Hamburg, Elbphilharmonie, Wiedereröffnung – mit „Song of America“, IOCO Kritik, 04.06.2021

Juni 3, 2021 by  
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Elbphilharmonie Hamburg / Lasershow zur Eröffnung © Ralph Lehmann

Elbphilharmonie Hamburg / Lasershow zur Eröffnung © Ralph Lehmann

Elbphilharmonie Hamburg

Elbphilharmonie – Konzert zur Wiedereröffnung

Song of America  –  A celebration of Black Music

Lebendig und beseelt  –  Wiedereröffnung  vor Live-Publikum

von Patrik Klein, IOCO, Andreas Schmidt, klassik-begeistert.de

Manchmal liegt es nahe, wenn zwei Medien, die mit leicht unterschiedlicher Philosophie aber sehr ähnlichen Vorlieben unterwegs sind, auch einmal ein Stück des Weges gemeinsam gehen. So wurde an diesem Freudentag der Wiedereröffnung der Elbphilharmonie Hamburg und dem vorherigen Besuch der Pressekonferenz der Staatsoper Hamburg, bei der das neue attraktive Programm der kommenden Saison vorgestellt wurde, ein gemeinsamer Abend im Block K des Hauses nebeneinander sitzend und miteinander plaudernd und gebannt zuhörend verbracht.

Der Intendant der Elbphilharmonie, Christoph Lieben-Seutter, begrüßte dann auch die rund 700 Gäste voller Emotionen und brachte zum Ausdruck, dass er sich besonders darüber freue, dass denn nun dieses ungewöhnliche Programm an diesem Abend pandemiebedingt zum Wiedereröffnungsabend nach sieben Monaten wurde. „Herzlich Willkommen in der Elbphilharmonie – das habe ich schon lange nicht mehr gesagt“, sagte der gebürtige Wiener.

Song of America: A Celebration of Black Music – Einführung Thomas Hampson

youtube Trailer der Elbphilharmonie
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Seit vielen Jahren beschäftigt sich der durch Lied- und Operngesang weltweit bekannte Bariton Thomas Hampson mit dem Projekt Song of America, das sich dem vielfältigen amerikanischen Liedgut widmet.

Die Elbphilharmonie Hamburg plante im Angesicht der Pandemie ein dreiteiliges Live Stream Festival mit in Europa wenig bekannten afroamerikanischen Künstlern vom 19. bis zum 21. Jahrhundert. So lag es denn nunmehr für die Veranstalter nahe, bei sinkenden Inzidenzen und ersten Öffnungsschritten in der Kultur, gerade mit diesem vernachlässigten Genre den Großen Saal des Hauses wieder zu eröffnen.

Kern des Projektes von Thomas Hampson mit der Sopranistin und Hochschulprofessorin Louise Toppin aus Michigan ist es, eine kritische Auseinandersetzung mit der amerikanischen Vergangenheit aus künstlerischer Sicht und ohne Fingerzeig musikalisch zu festigen. Man setzt sich ein für eine gemeinsame amerikanische Kultur, die es schafft, dass sich am Ende alle zusammenfinden können. Afroamerikanische Musik soll als amerikanische Musik endlich anerkannt werden.

Das Programm des dreiteiligen Festivals fokussiert Werke bedeutender afroamerikanischer KomponistInnen, die von Mut, Hoffnung, Abschied und Neubeginn erzählen.

Neben Thomas Hampson und Louise Toppin (Sopran) wurden die amerikanische Sopranistin Leah Hawkins und der Startenor Lawrence Brownlee, der in der Vergangenheit auch an der Staatsoper Hamburg sein Können unter Beweis stellte, engagiert. Unter der Leitung von Roderick Cox stand zudem ein Spitzenorchester aus der deutschen Musikszene auf dem Podium der Elbphilharmonie Hamburg, die „Deutsche Kammerphilharmonie Bremen„.

Das Spiritual von William Levi Dawson „Hope in the Night“ war das Motto des Wiedereröffnungsabends mit Musik der KomponistInnen Valerie Coleman, William Grant Still, George Walker, Hale Smith, Margaret Bonds und William Levi Dawson, die das Thema Hoffnung, Stärke und Widerstandskraft musikalisch verarbeiteten.

Elbphilharmonie / Wiederöffnung mit SONG OF AMERICA hier Dirigent, Orchester, Solist*innen © Daniel Dittus

Elbphilharmonie / Wiederöffnung mit SONG OF AMERICA hier Dirigent, Orchester, Solist*innen © Daniel Dittus

Musikalisch geriet der Abend zu einem Erlebnis. Besonders eindrucksvoll spielte das Orchester der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen unter dem jungen, aufstrebenden Star am Pult, dem Amerikaner Roderick Cox. Die vier SolistInnen, an sich starke Stimmen in der Lied- und Opernszene, hatten es trotz guter bis sehr guter individueller Intonation nicht leicht, sich gegen das stark auftrumpfende Orchester durchzusetzen. Zudem wurden sie an der vorderen Rampe positioniert mit Blick auf die niedrig eingestellten Notenlaptops, so dass ihre feinfühligen Vorträge mit nach unten gerichteten Köpfen singend gelegentlich kaum zu hören waren. Bei den leisen Orchesterpassagen konnte man hingegen die Vorzüge ihrer vortrefflichen Gestaltungskunst genießen.

Aber das Publikum war nach beiden Konzertteilen außer Rand und Band und bedankte sich bei allen Aufführungen frenetisch. Für eine Zugabe nach dem ersten Gesangsteil reichte es dennoch nicht – die Noten dafür lagen bereits auf den Pulten der Bremer Musiker. Sie waren in allen Orchesterteilen der Star des Abends – vor allem die Posaunisten und die Trompeter. So ein wahres Spitzenorchester würde auch der Freien und Hansestadt Hamburg guttun.

Der Dirigent Roderick Cox fiel durch unprätentiöse, sehr weiche und gefühlvolle Bewegungen auf. Ihm gehört die Zukunft. Bravo!  „Umoja – Anthem for Unity“ (2019) von Valerie Coleman war ein wunderzarter Anfang aus der nahen fernen Neuen Welt. Die Bremer Streicher waren schon hier in Höchstform – wie auch beim zweiten Teil, der „Negro Folk Symphony“ (1934 / 1952) von William Levi Dawson.

Der Tenor Lawrence Brownlee hatte es immer wieder schwer, sich gegen das Orchester durchzusetzen. Er hat ein tolles Timbre mit großem Wiedererkennungswert, könnte aber noch ein wenig an einer selbstverständlichen Strahlkraft arbeiten.

Der Bariton Thomas Hampson, der exzellent Deutsch spricht, hat eine wunderbar viril-männliche Stimme, die in Ihrer Amerikanität vor allem im tiefsten Register voll und berührend zum Ausdruck kommt. Es präsentierte sich ein ausgeruhter Sänger mit unverwechselbarem Timbre, allerdings ist seit Jahren zu hören, dass Hampson mit den höchsten Tönen seines Fachs immer wieder ein klein wenig auf Kriegsfuß steht.

 Elbphilharmonie / Wiederöffnung mit SONG OF AMERICA hier Dirigent Roderick Cox und die Kammerphilharmonie Bremen © Daniel Dittus

Elbphilharmonie / Wiederöffnung mit SONG OF AMERICA hier Dirigent Roderick Cox und die Kammerphilharmonie Bremen © Daniel Dittus

Die Sopranistin Louise Toppen hatte ihren stärksten Part, als sie mit ihrer Stimmenkollegin Leah Hawkins das geniale Duett „There is a Balm in Gilead“ (ca. 1990) von Hale Smith sang. Insgesamt sang sie an diesem Abend eine Spur zu defensiv. Mit ihrem Engagement setzt sich die US-Amerikanerin für Gleichberechtigung und Diversität ein. So sang sie etwa im US-Kapitol vor Barack Obama und dem Kongress anlässlich der 150-Jahr-Feier des 13. Zusatzartikels in der amerikanischen Verfassung, der das Ende der Sklaverei einläutete.

 Elbphilharmonie / hier die Autoren Patrik Klein ,r, und Andreas Schmidt ,l, © Patrik Klein

Elbphilharmonie / hier die Autoren Patrik Klein ,r, und Andreas Schmidt ,l, © Patrik Klein

Leah Hawkins hat eine beeindruckend volle, weibliche Stimme. Ihr tiefstes Register ist für eine Sopranistin atemberaubend und sucht seinesgleichen. Auch höchste Töne gibt sie sicher, schön und mit voller Inbrunst. Die aktuelle Saison eröffnete sie an der Bayerischen Staatsoper in der Partie der Desdemona in Marina Abramovics  7 Deaths of Maria Callas – eine Rolle, die sie im September auch an die Opéra national de Paris führt.

—| IOCO Kritik Elbphilharmonie Hamburg |—


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Lüttich, Royal Opera de Wallonie, I Puritani – Vincenzo Bellini, IOCO Kritik, 21.06.2019

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Opéra Royal de Wallonie-Liège © Opéra Royal de Wallonie-Liège

Opéra Royal de Wallonie-Liège © Opéra Royal de Wallonie-Liège

Opéra Royal de Wallonie-Liège

I Puritani  –  Vincenzo Bellini

– Morgen graut noch über dem Grab von Vincenzo Bellini, als ……. –

von Ingo Hamacher

– Brava, bravo, bravissimo! – Das Lütticher Publikum ließ seiner Begeisterung nach jeder Musiknummer von Vincenzo Bellinis Belcanto – Oper I Puritani freien Lauf. Ovationen, Jubel und leidenschaftlicher Applaus waren kaum noch zu bremsen.  So schön war alles, was Auge und Ohr geboten wurde, dass sich niemand daran gestört hat, dass der Kopf im Grunde nicht verstand, was da gezeigt wurde.  Egal! Es war wunderbar.

I Puritani –  Vincenzo Bellini
youtube Trailer Opéra Royal de Wallonie Liègen
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Vincenzo Bellini Grabmal in Paris © IOCO

Vincenzo Bellini Grabmal in Paris © IOCO

Während Vincenzo Bellinis Musik den Höhepunkt seines künstlerischen Schaffens bildet, weist das Libretto des an Theatererfahrung mangelnden Carlo Pepoli einige Ungereimtheiten und dramatische Schwächen auf.  Regisseur Vincent Boussard versucht daher eine biographischen Neudeutung, mit der er aber auch nicht für Klarheit sorgt: Er lässt Bellini zweimal leibhaftig auftreten. Noch vor der Ouvertüre wird er von einem Todesengel (die Tänzerin Sofia Pintzou) zu Klängen von Klaviermusik Franz Liszts erwürgt und begraben. Am Ende, wenn Bellini noch einmal auf der Bühne erscheint, wird er erschossen. Zwei verschiedene Todesarten?

Bellinis früher Tod im Alter von 33 Jahren hat zu zahlreichen Spekulationen und Gerüchten geführt. Paris 1835: In einem bis auf die Grundmauern ausgebrannten Theater wird eine Trauerfeier für den kürzlich verstorbenen Komponisten abgehalten.  Das bombastische Bühnenbild von Johannes Leiacker zeigt in bühnenfüllenden Ausmaßen die Ruinen eines Theaters mit zahlreichen Logen. Das Wüten des Feuers ist noch in verbrannten Überresten zu erkennen. Totes, schwarzes Laub weht über den Bühnenboden; ein schwarzer Flügel als Zeugnis der vergangenen Pracht steht in der Bühnenmitte.  Die Oper wird als Theater im Theater gespielt, zwei Akte lang hinter einem durchsichtigen Schleiervorhang.  Er deutet ein riesiges Guckloch an, dient als Fläche für Projektionen.

Bellinis Liebesleben war mit drei Frauen verbunden: die Tre Giuditte: der vornehmen Mailänderin Giuditta Cantù, die mit dem Seidenfabrikanten und Komponisten Fernando Turina verheiratet war; der Sängerin Giuditta Pasta, der ersten Amina, Norma, Beatrice; und Giuditta Grisi, für die er die Partien des Romeo und der Adalgisa schrieb. Da das Stück nur zwei Frauenrollen vorsieht, fügt Boussard eine zusätzliche, stumme Rolle ein, ein schwarzer Schatten Elviras, der als einer Art Engel des Todes die Handlung begleitet. Nach beeindruckenden Videoprojektionen von Isabel Robson treten zur Ouvertüre nach und nach der Chor und weitere Protagonisten des Stücks in die Theaterruine.  Die Kostüme von Christian Lacroix sind dabei vor allem bei den Frauen sehr aufwendig und opulent gestaltet.

Der Morgen graut über dem noch offenen Grab von Vincenzo Bellini.  Eine kleine Menschenmenge hat sich versammelt.  Die Trauer weicht einer Ballszene.  Es laufen die Vorbereitungen für die Hochzeit von Elvira,der Tochter des Puritanerführers Walton. Der Bariton liebt den Sopran, der aber lieber den Tenor hätte. Dieser jedoch entscheidet sich im Konflikt zwischen persönlichem Glück und Königstreue für die Ehre, was er am Ende mit dem Leben bezahlt.

Opera Royal de Wallonie / I Purtitani - hier :  Alexise YERNA als Enrichetta © Opéra Royal de Wallonie-Liège

Opera Royal de Wallonie / I Purtitani – hier : Alexise YERNA als Enrichetta © Opéra Royal de Wallonie-Liège

Verliebte aus verfeindeten Lagern – das sind Elvira und Arturo, mitten im englischen Bürgerkrieg zwischen protestantischen Puritanern und königstreuen Katholiken um 1650.England zur Zeit der Machtkämpfe zwischen den Puritanern und den Anhängern des Königs Karls I., die die Puritaner für sich entscheiden konnten. König Karl I. wurde bereits hingerichtet.  Das Stück erzählt das Schicksal des königstreuen Lord Arturo, der am Tage seiner Liebesheirat mit Elvira – keine Selbstverständlichkeit, sie war bereits einem anderen versprochen – von einer geheimnisvollen Gefangenen in der Festung erfährt, in der er die Königswitwe erkennt, die zur Hinrichtung geführt werden soll.  Es gelingt Lord Arturo mit der durch den Hochzeitsschleier seiner Braut getarnten ehemaligen Königin zu fliehen.  Elvira fällt in der Annahme, ihr geliebter Arturo sei mit einer anderen Frau durchgebrannt, in den Wahnsinn.

Der flüchtige Lord Arturo kehrt zurück, um Elvira um Verzeihung zu bitten und ihr die wahren Gründe zu erklären.  Elvira scheint wieder zu Verstand zu kommen, jedoch als sich Arturos Verfolger nähern, verwirren sich ihre Sinne erneut. Durch den Schock der Todesgefahr, in die Arturo gerät, wird Elvira geistig wieder klar.  Sie wird sich des Verrats an ihr bewusst und handelt: Lieber tötet sie Arturo, als ihn nochmals zu verlieren.

Die Inszenierung findet zu einem interessanten Ende: Zum Schluss stehen wieder alle Darsteller auf der Bühne, gehen zum Bühnenrand und verbeugen sich. Während der Applaus verhallt erfahren sie vom Ende des Kriegs und Boussard gewährt den Darstellern – wenn auch verspätet – das von Bellini und Pepoli vorgesehene glückliche Ende. Schließlich fällt ein Schuss, und die Frau, die anfangs den Komponisten zu Fall gebracht hat, bricht tot hinter einem Vorhang zusammen. Bellini sagte einmal, dass ein gutes Libretto eines sei, das keinen rechten Sinn habe. Das enthusiasmierte Publikum flieht am Ende aus einem überhitzen Opernhaus.

Musikalisch lässt die Aufführung keine Wünsche offen.  Die hervorragende Sängerriege beschert mit wunderbaren Melodien den Zuschauern einen Glücksmoment nach dem nächsten und belegt, dass die Oper musikalisch wirklich ein Meisterwerk ist.  Zwei großartige Solisten geben in den Hauptrollen ihr Hausdebut:

Opera Royal de Wallonie / I Purtitani  - hier :  das Ensemble © Opéra Royal de Wallonie-Liège

Opera Royal de Wallonie / I Purtitani – hier : das Ensemble © Opéra Royal de Wallonie-Liège

Lawrence Brownlee überragend als Lord Arturo Talbot; * 1972, Ohio, ist ein US-amerikanischer Tenor. Sein Debüt an der MET hatte er 2007. Dort wurde er auch in Rossinis Arminda und in der berühmten und herausfordernden Rolle des Tonio in La fille du régiment und als Arturo in Bellinis I Puritani gefeiert. Brownlee ist insbesondere für sein Belcanto-Repertoire bekannt.

ELVIRA: Zuzana Markova (* 1988), eine tschechische Koloratursopranistin, die international in Hauptrollen mit Schwerpunkt auf italienischen Belcanto-Rollen wie Donizettis Lucia di Lammermoor und Bellinis Elvira auftritt.  2014 sprang sie im letzten Moment in der Inszenierung von Frédéric Bélier-Garcia an der Opéra de Marseille als Lucia ein, als Eglise Guttierez krank wurde. Markovás Auftritt wurde als buchstäblich blendend beschrieben und auch in Lüttich bot sie Weltklasse.

Mario Cassi punktet als Riccardo mit markantem Bariton, der auch in den Höhen enorme Durchschlagskraft besitzt. Resolut sind die beiden Bässe (Lord Walton: Alexei Gorbatchev; Sir Giorgio: Luca Dall’Amico), alte Herren, die glauben, die Fäden in der Hand zu halten.

ENRICHETTA: Alexise Yerna, belgische Mezzosopranistin.

SIR BRUNO ROBERTON: Zeno Popescu, rumänischer Tenor. Großes leistet der von Pierre Iodice einstudierte Chor der Opéra Royal de Wallonie-Liège, der einiges auf und hinter der Bühne zu singen hat.

Diese letzte Oper der Saison 2018/19 wurde von der Lütticher Chefdirigentin Speranza Scappucci erstmalig dirigiert. Sie lieferte mit dem Orchester der Opéra Royal de Wallonie-Liègeein versiertes und emotionales Dirigat ab, das tief berührte.

REGIE: Vincent Boussard (erstmalig an der Royal Opera), * 1969, ist französischer Opern- und Theaterregisseur. Als Spezialist für frühe Opern wurde er bekannt für seine Versionen romantischer Opern, teilweise in internationaler Zusammenarbeit. Seine Produktionen sind weltweit verbreitet. Er hat mit einer großen Zahl namhafter Dirigenten gearbeitet, wie er auch regelmäßig zu Festivals wie den Salzburger Osterfestspielen, den Festspielen von Aix-en-Provence, den Innsbrucker Festspielen für Alte Musik, dem Festival dei due mondi in Spoleto und dem Festival Amazonas de Ópera eingeladen wird.

 Opera Royal de Wallonie / I Purtitani - hier :  das Zuzana MARKOVÁ - Lawrence BROWNLEE als Lord Arturo Talbot © Opéra Royal de Wallonie-Liège

Opera Royal de Wallonie / I Purtitani – hier : das Zuzana MARKOVÁ – Lawrence BROWNLEE als Lord Arturo Talbot © Opéra Royal de Wallonie-Liège

BÜHNE: Johannes Leiacker, * 1950 in Landshut,  ist deutscher Bühnen- und Kostümbildner. Er ist weltweit als Ausstatter im Opern- und Schauspielbereich tätig. Bis 2010 hatte Leiacker eine Professur an der Hochschule für Bildende Künste Dresden inne.

KOSTÜME: Christian Lacroix, 1951, Frankreich, ist französischer Modeschöpfer. Zwischen 1987 und 2009 war Lacroix Chef-Designer seiner eigenen Modemarke. Seit den späten 1980er Jahren ist er auch immer wieder als Kostümdesigner für Theater, Oper oder Ballet tätig. Eine langjährige Zusammenarbeit im Bereich der Oper verbindet den Designer mit dem Regisseur Vincent Boussard.

LICHT: Joachim Klein (Hausdebut), * 1963 in Frankfurt am Main, ist Lichtdesigner, der überwiegend für Opernproduktionen arbeitet. Seit 1994 ist er als Beleuchtungsmeister und Lichtdesigner an der Oper Frankfurt engagiert, gastiert aber auch regelmäßig an bedeutenden Opernhäusern in Europa und Nordamerika.

VIDEO: Isabel Robson (zum ersten mal in Lüttich); sie  studierte Bühnenbild in London und Video Postproduktion in Paris. Seit 2001 ist sie als Szenografin tätig; Videogestaltung für die Bühne ist seit über zehn Jahren ein Schwerpunkt ihrer Arbeit.

I puritani / Die Puritaner,  Musik: Vincenzo Bellini, Libretto: Carlo Pepoli, Literarische Vorlage: Têtes rondes et cavaliers von Jacques-François Ancelot und Xavier-Boniface Saintine, Uraufführung: 24. Januar 1835, Ort der Uraufführung: Théâtre-Italien, Paris;  I Puritani  spielt zur Zeit Oliver Cromwells in der Nähe von Plymouth, England.

I Puritani – Vincenzo Bellini; die weiteren Vorstellungen dieser Spielzeit am Royal Opera de Wallonie:  16.6.; 20.6.; 22.6.; 25.6.; 28.6.2019

—| IOCO Kritik Opéra Royal de Wallonie-Liège |—


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Frankfurt, Oper Frankfurt, Highlights im Spielplan August-September 2017

August 2, 2017 by  
Filed under Oper Frankfurt, Pressemeldung, Spielpläne

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Oper Frankfurt

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

HIGHLIGHTS IM SPIELPLAN DER OPER FRANKFURT IM AUGUST UND SEPTEMBER 2017

 


Oper Frankfurt / Il Trovatore © Royal Opera House Covent Garden London / Clive Barda

Oper Frankfurt / Il Trovatore © Royal Opera House Covent Garden London / Clive Barda

Sonntag, 10. September 2017, um 18.00 Uhr im Opernhaus
Premiere
IL TROVATORE

Oper in vier Teilen von Giuseppe Verdi
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Musikalische Leitung: Jader Bignamini; Regie: David Bösch

Mitwirkende: Brian Mulligan / Tassis Christoyannis (Conte di Luna),
Elza van den Heever / Leah Crocetto (Leonora), Tanja Ariane Baumgartner / Ewa P?onka (Azucena), Piero Pretti / Alfred Kim (Manrico), Kihwan Sim / Daniel Miroslaw (Ferrando), Alison King / Elizabeth Sutphen (Ines), Thesele Kemane / Yongchul Lim (Ein Zigeuner), Theo Lebow (Ruiz)

Weitere Vorstellungen: 14., 17., 23., 30. September, 3. (15.30 Uhr), 7. Oktober, 15., 23., 25. (18.00 Uhr), 31. Dezember 2017, 6., 10., 13. Januar 2018
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.30 Uhr
Koproduktion mit dem Royal Opera House Covent Garden London
Mit freundlicher Unterstützung des Frankfurter Patronatsvereins – Sektion Oper
Preise: € 15 bis 165 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

Mit Il trovatore, dem zwischen Rigoletto (1851) und La traviata (1853) entstandenen Mittelteil seiner vielbeschworenen Operntrias, deren Helden allesamt als Außenseiter der Gesellschaft gezeichnet sind, festigte Giuseppe Verdi (1813-1901) nach den von eher durchschnittlichem Erfolg geprägten, sogenannten „Galeerenjahren“ seinen Ruf als wichtigster Opernkomponist Italiens. Die Uraufführung am 19. Januar 1853 im römischen Apollo-Theater wurde vom Publikum frenetisch bejubelt und sicherte dem mit großartigem Melodienreichtum versehenen Werk bis heute einen festen Platz auf den Bühnen der Welt. Die letzte Produktion an der Oper Frankfurt stammt aus dem Jahre 2000 (Musikalische Leitung: Paolo Carignani; Regie: Antonio Calenda). Die aktuelle Neuinszenierung in Koproduktion mit dem Londoner Covent Garden kam dort bereits am 2. Juli 2016 heraus.

Oper Frankfurt / Il Trovatore © Royal Opera House Covent Garden London / Clive Barda

Oper Frankfurt / Il Trovatore © Royal Opera House Covent Garden London / Clive Barda

Aus Rache für die vom alten Grafen Luna angeordnete Hinrichtung ihrer Mutter auf dem Scheiterhaufen stieß die Zigeunerin Azucena versehentlich ihr eigenes Kind statt den Grafensohn ins Feuer, zog jedoch den fremden Jungen unter dem Namen Manrico groß. Jahre später verliebt sich Manrico in Leonora, auf die auch der zweite Sohn des Grafen Luna ein Auge geworfen hat. Nur Azucena weiß, dass es sich bei den beiden Kontrahenten um Brüder handelt, und so geraten alle Beteiligten in einen tödlichen Strudel, an dessen Ende sich der Racheschwur der Zigeunerin auf das Fürchterlichste erfüllt.

Die musikalische Leitung liegt bei dem italienischen Dirigenten Jader Bignamini, der an der Oper Frankfurt 2015/16 mit einer konzertanten Aufführung von Verdis Oberto debütierte. Regisseur David Bösch gastiert regelmäßig in Frankfurt, zuletzt 2015/16 mit Wagners Der fliegende Holländer. Enrico Caruso wird das Bonmot zugesprochen, dass es ganz einfach sei, Verdis Trovatore zu besetzen: man benötige nur die vier besten Sänger der Welt. Ob dies in Frankfurt gelingen wird, sei dem Publikum überlassen. Der amerikanische Bariton Brian Mulligan (Luna) war hier zuletzt 2016/17 als Golaud in Debussys Pelléas et Mélisande zu Gast. Elza van den Heever (Leonora) stammt aus Südafrika. Seit ihrem Ausscheiden aus dem Ensemble 2014 gastiert sie regelmäßig im Haus am Willy-Brandt-Platz, zu dessen Publikumslieblingen sie gehört. Dazu zählt auch Tanja Ariane Baumgartner (Azucena), Ensemblemitglied seit 2009/10 und hier zuletzt als Cassandre in Berlioz? Les Troyens erfolgreich. Sein Hausdebüt gibt der italienische Tenor Piero Pretti in der Partie des Manrico, die ihn zuvor u.a. nach Amsterdam und Macerata führte. Im Laufe der Aufführungsserie greifen verschiedene Umbesetzungen.


Oper Frankfurt / Rinaldo - Elizabeth Reiter - Sopran / Armida © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Rinaldo – Elizabeth Reiter – Sopran / Armida © Barbara Aumüller

Samstag, 16. September 2017, um 19.00 Uhr im Bockenheimer Depot
Premiere / Frankfurter Erstaufführung
RINALDO

Dramma per musica in drei Akten von Georg Friedrich Händel
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Musikalische Leitung: Simone Di Felice; Regie: Ted Huffman
Mitwirkende: Jakub Józef Orli?ski (Rinaldo), Elizabeth Reiter (Armida), Karen Vuong (Almirena), Brandon Cedel (Argante), Julia Dawson (Goffredo), Daniel Miroslaw (Eustazio)

Weitere Vorstellungen: 18., 20., 22., 24., 27., 29. September, 1., 3. Oktober 2017
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.00 Uhr
Mit freundlicher Unterstützung des Frankfurter Patronatsvereins – Sektion Oper
Preise: € 25 bis 80 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

Oper Frankfurt / Rinaldo ( Händel - Jakub Józef Orli?ski - Countertenor / Titelpartie © Piotr Porebsky

Oper Frankfurt / Rinaldo ( Händel – Jakub Józef Orli?ski – Countertenor / Titelpartie © Piotr Porebsky

Rinaldo ist die erste Oper, die Georg Friedrich Händel (1685-1759) für ein Londoner Theater schrieb und zugleich das erste italienische Werk für das Musiktheater, welches in britischem Auftrag entstand. Die Uraufführung der ersten Fassung fand am 24. Februar 1711 im Queen?s Theatre am Haymarket statt und war ein überragender Erfolg. Hatte Händel doch genau den Geschmack der Londoner getroffen, die sich für aufwendige Theatermaschinerien und -dekorationen begeistern konnten. Da kam ihnen diese Zauberoper des sächsischen Meisters gerade recht. Den Erfolg machte aber erst Händels abwechslungsreiche und schillernde Musik mit ihren zahlreichen brillanten Arien und wenigen Duetten komplett. Er bediente sich ungeniert bei seinen früheren Werken und stellte z.B. kriegerische Arien wie Rinaldos „Or la tromba“ – in der sich die Singstimme mit vier Trompeten misst – neben gefühlvolle Lamenti wie Almirenas „Lascia ch?io pianga“, die vielleicht bekannteste Melodie dieser Oper.

Die Handlung spielt im Heiligen Land während des ersten Kreuzzuges (1099): Der christliche Ritter Rinaldo darf seine Verlobte Almirena erst heiraten, wenn er die Sarazenen aus Jerusalem vertrieben hat. Deren König Argante liebt die Zauberin Armida, Königin von Damaskus. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, Rinaldos Mission zum Scheitern zu bringen und verfolgt damit auch ihre eigenen politischen Ambitionen. Nun beginnt ein kompliziertes Spiel, in dessen Verlauf Almirena und Rinaldo von Armida entführt werden. Nachdem Argante ein Auge auf die standhaft bleibende Almirena geworfen und Rinaldo die sich ihm in der Gestalt seiner Geliebten nähernde Armida durchschaut hat, gewinnen schließlich die Christen durch Rinaldos Kriegslist die Schlacht. Am Ende preisen alle den hohen Wert der Tugend.

Die musikalische Leitung liegt bei Simone Di Felice, der als bisheriger Solorepetitor ab der Saison 2017/18 den Posten eines Kapellmeisters der Oper Frankfurt bekleidet. Zu seinen Frankfurter Dirigaten gehören u.a. Monteverdis L?incoronazione die Poppea, Händels Radamisto und Glucks Ezio. Der New Yorker Regisseur Ted Huffman gibt mit dieser Produktion sein Deutschland-Debüt. Zudem steht mit Puccinis Madama Butterfly sein Debüt am Opernhaus Zürich und mit Bernsteins Trouble in Tahiti / MacMillans Clemency seine Rückkehr an De Nationale Opera Amsterdam bevor. Der polnische Countertenor Jakub Józef Orli?ski (Rinaldo), Absolvent der renommierten New Yorker Juilliard School, gilt als eines der vielversprechenden Nachwuchstalente seines Fachs. Angeführt von Elizabeth Reiter (Armida) sind auch alle übrigen Partien mit Ensemblemitgliedern der Oper Frankfurt besetzt.


Oper Frankfurt / ie Entführung aus dem Serail - v.l.n.r. Konstanze und Bassa Selim © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / ie Entführung aus dem Serail – v.l.n.r. Konstanze und Bassa Selim © Barbara Aumüller

Sonntag, 27. August 2017, um 18.00 Uhr im Opernhaus
(Oper für Familien; pro Erwachsenen-Kaufkarte maximal drei Tickets für Kinder und Jugendliche bis einschließlich 18 Jahre gratis, empfohlen ab 8 Jahren)
Sechste Wiederaufnahme
DIE ENTFÜHRUNG AUS DEM SERAIL

Deutsches Singspiel in drei Aufzügen KV 384 von Wolfgang Amadeus Mozart
Mit Übertiteln

Musikalische Leitung: Sebastian Weigle / Nikolai Petersen; Regie: Christof Loy
Mitwirkende: Irina Simmes (Konstanze), Gloria Rehm / Nora Friedrichs (Blonde),
Martin Mitterrutzner (Belmonte), Michael Porter / Peter Marsh (Pedrillo), Andreas Bauer (Osmin), Christoph Quest (Bassa Selim) u.a.

Weitere Vorstellungen: 30. August, 3. (15.30 Uhr; mit kostenloser Betreuung von Kindern zwischen 3 und 9 Jahren), 7., 9., 16., 29. September, 21., 26. (15.30 Uhr) Dezember 2017

Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.00 Uhr
Preise: € 15 bis 105 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

Oper Frankfurt / Die Entführung aus dem Serail - v.l.n.r. Osmin und Blonde © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Die Entführung aus dem Serail – v.l.n.r. Osmin und Blonde © Barbara Aumüller

Einer der Höhepunkte der Intendanz von Bernd Loebe an der Oper Frankfurt war die Inszenierung von Die Entführung aus dem Serail von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) in der Spielzeit 2003/04. Presse und Publikum zeigten sich nach der Premiere am 19. Oktober 2003 gleichermaßen überzeugt: „Bravo für ein Musiktheaterereignis von Rang“, war in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zu lesen. Nun wird die Erfolgsproduktion von Christof Loy zum sechsten Mal wiederaufgenommen. Die damalige Übertragung im Radioprogramm des Hessischen Rundfunks sowie ein TV-Mitschnitt des HR – auch auf DVD erhältlich – in Zusammenarbeit mit dem Kultursender Arte sprechen für die Qualität dieser Arbeit. Christof Loy legte in der Zwischenzeit zahlreiche weitere akklamierte Frankfurter Produktionen vor, darunter Verdis Simon Boccanegra, Mozarts Così fan tutte, Strauss’ Arabella, Mozarts Don Giovanni und zuletzt Bergs Wozzeck.

Mozart komponierte sein Singspiel 1782 für das Wiener Burgtheater: Der junge spanische Edelmann Belmonte möchte seine Braut Konstanze, deren Zofe Blonde und seinen Diener Pedrillo aus dem Serail des hohen türkischen Würdenträgers Bassa Selim befreien. Die Flucht scheitert im letzten Augenblick, und die Gefangenen werden vor den Bassa geführt. Dieser schenkt ihnen jedoch, statt Rache zu nehmen, die Freiheit. Seinem widerstrebenden Aufseher Osmin erklärt er, dass es keinen Sinn habe, Andersdenkende gegen ihren Willen überzeugen zu wollen.

Anlässlich der Wiederaufnahme gibt es eine Reihe von Neubesetzungen zu vermelden: Nach äußerst erfolgreichen Gastdirigaten von Beethovens Fidelio und Strauss? Der Rosenkavalier an der New Yorker Metropolitan Opera dirigierte Generalmusikdirektor Sebastian Weigle nach seiner Rückkehr an seinem Stammhaus Strauss? Arabella und Wagners Der fliegende Holländer. Im Rahmen der Aufführungsserie von Mozarts Entführung wechselt er sich am Pult des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters mit Kapellmeister Nikolai Petersen ab, der hier 2016/17 u.a. Benjamin Brittens Paul Bunyan und Peter Eötvös? Der goldene Drache im Bockenheimer Depot sowie Mozarts Die Zauberflöte und Don Giovanni im Opernhaus dirigierte. Ihr Hausdebüt als Konstanze gibt die seit der Spielzeit 2012/13 im Ensemble des Theater Heidelberg beheimatete Sopranistin Irina Simmes, wo sie 2014/15 in der Titelpartie von Verdis La traviata für Aufsehen sorgte. Zuletzt war sie dort u.a. als Ännchen in Webers Der Freischütz und als Laura in Korngolds Der Ring des Polykrates erfolgreich. In der zuletzt genannten Produktion verkörperte Gloria Rehm (Blonde) die Partie des Lieschen. Die Sopranistin ist seit 2014/15 Ensemblemitglied am Staatstheater Wiesbaden, wo sie u.a. Konstanze (Die Entführung aus dem Serail), Gretel (Hänsel und Gretel) und Musetta (La Bohème) verkörperte. Mit ihr alterniert als Blondchen Nora Friedrichs, die bis 2014/15 dem Opernstudio der Oper Frankfurt angehörte. Hier war sie zuletzt als Fiakermilli in Strauss? Arabella zu erleben. Zu ihren jüngsten Aufgaben gehörten zudem die Königin der Nacht (Die Zauberflöte) an der Staatsoper sowie der Komischen Oper in Berlin, deren Ensemble sie ab 2017/18 verstärken wird. Der amerikanische Tenor Michael Porter (Pedrillo) wurde 2015/16 vom Opernstudio ins Ensemble der Oper Frankfurt übernommen, wo er zuletzt u.a. Don Ottavio in Mozarts Don Giovanni und den Steuermann in Wagners Der fliegende Holländer sang. Zu seinen Plänen in Frankfurt gehört u.a. Ferrando in Mozarts Così fan tutte. Der Bass Andreas Bauer (Osmin) ist seit 2013/14 im hiesigen Ensemble beheimatet und sang hier u.a. Daland im Fliegenden Holländer und Sarastro in Mozarts Zauberflöte sowie Philipp II. in Verdis Don Carlo und Escamillo in Bizets Carmen. 2017/18 wird er im Opernhaus in der Titelpartie von Bartóks Herzog Blaubarts Burg zu erleben sein. Mit Christof Loys Mozart-Produktion bereits vertraut sind die Ensemblemitglieder Martin Mitterrutzner (Belmonte) und Peter Marsh (Alternativbesetzung des Pedrillo). Der Schauspieler Christoph Quest (Bassa Selim) gehört zur Premierenbesetzung dieser Inszenierung und kehrt dafür regelmäßig an das Haus am Willy-Brand-Platz zurück.


Oper Frankfurt / Vanessa v.l.n.r. Vanessa und Erika © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Vanessa v.l.n.r. Vanessa und Erika
© Barbara Aumüller

Freitag, 15. September 2017, um 19.30 Uhr im Opernhaus
Erste Wiederaufnahme
VANESSA

Oper in drei Akten von Samuel Barber
In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Musikalische Leitung: Rasmus Baumann; Regie: Katharina Thoma
Mitwirkende: Jessica Strong (Vanessa), Jenny Carlstedt (Erika), Barbara Zechmeister (Alte Baronin), Toby Spence (Anatol), Dietrich Volle (Der alte Doktor), Miko?aj Tr?bka (Nicholas, Haushofmeister)
Weitere Vorstellungen: 22., 24. September, 1. (18.00 Uhr), 5. Oktober 2017
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.30 Uhr
Eine Übernahme der Malmö Opera
Preise: € 15 bis 95 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

Oper Frankfurt / Vanessa - Vanessa und Anatol © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Vanessa – Vanessa und Anatol © Barbara Aumüller

„Der starke Beifall nach zweieinhalb Stunden spiegelte Ergriffenheit und Begeisterung wider; das Publikum war angetan von Musiktheater im Wortsinn, denn dank Figurenzeichnung, einprägsamer Bühne sowie hochpräsenter Umsetzung der Partitur wird diese Vanessa im Gedächtnis bleiben. Als Beispiel gelungenen Zusammenwirkens von Optik, Schauspiel und Klang“, so urteilte die Kritikerin der Gießener Allgemeinen Zeitung nach der Frankfurter Erstaufführung der Oper von Samuel Barber (1901-1981) am 2. September 2012. Regie bei dieser Übernahme einer Produktion der Malmö Opera führte Katharina Thoma. Ehemals als Regieassistentin in Frankfurt tätig, kehrte sie 2016/17 nach Inszenierungen am Theater Dortmund, beim Glyndebourne Festival und am Royal Opera House Covent Garden in London für Flotows Martha zurück an den Main.

Zum Inhalt: Vanessa lebt zusammen mit ihrer Nichte Erika und ihrer Mutter, der alten Baronin, in großer Abgeschiedenheit. Seit Jahren wartet sie vergeblich auf die Rückkehr ihres einstigen Geliebten Anatol. Ihr zunehmendes Alter will sie nicht wahrhaben, daher hat sie alle Spiegel und Bilder im Haus verhüllt. Als Anatol endlich seinen Besuch ankündigt, muss Vanessa erkennen, dass es sich um den Sohn ihrer großen Liebe handelt. Anfangs richtet der junge Mann sein Interesse auf die etwa gleichaltrige Erika, die jedoch nach einer gemeinsamen Liebesnacht erkennen muss, dass Anatol schon bald ihrer Tante den Hof macht. Als bei einem Ball die Verlobung Vanessas mit Anatol bekannt gegeben wird, begeht die schwangere Erika einen Selbstmordversuch und verliert ihr Baby. Nachdem die ahnungslose Vanessa zusammen mit Anatol in ihr neues Leben aufgebrochen ist, bleibt Erika mit ihrer Großmutter zurück. Wie seinerzeit Vanessa verhängt sie die Spiegel im Haus und beschließt, auf die wahre Liebe zu warten.

Im Rahmen der Wiederaufnahme dieser Produktion aus der Saison 2012/13 stehen einige neue Namen auf der Besetzungsliste: Die musikalische Leitung liegt nun erstmals bei Rasmus Baumann, der seit 2014/15 den Posten des Generalmusikdirektors der Neuen Philharmonie Westfalen am Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen bekleidet. 2015/16 dirigierte er eine Aufführungsserie von Humperdincks Hänsel und Gretel im Haus am Willy-Brandt-Platz. Bis 2015/16 war die kanadische Sopranistin Jessica Strong (Vanessa) Mitglied des Opernstudios der Oper Frankfurt. Hier sang sie u.a. 2014/15 Amelia Grimaldi in Verdis Simon Boccanegra, danach debütierte sie als Rosa in Fioravantis Le cantatrici villane im Bockenheimer Depot. Zu ihren weiteren Frankfurter Aufgaben gehörten zudem Lina in Verdis Stiffelio und Donna Anna in Mozarts Don Giovanni. Der britische Tenor Toby Spence (Anatol) gibt nach Auftritten an den Staatsopern von Wien (Mozarts Titus) und München (Henry Morosus in Strauss? Die schweigsame Frau) sowie an der New Yorker Metropolitan Opera (Eisenstein in Strauß? Die Fledermaus) sein Hausdebüt in Frankfurt. Aus Ensemble und Opernstudio der Oper Frankfurt sind Ks. Barbara Zechmeister (Alte Baronin) und Miko?aj Tr?bka (Nicholas) erstmals in dieser Produktion besetzt. Premierenbewährt hingegen sind – nach ihrem Ausscheiden aus dem Ensemble 2016/17 nunmehr als Gast – Jenny Carlstedt als Erika, der „heimlichen Hauptrolle“ des Stücks, sowie Ensemblemitglied Dietrich Volle als Alter Doktor.


Oper Frankfurt / Lawrence Brownlee © Larrynx Photography

Oper Frankfurt / Lawrence Brownlee © Larrynx Photography

Samstag, 2. September 2017, um 20.00 Uhr im Opernhaus
Liederabend
LAWRENCE BROWNLEE, Tenor
HENNING RUHE, Klavier

Lieder von Giuseppe Verdi, Francis Poulenc, Joseph Marx, Alberto Ginastera und Ben Moore sowie eine Sammlung von Spirituals von Damien Sneed

Mit freundlicher Unterstützung der Mercedes-Benz Niederlassung Frankfurt / Offenbach
Preise: € 15 bis 95 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

Oper Frankfurt / Lawrence Brownlee © Derek Blanks

Oper Frankfurt / Lawrence Brownlee © Derek Blanks

„Gibt es derzeit einen ausgezeichneteren Rossini-Tenor als Lawrence Brownlee?“ Die Frage des Musikkritikers Alex Ross kann nur rhetorisch gemeint sein. Die New York Times spricht im Zusammenhang mit dem Sänger sogar von einem „neuen goldenen Zeitalter“. Und tatsächlich war es kein Geringerer als der legendäre Luciano Pavarotti, dessen Stimme für Lawrence Brownlee ausschlaggebend war, Opernsänger werden zu wollen. Längst steht der sympathische Amerikaner mit der betörenden Stimme selbst auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Seine internationale Karriere gewann seit seinem Debüt als Almaviva in Rossinis Il barbiere di Siviglia am Teatro alla Scala in Mailand derart an Aufwind, dass sich die Opernhäuser in New York, Paris, London, Wien, München, Berlin, Zürich und Madrid um Lawrence Brownlee reißen. Besonderes Aufsehen erregte er 2015 mit seiner Darstellung des Saxofonisten in der Weltpremiere von Daniel Schnyders Charlie Parker’s Yardbird in Philadelphia. 2016 war für den aus Ohio stammenden Sänger mit unzähligen Auftritten und Konzerten rund um den Globus ein Jahr der Superlative, gekrönt von zwei Nominierungen bei den International Opera Awards 2017 als „Bester Sänger“ und mit der Einspielung von Donizetti- und Bellini-Arien Allegro io son für die „Beste Aufnahme“.

—| Pressemeldung Oper Frankfurt |—


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Baden-Baden, Festspielhaus, Olga Peretyatko und Lawrence Brownlee, 24.02.2017

Februar 16, 2017 by  
Filed under Festspielhaus Baden-Baden, Konzert, Pressemeldung

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Festspielhaus Baden – Baden

Festspielhaus Baden-Baden © Festspielhaus Baden-Baden

Festspielhaus Baden-Baden © Festspielhaus Baden-Baden

Olga Peretyatko und Lawrence Brownlee In den höchsten Tönen

Freitag, 24. Februar 2017, 19 Uhr

Olga Peretyatko und Lawrence Brownlee singen am Freitag, 24. Februar 2017, um 19 Uhr berühmte Liebesarien und Duette von Bellini, Donizetti und Bizet im Festspielhaus Baden-Baden. Peretyatkos Rossini-Interpretationen sind Kult, Brownlee ist der momentan erfolgreichste Belcanto-Tenor der USA. Es spielt das Sinfonieorchester Basel unter der Leitung von Dirigentin Speranza Scappucci.

Festspielhaus Baden - Baden Olga Peretyatko / © Dario Acosta

Festspielhaus Baden – Baden Olga Peretyatko / © Dario Acosta

Es ist eine Heimkehr nach Baden-Baden: Die Sopranistin Olga Peretyatko feierte schon große Erfolge ihrer noch jungen Karriere im Festspielhaus Baden-Baden. Ob als „Einspringerin“ in Rolando Villazóns „Liebestrank“, ob als Solistin der Silvestergala 2013 oder als Violetta in Villazóns Inszenierung von „La Traviata“ (2015): die in Sankt Petersburg geborene Sängerin eroberte die Herzen des Publikums an der Oos bei jedem ihrer Auftritte im Sturm.

Festspielhaus Baden - Baden Olga Peretyatko / © Manfred Baumann

Festspielhaus Baden – Baden Olga Peretyatko / © Manfred Baumann

Gemeinsam mit Lawrence Brownlee singt sie nun schönstes Belcanto-Repertoire mit Arien wie „Casta Diva“ und Duette wie „Quoi, vous m’aimez“ aus der „Regimentstochter“ am Freitag, 24. Februar 2017, um 19 Uhr im Festspielhaus Baden-Baden.

 

Olga Peretyatko wurde in St. Petersburg geboren, studierte in Berlin und hat in den letzten Jahren eine beeindruckende Weltkarriere begonnen. An der New Yorker Metropolitan Opera wie an der Wiener Staatsoper brachte sie als Elvira in Bellinis „I Puritani“ das Publikum bereits zum Toben.

2006 nahm sie an einem Meisterkurs beim Rossini Opera Festival in Pesaro teil, wo ihr der künstlerische Leiter Alberto Zedda anschließend zwei Hauptrollen in Rossinis „Il Viaggio a Reims“ gab. 2007 war die Sängerin dann Preisträgerin bei Plácido Domingos „Operalia“-Wettbewerb. Dadurch wurde die internationale Opernwelt auf die junge Sopranistin aufmerksam.

Festspielhaus Baden - Baden Lawrence Brownlee / © David-White

Festspielhaus Baden – Baden Lawrence Brownlee / © David-White

Der derzeit erfolgreichste amerikanische Belcanto-Tenor Lawrence Brownlee ist dem Baden-Badener Publikum ebenfalls nicht unbekannt. Während der Osterfestspiele 2015 im „Rosenkavalier“ brillierte er in der Rolle des „italienischen Sängers“. Einige Jahre vorher war er in Bartlet Shers Inszenierung von „Il barbiere di Siviglia“ an der Oos zu sehen und zu hören. Längst hat er auf allen großen Bühnen gesungen, von der Met in New York bis zur Scala in Mailand. Gefeiert wird er für seine sanfte Stimme, mit der er scheinbar mühelos die anspruchsvollen Koloraturen des Belcanto singt – und selbst den ganz hohen Tönen noch besonderen Seidenglanz verleiht.

Begleitet wird das Sänger-Duo im Festspielhaus Baden-Baden von dem Sinfonieorchester Basel. Bereits 1876 gegründet, gehört das hundertköpfige Ensemble zu den ältesten und größten Orchestern der Schweiz.

—| Pressemeldung Festspielhaus Baden-Baden |—


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