Radebeul, Landesbühne Sachsen, Tanztheater – ROMEO UND JULIA, 27.10.2018

Landesbühnen Sachsen 

Landesbühne Sachsen / Romeo und Julia - Leonardo Germani, Anita Suzanne Gregory © Hagen König

Landesbühne Sachsen / Romeo und Julia – Leonardo Germani, Anita Suzanne Gregory © Hagen König

ROMEO UND JULIA

Tanztheater nach William Shakespeare, Musik von Sergej Prokofjew

Premiere Sonnabend, 27. Oktober 2018, 19.00 Uhr

Zu der leidenschaftlichen Musik Sergej Prokofjews erzählt das Tanztheater die Geschichte des wohl berühmtesten Liebespaares der Weltliteratur neu. Wie bei Shakespeare hoffen Romeo und Julia, dass ihre Liebe den blutigen Zwist ihrer Familien beenden kann. Doch ihre Liebe scheitert an den gesellschaftlichen Umständen. Das ist tragisch, denn ob das Schicksal Einzelner gesellschaftlich etwas bewegen kann, steht heute mehr denn je in Frage.

Julia Statue im Casa di Giulietta Verona © IOCO

Julia Statue im Casa di Giulietta Verona © IOCO

Zu der großartigen, leidenschaftlichen Musik Sergej Prokofjews erzählen Carlos Matos und Wencke Kriemer de Matos die bekannte Geschichte Romeos und Julias, des berühmtesten Liebespaares der Weltliteratur, mit den Mitteln des Tanzes neu.

Während eines Maskenballs verlieben sich Romeo und Julia unsterblich ineinander. Bestürzt müssen sie erfahren, ihr Herz an den Feind verloren zu haben. Denn Romeo, ein Montague, und Julia, eine Capulet, gehören zwei Familien in Verona an, zwischen denen es immer wieder zu blutigen Machtkämpfen kommt. Beide beschließen, ihre Liebesbeziehung geheim zu halten. Ohne das Wissen ihrer Eltern lassen sie sich von Pater Lorenzo trauen. Als Romeo in einem Kampf Tybalt, den Cousin Julias, tötet, muss er fliehen. Um der Heirat mit einem anderen Mann zu entgehen, täuscht Julia mit Hilfe des Paters ihren Tod vor. Nichtsahnend am «Grab» Julias stehend, getragen von dem Wunsch, mit ihr vereint zu sein, bringt sich Romeo um. Als Julia aus ihrem todesähnlichen Schlaf erwacht und sieht, was geschehen ist, nimmt sie sich mit Romeos Dolch das Leben.

Eine große Liebe scheitert an gesellschaftlichen Umständen. Das ist tragisch, denn ob das Schicksal Einzelner gesellschaftlich etwas bewegen kann, steht heute mehr denn je in Frage.

ROMEO UND JULIA

Termine:  Radebeul, Sa   27.10.2018   19:00, Mi    31.10.2018   19:00, Sa   24.11.2018   19:30, Do   29.11.2018   19:30, Mi    26.12.2018   19:00
So   03.02.2019   16:00                Theater Bernburg
Mi    13.02.2019   10:30                Döbeln/Theater
So   19.05.2019   18:00                Großenhain Kulturzentrum
So   26.05.2019   15:00                Radebeul

—| Pressemeldung Landesbühne Sachsen |—

Hamburg, NDR, Deutscher Radiopreis 2018 – Gala, IOCO Aktuell, 07.09.2018

September 8, 2018 by  
Filed under Deutscher Radiopreis, Hervorheben, IOCO Aktuell

 

Deutscher Radiopreis 2018 © radiopreisaward118

Deutscher Radiopreis 2018 © radiopreisaward118

Deutscher Radiopreis

 Deutscher Radiopreis 2018 

Verleihung in Hamburg im „Schuppen 52“ – Stargast Lenny Kravitz 

Patrik Klein berichtet für IOCO von der Gala am 6.9.18

Dr. Peter Tschentscher, erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg eröffnet mit freundlichen Worten die Gala des Deutschen Radiopreises 2018, übergibt die Moderation der Show in die bewährten Hände der Moderatorin Barbara Schöneberger, die mit viel Humor, der manchmal die Grenzen des guten Geschmacks tangiert, durch die gut zweistündige Veranstaltung führt.

Deutscher Radiopreis 2018 / Joachim Knuth, NDR Programmdirektor, links, Dr Peter Tschentscher und Gattin © Patrik Klein

Deutscher Radiopreis 2018 / Joachim Knuth, NDR Programmdirektor, links, Dr Peter Tschentscher und Gattin © Patrik Klein

Ein absoluter Weltstar kam zum Deutschen Radiopreis 2018: Lenny Kravitz war mit dabei, als in Hamburg die besten Radiomacher Deutschlands ausgezeichnet wurden.

Nicht nur für die Nominierten war die Gala-Nacht eine ganze besondere. Sondern auch für Lenny Kravitz. Er kam am Vorabend der Veröffentlichung seines neuen Albums „Raise Vibration“ nach Hamburg. Die erste Single daraus, „Low“, ist seit Wochen im deutschen Radio zu hören. Im Refrain überrascht sie mit dem markanten Schrei von Michael Jackson. Der King of Pop hatte den Part vor seinem Tod extra für Lenny Kravitz aufgenommen. „Es ist eine große Ehre, ihn auf diesem Track zu wissen“, sagt Lenny Kravitz und würdigte den Super-Star damit auf seine Weise. Die Radiopreis-Gala wurde mit diesem Song „Low“ live eröffnet.

Deutscher Radiopreis 2018 / Lenny Kravitz © Philipp Szyza

Deutscher Radiopreis 2018 / Lenny Kravitz © Philipp Szyza

Der Deutsche Radiopreis ist eine seit 2010 verliehene Auszeichnung für in Deutschland produzierte Hörfunkprogramme und deren Macher. Laut den Statuten wird sie für Leistungen vergeben, „die in besonderer Weise durch ihre Qualität die Stärken und Möglichkeiten des Mediums vorführen und hervorheben und die damit auch beispielhaft wirken“.

Gestiftet wird der deutsche Radiopreis von den Hörfunkprogrammen der ARD, des Deutschlandradios und den Privatradios in Deutschland. Zu den Kooperationspartnern zählen das Grimme-Institut in Marl, die Freie und Hansestadt Hamburg, die Radiozentrale sowie die Radio-Vermarkter AS&S Radio GmbH und RMS. Die Federführung liegt beim Norddeutschen Rundfunk, NDR.

Die elfköpfige Jury, vom Grimme-Institut berufen, besteht aus Journalisten, Programm-chefs und Fachexperten. Sie ist sowohl für die drei Nominierungen in jeder Kategorie als auch für die Ermittlung der Preisträger zuständig. Sie vergibt Preise in zehn bis elf Kategorien (beste Moderatorin, bester Moderator, bester Newcomer, beste Morgensendung, beste Comedy, bestes Nachrichten- und Informationsformat, beste Reportage, bestes Interview, beste Programmaktion, beste Innovation, beste Sendung).

Alle Preise sind nichtdotierte Ehrenpreise. Der ebenfalls elfköpfige Beirat des Deutschen Radiopreises hat von 2010 bis 2014 einen Sonderpreis für das Lebenswerk eines Radiomenschen (z.B. Udo Lindenberg, 2012) und von 2010 bis 2016 einen „Sonderpreis Musik“ (z.B. Sting, 2016) vergeben.

Der Deutsche Radiopreis wird im Rahmen einer Galaveranstaltung verliehen, die live von öffentlich-rechtlichen und privaten Radiosendern sowie als Videostream im Internet übertragen wird. Die dritten Fernsehprogramme der ARD senden sie zeitversetzt. Die Gala findet seit 2010 im Schuppen 52 im Hamburger Hafen statt, mit Ausnahme in 2017, wo sie einmalig in der Elbphilharmonie Hamburg durchgeführt wurde. Moderiert wird die Veranstaltung seit 2011 von Barbara Schöneberger.

Beste Comedy

Ausgezeichnet werden können originär für das Radio entwickelte und gestaltete Formate mit Witz und Humor, die alles bieten, was Spaß macht: Das Spektrum reicht von Primetime-Comedy, politischer Satire und Sketches über humoristische Aktionen bis hin zu humoristischen Serien.

Laudator Heikko Deutschmann hat auf jeden Fall eine „Radiostimme“ und präsentierte den Gewinner in dieser Kategorie, Die Radio Hamburg NEWSSHOW. Der in Innsbruck geborene Schauspieler gehört zu den beliebtesten Hörbuchsprechern Deutschlands. Bekannt geworden ist Deutschmann, der selbst auch Drehbücher schreibt, als Bühnenschauspieler im Hamburger Thalia Theater und in Film- und Fernseh-produktionen wie der dreiteiligen Literaturverfilmung Der Laden„, die 1999 mit dem Grimme-Preis in Gold ausgezeichnet wurde.

Mit der Daily Comedy „Die Radio Hamburg NEWSSHOW lassen sich Lokales und Aktualität – die großen Stärken des Radios – perfekt abbilden. Als News Anchor Peter von Rumpold ist Radio Hamburg Comedy-Chef Dietmar Simon zu hören. Fast alle Figuren, darunter News-Assistentin „Jessica Burmeister„, spricht der Hamburger YouTube-Star Buddy Ogün. Die NEWSSHOW nimmt die aktuellen Themen des Tages aus Politik, Sport und Gesellschaft auf die Schippe. Die Top-Themen im vergangenen Jahr: natürlich die Bundestagswahl, G20, den Dieselskandal und die #MeToo-Debatte.

Beste Innovation

Ausgezeichnet werden können Initiativen und Realisierungsformen eines redaktionell gestalteten Radioprogramms, die moderne Möglichkeiten medialer Darstellung innovativ und kreativ nutzen. Hierbei kann es sich um eine besonders gelungene Verknüpfung von Programm und digitaler Technik, um crossmediale Angebote oder die intelligente Nutzung sozialer Netzwerke handeln. Die Angebote zeichnen sich insbesondere dadurch aus, dass sie digital sozialisierte Zielgruppen in deren Nutzungsgewohnheiten zu erreichen und für das Medium Radio zu begeistern wissen.

Laudatorin ist Jasmin Tabatabai, die den Gewinner in dieser Kategorie vorstellt. Es ist N-JOY vom NDR mit dem „Night Lab“ . In „Letzte Spur Berlin“ spielte Jasmin Tabatabai die erste iranisch-stämmige Kommissarin im deutschen Fernsehen, hat aber auch schon die Kriemhild bei den Wormser Nibelungenfestspielen gegeben. Als Tochter einer Deutschen und eines Iraners verbringt Jasmin Tabatabai ihre Kindheit in Teheran, bevor sie mit zwölf Jahren das von Unruhen erschütterte Land verlässt und mit ihrer Familie nach Deutschland geht. Sie studiert an der Staatlichen Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Stuttgart und wird 1997 in Katja von Garniers Musik-Road-Movie „Bandits“ mit einem Schlag als Schauspielerin und Musikerin zugleich berühmt.

Radio braucht ständig neue Stimmen und Impulse. Um systematisch Talente zu entwickeln hat N-JOY vom NDR das „Night Lab“ geschaffen. Newcomer bekommen die seltene Chance, eigene Sendungen „on air“ zu moderieren. Mitmachen können alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des NDR. Sie brauchen keine Moderationserfahrung, müssen sich aber mit einer kreativen Idee für ihre Show bewerben. Intensives Coaching inklusive.

Musikalisch wird die Show nun mit Max Giesinger und Michael Schulte weitergeführt. Im ersten Song bringt Max Giesinger „Legenden“ und danach der erfolgreichen Grand Prix Teilnehmer Michael Schulte das Stück „Don´t let me be alone“. Die Stimmung im Publikum, das meist an Tischen zu sechst platziert ist und mit allerlei feinen Getränken und Snacks verwöhnt wird, erscheint gelöst und erwartungsvoll.

Beste Programmaktion

Ausgezeichnet werden können herausragend realisierte Interaktionsinitiativen – von Call-in- Aufrufen bis zu Hörerrunden und Off-Air-Aktionen – sowie besondere Ideen, mit denen Radio die Hörer zu Wort kommen lässt, mit ihnen in Dialog tritt, sie selbst zum Teil der Sendung werden lässt und an das Programm bindet.

Laudatorin Laura Ludwig, Weltmeisterin im Beach Volleyball stellt den Gewinner in dieser Kategorie vor. Es ist Radio Fritz (rbb); Karen Schmied und Momo Faltlhauser mit dem MottoFritz Abbechern – Kampf den Pappbechern“. 420.000 Pappbecher wandern in Berlin täglich in den Müll. Ein riesiges Müll- und Ressourcenproblem. Also hat Fritz etwas unternommen. Zusammen mit den Hörerinnen und Hörern. Das Ziel: den ganzen Oktober lang „Abbechern“ und dabei eine Million Pappbecher einsparen. Spielerisch, ohne Zeigefinger. „Das klappt nie“, hallte es durch die Redaktion. Aber das Fritz-Publikum ist großartig, hat sich die FritzApp aufs Handy geladen und darin jeden gesparten Becher dokumentiert. Im Programm wurden die Zwischenstände dokumentiert. Um das Sparen zu erleichtern, hat Fritz Thermobecher verschenkt. Reportagen, Töne, Interviews verleihen der Aktion Tiefe.

Bestes Nachrichten- und Informationsformat

Ausgezeichnet werden können alle Informations- und Nachrichtenformate, die das Zeitgeschehen – so in Gesellschaft und Politik, in der Region und in Deutschland, im nationalen und/oder im internationalen Bezug – aufgreifen, plausibel aufbereiten und formatgerecht vermitteln. Dies soll faktengetreu und sachlich, sorgfältig, kompetent und verständlich geschehen, bei klar erkennbarer Grundierung durch eine moderne, zielgruppenorientierte Präsentation.

Laudator Norbert Blüm erzählt zunächst aus alten Zeiten und findet den Bogen in die aktuelle weltpolitische Lage, in der er sich klar gegen das immer stärker aufkeimende nationalistische Denken in der Welt ausspricht.  „Unverzagt und unverblümt“ ist nicht nur der Titel eines seiner Bücher. Norbert Blüm nimmt als Politiker, Philosoph und Gesellschaftskritiker traditionell kein Blatt vor den Mund. Seine eigene Geschichte macht ihn authentisch. Der Gewinner in dieser Kategorie heißt:

Radio Gong 96.3: Johannes Ott „Der Gong 96.3 Erste Hilfe Crash Kurs“. Richtiges Handeln rettet Leben. Zum ersten Mal strahlt ein Sender einen speziell fürs Radio entwickelten 60-minütigen Erste-Hilfe-Kurs aus, der nur durchs Zuhören die wichtigsten Grundlagen vermittelt. Mit einfachen Eselsbrücken und einprägsamen Geschichten werden den Hörerinnen und Hörern Erste-Hilfe-Grundlagen vermittelt. Dass dieses Format funktioniert, zeigt sich auch auf den Social-Media-Kanälen und durch einen Anstieg der Webradio-Zugriffszahlen.

Die Show wird nun wieder aufgelockert durch den Beitrag von Namika mit dem Song „Je ne parle pas francais“

Beste Moderatorin

Ausgezeichnet werden kann die Radiomoderatorin mit besonderen Moderationsqualitäten, die auch Identifikationsfigur des jeweiligen Senders ist. Sie überzeugt durch professionelle Performance: mit Kompetenz, Kreativität, Spontaneität, Witz, Hörernähe, Emotionalität und gewinnender Stimme; sie schafft Aufmerksamkeit für Themen und hilft, diese einzuordnen. Aufgeschlossen für die Stimmung ihrer Hörer trägt sie wesentlich zur Programmbindung bei und begeistert in der Summe ihrer Fähigkeiten für das Medium Radio.

Laudator Ingo Zamperoni stellt den Gewinner in dieser Kategorie vor. Es ist Antenne Niedersachsen mit Mehr Musik bei der Arbeit“. Die Faszination für die USA zieht sich durch seinen Lebenslauf. Ingo Zamperoni studiert Amerikanistik, Jura und Geschichte in Konstanz, Berlin und Boston. Seit 2005 moderiert er aktuelle Sendungen im NDR Fernsehen. Mehrfach vertritt der gebürtige Wiesbadener die ARD-Korrespondenten in Washington und in London. 2012 wird Ingo Zamperoni fester Vertreter für die Tagesthemen-Moderation, im Februar 2014 Fernsehkorrespondent im ARD-Studio Washington.

Die einstige „Chaos-Kaya“ bei Antenne Niedersachsen hat sich entwickelt – zu einer erwachsenen Allrounderin und unverkennbaren Marke in der deutschen Radiolandschaft! Kaya Laß ist Moderatorin, Sängerin, Texterin, Musikjournalistin und Freundin zugleich und spricht von Herz zu Herz, ist immer authentisch. Mit Mehr Musik bei der Arbeit“ ist sie mitreißend und herzlich, ohne aufdringlich zu sein, bodenständig, norddeutsch und nie um einen Schnack verlegen.

Bester Moderator

Ausgezeichnet werden kann der Radiomoderator mit besonderen Moderationsqualitäten, der auch Identifikationsfigur des jeweiligen Senders ist. Er überzeugt durch professionelle Performance: mit Kompetenz, Kreativität, Spontaneität, Witz, Hörernähe, Emotionalität und gewinnender Stimme; er schafft Aufmerksamkeit für Themen und hilft, diese einzuordnen. Aufgeschlossen für die Stimmung seiner Hörer trägt er wesentlich zur Programmbindung bei und begeistert in der Summe seiner Fähigkeiten für das Medium Radio.

Laudatorin  Mareile Höppner zieht den Gewinner aus dem Briefumschlag. Es ist NDR Kultur mit „Klassisch in den Tag“. Beinahe wird Mareile Höppner Lehrerin für Deutsch und evangelische Religion, dann schlägt sie nach dem Studium doch lieber den Weg Richtung Journalismus ein. Bei Radio NORA und RTL stehen vor allem Wettermoderationen auf dem Plan. Nach nur zwei Jahren gelingt ihr 2002 der Sprung zum ersten eigenen Magazin: „Guten Abend RTL. Seit 2008 moderiert Mareile Höppner für Das Erste „Brisant„.

NDR Kultur „Klassisch in den Tag“. Schnee, Frost, Glatteis: Der Frühlingsanfang 2018 war einer jener Tage, an denen viele lieber den Kopf unter der Decke gelassen hätten. Wer aber das Glück hatte, Philipp Schmid zu hören, dem wurde es von Beginn an etwas leichter ums Herz. Mit Leidenschaft und Humor erinnert er an das, was schön ist im Leben. Er gibt seinem Publikum das Gefühl, dass es persönlich gemeint ist – leise, zärtlich, vergnügt und voller verblüffender Einfälle.

Die Show hat nun mit Dua Lipa sowohl einen optischen als auch musikalischen Hingucker bzw. -hörer. Die hübsche Dame, der über 17 Millionen Instagramm Fans folgen gibt den Song „Thinking about you“ zum Besten.

Deutscher Radiopreis 2018 / Dua Lipa © Philipp Szyza

Deutscher Radiopreis 2018 / Dua Lipa © Philipp Szyza

Beste Sendung

Ausgezeichnet werden können Sendestrecken von der Radioshow am Nachmittag, der Sportsendung, dem Wochenendmagazin bis zu den verschiedenen Formen von Musiksendungen, die als moderne Trendsetter und Impulsgeber maßgeblich zum Erfolg des gesamten Programms beitragen. Sie sollen darüber hinaus den Hörer auf inspirierende Weise begleiten und sich durch eine kompetente, hörernahe Moderation auszeichnen.

Laudator Max Giesinger wählt aus dem passenden Umschlag die Gewinnerin in dieser Kategorie, die da heißt: Patrizia Schlosser. Max Giesinger hat immer davon geträumt, seine Hits im Radio zu hören und dieses Ziel hartnäckig verfolgt. Schon als 13-Jähriger spielt er in einer Schulband, nach dem Abitur reist er als Straßenmusiker durch Australien und Neuseeland. 2011 erreicht er den vierten Platz bei der TV-Castingshow „The Voice of Germany“ und tourt durch Deutschland. Mit dem aktuellen Album „Der Junge, der rennt“ übertrifft er seine eigenen Erwartungen: Seine Songs „80 Millionen“ und „Wenn sie tanzt“ werden von Radiosendern nicht nur gern und oft gespielt, sondern auch mehrfach ausgezeichnet.

Patrizia Schlosser ist dem gesuchten RAF-Trio Staub, Klette und Garweg auf der Spur. Seit mehr als 25 Jahren leben die drei letzten Mitglieder der Roten Armee Fraktion im Untergrund und begehen Raubüberfälle. Zusammen mit ihrem Vater, einem ehemaligen Polizisten, macht sie sich auf die Suche. Je tiefer die Journalistin und ihr Vater in die Geschichte der Radikalisierung eintauchen, desto stärker verändert sich auch ihr eigenes Verhältnis. „Im Untergrund“ ist eine Sendung von FluxFM in Kooperation mit Audible unter redaktioneller Leitung von Tim Kehl.

Beste Reportage

Ausgezeichnet werden können Reportagen aus allen Alltagsbereichen, die ihr Thema lebendig und informativ einfangen und dabei eine hohe Intensität und Präsenz aufbauen. Dazu zählen auch herausragende investigative Recherche-Leistungen von Reportern oder Autorenteams. Zugelassen sind sowohl eigenständige Beiträge bis zu einer halben Stunde als auch in Tagesformate und Magazine eingebettete kürzere Formen, die Sachverhalte und Geschehnisse mit dem klassischen Spektrum der Reportageelemente anschaulich und farbig wiedergeben.

Laudatorin Julia Becker lüftet den Gewinner: Es istParadise Papers von NDR Info, NDR Radiokunst und WDR 3. Seit Beginn dieses Jahres ist Julia Becker Verlegerin und Vorsitzende des Aufsichtsrats der Funke Mediengruppe. Die Enkelin des Gründers folgt damit auf ihre Mutter, Petra Grotkamp. Zunehmend Frauen in Führungspositionen zu etablieren, ist ihr ein großes Anliegen. Ein weiteres zentrales Thema, für das sie sich energisch einsetzt, ist die Pressefreiheit. Davon zeugte auch die viel beachtete Rede bei der diesjährigen Goldenen Kamera, die seit mehreren Jahren von der Funke Mediengruppe verliehen wird. „Jeder Journalist, der zu Unrecht in Haft ist, weil er seiner Arbeit nachgeht, ist für uns nicht tolerierbar“, erklärte Julia Becker.

Die Radio- und Podcastserie Paradise Papers von NDR Info, NDR Radiokunst und WDR 3 bietet einen ebenso seltenen wie spannenden Einblick in den investigativen Journalismus: Die beiden Radioreporter Benedikt Strunz und Philipp Eckstein nehmen ihr Publikum mit in die Höhen und Tiefen eines beispiellosen Rechercheprojekts, bei dem NDR, WDR und SZ gemeinsam mit Journalistinnen und Journalisten auf der ganzen Welt die Steuervermeidungs-Strategien von Konzernen und Superreichen aufdecken.

Ein weiterer Showact wird von der Gruppe Glasperlenspiel eingelegt. Mit den beiden Songs „Geiles Leben“ und „Schloss“ sorgen sie für weitere gute Stimmung im prall gefüllten Saal des Schuppen 52 im Hafen Hamburg.

Beste Morgensendung

Ausgezeichnet werden können alle moderierten Sendestrecken in der „Primetime“ des Radios, sofern sie in herausragender Weise beispielhaft sind für eine Kernkompetenz des Mediums: auf kreative und kompetente Art die Hörer zu wecken, zu unterhalten und mit allen wichtigen Informationen für den Tag zu versorgen. Mit der richtigen Mischung aus harten Fakten, guter Laune, Unterhaltung und Comedy, wobei sie das Verhältnis zwischen Distanz und Nähe zum Hörer stets austarieren und damit Glaubwürdigkeit vermitteln.

Laudator Matze Knop beginnt seinen Part mit ein wenig Slapstick, den das Publikum nicht unbedingt aus den Sitzen reißt. Als Gewinner präsentiert er dann „Unser Team für Berlin„. Schon im Alter von fünf Jahren äußert Matze Knop den Berufswunsch, „ich werde Rudi Carrell. Die ersten Schritte in diese Richtung sind eine Ausbildung zum Hörfunkredakteur bei Radio Bielefeld und ein Journalistikstudium an der Universität Dortmund. Der große nationale Durchbruch gelingt Knop 1997 mit der Comedy-Figur „Supa Richie“. Seither liefert Matze Knop reihenweise Parodien – von Sport-Stars wie Franz Beckenbauer, Lothar Matthäus, Cristiano Ronaldo, Jürgen Klopp oder Jogi Löw und Show-Größen wie Dieter Bohlen, Dieter Thomas Heck oder Thomas Gottschalk.

Wer mit Simone Panteleit und Ron PerdussUnser Team für Berlin“ aufsteht, der bekommt: Berlin wie es ist, wie es tickt, was es liebt und lieber lässt – und das jeden Morgen direkt, ehrlich und echt. Hier ist die Stadt der Star der Show. Simone, Ron und ihr Team kennen und lieben Berlin mit all seinen Facetten, den Menschen, Meinungen und Marotten. Wer morgens Berliner Rundfunk 91.4 hört, kann mitreden und mitmachen, ist immer auf dem neuesten Stand und einfach besser informiert.

Auflockerung der manchmal doch etwas starr wirkenden Präsentationen der Gewinner und deren artiges „Dankeschön Sagen“ erfolgt nun durch die deutsche Popband Revolverheld feat. Antje Schomaker mit „Liebe auf Distanz

Bester Newcomer

Ausgezeichnet werden können jüngere Radio-Talente in den ersten fünf Jahren ihrer beruflichen Tätigkeit, die sich als Moderator(inn)en, Reporter(innen) oder „on air“ hörbare Autor(inn)en, allein oder im Team, durch besondere Qualitäten wie Kreativität, Spontaneität, Hörernähe, Emotionalität, Witz bzw. besonders guten Einsatz von Stimme und Sprache auszeichnen und somit als Hoffnungsträger ihrer Sender gelten.

Johannes Strate, Sänger und Frontmann der Band Revolverheld, zieht als Laudator den Gewinner. Es ist Helena Daehler, die als Reporterin nicht nur live und aktuell aus Berlin (Berliner Rundfunk 91.4) berichtet, sie verbringt auch die kälteste Nacht des Jahres draußen zusammen mit den Obdachlosen der Hauptstadt, begleitet den Berliner Senat zu Gesprächen mit der EU-Kommission in Brüssel und lässt das Publikum an der königlichen Hochzeit in Windsor teilhaben. Mit ihrer empathischen Art schafft sie es immer wieder, ihren Interviewpartnerinnen und -partnern die überraschendsten Antworten zu entlocken, auch wenn es um schwierige Themen geht.

Bestes Interview

Ausgezeichnet werden können sämtliche Gesprächsformen im Radio. Die Formen können kurz oder lang sein, vom Entertainment-Talk bis zum hintergründigen Interview reichen, die Themen können alles umfassen – von Pop bis Politik. Der Hörer erfährt nicht nur thematisch Neues, sondern erhält auch Einblicke in das Handeln und Denken des Gesprächspartners.

Laudatorin Esther Schweins spricht über die Unverzichtbarkeit des Radios und präsentiert den Sieger Bremen Zwei mit der Sendung „Zwei nach Eins“. Mehr als zehn Jahre lang hat Dominik Bloh auf Parkbänken und unter Brücken geschlafen; und versucht, trotz Hunger und Einsamkeit ein Mindestmaß an Normalität aufrechtzuerhalten. Im Gespräch mit der Bremen-Zwei-Moderatorin Kristin Hunfeld spricht das ehemalige Hamburger Straßenkind über die ständige Angst vor Nässe, Kälte und Gewalt. Ein Gespräch, das betroffen macht, weil Erfahrungen und Gefühle ohne Wertung bleiben und eben deshalb persönlich nachhallen.

Deutscher Radiopreis 2018 © Philipp Szyza

Deutscher Radiopreis 2018 © Philipp Szyza

Zum musikalischen Höhepunkt des Abends tritt noch einmal Lenny Kravitz mit den beiden Songs „Johnny Cash“ und „Fly away“ auf. Das geladene Publikum und die zahlreichen Vertreter aus Kultur und Presse zeigt sich begeistert und hat nach der gut zweistündigen Show noch viel Gelegenheit bei Musik und kulinarischen Genüssen bis tief in die Nacht zu feiern.

—| IOCO Aktuell Deutscher Radiopreis NDR Hamburg |—

Hannover, Staatsoper Hannover, OKTOBER 2018

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Staatsoper Hannover 

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski


>>PREMIERE BALLETT


SCHNEEWITTCHEN

BALLETT VON JÖRG MANNES

MUSIK VON DMITRI SCHOSTAKOWITSCH, IGOR STRAWINSKY, EDVARD GRIEG, RICHARD WAGNER, PIETRO MASCAGNI, TOMER YARIV, MATHIAS REUMERT, OWEN CLAYTON CONDON UND PHILIP GLASS

URAUFFÜHRUNG SA 06.10.18, 19:30 UHR

Jörg Mannes’ Schneewittchen ist ein Freigeist – und durchaus nicht von gestern. Auch die übrigen Akteure sind ganz ausgeschlafen und auf der Höhe der Zeit: Die böse Königin kämpft mit allen Mitteln um ihren Rang als First Beauty. Die sieben Zwerge strotzen vor Kraft und wirken kein bisschen niedlich. Und der verliebte Prinz – einfach überirdisch.

Im Tanz erweckt der Choreograph das schöne Königskind zu neuem Leben. Wie viele Künstler vor ihm reizt ihn die Überzeitlichkeit des Märchens ebenso wie der Reichtum an Bildern und Aspekten. Mannes spielt mit den Inhaltsstoffen der Fassung der Brüder Grimm aus Symbolen, Motiven und Archetypen. Seine Sichtweise ist augenzwinkernd und anregend für Kinder und Erwachsene.

Neben dem Ballettensemble der Staatsoper bringt Mannes die Schlagzeugformation „Rummsfeld“ auf die Bühne. Die Handlung wird mit einem weit gefächerten Musikrepertoire untermalt – interpretiert vom Niedersächsischen Staatsorchester Hannover.

CHOREOGRAPHIE Jörg Mannes MUSIKALISCHE LEITUNG Mark Rohde BILD UND RAUM Florian Parbs KOSTÜME Alexandra Pitz PROJEKTIONEN Philipp Contag-Lada LICHT Elana Siberski DRAMATURGIE Brigitte Knöß

Ballett der Staatsoper Hannover, Rummsfeld

Niedersächsisches Staatsorchester Hannover


>> PREMIERE JUNGE OPER


DES KAISERS NEUE KLEIDER

KOMISCHE OPER IN SECHS BILDERN VON HANS LOFER / MARC-AUREL FLOROS NACH HANS CHRISTIAN ANDERSEN (1953/2015) BEARBEITET VON ELKE HEIDENREICH (2005)

PREMIERE FR, 26.10.18, 11:00 UHR

Die Vagabunden Zwick und Zwack behaupten, den seltensten Kleiderstoff der Welt zu weben. „Pippimippi“ heiße er und habe die Besonderheit, für dumme Menschen unsichtbar zu sein. Kaiser Bunsolin ist begeistert und muss diesen Stoff haben. Doch es kommt, wie es kommen muss: Minister Adalin kann das kostbare Gewebe ebenso wenig sehen wie der Rest der Welt, den Kaiser eingeschlossen.

Des Kaisers neue Kleider ist eines der berühmtesten Märchen des dänischen Dichters Hans Christian Andersen. Mit präzisem Timing bringt es die Eitelkeit der Macht und die Verführbarkeit der Mächtigen auf den erzählerischen Punkt. Der Nadelstich eines einzigen Satzes aus Kindermund lässt die Seifenblase kaiserlicher (Selbst-)Täuschung platzen. So einfach und so wirkungsvoll kann eine Pointe sein!

Hans Lofers komische Oper mit Anklängen an Jazz und Tanzmusik und die Librettobearbeitung von Elke Heidenreich spitzen das Märchen klanglich und sprachlich zu und machen Des Kaisers neue Kleider zu einem witzigen, listigen, kritischen Musiktheater nicht nur für Kinder.

MUSIKALISCHE LEITUNG Cameron Burns INSZENIERUNG Karsten Barthold BÜHNE Anne Laubner KOSTÜME Kerstin Krüger LICHT Uwe Wegner DRAMATURGIE Christopher Baumann MUSIKTHEATERPÄDAGOGIK Kisten Corbett

KAISER BUNSOLIN Yannick Spanier ADALIN, PREMIERMINISTER Gihoon Kim ANGINA, DESSEN FRAU Eunhye Choi LAMETTA, IHRE ZOFE Marlene Gaßner ZWICK Martin Rainer Leipoldt ZWACK Daniel Preis KULTUSMINISTER U.A. Ula Drescher

Niedersächsisches Staatsorchester Hannover


>> REPERTOIRE OPER UND BALLETT


MADAME BUTTERFLY

Gemessen an ihrer heutigen Popularität ist es fast unvorstellbar – doch die Uraufführung von Puccinis japanischer Tragödie Madame Butterfly 1904 an der Mailänder Scala war ein Desaster. Die vehemente Ablehnung durch das Publikum und die Presse traf den erfolgsverwöhnten Puccini völlig unvorbereitet. Dennoch glaubte er an seine neue Oper über die Geisha Cio-Cio-San, die den in Japan stationierten amerikanischen Marineleutnant Pinkerton heiratet, der sie schon kurze Zeit später verlässt. Und er sollte recht behalten, denn bis heute ist Puccinis „seelenvollste, ausdrucksreichste Oper“ ein packendes Werk über das Aufeinanderprallen zweier Kulturen, ein eindringliches Psychogramm einer hartnäckig liebenden Frau.

WIEDERAUFNAHME SA, 20.10.18


MARILYN

Mit „Marilyn“ schuf Choereograph und Ballettdirektor Jörg Mannes einen Tanzabend, der sich kaleidoskopisch durch das Leben von Marilyn Monroe bewegt. Sie war Sexsymbol, Medienstar und Filmikone des 20. Jahrhunderts. Doch der Starrummel forderte seinen Preis: Drogen, Alkohol, Depressionen und Selbstzweifel waren die Kehrseite des Glamours. Die Suche nach Perfektion endete schließlich in Selbstzerstörung und einem tragisch frühen Tod. „Mannes hat […] ausdrucksvoll artistische Pas de Deux entworfen,

wie er auch die formidable Gruppe akrobatisch fordert.“ Dance for you Magazine

VORSTELLUNGEN MI, 10.10. UND MI, 31.10.18


MY FAIR LADY

„ ,My Fair Lady‘ an der Staatsoper Hannover: ganz heutig, taufrisch, hoch amüsant und vor allem sensationell gut. Bernd Mottls Lesart funktioniert, weil der Regisseur jeder Figur pralles Leben einflößt, genüsslich Details auskostet und immer wieder Spaß mit leicht parodistischem Zungenschlag herauskitzelt“, befand die Hannoversche Allgemeine Zeitung über die Premiere 2009. „My Fair Lady“ gehört seit der Uraufführung 1956 zu den erfolgreichsten Musicals aller Zeiten. Doch das Märchen, das den Aufstieg vom schmutzigen Blumenmädchen in die High Society dekliniert, greift tiefer und fragt: Bleibt ein Mensch er selbst, auch wenn er sich freiwillig umformen lässt?

VORSTELLUNGEN MI 03.10., DO, 11.10. UND FR, 26.10.18


TRISTAN UND ISOLDE

Die Liebe zwischen dem kornischen Ritter Tristan und der irischen Prinzessin Isolde: Nie darf diese Liebe leben. Schließlich ist Isolde dem König Cornwalls versprochen, und Tristan würde seinen Herrn niemals hintergehen. Ihre Liebe ist ebenso unmöglich wie die Überwindung der Trennung von Tag und Nacht, von Hell und Dunkel. Richard Wagners bahnbrechende Musik reißt den Zuhörer mit in die geheimsten Gedanken des Liebespaars, in die Welt unaussprechlicher Sehnsüchte, in den Widerstreit von Liebessehnsucht und Liebesqual, für die es nur einen Ausweg gibt: die Flucht vor dem Licht des Lebens in das erlösende Dunkel des Todes.

VORSTELLUNGEN SO, 07.10., SO, 21.10. UND SO, 28.10.18


DIE ZAUBERFLÖTE

„Die Zauberflöte“ sei neben Shakespeares „Hamlet“ und Leonardos „Mona Lisa“ das dritte große Rätselwerk unserer Kultur, beschreibt der Schweizer Germanist Peter von Matt die große Faszination dieses Werkes, zu der die Musik maßgeblich beiträgt – schließlich bestimmt sie in Form der titelgebenden Zauberflöte und eines Glockenspiels die Handlung mit. Frank Hilbrich schafft mit seiner Zauberflöten-Inszenierung „eine Aufführung, die eine Menge Fragen hinterlässt und genau deswegen sehenswert ist.“ „nmz“

VORSTELLUNGEN DI, 09.10.,FR, 12.10., MI, 17.10. UND FR, 19.10.18


>> KONZERTE


2. SINFONIEKONZERT
PETER I. TSCHAIKOWSKY Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 35 (1878)
LUDWIG VAN BEETHOVEN Sinfonie Nr. 7 A-Dur op. 92 (1812)

Mit seiner 7. Sinfonie und dem Sog ihrer rhythmischen Kraft hat Beethoven die Hörer seiner Zeit ebenso begeistert wie verblüfft. Ihr großer Erfolg ist dabei auch dem Umstand geschuldet, dass sie kurz nach der Völkerschlacht bei Leipzig zusammen mit der programmatischen Schlachten-Ouvertüre „Wellingtons Sieg“ gespielt und so ebenfalls als anti-napoleonisches Manifest gefeiert wurde. Auch heute noch lässt sich trotz anderer Hörgewohnheiten die Schockwirkung erahnen, die speziell der wilde letzte Satz bei den Zeitgenossen ausgelöst haben mag.

Tschaikowskys Violinkonzert gehört zu den bedeutendsten Beiträgen zur Gattung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Extreme emotionale Kontraste und unerhörte Virtuosität kennzeichnen das Werk, was aber nach der Uraufführung nicht nur auf Anerkennung stieß. Ablehnende Kritiken über seine Kompositionen, unter denen Eduard

Hanslicks Schmähkritik über „stinkende Musik“ traurige Berühmtheit erlangte, waren für

Tschaikowsky freilich nichts Neues. Dem Konzert merkt man die zeitliche Nähe zur Oper „Eugen Onegin“ an, deren melancholische Grundstimmung es anklingen lässt, aus der sich schließlich der folkloristisch gefärbte Finalsatz losreißt.

Niedersächsisches Staatsorchester Hannover

DIRIGENT UND SOLIST Julian Rachlin (Violine)
SO, 14.10.18, 17:00 Uhr
MO, 15.10.18, 19:30 Uhr
Kurzeinführung jeweils 45 Minuten vor Konzertbeginn


1.KAMMERKONZERT: KLAVIERTRIO „À LA RUSSE“

PETER I. TSCHAIKOWSKY Die Jahreszeiten op. 37a (1876), arrangiert für Klaviertrio von Alexander F. Goedicke (Auswahl)

GEORGI CATOIRE Klaviertrio f-Moll op. 14 (1900)

SERGEI RACHMANINOW Trio élégiaque Nr. 2 d-Moll op. 9 (1893)

Zum Auftakt der Kammermusik-Saison im Landesmuseum spielt das Klaviertrio Hannover um Konzertmeisterin Lucja Madziar russische Werke. Nach einer Auswahl der zwölf Sätze aus Tschaikowskys Klavierzyklus „Die Jahreszeiten“ (arrangiert für Klaviertrio) stehen zwei große Werke der Trio-Literatur auf dem Programm. Georgi Catoire, Sohn einer aus Frankreich eingewanderten Familie, ist in Westeuropa weitgehend unbekannt, war aber als Kompositionsprofessor am Moskauer Konservatorium von 1917 bis zu seinem Tod 1926 höchst einflussreich und anerkannt.

Sein Klaviertrio op. 14 ist das erste einer Reihe gewichtiger Kammermusikwerke. Das „elegische“ Trio Nr. 2 des jungen Sergei Rachmaninow entstand unter dem schockierten Eindruck des völlig unerwarteten Todes von Peter I. Tschaikowsky. Mit drei Sätzen und etwa 45 Minuten Spieldauer gehört es zu den Schwergewichten der Gattung.

MIT dem Klaviertrio Hannover: Lucja Madziar (Violine), Johannes Krebs (Violoncello) und Katharina Sellheim (Klavier)

 SO, 21.10.2018, 11:00 UHR, NIEDERSÄCHSISCHES LANDESMUSEUM HANNOVER

—| Pressemeldung Staatsoper Hannover |—

Hamburg, Elbphilharmonie, NDR Elbphilharmonie Orchester – Saisoneröffnung, IOCO Kritik, 04.09.2018

September 4, 2018 by  
Filed under Elbphilharmonie, Hervorheben, Konzert, Kritiken

Elbphilharmonie Hamburg

 Elbphilharmonie Hamburg / Prominente Spielstätte _ Philharmonisches Staatsorchester Hamburg © Ralph Lehmann

Elbphilharmonie Hamburg / Prominente Spielstätte _ Philharmonisches Staatsorchester Hamburg © Ralph Lehmann

 NDR Elbphilharmonie Orchester – Saisoneröffnung

Bolero –  Präzise wie ein Uhrwerk – Bis zur Ekstase

Von Patrik Klein

Krzysztof Urbanski dirigiert Maurice Ravel und Guillaume Connesson

Vor dem letzten Stück des Abends, Maurice Ravels Bolero, betritt der erste Gastdirigent des Orchesters unter dem Applaus des Publikums das Podium; schreitet an seinen Musikern vorbei, springt mit einem Satz und einem Lächeln im Gesicht in den Gang im vorderen Parkett und sucht sich in Seelenruhe einen freien Platz in Reihe 10. Die Beine überkreuzt blickt er zum Konzertmeister und die kleine Trommel beginnt ohne ihn mit der 169 Mal wiederholten Rhythmusfigur. Die wie Mathematik anmutende Musik, die tatsächlich keinen Dirigenten, sondern einen perfekten Trommler braucht, ist auf einem Ostinato-Rhythmus im 3/4 -Takt aufgebaut, der von einer, später von zwei Kleinen Trommeln gespielt und während des ganzen Stückes durchgehalten wird. (die beiden Schlagzeuger erhalten am Schluss des Konzertes auch einen entsprechend verdienten, riesigen Applaus). Darüber werden zwei 16-taktige Melodien in insgesamt 18 Variationen gespielt, die dann zu einem grandiosen, beinahe orgiastischen Finale führen.

Die neue Saison 2018/19 in der Elbphilharmonie Hamburg bietet erneut ein breites Spektrum an klassischer Musik. Alle Konzerte des NDR Elbphilharmonie Orchesters Hamburg sind bereits jetzt praktisch ausverkauft. Der „Run“ auf Tickets ist nach wie vor ungebrochen.

Elbphilharmonie / NDR Elbphilharmonie Orchester zur Saisoneröffnung © Patrik Klein

Elbphilharmonie / NDR Elbphilharmonie Orchester zur Saisoneröffnung © Patrik Klein

Für Kontinuität sorgt dabei vor allem der charismatische Erste Gastdirigent Krzysztof Urbanski, der die ehrenvolle Aufgabe der Saisoneröffnung und darüber hinaus fünf weitere Programme im Abonnement übernimmt. Ihm zur Seite stehen mit Herbert Blomstedt, Christoph Eschenbach und Christoph von Dohnányi unsere ehemaligen Chefdirigenten sowie mit Marek Janowski, Semyon Bychkov und Paavo Järvi weitere Gäste von internationalem Rang. Akzente in Sachen Moderne setzen u. a. Ingo Metzmacher, George Benjamin und François-Xavier Roth. Zum ersten Mal am Pult des Orchesters begrüßt das NDR Elbphilharmonie Orchester Mirga Gražinytc-Tyla und Omer Meir Wellber, zwei spannende Shootingstars der Dirigentenszene. Die Opening Night stand ganz im Zeichen französischer Musik und wurde Live im Internet und auch auf dem Vorplatz der Elbphilharmonie übertragen.

Das Programm der Saisoneröffnung 2018/19:

Maurice Ravel ( 1875 – 1937)
1. Daphnis et Chloe  –  Fragments symphoniques, deuxieme serie
I. Lever du jour (Tagesanbruch) –
II. Pantomime (Die Liebe zwischen Pan und Syrinx) –
III. Danse generale (Schlusstanz, Bacchanal)
2. Konzert für Klavier und Orchester G-Dur (Pianist Jean-Yves Thibaudet musste sein Kommen leider absagen. An seiner Stelle spielte Bertrand Chamayou, ein weiterer französischer Pianist der Extraklasse)
I. Allegramente
II. Adagio assai
III. Presto

Guillaume Connession ( *1970 )
3. Les Trois cites de Lovecraft (Entstehung: 2017 | Uraufführung: Utrecht, 13. Oktober 2017)
I. Celephais
II. Kadath
III. La Cite du soleil couchant

Maurice Ravel ( 1875 – 1937)
4. Bolero

Daphnis et Chloé ist ein Ballett in einem Akt mit drei Partien (Szenen) von Maurice Ravel, beschrieben als „Symphonie chorégraphique“ (choreografische Symphonie). Das Szenario wurde von Michel Fokine nach einer Romanze des griechischen Schriftstellers Longus adaptiert, die vermutlich um das 2. Jahrhundert nach Christus entstand. Die Geschichte handelt von der Liebe zwischen dem Ziegenhirten Daphnis und der Hirtin Chloé.
Ravel begann die Arbeit an der Partitur im Jahr 1909 nach einem Auftrag von Sergei Diaghilev. Es wurde am 8. Juni 1912 im Pariser Théâtre du Châtelet von seinen Ballets Russes uraufgeführt. Das Orchester wurde von Pierre Monteux geleitet, die Choreographie von Michel Fokine.

Fast eine Stunde lang ist Daphnis et Chloé Ravels längste Arbeit. Trotz der Dauer des Balletts geben vier unterscheidbare Leitmotive der Partitur musikalische Einheit. Die Musik, die zu den leidenschaftlichsten des Komponisten zählt, wird allgemein als eine der besten von Ravel angesehen, mit außerordentlich üppigen Harmonien, die typisch für die impressionistische Bewegung in der Musik sind. Bereits zu Lebzeiten des Komponisten beschrieben zeitgenössische Kommentatoren dieses Ballett als sein Meisterwerk für Orchester. Ravel extrahierte Musik aus dem Ballett, um daraus zwei Orchestersuiten zu komponieren, die mit oder ohne Chorus gespielt werden können. Besonders beliebt ist die zweite Suite, die einen Großteil des letzten Teils des Balletts umfasst und mit der „Danse générale“ endet. .

Das Wesentliche dieses dritten Teils: Am Morgen in der Grotte der Nymphen. Es gibt keinen Laut als das Rauschen von Bächen, die durch den Tau erzeugt werden, der aus den Felsen rieselt. Daphnis liegt bewusstlos am Eingang der Grotte. Allmählich bricht der Tag. Die Lieder der Vögel sind zu hören. In der Ferne geht ein Hirte mit seiner Herde. Ein anderer Hirte kreuzt im Hintergrund. Eine Gruppe von Hirten entdecken Daphnis und Chloé. Sie werfen sich in die Arme. Daphnis bemerkt Chloés Kranz. Sein Traum war eine prophetische Vision. Die Intervention von Pan ist offensichtlich. Daphnis und Chloé spielen die Geschichte von Pan und Syrinx in pantomimischer Art. Chloé spielt die junge Nymphe, die auf der Wiese wandert. Daphnis als Pan erscheint und erklärt seine Liebe. Die Nymphe weist ihn zurück. Der Gott wird eindringlicher. Sie verschwindet im Schilf. Verzweifelt pflückt er mehrere Stängel zu einer Flöte und spielt melancholisch. Chloé taucht wieder auf und interpretiert in ihrem Tanz die Akzente der Flöte. Der Tanz wird immer lebhafter und in einem wahnsinnigen Wirbeln fällt Chloé in Daphnis‘ Arme. Vor dem Altar der Nymphen verpfändet er seine Liebe und opfert zwei Schafe. Eine Gruppe von Mädchen tritt verkleidet als Bacchantinnen auf und schüttelt Tamburine. Daphnis und Chloé umarmen sich zärtlich. Eine Gruppe von Jugendlichen eilt auf die Bühne und das Ballett endet mit einem Bacchanale.

Der erste Ton der Opening Night entsteigt bei völliger Dunkelheit. Noch nie gab es so etwas; man hatte einen kurzen Moment den Eindruck, einer technischen Panne beizuwohnen. Flirrende Flötenklänge machen sich wohlig breit und aus der Dunkelheit entwickelt sich ganz allmählich eine rot illuminierte Rückwand hinter dem Podium des Orchesters, die zu einer ersten harmonischen Zusammenkunft der Töne überleitet. Einzelne Flöten klingen aus den oberen Rängen des riesigen, ausverkauften Saales, der in musikalischen und optischen Farben erstrahlt. Ein Wechsel von rot nach gelb wird von samtigen, zärtlichen Streicherklängen begleitet. Beim musikalischen Sonnenaufgang wird nun auch der Konzertsaal wie gewohnt erleuchtet. Orchester und Saal erscheinen in vollem Licht. Das NDR Elbphilharmonie Orchester Hamburg erzeugt unglaublich dichte atmosphärische Klänge aus Maurice Ravels Musik, die einem die ersten „Gänsehautschauer“ bescheren. Ein riesig besetzter Apparat mit acht Kontrabässen, zwei Harfen, einem Harmonium, jeder Menge Schlagwerk und querflötendominierenden Musikern bringen das Ballett Daphnis und Chloé in intensivster Weise zum Ausdruck. Besonders typisch für die Musik Ravels und die Musik in dieser Zeit; die Querflöten sind dauerbeschäftigt und sorgen für imposante Momente. Krzysztof Urba?ski dirigiert leidenschaftlich, mal behutsam, mal ekstatisch. Er scheint ganz in die Musik vertieft zu sein, tänzelt leicht auf dem Podium mit oft großen Handbewegungen das Orchester auswendig führend. Die Musiker folgen seinem Dirigat bereitwillig. Rhythmische Wechsel im finalen Tanz, die an trabenden Pferde erinnern, steigern sich bis zu einer musikalische Ekstase immer wieder eingefangen und erneut aufbrausend bis schließlich Chloé in Daphnis‘ Arme fällt.

Maurice Ravel komponierte das Klavierkonzert in G-Dur zwischen 1929 und 1931. Das Werk besteht aus drei Sätzen: Allegramente, Adagio assai, und Presto. Nach seiner erfolgreichen Konzerttournee durch Amerika wollte Ravel das Werk ursprünglich selber uraufführen. Gesundheitsbeschwerden hinderten ihn jedoch daran. Stattdessen wurde das Konzert am 14. Januar 1932 durch Ravel am Dirigentenpult des Orchestre Lamoureux und Marguerite Long am Flügel uraufgeführt. Long war eine für ihre Interpretationen der Werke Gabriel Faurés und Claude Debussys bekannte Pianistin und hatte Ravel bereits vorher um ein neu aufzuführendes Werk gebeten. Ravel wurde während seiner Amerikatournee mit dem zu dieser Zeit in Paris und den Vereinigten Staaten hochmodernen Jazz vertraut und zeigte sich in höchstem Maße beeindruckt. Dieser Einfluss zeigte sich auch in dem Konzert, das durch Jazzharmonien und -eigenheiten geprägt ist.

Elbphilharmonie / NDR Elbphilharmonie Orchester zur Saisoneröffnung im Vordergrund links Bertrand Chamayou, Klavier; mittig Krzysztof Urbanski Dirigent © Patrik Klein

Elbphilharmonie / NDR Elbphilharmonie Orchester zur Saisoneröffnung im Vordergrund links Bertrand Chamayou, Klavier; mittig Krzysztof Urbanski Dirigent © Patrik Klein

1. Satz Allegramente
Der erste Satz wird von einem einzelnen Peitschenschlag eröffnet. Ihm folgt eine Mischung der bekannten Baskischen und Spanischen Klänge aus Ravels Jugend mit dem neu entdeckten Jazz-Klang.
Bertrand Chamayou spielt mit viel Einfühlungsvermögen und Präzision die zum Teil extrem schwierigen und virtuosen Phrasen. Mit einer hohen Dynamik, zarten bis kräftigen Anschlägen und intensiver Abstimmung mit dem Orchester gelingt ein intensiver, funkenübertragender Klang ins Publikum. Krzysztof Urbanski dirigiert diesmal mit Partitur und treibt die Musik mit zügigen Tempi voran. Besonders prägnant gelingt das Wechselspiel des Klaviers mit der Harfe und weiteren Instrumentengruppen. Am Ende des ersten Satzes kann sich auch das Publikums der eigentlich gegebenen Etikette nicht anschließen und applaudiert ungebremst vor Begeisterung.
2. Satz Adagio assai
Im krassen Gegensatz zum vorigen Satz ist der zweite, in Brückenform geschriebene Satz sehr ruhig, fast von Mozart’scher Klarheit. Obwohl sie scheinbar mühelos zu spielen ist, sagte Ravel selbst über die eröffnende Melodie: »Dieser fließende Ausdruck! Wie ich ihn Takt für Takt überarbeitet habe! Er brachte mich beinahe ins Grab!«
Sanft, aber bestimmt beginnt Bertrand Chamayou. Die melancholische Stimmung überträgt sich fließend in den Saal. Klavier und Orchester zaubern eine sphärische Stimmung, die sich leicht aufbrausend entwickelt, aber immer noch getragen wird von melancholischer Tristesse. Der lang angehaltene Schlusston, in den leider ein Klingelton eines Besucherhandys platzt, löst die Anspannung.
3. Satz Presto
Der dritte Satz in verkürzter Sonatenform nimmt die Intensität des ersten mit seinen schnellen Melodien und schwierigen Passagen auf. Das Klavier führt das erste Thema ein, eine schnelle Akkordfolge, bevor es durch dissonante Zwischenrufe der Holz- und Blechbläser gestört wird. Es wird dennoch weitergeführt, auch wenn sich die Zwischenrufe auf das gesamte Orchester ausweiten.
Furios beginnt der Satz wieder mit einem integrierten Peitschenknall. Hörner und Posaunen übernehmen den Rhythmus und umrahmen den virtuosen Pianisten Bertrand Chamayou, der häufig die Hände überkreuzt und sein ganzes Können aufblitzen lässt. Jazzige Harmonien prägen wieder den schnell im Tempo sich entwickelnden Satz, der mit einem gewaltigen Paukenschlag beendet wird.

Großer Jubel für Bertrand Chamayou, der sich mit Maurice Ravels „Pavane pour une infante défunte“ beim Hamburger Publikum bedankt.

Guillaume Connession
Les Trois cites de Lovecraft
Guillaume Connesson ließ sich von Howard Phillips Lovecrafts ((1890 – 1937) der Schriftsteller gilt als Pionier der fantastischen Horrorliteratur) fantastischer Welt anregen. Inspirationsgrundlage seines im Oktober 2017 uraufgeführten Orchesterwerks Les Trois cites de Lovecraft ist die genannte Novelle, vor allem „Die Visionen der Städte, mal wunderbar, mal erschreckend, die der Held des Textes durchläuft“. Seine Komposition beschreibt er als „Sinfonische Reise in drei Sätzen in das traumhafte Universum von H. P. Lovecraft.“ Die „Lovecraft-Geografie“ sei dabei „so präzise und voller Vorstellungskraft“, dass Connesson sie nur „mit einer üppigen Orchesterpalette“ malen konnte. „Ich habe in den drei Sätzen sehr differenzierte Schreibtechniken angewandt, um den für Lovecraft so typischen barocken Aberwitz mit der Vielfalt der Farben meines Orchesters wiederzugeben.“

In brillanten Farben hat Connession daher den 1. Satz seines Werks gehalten. Blechbläserfanfaren beschreiben zunächst ein Bronzetor, bevor sich eine Melodie der Violinen in das Treiben einer geschäftigen Traum-Metropole stürzt. Ungewöhnliche Klänge breiten sich für den neugierigen Zuhörer aus. Kastagnetten und Knallgeräusche, gestopfte Tuben, und ein sich rhythmisch bewegender Dirigent Krzysztof Urbanski vor seinem großen Musikinstrument. Irgendwie klingt das Orchester unter seiner Leitung maximal motiviert, konzentriert, auf den Stuhlkanten hockend meist mit lächelnden Zügen in den meisten Gesichtern. Ganz unverhohlen mag man denken, warum er nicht mehr als nur der ständige Gastdirigent des immer besser werdenden Hamburger Klangkörpers ist.

Im 2. Satz verleihen Trompeten einer bunten, heidnischen Feier Ausdruck, woraufhin ein Aufgriff des 1. Themas in Form eines ruhigen Chorals den „Rosenkristallpalast der Siebzig Köstlichkeiten“ zeichnet. Die „Sieben Prozessionen der Orchideen-gekrönten Priester“ sind sodann als großes Crescendo über ein 7-taktiges Ostinato gestaltet. Im großen Gegensatz zum strahlenden ersten Satz schildert die Musik die düstere Stadt der alten Götter. Sie liegt inmitten einer eisigen Wüstenregion („Le plateau de Leng“), die Connesson mit Klageliedern der Bratschen über dem Rauschen der Windmaschine das inneres Auge des Zuhörers ruft. Ein Thema der Violinen wird bald von zwölftönigen Passagen kontrastiert, die in dissonanten Akkorden gipfeln. „Das Schloss der Großen Alten“ prägt ein vom Violinen-Thema abgeleiteter, weicher Blechbläserchoral, bevor „Der Thronsaal und die Fackelträger“ einen Tanz über ebendieses Thema anstößt. Mit ihm nähert sich der unheimliche Gesandte der alten Götter in Gestalt eines Pharaos, der darüber aufklärt, dass die Stadt, die er in seinen Träumen gesehen hat, nichts anderes als die Summe seiner verklärten Kindheitserinnerungen an seine Heimat ist. „Um ihm eine Stimme zu geben„, so Connession,wählte ich eine Solo-Bratsche, die in Halb- und Vierteltönen singt.“ Ohne Unterbrechung schließt sich der 3. Satz an: ein musikalisches Abbild ebenjener wunderbaren Traumstadt aus Gold in Form eines berauschenden, an Bernsteins West Side Story und Strawinskys Frühlingsopfer erinnernde zum Schluss orgiastisch gesteigerten Tanzes. Frenetischer Applaus im Großen Saal der Elbphilharmonie Hamburg.

Boléro, ein Orchesterstück des französischen Komponisten Maurice Ravel, gilt heute als eines der meistgespielten Werke der Orchesterliteratur.

 Elbphilharmonie / NDR Elbphilharmonie Orchester zur Saisoneröffnung hier nach Ravels Bolero © Patrik Klein

Elbphilharmonie / NDR Elbphilharmonie Orchester zur Saisoneröffnung hier nach Ravels Bolero  © Patrik Klein

Die Komposition entstand in der Zeit von Juli bis Oktober 1928 und ist Ida Rubinstein gewidmet. Die Tänzerin hatte 1927 Maurice Ravel gebeten, für sie ein Musikstück in der Form eines spanischen Balletts zu entwerfen. Ravel entschloss sich zu einer ganz einzigartigen Komposition: „Ein ein-sätziger Tanz, sehr langsam und ständig gleich bleibend, was die Melodie, die Harmonik und den ununterbrochen von einer Rührtrommel markierten Rhythmus betrifft. Das einzige Element der Abwechslung ist das Crescendo des Orchesters.“

Die schnelle Popularität seines Werkes blieb dem Komponisten jedoch zeitlebens fremd. Zu seinem Kollegen Arthur Honegger sagte Maurice Ravel: „Ich habe nur ein Meisterwerk gemacht, das ist der Bolero; leider enthält er keine Musik.“
Krzysztof Urbanski bleibt beinahe zwanzig Minuten auf seinem Parkettplatz sitzen und lauscht genüsslich seinen Musikern. Das Publikum indes, gespickt mit allerlei Prominenz aus Hamburgs kulturellem Leben, ist hingerissen von der präzisen und am Ende orgiastischen Steigerung der Musik Maurice Ravels. Krzysztof Urbanski vermeidet es nun, das Podium zu betreten, denn er will den frenetischen Applaus des Publikums nur für seine Musiker. Als Zugabe wird das Finale „Da capo“ wiederholt, diesmal mit dem Meister ohne Partitur und Taktstock, dafür noch etwas waghalsiger im Tempo und mit einigen zusätzlichen Akzenten bei verschiedenen Instrumentengruppen.
Man darf gespannt sein auf die weiteren Konzertereignisse mit dem Elbphilharmonie Orchester Hamburg.

—| IOCO Kritik Elbphilharmonie Hamburg |—

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