Hagen, Theater Hagen, Joseph Trafton – GMD bis 2025, IOCO Aktuell, 28.04.2021

April 28, 2021 by  
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Theater Hagen

Theater Hagen bei Nacht © Stefan Kuehle

Theater Hagen bei Nacht © Stefan Kuehle

 Joseph Trafton – GMD –  bleibt bis mindestens 2025

Der Vertrag des seit 2017 bei der Theater Hagen gGmbH tätigen Generalmusikdirektors Joseph Trafton ist nach einem entsprechenden Ratsbeschluss vom 15. April 2021 bis zum Ende der Spielzeit 2024/25 verlängert worden.

Theater Hagen – Sinfoniekonzert mit Joseph Trafton
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Joseph Trafton begeisterte das Hagener Publikum in den letzten Jahren als Dirigent von Sinfonie- und Sonderkonzerten in der Stadthalle sowie zahlreichen Opernabenden im Theater Hagen. Die von ihm aufgestellten Konzertspielpläne zeichneten sich durch abwechslungsreiche Programme aus, die bekannte Werke der Konzertliteratur assoziationsreich mit außergewöhnlichen Stücken kombinierten. Als Mitglied der Theaterleitung sorgte GMD Joseph Trafton zudem für ein spürbar hohes musikalisches Niveau der Musiktheatersparte am Theater Hagen.

Entsprechend zufrieden zeigte sich die Hagener Kulturdezernentin Margarita Kaufmann: „Es spricht für die Qualität der Arbeit im Theater Hagen und für die Musikstadt Hagen, dass ein hoch musikalischer und ideenreicher Generalmusikdirektor sich im Theater und in unserer Stadt vier weitere Jahre engagieren wird.“

Theater Hagen / GMD Joseph Trafton © Leszek Januszewski

Theater Hagen / GMD Joseph Trafton © Leszek Januszewski

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats der Theater Hagen gGmbH, Wolfgang Röspel, sieht mit dieser Entscheidung die Kontinuität im Theater gewahrt. Joseph Trafton und Intendant Francis Hüsers sind nunmehr beide bis 2025 in Hagen unter Vertrag. Wolfgang Röspel vertraut dieser bewährten künstlerischen Leitung und ist sich sicher, dass das Haus unter dieser Führung nach der Corona-Krise wieder mit vielen spannenden Projekten und viel Enthusiasmus das Publikum für Theater, Musik und Ballett begeistern wird.

Geschäftsführer Dr. Thomas Brauers und Intendant Francis Hüsers freuen sich gemeinsam mit der Mitarbeiterschaft im Theater auf eine auch in Zukunft fruchtbare Zusammenarbeit mit Joseph Trafton als Hagener Generalmusikdirektor.

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Wien, Wiener Staatsoper, Streaming 12. – 18.1.2021 – Das schlaue Füchslein und mehr, IOCO Aktuell, 16.01.2021

Januar 16, 2021 by  
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Wiener Staatsoper

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Wiener Staatsoper
12. BIS 18. JÄNNER 2021  –  STREAMING-SPIELPLAN  

»Wir haben dicke Igel, Fliegen, eine hysterisch geigende Heuschrecke, eine etwas blödsinnige Grille, einen Gockel, der vor Imponiergehabe nur so strotzt, einen armseligen Hund, einen ärgerlichen Dachs, der in seiner Höhle vor sich hinstinkt, eine Gelse, die wirklich sticht, einen Frosch und eine Füchsin, die sich nicht unterdrücken lassen will«, so skizzierte Regisseur Otto Schenk seinen Blick auf das tierische Personal der Oper Das schlaue Füchslein. Sie alle versammeln sich in einem geradezu naturalistisch nachempfundenen Wald und erzählen eine psychologisch angereicherte Geschichte: geschrieben von Leoš Janacek, der mit seiner siebenten Oper autobiografisch und etwas wehmütig über Jugend und den Kreislauf des Lebens nachsann. Dirigiert von Tomáš Netopil singen in der Aufzeichnung unter anderem Chen Reiss und Roman Trekel.

Bo Skovhus © IOCO

Bo Skovhus © IOCO

Mit der Götterdämmerung unter Adam Fischer vollendet die Wiener Staatsoper ihren gestreamten Ring-Zyklus aus dem Jahr 2016: es singen Christian Franz (Siegfried), Linda Watson (Brünnhilde) und Eric Halfvarson (Hagen). Ebenfalls aus diesem Jahr stammt der Falstaff, der tags darauf zu erleben ist. Zubin Mehta leitet eine von David McVicar inszenierte Produktion von Verdis letzter Oper, die mit einer in die Musikgeschichte eingegangenen riesenhaften Fuge endet, in der das Fazit des Werkes – alles ist Narrheit auf Erden – musikalisch durchdekliniert wird. Zu hören ist ein hochkarätiges Solistenensemble, das von Ambrogio Maestri in der Titelpartie angeleitet wird. Bevor Alban Bergs Lulu – in der Inszenierung Willy Deckers – zu erleben ist (aus dem Jahr 2017, unter Ingo Metzmacher singen unter anderem Bo Skovhus und Agneta Eichenholz), gibt es zwei Abende aus dem Jahr 2020: Rusalka (mit Piotr Beczala und Olga Bezsmertna) und den aktuellen Rosenkavalier unter Musikdirektor Philippe Jordan.

Der Ballettklassiker Giselle (aus dem Jahr 2017) u. a. mit Nina Poláková, Masayu Kimoto und Rebecca Horner steht am 18. Jänner auf dem Streaming-Programm.

Alle unten angeführten Streams sind in Österreich wie auch international kostenlos auf der Webseite play.wiener-staatsoper.at verfügbar. Beginn ist jeweils um 19.00 Uhr, die Übertragungen sind 24 Stunden lang abzurufen.

Das schlaue Füchslein – Leos Janacek
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Das Programm bis einschließlich 18. Jänner 2021:

Dienstag, 12. Jänner 2021, 19.00 Uhr
Leos Janácek
DAS SCHLAUE FÜCHSLEIN (Vorstellung vom 11. April 2016)
Musikalische Leitung: Tomáš Netopil
Inszenierung: Otto Schenk
Mit u.a.: Chen Reiss, Roman Trekel, Hyuna Ko, Joseph Dennis, Paolo Rumetz, Marcus Pelz

Mittwoch, 13. Jänner 2021, 19.00 Uhr
Richard Wagner
GÖTTERDÄMMERUNG (Vorstellung vom 24. Jänner 2016)
Dritter Tag des Bühnenfestspiels
Musikalische Leitung: Adam Fischer
Inszenierung: Sven-Eric Bechtolf
Mit u.a.: Christian Franz, Linda Watson, Eric Halfvarson, Jochen Schmeckenbecher

Falstaff – Giuseppe Verdi
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Donnerstag, 14. Jänner 2021, 19.00 Uhr
Giuseppe Verdi
FALSTAFF (Vorstellung vom 12. Dezember 2016)
Commedia lirica in drei Akten
Musikalische Leitung: Zubin Mehta
Inszenierung: David McVicar
Mit u.a. Ambrogio Maestri, Ludovic Tézier, Paolo Fanale, Carmen Giannattasio, Hila Fahima

Freitag, 15. Jänner 2021, 19.00 Uhr
Antonín Dvorák
RUSALKA (Vorstellung vom 4. Februar 2020)
Lyrisches Märchen in drei Akten
Musikalische Leitung: Tomáš Hanus
Inszenierung: Sven-Eric Bechtolf
Mit u.a.: Piotr Beczala, Olga Bezsmertna, Jongmin Park, Elena Zhidkova, Monika Bohinec

Samstag, 16. Jänner 2021, 19.00 Uhr
Richard Strauss
DER ROSENKAVALIER (Vorstellung vom 18. Dezember 2020)
Komödie für Musik in drei Akten
Musikalische Leitung: Philippe Jordan
Inszenierung: Otto Schenk
Mit u.a.: Martina Serafin, Daniela Sindram, Günther Groissböck, Erin Morley, Jochen Schmeckenbecher

Sonntag, 17. Jänner 2021, 19.00 Uhr
Alban Berg (Orchestrierung des 3. Aktes komplettiert von Friedrich Cerha)
LULU (Vorstellung vom 12. Dezember 2017)
Oper in drei Akten
Musikalische Leitung: Ingo Metzmacher
Inszenierung: Willy Decker
Mit u.a.: Agneta Eichenholz, Bo Skovhus, Charles Workman, Angela Denoke, Franz Grundheber

Montag, 18. Jänner 2021, 19.00 Uhr – Ballett
Adolphe Adam
GISELLE (Vorstellung vom 28. September 2017)
Musikalische Leitung: Valery Ovsyanikov
Choreographie: Elena Tschernischova nach Jean Coralli, Jules Perrot und Marius Petipa
Mit u.a. Nina Poláková, Masayu Kimoto, Rebecca Horner, Andrey Kaydanovskiy, Alice Firenze, Leonardo Basílio, Solisten und Corps de ballet des Wiener Staatsballetts

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Hagen, Theater Hagen, Aufsichtsrat formiert sich neu, IOCO Aktuell, 12.11.2020

November 11, 2020 by  
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Theater Hagen

Theater Hagen bei Nacht © Stefan Kuehle

Theater Hagen bei Nacht © Stefan Kuehle

Theater Hagen GmbH  –  Aufsichtsrat konstituiert sich neu

Das Theater Hagen: Die Geschichte des Hagener Theater beginnt lange vor der Einweihung des städtischen Schauspielhauses am 5. Oktober 1911: Bereits 1832 gastierten die ersten Wanderbühnen in der damals nur etwa 23.000 Einwohner zählenden Stadt; heute umfasst die Region Hagen über 200.000 Einwohner. Am 5. Oktober 1900 wurde der Hagener Theaterverein gegründet, der gemeinsam mit der Hagener Konzertgesellschaft 1901 den Anstoß zur Errichtung eines eigenen Gebäudes gab. 1909 wurde mit erheblicher privater Beteiligung von Hagener Bürgern die »Theater-AG« gebildet; 1910 trat der Theaterverein der AG bei.

Das Engagement von Theaterbegeisterten aus Stadt und Region trug damit entscheidend dazu bei, dass Hagen seine eigene Bühne erhielt – das Theater Hagen bietet heute in seinem „Haupthaus“ Platz für 800 Besucher, es versteht sich deshalb bis heute stolz als »Bürgertheater«.

Die Blume von Hawaii – Paul Abraham 
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Die Blume von Hawaii – Paul Abraham – IOCO Rezension

Francis Hüsers ist seit der Spielzeit 2017/18 Intendant des Theater Hagen. Auch künstlerisch ist er dort tätig: als Dramaturg bei der europäischen Erstaufführung der Oper Everest von Joby Talbot, im Mai 2018 von Johannes Erath in Hagen inszeniert; bei Verdis Simon Boccanegra in der Regie von Magdalena Fuchsberger; bei Wagners Tristan und Isolde und Hindemiths Cardillac, beides in der Regie von Jochen Biganzoli; als Regisseur bei Molly Bloom nach Ulysses von James Joyce; den hauseigenen Schauspielinszenierungen von Schillers Die Räuber und Shakespeares Ein Sommernachtstraum, der Koproduktion von Monteverdis Combattimento di Tancredi e Clorinda mit dem Osthaus Museum Hagen; den Opern Dido and Aneas von Henry Purcell, und Les Contes d’Hoffmann von Jacques Offenbach und mehr.

HIER! – Die IOCO Rezension zu Francis Hüsers Inszenierung von Les Contes d´Hoffmann am Theater Hagen

Neuwahl des Aufsichtsrat  –  Theater Hagen gGmbH

Die Wahlperiode des bisherigen Theater-Aufsichtsrats endete im Oktober 2020. Anlässlich der letzten Sitzung des alten Aufsichtsrats bedankten sich Geschäftsführer Dr. Thomas Brauers und Intendant Francis Hüsers für die über die Jahre so wirksame und unterstützende Arbeit des gesamten Aufsichtsrats, der nach den Worten der beiden in abwechslungsreichen, aber auch sehr schwierigen Zeiten agierte.

Entgegen vereinzelter Kritik hatte sich der Aufsichtsrat mit vielen grundlegenden Aufgabenstellungen befasst. Neben der Gesellschaftsgründung in 2015 in finanziell ohnehin schwierigen Zeiten gehörte die Umsetzung der Einsparvorgaben des Rates bei gleichzeitigem Erhalt aller Theatersparten und zuletzt auch der offensive Umgang des Theaters mit den Restriktionen der Corona-Pandemie zu den wichtigsten Themenstellungen. Außerdem waren in der Amtszeit des Aufsichtsrats Neubesetzungen in diversen Leitungspositionen vorzunehmen.

 Theater Hagen / hier : Theater Geschäftsführer Dr. Thomas Brauers (re) Intendant Francis Hüsers (2. vli) bedanken sich bei scheidenden Aufsichtsratsvorsitzenden Sven Söhnchen (2. v. re) und Stellvertreter Wolfgang Röspel (li)  © Yuliana Falkenberg

Theater Hagen / hier : Theater Geschäftsführer Dr. Thomas Brauers (re) Intendant Francis Hüsers (2. vli) bedanken sich bei scheidenden Aufsichtsratsvorsitzenden Sven Söhnchen (2. v. re) und Stellvertreter Wolfgang Röspel (li)  © Yuliana Falkenberg

So gab es unter anderem Wechsel bei Geschäftsführung, Intendanz, Generalmusikdirektion und Ballettdirektion. All diese wegweisenden Entwicklungen wurden letztlich einvernehmlich zwischen Theaterleitung und Aufsichtsrat herbeigeführt. Besonders würdigten Geschäftsführer und Intendant die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Sven Söhnchen, der für die Neuwahl nicht mehr zur Verfügung steht. Der Aufsichtsrat wurde in der ersten Ratssitzung nach der Kommunalwahl neu zusammengestellt und wird in seiner konstituierenden Sitzung aus seiner Mitte einen neuen Vorsitzenden wählen. In der konstituierenden Ratssitzung hatte man sich bereits darauf verständigt, Wolfgang Röspel als Vorsitzenden des Aufsichtsrats vorzuschlagen. Für die Theaterleitung wäre er ein alter Bekannter, gehörte Röspel doch auch dem alten Aufsichtsrat bereits seit der Gesellschaftsgründung als stellvertretender Vorsitzender an. Dementsprechend optimistisch sieht die Theaterleitung daher auch dem künftigen Zusammenwirken mit dem Vorsitzenden Röspel und den Mitgliedern des neuen Aufsichtsrats entgegen.

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Hagen, Theater Hagen, Die Blume von Hawaii – Paul Abraham, IOCO Kritik, 30.10.2020

Oktober 29, 2020 by  
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Theater Hagen

Theater Hagen bei Nacht © Stefan Kuehle

Theater Hagen bei Nacht © Stefan Kuehle

Die Blume von Hawaii – Paul Abraham

Das Paradies am Meeresstrand – im Theater Hagen

von Viktor Jarosch

Der österreichische Regisseur Johannes Pölzgutter und sein Team zaubern im Theater Hagen Die Blume von Hawaii als eine lebendige revuebetonte Show auf die Bühne, siehe den folgenden Video. Nostalgische Gesänge, Jazz, Stepptanz und Humor (Sean Stephens, Choreographie) fesseln darin, inspirieren die Besucher ungekürzt über zwei Akte  Dazu haucht Martin Gehrke (Licht) bereits zu den – mit kleinem Orchester jazzig gespielten – Klängen der Ouvertüre „Ein Paradies am Meeresstrand“ den Bühnenraum mit satten, vollen Farben, einem leuchtenden Sternenhimmel im Hintergrund nostalgisch-romantischen Südsee-Flair. Auf der Bühne künden im ersten Bild einige Tische vor einem aufwendigen Bühnenvorhang den Varieté-Charakter der Hagener Blume von Hawaii an. Kapitän Stone gibt sich im ersten Bild, bessrer Zeiten gedenkend, dem Alkohol hin; eine Varieté-Sängerin erinnert ihn wieder an das Südseeparadies. Der Vorhang zur „Bühne auf der Bühne“ öffnet sich und eine vom Ensemble des Theater Hagen geformte Revue voller Klänge, Tanz und Farben nimmt ihrem lebensfrohen Lauf; in welcher farbige Lichtprojektionen mit drei prall ausgeleuchteten Palmen – Video, Foto – das Bühnenbild prägen….. Eine lebensfrohe Produktion  im Theater Hagen, sie belebt, sie inspiriert in diesen schwermütigen Corona-Tagen.

Die Blume von Hawaii – als revuebetonte Show im Theater Hagen
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 Paul Abraham (1892 – 1960) 1931 Schöpfer der Blume von Hawaii, wurde  in Apatin, im damaligen Königreich Ungarn, geboren. 1927 noch Kapellmeister im Budapester Operettentheater und Dirigent kleiner Ensembles in Cafés und Jazzkeller, erwuchs er in den frühen 1930er Jahren zu einem der gefragtesten Komponisten Deutschlands. Dem in die Jahre gekommenen Genre „Operette“ gab Abraham neue Akzente; mit den Librettisten Alfred Grünwald (geflüchtet 1938) und Fritz Löhner-Breda (ermordet in Auschwitz) verbanden sie gemeinsam die gefühlsreichen Klänge der Operette mit Rhythmen, Revuen und den 1920er Jahren populären fetzigen Jazzklängen (Abraham 1928: „Die Jazzmusik .ist zur neuen symphonischen Musik geworden).. Seine Werke Viktoria und ihr Husar, Blume von Hawaii und Ball im Savoy wurden mit zahlreichen Hits zu bleibenden zu Welterfolgen; bis ihn, inmitten seiner Erfolge, 1932 die Nazis aus Berlin vertrieben. Abraham flüchtete 1939 in die USA, erkrankte dort physisch und psychisch; er starb geistig umnachtet, völlig verarmt 1960 in Hamburg. Seine Grabstätte dort drohte im Jahr 2000 eingeebnet zu werden: Eine Initiative der Hamburger Kulturbehörde und anderer Institutionen sicherten, sanierten seine Grabstätte für kommende Jahre.

 Theater Hagen / Die Blume von Hawaii - nostalgische Show unter Palmen - hier : Penny Sofroniadou als Raka © Klaus Lefebvre

Theater Hagen / Die Blume von Hawaii – nostalgische Show unter Palmen – hier : Penny Sofroniadou als „American dream-girl“ Raka © Klaus Lefebvre

Hawaii haben weder Paul Abraham noch seine Librettisten je gesehen: Die Blume von Hawaii bedient in moderner Form Publikumsträume und Stereotypen der Zeit: als fesselnder Schauplatz, in welchem das Exotische und das Erotische aufeinander treffen.Die wahre Geschichte der durch Putsch entmachteten letzten hawaiianischen Königin Liliuokalani diente der Operette nur als Schablone. Die Blume von Hawaii. Abraham wollte nicht politisch sein, sondern rhythmisch, selig, nostalgisch: In seinem Werk wächst Operetten-Prinzessin-Laya nach ihrem Sturz sozialisiert in Paris auf; Hawaii ist für sie nur noch Abenteuer. Ihre Rückkehr nach Hawaii erfolgt – operettengerecht – nicht als Laya, sondern als Sängerin Suzanne Provence, eine in Europa bekannt Sängerin. Die folgende Liebesdramaturgie ist, wie die der meisten Operetten komplex, meist wenig logisch.

Der Varieté-orientierte Charakter der Inszenierung im Theater Hagen, mit hinreißend gesungenen „Schlagern“ (My golden Baby; My little boy; Ein Paradies am Meersstrand, Ich hab ein Diwanpüppchen und mehr) verbreitet ungeteilten Frohsinn im Publikum.

Theater Hagen / Die Blume von Hawaii - nostalgische Show unter Palmen - hier : Frank Wöhrmann als der charmant umtriebige Jim Boy © Klaus Lefebvre

Theater Hagen / Die Blume von Hawaii – nostalgische Show unter Palmen – hier : Frank Wöhrmann als der charmant umtriebige Jim Boy © Klaus Lefebvre

Penny Sofroniadou nimmt als Rakain dieser Revue die zentrale Partie eines Conferencier ein, welcher letztlich alle Beteiligten zu ihrem Operetten-Glück führt, sie selbst wird in coolem Stars-and-Stripes-Bikini schließlich zum (Foto oben) Amercan dream-girl. Frank Wöhrmann ist dabei ihr sprachlich wie tänzerisch umtriebiger Partner Jim Boy. Sopranistin Angela Davis wiederum gestaltet die Handlung der Revue mit vielen Songs stimmlich als auch darstellerisch in der großen Doppelrolle als Prinzessin Laya und / oder Suzanne Provence. Und immer begleitet der „Mond von Hawaii“ die Handlung: in vielen Farben ausgleuchtet im Hintergrund der Bühne. Doch auch die anderen großen Partien werden aus dem Ensemble des Theaters blendend besetzt: Richard van Gemert als Prinz Lilo-Taro, Alexander von Hugo als John Buffy, Alina Grzeschik als Bessie Worthington. Mit passender Choreographie gestaltet dazu auch das  Ballett des Theater Hagen mit Filipa Amorim, Noemi Emanuela Martone, Amber Neumann, Suzanne Vis den spielerischen Charakter der Produktion. Rodrigo Tomillo führt als Dirigent sein kleines Orchester in  jazzigen wie nostalgischen Klängen.

Die revuebetont, über zwei Akte gespielte Blume von Hawaii im Theater Hagen ist in diesen Corona-Tagen ersehnter, wichtiger Stimmungsaufheller. Natürlich feierte das  reduzierte Publikum zum Ende Regie, Bühnenbild und alle Solisten auf der Bühne. Die Pause bot erste Gelegenheit im Theaterrestaurant Inszenierung und Darsteller der Produktion mit Freunden „zu begießen“. Leider konnte man die Begeisterung nicht – Restaurant geschlossen – wie gewohnt im anschließenden Premierenplausch fortsetzen.

Die Blume von Hawaii im Theater Hagen; die weiteren Vorstellungen 21.11.; 31.12.2020 (zwei Vorstellungen); 9.1.; 20.1.; 30.01.2021

—| IOCO Kritik Theater Hagen |—

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