Schwarzenberg, Schubertiade, Spielplan 26. – 28.August 2016

August 24, 2016 by  
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Schubertiade

Konzerthinweise zu den Veranstaltungen der SCHUBERTIADE SCHWARZENBERG vom 23. – 25. August:

Schubertiade / Schwarzenberg, Angelika-Kauffmann-Saal (Vorplatz) © Schubertiade

Schubertiade / Schwarzenberg, Angelika-Kauffmann-Saal (Vorplatz) © Schubertiade

 

Konzerthinweise zu den Veranstaltungen der SCHUBERTIADE SCHWARZENBERG vom 26. – 28. August:

Freitag, 26. August

16.00, Angelika-Kauffmann-Saal, Liederabend
Julia Kleiter Sopran
Michael Gees Klavier
Auch Julia Kleiter wirkt an der Gesamtaufführung aller Schubert-Lieder bei der Schubertiade mit. Im Zentrum ihres Programms stehen Stücke, die Schubert auf Naturlyrik von Dichtern wie Friedrich von Schlegel, Johann Mayrhofer oder Friedrich Matthisson komponiert hat. Die Sopranistin, die dieses Jahr bei den Salzburger Festspielen als Fiordiligi in „Così fan tutte“ gefeiert wurde, begeistert Publikum und Presse auf der Opernbühne und dem Konzertpodium mit ihrer Gestaltungskunst und warmen lyrischen Stimme. Mit Michael Gees steht ihr ein Pianist zur Seite, der für seine Entdeckungsfreude bekannt ist.
(Karten erhältlich)

20.00 Uhr, Angelika-Kauffmann-Saal, Liederabend
Ian Bostridge Tenor
Julius Drake Klavier
Ian Bostridge, seit vielen Jahren regelmäßig bei der Schubertiade zu Gast, zählt zu den gefragtesten Liedsängern der Gegenwart und ist besonders als Schubert-Interpret bekannt. Dem Schwarzenberger Publikum präsentiert er heute im Rahmen des Jubiläums-Zyklus ebenfalls ein reines Schubert-Programm, das neben berühmten Stücken wie „Viola“ oder „An die Musik“ auch für Kenner einige spannende Lied-Entdeckungen bereithält. Am Klavier begleitet wird er von Julius Drake, einem der besten Liedpianisten von heute.
(Ausverkauft)


Samstag, 27. August

11.00 Uhr, Angelika-Kauffmann-Saal, Kammerkonzert
Mandelring Quartett
Der Gewinn wichtiger Wettbewerbe in München, Evian und Reggio Emilia ebnete für das Mandelring Quartett den Weg zur großen internationalen Karriere, die das Ensemble in Konzertsäle auf der ganzen Welt geführt hat. Mit dem heutigen Konzert kehren die gefeierten Musiker nach ihrem höchst erfolgreichen Schubertiade-Debüt 2014 nach Schwarzenberg zurück und haben ein vielseitiges Programm mit Werken von Joseph Haydn und Maurice Ravel sowie Franz Schuberts G-Dur-Quartett mitgebracht.
(Ausverkauft)

16.00 Uhr, Angelika-Kauffmann-Saal, Liederabend
Christina Landshamer Sopran
Maximilian Schmitt Tenor
Gerold Huber Klavier
Zwei hervorragende Sänger der jungen Generation interpretieren dieses besondere Schubert-Programm. Gemeinsam mit Gerold Huber führen Christina Landshamer und Maximilian Schmitt das „Liederalbum für Therese Grob“ auf – eine bunte Liedersammlung mit speziellen Fassungen, die von Schubert selbst erstellt wurde. Im zweiten Teil des Programms folgen Liedzusammenstellungen von Schubert für seine Verleger, darunter die humorvollen „Vier Refrainlieder“ und bekannte Stücke wie „Am Tage Aller Seelen“ oder „Du bist die Ruh“.
(Karten erhältlich)

20.00 Uhr, Angelika-Kauffmann-Saal, Klavierabend
Igor Levit
Mit dem heutigen Soloprogramm schließt Igor Levit seinen 2013 begonnenen, achtteiligen Zyklus sämtlicher Klaviersonaten Beethovens bei der Schubertiade in Hohenems und Schwarzenberg ab. Zu hören sind die Sonaten op. 109-111, Beethovens letzte drei Werke jener Gattung, die der Komponist revolutioniert und auf eine neue Ebene gehoben hat. Das Konzert findet ohne Pause statt.
(Ausverkauft)


Sonntag, 28. August

11.00 Uhr, Angelika-Kauffmann-Saal, Kammerkonzert
Isabelle Faust Violine
Jean-Guihen Queyras Violoncello
Alexander Melnikov Klavier
Isabelle Faust, Jean-Guihen Queyras und Alexander Melnikov bilden ein festes Trio, das für seine Konzerte und CD-Aufnahmen allseits gefeiert wird. Während die deutsche Geigerin und der französische Cellist schon früher bei der Schubertiade zu erleben waren, gibt der russische Pianist sein Festival-Debüt in Schwarzenberg. Auf dem Programm stehen Klaviertrios von Haydn und Schumann sowie Schuberts beliebtes Es-Dur-Trio.
(Ausverkauft)

16.00 Uhr, Angelika-Kauffmann-Saal, Klavierabend
Mauro Peter Tenor
Helmut Deutsch Klavier
Seit seinem sensationellen Schubertiade-Debüt 2012 mit der „Schönen Müllerin“ ist der Schweizer Tenor Mauro Peter, der fest am Opernhaus Zürich engagiert ist und u.a. in Paris, Wien und München gastiert, der Schubertiade durch zahlreiche Auftritte eng verbunden. Mit seinem ständigen Klavierpartner Helmut Deutsch präsentiert er heute denselben Liederzyklus – eine spannende Gelegenheit für das Publikum, die Entwicklung des Sängers zu beobachten.
(Karten erhältlich laut Kartenbüro)

20.00 Uhr, Angelika-Kauffmann-Saal, Liederabend
Gerald Finley Bariton
Julius Drake Klavier
Ob auf der Opernbühne, wo er von Mozart bis zu den ganz großen Wagner-Rollen ein breites Repertoire singt, in den großen Konzertsälen oder im intimen Rahmen eines Liederabends: Als stilistisch und stimmlich herausragender Künstler wird Gerald Finley allerorten gefeiert. Seit 2009 ist er regelmäßig bei der Schubertiade zu Gast und präsentiert heuer im Rahmen der Gesamtaufführung aller Schubert-Lieder gemeinsam mit Julius Drake eine Auswahl von Liedern nach Gedichten von Schiller, Goethe, Mayrhofer und Schulze.
(Karten erhältlich)


24. – 30. August

Schubertiade-Quartier Hohenems: Museen und Baudenkmale

Franz-Schubert-Museum (Marktstraße 1)
Schubertiade-Museum (Marktstraße 15)
Legge-Museum (Marktstraße 5)
Elisabeth-Schwarzkopf-Museum (Schweizer Straße 1, Villa Rosenthal)
Nibelungen-Museum (Marktstraße 6)
Schuhmacher-Museum (Marktstraße 15)

Franz Schubert, große Interpretinnen und Interpreten aus dem Bereich der Klassischen Musik und die bedeutende Kulturgeschichte von Hohenems sind die thematischen Schwerpunkte in 40 Räumen von sechs historisch interessanten Gebäuden. Der Rundgang führt an weiteren, mit der Geschichte der Schubertiade verbundenen Bauwerken vorbei: Im Palast Hohenems begann vor 40 Jahren am 8. Mai 1976 die erste Schubertiade und in der Pfarrkirche St. Karl eröffneten die Wiener Philharmoniker mit Karl Böhm die zweite Schubertiade. Damit verbunden war eine Ausstellung über deren Cellisten Josef Sulzer (1850-1926) – die erste Ausstellung in jener Villa, die heute das Jüdische Museum beherbergt. Am Geburtshaus von Josef Sulzers Vater Salomon Sulzer, der als junger Kantor in Wien Schubert einen Kompositionsauftrag erteilt hatte und als bedeutender Schubert-Sänger galt, wurde als Auftakt zur ersten Schubertiade durch Hermann Prey eine Gedenktafel enthüllt.

Pressemeldung Schubertiade

Düsseldorf, Tonhalle Düsseldorf, Konzert – Yuja Wang, 11.06.2016

Juni 2, 2016 by  
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Tonhalle Düsseldorf

Heinersdorff Konzerte

Tonhalle Düsseldorf / Heinersdorff Konzerte - Yuja Wang © Norbert Kniat

Tonhalle Düsseldorf / Heinersdorff Konzerte – Yuja Wang © Norbert Kniat

Tonhalle Düsseldorf:  Yuja Wang Klavier

Samstag, 11. Juni 2016, 20 Uhr

Brahms: Balladen op. 10 Nr. 1 und 2, Schumann: Kreisleriana Fantasien für Klavier op. 16, Beethoven: Klaviersonate Nr. 29 B-Dur op. 106, Große Sonate für das Hammerklavier

Übermenschliche Technik. Ihr fulminanter Auftritt mit dem Pittsburgh Symphony Orchestra und Manfred Honeck im September 2013 bei den Heinersdorff-Konzerten ist unvergessen. Nun kehrt die gebürtige Chinesin, die unter anderem am berühmten Curtis Institute of Music in Philadelphia studierte, mit einem Solo-Rezital in die Düsseldorfer Tonhalle zurück und interpretiert Werke von Brahms, Schumann und Beethoven.

Die 27-jährige Yuja Wang ist Exklusivkünstlerin der Deutschen Grammophon und vielfache Preisträgerin, u.a. des Gilmore Young Artist Awards, Gramophone Magazins sowie des ECHO Klassiks. Wir sind gespannt auf den Klavierabend der charismatischen Pianistin, der die New York Times eine ‚übermenschliche Technik‘ attestierte und die ihr Publikum immer wieder durch ihren extravaganten Auftritt überrascht!

Karten: € 45,– / 40,– / 35,– / 30,– / 25,– zzgl. VVK-Gebühr
KARTENVORVERKAUF: Tel. 0211/8925211; Fax 0211/8925365;
www.heinersdorff-konzerte.de

Yuja Wang:  Wenn Yuja Wang musiziert, öffnet sich ihre Seele. Ihr tiefes Verständnis wird hörbar. Ihr Spiel verbindet Kraft mit Leichtigkeit, Virtuosität mit Lyrik und Klarheit mit Schönheit – es ist künstlerische Synthese. Die 28-jährige Pianistin gilt als eine der bedeutendsten Künstlerinnen ihrer Generation und versteht es, Hörer jeden Alters zu fesseln. »Sie verfügt über ein unforciertes, brillantes Klavierspiel, das Prokofjew (der ein großer Pianist war) ebenso neidisch gemacht hätte wie den legendären Horowitz«, kommentierte die Los Angeles Times unlängst ihren Auftritt in der Hollywood Bowl.

Kritiker heben Yuja Wangs Virtuosität und technische Meisterschaft hervor, sie rühmen die Klarheit ihrer musikalischen Auffassung, die Frische ihrer Darbietung, ihre charismatische Bühnenpräsenz. Doch für Yuja Wang steht ihre Kunst im Dienst von emotionalem Ausdruck und musikalischer Interpretation, Technik darf nie Selbstzweck sein. Sie möchte vor allem ihre große Affinität zu den Werken in ihrem weit gespannten Repertoire deutlich machen. »Virtuose Werke verlangen nicht unbedingt einen spektakulären Stil«, sagt sie. »Wenn mich ein Stück fasziniert, und je mehr es meine Persönlichkeit anspricht, desto besser kann ich es spielen und das Publikum erreichen.«

Yuja Wang wurde am 10. Februar 1987 als Tochter einer musikalischen Familie in Peking geboren. Mit sechs Jahren bekam sie ihren ersten Klavierunterricht und machte schnell Fortschritte als Schülerin des Pekinger Konservatoriums. Impulsgebend für ihre musikalische und persönliche Entwicklung war ein Morningside-Music-Sommerkurs des Mount Royal College in Calgary 1999, an dem sie teilnahm; danach wurde sie die jüngste Schülerin aller Zeiten am Mount Royal Conservatory. 2002 gewann sie den Konzertwettbewerb des Aspen Music Festival und wurde Schülerin des berühmten Konzertpianisten und Pädagogen Gary Graffman am Curtis Institute of Music in Philadelphia. Graffman berichtet, er sei beim Vorspielen verblüfft gewesen über die »Intelligenz und Geschmackssicherheit« der 15-Jährigen.

Als Wang 2008 ihr Examen am Curtis Institute ablegte, hatte ihre professionelle Karriere längst begonnen. Nach ihrem sensationellen Debüt mit dem National Arts Centre Orchestra 2005 war das Medieninteresse groß – »Ein Star ist geboren«, titelten die Zeitungen. Ihr internationaler Durchbruch kam im März 2007, kurzfristig sprang sie für Martha Argerich ein als Solistin in Tschaikowskys Klavierkonzert Nr. 1 mit dem Boston Symphony Orchestra. Ein kometenhafter Aufstieg folgte: Sie arbeitete mit vielen großen internationalen Orchestern in den berühmtesten Konzertsälen der Welt und konzertierte mit so renommierten Dirigenten wie Claudio Abbado, Daniel Barenboim, Gustavo Dudamel, Charles Dutoit, Valery Gergiev, Lorin Maazel, Sir Neville Marriner, Zubin Mehta, Yannick Nézet-Séguin, Sir Antonio Pappano, Yuri Temirkanov, Michael Tilson Thomas und Pinchas Zukerman.

»Ich habe immer vor Publikum gespielt«, sagt Yuja Wang. »Durch das Spielen lerne ich mein Repertoire besser kennen. Ich muss auftreten, um mich lebendig zu fühlen. Es ist jedes Mal anders, es ist ganz organisch.« Die Spontaneität und Eindringlichkeit ihres Spiels spiegelt sich in Yuja Wangs Diskografie bei Deutsche Grammophon. 2009 unterzeichnete sie einen Exklusivvertrag mit dem gelben Label, seither hat sie eine Reihe maßstabsetzender Alben eingespielt. Nach der Veröffentlichung ihrer ersten Solo-Aufnahme Sonatas & Etudes 2009 kürte die Zeitschrift The Gramophone sie zur »Nachwuchskünstlerin des Jahres«. Für ihr 2010 erschienenes Album Transformation, ein wohlüberlegtes Solo-Programm mit Werken von Brahms, Ravel, Scarlatti und Strawinsky, erhielt sie den Echo-Preis als »Nachwuchskünstlerin des Jahres«. Ihre 2011 veröffentlichte Aufnahme von Rachmaninows Klavierkonzert Nr. 2 und seiner »Paganini-Rhapsodie« mit Claudio Abbado und dem Gustav Mahler Chamber Orchestra wurde als »Bestes klassisches Instrumentalsolo« für einen Grammy nominiert. Fantasia, veröffentlicht 2012, bietet eine Sammlung von Zugabe-Stücken von Albéniz, Bach, Chopin, Rachmaninow, Saint-Saëns, Skrjabin und anderen. Es folgten Live-Aufnahmen von Prokofjews Klavierkonzert Nr. 2 und Rachmaninows Konzert Nr. 3 mit Gustavo Dudamel und dem Simón Bolívar Symphony Orchestra. Ihr jüngstes Album für Deutsche Grammophon, Yuja Wang/Ravel, mit dem Tonhalle-Orchester Zürich und Lionel Bringuier, wird im Oktober 2015 erscheinen.

2011 gab Yuja Wang ihr Solorecital-Debüt in der Carnegie Hall. Die New York Times rühmte in ihrer Rezension die »meisterhafte, atemberaubende Aufführung« von Liszts monumentaler h-moll-Sonate, einem der bedeutendsten Klavierstücke des 19. Jahrhunderts. Seither ist Wang in jeder Spielzeit in die Carnegie Hall zurückgekehrt und hat das Publikum im ausverkauften Haus regelmäßig zu Standing Ovations begeistert. Zu den Höhepunkten ihrer Karriere gehörten in den letzten Jahren eine ausgedehnte Japantournee 2013 einschließlich ihres Recital-Debüts in der Suntory Hall in Tokio, eine »Künstlerporträt«-Reihe mit dem London Symphony Orchestra 2013/14 und ihr erstes Konzert mit den Berliner Philharmonikern im Mai 2015. Als Kammermusikerin pflegt Yuja Wang die Partnerschaft mit mehreren führenden Künstlern, besonders mit Leonidas Kavakos, mit dem sie Konzertreisen gemacht und sämtliche Violinsonaten von Brahms eingespielt hat.

Yuja Wang beginnt ihre Saison 2015/16 mit dem San Francisco Symphony Orchestra und Tilson Thomas im Rahmen der »Europäischen Festspieltournee« des Orchesters. Auf dem Programm stehen Werke von Bartók und Beethoven bei den BBC Proms, den Festspielen in Edinburgh, im Rheingau und in Luzern, beim George Enescu Festival sowie in Amsterdam, Luxemburg und Paris. Sie spielt sämtliche Violinsonaten von Brahms mit Kavakos beim Edinburgh International Festival und Tschaikowskys Klavierkonzert Nr. 2 auf einer Asientournee mit dem Concertgebouw-Orchester und Gustavo Gimeno. Weitere Höhepunkte der Spielzeit sind Messiaens Turangalîla-Symphonie mit den New Yorker Philharmonikern unter Esa-Pekka Salonen und mit dem Simón Bolívar Symphony Orchestra unter Dudamel in Caracas und Europa. Im Februar 2016 spielt Wang mit dem Russischen Nationalorchester unter Mikhail Pletnev Mozarts Klavierkonzert Nr. 9, das »Jeunehomme-Konzert«, und Tschaikowskys Klavierkonzert Nr. 2 während der USA-Tournee anlässlich des 25. Geburtstags des Orchesters. Mozarts »Jeunehomme-Konzert« führt sie auch in München und Paris auf bei ihrem Debüt mit den Wiener Philharmonikern unter Leitung von Valery Gergiev.

Pressemeldung Heinersdorff Konzerte

Essen, Philharmonie Essen, Das Paradies und die Peri, IOCO Kritik, 18.10.2015

Oktober 20, 2015 by  
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Philharmonie Essen

 Das Paradies und die Peri  von Robert Schumann

Collegium Vocale Gent  und  Orchestre des Champs-Elysées, Philippe Herreweghe

Philharmonie Essen / Philippe Herreweghe © Sven Lorenz

Philharmonie Essen / Philippe Herreweghe © Sven Lorenz

In dieser Spielzeit ist der große Dirigent und Chorleiter Philippe Herreweghe in “Residence“ in der Essener Philharmonie. An sieben Abenden ist er mit verschiedenen Orchestern und Werken von Bach, Beethoven, Bruckner und Schumann zu erleben. Den Auftakt machte am letzten Sonntag Schumanns Oratorium Das Paradies und die Peri. Das 1843 unter Schumanns Leitung im Leipziger Gewandhaus uraufgeführte Werk wird selten gespielt, anders als seine “Genoveva“, seine “Faustszenen“ und “Der Rose Pilgerfahrt“.

Grund dafür ist der altmodisch verquaste Text der literarischen Vorlage und die nicht immer mühelos nachzuvollziehende Handlung. Es handelt sich um ein Vers-Epos des irischen Dichters Thomas Moore, erfundene Orient-Romantik, die damals hoch im Kurs stand. Hier in diesem Stück wird von einem in Ungnade gefallenen Zwitterwesen von Engel und Fee (Peri) persischer Herkunft erzählt, das nach der Gabe einer Träne eines reuigen Sünders, wieder Eingang ins Paradies findet.

Philharmonie Essen / Philippe Herreweghe © Sven Lorenz

Philharmonie Essen / Philippe Herreweghe © Sven Lorenz

Doch die Musik ist prachtvoll, reich an Melodik und gibt auch Hinweise auf Zeitgenossen Schumanns und auf Bach. Herreweghe erläuterte das mit seiner humorvollen, kauzigen Art in der dem Konzert voraus-gegangenen Einführung.

Als der junge Philippe Herreweghe 1970 sein Collegium Vocale im belgischen Gent ins Leben rief, steckte die Alte Musik-Bewegung noch in den Kinderschuhen. Aber es blieb nicht bei Bach und Co. Barock, Wiener Klassik und die Romantiker folgten im Repertoire des Chores und seines Gründers.

Heute sind das Collegium Vocale und sein charismatischer Leiter eine feste Größe im internationalen Musikgeschäft und dies mit Fug und Recht.  Die größtenteils jungen, frischen Stimmen des Chores, seine Homogenität und Präzision, konnte man an diesem Abend in Essen in den umfangreichen Chorsätzen dieses Werkes wieder bewundernd erleben.

Philharmonie Essen / Philippe Herreweghe © Sven Lorenz

Philharmonie Essen / Philippe Herreweghe © Sven Lorenz

Herreweghe am Pult zu beobachten ist immer faszinierend. Seine beschwörenden Blicke und seine persönliche Dirigiertechnik lassen keine Schwachstellen zu. Der gebürtige Flame hatte auch an diesem Abend den ganzen Apparat fest im Griff.

Prachtvoll klang das Orchestre des Champs-Elysées. Es wurde 1991 gegründet und ist spezialisiert auf die Interpretationen des romantischen und vorromantischen Repertoires auf Originalinstrumenten. Herreweghe und das Orchester arbeiten sehr eng miteinander.

Sehr gut zusammengestellt waren die Gesangssolisten.  Die Partie der Peri war mit der englischen Sopranistin Carolyn Sampson besetzt. Sie hat einen lyrischen Sopran mit Biss und Durchschlagskraft. Gelegentlich, meist in der hohen Lage, wurde die Stimme scharf. Im großen Jubelfinale kam sie an ihre Grenzen. Wunderbar klang ihre Stimme in den Piani der Mittellage. Bemerkenswert gut war ihre Textverständlichkeit. Diese Textverständlichkeit war auch bei allen weiteren Solisten vorhanden.

Philharmonie Essen / Philippe Herreweghe © Sven Lorenz

Philharmonie Essen / Philippe Herreweghe © Sven Lorenz

Die Sopranistin Christina Landshamer (Arien der Jungfrau) konnte ebenso gefallen wie die sonore Stimme der Mezzosopranistin Wiebke Lehmkuhl (Der Engel).

Maximilian Schmitt (Jüngling, Erzähler) ist noch bestens in Erinnerung mit seinem Abend mit romantischen Arien im Januar dieses Jahres. Auch an diesem Abend konnte er seinen lyrischen Tenor effektvoll einsetzen.

Eine balsamische Bariton-Stimme, ausdrucksstark und von farblicher Vielfalt,  ließ der junge Südtiroler André Schuen (Gazna, Ein Mann) hören. Hier wächst ein neuer Don Giovanni heran. Die Stimme und das Aussehen sind vorhanden.

Das Publikum zeigte sich begeistert und zollte allen Mitwirkenden frenetischen Beifall.

Schade, dass dieses selten zu hörende Werk, dabei auch vollendet dargeboten, so wenige Zuhörer fand.

IOCO / UGK / 18.10.2015

Philharmonie Essen – Alle Karten Hier :
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Stavanger, 25 Jahre Internationales Kammermusikfestival in Norwegen, August 2015

September 13, 2015 by  
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International Chamber Music Festival / Martin Först Christian Ihle Hadland © Nikolaj Lund

International Chamber Music Festival / Martin Först Christian Ihle Hadland © Nikolaj Lund

 

Martin Fröst und Christian Ihle Hadland – ein würdiges Finale für eine fünfjährige Zusammenarbeit

International Chamber Music Festival

Meisterhaftes Zusammenspiel

Norwegens internationales Kammermusikfestival ICMF feiert 25 Jahre

Ein anspruchsvolles Publikum für ein Musikfestival aufzubauen, ist eine lange und mühevolle Aufgabe. Es ist ein Prozess, bei dem der Zuhörer gepflegt sein will. Letztlich ist entscheidend, dass das Publikum Vertrauen in die Programmentscheidungen der Festivalmacher setzt. Das hat Norwegens internationales Kammermusikfestival in Stavanger geschafft: Kaum eine andere Veranstaltung dieser Art kann sich eines aufmerksameren Publikums rühmen; da sind sich Musiker und Kritiker einig.

Das ICMF feiert sein 25. Jahr und ist selbst wie ein gut eingespieltes Kammerensemble, in dem jeder seinen Part so gut kennt, dass selbst eine plötzlicher heftiger Schlag, wie der Ausfall einer der Hauptkünstler der Veranstaltung, das Orchester nicht aus der Bahn wirft. Tatsächlich spielt diese Gruppe so gut zusammen, dass weder das Publikum noch die Künstler etwas von der organisatorischen Akrobatik mitbekamen, die wohl bis in die frühen Morgenstunden geleistet wurde, um die Lücken im Programm zu füllen, als der künstlerische Ko-Direktor des ICMFs, Martin Fröst, in letzter Minute wegen Krankheit absagen musste. Die Show ging einfach weiter.

Der bekannte Klarinettist sollte beim diesjährigen ICMF zahlreiche Konzerte spielen und als Dirigent mit dem Stavanger Orchester ein ambitioniertes Programm zeigen. Fröst wurde zwar vermisst wurde, aber es fanden sich wie durch ein Wunder als Ersatz die exzellenten Klarinettisten Hermann Stefásson und Thorsten Johanns, und Dirigent Anu Tali übernahm seine Dirigentenparts im, wenn auch leicht veränderten, Programm.

Anspruchsvolle Ohren kamen beim diesjährigen ICMF mehrfach auf ihre Kosten. Besonders in Erinnerung bleiben unter anderem die Auftritte des künstlerischen Ko-Direktors und Pianisten Christian Ihle Hadland. Von seiner Interpretation von Mozarts Quintett für Klavier und Bläser, mit dem das Festival eröffnete, über Lieder von Ravel und Britten, Faure-Duetten, Brahms’ F-Moll-Klavierquintett und einer in letzter Minute ins Programm aufgenommenen Darbietung von Mozarts Konzert in A-Dur (K.414) lieferte Ihle Hadland durchweg gefühlvolle und glänzende Aufführungen.

International Chamber Music Festival / Streichquartett - Quatuo Ebene - Cellist Alexei Stadler © Nikolaj Lund

International Chamber Music Festival / Streichquartett – Quatuo Ebene – Cellist Alexei Stadler © Nikolaj Lund

Die sehr eng miteinander verbundenen Musiker des Streichquartetts Quatuor Ebèné sorgte ebenfalls für Hörgenuss. Seine Aufführung von Beethovens Quartett in A-Moll Opus 132 war bewundernswert, bewegte sich aber leider nur in einem Lautstärkeumfang von Pianissimo bis Mezzoforte. Das mag in einem Aufnahmestudio wünschenswert sein, lässt aber ein Publikum unbefriedigt zurück, wenn selbst in der exzellenten Akustik von Norwegens ältester Kathedrale das Cello häufig nicht zu hören ist. Das Zusammenspiel von Quatuor Ebèné ist exzellent und zwar in einem Maße, dass die Musiker häufig ihr Publikum zu vergessen schienen. Anders bei der Aufführung von Schuberts Streichquartett in C-Dur – zu Recht ein Festivalklassiker –: Gast-Cellist Alexei Stadler zwang das Streichquartett, aus seiner eigenen Welt herauszutreten und mit „draußen“ zu kommunizieren. Das Ergebnis war eine berührende Aufführung eines der meist geschätzten Werke der Kammermusik und zeugte von der Sorgfalt und großem Ideenreichtum des Ensembles. Gleiches war auch der Fall, als Bratschistin Jennifer Stumm für 1313 Streichquintett K.515 hinzukam, wenn auch das Zusammenspiel weniger homogen war.

International Chamber Music Festival / Cellist Alexei Stadler © Nikolaj Lund

International Chamber Music Festival / Cellist Alexei Stadler © Nikolaj Lund

Alexei Stadler war während des Festivals bei vielen Gelegenheiten zu hören. Er demonstrierte seine große Musikalität bei der Aufführung von Schostakowitschs Cello-Sonate. Zusammen mit Boris Brovtsyn (Violine) und Itamar Golan (Klavier) lieferte er zudem eine superbe Performance von Tschaikowskis Piano-Trio. Trotz meiner Vorbehalte gegenüber dem Werk war die Aufführung sicherlich ein Festspielhöhepunkt.

Auch Itamar Golan erwies sich beim diesjährigen ICMF mehrfach als tadelloser Musiker mit großen Kammermusikfähigkeiten. Der Pianist, der eher im romantischen Repertoire zuhause ist, zeigte gemeinsam mit dem österreichischen Cellisten Clemens Hagen eine besonders beeindruckende Aufführung von Schumanns „Fünf Stücke im Volkston“, Opus 102 für Cello und Klavier.

International Chamber Music Festival / Sharon Bezaly © Nikolaj Lund

International Chamber Music Festival / Sharon Bezaly © Nikolaj Lund

Hagens Performance von Haydns C-Dur-Konzert bewies große Finesse und tiefes musikalisches Verständnis, obwohl es zum Teil schwierig war, das Cello aus dem Orchester herauszuhören. 1B1, ein Jugendensemble aus jungen Musikern aus der Region unter Leitung von Violinist Jan Bjøranger, spielte sorgfältig und mit Enthusiasmus.

Sharon Bezalys Interpretation von Schuberts Thema und Variationen auf „Trockne Blumen“ für Flöte und Klavier D.802 demonstrierte die präzise Technik und den soliden Klang des Flötisten. Hornistin Annamia Larsson spielte eine überzeugende Interpretation von Mozarts Hornquartett, zeigte aber in ihren weiteren Festivalauftritten Ermüdungserscheinungen.

Mit Benjamin Brittens Cabaret Songs bewies Sopranistin Measha Brueggergosman ihre beeindruckende Fähigkeit, die stark kontrastierenden Stimmungen dieser sehr verschiedenen Lieder zu transportieren.

International Chamber Music Festival / Christian Ihle Hadland und Sopranistin Measha Brueggergosman © Nikolaj Lund

International Chamber Music Festival / Christian Ihle Hadland und Sopranistin Measha Brueggergosman © Nikolaj Lund

Eine großartige Aufführung von Brahms’ F-Moll-Sonate durch die beiden künstlerischen Festivaldirektoren Christian Ihle Hadland und den fast wieder gesunden Martin Fröst brachte das ICMF 2015 zum Abschluss. Es war ein würdiges Finale für eine fünfjährige Zusammen – arbeit, die dem Festival eine große Zahl an in Erinnerung bleibenden Aufführungen und Kooperationen gebracht hat. Die Veranstaltung in diesem Jahr war wieder ein Triumph für die Festival-Organisatoren und ihre mehr als 120 ehrenamtlichen Helfer, die durch ihr Engagement, ihren Enthusiasmus und die Professionalität beeindruckten, mit der sie ihre Aufgaben auf dem Festival unermüdlich übernahmen.

International Chamber Music Festival / Über 120 ehrenamtlicher Helfen beim ICMF © Nikolaj Lund

International Chamber Music Festival / Über 120 ehrenamtlicher Helfen beim ICMF © Nikolaj Lund

Bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen für den Erhalt dieses fein gestimmten Instruments – Norwegens Internationalem Kammermusikfestival – sorgen und der Veranstaltung den Schwung geben, den es braucht, um auch in den nächsten 25 Jahren derart gute Arbeit zu leisten wie bisher.

Das würde auch künftigen Zuschauergenerationen die Chance geben, hochkarätig besetzte Kammermusikensemble bei einem der feinsten Kammermusikfestivals Europas zu genießen.

IOCO / B O’S / August 2015

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