Essen, Philharmonie Essen, Ferienworkshops für Kinder, 10.10.2016

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Philharmonie Essen

Philharmonie Essen / Orchesterworkshop © Hamza Saad

Philharmonie Essen / Orchesterworkshop © Hamza Saad

 Philharmonie Essen bietet kostenlose Ferienworkshops

„Reise in eine neue Welt“ vom 10. bis 12.10.2016, von 10 bis 14 Jahren, und „Wie funktioniert ein Orchester?“ am 13.10.2016, ab 6 Jahren, Teilnahme kostenlos.

Für Kinder und Jugendliche bietet die Philharmonie Essen in den Herbstferien zwei Workshops an. Jugendliche von 10 bis 14 Jahren können sich von Montag bis Mittwoch, 10. bis 12. Oktober 2016, jeweils von 9 bis 15 Uhr auf die „Reise in eine neue Welt“ begeben. Unter diesem Titel gehen die Teilnehmer auf eine akustische Entdeckungstour durchs Internet, sammeln Klänge von verschiedenen Orten und mischen diese anschließend miteinander. Großstadtlärm, Bahnhofsdurchsagen, Flugzeugbrummen und vieles mehr – alles ist möglich, wenn man im Kopf den richtigen Reiseplan gemacht hat. Die Workshop-Leitung hat Lesley Olson.

Kinder ab 6 Jahren stellen einen Tag später die Frage: „Wie funktioniert ein Orchester?“ Am Donnerstag, 13. Oktober 2016, von 10 bis 13 Uhr erfahren die Teilnehmer, was so alles in einem großen Sinfonieorchester passiert. Wer sitzt wo? Wer bringt die Noten mit? Was macht ein Dirigent? Was macht ein Konzertmeister? Ganz nebenbei lernen die Kinder noch viele Instrumente kennen, bauen sich ein Orchester und entdecken die Philharmonie. Die Workshop-Leitung hat Christian Komorowski.

Infos und Anmeldung bei Merja Dworczak unter T 02 01 81 22-826 oder m.dworczak@philharmonie-essen.de. Die Teilnahme ist in beiden Workshops kostenlos. PMPhE

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Stavanger, 25 Jahre Internationales Kammermusikfestival in Norwegen, August 2015

September 13, 2015 by  
Filed under Internationales Kammermusikfestival, Kritiken

International Chamber Music Festival / Martin Först Christian Ihle Hadland © Nikolaj Lund

International Chamber Music Festival / Martin Först Christian Ihle Hadland © Nikolaj Lund

 

Martin Fröst und Christian Ihle Hadland – ein würdiges Finale für eine fünfjährige Zusammenarbeit

International Chamber Music Festival

Meisterhaftes Zusammenspiel

Norwegens internationales Kammermusikfestival ICMF feiert 25 Jahre

Ein anspruchsvolles Publikum für ein Musikfestival aufzubauen, ist eine lange und mühevolle Aufgabe. Es ist ein Prozess, bei dem der Zuhörer gepflegt sein will. Letztlich ist entscheidend, dass das Publikum Vertrauen in die Programmentscheidungen der Festivalmacher setzt. Das hat Norwegens internationales Kammermusikfestival in Stavanger geschafft: Kaum eine andere Veranstaltung dieser Art kann sich eines aufmerksameren Publikums rühmen; da sind sich Musiker und Kritiker einig.

Das ICMF feiert sein 25. Jahr und ist selbst wie ein gut eingespieltes Kammerensemble, in dem jeder seinen Part so gut kennt, dass selbst eine plötzlicher heftiger Schlag, wie der Ausfall einer der Hauptkünstler der Veranstaltung, das Orchester nicht aus der Bahn wirft. Tatsächlich spielt diese Gruppe so gut zusammen, dass weder das Publikum noch die Künstler etwas von der organisatorischen Akrobatik mitbekamen, die wohl bis in die frühen Morgenstunden geleistet wurde, um die Lücken im Programm zu füllen, als der künstlerische Ko-Direktor des ICMFs, Martin Fröst, in letzter Minute wegen Krankheit absagen musste. Die Show ging einfach weiter.

Der bekannte Klarinettist sollte beim diesjährigen ICMF zahlreiche Konzerte spielen und als Dirigent mit dem Stavanger Orchester ein ambitioniertes Programm zeigen. Fröst wurde zwar vermisst wurde, aber es fanden sich wie durch ein Wunder als Ersatz die exzellenten Klarinettisten Hermann Stefásson und Thorsten Johanns, und Dirigent Anu Tali übernahm seine Dirigentenparts im, wenn auch leicht veränderten, Programm.

Anspruchsvolle Ohren kamen beim diesjährigen ICMF mehrfach auf ihre Kosten. Besonders in Erinnerung bleiben unter anderem die Auftritte des künstlerischen Ko-Direktors und Pianisten Christian Ihle Hadland. Von seiner Interpretation von Mozarts Quintett für Klavier und Bläser, mit dem das Festival eröffnete, über Lieder von Ravel und Britten, Faure-Duetten, Brahms’ F-Moll-Klavierquintett und einer in letzter Minute ins Programm aufgenommenen Darbietung von Mozarts Konzert in A-Dur (K.414) lieferte Ihle Hadland durchweg gefühlvolle und glänzende Aufführungen.

International Chamber Music Festival / Streichquartett - Quatuo Ebene - Cellist Alexei Stadler © Nikolaj Lund

International Chamber Music Festival / Streichquartett – Quatuo Ebene – Cellist Alexei Stadler © Nikolaj Lund

Die sehr eng miteinander verbundenen Musiker des Streichquartetts Quatuor Ebèné sorgte ebenfalls für Hörgenuss. Seine Aufführung von Beethovens Quartett in A-Moll Opus 132 war bewundernswert, bewegte sich aber leider nur in einem Lautstärkeumfang von Pianissimo bis Mezzoforte. Das mag in einem Aufnahmestudio wünschenswert sein, lässt aber ein Publikum unbefriedigt zurück, wenn selbst in der exzellenten Akustik von Norwegens ältester Kathedrale das Cello häufig nicht zu hören ist.

Das Zusammenspiel von Quatuor Ebèné ist exzellent und zwar in einem Maße, dass die Musiker häufig ihr Publikum zu vergessen schienen. Anders bei der Aufführung von Schuberts Streichquartett in C-Dur – zu Recht ein Festivalklassiker –: Gast-Cellist Alexei Stadler zwang das Streichquartett, aus seiner eigenen Welt herauszutreten und mit „draußen“ zu kommunizieren. Das Ergebnis war eine berührende Aufführung eines der meist geschätzten Werke der Kammermusik und zeugte von der Sorgfalt und großem Ideenreichtum des Ensembles. Gleiches war auch der Fall, als Bratschistin Jennifer Stumm für 1313 Streichquintett K.515 hinzukam, wenn auch das Zusammenspiel weniger homogen war.

International Chamber Music Festival / Cellist Alexei Stadler © Nikolaj Lund

International Chamber Music Festival / Cellist Alexei Stadler © Nikolaj Lund

Alexei Stadler war während des Festivals bei vielen Gelegenheiten zu hören. Er demonstrierte seine große Musikalität bei der Aufführung von Schostakowitschs Cello-Sonate. Zusammen mit Boris Brovtsyn (Violine) und Itamar Golan (Klavier) lieferte er zudem eine superbe Performance von Tschaikowskis Piano-Trio. Trotz meiner Vorbehalte gegenüber dem Werk war die Aufführung sicherlich ein Festspielhöhepunkt.

Auch Itamar Golan erwies sich beim diesjährigen ICMF mehrfach als tadelloser Musiker mit großen Kammermusikfähigkeiten. Der Pianist, der eher im romantischen Repertoire zuhause ist, zeigte gemeinsam mit dem österreichischen Cellisten Clemens Hagen eine besonders beeindruckende Aufführung von Schumanns „Fünf Stücke im Volkston“, Opus 102 für Cello und Klavier.

International Chamber Music Festival / Sharon Bezaly © Nikolaj Lund

International Chamber Music Festival / Sharon Bezaly © Nikolaj Lund

Hagens Performance von Haydns C-Dur-Konzert bewies große Finesse und tiefes musikalisches Verständnis, obwohl es zum Teil schwierig war, das Cello aus dem Orchester herauszuhören. 1B1, ein Jugendensemble aus jungen Musikern aus der Region unter Leitung von Violinist Jan Bjøranger, spielte sorgfältig und mit Enthusiasmus.

Sharon Bezalys Interpretation von Schuberts Thema und Variationen auf „Trockne Blumen“ für Flöte und Klavier D.802 demonstrierte die präzise Technik und den soliden Klang des Flötisten. Hornistin Annamia Larsson spielte eine überzeugende Interpretation von Mozarts Hornquartett, zeigte aber in ihren weiteren Festivalauftritten Ermüdungserscheinungen.

Mit Benjamin Brittens Cabaret Songs bewies Sopranistin Measha Brueggergosman ihre beeindruckende Fähigkeit, die stark kontrastierenden Stimmungen dieser sehr verschiedenen Lieder zu transportieren.

International Chamber Music Festival / Christian Ihle Hadland und Sopranistin Measha Brueggergosman © Nikolaj Lund

International Chamber Music Festival / Christian Ihle Hadland und Sopranistin Measha Brueggergosman © Nikolaj Lund

Eine großartige Aufführung von Brahms’ F-Moll-Sonate durch die beiden künstlerischen Festivaldirektoren Christian Ihle Hadland und den fast wieder gesunden Martin Fröst brachte das ICMF 2015 zum Abschluss. Es war ein würdiges Finale für eine fünfjährige Zusammen – arbeit, die dem Festival eine große Zahl an in Erinnerung bleibenden Aufführungen und Kooperationen gebracht hat. Die Veranstaltung in diesem Jahr war wieder ein Triumph für die Festival-Organisatoren und ihre mehr als 120 ehrenamtlichen Helfer, die durch ihr Engagement, ihren Enthusiasmus und die Professionalität beeindruckten, mit der sie ihre Aufgaben auf dem Festival unermüdlich übernahmen.

International Chamber Music Festival / Über 120 ehrenamtlicher Helfen beim ICMF © Nikolaj Lund

International Chamber Music Festival / Über 120 ehrenamtlicher Helfen beim ICMF © Nikolaj Lund

Bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen für den Erhalt dieses fein gestimmten Instruments – Norwegens Internationalem Kammermusikfestival – sorgen und der Veranstaltung den Schwung geben, den es braucht, um auch in den nächsten 25 Jahren derart gute Arbeit zu leisten wie bisher.

Das würde auch künftigen Zuschauergenerationen die Chance geben, hochkarätig besetzte Kammermusikensemble bei einem der feinsten Kammermusikfestivals Europas zu genießen.

IOCO / B O’S / August 2015

Essen, Philharmonie Essen, Sir Antonio Pappano – Lisa Batiashvili – Orchestra di Santa Cecilia, IOCO Kritik, 06.03.2015

März 9, 2015 by  
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Philharmonie Essen

Orchestra Dell`Accademia Nazionale di Santa Cecilia, Roma
Sir Antonio Pappano – Lisa Batiashvili, Violine

Philharmonie Essen / Batiashvili Lisa und Pappano Antonio © Riccardo Musacchio und Flavio Ianniello / Philharmonie Essen

Philharmonie Essen / Batiashvili Lisa und Pappano Antonio © Riccardo Musacchio und Flavio Ianniello / Philharmonie Essen

Eines der traditionsreichsten Orchester Italiens, das Orchestra Nazionale di Accademia di Santa Cecilia di Roma, machte im Rahmen einer kleinen Europa-Tournee auch Halt in Essen. Unter seinem derzeitigen Chefdirigenten, dem Briten (mit italienischen Wurzeln) Sir Antonio Pappano, gastierten sie mit einem sehr feinen, ausgewogenen Programm in der Essener Philharmonie.

Das Orchester wurde Anfang des 20. Jahrhunderts gegründet. Seit dem Jahr 1908 wurde es über Italien hinaus in Europa bekannt. Immer wieder standen ihm prominente Dirigenten vor, wie Erich Kleiber, Willem Mengelberg, Richard Strauss, Arturo Toscanini und viele andere. In den 1950er und 1960er Jahren wurde das Orchester sehr bekannt durch die Opern-Aufnahmen der englischen DECCA, wie zum Beispiel Aida, La Bohéme, Otello, Mefistofele, Turandot, La Gioconda und vielen mehr.

In diesen Aufnahmen glänzten Stars wie Renata Tebaldi, Mario del Monaco, Ettore Bastianini, Hilde Güden und Cesare Siepi. Dirigent dieser Aufnahmen war meist Alberto Erede, der lange auch in Düsseldorf an der Deutschen Oper am Rhein gewirkt hat. Unter seinem derzeitigen Prinzipal, Sir Antonio Pappano, operiert das römische Orchester zunehmend international.

Der Konzertabend begann mit dem brillanten, immer wieder gern gehörten Scherzo “Der Zauberlehrling“ von Paul Dukas, nach einer Ballade von Goethe. Pappano und seine Musiker gingen sehr forsch zu Werke, voller Temperament und bei sehr zügigem Tempo. Die feinsinnige, burleske Musik vermittelte Pappano ohne billige Effekte und ohne übertriebene “Schmissigkeit“.

Danach folgte das “Konzert für Violine und Orchester in D-Moll, op. 47“ von Jean Sibelius. Es ist ein virtuoses Stück, mit eingängiger Musik, melodisch aber nicht unbedingt mitreißend. Aber es gibt viele Möglichkeiten für einen technisch perfekten, virtuosen Solisten. Den hatte man an diesem Abend in Gestalt der attraktiven georgischen (in München lebenden) Geigerin Lisa Batiashvili. Sie entlockte ihrer Guarneri-Geige “del Gesú“ himmlische, süsse Töne, die der strengen, schwerblütigen Musik von Sibelius die richtige Würze gaben.

Die Geigerin schoss hier dazu ein virtuoses, spielerisch glanzvolles Feuerwerk ab. Das klang alles wunderbar. Zumal Pappano auf Batiashvilis Konzept nobler Differenzierung und kontrollierter Expressivität einging und jeglicher Verdickung und Pathetisierung des Orchesterparts widerstand. Das Publikum zeigte sich begeistert. Die Solistin bedankte sich mit einer georgischen Volksweise, an der auch das Orchester beteiligt war.

Nach der Pause gab es dann mit Modest MussorgskisBilder einer Ausstellung“ in der Orchesterfassung von Maurice Ravel den orchestralen Höhepunkt.

Pappanos Interpretationskonzept war weniger den impressionistischen Glamour der Ravel-Partitur wiederzugeben, sondern bei bestechender Transparenz die Härte und Kantigkeit der originalen Klavierfassung von Mussorgski hörbar werden zu lassen. Das gelang in fabelhafter Weise.

Antonio Pappano entfesselte mit seinem Orchester einen Klangrausch, der einem fast den Atem nahm. Als die Klangwogen das “Große Tor von Kiew“ erreichten und verwehten, lehnte man sich erschöpft, aber höchst befriedigt zurück und der Puls beruhigte sich.

Frenetischen Beifall gab es auch nach diesem Stück. Der Dirigent und das formidable Orchester geizten nicht und gewährten zwei Zugaben. Zunächst ein elegisches Stück, das nach Sibelius klang und dann den zweiten Teil der “Wilhelm Tell“- Ouvertüre von Rossini. Höhepunkt dabei war der mimisch hochbegabte Pauker des Orchesters, der seine große Stunde hatte.

IOCO / UGK / 06.03.2015

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Düsseldorf, Tonhalle Düsseldorf, 7. Sternzeichen-Konzert – Okko Kamu, IOCO Kritik, 06.02.2015

Februar 9, 2015 by  
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Tonhalle Düsseldorf

Tonhalle Düsseldorf © Diesner

Tonhalle Düsseldorf © Diesner

7. Sternzeichen-Konzert

Chor des Städtischen Musikvereins – Düsseldorfer Symphoniker, Okko Kamu, 06.02.2015

Das siebente Sternzeichen-Konzert brachte eine erneute Begegnung mit dem finnischen Dirigenten Okko Kamu. Der Maestro stand schon einmal am Pult der Düsseldorfer Symphoniker. 1982 dirigierte er hier, unter anderem die

5. Sinfonie seines Landsmanns Jean Sibelius, die auch auf dem Programm des aktuellen Konzerts stand.

Ein älterer Konzertbesucher, dem Schreiber dieser Zeilen gut bekannt, meinte, den Sibelius damals hätte Kamu in langsamerem Tempo spielen lassen als heute. Finale Feststellung des Ohrenzeugen von damals: “Die älteren Herren haben es heutzutage immer eilig.“ Dem ist nichts weiter zuzufügen.

Die 5. Sinfonie von Sibelius war sein Schmerzenskind. Er brauchte vier Jahre und schuf mehrere Fassungen, bis er zufrieden war. Das Werk in seiner jetzigen Fassung erklang zum ersten Mal 1919.

Die schwer errungene optimistische Grundhaltung kommt besonders im einleitenden 1. Satz zur Geltung, der zwei Sätze (Moderato und Scherzo) vereint. Kamu und das Orchester musizierten mit Delikatesse. Die Chemie zwischen dem Maestro und dem Orchester scheint zu stimmen.

Der meist verhaltene Andante-Satz danach, bringt zuerst ein lyrisches Intermezzo, dessen liedhaftes Thema im Weiteren variiert wird. Okko Kamu und das Orchester verstehen es bei aller Poesie des Satzes, ihn mit drängender Energie und Spannung zu versehen.

Im finalen 3. Satz (Allegro molto) baut Sibelius gewaltige Steigerungen auf. Das hymnische Hörner-Thema ist das Fundament dafür. Kamus Tempo ist moderat, drängend aber nicht hetzend. Der heroische Grundton der Musik kam gut heraus. Das Orchester ließ farbigste Klangintensität hören. Instrumentale Details, die gemeinhin untergehen, erhielten bei aller drängenden Energie, betontes Gewicht.

Vor diesem Sibelius gab es für die Düsseldorfer Symphoniker eine Erstaufführung. Sie spielten unter Kamus Leitung die sinfonische Ballade “Der Wojewode, op. 78“ von Peter Tschaikowsky. Das Musikstück fußt auf einem Gedicht des polnischen Schriftstellers Adam Mickiewicz, eine Sex and Crime-Story, die Tschaikowsky in eine effektvolle, dramatische Musik kleidete.

Interessant ist, dass in diesem Stück, zum ersten Mal in einem Werk des Komponisten eine Celesta erklang. Ein Instrument, das wie ein Klavier gespielt wird, aber Glockenspiel-Töne produziert. (Richard Strauss hat es häufig eingesetzt) Okko Kamu und das Orchester spielten den Beginn des Stücks und das Finale rasant im Tempo. Sehr schön geriet der elegische Mittelteil. Echte Lyrik durchwehte den Streicherklang.

Im ersten Teil des Konzerts (Tschaikowsky und Sibelius gab es nach der Pause) waren Werke von Johannes Brahms zu hören.

Kamu und das Orchester begannen mit der “Akademischen Fest-Ouvertüre“, dem “Dankeschön“ des Komponisten, für die Verleihung der Ehrendoktorwürde durch die Breslauer Universität. Es ist ein schönes, immer wieder gern gehörtes Werk, gespickt mit Zitaten bekannter Studentenlieder. Das Orchester spielte präzise, genoss die federnde Rhythmik, war aber gelegentlich etwas laut, besonders in dem festlich rauschenden Abschluss.

Danach folgten zwei Chorwerke. Der fabelhaft durchsichtig klingende Chor des Städtischen Musikvereins und das Orchester führten zunächst das Stück “Nänie, für vierstimmigen Chor und Orchester, op.82“ auf. Brahms komponierte es im Angedenken an den Tod des Freundes Anselm Feuerbach.

Es ist ein sehr elegisches, auch vielfach etwas dürres Werk mit einem Text von Friedrich Schiller “Auch das Schöne muss sterben“. Chor und Orchester klangen sehr gut.

Das zweite Chorwerk “Schicksalslied“, auf einen Text aus Hölderlins Roman “Hyperion“ hat wesentlich mehr Substanz, textlich wie auch musikalisch. Auch hier war der Chor sehr gefordert. Besonders homogen waren die Frauen-Stimmen.

Es war ein schöner, interessanter Konzertabend und wurde vom Publikum mit herzlichem Beifall bedacht.

IOCO / UGK  / 06.02.2015

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