Kassel, Staatstheater Kassel, Spielplan Oktober 2016

September 16, 2016 by  
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Staatstheater Kassel

Staatstheater Kassel © N. Klinger

Staatstheater Kassel © N. Klinger

PREMIEREN Oktober 2016

Die Räuber von Friedrich Schiller

Inszenierung: Markus Dietz / Philipp Rosendahl, Bühne: Mayke Hegger, Kostüme: Katharina Faltner / Mayke Hegger, Dramaturgie: Michael Volk / Annabelle Leschke,| Sounddesign: Marco Mlynek

Mit Jürgen Wink (Graf von Moor), Hagen Bähr (Karl), Konstantin Marsch (Franz), Ingrid Noemi Stein (Amalia von Edelreich), Rahel Weiss (Spiegelberg), Maria Munkert (Schweizer), Lauren Rae Mace (Grimm), Markus Schön (Schufterle), Aljoscha Langel (Roller), Lukas Umlauft (Hermann), Uwe Steinbruch (Daniel)

Zwei Brüder: Der Erstgeborene, Karl Moor, Lieblingssohn des Vaters, führt in Leipzig ein wildes Studentenleben. Der andere, Franz, fühlt sich von Natur und Gesellschaft benachteiligt und sinnt darauf, diesen Unterschied auszugleichen. Er liest dem Vater gefälschte Briefe vor, die von Exzessen Karls berichten – und unterschlägt Karls Bitten an den Vater, jenem zu verzeihen. Graf Moor enterbt daraufhin seinen geliebten Sohn. Empört über diese Ungerechtigkeit, schart Karl eine Bande aus jungen Radikalen um sich: Als Räuber wollen sie alle Demütigung in der Sprache der Gewalt zurückzahlen. Franz dagegen versucht in der Zwischenzeit, nicht nur das väterliche Erbe zu erhalten, indem er das Altern seines Vaters beschleunigt, sondern auch Amalia, Geliebte Karls, zu erobern – erst durch List, schließlich mit Gewalt. Zwei Menschen, zwei Welten: die Geschichte einer bewaffneten Rebellion in der Anarchie der Wälder; die Intrige im väterlichen Schloss, die das Familiendrama in Gang setzt.

Am Staatstheater Kassel werden zwei Regisseure sich jeweils einer dieser Welten annehmen: Markus Dietz inszeniert die Welt des Schlosses, der junge Regisseur Philipp Rosendahl nimmt sich die Welt der Räuber vor, die aus gekränkter Ehre zur Gewalt greifen.

Kostprobe: Mittwoch, 28. September, 19.30 Uhr, Schauspielhaus,  Premiere: Samstag, 1. Oktober, 19.30 Uhr, Schauspielhaus


Los Elementos,  Harmonische Oper im italienischen Stil von Antonio Literes, In spanischer Sprache

Musikalische Leitung: Jörg Halubek, Inszenierung und Ausstattung: Zenta Haerter, Dramaturgie: Olaf A. Schmitt

Mit Elizabeth Bailey, Marta Herman, Inna Kalinina, Anna Nesyba, Natalia Perelló und Cozmin Sime; es spielt das Kammerorchester Louis Spohr,  In Koproduktion mit den Kasseler Musiktagen und SOZO visions in motion

Feuer, Wasser, Luft und Erde bekommen bei Antonio Literes, einem der bedeutendsten spanischen Komponisten des 18. Jahrhunderts, eine Stimme – und durch die musikalische Umsetzung auch einen besonderen Charakter. Ebenso wie die weiteren Mitspieler: Zeit und Aurora. In Literes’ Kammeroper erwarten die vier Elemente sehnlich den Tagesanbruch. Gemeinsam mit der Zeit reflektieren sie ihr Dasein und ihre Sehnsucht nach dem Licht, bis sich beim Erscheinen der Morgenröte ihre unbändige Freude entlädt.

In einer erstmaligen Koproduktion mit den Kasseler Musiktagen führt das Staatstheater Kassel seine Beschäftigung mit Barockopern fort. Dirigent Jörg Halubek intensiviert die musikalischen Erfahrungen der letzten Spielzeiten, diesmal mit dem Kammerorchester Louis Spohr. Choreografin Zenta Haerter lässt in der Alten Brüderkirche die vier Elemente als lebendige Wesen neu erscheinen.

Premiere: Freitag, 28. Oktober, 20 Uhr, Alte Brüderkirche


Paris / Jacques Offenbach © IOCO

Paris / Jacques Offenbach © IOCO

Die Großherzogin von Gerolstein  von Jacques Offenbach

Musikalische Leitung: Alexander Hannemann, Inszenierung: Adriana Altaras, Bühne und Kostüme: Yashi, Choreografie: Rhys Martin, Dramaturgie: Jürgen Otten, Choreinstudierung: Marco Zeiser Celesti

Mit Jaclyn Bermudez / Lin Lin Fan, Maren Engelhardt / Belinda Williams, Bassem Alkhouri / Tobias Hächler, Johannes An / Gideon Poppe, Daniel Holzhauser / Hansung Yoo | Bernhard Modes, Marc-Olivier Oetterli / Dieter Hönig, Abraham Singer, Tänzern des Tanzensembles sowie Opernchor des Staatstheaters Kassel, Staatsorchester Kassel

Die Geschichte ist grotesk. Ein Märchen. Aber mehr als das. Sie ist auch augenzwinkernde Parabel über jene Unzulänglichkeiten, die den Menschen sein ganzes Leben lang begleiten. In ihrem Zentrum stehen Fritz, ein gemeiner Soldat, und die Großherzogin eines fiktiven Staatsgebildes, eine durch und durch distinguierte Dame, die aber zwei Schwächen hat: Sie liebt das Militär und junge, schneidige Männer. Männer wie Fritz. Und weil sie diesen Fritz besonders ins Herz geschlossen hat, ernennt sie ihn kurzerhand zum General. Was nicht gut gehen kann, und eben auch nicht gut geht. Mit der Musik allerdings von Jacques Offenbach geht es hervorragend, und so kann man sagen, dass die 1867 im Jahr der Weltausstellung in Paris aus der Taufe gehobene Operette „La Grand-Duchesse de Gerolstein“ zu einem der raffiniertesten und charmantesten Werke des genialischen Spottvogels geriet. Über die zeitimmanenten Anspielungen hinaus versprüht diese Schöpfung einen Geist der Anarchie, der uns auch heute noch sehr gut zu Gesicht steht.

Kostprobe: Dienstag, 25. Oktober, 19 Uhr, Opernhaus,  Premiere: Samstag, 29. Oktober, 19.30 Uhr, Opernhaus


EMOJI – Tanztheater: Ikimono von Annamari Keskinen und I Share Therefore I Am  von Evangelos Poulinas

Choreografie und Inszeneriung: Annamari Keskinen und Evangelos Poulinas, Bühne und Kostüme: Juri Halliday (Ikimono) und Evangelos Poulinas (I Share Therefore I Am), Musik / Soundediting: Michel Tittlepp (Ikimono)

Tanz: Annamari Keskinen und Samuel Nerl (Ikimono) sowie Niv Melamed und Juan José Tirado Pulido (I Share Therefore I am)

Das Wort Ikimono kommt aus dem Japanischen und bedeutet ›lebendiges Sein‹ oder ›Lebewesen‹. Der gleichnamige Tanztheaterabend stellt die Frage: Worin liegt die Verantwortung des Einzelnen für den gesellschaftlichen Wohlstand und das Glück jedes Einzelnen? »In Ikimono beschäftige ich mich mit dem Kampf um das Licht in der Dunkelheit, in einer Welt, in der sich Illusionen und Realität gegenseitig aufheben und zu paranoiden Zuständen führen. Ich gehe auf die Suche nach einem sicheren Ort“ (Annamari Keskinen).

Der Akt des Sich-Mitteilens bzw. „Teilens“ in der virtuellen Welt definiert oftmals unsere soziale Umwelt und gaukelt das reale Leben vor. Evangelos Poulinas taucht mit seiner Choreografie ein die Welt des Teilens von Informationen und beobachtet, wie dieser Austausch unser Leben beeinflusst. Ist es möglich, dass neue Identitäten durch den bloßen Akt eines Erfahrungsaustausches konstruiert werden? „Ich stelle mir in meinem Stück Menschen vor, die nach Aufmerksamkeit dürsten, am Rande eines emotionalen und psychischen Zusammenbruchs, und dabei immer ihr Bestes versuchen, den ›schönen Schein‹ zu wahren.“ (Evangelos Poulinas)

Premiere: Sonntag, 30. Oktober, 20.15 Uhr, tif – Theater im Fridericianum



KONZERTE

1. Sinfoniekonzert:    »Hans Christian Andersen«

Louis Glass: Elverhøj (Elfenhügel) op. 67 nach den Abenteuern von H.C. Andersen (Deutsche Erstaufführung); Sergej Rachmaninow: Klavierkonzert Nr. 2 c-Moll op. 18; Alexander von Zemlinsky:  Die Seejungfrau nach einem Märchen von H.C. Andersen

Solistin: Nareh Arghamanyan (Klavier), Dirigent: Patrik Ringborg

Gleich zwei Märchen des dänischen Dichters Hans Christian Andersen stehen im Mittelpunkt des ersten Sinfoniekonzertes: »Elfenhügel« und »Die Seejungfrau«. Letzteres, von Alexander von Zemlinsky vertont, fällt in eine für ihn persönlich wie beruflich schwere Zeit. Das Märchen der kleinen Seejungfrau mit den Themen der unerfüllten Liebe und der Identitätsfindung dürfte ihn daher besonders angesprochen haben. Die schlechten Kritiken zur Uraufführung führten jedoch dazu, dass Zemlinsky seine »Seejungfrau« nicht mehr aufführte, erst seit den 1970er Jahren erlebt das Werk eine Renaissance im Konzertsaal.

Auch Sergej Rachmaninow musste erst eine große Krise überwinden, ehe er sein 2. Klavierkonzert vollenden konnte. Durch die vernichtende Kritik zu seiner ersten Sinfonie in eine tiefe Schaffenskrise gestürzt, komponierte Rachmaninow nicht mehr, sondern arbeitete stattdessen zeitweilig als Dirigent an der Moskauer Russischen Privatoper. Ärztliche Hilfe fand er schließlich bei einem der russischen Pioniere auf dem Gebiet der Psychiatrie, Dr. Nikolai Dahl, dem es mittels Hypnose gelang, ihm sein Selbstvertrauen zurückzugeben. Erfolg der Therapie: Rachmaninow begann mit der Arbeit an seinem c-Moll-Konzert und widmete es aus Dankbarkeit seinem Arzt.

Montag, 17. Oktober, 20 Uhr, Stadthalle (19.15 Uhr Einführung)


2. Kammerkonzert – Werke von Beethoven, von Winter und Spohr

Mit Dimitrios Papanikolau, N.N. (Violine), Joachim Schwarz, Antje Schmidt (Viola), Dorothea Brenner (Violoncello), Jan Harborth (Kontrabass), Sabine Neher (Klarinette), Susanne Lorenz, Markus Brenner (Horn)

Im zweiten Kammerkonzert steht eine Rarität auf dem Programm: das Quartett für Klarinette und Streicher von Peter von Winter (1754-1825), das nur noch in einem Archiv auf Mikrofilm existierte und nun eigens für die Kasseler Aufführung gedruckt wurde. Von Winter, zunächst Geiger der Mannheimer Hofkapelle und später Hofkapellmeister für Vokalmusik in München, nahm unter anderem Unterricht bei Antonio Salieri. Besonders mit seinen Opern hatte der Komponist bis etwa Mitte des 19. Jahrhunderts Erfolg in ganz Europa, bevor er in Vergessenheit geriet.

Zwei Paradebeispiele dafür, wie sich Bläser- und Streicherklang wunderbar vermischen, sind Beethovens Sextett für zwei Hörner und Streichquartett, und Louis Spohrs Oktett für Klarinette, Hörner und Streicher.

Montag, 31. Oktober, 19.30 Uhr, Opernfoyer                15 / 7,50 Euro



EXTRAS UND GASTSPIELE

Gastspiel: Das Theaterstübchen geht fremd –  Ute Lemper: The 9 Secrets

Idee, Konzept und Musik: Ute Lemper, Texte: Paulo Coelho, Cinematische Einrichtung: Volker Schlöndorff

Mit Ute Lemper (Gesang), Henri Agnel, Idriss Agnel (arabische Gitarren und Percussion), Vana Gierig (Piano), Romain Lecuyer (Bass), Victor Villena (Bandoneon), Philippe Botta (arabische Flöte und Saxophon)

Ute Lempers neues Album ist eine poetische Sinfonie in neun Sätzen. Als Inspiration diente der Künstlerin Paulo Coelhos Buch „Die Schriften von Accra“. Von dessen positiver Energie und Lebensperspektive euphorisiert, entstand der Kontakt zu Coelho, der die Idee, einen Liederzyklus auf Basis des Buchs zu schreiben, enthusiastisch unterstützte. „The 9 Secrets“ vereint arabische Musik, europäische Chanson-Einflüsse und Bossa Nova zu detailreichen Kleinoden. Die eigentlich disparaten musikalischen Sozialisationen der aus Tunesien, Amerika, Frankreich, Griechenland und dem Libanon stammenden Musiker schaffen einen wunderbar stringenten Ensemble-Sound. »Ein atmosphärisches Gesamtkunstwerk.« (RBB Kulturradio)

Montag, 3. Oktober, 19.30 Uhr , Opernhaus                68 / 40 Euro


Junges Staatstheater: Herbstakademie Abschlusspräsentation

HABEN? / TEILEN!  –  Hans im Glück

Das Junge Staatstheater plant, im Rahmen einer »Zur Bühne«-Maßnahme von KULTUR MACHT STARK (Bundesministerium für Bildung und Forschung) geflüchtete und nicht geflüchtete Jugendliche eine Woche lang in Workshops eine Performance nach dem Motiv des Hans im Glück erarbeiten zu lassen. Angeleitet von mehreren lokalen Künstlern erforschen die TeilnehmerInnen in performativen, musikalischen, tänzerischen, literarischen und weiteren Arbeitsgruppen unser HABEN und was passiert, wenn wir es teilen. Macht Loslassen glücklich? Ist Hergeben gleichzusetzen mit Verlust? »You can’t always get, what you want?!« An diesem Abend werden die (Forschungs-) Ergebnisse auf der Bühne im Schauspielhaus geTEILT. Damit Sie vom geplanten interkulturellen Austausch etwas HABEN.

Samstag, 29. Oktober, 18 Uhr, Schauspielhaus,  PMStK

Schwarzenberg, Schubertiade, Spielplan 26. – 28.August 2016

August 24, 2016 by  
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Schubertiade

Konzerthinweise zu den Veranstaltungen der SCHUBERTIADE SCHWARZENBERG vom 23. – 25. August:

Schubertiade / Schwarzenberg, Angelika-Kauffmann-Saal (Vorplatz) © Schubertiade

Schubertiade / Schwarzenberg, Angelika-Kauffmann-Saal (Vorplatz) © Schubertiade

 

Konzerthinweise zu den Veranstaltungen der SCHUBERTIADE SCHWARZENBERG vom 26. – 28. August:

Freitag, 26. August

16.00, Angelika-Kauffmann-Saal, Liederabend
Julia Kleiter Sopran
Michael Gees Klavier
Auch Julia Kleiter wirkt an der Gesamtaufführung aller Schubert-Lieder bei der Schubertiade mit. Im Zentrum ihres Programms stehen Stücke, die Schubert auf Naturlyrik von Dichtern wie Friedrich von Schlegel, Johann Mayrhofer oder Friedrich Matthisson komponiert hat. Die Sopranistin, die dieses Jahr bei den Salzburger Festspielen als Fiordiligi in „Così fan tutte“ gefeiert wurde, begeistert Publikum und Presse auf der Opernbühne und dem Konzertpodium mit ihrer Gestaltungskunst und warmen lyrischen Stimme. Mit Michael Gees steht ihr ein Pianist zur Seite, der für seine Entdeckungsfreude bekannt ist.
(Karten erhältlich)

20.00 Uhr, Angelika-Kauffmann-Saal, Liederabend
Ian Bostridge Tenor
Julius Drake Klavier
Ian Bostridge, seit vielen Jahren regelmäßig bei der Schubertiade zu Gast, zählt zu den gefragtesten Liedsängern der Gegenwart und ist besonders als Schubert-Interpret bekannt. Dem Schwarzenberger Publikum präsentiert er heute im Rahmen des Jubiläums-Zyklus ebenfalls ein reines Schubert-Programm, das neben berühmten Stücken wie „Viola“ oder „An die Musik“ auch für Kenner einige spannende Lied-Entdeckungen bereithält. Am Klavier begleitet wird er von Julius Drake, einem der besten Liedpianisten von heute.
(Ausverkauft)


Samstag, 27. August

11.00 Uhr, Angelika-Kauffmann-Saal, Kammerkonzert
Mandelring Quartett
Der Gewinn wichtiger Wettbewerbe in München, Evian und Reggio Emilia ebnete für das Mandelring Quartett den Weg zur großen internationalen Karriere, die das Ensemble in Konzertsäle auf der ganzen Welt geführt hat. Mit dem heutigen Konzert kehren die gefeierten Musiker nach ihrem höchst erfolgreichen Schubertiade-Debüt 2014 nach Schwarzenberg zurück und haben ein vielseitiges Programm mit Werken von Joseph Haydn und Maurice Ravel sowie Franz Schuberts G-Dur-Quartett mitgebracht.
(Ausverkauft)

16.00 Uhr, Angelika-Kauffmann-Saal, Liederabend
Christina Landshamer Sopran
Maximilian Schmitt Tenor
Gerold Huber Klavier
Zwei hervorragende Sänger der jungen Generation interpretieren dieses besondere Schubert-Programm. Gemeinsam mit Gerold Huber führen Christina Landshamer und Maximilian Schmitt das „Liederalbum für Therese Grob“ auf – eine bunte Liedersammlung mit speziellen Fassungen, die von Schubert selbst erstellt wurde. Im zweiten Teil des Programms folgen Liedzusammenstellungen von Schubert für seine Verleger, darunter die humorvollen „Vier Refrainlieder“ und bekannte Stücke wie „Am Tage Aller Seelen“ oder „Du bist die Ruh“.
(Karten erhältlich)

20.00 Uhr, Angelika-Kauffmann-Saal, Klavierabend
Igor Levit
Mit dem heutigen Soloprogramm schließt Igor Levit seinen 2013 begonnenen, achtteiligen Zyklus sämtlicher Klaviersonaten Beethovens bei der Schubertiade in Hohenems und Schwarzenberg ab. Zu hören sind die Sonaten op. 109-111, Beethovens letzte drei Werke jener Gattung, die der Komponist revolutioniert und auf eine neue Ebene gehoben hat. Das Konzert findet ohne Pause statt.
(Ausverkauft)


Sonntag, 28. August

11.00 Uhr, Angelika-Kauffmann-Saal, Kammerkonzert
Isabelle Faust Violine
Jean-Guihen Queyras Violoncello
Alexander Melnikov Klavier
Isabelle Faust, Jean-Guihen Queyras und Alexander Melnikov bilden ein festes Trio, das für seine Konzerte und CD-Aufnahmen allseits gefeiert wird. Während die deutsche Geigerin und der französische Cellist schon früher bei der Schubertiade zu erleben waren, gibt der russische Pianist sein Festival-Debüt in Schwarzenberg. Auf dem Programm stehen Klaviertrios von Haydn und Schumann sowie Schuberts beliebtes Es-Dur-Trio.
(Ausverkauft)

16.00 Uhr, Angelika-Kauffmann-Saal, Klavierabend
Mauro Peter Tenor
Helmut Deutsch Klavier
Seit seinem sensationellen Schubertiade-Debüt 2012 mit der „Schönen Müllerin“ ist der Schweizer Tenor Mauro Peter, der fest am Opernhaus Zürich engagiert ist und u.a. in Paris, Wien und München gastiert, der Schubertiade durch zahlreiche Auftritte eng verbunden. Mit seinem ständigen Klavierpartner Helmut Deutsch präsentiert er heute denselben Liederzyklus – eine spannende Gelegenheit für das Publikum, die Entwicklung des Sängers zu beobachten.
(Karten erhältlich laut Kartenbüro)

20.00 Uhr, Angelika-Kauffmann-Saal, Liederabend
Gerald Finley Bariton
Julius Drake Klavier
Ob auf der Opernbühne, wo er von Mozart bis zu den ganz großen Wagner-Rollen ein breites Repertoire singt, in den großen Konzertsälen oder im intimen Rahmen eines Liederabends: Als stilistisch und stimmlich herausragender Künstler wird Gerald Finley allerorten gefeiert. Seit 2009 ist er regelmäßig bei der Schubertiade zu Gast und präsentiert heuer im Rahmen der Gesamtaufführung aller Schubert-Lieder gemeinsam mit Julius Drake eine Auswahl von Liedern nach Gedichten von Schiller, Goethe, Mayrhofer und Schulze.
(Karten erhältlich)


24. – 30. August

Schubertiade-Quartier Hohenems: Museen und Baudenkmale

Franz-Schubert-Museum (Marktstraße 1)
Schubertiade-Museum (Marktstraße 15)
Legge-Museum (Marktstraße 5)
Elisabeth-Schwarzkopf-Museum (Schweizer Straße 1, Villa Rosenthal)
Nibelungen-Museum (Marktstraße 6)
Schuhmacher-Museum (Marktstraße 15)

Franz Schubert, große Interpretinnen und Interpreten aus dem Bereich der Klassischen Musik und die bedeutende Kulturgeschichte von Hohenems sind die thematischen Schwerpunkte in 40 Räumen von sechs historisch interessanten Gebäuden. Der Rundgang führt an weiteren, mit der Geschichte der Schubertiade verbundenen Bauwerken vorbei: Im Palast Hohenems begann vor 40 Jahren am 8. Mai 1976 die erste Schubertiade und in der Pfarrkirche St. Karl eröffneten die Wiener Philharmoniker mit Karl Böhm die zweite Schubertiade. Damit verbunden war eine Ausstellung über deren Cellisten Josef Sulzer (1850-1926) – die erste Ausstellung in jener Villa, die heute das Jüdische Museum beherbergt. Am Geburtshaus von Josef Sulzers Vater Salomon Sulzer, der als junger Kantor in Wien Schubert einen Kompositionsauftrag erteilt hatte und als bedeutender Schubert-Sänger galt, wurde als Auftakt zur ersten Schubertiade durch Hermann Prey eine Gedenktafel enthüllt.

Pressemeldung Schubertiade

Salzburg, Salzburger Festspiele, Cosi fan tutte in der Felsenreitschule, IOCO Kritik, 15.08.2016

August 21, 2016 by  
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Salzburger Festspiele

Salzburger Festspiele / Felsenreitschule © Salzburger Festspiele Andreas Kolarik

Salzburger Festspiele / Felsenreitschule © Salzburger Festspiele Andreas Kolarik

Cosi fan tutte:  Stimmen schön, Inszenierung bieder

Mozarts letzte und vollkommenste Opera buffa Cosi fan Tutte wurde am 26. Januar 1790 im Wiener Burgtheater uraufgeführt.  Es ist ein eigenartiges Werk, kühl und genau konstruiert mit Hang zum Frivolen. Wolfgang Amadeus Mozart und Lorenzo da Ponte hinterfragen nach Figaros Hochzeit und Don Giovanni auch in Cosi fan Tutte den Wert „großer Gefühle“.

Zahllose Beziehungskomödien wurden zu Mozarts Zeit komponiert. Beethoven,zu Cosi fan tutte allerdings reserviert, meinte, „ihm wäre zu dieser unpassenden Geschichte keine Note eingefallen“, Richard Wagner klang ähnlich. Erst im 20. Jh wurde Cosi fan tutte zu einem Welterfolg, verbreitet die Oper in guter Inszenierung noch heute eine zauberhafte Wirkung und Modernität: Herrlicher Arien, ganz opera buffa als Lehrstück über Fallstricke im menschlichen Leben. Scheinbar auf Frauen gerichtet, ist Cosi fan tutte (So tuns alle –  `Frauen´) voll Symmetrie und  eine liebenswerte Charakterstudie über Frauen wie deren meist besserwissenden Männer.

 Salzburg / Felsenreitschule mit Cosi fan tutte © Salzburger Festspiele_Ruth Walz

Salzburg / Felsenreitschule mit Cosi fan tutte © Salzburger Festspiele_Ruth Walz

Sven-Eric Bechtolf inszenierte die drei Mozart – da Ponte Opern der Jahre 1786 -1790 für die Salzburger Festspiele. 2013 machte Cosi fan tutte im Haus für Mozart den Anfang. 2014 folgte Don Giovanni, 2015 Le nozze di Figaro. Doch alle Bechtolf –  Inszenierungen fanden nur mäßige Anerkennung. 2016 wanderte die 2013 inszenierte Cosi fan tutte  in die neue Spielstätte Felsenreitschule. Bechtolf schuf als Bühnenbild, eigentlich ist es keines, ausrollbare wie gut zu handhabende Wandschirme mit südländischen (Neapel) Landschaftsmotiven (Bild). Das Ganze  wirkte uncharmant, nicht ganz fertig geworden. Auffallend gut das Spiel mit dem Licht (Friedrich Rom), stimmungsaufhellend wirkend. Die Kostüme des Ensembles (Marc Boumann) ergänzen in historisch korrekter Biederkeit die brave Inszenierung. Doch wenig Esprit, kein Feuer lodert während der langen Aufführung. Emotionen erzeugt Bechtolf mit seiner Inszenierung nur wenig. Mozarts blitzende Komposition verblasst in solch treuherzigem Ambiente.

Ottavio Dantone und das Mozarteum Orchester glänzen umso spürbarer: Souverän, frisch und einfühlsam begleitete er die Sänger bei den Arien, immer bereit, ihnen Zeit zu geben,  sich vokal zu entfalten und dem musikalischen Fluss der Komposition gerecht zu werden, Mozart hörbar zu machen.

Salzburger Festspiele / Cosi fan tutte - Ensemble © Salzburger Festspiele - Ruth Walz

Salzburger Festspiele / Cosi fan tutte – Ensemble © Salzburger Festspiele – Ruth Walz

Sind alle Frauen untreu? Cosi fan tutte heisst das Spiel, denn Verzeihen ist so schön ist. Hemmungsloser Drahtzieher dieser Verwechslungskomödie ist Michael Volle mit großartiger Stimme als Don Alfonso. Er wettet auf die Untreue der reizenden Schwestern; triumphiert sogar, als sein Plan aufgeht. Ein gewissensloser Intrigant ohne Grenzen. Michael Volle geniesst die Partie,  er spielt und singt so gut  wie man es besser nicht machen kann.  Unterstützt wird er dabei von Despina, der Kammerzofe (Martina Jankova), die recht unbekümmert, fröhlich mit weichem Sopran ihre Rolle spielt und ohne moralische Bedenken dies verwerfliche (?)  Unternehmen  mit steuert und fördert. „Ohne Liebe kann man leben, ohne Liebhaber nicht“.  Doch das böse Spiels  hat sogar ein happy End, man singt, „Glücklich der Mensch, der jede Sache von der guten Seite nimmt“. Denn alle sind gleich betroffen, Frauen wie intrigante Männer!

Salzburger Festspiele / Cosi fan tutte - Julia Kleiter © Salzburger Festspiele - Ruth Walz

Salzburger Festspiele / Cosi fan tutte – Julia Kleiter © Salzburger Festspiele – Ruth Walz

Die beiden liebenswerten Schwestern Fiordiligi (Julia Kleiter) und Dorabella (Angela Brower) sind die fehlgeleiteten und enttäuschten Opfer dieser Intrige. Beide Damen sind erstklassig besetzt, sowohl stimmlich als auch in Ausstrahlung. Julia Kleiters strahlender Sopran harmonierte bestens mit dem schönen  Mezzo von Angela Brower, die damit ein erfolgreiches Debut in Salzburg gab. Die Herren Ferrando (Mauro Peter) und Guglielmo (Alessio Arduini) sind sowohl fesche Soldaten als auch verkleidete Türken, die Damen garnicht genug Avancen machen können. Auch sie werden ihren Partien stimmlich bestens gerecht.  

Doch echte Spannung, wie viele Veranstaltungen der Salzburger Festspiele bieten, fehlte dieser Inszenierung von Sven-Eric Bechtolf; zu brav belanglos lief Mozarts Verwechslungskomödie ab. Doch ein gutes Dirigat wie schöne Stimmen sorgten, am Beifall gemessen, für ein halbwegs zufrieden gestelltes Publikum. IOCO D. Zimmermann / 15.08.2016

 

Schwarzenberg, Schubertiade, Spielplan 23. – 25.August 2016

August 19, 2016 by  
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Schubertiade

Konzerthinweise zu den Veranstaltungen der SCHUBERTIADE SCHWARZENBERG vom 23. – 25. August:

Schubertiade / Schwarzenberg, Angelika-Kauffmann-Saal (Vorplatz) © Schubertiade

Schubertiade / Schwarzenberg, Angelika-Kauffmann-Saal (Vorplatz) © Schubertiade


Dienstag, 23. August

16.00, Angelika-Kauffmann-Saal, Kammerkonzert
Emerson String Quartet
Das Emerson String Quartet ist eines der führenden Streichquartette unserer Zeit und kann auf eine fast vier Jahrzehnte andauernde Serie internationaler Erfolge sowie zahlreiche wichtige Auszeichnungen zurückblicken. Bei der Schubertiade ist das u.a. mit neun „Grammy Awards“ geehrte Ensemble seit 1986 regelmässig zu Gast; im heutigen Konzert in Schwarzenberg spielen die Musiker neben Haydns op. 76/5 das selten zu hörende es-Moll-Quartett von Tschaikowski sowie Schuberts beliebtes a-Moll-Quartett „Rosamunde“.
(Ausverkauft)

20.00 Uhr, Angelika-Kauffmann-Saal, Liederabend
Anja Harteros Sopran
Wolfram Rieger Klavier

Schubertiade / Anja Harteros © Marco Borggreve

Schubertiade / Anja Harteros © Marco Borggreve

Die deutsch-griechische Sopranistin Anja Harteros zählt zu den gefragtesten Sängerinnen unserer Zeit und feiert neben Opernengagements an allen bedeutenden Häusern zwischen Wien und New York auch regelmäßig Erfolge als Liedinterpretin.

Für ihren ersten Auftritt bei der Schubertiade hat sie ein reines Schubert-Programm zusammengestellt, das viele bekannte Lieder wie „Ganymed“ oder „Die junge Nonne“, aber auch unbekannte Stücke enthält.

Ihr Begleiter am Klavier ist Wolfram Rieger.

(Ausverkauft)


Mittwoch, 24. August

11.00 Uhr, Angelika-Kauffmann-Saal, Klaviermatinee
Igor Levit
Igor Levit setzt Maßstäbe in der Welt der Klassischen Musik als „einer der eindringlichsten, intelligentesten und fein gebildetsten Künstler der neuen Generation“ (New York Times) und wurde von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung bereits 2010 als „einer der großen Pianisten dieses Jahrhunderts“ gefeiert. Seit seinem Debüt 2011 ist der Künstler der Schubertiade mit mehreren Auftritten pro Saison eng verbunden und bringt diesen August seinen 2013 begonnenen Beethoven-Sonaten-Zyklus zum Abschluss. Auf dem Programm der heutigen Klaviermatinee stehen die Sonaten op. 28 („Pastorale“) sowie op. 31/1, op. 27/1 und op. 7.
(Karten erhältlich)

16.00 Uhr, Angelika-Kauffmann-Saal, Liederabend
Benjamin Bruns Tenor
Gerold Huber Klavier
Benjamin Bruns ist seit 2010 Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper und wird dort von Publikum und Presse als idealer Mozart- und Rossini-Tenor gefeiert. Aber auch als Lied- und Konzertsänger ist er gefragt; sein Beitrag zur Gesamtaufführung aller Schubert-Lieder bei der Schubertiade ist ein spannendes Programm mit wenig bekannten Stücken aus dem Jahr 1816. Gerold Huber, der ihn am Klavier begleitet, spielt zwischen den Liedgruppen Tänze von Schubert aus demselben Jahr, die teilweise noch nie bei der Schubertiade zu hören waren.
(Karten erhältlich)

20.00 Uhr, Angelika-Kauffmann-Saal, Kammerkonzert
Quatuor Ebène
Nach seiner Gründung 1999 schon früh als Geheimtipp gehandelt, hat sich das französische Quatuor Ebène inzwischen auf internationalem Parkett als Spitzenensemble etabliert und widmet sich neben dem Klassischen Repertoire auch ungewöhnlichen Projekten und vielen unterschiedlichen Musikgenres. Bei ihrem heutigen Konzert in Schwarzenberg spielen die vielfach preisgekrönten Musiker Werke von Joseph Haydn, Claude Debussy und Ludwig van Beethoven.
(Ausverkauft)


Donnerstag, 25. August

11.00 Uhr, Angelika-Kauffmann-Saal, Vortrag
Igor Levit
Handelt es sich bei Beethovens letzten Klaviersonaten um eine Art Zyklus? Bevor er die Werke am kommenden Samstag bei der Schubertiade spielt, geht Igor Levit dieser Frage im Rahmen seines Vortrags im Angelika-Kauffmann-Saal nach. Seine Beobachtungen und Ausführungen veranschaulicht er dabei auch immer wieder mit Musikbeispielen am Klavier.
(Karten erhältlich)

16.00 Uhr, Angelika-Kauffmann-Saal, Klavierabend
Igor Levit
Im Zentrum dieses vorletzten Konzertes in Igor Levits Gesamtaufführung aller Beethoven-Klaviersonaten bei der Schubertiade steht Opus 106, die berühmte „Große Sonate für das Hammerklavier“, die mehr noch als andere Werke als Prüfstein für jeden Pianisten gilt. Zuvor spielt Igor Levit die Sonaten in e-Moll (op. 90) und in A-Dur (op. 101).
(Ausverkauft)

20.00 Uhr, Angelika-Kauffmann-Saal, Liederabend
Matthias Goerne Bariton
Martin Helmchen Klavier

Schubertiade / GOERNE © Marco Borggreve for harmonia mundi

Schubertiade / GOERNE © Marco Borggreve for harmonia mundi

Mit „Schwanengesang“ nach Gedichten von Ludwig Rellstab und Heinrich Heine widmet sich Matthias Goerne in seinem heutigen Konzert in Schwarzenberg nach der „Winterreise“ (2015) und der „Schönen Müllerin“ (Mai 2016) der dritten berühmten Liedersammlung Franz Schuberts.

Der deutsche Bariton zählt zu den gefragtesten Sängern seines Stimmfachs, wobei er sich besonders als Schubert-Interpret einen Namen gemacht und u.a. eine 10teilige, vielfach preisgekrönte CD-Reihe mit ausgewählten Schubert-Liedern aufgenommen hat.

Sein Partner am Klavier ist der international als Solist, Kammermusiker und Liedbegleiter gefragte Pianist Martin Helmchen.
(Ausverkauft)


24. – 30. August,

Schubertiade-Quartier Hohenems: Museen und Baudenkmale

Franz-Schubert-Museum (Marktstraße 1)
Schubertiade-Museum (Marktstraße 15)
Legge-Museum (Marktstraße 5)
Elisabeth-Schwarzkopf-Museum (Schweizer Straße 1, Villa Rosenthal)
Nibelungen-Museum (Marktstraße 6)
Schuhmacher-Museum (Marktstraße 15)

Franz Schubert, große Interpretinnen und Interpreten aus dem Bereich der Klassischen Musik und die bedeutende Kulturgeschichte von Hohenems sind die thematischen Schwerpunkte in 40 Räumen von sechs historisch interessanten Gebäuden. Der Rundgang führt an weiteren, mit der Geschichte der Schubertiade verbundenen Bauwerken vorbei: Im Palast Hohenems begann vor 40 Jahren am 8. Mai 1976 die erste Schubertiade und in der Pfarrkirche St. Karl eröffneten die Wiener Philharmoniker mit Karl Böhm die zweite Schubertiade.

Damit verbunden war eine Ausstellung über deren Cellisten Josef Sulzer (1850-1926) – die erste Ausstellung in jener Villa, die heute das Jüdische Museum beherbergt. Am Geburtshaus von Josef Sulzers Vater Salomon Sulzer, der als junger Kantor in Wien Schubert einen Kompositionsauftrag erteilt hatte und als bedeutender Schubert-Sänger galt, wurde als Auftakt zur ersten Schubertiade durch Hermann Prey eine Gedenktafel enthüllt.

Pressemeldung Schubertiade

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