Mannheim, Nationaltheater Mannheim, Fidelio von Ludwig van Beethoven, 09.12.2017

November 30, 2017 by  
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Nationaltheater Mannheim

Nationaltheater Mannheim

Nationaltheater Mannheim © Hans Jörg Michel

Nationaltheater Mannheim © Hans Jörg Michel

Fidelio von Ludwig van Betthoven

Premiere Samstag, 9. Dezember, weitere Vorstellungen 13.12.; 19.12.; 27.12., 2017; 11.01.2018

Beethovens Fidelio entstammt einem blutigen Zeitalter. Eroberungen und Freiheitskämpfe erschütterten Europa. Nach dem Scheitern der Revolution begann ein Zeitalter der Geheimpolizeien und Staatsgefängnisse, von Folter, Verrat und Aufopferung.

Beethoven glühte für die Sache der Aufklärung. Kein Wunder, dass seine einzige Oper Fidelio eine Parabel über den Missbrauch politischer Ideen wurde: Florestan, der grundlos im Gefängnis sitzt, wird vom sadistischen Gouverneur Pizarro dem Hungertod überlassen. Doch seine Frau hat sich als Fidelio in den Haushalt eines Gefängniswärters eingeschlichen. Es gelingt ihr, sein Vertrauen zu gewinnen und ins Gefängnis einzudringen, so dass sie schließlich mit vorgehaltener Waffe Pizarros mörderische Pläne verhindern kann.

Ludwig van Beethoven © IOCO

Ludwig van Beethoven © IOCO

Eine ideale Vorlage für Regisseur Roger Vontobel, dessen Aida in der Spielzeit 2016/2017 zum Publikumsrenner in Mannheim wurde. Denn Vontobel ist vom utopischen Potenzial der Oper überzeugt: »Wenn wir zuhören, dann wird es eine andere Welt.« – Beethoven hätte zugestimmt. Die Qualen des gefolterten Florestan, das Leid der geschundenen Kreatur, stellt Regisseur Roger Vontobel in den Mittelpunkt seiner Inszenierung von Beethovens einziger Oper Fidelio und erzählt mit ihr Hoffnung und Verzweiflung als zwei gleichzeitige, gegenläufige Entwicklungsstränge.

Generalmusikdirektor Alexander Soddy hat die musikalische Leitung der Produktion, die am Samstag, 9. Dezember um 19 Uhr Premiere feiert. Leonore wird von Annette Seiltgen (Gast) gesungen, Florestan von Will Hartmann, Don Fernando und Don Pizarro sind Thomas Berau und Kammersänger Thomas Jesatko, Rocco wird von Sebastian Pilgrim (Gast) gegeben, Marzelline von Ji Yoon (Opernstudio) und Jaquino von Raphael Wittmer, der Schauspieler Michael Ransburg (Gast) verkörpert eine weitere Bedeutungsebene von Florestan.

Die B-Premiere findet am 19. Dezember statt – mit Elisabeth Teige (Gast) als Leonore, Andreas Hermann als Florestan, Raymond Ayers als Don Fernando, Patrick Zielke als Rocco, Christopher Diffey als Jaquino und Amelia Scicolone als Marzelline. Die musikalische Leitung hat Wolfgang Wengenroth.

Don Pizarro singt auch in dieser Vorstellung der Kammersänger Thomas Jesatko, der an diesem Tag sein 20-jähriges Bühnenjubiläum feiert. PMNThMa

Fidelio am Nationaltheater Mannheim: Premiere Samstag, 9. Dezember, weitere Vorstellungen 13.12.; 19.12.; 27.12., 2017; 11.01.2018 und später

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Halle, Staatskapelle Halle, Beethoven – Schostakowitsch: Musik ist Revolution, IOCO Kritik, 16.11.2017

November 16, 2017 by  
Filed under Händel Halle, Hervorheben, Konzert, Kritiken

Staatskapelle Halle

Händel Halle in Halle, der Geburtsstadt Georg Friedrich Händels © Haendelhalle

Händel Halle in Halle, der Geburtsstadt Georg Friedrich Händels © Haendelhalle

Staatskapelle Halle – Beethoven – Schostakowitsch

Beethoven – Drittes Klavierkonzert, Schostakowitsch – Elfte Symphonie  Staatskapelle Halle – Herbert Schuch und Josep Caballé-Domenech

„Musik ist Revolution!“

Von Guido Müller

Unter der musikalischen Leitung von GMD Josep Caballé-Domenech spielte der vielfache  Preisträger und 1979 in Rumänien geborene Pianist Herbert Schuch zunächst das große Klavierkonzert von Ludwig van Beethoven in c-moll aus der Zeit der Komposition der dritten Symphonie Eroica 1803/04. Beethoven hatte dieses Konzert für seine eigenen Auftritte als Symphonie mit konzertierendem Pianoforte komponiert. Die konzertante Struktur wird zum  Programm. In  diesem Konzert wird es von Herbert Schuch, die Staatskapelle Halle und ihr GMD Josep Caballé-Domenech maßstabsetzend und zutiefst berührend in inniger Übereinstimmung umgesetzt. Für seine Einspielung des Dritten Klavierkonzertes hat der Pianist 2013 den renommierten ECHO-Klassik Preis erhalten. Mit seinen dramaturgisch durchdachten Konzertprogrammen und CD-Aufnahmen hat sich Schuch als einer der interessantesten Musiker seiner Generation einen herausragenden Ruf erworben, den er  in  Halle glänzend bestätigt.

Staatskapelle Halle in der Händelhalle © Guido Müller

Staatskapelle Halle in der Händelhalle © Guido Müller

Mit männlich-schlanker Eleganz spielt Herbert Schuch im einleitenden Satz den ersten  Einsatz, keineswegs mit aggressiv-virtuosem triumphierend-heroischem Gestus sondern mit  der  ihm eigenen Nachdenklichkeit. Den großen heroisch-virtuosen Gestus spart er sich in  durchdachter Dramaturgie für die Kadenz auf, in der Schuch sein ganzes Können zeigt. Dies  zeigt  sich bei ihm ganz besonders charakteristisch im zärtlichen Mittelteil und nach einem  geradezu lisztmässigen Aufschwung höchster Virtuosität im aufregendsten Innehalten auf  Pianissimo  vor dem Wiedereinsetzen und Aufschwung des Orchesters: ein höchstspannungsvoller Augenblick, der das gebannte Publikum den Atem anhalten lässt.

Das darauf folgende Largo gestalten Schuch und Domenech im intimsten Zwiegesang mit  der Staatskapelle Halle zum Höhepunkt des Klavierkonzertes. Die von Ralf Mielke und Gabriele Knappe gespielten Flöten atmen mit dem Pianisten auf unnachahmlich perfekte Weise.

Das abschließende Rondo musizieren Solist und die Streicher und Bläser der Staatskapelle in kunstvollster sich abwechselnder Rhetorik. Der Satz atmet den eleganten Witz Wiener Salons der Vormetternichzeit mit geradezu harlekinmäßiger Spielfreude. Besonders gefällt dabei die perfekte Wienerische Klarinettenseligkeit von Frank Hirschinger und  Anja Starke im Wechselgesang mit dem Pianisten.

Ludwig van Beethoven Bonn © IOCO

Ludwig van Beethoven Bonn © IOCO

Als Zugabe krönte der Ausnahmepianist Herbert Schuch seinen glänzenden Auftritt in Halle überaus geschmackvoll und intelligent mit der letzten Komposition Beethovens aus den Bagatellen innig, virtuos und mit dem für den Meister aus Bonn charakteristischen Humor. Nicht enden wollende Ovationen und Getrampel des Publikums für den würdigen Freund und legitimen jugendlichen Fortführer der großen deutschen Pianistentradition Alfred Brendels.

Beethoven verstand sich als ersten Komponisten, der sich selbst als bewusst politisch handelnder Menschverstand. Er analysierte die gesellschaftlichen Vorgänge und versuchte, sie aktiv mitzugestalten, mit seiner Musik in sie einzugreifen. Das verbindet in diesem sehr hintersinnig komponierten Konzertprogramm Dmitri Schostakowitsch mit ihm.

Am 3. Oktober 1957 wurde Schostakowitschs Elfte Sinfonie in der Sowjetunion uraufgeführt. Stalin ist seit vier Jahren tot. Endlich kann es Schostakowitsch wagen, sich  kritisch der Geschichte Russlands zu widmen: Thema seiner Elften  ist der Petersburger  Blutsonntag am 9. Januar 1905, das Massaker an  demonstrierenden unbewaffneten Arbeitern und solidarischen Demonstranten, das die Palastwache des Zaren zu verantworten hatte. Die Menschen wollen  dem autokratisch herrschenden Zaren eine Petition für menschenwürdige Arbeitsbedingungen, Rede- und Pressefreiheit und die Schaffung einer Volksvertretung  überreichen. Plötzlich schossen Soldaten in die friedlich betende Menschenmenge und es  sterben nach unterschiedlichen Angaben zwischen 130 und 1000 Menschen. Am Ende der Symphonie steht die Hoffnung auf bessere Zeiten und auf politische Veränderungen.

Das Konzert der Staatskapelle Halle kann als Erinnerung an den 100. Jahrestag der russischen Oktoberrevolution und die Opfer verstanden werden. Die Elfte  Symphonie „Das Jahr 1905“ von Dmitri Schostakowitsch hat sehr gegensätzliche Interpretationen erfahren. „Vater, was wenn sie dich deswegen aufhängen?“ soll der Sohn Maxim Schostakowitsch nach der Generalprobe 1957 seinen Vater gefragt haben. Wie sehr oft legt Dmitri Schostakowitsch äußerlich eine falsche Spur mit dem Programm. Die Symphonie ist zumindest als doppelbödig zu bezeichnen.

Josep Caballe Domenech © Falk Wenzel

Josep Caballe Domenech © Falk Wenzel

Das Uraufführungsdatum 30. Oktober 1957 verdeutlicht, aus welchem offiziellen Anlass die Elfte komponiert wurde: nämlich zur Gedenkfeier des 40. Jahrestages der Oktoberrevolution 1917.

Der in der Stalinzeit vom Regime als „formalistisch“ abgekanzelte und daher nach Rehabilitierung strebende Schostakowitsch wählte folglich das „linientreue“ Thema der auf  Befehl des  Zaren blutig niedergeschlagenen 1905er „Revolution“ in St. Petersburg. Wenn man etwas weiter denkt und die Musik betrachtet – die Darstellung des Massakers und die gewaltige Totenklage – ist es naheliegend, dass nicht nur das blutige Niedermetzeln der  Demonstranten 1905 durch die Zarentruppen gemeint war, sondern ebenso – oder sogar nur – die blutige Niederschlagung des ungarischen Aufstands durch die sowjetischen Truppen  im Jahre 1956, also im Jahr vor der Komposition.

Zudem liegt es nahe darüber hinaus an die Millionen Opfer des Stalinismus zu  denken, auch an die Opfer des Aufstandes in der DDR am 17.6.1953. Allerdings verzichtet Dmitri Schostakowitsch auf allzu offensichtliche Anspielungen oder Zitate ungarischer Musik und Rhythmen. Doch der erste Satz in einem von dem Dirigenten im großen Bogen gehaltenen Anspannungen lässt wahrhaft an die Eiszeit der Stalinzeit denken.

Schostakowitsch äußerte sich zu dieser Frage angeblich Salomon Wolkow in den Memoiren gegenüber so: „Mir scheint, dass sich in der russischen Geschichte vieles wiederholt. Natürlich wiederholt sich ein Ereignis nicht in genau  derselben Weise. Selbstverständlich sind da Unterschiede. Aber vieles wiederholt sich trotzdem. Das Volk denkt und handelt in vielem ähnlich. … Diese Wiederholbarkeit wollte ich in der Elften Symphonie zeigen. Ich komponierte sie 1957, und sie bezieht sich auf die Gegenwart, auch wenn sie den Titel Das Jahr 1905 trägt. Sie handelt vom Volk, das den Glauben verloren hat, weil der Kelch der Missetaten übergelaufen war. So begegnen die Eindrücke meiner Kindheit denen des reifen Lebensalters. Und natürlich haben die Ereignisse meines reifen Lebens mehr Gewicht“.  Zitat nach dem ausgezeichneten Beitrag von Verena Großkreutz im Programmheft.

Deutlicher geht es auf den ersten Blick kaum. Das wahre Thema der Elften wäre dann die blutige Unterdrückung des Ungarn-Aufstands 1956 durch die Sowjets. Bezeichnend ist dann aber wiederum, dass dieses „wahre“ Programm von den sowjetischen Kulturaufsichtsbeamten  nicht erkannt wurde. Schostakowitsch erhielt für seine Elfte sogar den Lenin-Preis. Durch  einen Beschluss des ZK der KPdSU vom 28. Mai 1958 wurde er schließlich offiziell rehabilitiert. Er wurde Mitglied der KPdSU und komponierte1961 aus „Dankbarkeit“ die Zwölfte Symphonie Das Jahr 1917, die er Lenin widmete. Das erlaubt eine ganz andere Sicht auf den sowjetischen Komponisten, der sich eventuell direkter in seiner Kammermusik äußerte als in der repräsentativen Großsymphonik.

Staatskapelle Halle in der Händel Halle © Guido Müller

Staatskapelle Halle in der Händel Halle © Guido Müller

Schostakowitsch baute in diese Sinfonie zwei der 1951 von ihm komponierten  Lieder aus „10Poème für Chor a cappella“ ein, ansonsten kaum eigene melodische Erfindungen sondern zahlreiche in der Sowjetunion populäre revolutionäre Lieder, und zwar unter anderem der polnischen Arbeiter-Freiheitsbewegung des 19. Jahrhunderts im Finale. Im ersten Satz Der Palastplatz: Adagio erklingen der Choral Herr, erbarme dich unser und   das Gefangenenlied Gib acht!,  die Schostakowitsch auch am Ende  des zweiten Satzes mit  dem Massaker Der 9. Januar: Allegro – Adagio – Allegro – Adagio wieder aufgreift. Diesen Satz steigert Caballé-Domenech  grandios theatralisch mit der furios aufspielenden Staatskapelle mit prächtig strahlendem Blech der sechs Trompeten, drei Posaunen, Tuba und einem sechsfach  besetzten großartig präzisen Schlagwerk.

Bereits im ersten Satz hatte der erste Fagottist Kay Stöckel mit seinem elegisch singenden Instrument stark beeindruckt und steigert dies im dritten Satz Ewiges Angedenken: Largo noch einmal phänomenal.  Dieses Requiem für die Toten über den Revolutions-Trauergesang Unsterbliche Opfer gestaltet Caballé-Domenech mit der Staatskapelle Halle in noch gesteigerter Parallele zum Largo des Klavierkonzerts zum sich ständig wandelnden Klagehöhepunkt des Konzerts. Im direkten Anschluß  an das Massaker des zweiten Satzes greift dieser Übergang in der Gestaltung durch Caballé-Domenech ans Herz. Hier verströmen dann aufeinander folgend und sich ergänzend die Kontrabässe, Celli, ersten und  zweiten Violinen unter dem in Leningrad geborenen ersten Konzertmeister und Kammervirtuosen Arkadi Marasch und vor allem die besonders klangschön homogen spielenden Bratschen herzergreifenden Wohlklang. Dieses populäre Lied hatte auch schon Edmund Meisel in Eisensteins Panzerkreuzer Potemkin verwendet. Schostakowitsch selbst hat es außerdem in Podrugi  (Girlfriends) verwendet, und Benjamin Britten in A russian funeral. Am Ende erklingt die Melodie nochmals im Choral der Blechbläser.

Die semantische Vieldeutigkeit von Musik wird nach den eher einfach und klar aufgebauten  ersten drei Sätzen im trotzig insistierenden Finale  besonders deutlich, indem es ironisch, satirisch, bissig, grotesk, operettenmäßig, polystilistisch aufblitzt. Es wird geradezu körperlich ungemütlich in den bösartigen Zuspitzungen von dröhnend-heroisch vorgebender Finalthematik mit vulgär erscheinenden Steigerungen wie auf KPdSU- Befehl erfüllte Kompositionsforderungen. Darauf antwortet das Englischhorn mit einem einsamen Klagegesang (hervorragend Markus Stein), das für mich zaghafte Hoffnung ausdrückt.

Der Dirigent Semyon Bychkov macht im Begleittext zu seiner Aufnahme der Elften eine sehr interessante Beobachtung, die hier abschließen soll: Die Antwort zum Inhalt der Sinfonie liegt in den letzten Kodatakten des Schlusssatzes. Zwei Gruppen aus zwei Noten werden abwechselnd auf den Röhrenglocken angeschlagen: G-B und G-H, die […] große und kleine Terz […] Zusammen bilden sie das Thema der im zweiten Satz erklingenden Fuge, die  das Massaker des Blutsonntags […] darstellt. Bevor die Sinfonie abrupt zum Stehen kommt, hört man als letztes die kleine Terz. Es gibt keinen Sieg, nicht für die, die an jenem Tag ihr Leben ließen, noch für die zahllosen Millionen, die ihnen in den nächsten Jahrzehnten in das Grab folgten. Das ist Schostakowitschs Auffassung über 1905 aus der Warte von 1957.

Mehr als verdienter Jubel des Publikums in der fast voll besetzten Georg-Friedrich-Händel-Halle für das hochkarätig musizierte Symphoniekonzert der Staatskapelle Halle und ihren GMD Josep Caballé-Domenech, dass  ihre besondere Leistungskraft für große  symphonische Werke damit wieder einmal nachdrücklich unter Beweis gestellt hat. Damit  kann es mit benachbarten Weltklasseorchestern beachtlich gut konkurrieren.

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Cottbus, Staatstheater Cottbus, 3. Philharmonischen Konzert, 17. und 19.11.2017

November 15, 2017 by  
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Staatstheater Cottbus

Staatstheater Cottbus © Marlies Kross

Staatstheater Cottbus © Marlies Kross

Von Rio bis Kentucky

Volksmusik aus drei Ländern im 3. Philharmonischen Konzert

Volksmusik aus drei Ländern steht im Mittelpunkt beim 3. Philharmonischen Konzert des Staatstheaters Cottbus unter Leitung von Evan Alexis Christ am Freitag, 17. November 2017, 20.00 Uhr, und Sonntag, 19. November 2017, 19.00 Uhr, jeweils im Großen Haus.

Der französische Komponist Darius Milhaud ließ sich von Melodien aus Frankreich, Brasilien und den USA zu seiner lebensfrohen und unterhaltsamen Musik inspirieren. Als junger Mann lebte er zwei Jahre in Rio de Janeiro. Die lateinamerikanisch beschwingten Melodien der pulsierenden Metropole und die Klänge der ungewöhnlichen Schlaginstrumente ließ er einfließen in die temperamentvollen „Saudades do Brasil“, auf Deutsch: Sehnsucht nach Brasilien. Mitte der 30er Jahre schuf er die „Suite Provençale“. In dieser Ballettmusik setzte er der Provence ein Denkmal, jener Provinz, in der er in einer jüdischen Familie aufwuchs. Das farbige, äußerst vielseitige Werk klingt an vielen Stellen nach Renaissancemusik, neoklassizistisch aufbereitet.

Staatstheater Cottbus / Timo Andres  © Michael Wilson

Staatstheater Cottbus / Timo Andres © Michael Wilson

Nach Ausbruch des 2. Weltkriegs emigrierte der Komponist nach Amerika, wo er 1948 „Kentuckiana“ schrieb. In dieser 8-minütigen Hommage an die Musik der Vereinigten Staaten zitiert er 21 amerikanische Volkslieder. Milhauds offenkundige Freude beim Komponieren überträgt sich unmittelbar auf das Publikum.

Als Solist des Abends ist der Amerikaner Timo Andres zu erleben. Der Mittdreißiger interpretiert sein mittlerweile drittes Klavierkonzert „The Blind Banister“. In ihm setzt er sich kreativ und spielerisch mit einem Konzert Ludwig van Beethovens auseinander. Evan Alexis Christ und Dorothea Hennigs-Holtmann hörten Timo Andres live in der Berliner Philharmonie und verpflichteten ihn auf der Stelle für Cottbus. Sein Auftritt hier wird durch ein Stipendium der C.F. Holtmann-Stiftung gefördert, die sich für den deutsch-amerikanischen Kulturaustausch einsetzt.

Steffen Wick schließlich lässt im Auftragswerk „Autobiography“ Stationen eines Lebens wie in einem Blitzlicht aufleuchten.

Das 3. Philharmonische Konzert wird am Freitag, 17. November 2017, 20.03 Uhr, vom Deutschlandfunk Kultur live übertragen.

Pressemeldung Staatstheater Cottbus

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Stuttgart, Oper Stuttgart, Hartmut Haenchen dirigiert Mozart und Wagner, 08. & 09.10.2017

September 27, 2017 by  
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Oper Stuttgart

 Opernhaus Stuttgart © Martin Siegmund

Opernhaus Stuttgart © Martin Siegmund

 Mozart  –  Wagner
1. Sinfoniekonzert des Staatsorchesters Stuttgart

08. und 09. Oktober 2017 –  Beethovensaal der Liederhalle

Im 1. Sinfoniekonzert dieser Spielzeit am Sonntag, 08. Oktober, um 11 Uhr und am Montag, 09. Oktober 2017, um 19:30 Uhr im Beethovensaal der Liederhalle kehrt Dirigent Hartmut Haenchen ans Pult des Staatsorchesters Stuttgart zurück. Zum feierlichen Auftakt der Konzertsaison im Zeichen des 425-jährigen Bestehens des Klangkörpers erklingen Werke von Mozart und Wagner.

Staatsoper Stuttgart / Hartmut Haenchen © Riccardo Musacchio

Staatsoper Stuttgart / Hartmut Haenchen © Riccardo Musacchio

Spätestens seit seinem umjubelten Parsifal bei den Bayreuther Festspielen im vergangenen Jahr gilt Hartmut Haenchen als einer der großen Wagner-Dirigenten unserer Zeit. Mit der von ihm zusammengestellten Götterdämmerung-Suite knüpft Hartmut Haenchen an ein Experiment Richard Wagners an, der in einem Wiener Konzert von 1875 Teile des Finales der Ring-Tetralogie rein symphonisch, als Orchesterstück ohne Gesangsstimmen, zur Aufführung brachte. Die Jupiter-Sinfonie galt schon Mozarts Zeitgenossen als Gipfelwerk der menschlichen Existenz, das den Zwiespalt zwischen Freiheit und Gesetz in einer bis dahin nicht erreichten Formvollendung zum Ausdruck bringt.

Einführung zum 1. Sinfoniekonzert mit Rafael Rennicke, Dramaturg der Oper Stuttgart, jeweils 45 Minuten vor Konzertbeginn, sonntags im Mozartsaal, montags im Silchersaal der Liederhalle.

Auf der Website der Oper Stuttgart finden Sie weitere Informationen zum Konzertprogramm.Karten über www.oper-stuttgart.de, Kartentelefon: 0711. 20 20 90, und an der Abendkasse.  PMStoSt

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