Wuppertal, Oper Wuppertal, Rocky Horror Show – Intergalaktisches in Wuppertal, IOCO Kritik, 24.02.2017

Februar 25, 2017 by  
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Wuppertaler Bühnen

Theater Wuppertal / Rocky Horror Show - The Time Warp © Jens Grossmann

Theater Wuppertal / Rocky Horror Show – The Time Warp © Jens Grossmann

 Intergalaktische Wesen treiben es in Wuppertal

Die Rocky Horror Show von Richard O´Brien

Von Viktor Jarosch

Die Oper Wuppertal ist seit dem 17.2.2017 im Rocky Horror Show – Fieber: Reife, noch unbescholtete Damen werfen im Theater mit Reis, Konfetti oder Klopapier um sich, andere Wesen schießen mit Wasserpistolen, rotieren Leuchtdioden oder tanzen scheinbar wirr inmitten der Besucherreihen; doch alle einem strengen Ritus folgend. Seriös aussehende Männer widersprechen pöbelnd einem Erzähler auf der Bühne mit fortwährenden „Boring“-Rufen. Der Besucherraum scheint nach der Vorstellung verwüstet. Die Rocky Horror Show – ein schräges Mitmach-Kultevent für, mit und über Außerirdische ist zu Besuch in Wuppertal. Sensible Feingeister sollten die Oper in dieser Zeit meiden. Doch der Reihe nach:

Theater Wuppertal / Transsylvanian Bunnies und Erzaehler © Jens Grossmann

Theater Wuppertal / Transsylvanian Bunnies und Erzaehler © Jens Grossmann

Richard O´Brien schuf 1973 seine Rocky Horror Show. Als experimentelles Rockmusical gedacht parodiert Richard O´Brien darin den bizarren Humor schrottiger Science Fiction Filme der 40 er und 50er Jahren, ergänzt mit glorreich-schrägem Schauspiel, trashigen „Spezialeffekten“ und sexueller Entfaltung. O´Brien selbst zu seinem Stück: „Immer wohnt auch das Animalische in uns. Und das, mit Anspielungen auf Horror- und Sagengestalten, ironischer Kritik am Spießertum bietet die Rocky  Horror Show. Richard Timothy Smith heißt der Autor dieser Show wirklich: Doch es gab im damaligen Engeland einen anderen Schauspieler namens Richard Smith; so benannte sich unser „Richard Rocky-Horror-Smith“ kurzerhand um: Seit 1970 nennt er sich Richard O´Brien. In seiner ersten Rocky Horror Show spielte er den Riff Raff.

Theater Wuppertal / Rocky Horror Ausstattung für Besucher © IOCO

Theater Wuppertal / Rocky Horror Ausstattung für Besucher © IOCO

Das knallbunte Kultmusical besitzt weltweit eine enthusiastische Fangemeinde. Eine Rocky Horror Show ist so in Südafrika ebenso Garant für volles Haus wie in Wuppertal. Mit Reis, Wasserpistolen oder Klopapier bewaffnete Besucher in hohen Hacken, Strapsen und bunten Kostümen machen die Rocky Horror Show zum coolen Mitmach-Event für Groß, Klein, Mann, Frau, Dick oder Alt. Große Theater scheuen verschämt die verschrobene Unbedingtheit des Stückes; kleinere Theater sind deutlich  couragierter. Erst recht das Theater Wuppertal: Es bietet dem Besucher im Eingangsbereich für den Kampf gegen die Außerirdischen sogar eine komplette „Rocky Horror-Ausrüstung“ für nur €4 (Foto): Konfetti, Reis, Rolle Klopapier, Wasserpistole, Leuchtstab, Pappdeckel. Dazu die Zeitschrift der Außerirdischen, The Denton Guardian, welcher von UFOs und Kornkreisen am Himmel über Wuppertal berichtet. Ein Musical-Knigge leitet unbedarfte Wuppertaler an, wann was zu rufen, was zu tanzen, singen, spritzen oder zu zischen sei.  Das Bergische Land war in der Oper Wuppertal punktgenau bereit für Begegnungen mit jenen intergalaktischen Wesen!

Theater Wuppertal / Frank'N'Furter und Transsylvanian Bunnies © Jens Grossmann

Theater Wuppertal / Frank’N’Furter und Transsylvanian Bunnies © Jens Grossmann

Regisseur Sebastian Welker schuf eine Rocky Horror Show, dessen Bühnenbild zwischen einer Kathedrale der Irdischen und dem Tempel der Außerirdischen, zwischen sanfter Zärtlichkeit, erotisierender Travestie (Kostüme Susanne Hubrich) aber auch gelegentlichem Hard Core changiert: Die Hochzeit von Brad and Janet („Dammit, Janet, I love you…„) eröffnet das Wuppertaler Rocky – Trashspektakel in einer Kathedrale mit hinreißend antik gestaltetem Hochaltar (Bühnenbild Stephan Prattes) und prächtigen Seitenkanzeln. Brad Majors und ex-Verlobte Janet Weiss (den Namen Janet begleitet das Publikum mit Beginn im Mitmach-Modus mit zischendem „WeiSSS“) traut ein Priester in streng religiösem Ritual und schwarzer Soutane: Man tauscht Ringe, Nonnen in Tunika und weißen Hauben werfen Reis aus den Seitenkanzeln auf die frisch Vermählten. Auch das Publikum nimmt Anteil, wirft ebenfalls Reis. Projektionen bilden die folgende Autofahrt ab, welche Brad and Janet zu ihrem Dr. Scott führen soll….welche jedoch mit quietschenden Reifen und schepperndem Blech im Irgendwo endet. Aufsteigender Nebel auf der Bühne zeigt ein verbeultes Auto dem Brad and Janet entsteigen. Schrille Wesen nähern sich aus einem nahen Tempel: Die Außerirdische aus Transsylvanien. Der bucklige Riff Raff (Mark Bowman-Hester), Magenta (Kerstin Brix) und verführerische, in rote Dessous gekleidete Transssylvanian Bunnies. Die Rocky Horror Show ist endgültig in Wupperal angekommen.

Theater Wuppertal / Riff Raff und Magenta vor ihrem Abflug © Jens Grossmann

Theater Wuppertal / Riff Raff und Magenta vor ihrem Abflug © Jens Grossmann

Eine wunderlich schrille Gesellschaft lädt Brad and Janet in ihren Tempel, empfängt sie zu einem Gelage wie dem Sinne befreienden, ansteckenden Time Warp Tanz („It´s astounding…Es ist erstaunlich, Zeit eilt vorüber, Verrücktheit fordert seinen Tribut..“). Die Verücktheit des Time Warp ergreift, von Dr. Scott (Sebastian Campione) bedrohlich angeregt („It´s just a jump to the left„), schon nach wenigen Minuten auch  viele in den Reihen tanzende Besucher des Theater Wuppertal. Bis Frank’N’Furter (Andreas Wolfram), außerirdischer Transvestit in high heels erscheint, sich mit seinem Welthit „I´m just sweet transvestite, from Transsexual, Transylvania..“  outet, Janet mit seinen Phantasien umhüllt, um dann in einer großen Projektion sein Traumwesen Rocky zu schaffen: „In just seven days I can make you a man…„. Hunderte Klopapierrollen auf den Theaterboden beweisen:  Die Schöpfung des Retortenwesen Rocky ist gelungen. Viel Surreales, Trashiges, transsylvanische Tänze und Gesänge folgt zwischen Erzähler, Dr. Scott, Brad and Janet und den Außerirdischen. Bis Frank’N’Furter im Bühnenhimmel von Riff Raff mit einer Laserpistole erschossen wird,  der galaktische Tempel auf der Bühne sich in ein Raumschiff verwandelt, welches Riff Raff und Magenta von der Erde zurück in ihre geliebte Heimat, zurück nach Transsylvanien führt. Und Wuppertal, zwar mit seiner einmaligen Schwebebahn aber ohne Außerirdische zurück läßt.

 Szenegerechte Besucher des Rocky-Spektakels ©IOCO

Szenegerechte Besucher des Rocky-Spektakels © IOCO

Die Rocky Horror Show, eine Produktion des Saarländischen Staatstheaters,  reißt auch in Wuppertal ein begeistertes Publikum mit. Die Choreographie (Amy Share-Kissiov) hält Reiz und Spannung der Produktion mit changierenden Bühnebilder, mit gewagten Tänze wie platten Slapstick beständig hoch. Dass ein Beichtstuhl, weil Rocky und Janet es darin wohl treiben, etwas penetrant lange schaukelt, dass der Sex auf den Emporen manchmal  eher irdisch profan als außerirdisch wirkt: Chicken feed, geschenkt! Bühnenbilder, lebendige Choreographie und das darstellerisch wie stimmlich starken Ensemble begeisterten die irdischen Bürger aus dem Tal der Wupper über alle Maßen! Der tobende Beifall währte gefühlte sechzig Minuten; er ist gleichzeitig die Empfehlung, Karten für kommende Auftritte der Außerirdischen in Wuppertal frühzeitig zu sichern!

Oper Wuppertal_The Rocky Horror Show_Weitere Vorstellungen am 11.03.2017, 12.03.2017, 26.03.2017, 21.04.2017, 29.04.2017, 30.04.2017, 11.06.2017, 20.06.2017

München, Staatstheater am Gärtnerplatz, Die Faschingsfee von Emmerich Kálmán, IOCO Kritik, 21.02.2017

Staatstheater am Gärtnerplatz München

 Staatstheater am Gärtnerplatz - Zur Zeit in der Sanierung© Bernd Eberle

Staatstheater am Gärtnerplatz – Zur Zeit in der Sanierung © Bernd Eberle

 Zum Münchner Fasching 

Die Faschingsfee von Emmerich Kálmán

Von Daniela Zimmermann

100 Jahre nach ihrer Uraufführung in Wien, wird die Faschingsfee wieder gespielt, in München. Regisseur Josef Köpplinger hat die von Emmerich Kálmán mitten im Kriegswinter 1917 uraufgeführte Operette für unsere heutige Zeit überarbeitet. Aus dem Fasching 1917 wird Fasching 2017. Doch 1917 war eine traurige Zeit: Nichts zu Essen, ringsherum starben junge Menschen im Krieg, alte Ordnungen waren in Auflösung. In dieser traurigen und chaotischen Zeit waren die verbotenen Feiern wohltuender Balsam für geschundene Seelen. Die Nöte der damaligen Zeit schimmern in Köpplingers neuer Inszenierung deutlich durch, gelegentlich zu sehr. Die Nöte heutiger Zeiten waren deutlich, da die Produktion nicht im Stammhaus am Gärtnerplatz stattfand, sondern auf einer Behelfsbühne, der alten Münchner Kongresshalle an der Theresienwiese.

Gärtnerplatztheater München / Die Faschingsfee -Daniel Prohaska als Viktor Ronai, Ensemble © Marie-Laure Briane

Gärtnerplatztheater München / Die Faschingsfee -Daniel Prohaska als Viktor Ronai, Ensemble © Marie-Laure Briane

Der Junge Maler Viktor Ronai (Daniel Prohaska) hat einen Malerpreis gewonnen. Ein Grund zu feiern, zumal mit dem Preisgeld auch Champagner bezahlt werden kann. 1917 wird gehungert, aber ein paar Flaschen findet die liebenswerte Wirtin Brandlmayer   (Giesela Ehrensperger) für ihre Lieblingsgäste dann doch noch. Gefeiert wird im Künstlercafe Theaterklause; dort trifft sich  eine Gruppe Münchner Bohemiens. Karl Fehringer und Judith Leitkauf  schaffen dazu ein Bühnenbild, welches die typisch Münchner Cafe  Atmosphäre gut einfängt, Dagmar Morell gestaltete wunderbare wie stilechte Kostüme der damaligen Zeit. Zu der feiernden Gesellschaft stößt, natürlich ganz zufällig, die schöne, elegante Fürstin Alexandra Maria (Camille Schnoor), die unerkannt bleiben möchte und als Faschingsfee mitfeiert. Der junge Maler Ronai und die Faschingsfee werden zum großen Liebespaar dieser Operette; sie singen und spielen authentisch und hingebungsvoll; er der arme Maler, sie als Faschingsfee der großen Gesellschaft zugehörig.

Gärtnerplatztheater München / Die Faschingsfee - Ensemble © Marie-Laure Briane

Gärtnerplatztheater München / Die Faschingsfee – Ensemble © Marie-Laure Briane

1917 war Kriegszeit und Josef Köpplinger zeigt das Ballett des Gärtnerplatztheaters in Form von Soldaten und Krankenschwestern. Sie tanzen und agieren sehr morbide und getragen, überzeichnend traurig; für eine moderne Faschingsfee 2017 irritierend tragisch. Alle halten rote Luftballons in den Händen; in den Zeiten war vieles aus dem Lot. Auch die Liebe zwischen dem feschen Baron Hubert von Mützelberg (Simon Schnorr) und der Choristin Lori (Nadine Zeintl), welche überzeugend rührend ein ungleiches und doch sehr verliebtes Paar darstellen; die arme Lori beständig von Eifersucht geplagt; überholte Konventionen herrschen noch in den Köpfen. Das dritte Paar des Faschingswirrwarrs, Herzog Ottokar von Grevlingen (Erwin Windegger), ein in die Jahre gekommener Herr wie auch  Verlobter der Fürstin Alexandra, trifft  seine frühere, große Liebe Rosl (Dagmar Hellberg), welche nie aufgehört hatte, ihn zu lieben. Herzog Ottokar hatte sich früher für die Konvention und  die blutjunge Fürstin entschieden. Doch Fürstin Alexandra entscheidet sich nun  gegen diese Konventionen und für den armen, jungen Maler. Alles wird gut in Operetten, so auch in dieser Faschingsfee: Der Herzog gibt Fürstin Alexandra frei auch wohl, weil er die große Liebe mit Rosl wieder beleben möchte.

Gärtnerplatztheater München / Die Faschingsfee - Herzog Ottokar von Grevlingen, Rosl, Wirtin und Leopoldines Schwester und Franz Wyzner als Josef, Oberkellner © Marie-Laure Briane

Gärtnerplatztheater München / Die Faschingsfee – Herzog Ottokar von Grevlingen, Rosl, Wirtin und Leopoldines Schwester und Franz Wyzner als Josef, Oberkellner © Marie-Laure Briane

Das Orchester ist durch einen Schleiervorhang von der Bühne getrennt. Und es rieselt der Schnee, eben Winter. Michael Brandstätter hat die musikalische Leitung und dirigiert die Operette etwas zurückgenommen, um der damaligen Situation gerecht zu werden. Eine großartige Ensembleleistung zeichnet sich auf der beschränkten Bühne; Ensemble, Ballett und Chor spielen mitreißend und beschwingen das Publikum mit lebendigen und wohl timbrierten Arien wie  „Komm doch, Faschingsfee“ und „Seh`n sich zwei nur einmal“. Wenn auch gelegentlich das Elend der damaligen Kriegswirren für eine heutige 2017 – Faschingsoperette unnötig überzeichnet durchscheint.

Weitere Vorstellungen Die Faschingsfee: 23.2.2017, 25.2.2017, 27.2.2017, 28.2.2017

 

Magdeburg, Theater Magdeburg, Die Csárdásfürstin von Emmerich Kálmán, 11.03.2017

Februar 20, 2017 by  
Filed under Operette, Premieren, Pressemeldung, Theater Magdeburg

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Theater Magdeburg

Theater Magdeburg © Theater Magdeburg / Hans Ludwig Boehme

Theater Magdeburg © Theater Magdeburg / Hans Ludwig Boehme

„Hurra, hurra, man lebt nur einmal!“

 Die Csárdásfürstin von Emmerich Kálmán

Premiere Samstag 11. 3. 2017 19.30 Uhr, weitere Vorstellungen 25.3.2017, 2.4.2017, 30.4.2017, 13.5.2017, 21.5.2017, 3.6.2017

Mit ihren eingängigen Musiknummern und auf Grund der musikalischen Erfindungskraft wurde Die Csárdásfürstin nach der Uraufführung 1915 zu einem großen Erfolg, der bis heute anhält. Die in Wien uraufgeführte Operette traf den Nerv der Zeit einer Gesellschaft, die sich im Übergang befand. Nicht nur in der österreichischen Hauptstadt, sondern in ganz Europa herrschte Weltuntergangsstimmung, die sich in Zeilen wie »Hurra, hurra, man lebt nur einmal« oder »Mag die ganze Welt versinken, hab‘ ich dich!« widerspiegelt. Auch die gesellschaftspolitischen Veränderungen, wie der Untergang der über Jahrhunderte andauernden Habsburgischen Monarchie, thematisiert der ungarische Komponist in seinem erfolgreichsten Werk:

Grabstätte Emmerich Kalman © IOCO

Grabstätte Emmerich Kalman © IOCO

Edwin, Spross eines späthabsburgischen Adelsgeschlechts, möchte die Varietésängerin Sylva Varescu zur Frau nehmen. Sein Vater allerdings hat ganz andere Pläne für den Sohn und längst eine standesgemäße Ehe mit der Cousine, der Komtesse Stasi, arrangiert. Nun ist es an Edwin, für welches Leben er sich entscheidet. Indes jedoch hat auch Stasi Geheimnisse, ebenso wie die selbstbewusste Sylva, die nicht tatenlos bleibt. So braucht es etliche Intrigen und Verstellungen, bis am Ende doch die richtigen Paare zueinanderfinden. Über die Handlung legt sich die Entstehungszeit mit dem nahenden Ersten Weltkrieg wie ein dunkler Schatten.
Die Partie der glamourösen Varieté-Ikone Sylva Varescu wird Raffaela Lintl übernehmen. Ehemals Mitglied des Internationalen Opernelitestudios des Theaters Lübeck und der Musikhochschule Lübeck, ist die Sopranistin seit der Spielzeit 2016/2017 Mitglied des Magdeburger Opernensembles.

Der Regisseur und Choreograf Otto Pichler konzentriert sich auf die Beziehung zwischen Vater und Sohn und inszeniert damit einen zeitlosen Konflikt. Den Österreicher verbindet als Choreograf eine langjährige Zusammenarbeit mit Barrie Kosky. Als Co-Regisseur inszenierte er zusammen mit Kosky West Side Story an der Komischen Oper in Berlin. Weiterhin machte er sich als Regisseur unter anderem mit Inszenierungen wie Hello, Dolly! in Linz und Jekyll & Hyde in Coburg auf sich aufmerksam. Am Theater Magdeburg erarbeitete er in der Spielzeit 2014/2015 die Choreografie zu La Bohème.

Am Pult der Magdeburgischen Philharmonie steht Ewa Strusinska. Die freischaffende Dirigentin hat sich bereits weltweit einen Namen gemacht und dirigierte unter anderem das Johannesburg Philharmonic Orchestra, das BBC National Orchestra of Wales, das Brandenburgische Staatsorchester, die Nationalphilharmonie Warschau und das Orchester der Beethoven-Akademie Krakau. Sie ist Preisträgerin des Gustav-Mahler-Dirigentenwettbewerbs der Bamberger Symphoniker.
Die Inszenierung entsteht als Koproduktion mit dem Theater Augsburg, wo Die Csárdásfürstin am 27. 2. 2016 Premiere feierte. Ab März ist die Inszenierung, neu besetzt und einstudiert mit dem Magdeburger Ensemble, im Opernhaus zu sehen. PMThMD

Premiere Samstag 11. 3. 2017 19.30 Uhr, weitere Vorstellungen 25.3.2017, 2.4.2017, 30.4.2017, 13.5.2017, 21.5.2017, 3.6.2017

Theater Magdeburg – Alle Karten Hier :
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Wien, Volksoper Wien, Musical: Wie man Karriere macht ohne sich anzustrengen, 25.2.2017

Februar 20, 2017 by  
Filed under Musical, Pressemeldung, Volksoper Wien

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Volksoper Wien

Volksoper Wien © IOCO

Volksoper Wien © IOCO

Seltenes Musical an der Volksoper, Wien

Wie man Karriere macht, ohne sich anzustrengen

Premiere Samstag, 25. Februar 2017, Voraufführungen 21.2.2017,  23.2.2017,
weitere Vorstellungen 28.2.2017, 5., 7., 9., 11., 15., 18., 20., 27. März, 1., 4. April 2017.

Wer kennt ihn nicht, den berühmten „American Dream“, der seit jeher Stoff für gute Geschichten liefert. Auch der große Broadwaykomponist Frank Loesser nahm sich des Themas an und schuf gemeinsam mit seinen Buchautoren Abe Burrows, Jack Weinstock und Willie Gilbert eine brillante Parodie auf den amerikanischen Traum: Dank eines Karriere-Ratgebers schafft ein Fensterputzer es, die höchste Firmen-Etage zu erklimmen; aber keineswegs durch herausragende Leistungen, sondern dank bubenhaftem Charme und Chuzpe. Nie wurden Büro-Klischees (die Kaffeepause, die Sekretärin als Schreckschraube oder Lustobjekt, Intrigen und Protektion) witziger aufs Korn genommen als hier. Dabei stützt sich Musicalheld Finch, der sich auch vom neidigen Neffen des Chefs nicht stoppen lässt, auf Weisheiten wie die folgende: „Lieber Leser, dieses Büchlein verrät dir alles Wissenswerte darüber, wie man im Geschäftsleben vorankommt. Nehmen wir einmal an, du bist jung, gesund, aufgeschlossen, ehrgeizig und darauf aus, schnell und mühelos zum Gipfel der Businesswelt aufzusteigen. Du kannst es!“ Das schlaue Büchlein gibt Finch auch einen Hinweis, wie man „die richtige Firma aussucht. Bevor du dich bewirbst, solltest du sicher sein, dass es eine große Firma ist. Sie sollte so groß sein, dass keiner genau weiß, was der andere eigentlich tut.

Volksoper Wien /  Robert Meyer als J. B. Biggley, Mathias Schlung als Pierrepont Finch - Ensemble © Barbara Pálffy/Volksoper Wien

Volksoper Wien / Robert Meyer als J. B. Biggley, Mathias Schlung als Pierrepont Finch – Ensemble © Barbara Pálffy/Volksoper Wien

Nicht ein ehrlicher Satz: Den Karriere-Ratgeber How to Succeed in Business Without Really Trying  hat es tatsächlich gegeben. Sein Autor, Shepherd Mead (1914 – 1994), hat wie der spätere Musicalheld Finch in der Postabteilung einer großen Firma begonnen und sich anschließend zu deren Vizepräsidenten hochgearbeitet. Nach der Premiere am 14. Oktober 1961 überschlugen sich die Kritiker förmlich: „Nicht ein ehrlicher Satz wird in dem neuen Musical gesprochen, und was für eine Erleichterung das ist.“ (Walter Kerr in der Herald Tribune). Die Erfolgsbilanz: 1.417 Broadway-Vorstellungen zwischen Oktober 1961 und März 1965, acht Tony-Awards und schließlich, als Krönung, 1962 der Pulitzer-Preis „for best drama“. 1965 fand am Theater an der Wien die Wiener Erstaufführung statt: der spätere TV-Charmeur Harald Juhnke war der unaufhaltsame jugendliche Aufsteiger, Theo Lingen der Firmenboss. Bei zwei erfolgreichen Revivals am Broadway spielten Matthew Broderick (1995) und Harry-Potter-Darsteller Daniel Radcliffe (2011) den Finch.

Volksoper Wien / Robert Meyer als Biggley, Mathias Schlung als Finch, Ensemble © Barbara Pálffy/Volksoper Wien

Volksoper Wien / Robert Meyer als Biggley, Mathias Schlung als Finch, Ensemble © Barbara Pálffy/Volksoper Wien

Nun, bei der ersten Volksopernproduktion, verkörpern Mathias Schlung und Robert Meyer die Hauptrollen, als Rosemary debütiert Lisa Antoni, als Hedy (ein wandelnder Blondinenwitz, der den Chef straucheln lässt) Ines Hengl-Pirker. Das zuletzt bei Sweeney Todd erfolgreiche Team Joseph R. Olefirowicz, Matthias Davids (Regie) und Mathias Fischer-Dieskau (Bühnenbild) leitet die Produktion.

Dirigent: Joseph R. Olefirowicz/Lorenz C. Aichner, Regie: Matthias Davids, Bühne: Mathias Fischer-Dieskau, Kostüme: Judith Peter, Choreographie: Melissa King
Licht: Michael Grundner, Dramaturgie: Christoph Wagner-Trenkwitz.  PMVoOW

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