Dresden, Kulturpalast, Rudolf Buchbinder – Kammerorchester Wien-Berlin, IOCO Kritik, 15.06.2021

Juni 15, 2021 by  
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Kulturpalast Dresden © Nikolaj Lund

Kulturpalast Dresden © Nikolaj Lund

Kulturpalast Dresden

Kammerorchester Wien-Berlin – Rudolf Buchbinder

Mozart-Deutung –  ein Konzerterlebnis der Sonderklasse

von Thomas Thielemann

Die Rivalität der Wiener Philharmoniker und Berliner Philharmoniker um den Spitzenplatz des weltbesten Orchesters war für Simon Rattle 2005 Anlass, zu seinem  50. Geburtstag ein gemeinsames Konzert beider Klangkörper zu dirigieren. Diese erste erfolgreiche Zusammenarbeit der konkurrierenden Orchesterin Wien und Berlin führte zu dem Entschluss, in einer gelegentlichen Formation die besonderen Qualitäten beider Ensembles, die geschmeidige Eleganz und Noblesse der Wiener mit dem zupackenden, leidenschaftlichen Spiel sowie der solistischen Brillanz der Bläser der Berliner, zu kombinieren: das Kammerorchester Wien-Berlin entstand. Seit Beginn dieser Zusammenarbeit ist Rainer Honeck Konzertmeister, Dirigent und Künstlerischer Leiter. Honeck, 1961 in Nenzing (Vorarlberg) geboren, ist seit 1984 Konzertmeister des Orchesters der Wiener Staatsoper und seit 1962 Konzertmeister der Wiener Philharmoniker.

Das Kammerorchester Wien-Berlin

Kulturpalast Dresden / Kammerorchester Wien - Berlin mit Rudolf Buchbinder © Oliver Killig

Kulturpalast Dresden / Kammerorchester Wien – Berlin mit Rudolf Buchbinder © Oliver Killig

Das Klavierkonzert Nr.9 in Es-Dur KV 271, vermutlich im Dezember 1776 oder im Januar 1777 entstanden, ist wahrscheinlich Wolfgang A Mozarts erste bedeutende Komposition. Mit der Meisterschaft seiner Orchestrierung und in seiner, alle Konventionen sprengenden Wirkungen hat es keine Vorgänger in seinem Genre.

Zur Herkunft der unterschiedlichen Beinamen des Konzertes, „Jenamy“,die jenomy“ oder  „Jeunehomme“, gibt es reichliche Deutungen. Inzwischen scheint aber sicher, dass die Tochter des französischen Tänzers Jean-Georges Nowerre (1727-1810), eines Freundes Mozarts, Adressatin dieser Widmung war. Nowerre wirkte von 1767 bis 1774 als Ballettmeister in Wien. Dessen älteste Tochter Luise Victoire (1749-1812), eine gute Klavierspielerin, war, mit einem Joseph Jenamy verheiratet und Mozart habe sie sehr verehrt.

Für eine Interpretation von Mozarts frühem Klavierkonzert  Nr. 9 Es-Dur KV 271 war Rudolf Buchbinder in den Kulturpalast nach Dresden gekommen. Sonst ein häufiger Gast der Sächsischen Staatskapelle, mit der er auch oft als Solist und Leiter der Konzerte musizierte, war er Solopartner des Kammerorchesters Wien-Berlin.

Das Buchbinders Klavierspiel auch über die Jahre neben der Reife der Technik die notwendige Spontanität behalten hat, war keine Überraschung. Auch dass uns die sprühend intelligente Mozart-Deutung ein Konzerterlebnis der Sonderklasse verschaffte, erfüllte alle Erwartungen.

Kulturpalast Dresden / Kammerorchester Wien - Berlin hier mit Rudolf Buchbinder © Oliver Killig

Kulturpalast Dresden / Kammerorchester Wien – Berlin hier mit Rudolf Buchbinder © Oliver Killig

Ein hell leuchtende Klangbild und die spannungsgeladene Musizierfreude des Kammerorchesters Wien-Berlin führten zu einem steten, intensiven Dialog mit dem Pianisten. Vor allem begeisterte die kühne Quecksilbrigkeit des Finalsatzes.

Im zweiten Konzert-Teil folgte Mozarts Divertimento B-Dur, KV 287, die “Zweite Lodronische Nachtmusik“. Wie im Jahre 1776, erhielt Mozart den Auftrag, auch zum Namenstag der Gräfin Maria Antonia Lodron am 13. Juni des Jahres 1777 zur Komposition und Aufführung eines Divertimentos, eigentlich einer Zerstreuung, eines Vergnügens. Mozart hatte aber für die Unterhaltung der Salzburger Gäste der Gräfin ein 45-minütiges Bravourstück für die Erste Geige vorbereitet und selbst diesen Part übernommen.

Eingebunden in eine dichte kammermusikalische Begleitung von Streichern und zwei Hörnern meisterte Rainer Honeck als Primgeiger die Aufgabe der sechssätzigen Darbietung. Von spritziger Munterkeit, Leichtigkeit und Eleganz bis zu tiefer Empfindung bot das Kammerorchester Wien-Berlin alles, was man von großer Musik erwartete: ein Konzerterlebnis der Sonderklasse

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Dresden, Kulturpalast, Dresdner Musikfestspiele 2021 – Eröffnet, IOCO Kritik, 06.06.2021

Juni 7, 2021 by  
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Kulturpalast Dresden © Nikolaj Lund

Kulturpalast Dresden © Nikolaj Lund

Kulturpalast Dresden

Dresdner Musikfestspiele 2021

  Arcadi Volodos eröffnete LIVE-Konzerte im Kulturplast

von Thomas Thielemann

Nach langer Konzertsaalabstinenz hatten die Dresdner Musikfestspiele in den Dresdner Kulturpalast zum Livekonzert geladen. Und das gleich mit der Wucht eines Pianisten von Weltruf, mit Arcadi Volodos, welcher am 4. Juni 2021 die Live-Konzerte in Dresden eröffnete.

Dredner Musikfestspiele 2021 – Programm – Link HIER!

Im Jahre 1996 war beim 11. Kissinger Sommer als Gastland Russland ausgeschrieben und die umtriebige Gründungs-Intendantin Kari Kahl-Wolfsjäger hatte neben gestandenen Künstlern auch eine Reihe junger russischer Musiker nach Franken geholt. Nach meiner Erinnerung war auch Arcadi Volodos damals zum ersten Mal nach Bad Kissingen gekommen und hatte auf Anhieb begeistert.

Seit konnten wir den inzwischen 49-Jährigen Ausnahmepianisten häufiger in Bad Kissingen, aber auch in Leipzig und Dresden als Solisten in Orchesterkonzerten und mit Rezitals erleben und seinen Weg zur inzwischen erlangten Meisterschaft verfolgen.

Dresdner Musikfestspiele 2021 / Pianist Arcadi Volodos © Marco Borggreve

Dresdner Musikfestspiele 2021 / Pianist Arcadi Volodos © Marco Borggreve

Volodos verdankt seine Karriere nicht dem Preis eines internationalen Wettbewerbs, sondern einem glücklichen Zufall. Der Leiter einer internationalen Schallplattengesellschaft hatte sein Spiel in einem privaten Rahmen gehört, sein überragendes Talent erkannt und ihm den Weg auf die internationalen Podien geebnet. Heute spielt er einfach das, was er spielen möchte. Die Komponisten, deren Musik er spielt, muss er bedingungslos lieben und ihr Schaffen in seiner Gesamtheit erfassen.

Beim Dresdner Klavierabend stand zunächst Franz Schuberts Sonate für Klavier G-Dur 834 op. 78 aus dem Jahre 1826 auf dem Programm.

Obwohl insbesondere der Sommer 1826 für den 29-jährigen Komponisten eine Zeit der Enttäuschungen war, gilt das Werk als seine heiterste späte Sonate. Mit dem breitesten Dynamikspektrum aller Schubert Sonaten betont er ausdrücklich, dass dieses Werk für ein für seine Zeit modernes Instrument „fürs Pianoforte allein“ komponiert worden ist.

Ganz unprätentiös, ohne große Gesten betrat der Pianist das Konzertpodium des abgedunkelten Saales und nahm, nach sparsamer Begrüßung des ausgedünnten Publikums auf einem gewöhnlichen Kantinenstuhl am Steinway-Konzertflügel Platz.

Den oft als „Fantasie“ bezeichneten Kopfsatz begann Volodos tänzerisch heiter, recht frei im Tempo und ungemein plastisch. Dem folgenden Andante verlieh er mehr Tiefe, innere Beteiligung und schöne Farbschattierungen, während der dritte Satz wieder betont liedhaft-tänzerisch angelegt war. Den Schluss-Satz habe ich dann als konfliktarm und gelöst empfunden.

Den Sommer des Jahres 1893 verbrachte der 59-jährige Johannes Brahms wieder  in Bad Ischl. Dort komponierte er die Zyklen  op. 118 und op. 119 für Klavier solo. Dabei ragten besonders die sechs Klavierstücke op. 118 dank größerer stilistischer Vielfalt gegenüber früheren Zyklen heraus. Auch mit der Namensgebung der Stücke wählte der Komponist nach längeren Überlegungen individuellere Titel.

Arcadi Volodos präsentierte sich bei der Interpretation der sechs Stücke op. 118 mit seinem vielschichtigem Spiel, das innigen Ausdruck mit brillanter Virtuosität vereinte, als reifen Künstler. Die technische Perfektion, kraftvoller Anschlag in den dramatischen Passagen, traumhaftes Pianissimo und Wille zum Innehalten prägten die Darbietung. Meditative Klänge wechselten mit Passagen, die an ein größeres Orchester glauben lassen.

Nach stürmischem Beginn entwickelte sich das a-Moll-Intermezzo fast wie eine Ballade.

Das folgende etwas verträumte  A-Dur-Intermezzo op. 118/2 spielte Volodos romantisch drängend. Immer wieder musste sich die Melodie gegen die sich auftürmende Begleitung behaupten. Mit seinem Gespür für den der Ballade in g-Moll innewohnendem Rhythmus lauschte man auch dem dritten Stück.

Eher modulierend entwickelte sich auch das kleingliederige Thema des f-Moll- Intermezzos op. 118/4. Eine straffe Klangregie ließ die Rahmenteile der Romanze op. 118/5 den verspielten fast versonnenen Mittelteil regelrecht umklammern. Die Orientierung am Verständnis für den Menschen  Johannes Brahms, seiner jahrzehntelangen Auseinandersetzung mit seinem Werk, ließen die Hörer niemals in den Wohlklang der Musik eintauchen. Das abschließende Intermezzo in es-Moll mit den Anklängen an das Deutsche Requiem spielte Volodos dann deutlich zurückhaltender.

Der langanhaltende Applaus des ausgehungerten Auditoriums war für Arcadi Volodos  Anlass, sein Publikum mit fünf Zugaben zu verwöhnen.

Gern hätten wir auch die im ausgeschriebenen „Vor-Corona-Programm“ enthaltene Sonate  des italienischen, aber vorwiegend in England wirkenden Komponisten und Pianisten Muzio Clementi (1752-1832) gehört. Seine Musik ist mir bisher nur in „Konserven“ zugänglich gewesen. Clementi ist den Musikfreunden vor allem wegen des vom Kaiser Joseph II. am Weihnachtsabend 1781 eingefädelten Wettstreits mit Wolfgang Amadeus Mozart ein Begriff.

Mozart habe sich zwar abfällig über die „Terzenpassagen ohne einen Kreuzer Gefühl oder Geschmack“ geäußert. Das hatte aber Mozart nicht gehindert, ein Thema aus einem Werk von Muzio Clementi in die ersten Takte seiner Ouvertüre zur Zauberflöte einzubauen. Was den verbitterten Älteren zu einer Anmerkung am Kopftitel der Sonate op.47 veranlasste.

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Dresden, Semperoper, Daniel Harding und Sächsische Staatskapelle, IOCO Kritik, 25.04.2021

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Sächsische Staatskapelle Dresden

Semperoper

Semperoper © Matthias Creutziger

Semperoper © Matthias Creutziger

 

Daniel Harding und die Sächsische Staatskapelle  – MDR Konzert

 Gustav Mahler –  Fünfte Symphonie

von Thomas Thielemann

Am 13. Februar 2020 wollte sich Daniel Harding im Festkonzert der Sächsischen Staatskapelle eigentlich mit Gustav Mahlers Zehnter Symphonie von den Dresdner Musikern zu einem Sabbatjahr verabschieden.

Der mehrfach und gern erlebte Gastdirigent Daniel Harding hatte keine Konzertverpflichtungen in der Saison 2020/21 übernommen und wollte sich einen Kindheitstraum erfüllen. Nachdem er eine Lizenz als Verkehrspilot erworben und bereits Erfahrungen als Co-Pilot gesammelt hatte, wollte er ein Jahr bei der Air France neue Erfahrungen und Eindrücke sammeln.

Sächsische Staatskapelle / Daniel Harding und die Staatskapelle mit Gustav Mahler 10. Symphonie © Matthias Creutziger

Sächsische Staatskapelle / Daniel Harding und die Staatskapelle mit Gustav Mahler 10. Symphonie © Matthias Creutziger

Wie so Viele, hat Corona aber auch Harding zur Notlandung gezwungen und ihn im Frühjahr 2021 zu seiner nächsten Mahler-Interpretation mit den Dresdner Musikern der Sächsischen Staatskapelle geführt. Hatte Daniel Harding, vor der Zehnten, im 4.Symphoniekonzert der Saison 2017/18 in Dresden bereits die 4. Symphonie Gustav Mahlers interpretiert, so dirigierte er im 9. Symphoniekonzert der Saison 2020/21 die MDR-Rundfunkproduktion Mahlers Fünfte.

Sächsische Staatskapelle / Daniel Harding und die Staatskapelle © Matthias Creutziger

Sächsische Staatskapelle / Daniel Harding und die Staatskapelle © Matthias Creutziger

Die Komposition der 5. Symphonie Gustav Mahlers ist in den Urlaubs-Sommermonaten der Jahre 1901 und 1902 mit ihrem polyphonen Reichtum und innigen Wendungen entstanden. Die Flut an Ideen erforderte in den Folgejahren Schritte der Reduzierung. Noch wenige Monate vor seinem Tode habe Mahler Instrumentierungen  der Fünften geändert.

Für uns war es eine Freude, im Rahmen des MDR-Konzerts vom 23. April die Sächsische Staatskapelle endlich wieder „unkonserviert“ in der Semperoper zu hören, auch wenn das Klangbild wegen der breiteren Staffelung der Musiker etwas zerfasert erschien.

Den Kopfsatz dirigierte Harding betont lyrisch, klagend, fast schleppend und brillierte dabei mit gekonnter Präzision. Damit erlaubt er dem Hörer, detailliert die Schönheit des Orchesterspiels zu verfolgen. Harding und das Orchester erfassten in der Folge die Details mit faszinierender Klarheit: das dramatische Blech des zweiten Satzes, die entzückenden Pizzicato und Fagott-Stellen im zentralen Scherzo. Das Solo-Horn spielte großartig und das Scherzo profitierte von Hardings Fähigkeit, wunderbare Streicher-Texturen zu gestalten.

Sächsische Staatskapelle / Daniel Harding und die Staatskapelle © Matthias Creutziger

Sächsische Staatskapelle / Daniel Harding und die Staatskapelle © Matthias Creutziger

Dem Adagietto des Konzertes kam die besondere Bedeutung einer Erinnerung an den 20. Todestag von Giuseppe Sinopoli. Der Italiener war von 1992 bis zum Jahre 2001 Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle gewesen. Auch wollte das Orchester mit einem besonders lichten und warmen Adagietto den Verstorbenen der Corona-Pandemie gedenken. Damit entwickelte sich der vierte Satz der Symphonie zu einer zurückhaltenden vom Inneren nach außen transparenter Darbietung.

Sächsische Staatskapelle / Daniel Harding und die Staatskapelle © Matthias Creutziger

Sächsische Staatskapelle / Daniel Harding und die Staatskapelle © Matthias Creutziger

Der Finalsatz war lebendiger, rhythmischer und auf das Wunderbarste zu herrlichem Höhepunkt geführt. Möglicherweise war das dem ungewöhnlichen Umstand geschuldet, dass Harding für die Rundfunkproduktion den Schluss-Satz zu Beginn der Aufzeichnung in der Semperoper   ließ.

Das Konzert wurde am Freitag, den 23. April 2021 ab 20.05 Uhr von MDR-Kultur und MDR-Klassik gesendet und kann in den Mediatheken von MDR-Kultur und MDR-Klassik abgerufen werden.

Den ferngehaltenen Konzertfreunden:geben die hier gezeigten Bilder auch einen optischen Eindruck des MDR – Konzerts.

Sächsische Staatskapelle / Daniel Harding und die Staatskapelle © Matthias Creutziger

Sächsische Staatskapelle / Daniel Harding und die Staatskapelle © Matthias Creutziger

 

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Dresden, Semperoper, Christian Thielemann – Erster Meisterkurs, IOCO Aktuell, 24.03.2021

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Sächsische Staatskapelle Dresden

Semperoper

Semperoper © Matthias Creutziger

Semperoper © Matthias Creutziger

 Erster Meisterkurs von Honorar-Professor Christian Thielemann

Studenten dirigieren die Sächsische Staatskapelle Dresden

von Thomas Thielemann

Semperoper / Erster Meisterkurs von Christian Thielemann © Matthias Creutziger

Semperoper / Erster Meisterkurs von Christian Thielemann © Matthias Creutziger

Das Fehlen von Opern- und Konzertveranstaltungen sowie ein ausgedünnter Probenbetrieb ermöglichten dem kürzlich ernannten Honorarprofessor Christian Thielemann, zehn Studierende der Bachelor- oder Masterstudiengänge „Orchesterdirigierens“ der Dresdner Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ in das größtmögliche der Musikzimmer, der Bühne der Semperoper zu einem Meisterkurs einzuladen.

An der Hochschule werden die Eingeladenen von den Professoren Ekkehard Klemm, Steffen Leißner beziehungsweise Georg Christoph Sandmann umfassend auf ihren künftigen Beruf vorbereitet. Für den Meisterkurs hatten sich die Teilnehmer jeweils auf zwei Kompositionen der romantischen Konzertliteratur vorbereitet. Zur Auswahl standen neben der Freischütz-Ouvertüre des Carl Maria von Weber sowie zwei Sätze der Zweiten Symphonie Robert Schumanns zur Auswahl.

In zwei Probendurchläufen konnten fünf der ausgewählten Studierenden ihre Fähigkeiten im Umgang mit der großbesetzten Sächsischen Staatskapelle unter Anleitung des Chefdirigenten schulen und vervollkommnen.

Semperoper / Erster Meisterkurs von Christian Thielemann hier mit Yixuan Wang am Pult © Matthias Creutziger

Semperoper / Erster Meisterkurs von Christian Thielemann hier mit Yixuan Wang am Pult © Matthias Creutziger

Christian Thielemann und Ekkehard Klemm verfolgten die intensive Arbeit der jungen Musiker zunächst vom Parkett aus, bis dann der Chefdirigent seine Kritik ausführlich vor Ort begründete: nicht mit beiden Händen die gleiche Bewegung machen; die linke für das Herauslocken besonderer Akzente nutzen.-Die besondere Verteilung der Bläser im hinteren Teil des größten Musikzimmers beachten, damit diese nicht zu spät kommen.- Und die Rolle der Stimmführer im Blick behalten.

Die Musiker folgten tatsächlich den Anweisungen der Nachwuchs-Dirigenten, auch wenn es schwer fiel, mal nicht perfekt zu spielen. Von Musikern und vom Konzertmeister Matthias Wollong gab es Rückmeldungen: mal zu langsam, zu mulmig,- „schauen Sie in die Partitur – Da müssen Sie mehr rauskitzeln“.

Aber es gab auch Lob, wenn eine schöne Synthese von Präzision und Stimmung im 3. Satz der Schumann-Symphonie gelang. Begeisterung und Zufriedenheit mit dem Geleisteten bei allen Teilnehmern:

Semperoper / Erster Meisterkurs von Christian Thielemann in der Semperoper © Matthias Creutziger

Semperoper / Erster Meisterkurs von Christian Thielemann in der Semperoper © Matthias Creutziger

„Die Offenheit, das Talent und die Ernsthaftigkeit der Dresdner Dirigierstudenten haben mich nachhaltig beeindruckt,“ so Semperoper Chefdirigent Thielemann:Er freue sich sehr auf die weiter Zusammenarbeit.“

Christian Thielemann sei super auf uns eingegangen, hat sofort helfende Hinweise gegeben. Seine Begeisterung und Energie sind ansteckend, meinte Tim Fluch. Seine Kommilitonin Katharina Dickopf fand den Meisterkurs sehr inspirierend: Sie habe gelernt, wie man durch kleinste Bewegungen einen intensiven Kontakt zu den Musikern herstellen und dadurch freier gestalten kann.

Auch für die Musiker der Staatskapelle war der Meisterkurs wieder einmal Gelegenheit, gemeinsam zu spielen und neue Erfahrungen zu sammeln.

—| IOCO Aktuell Semperoper Dresden |—


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