten Neueröffnung der sanierten Oper Köln am Offenbachplatz im November 2015, darüber informiert, daß die Sanierung deutlich länger dauern wird. Ein Super-Gau: Finanziell wie künstlerisch für die Stadt Köln, die Oper Köln und ihre etwa 400 Mitarbeiter wie 200.000 große wie kleine Kölner Besucher, deren Kulturangebot deutlich eingeschränkt wird.

Medaillenverdächtig inmitten des Sanierungschaos` der Oper Köln sind Qualität und Tempo, mit welchem Intendantin, Frau Dr. Birgit Meyer, und Team der Oper Köln eine Ersatzspielstätte finden und einen bereits stehenden Spielplan 2015/16 auf die kleine Notspielstätte „umbauen“.

Hintergründe zum Chaos an der Oper Köln:

2012:  Schicksalsjahr der Oper Köln

–     Die Oper Köln wird  Opernhaus des Jahres 2012
–   Macher des künstlerischen Erfolgs von 2012, Uwe-Eric Laufenberg, wird über Etat-Probleme aus Köln verscheucht;  Laufenberg ist heute Intendant des Staatstheater Wiesbaden.
–  Beginn der Sanierung der Opern – Hauptspielstätte am Offenbachplatz. Geplante Wiedereröffnung  November 2015,  geplante Kosten €253 Mio.. Verluste durch niedrigere Einnahmen oder Mehrkosten für die Anmietung von Ersatzbühnen wie den Musical Dome werden nicht thematisiert oder genannt.

Oper Köln / Intendantin Dr. Meyer mit Notspielplan © IOCO

Oper Köln / Intendantin Dr. Meyer mit Notspielplan © IOCO

Juli 2015: Die  Stadtverwaltung Köln meldet ohne Vorwarnung, dass die Wiedereröffnung der sanierten Oper am Offenbachplatz zum 7. November 2015 nicht stattfinden kann. Ein neuer, belastbarer Termin der Wiedereröffnung der Oper wird auch nicht genannt. „Man fasse den Herbst 2016 ins Auge“, so die unfassbar unverbindliche Erklärung der Kölner Kulturdezernentin Laugwitz-Aulbach im Juli.  Eine Erklärung, warum die Absage der Wiedereröffnung der Oper so kurzfristig vor Beginn der neuen Spielzeit erfolgte, bleibt Frau Laugwitz-Aulbach schuldig. Die von der Stadt Köln zu tragenden Verluste der Verschiebung der Wiedereröffnung der Oper Köln gehen in die Millionen.

IOCO-Schätzungen zufolge steigen die Kosten der Sanierung von ursprünglich €253 Mio auf deutlich über € 300 Mio. Auch wird die Wiedereröffnung der Spielstätte Offenbachplatz frühestens im Herbst 2017 erfolgen. Der von der Oper Köln im April 2015 veröffentlichte Spielplan 2015/16 wurde peinliche Makulatur. Die Gesamtkosten für Kunst in Köln, Sanierung der Oper am Offenbachplatz wie Bereitstellung / Sanierung von Ersatzspielstätten und niedrigere Einnahmen, steigen in unverantwortliche Dimensionen.

20.10.2015: Die Oper Köln, Intendantin Frau Dr. Birgit Meyer, stellt den Spielplan 2015/16 vor. Das StaatenHaus im rechtsrheinischen Stadtteil Deutz wurde als Interim-Spielstätte der Oper Köln für zwei Jahre, bis Ende 2017, angemietet. Das StaatenHaus bietet drei Spielorte mit 850, 800 und 200 Plätzen. Von acht ursprünglich für 2015/16 vorgesehenen Premieren können sieben im StaatenHaus gezeigt werden. Nur die Premiere Hoffmanns Erzählungen und die Wiederaufnahmen Billy Budd, Orfeo ed Euridice und Italienerin in Algier mussten aufgrund technischer Anforderungen abgesetzt werden. Für Musiktheater sind die technischen Mängel des StaatenHaus  ernorm: Kein Orchestergraben in Hauptsaal 1, Bühnenhöhe nur 9 Meter, spezielle Besuchertribüne, eingeschränkte Akustik und mehr. Der operngerechte Bereitstellungs-aufwand des StaatenHaus liegt bei €13 Mio. Zusätzlich werden geschätzte 80.000 weniger Besucher pro Spielzeit die Oper Köln besuchen. Das Staatenhaus liegt nicht so zentral wie der Offenbachplatz und bietet deutlich weniger Plätze. Die Sanierung der Oper Köln am Offenbachplatz: Finanzieller wie künstlerischer Supergau.

Paris / Hector Berlioz Grabmal © IOCO

Paris / Hector Berlioz Grabmal © IOCO

15.11.2015: Beginn der Spielzeit 2015/16 der Oper Köln im StaatenHaus mit Benvenuto Cellini von Hector Berlioz. Der reiche Spielplan der Oper Köln enthält u.a. am 22.11.2015 die Premiere von Puccinis La Bohème. Konzertant zu erleben sind ab 4. 11.2015 Giuseppes Verdis AIDA und ab 12.12.2015 Frederick Loewes Musical My fair Lady zu erleben. Weitere Premieren: 17.1.2016 The Rape of Lucretia von Benjamin Britten; 14.2.1016 Jeanne d`Arc – Szenen aus dem Leben der Heiligen Johanna von Walter Braunfels; 5.3.2016 Don Giovanni von W.A. Mozart; 13.3.2016 Die Kluge von Carl Orff, 5.5.2016 Die Eroberung von Mexico von Wolfgang Rihm; 12.6.2016 Lucia die Lammermoor von Gaetano Donizetti. Die Wiederaufnahmen umfassen unter anderem: 25.3.2016 Parsifal von Richard Wagner, 9.4.2016 La Cenerentola, konzertant, von Gioacchino Rossini; 5.6.2016 Der fliegende Holländer, konzertant, von Richard Wagner, 12.5.2016 Cosi fan tutte von W.A. Mozart und Tosca von Giacomo Puccini.
Daneben umfasst der reiche, neugefasste Spielplan der Oper Köln Tanzgastspiele (in Leverkusen), Kinderoper, DRK-Benefiz-Gala am 6.12.2016 und mehr.

Die Bühne der Oper Köln wird für viele Jahre zum Nebenspielschauplatz. Hauptbühne ist das reale Leben, dessen schier unendliche Windungen die Kunst in Köln ins Chaos stürzten. Das Opernhaus des Jahres 2012 wird Opernhaus des Chaos 2015.

IOCO / Viktor Jarosch / 01.11.2015

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