Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Oper und Ballett am Rhein im Februar 2020

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Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel – www.foto-drama.de

Oper und Ballett am Rhein im Februar 2020


Sa 01.02. – 19.30 Uhr

Theater Duisburg
PREMIERE: „Roméo et Juliette“ von Charles Gounod

In einer heißen Augustnacht trifft Roméo zufällig auf Juliette. Es ist Liebe auf den ersten Blick, allerdings eine verbotene, denn Juliettes standesgemäße Heirat mit Pâris soll am nächsten Tag stattfinden. Die Macht der Liebe wirkt wie eine Droge auf die beiden, ein dunkel-süßes Gift mit tödlichem Ausgang …

Mit „Roméo et Juliette“ kommt eine der berühmtesten dramatischen Liebesgeschichten der Welt in der Opernversion von Charles Gounod (1818–1893) ins Theater Duisburg. Der französische Romantiker schuf ein lyrisches Drama, das in den großen Duetten zwischen Roméo und Juliette Liebe, Leidenschaft und schließlich Verzweiflung und Tod in große Melodien fasst. Gounod zeichnet in seiner Komposition eine nur dem äußeren Schein nachjagende Gesellschaft und das tragische Scheitern der gegen gängige Normen gelebten Liebe.

Regisseur Philipp Westerbarkei erarbeitet seine 2019 im Opernhaus Düsseldorf präsentierte Inszenierung für die Premiere im Theater Duisburg nun mit einer neuen Besetzung – in den Titelpartien Sylvia Hamvasi als Juliette und Gustavo de Gennaro als Roméo. In starken Bildern und lebensprall herausgearbeiteten Charakteren erzählt er die leidenschaftliche Familientragödie über die Zerstörung des Glücks als düsteren Sommernachtsalbtraum – packend wie ein Krimi.

Die Opernwerkstatt am Dienstag, 28. Januar, um 18.00 Uhr im Theater Duisburg vermittelt in Podiumsgesprächen und einer offenen Probe erste Einblicke in das Stück und die Inszenierung. Eintritt und Platzwahl sind frei.


Di 11.02. – 19.30 Uhr

Foyer im Opernhaus Düsseldorf
Globus Vocalis

Eine Auswahl romantischer Männerchor-Literatur bringt das 17-köpfige Männergesangsensemble Globus Vocalis, bestehend aus  Mitgliedern und Freunden des Chors der Deutschen Oper am Rhein, in seinem diesjährigen Konzert zu Gehör. Neben Werken von Johannes Brahms bis Richard Strauss erwartet das Publikum eine bewährt bunte Mischung aus klassischen und unterhaltsamen Chorstücken; darüber hinaus präsentieren sich auch in diesem Jahr wieder einzelne Sänger der Formation mit solistischen Beiträgen.


Fr 14.02. – 19.30 Uhr

Opernhaus Düsseldorf
PREMIERE: „Alcina“ von Georg Friedrich Händel

Die Zauberin Alcina ist die Herrscherin über eine Insel der Lüste. Mit betörenden Sirenengesängen zieht sie Männer in ihren Bann, verführt sie und verwandelt sie, wenn sie ihrer überdrüssig ist, in Steine, Pflanzen oder Tiere. Auch Ruggiero verliebt sich in die geheimnisvolle Fremde, doch seine Verlobte Bradamante macht sich auf den Weg, ihn zu finden…

Mit „Alcina“ schuf Georg Friedrich Händel (1685 –1759) ein Meisterwerk über die Kunst der Verzauberung, Täuschung und Verblendung. In berührenden Arien lotet er kongenial menschliche Leidenschaften und Enttäuschungen aus. Wenn am Ende Alcinas Zauberreich untergeht, sehen wir hinter der Fassade einer gefährlichen Femme fatale eine zutiefst einsame Frau, die durch die Liebe ihre Macht verliert und umgekehrt erst im Verlust der Macht zu lieben vermag.

Inszeniert wird „Alcina“ von der Niederländerin Lotte de Beer, die in Amsterdam Regie studierte und Meisterschülerin bei Peter Konwitschny war. 2015 gewann sie den International Opera Award als Beste Newcomerin. Ihre Inszenierungen entstanden u. a. für das Theater an der Wien, die Opernhäuser in Tel Aviv, Amsterdam, Kopenhagen, Essen, Leipzig und die Bayerische Staatsoper München. Generalmusikdirektor Axel Kober leitet die Neue Düsseldorfer Hofmusik und eine Riege erstklassiger Solistinnen und Solisten wie Jacquelyn Wagner als Alcina, Maria Kataeva als Ruggiero, Elena Sancho Pereg als Morgana und Wallis Giunta als Bradamante.

Die Opernwerkstatt am Montag, 10. Februar, um 18.00 Uhr im Opernhaus Düsseldorf vermittelt in Podiumsgesprächen und einer offenen Probe erste Einblicke in das Stück und die Inszenierung. Eintritt und Platzwahl sind frei.


Sa 15.02. – 19.30 Uhr

maxhaus Düsseldorf
Meisterklasse unter der Leitung von Bernarda Fink

Erstmals leitet die vielseitige argentinische Mezzosopranistin Bernarda Fink eine Meisterklasse für das Opernstudio der Deutschen Oper am Rhein. Fink gilt als eine der weltweit meist gefragten Lied- und Konzertsängerinnen, die bereits mit etlichen bedeutenden Orchestern und Dirigenten zusammengearbeitet hat. Zudem widmet sie sich  seit Jahren regelmäßig in Meisterkursen der Förderung  junger Sängerinnen und Sänger. Zum Abschluss der Meisterklasse präsentieren die Mitglieder des Opernstudios die von ihnen erarbeiteten Arien und Duette im Düsseldorfer maxhaus.


 So 23.02. – 11.00 Uhr

Foyer im Opernhaus Düsseldorf
Symphoniker im Foyer: Tango Argentino zum Karneval

Lateinamerikanisches Temperament trifft rheinischen Frohsinn – die Karnevalsausgabe der „Symphoniker im Foyer“ wird feurig! Mit Musik aus ihrer Heimat bringen die brasilianisch-chilenische Koloratursopranistin Maria Carla Pino Cury und der venezolanische Tenor Andrés Sulbárán aus dem Opernstudio und der mexikanische Bariton Jorge Espino das Karnevalsensemble der Düsseldorfer Symphoniker in Schwung.


Do 27.02. – 19.30 Uhr

Theater Duisburg 

Wiederaufnahme: „Don Giovanni“ von Wolfgang Amadeus Mozart

Zum Jahreswechsel bekommt die Deutsche Oper am Rhein Zuwachs: Mit seinem Rollendebüt in der Partie des kompromisslosen Draufgängers Don Giovanni stellt sich im Februar erstmals das neue Ensemblemitglied Emmett O’Hanlon dem Publikum vor. Für den irisch-amerikanischen Bariton geht damit ein lang gehegter Traum in Erfüllung: „Als ich die Oper zum ersten Mal sah, verliebte ich mich sofort in die dynamische Natur dieses Charakters. Die Deutsche Oper am Rhein ist der ideale Ort für dieses Debüt. Hier herrscht eine fantastische Atmosphäre, in der ich mich als Künstler optimal entfalten kann – ganz gleich, in welcher Partie!“. Neben Don Giovanni ist Emmett O’Hanlon in dieser Saison am Rhein auch als Kaiser in Viktor Ullmanns „Kaiser von Atlantis“ und Mercutio in Gounods „Roméo et Juliette“ zu erleben.

—| Pressemeldung Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf |—

Lüneburg, Theater Lüneburg, „Le Savoir-vivre“ – Lüneburger Philharmoniker, IOCO Kritik, 17.10.2019

Oktober 17, 2019 by  
Filed under Hervorheben, Konzert, Kritiken, Theater Lüneburg

Theater Lüneburg (c) Violaine Kozycki

Theater Lüneburg (c) Violaine Kozycki

Theater Lüneburg

 Lüneburger Philharmoniker –  Le Savoir-vivre

Französische „Lebenskunst“ erblüht in  Lüneburg

von Thomas Thielemann

Es ist eigentlich recht einfach, sich an einem großen Haus einen Musikgenuss zu verschaffen. Unsere Erfahrungen sind aber, dass die jungen und noch hungrigen Musikschaffenden vor allem an den kleineren Häusern zu finden sind, wo ihnen  Autoritäten nicht im Wege stehen.

Die Ankündigung des ganz eigenen Klangs der französischen Musik der Romantik des 19. und frühen 20. Jahrhunderts hat uns am 13. Oktober 2019 zum 2. Saison-Konzert der Lüneburger Symphoniker „Le Savoir-vivre“ in das Theater Lüneburg mit seinen 542 Plätzen nach Norddeutschland gelockt.

Kompositionen von Camille Saint-Saëns, Erik Satie, Claude Debussy und Charles Gounod standen auf dem Programm. Dirigiert wurde das Konzert von dem jungen 1988 in Lübeck geborene Ulrich Stöcker, der seit der Spielzeit 2017/18 am Theater Lüneburg als „Erster Kapellmeister“ engagiert ist. Als Solistin hatten die Lüneburger Symphoniker die junge, hochbegabte Harfenistin Lea Maria Löffler (Foto) gewonnen.

Theater Lüneburg / Lüneburger Symphoniker © Jochen Quast

Theater Lüneburg / Lüneburger Symphoniker © Jochen Quast

Das „Morceau de conzert für Harfe und Orchester op. 154“ von Camille Saint-Saëns (1835-1921) ist 1918 als eines von drei Konzertstücken als unkonventioneller Beitrag zum Konzertleben komponiert worden. Nach einer hinreißenden Einführung folgen Variationen eines russischen Themas. Die Episoden zwischen Solistin und Orchester wurden von Ulrich Stöcker perfekt ausbalanciert. Die Zurückhaltung des Orchesters lassen die zarten Harfenklänge im Vordergrund.

Den komplizierten Orchesterexzessen seiner Zeit wollte der Außenseiter Erik Satie (1866-1925) schlichte Formen entgegensetzen. Er war es auch, der als erster in Frankreich gegen Richard Wagner rebellierte und seine Kollegen aufforderte, zur Abwechslung mal eigene Wege zu gehen. Ob seiner Verstocktheit und seines Sarkasmus wurden seine genialen Einfälle für Zufälle gehalten. So auch seine „Gnossiennes“, sechs etwa um 1893 geschriebene Klavier-Solokompositionen. Der Begriff Gnossiennes ist eine Schöpfung Saties und möglicherweise von einer Sektenverstrickung und seiner Beschäftigung mit der kretischen Mythologie abgeleitet.

Satie gilt als Vorreiter des Klingeltones. Seine Musik wurde in über einhundert Filmen verwendet. Nachdem im Nachlass Saties bereits Skizzen einer Orchestrierung der dritten Gnossienne aufgefunden worden waren, hat 1939 Francis Jean Marcel Poulenc (1899-1963) die Komposition dem Konzertsaal geöffnet. Mit seiner nur wenige Minuten dauerte Satie-Interpretation gelang es Stöcker, sein Publikum doch zu verblüffen und mitzureißen.

Theaer Lüneburg / Lüneburger Symphoniker - Ulrich Stöcker © Jochen Quast

Theaer Lüneburg / Lüneburger Symphoniker – Ulrich Stöcker © Jochen Quast

Im Pariser Instrumentenbauer-Konstrukt hatten sich im 19. Jahrhundert zwei der Firmen mit der Weiterentwicklung der herkömmlichen diatonischen Harfe beschäftigt und ihre neuen Modelle auf dem Markt etabliert. Der Konkurrenzkampf wurde in den Medien und im Konzertsaal geführt. So wurde 1904 Claude Debussy (1862-1918) vom Instrumentenbauer Pleyel beauftragt, die „Deux Danses für chromatische  Harfe und Streichorchester“ zu komponieren. Debussy schrieb zwei Tänze: den „Danse sacrée“ und den „Danse profane“. Dabei geht der geistliche Tanz ohne Pause in den weltlichen Tanz über.

Erard konnte dann 1905 Maurice Ravel gewinnen, dessen „Introduktion et Allegro für Harfe, Streichquartett, Flöte und Klarinette“ zur Aufführung mit seiner Doppelpedal-Harfe vorzustellen. Letztlich entschieden aber die Musiker und setzten diese als übliche Konzertharfe durch. Mithin hörten wir Debussys „zwei Tänze“ von Lea Maria Löffler auf einer Doppelpedal-Harfe gespielt, begleitet von den 21 Streichern der Lüneburger Symphoniker. Obwohl die Kompositionen Debussys mittlerer Schaffensperiode zuzurechnen sind und  parallel zu so wichtigen Werken wie „La Mer“ entstanden, haben sie eine einfache Tonsprache. Dem Anliegen der Arbeit als Werbebote eines Harfen-Modells zu entsprechen, hatte Debussy die klanglichen Möglichkeiten des Instruments voll ausgereizt, dem Solo einen besonders breiten Raum eingeräumt und eine eingängige melodisch-harmonische Gestaltung  gewählt. Der „Danse sacrée“ wurde von Lea Maria Löffler weich und ausdrucksvoll dargeboten, während der „profane Tanz“ im ¾-Takt recht beschwingt und etwas kullernd daher kam. Ulrich Stöcker mischte sich in das Geschehen kaum ein und konzentrierte sich, die Streicher im Hintergrund zu halten.

Mit einer Zugabe präsentierte die Harfenistin ihre prachtvolle Virtuosität

Dass Charles Gounod (1818-1893) zu den fruchtbarsten Komponisten seiner Zeit gehörte, ist uns dank seiner zwölf Opern, der Vielzahl von Oratorien und Streichquartetten bekannt. Aber als Sinfoniker war er uns kein Begriff. Gounod, mit den Geschwistern Mendelssohn befreundet, hatte auf einer Reise von Rom nach Berlin 1843 in Leipzig Station gemacht, wo zu dieser Zeit Felix in den Kantoreien von St. Thomas und St. Johanni den Nachlass des nahezu vergessenen Johann Sebastian Bach sichtete und für die Nachwelt erschloss. Heute lagern diese Schätze exakt dokumentiert in den klimatisierten Räumen des Bacharchivs. Stundenlang haben die beiden Freunde auf der Orgel der Thomas-Kirche Bach gespielt. Für Gounod öffnete sich ein völlig neuer musikalischer Horizont, von dem vor allem das etwas grenzwertige „Ave Maria“ bekannt ist. Der Gewandhauskapellmeister Mendelssohn machte Gounod aber auch mit seiner „Schottischen Symphonie“ bekannt.

Theater Lüneburg / Harfenistin Laura Maria Löffler © Melissa Rachel Kavanagh

Theater Lüneburg / Harfenistin Laura Maria Löffler © Melissa Rachel Kavanagh

Die Begeisterung Gounods für die deutsche Instrumentalmusik führte ihn in den Jahren 1855 und 1856 zur Komposition seiner beiden Symphonien. Eine spätere dritte blieb unvollendet. Diese Arbeiten waren aber für das französische Musikleben letztlich ungeeignet, weil sich dieses im Wesentlichen auf die Oper konzentrierte. Hinzu kommt, dass er in Aufbau und thematischer Verarbeitung auf die deutschen Klassiker und Frühromantiker zurückgriff. Seine Symphonie in D ist handwerklich gut gearbeitet und im besten Sinne unterhaltsam. Bemerkenswert ist vor allem der zweite Satz, in dem Gounod mit barocken und altertümlichen Wendungen spielt, zugleich aber auf den langsamen Satz in Mendelssohns „Italienischer Symphonie“ anspielt. Die Variation in der Mitte des Satzes mutet wie eine Huldigung an Bach an.

Beim Dirigat der D-Dur Symphonie Gounods stützte sich Ulrich Stöcker auf die sichere Basis der Violinen, die federnd den Ton angaben. Die Herausforderung der gehäuft auftretenden Bläser-Soli wurde von den Lüneburger Philharmonikern respektabel gemeistert, auch wenn das Zusammenspiel mit den Streichern zum Teil etwas kantig wirkte. Besonders lebhaft gelangen die schnellen Sätze. Das Allegro molto strömte regelrecht, während das Scherzo eher tänzerisch daher kam. Die konzentrierten Ansagen des noch jungen Dirigenten wurden von den Musikern freudig aufgenommen und zur Geltung gebracht. Das gewichtige neunminutige Finale ließ Stöcker zunächst streng und fast zögerlich einleiten, bis dann der Hauptteil fröhlich und munter geboten wurde, ohne über das Ziel hinaus zu schießen. Da schimmert bereits eine heranreifende Meisterschaft durch.

Die Lüneburger Stammhörer nahmen das außergewöhnliche Konzert differenziert auf. Kurios war, dass nach dem ersten Satz der Symphonie Beifall aufkam, weil offenbar nach den kurzen Stücken des ersten Konzert-Teiles ein mehrsätziges Werk kaum erwartet worden war.

—| IOCO Kritik Theater Lüneburg |—

Stuttgart, Oper Stuttgart, Orpheus in der Unterwelt von Jacques Offenabch, 04.12.2016

November 3, 2016 by  
Filed under Operette, Premieren, Pressemeldung, Staatsoper Stuttgart

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Oper Stuttgart

Opernhaus Stuttgart / SPIELZEITERÖFFNUNG "OPER OHNE GRENZEN" © Martin Siegmund

Opernhaus Stuttgart / SPIELZEITERÖFFNUNG „OPER OHNE GRENZEN“ © Martin Siegmund

Orpheus in der Unterwelt von Jacques Offenbach

Armin Petras inszeniert erstmals an der Oper Stuttgart

Am Sonntag, 4. Dezember 2016, feiert eine der wildesten und vergnüglichsten Operetten Jacques Offenbachs an der Oper Stuttgart Premiere: Orpheus in der Unterwelt. Sie parodiert den antiken Mythos vom thrakischen Sänger und bringt an der Grenze zwischen Drama und Tragödie stets das Komische zum Vorschein.

Nach seinem gefeierten Dirigat von Hoffmanns Erzählungen in der vergangenen Spielzeit dirigiert Generalmusikdirektor Sylvain Cambreling nun erneut ein Werk Offenbachs. Armin Petras, Intendant des Schauspiels Stuttgart, wird bei dieser Neuproduktion erstmals an der Oper Stuttgart Regie führen. Susanne Schuboth (Bühne) und Dinah Ehm (Kostüme) zeichnen für die Ausstattung verantwortlich. Als Orpheus und Eurydike geben Daniel Kluge und Josefin Feiler aus dem Stuttgarter Solistenensemble ihre Rollendebüts. Zudem werden etliche weitere Ensemblemitglieder zu erleben sein, so etwa Michael Ebbecke als Jupiter, Maria Theresa Ullrich als Juno, Catriona Smith als Diana, André Morsch als Pluto und Heinz Göhrig als Merkur. Die Schauspieler André Jung und Max Simonischek gastieren als Styx beziehungsweise Bacchus.

 Paris / Jacques Offenbach © IOCO

Paris / Jacques Offenbach © IOCO

Anders als im antiken Mythos beginnt Offenbachs 1858 in Paris uraufgeführte „Opéra bouffon“ nicht mit dem jähen Tod von Orpheus‘ geliebter Braut Eurydike auf dem Hochzeitsfest, sondern mit den Streitereien des Ehepaares, dessen glückliche Tage längst vorüber sind: Man betrügt sich gegenseitig mit Schäfern und Nymphen, alles läuft auf eine baldige Scheidung hinaus. Und so ist Orpheus auch zunächst erleichtert, als Eurydikes Geliebter, der sich als Unterwelt-Gott Pluto entpuppt, sie zu sich in den Hades entführt. Erst als die Öffentliche Meinung mit der Drohung einschreitet, Orpheus‘ Ruf zu ruinieren, erklärt er sich zähneknirschend dazu bereit, Eurydike aus dem Hades zurückzuholen.

Das Produktionsteam um Armin Petras wird zur Premiere eine neue Fassung des Werkes mit Texten des Regisseurs zeigen. Regisseur Armin Petras über Orpheus in der Unterwelt:  So wie Jacques Offenbach sich in seinem Orpheus an die Potenziale der antiken Mensch-Götter-Beziehung erinnert und das im Hades beziehungsweise Olymp versammelte Personal für eine satirische Gesellschaftsstudie über das Paris des mittleren 19. Jahrhunderts wiederbelebt, bringt es Fernando Pessoa einige Jahre später in seinem Buch Die Rückkehr der Götter auf den Punkt: Die Götter sind nicht gestorben: Unsere Vision von ihnen ist gestorben. Wir sehen sie nicht mehr. Aber die Götter bestehen fort, sie leben, wie sie gelebt haben, mit derselben Göttlichkeit. Ihre Gegenwart vereinfacht und verschönert. Die Wiederauferstehung der vielgestaltigen antiken Götterwelt stellt, und davon berichten Offenbach wie Pessoa, die übermächtigen christlichen Moralstandards in Frage. Wenn richtig und falsch sich aber nicht mehr ohne weiteres auseinanderhalten lassen, entstehen erste Zweifel am Status quo.

Und auch die Öffentliche Meinung gerät in Konfusion. Lag zu diesem Zeitpunkt vielleicht schon etwas davon in der Luft, was sich nur wenig mehr als zehn Jahre nach der Uraufführung von Orpheus in der Unterwelt in Frankreich ereignen sollte und als ,La Commune‘ in die Geschichtsbücher eingegangen ist? Inmitten der von der Arbeiterschaft initiierten Kurzrevolution von 1871, die wie selten zuvor konkrete Ideen einer demokratisch-sozialen Gesellschaftsordnung mit sich führte, traten auch einige äußerst selbstbewusste Frauen hervor, die sich dem Bürgertum entgegenstellten. Als eine mit diesen Persönlichkeiten verwandte Figur stelle ich mir Eurydike vor. Aus dem Proletariat stammend, durchschreitet sie nach eigener Wahl die verschiedenen Möglichkeiten sozialer Positionierung. Und dies sehr radikal, weil ihr Weg immer aufs Neue der Weg einer Liebenden ist: Auf diese Weise verbindet Eurydike sich mit dem opportunistischen Bildungsbürger Orpheus, dem widersprüchlichen Untergrundchef Pluto und dem herrschenden Tyrannen Jupiter, um schließlich in der Unterwelt, die sie als ihre Heimat erkennt, erneut Wurzeln zu schlagen. Von dort aus ersinnt sie eine Revolution, die ganz andere Auswirkungen haben soll als jene, die kurze Zeit zuvor im Olymp von ein paar gelangweilten Göttern gegen Jupiter geführt wurde und innerhalb weniger Minuten ergebnislos verpuffte.“   PMOSt

Öffentliche Probe:  Samstag, 12.11.2016, 9.45 – 11.30 Uhr, Opernhaus, Regisseur Armin Petras gibt Einblicke in die Probenarbeit.

Einführungsmatinee Sonntag, 27. November 2016, 11 Uhr im Opernhaus, Foyer I. Rang
Das Produktionsteam gibt interessierten Opernbesuchern einen Einblick in die Konzeption der Neu-inszenierung., Nach(t)gespräche Freitag, 09. Dezember 2016 , Samstag, 07. Januar 2017. Das Produktionsteam beantwortet im Anschluss an die Vorstellung Fragen der Zuschauer.

Einführung vor jeder Vorstellung Eine Einführung findet jeweils 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Opernhaus, Foyer I. Rang, statt.

Karten Karten über www.oper-stuttgart.de, Kartentelefon: 0711. 20 20 90, und an der Abendkasse

 

 

 

Münster, Theater Münster, Drei-Sparten-Haus mit hoher Auslastung, IOCO Aktuell, 08.08.2016

August 8, 2016 by  
Filed under IOCO Aktuell, Pressemeldung, Theater Münster

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Theater Münster

Theater Münster © Rüdiger Wölk

Theater Münster © Rüdiger Wölk

Theater Münster: Über 200.000 Besucher

Die neue Spielzeit 2016/17 naht. Mitten in der Spielzeitpause kommt eine gute Nachricht aus dem Theater Münster. In der zurückliegenden Saison haben 203.197 Besucher die Vorstellungen und Konzerte im Großen und Kleinen Haus besucht; 17.054 (9,1%) Besucher mehr als die 186.143 des Vorjahres.

 Münster / Theater Management, vorne Intendant Peters © IOCO

Münster / Theater Management, vorne Intendant Peters © IOCO

Generalintendant Dr. Ulrich Peters, seit 2012 in Münster, zeigt sich glücklich über diese Entwicklung: „Ich freue mich riesig, dass es uns in der vierten Spielzeit nun gelungen ist, die 200.000 Zuschauer Marke zu knacken. Der Spielplan in allen fünf Sparten und seine künstlerische Umsetzung stieß auf enormes Interesse und zeigt, wie offen und neugierig die Theaterfans aus Münster und dem Umland sind. Der Erfolg spornt uns an, auf dem eingeschlagenen Weg aus ‚unterhaltsamem Anspruch‘ weiterzugehen.“

In der kommenden Spielzeit setzt Peters mit seinem Drei-Sparten-Haus auf einen breit gefächerten Spielplan; von großen Opern (Falstaff von G. Verdi, Faust von Gounod) bis hin zu Bertold Brechts Heiliger Johanna der Schlachthöfe.  Das Theater startet am 3. September ab 11.00 Uhr mit dem traditionellen Theaterfest in die neue Saison. Das künstlerische Programm beginnt am 4. September 2016 im Kleinen Haus mit der Reihe TANZSPEKTRUM die Choreographie  INside OUT präsentiert:  „Was tust du, wenn sich plötzlich etwas verändert und deine heile Welt durcheinander gebracht wird? Wenn du auf einmal alles hinterfragen und dein Leben neu strukturieren musst? Die klassische Paarbeziehung zwischen Mann und Frau ist längst nicht mehr die einzige Form der Liebesbeziehung, die in der heutigen Gesellschaft akzeptiert wird. Doch wie tolerant sind wir wirklich gegenüber Menschen, die ihr Leben frei von solchen Paradigmen gestalten?“.

—| IOCO Aktuell Theater Münster |—

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