Münster, Picasso Museum, „Im Rausch der Farben“ – Ausstellung, IOCO Aktuell, 16.10.2019

Oktober 15, 2019 by  
Filed under IOCO Aktuell, Museen Münster

Kunstmuseum Pablo Picasso Muenster © Kunstmuseum Pablo Picasso

Kunstmuseum Pablo Picasso Muenster © Kunstmuseum Pablo Picasso

Kunstmuseum Pablo Picasso

„Im Rausch der Farben – Von Gauguin bis Matisse“

  Französische Moderne  –  Kunstmuseum Pablo Picasso Münster

von Hanns Butterhof

Dem Kunstmuseum Pablo Picasso Münster ist wieder ein Glücksgriff gelungen. In seiner Ausstellung „Im Rausch der Farben – Von Gauguin bis Matisse“ zeigt es sehenswert über sechzig Meisterwerke aus dem Musée d’Art moderne de Troyes, die bisher außerhalb ihres Stammhauses nur in Seoul zu sehen waren. Aus eigenen Beständen würdigt es den Namensgeber mit der Sonderausstellung „Wie Gott in Frankreich – Picasso kulinarisch“.

Die Ausstellung positioniert sich gleich zu Anfang mit einem kurzen schwarz-weiß-Film auf der Gewinnerseite der Kunstgeschichte. Der Reihe nach präsentieren sich die Künstler der „Fauves“, die Wilden, mit einschlägigen Kunst-Parolen, um dann in Boxkämpfen ihren Gegnern punktgenau den knock out zu versetzen. Warum sich die Fauves als Sieger im Kampf gegen die akademische und Salon-Malerei fühlen durften, zeigt die Ausstellung dann mit ihrem Farbrausch eindringlich.

 Kunstmuseum Pablo Picasso Muenster / Ausstellung Im Rausch der Farben - hier : André Derain, Big Ben, 1906, Öl auf Leinwand © VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Kunstmuseum Pablo Picasso Muenster / Ausstellung Im Rausch der Farben – hier : André Derain, Big Ben, 1906, Öl auf Leinwand © VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Die Werke entstammen dem Teil der Sammlung, die das Textilindustriellen-Paar Denise und Pierre Lévy dem französischen Staat für das  Musée d’Art moderne von Troyes, der Stadt in der Champagne, vermacht haben. Freund und künstlerischer Anreger der Lévys war André Derain (1880 – 1954), deren „Hausgott“, wie ihn der Direktor des Picasso-Museums, Dr. Markus Müller, im Gespräch nennt. Derain hatte mit seinen Künstlerfreunden um Henri Matisse (1869 – 1954) auf dem Pariser Salon d’Automne 1905 den Skandalerfolg gefeiert, der die lose Maler-Gruppe als „Les Fauves“ etablierte.

Entsprechend bildet Derain einen Schwerpunkt der mit Gemälden, Grafiken und Skulpturen bestens bestückten Ausstellung. Einen besonderen Blickfang im großen Ausstellungsraum bildet sein an Monet erinnerndes Gemälde „Big Ben“, und sein „Hafen von Collioure“ trägt deutliche Spuren seines Zusammenseins mit Matisse 1904 in der katalonischen Hafenstadt nahe der Kapitale Perpignan. Von der Erfindung ihrer völlig neue Bildsprache aus dem Licht Südfrankreichs spricht auch Chaim Soutinés (1893 – 1943) „Das Kapuzinerkloster von Céret“, das auf ein unweit von Collioure gelegenes Städtchen verweist, dessen Musée d’art moderne Céret noch viele Zeugnisse aus der frühen französischen Moderne und eine Vielzahl von Keramiken Pablo Picassos mit Stierkampfszenen besitzt.

Kunstmuseum Pablo Picasso Muenster / Ausstyellung : Im Rausch der Farben - hier : Félix Vallotton, Afrikanerin, 1910, Öl auf Leinwand, Foto Ville de Troyes, Carole Bell © Domaine public 2019

Kunstmuseum Pablo Picasso Muenster / Ausstyellung : Im Rausch der Farben – hier : Félix Vallotton, Afrikanerin, 1910, Öl auf Leinwand, Foto Ville de Troyes, Carole Bell © Domaine public 2019

Der Ausstellung im westfälisch verregneten Münster eignet ein Hauch von Leichtigkeit, als atme sie die helle Luft des französischen Südens, und vermittelt jenseits von systematischem Sammlertum etwas von den sympathisch persönlichen Neigungen der Lévys. So fallen Werke von Jean Metzinger (1883 – 1956) wie seine  sanft kubistische „Frau von vorne und im Profil“ oder von Robert Delaunay (1885 – 1941) „Die Läufer“ ins Auge, daneben von Amado Modigliani (1884 – 1020) das Portrait „Jeanne Hébuterne“, von Max Ernst (1891 – 1976) eine Landschaft, und dazwischen überrascht die nahezu fotorealistisch gemalte „Afrikanerin“ von Félix Valloton (1865 – 1925). Im Kontrast dazu steht das Portrait “Junge Kreolin“ von Paul Gauguin (1848 – 1903), und wieder anders strahlen die Pointilisten Paul Signac (1863 – 1935) mit dem lichten Aquarell „Venedig“ oder Georges Seurat (1859 – 1891) mit dem „Vorort“.

Erstaunlich sind auch Sujet-Ähnlichkeiten zu entdecken. Atelierszenen oder Blicke aus dem Fenster auf die Straße wie von Maurice Marinot (1882 – 1960) erinnern frappant an Bilder der Ausstellung „Raoul Dufy – Les Ateliers de Perpignan 1940 – 1950“,  wie sie letztes Jahr im Musée d’art moderne Hyacinthe Rigaud in Perpignan zu sehen waren. Dort läuft gegenwärtig noch die sehenswerte Ausstellung „Rodin – Maillol – face à face“ mit charakteristischen Skulpturen der beiden Bildhauer, die auch in der Ausstellung im Picasso-Museum zu sehen sind. Auguste Rodin (1840 – 1917) etwa ist mit dem stolzen Kopf „Balzac“, Aristide Maillol (1861 – 1944) mit der hübschen „Krabbenfrau“ vertreten. Weitere Skulpturen finden sich verstreut in der Ausstellung, darunter Pferde- und Frauen-Motive von Edgar Degas (1834 – 1917).

Kunstmuseum Pablo Picasso Muenster / Ausstellung : Im Rausch der Farben - hier : Pablo Picasso, Drei Sardinen, 1948, Keramik (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Kunstmuseum Pablo Picasso Muenster / Ausstellung : Im Rausch der Farben – hier : Pablo Picasso, Drei Sardinen, 1948, Keramik (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2019

In der Sonderausstellung  „Wie Gott in Frankreich – Picasso kulinarisch“ würdigt das Picasso-Museum in der 2. Etage aus eigenen Beständen Pablo Picasso (1881 – 1973) mit Linolschnitten, Lithografien, Keramiken und Gemälden rund um das Thema Essen und Trinken. Frisch gefangener Fisch, Artischocken und Wein lassen das Wasser im Munde zusammenlaufen. Manche Bilder vermitteln aber auch eine Ahnung von den Phantasien, die von der Lebensmittelknappheit in Frankreich zur Zeit der deutschen Besatzung angeregt wurden.

In beiden Ausstellungen kommt den Besuchern eine außerordentlich nahe Moderne entgegen, bei der erstaunen lässt, vor wie langer Zeit ihre Protagonisten gewirkt haben. Und dazu gesellt sich das Erschrecken, wie vorbei diese Epoche ist.

Die Ausstellung „Im Rausch der Farben – Von Gauguin bis Matisse“ im Kunstmuseum Pablo Picasso Münster läuft noch bis zum 19.1.2020.

Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag und Feiertage: 10.00 bis 18.00 Uhr. Freitag: 10.00 bis 20.00 Uhr.  Der ausführliche, umfassend bebilderte Katalog zur Ausstellung kostet an der Museumskasse 29,80 €, im Buchhandel 38,00 €.

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Mainz, Staatstheater Mainz, OPERNGALA – Markus Müller moderiert, 25.08.2019

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Staatstheater Mainz

Staatstheater Mainz © Andreas Etter

Staatstheater Mainz © Andreas Etter

OPERNGALA –  ZUR SPIELZEITERÖFFNUNG
25. August  – 18 Uhr

„Ich wusste es genau … die Zukunft gehört uns“ (Je le savais bien … l’avenir est à nous), singen Dorin Rahardja und Eric Laporte im Duett aus Hoffmanns Erzählungen. Und geben damit am kommenden Sonntag den optimistischen Grundton für die Opernsaison 2019/20 vor, die mit der Operngala im Großen Haus eröffnet wird. Die Sommerpause ist beendet, auf den Probebühnen wird bereits intensiv gearbeitet, wir freuen uns auf die neue Spielzeit! Solistinnen und Solisten des Ensembles, das Philharmonische Staatsorchester Mainz sowie der Opernchor machen mit musikalischen Kostproben aus Wiederaufnahmen und Premieren Lust auf den kommenden Spielplan – neben Hoffmanns Erzählungen erklingen unter anderem Arien aus Boris Godunow, Manon Lescaut, Al gran sole carico d’amore sowie erste Ausschnitte aus dem Musical The Producers. Durch den Abend führt wie gewohnt Markus Müller.

Musikalische Leitung: Hermann Bäumer, Samuel, Hogarth, Robert Houssart, Paul, Johannes Kirschner, Leitung Opernchor: Sebastian Hernandez-Laverny, Moderation: Markus Müller

Mit: Marie Christine Haase, Solenn‘ Lavanant-Linke,, Dorin Rahardja, Alexandra Samouilidou, Maren, Schwier, Linda Sommerhage, Nadja Stefanoff; Derrick, Ballard, Peter Felix Bauer, Stephan Bootz, Brett, Carter, Michael Dahmen, Alin Deleanu, Vincent Doddema,, Steven Ebel, Michael Kamp, Eric Laporte,, Johannes Mayer, Alexander Spemann, Philharmonisches Staatsorchester Mainz, Opernchor Mainz

—| Pressemeldung Staatstheater Mainz |—

Wiesbaden, Hessisches Staatstheater, Beilharz – Laufenberg – Rhein-Main Intendanten,IOCO Aktuell, 22.07.2014

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Hessisches Staatstheater Wiesbaden

Hessisches Staatstheater Wiesbaden © Martin Kaufhold

Hessisches Staatstheater Wiesbaden © Martin Kaufhold

Rhein-Main Musiktheater: Inmitten personeller Erneuerung
Intendant Beilharz: Die letzte Spielzeit am Staatstheater Wiesbaden
Uwe Eric Laufenberg: Neuer Intendant ab September 2014

Bedeutende personelle Wechsel werfen an allen großen Musiktheatern in Rhein-Main lange Schatten. Am Staatstheater Wiesbaden geht der langjährige Intendant Dr. Manfred Beilharz. Sein Nachfolger, Uwe Eric Laufenberg, ex-Intendant der Oper Köln, wurde in Köln mit spektakulären Inszenierungen, Auslastungen von weit über 80% und dem „Opernhaus des Jahres 2012“ auffällig. Laufenberg übernimmt das Hessische Staatstheater Wiesbaden ab Herbst 2014. Die erfolgreiche Wiesbadener Spielzeit 2013/14, die letzte von Intendant Beilharz:  Zeit für Würdigung, Zeit für  Ausblicke.

Rückblick 2013/14: 32 Theaterproduktionen, rund 50 Konzerten, 45 Wiederaufnahmen und vielen Sonderveranstaltungen. 954 Vorstellungen in den unterschiedlichen Spielstätten des Theaters (Großes und Kleines Haus, Kurhaus, Studio, Wartburg, Foyer, Malersaal, Probebühnen und Ballettsäle) und auf Gastspielen mit insgesamt 341.800 Zuschauern und einer Gesamtauslastung von 80% – das ist die beste Jahresbilanz in der 12-jährigen Intendanz von Manfred Beilharz. Mit 5.868.000 Euros beim Ticketverkauf wird die bisherige Höchstmarke der Eigeneinnahmen des Haushaltsjahres 2013  übertroffen.

4.012 Gäste besuchten die kostenlosen Angebote des Theaters wie Einführungen, Diskussionen, Führungen. 9.109 – meist jugendliche – Interessierte nahmen an Workshops, Schulprogrammen und Führungen des Jugendreferats oder an den Schultheatertagen und dem auf zwei Jahre angelegten Projekt move@2014 teil. „Die hohen Auslastungszahlen verdeutlichen das große Interesse des Publikums an unserem vielfältigen Programm, das von Raritäten bis zu Klassikern, von Gastspielen renommierter Häuser bei den Maifestspielen bis zu theatralen Entdeckungen der Neuen Stücken aus Europa reichte“, so der scheidende Intendant Manfred Beilharz:Beim Wiesbadener Publikum möchte ich mich für den enormen Zuspruch bedanken und bei der gesamten Belegschaft für die hervorragende Zusammenarbeit!“

Wiesbadener Spitzenreiter in der Zuschauergunst im Großen Haus war Wagners Der fliegende Holländer mit einer Auslastung von 92,4% (Musikalische Leitung GMD Zsolt Hamar, Regie M. Dijkema) und in der Sparte Tanz Zwischen Mitternacht und Morgen: Schwanensee (Choreografie Stephan Thoss) mit einer sensationellen Auslastung von 100%. Im Schauspiel erreichten Shakespeares Ein Sommernachtstraum (Regie M. Beilharz) mit 94,3% Auslastung dicht gefolgt von Millers Hexenjagd (Regie K. Lauterbach) mit 93,4% Auslastung die höchsten Besucherzahlen. In der Wartburg gehörten Die bessere Hälfte (Regie C. Stolz) mit 99,4% und Tschick (Regie D. Schirdewahn) mit 94,5% Auslastung zu den am besten besuchten Vorstellungen. Publikumsrenner im Kleinen Haus waren außerdem – ungebrochen seit mehreren Spielzeiten – Stairways to Heaven (97,4% Auslastung/ Regie T. Materna) und Emilia Galotti (88,4% Auslastung/ Regie R. Beilharz). Wie gewohnt hatte das Familienstück zu Weihnachtszeit Märchen aus 1001 Nacht eine extrem hohe Besucherzahl (Auslastung 93,6%).

Das Hessische Staatstheater Wiesbaden war in der vergangenen Spielzeit mehrfach auf Gastspielreisen. So gastierte Büchners Woyzeck in einer Inszenierung von Manfred Beilharz im Frühjahr 2014 beim 5. Internationalen Theaterfestival des Türkischen Staatstheaters in Antalya. Der Barbier von Sevilla in der preisgekrönten Inszenierung von Michiel Dijkema gab im Oktober 2013 am Antipolis Théâtre d’Antibes ein zweitätiges Gastspiel. Nach der Uraufführung im Studio des Staatstheaters Wiesbaden begab sich das internationale Theaterprojekt Peer Gynt aus dem Kosovo des Jungen Staatstheaters in Kooperation mit Qendra Multimedia (Kosovo) und dem Teater de Vill (Schweden) auf eine Balkan-Tournee an unterschiedliche Theater.

Darüber hinaus wurden in der Spielzeit 2013/14 spezifische Sonderprojekte und Kooperationen realisiert: Das Tanzprojekt Loops and Lines des Ballettensembles (Choreografie Stephan Thoss) spürte in Kooperation mit der Musikformation Ensemble Modern Frankfurt dem Andenken Rudolf von Labans nach. Unter der Schirmherrschaft von Pierre Boulez feierte das Projekt move@2014 des Jugendreferats am 5. Juli seine erfolgreiche Uraufführung. Über 250 TeilnehmerInnen des stadtweiten Projekts präsentierten unter großem Applaus die Ergebnisse ihrer 2-jährigen Arbeit als bühnenreife Performance gemeinsam mit dem Orchester des Hessischen Staatstheaters, unter der musikalischen Leitung von Wolfgang Ott, im Großen Haus.

Oper Köln / Intendant Laufenberg © IOCO

Oper Köln / Intendant Laufenberg © IOCO

Nach einer 12-jährigen Intendanz mit 11.004 Vorstellungen, 544 Ensemblemitgliedern, 479 Gastspielen in aller Welt, 384 Premieren, 334 NEUEN STÜCKEN AUS EUROPA, 286 Versprechern, 269 Maifestspielwerken, 191 Litern echten Tränen, 74 Millionen Einnahmen, 8 ausgefallenen Vorstellungen und 4 Millionen Besuchern verabschiedet sich Dr. Manfred Beilharz von seinem Publikum und wünscht dem Theater für die Zukunft alles Gute.

Ausblick 2014/15: Neue Führungsgeneration in Rhein-Main

2014 wird zu einem Jahr der Erneuerung aller Musiktheater in Rhein-Main: Die Großstädte Frankfurt, Mainz, Wiesbaden und Darmstadt formen als Region Rhein-Main eine der wirtschaftlich wie kulturell stärksten Regionen Deutschlands. Vier bedeutende, miteinander konkurrierende kommunale Musiktheater sind Leuchttürme der Kultur der Region: Die Oper Frankfurt mit 1.369 Sitzplätzen das größte Musiktheater der Region; das Hessische Staatstheater Wiesbaden (1.041 Plätze); das Staatstheater Darmstadt (956 Plätze) und das Staatstheater Mainz (839 Plätze). Rhein-Main-Besonderheit   2014: In allen vier Musiktheater war die Besetzung der Chefsessel zentrales Thema. Nach Wiesbaden kommt der charismatische Uwe Eric Laufenberg, in Mainz übernimmt  Markus Müller 2014 die Intendanz, in Darmstadt löst Karsten Wiegand Intendant John Dew nach pikanten Führungsquerelen ab. Die Stadt Frankfurt wiederum verlängerte gerade den noch bis 2018 laufenden Vertrag des Langzeit-Intendant der Oper Frankfurt, Bernd Loebe, 63,  vorzeitig, über 2018 hinaus bis 2023. Die frühe wie langfristige  Vertragsverlängerung ist ungewöhnlich. Frankfurts Kulturdezernent Felix Semmelroth nannte für diesen exquisiten Versorgungsvertrag nur übliche Gründe (gute bisherige Arbeit, hohe Auslastung, Sicherung von Kontinuität), welche für viele Intendanten Deutschlands zutreffen.

IOCO / Viktor Jarosch / 22.07.2014

—| IOCO Aktuell Hessisches Staatstheater Wiesbaden |—

Oldenburg, Oldenburgisches Staatstheater, Sinfonie der Tausend, 16./17./18.23./25.06.2013

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Oldenburgisches Staatstheater

Staatstheater Oldenburg © Andreas J. Etter

Staatstheater Oldenburg © Andreas J. Etter

Sinfonie der Tausend von Gustav Mahler

Die Kraft des Netzwerks: Mahlers 8. Sinfonie in der Metropolregion Nordwest

 

Oldenburgisches Staatstheater / Mahlers 8 ©Peter Engel

Oldenburgisches Staatstheater / Mahlers 8 ©Peter Engel

Wer große Unternehmungen schaffen will, tut gut daran sich zusammenzuschließen und Kräfte zu bündeln. Und die sogenannte Sinfonie der Tausend ist ein Werk der Superlative: Gustav Mahler komponierte sie für ein gewaltiges Orchester, zwei Chöre, einen Kinderchor und acht Solisten. Es bedeutet also eine riesige Herausforderung, Mahlers 8. Sinfonie zur Aufführung zu bringen. Dass dieses Werk im Juni dennoch gleich mehrfach im Nordwesten zu erleben sein wird, kann nur gelingen, indem viele ihren Betrag dazu leisten. Rund 550 Mitwirkende aus der gesamten Region werden an den Konzerten in Oldenburg, Cloppenburg, Wilhelmshaven und Bremerhaven beteiligt sein, die Metropolregion Nordwest fördert das Projekt.
 
Oldenburgisches Staatstheater / Dr. Anna Meincke (Geschäftsführerin der Metropolregion Nordwest), Stephan Tetzlaff (Generalmusikdirektor Stadttheater Bremerhaven), Thomas Bönisch (Chordirektor Oldenburgisches Staatstheater), Markus Müller (Generalintendant Oldenburgisches Staatstheater) und Rebecca Graitl (Musikdramaturgin Oldenburgisches Staatstheater) ©Andreas Etter

Oldenburgisches Staatstheater / Dr. Anna Meincke (Geschäftsführerin der Metropolregion Nordwest), Stephan Tetzlaff (Generalmusikdirektor Stadttheater Bremerhaven), Thomas Bönisch (Chordirektor Oldenburgisches Staatstheater), Markus Müller (Generalintendant Oldenburgisches Staatstheater) und Rebecca Graitl (Musikdramaturgin Oldenburgisches Staatstheater) ©Andreas Etter

An vier Orten wird Mahlers 8. Sinfonie insgesamt fünf Mal zur Aufführung kommen – in der Weser-Ems-Halle Oldenburg, der Stadthalle Bremerhaven, der Münsterlandhalle Cloppenburg und der Stadthalle Wilhelmshaven. Unter der musikalischen Gesamtleitung von Roger Epple spielen das Oldenburgische Staatsorchester und Mitglieder des Orchesters des Stadttheaters Bremerhaven, zahlreiche Chöre aus der Region wirken unter der Leitung von Thomas Bönisch mit.

 
»Ich freue mich sehr, dass wir Dank der Unterstützung vieler starker Partner ein solch ehrgeiziges Projekt realisieren können«, erklärte Markus Müller, »besonders danke ich Roger Epple und Thomas Bönisch, dass sie sich der gewaltigen künstlerischen Herausforderung stellen. Weil die Metropolregion Nordwest sich durch unsere Idee begeistern ließ und die mehrfache Aufführung von Mahlers 8. Sinfonie fördert, können nun tausende Besucher und Mitwirkende in der Region ganz konkret von einem kräftigen Netzwerk profitieren und die Sinfonie der Tausend erleben.«
 
Die Aufführung von Mahlers 8. Sinfonie ist auch eine Referenz an die vielfältige und qualitativ hochwertige Chorkultur in der Metropolregion. In enger Zusammenarbeit mit den jeweiligen Chorleitern kann der Chordirektor des Oldenburgischen Staatstheaters, Thomas Bönisch, auf bestehende Strukturen und ein gutes Netzwerk von professionellen und Laienchören zurückgreifen.
Oldenburgisches Staatstheater / v.l.n.r.: Dr. Anna Meincke (Geschäftsführerin der Metropolregion Nordwest), Stephan Tetzlaff (Generalmusikdirektor Stadttheater Bremerhaven), Thomas Bönisch (Chordirektor Oldenburgisches Staatstheater), Markus Müller (Generalintendant Oldenburgisches Staatstheater) und Rebecca Graitl (Musikdramaturgin Oldenburgisches Staatstheater) ©Andreas Etter

Oldenburgisches Staatstheater / v.l.n.r.: Dr. Anna Meincke (Geschäftsführerin der Metropolregion Nordwest), Stephan Tetzlaff (Generalmusikdirektor Stadttheater Bremerhaven), Thomas Bönisch (Chordirektor Oldenburgisches Staatstheater), Markus Müller (Generalintendant Oldenburgisches Staatstheater) und Rebecca Graitl (Musikdramaturgin Oldenburgisches Staatstheater) ©Andreas Etter

 
Gustav Mahler * Sinfonie Nr. 8 Es-Dur
 Abseits des monumentalen äußeren Rahmens ist das Stück für Publikum wie Beteiligte zugleich ein einzigartiges künstlerisches Erlebnis. Mit diesem ›Opus summum‹ seines kompositorischen Schaffens überschritt Mahler die Grenzen der sinfonischen Tradition ebenso wie die des Oratoriums und des Musiktheaters und erschuf aus Elementen aller drei Gattungen ein Werk gänzlich neuen formalen Zuschnitts. Wie in einer Sinfonie sind die beiden Teile des Stückes durch enge motivisch-thematische Bezüge aufeinander bezogen. Zugleich sind die beiden Teile durchweg vom Orchester begleitete Vokalmusik: Der erste Satz ist eine Vertonung des frühmittelalterlichen Pfingsthymnus Veni creatur spiritus, die Textgrundlage des zweiten Teils ist die Schlussszene von Goethes Faust II.
Über tausend Jahre hinweg spannt Mahler somit einen Bogen von der christlichen Vision der Ankunft des heiligen Geistes bis hin zu Goethes altersweisem, allumfassenden Welttheater – und schafft mit seiner Vertonung eine Komposition, die über die Zusammenfassung des individuellen Lebenswerks hinaus zur Symbiose des abendländischen Erlösungsmysteriums in Musik wird.
 
Musikalische Leitung: Roger Epple
Dirigent Bremerhaven: Stephan Tetzlaff
Chöre: Thomas Bönisch
 
1. Sopran / Magna Peccatrix   Erika Sunnegardh
2. Sopran / Una Poenitentia   Inga-Britt Andersson
Mater gloriosa             Mareke Freudenberg   
1. Alt / Mulier Samaritana    Linda Sommerhage
2. Alt / Maria Aegyptaca      Jordanka Milkova
Tenor / Doctor Marianus      Roman Sadnik
Bariton / Pater Ecstaticus     Peter Felix Bauer     
Bass / Pater profundus       Derrick Ballard
 
Opernchor, Extrachor, Kinder- und Jugendchor des Oldenburgischen Staatstheaters
 
Oldenburger Jugendchor e.V., Mitglieder des Lambertichores Oldenburg, der Ansgari-Kantorei Oldenburg, des Bremer Rathschors, Opernchor des Stadttheater Bremerhaven, Chorgemeinschaft St. Willehad Oldenburg, Motettenchor Friesoythe, Knabenchor Unser Lieben Frauen Bremen, Kinderchor der Liebfrauenschule Oldenburg, Schola St. Willehad Oldenburg
 
So 16. Juni, 11.15 Uhr Weser-Ems-Halle Oldenburg
Mo 17. Juni, 19.30 Uhr Weser-Ems-Halle Oldenburg
Di 18. Juni, 20.00 Uhr Münsterlandhalle Cloppenburg
So 23. Juni, 20.00 Uhr Stadthalle Wilhelmshaven
Di 25. Juni, 20.00 Uhr Stadthalle Bremerhaven
 
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