Dresden, Semperoper, Staatskapelle Dresden – 12. Symphoniekonzert, IOCO Kritk, 10.07.2019

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Semperoper

Dresden / Semperoper im Sonnenschein © Matthias Creutziger

Dresden / Semperoper in hellem Sonnenschein © Matthias Creutziger

 Staatskapelle Dresden  –   12. Symphoniekonzert

Martinu: Zweites Violinkonzert – Suppé, Strauss: Mit „Wiener Schmäh“

von Thomas Thielemann

Der noch-amtierende „Capell-Virtuos“ Frank Peter Zimmermann und seine wunderbare Geige Lady Inchiquin  verabschiedeten sich im letzten Saisonkonzert in der Semperoper von der Staatskapelle Dresden und deren Stammpublikum mit Bohuslav Martinu´s  Konzert für Violine und Orchester Nr. 2 H 293. Das Orchester wurde von Manfred Honeck dirigiert.

Semperoper Dresden / Frank Peter Zimmermann und Lady Inchiquin © Harald Hoffmann

Semperoper Dresden / Frank Peter Zimmermann und seine Geige Lady Inchiquin © Harald Hoffmann

Bohuslav Martinu, 1890 in Böhmen geboren, ging 1923 nach Paris um seinen bei Josef Suk begonnenen Kompositionsuntericht bei Albert Roussel zu komplettieren, aber auch um dem Prager „Smetana-Kult“ zu entkommen und sich anderen Einflüssen zu öffnen. Der Impressionismus, der Neoklassizismus Strawinskys sowie der Jazz, aber auch Honegger und Milhaud beeinflussten sein Schaffen. Häufig stellte er die Stilistik seiner Arbeiten um.  In den 1930er Jahren widmete er sich dem Irrationalen und einer von Fantasien bestimmten Traumlogik. Zunehmend bekommen Elemente des Fantastischen Platz in seinen Arbeiten. In seinen letzten Schaffensjahren – Martinu starb  nach  langem USA-Aufenthalt 1959 in der Schweiz, öffnete er sich philosophischen Gedankengängen und kehrte zu den Impressionistischen Harmonien zurück. Nie verblasste aber seine Verbundenheit zur Musik seiner böhmischen Heimat.

Für seine geringe Präsenz in den Konzertsälen dürfte der eigenwillige Formenbau seiner Musik, ihre Beweglichkeit, ihr Mangel an festen Themengebilden und wohlvertrauten Anhaltspunkten verantwortlich sein. Das stellt die Interpreten vor Schwierigkeiten, die sie bei dieser anscheinend so milden Tonsprache kaum vermuten. Die Avantgardisten wenden sich ab, selbst Neo-Barock und Folklorismus werden ihm angehängt.

 Sächsische Staatskapelle Dresden / 12. Symphoniekonzert mit Manfred Honeck © Matthias Creutziger

Sächsische Staatskapelle Dresden / 12. Symphoniekonzert mit Manfred Honeck © Matthias Creutziger

Frank Peter Zimmermann ist es zu verdanken, dass Martinus Violinkonzerte in der letzten Zeit häufiger in den Konzertprogrammen auftauchen.

Natürlich gibt es auch eine Anekdote zur Entstehung des Violinkonzerts Nr. 2: der ukrainische Geigenvirtuose Mikhail Elman (1891-1967) wollte sich im Januar 1943 in der Carnegie Hall Schostakowitsch-Musik mit dem Boston Symphonie Orchestra anhören, hatte aber das Datum verwechselt und war in ein Konzert mit Martinus erster Symphonie geraten. Mischa Elman war von der Musik so begeistert, dass er den Komponisten am folgenden Tag aufsuchte, um von Martinu ein auf ihn abgestimmtes Violinkonzert zu erbitten. Erst als Elman für Martinu ein Konzertprogramm improvisierte, um seinen charakteristischen lyrischen und durchsetzungsfähigen Stil zu demonstrieren, änderte der Komponist seine barsche Ablehnung in Schweigen. Nachdem der verunsicherte Geiger längere Zeit von Martinu nichts hörte, überraschte ihn der Komponist eines Tages mit der fertigen Partitur. Noch am 31. Dezember 1943 wurde das Werk mit dem Solisten Mikhail Elman in Boston aufgeführt.

Das besuchte Konzert begann mit der pointierten Andante-Einleitung durch das von Manfred Honeck geleite Orchester, der sich Zimmermann betont und ruhig mit einem Solo entgegen stellte. Den Hauptteil des ersten Satzes bildete eine lyrisch-musikalische Kommunikation bis der Solist mit einer Kadenz das Orchester moderater zum Andante des Satzbeginns zurückführte. Den Mittelsatz spielten Solist und Orchester sanft, einer schönen Kadenz und mit einem ruhigen Zusammenspiel, bevor Manfred Honeck die Darbietung in das Poco Allegro  überleitete. Zimmermann spielte schnell, lebhaft und dramatisch, erhöhte, gemeinsam mit Honeck, zum Satzende das Tempo, um den Abschluss als furioses Finale zu erreichen.

Klaus Peter Zimmermann hatte mit seiner Interpretation mit Elan die süffigen Lyrismen der Komposition ausgeschöpft und mit schlanken, klaren Ton ein fulminantes Plädoyer für diese gewaltige Musik geboten. Er hatte spürbar viel Arbeit in die Verdaulichkeit des Stückes investiert. Seine Bogenarbeit ist charakteristisch durchdacht, insbesondere seine Liebe zum Detail. Andererseits schlich sich der Eindruck ein, dass Orchester und Solist kaum miteinander, eigentlich, ob der Schwierigkeiten der Komposition, mehr nebeneinander gespielt hätten. Das mag aber auch an der mangelnden Klarheit des Klangspektrums gelegen haben. Der Orchesterklang wirkte stellenweise matschig, expressionistisch und gelegentlich atonal.

Dementsprechend war auch der Beifall, gemessen an der Leistung der Agierenden, recht matt. Eingerahmt war das Violinkonzert von Antonin Dvoráks Karneval-Ouvertüre op. 92  von 1891 und einer Zusammenstellung Wiener Musik.

Dvorák komponierte am Beginn der 1890er Jahre drei Konzertouvertüren unter dem Titel „Natur, Leben und Liebe“. Später erst wies er jedem der Teile einen Titel zu, offenbar um ihnen einen leichteren Zugang zu den Konzertsälen zu ermöglichen. Der erste Teil wurde „In der Natur“, der zweite „Karneval“ und der dritte „Othello“  benannt. Das karnevalistische

Sächsische Staatskapelle Dresden / 12. Symphoniekonzert © Matthias Creutziger

Sächsische Staatskapelle Dresden / 12. Symphoniekonzert © Matthias Creutziger

Treiben steht für rauschhafte Feste und Partys, alle Lust und Schönheit des Lebens, und für den Komponisten als offenen Raum für unsere Inspiration. Mit vollem Orchestereinsatz und vielen Beckenschlägen ließ Manfred Honeck die Ouvertüre beginnen. Ausgelassen und nahezu unkontrolliert hielt das Leben Einzug. Bis dann die Streicher den Genuss des Lebens mit viel Romantik kontrastierten. Die Solo-Klarinette übernahm ein Motiv aus der „Natur“ und veranlasste ein Nachdenken. Immerhin ist irgendwann Aschemittwoch. Mit differenziert instrumentiertem Tschingderassabum klang die Ouvertüre aus und bereitete so die Stimmung für das Violinkonzert.

Wer im Haus die Idee umsetzte, die Konzertsaison mit Wienerischem von Franz von Suppé und den Strauss-Brüdern abzuschließen, bleibt einer Überlegung wert. Zumal die Freunde der Staatskapelle derzeit nicht gut auf die Donau-Metropole zu sprechen sind. War es der Wunsch von Franz Welser-Möst, der ursprünglich dies Konzert dirigieren sollte? War es dem Umstand geschuldet, dass Orchester und Dirigent am Abend der Generalprobe ihr Open-air-Konzert  Klassik Picknickt zu bestreiten hatten?

Jedenfalls entwickelte sich der zweite Teil des Konzertes eher zu einem Gaudi, als zu einem ernst zunehmendem Symphoniekonzert. Die Musiker hatten offensichtlich Freude und Spaß; auch das Publikum war nach dem schwer verdaulichen ersten Konzert-Teil  von der leichten Muse angetan. Mit dem gebürtigen Österreicher Honeck war auch ein Fachmann, der die „Wiener Musik“ mit ihrem raffinierten Schmäh mit der Muttermilch aufgesogen hat, am Pult tätig.

Die Schluss-Ovationen des Publikums waren ebenso intensiv 

—| IOCO Kritik Sächsische Staatskapelle Dresden |—

Ulm, Theater Ulm, Paradekonzert, 07.07.2019

Juli 3, 2019 by  
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Theater Ulm

Theater Ulm / Zuschauerraum © Carola Hoelting

Theater Ulm / Zuschauerraum © Carola Hoelting

Paradekonzert am 7. Juli auf dem Marktplatz

Seit vielen Jahren gehört das Paradekonzert zu den musikalischen Höhepunkten der ausklingenden Theatersaison. Am Sonntag, den 7. Juli um 11 Uhr können Ulmerinnen und Ulmer auf dem Marktplatz Ulm den Klängen des Philharmonischen Orchesters der Stadt unter der musikalischen Leitung von Kapellmeister Levente Török erfreuen. Auf dem Programm stehen u. a. Werke von Franz von Suppé, Franz Lehár, Johann Strauß und Emmerich Kálmán. Sopranistin Maria Rosendorfsky und Tenor Joska Lehtinen werden Höhepunkte aus Oper und Operette zum Besten geben. Der Eintritt ist frei.

—| Pressemeldung Theater Ulm |—

Braunschweig, Staatstheater Braunschweig, Operetten-Gala, 15.12.2017

Dezember 8, 2017 by  
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Staatstheater Braunschweig

Staatstheater Braunschweig © Stefan Koch

Staatstheater Braunschweig © Stefan Koch

Operetten-Gala

Fledermäuse, falsche Barone, lustige Witwen und nicht zu vergessen der schöne Sigismund! Kein Wunder, dass es 1985 in der Süddeutschen Theaterzeitung hieß: »Die Operette ist nicht für Betschwestern, spröde alte Jungfern und Hypermoralisten gemacht …«

Überzeugen Sie sich selbst in der neuen Braunschweiger Operetten-Gala, in der wir Sie neben den Wiener Größen Franz Lehár und Emmerich Kálmán auch zum Begründer der Pariser Operette, Jacques Offenbach, sowie zum »Operettenkönig« Johann Strauß führen – selbstverständlich angereichert mit einer kräftigen Portion Schmelz und Champagner!

Mit: Jelena Bankovic, ;Nana Dzidziguri, Ivi Karnezi, Maximilian Krummen, Vincenzo Neri, Gideon Poppe, Eugene Villanueva, David Zimmer  sowie: Staatsorchester Braunschweig, Chor des Staatstheaters Braunschweig

Premiere
Freitag, 15.12.2017, 19:30 Uhr, Großes Haus  Weitere Vorstellungen  31.12.2017 | 31.01. | 11.02. | 01.03.2018


Das Programm
(Änderungen vorbehalten!)

Franz von Suppé    LEICHTE KAVALLERIE  Ouvertüre

Robert Stolz  »Ob blond, ob braun, ich liebe alle Frau’n«  Gideon Poppe / David Zimmer

Emmerich Kálmán  DIE BAJADERE  »Tanz mit mir«  Nana Dzidziguri, Opernchor

Emmerich Kálmán  DIE CSARDASFÜRSTIN  »Das ist die Liebe«  Jelena Bankovic – Gideon Poppe / David Zimmer

Franz Lehár  DIE LUSTIGE WITWE  Introduktion, Tanz und Vija-Lied  Ivi Karnezi, Opernchor

Emmerich Kálmán  GRÄFIN MARIZA  »Komm, Zigány«  Eugene Villanueva / Maximilian Krummen

Jacques Offenbach  ORPHÉE AUX ENFERS  »Gloire à Jupiter«  Opernchor

Fred Raymond  MASKE IN BLAU  »Die Juliska aus Budapest«  Eugene Villanueva / Maximilian Krummen, Jelena Bankovic, Nana Dzidziguri

Franz Lehár  DIE LUSTIGE WITWE  »Lippen schweigen«  Jelena Bankovic – Vincenzo Neri

Carl Zeller  DER VOGELHÄNDLER  »Schenkt man sich Rosen in Tirol«  Ivi Karnezi, Gideon Poppe / David Zimmer, Opernchor


PAUSE


Johann Strauß  DIE FLEDERMAUS  Ouvertüre

Johann Strauß  DIE FLEDERMAUS  »Komm mit mir zum Souper«  Vincenzo Neri – Gideon Poppe / David Zimmer

Johann Strauß  EINE NACHT IN VENEDIG  »Alle maskiert«  Jelena Bankovic, Nana Dzidziguri, Gideon Poppe / David Zimmer, Vincenzo Neri

Johann Strauß  DER ZIGEUNERBARON  »Hurra, die Schlacht mitgemacht«  Opernchor

Gerónimo Giménez  LA BODA DE LUIS ALONSO  Intermedio

Gerónimo Giménez  LA TEMPRANICA  »La tarántula«  Jelena Bankovic

Morena Torroba  LUISA FERNANDA  »Cállate Corazón«  Nana Dzidziguri – Gideon Poppe / David Zimmer

Emmerich Kálmán  DIE CSÁRDÁSFÜRSTIN  »Heia, heia, in den Bergen ist mein Heimatland«  Ivi Karnezi, Opernchor

Emmerich Kálmán  GRÄFIN MARIZA  »Komm mit nach Varasdin«  Jelena Bankovic – Vincenzo Neri

Franz Lehár  DAS LAND DES LÄCHELNS  »Dein ist mein ganzes Herz«  Gideon Poppe / David Zimmer

Jacques Offenbach  LA VIE PARISIENNE  »Nous venons, arrivons«  Opernchor

Emmerich Kálmán  DIE CSÁRDÁSFÜRSTIN  »Ganz ohne Weiber geht die Chose nicht«  Vincenzo Neri, Damen des Opernchores

Jacques Offenbach  ORPHÉE AUX ENFERS  »Can Can: Ce bal est original«  SolistInnen, Opernchor;

—| Pressemeldung Staatstheater Braunschweig |—

Hannover, Staatsoper Hannover, Spielplan November 2017

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Staatsoper Hannover 

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski


Spielplan November 2017


Richard Strauss’ faszinierende Salome zeigt die Staatsoper ab 18. November in einer Neuinszenierung von Ingo Kerkhof, der an der Staatsoper u.a. mit seiner konzentrierten „Figaro“-Inszenierung bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Die musikalische Leitung hat Generalmusikdirektor Ivan Repuši?, der sich nach den Wagner- und Puccini-Premieren der vergangenen Saison damit erstmals mit einer Strauss-Oper präsentiert. – Seinen kleinen Brahms-Zyklus vollendet der Pianist Lars Vogt mit dem Mammutwerk des 1. Klavierkonzerts beim 3. Sinfoniekonzert am 26.11. Im September spielte und dirigierte Vogt das 2. Klavierkonzert in Personalunion, nun steht GMD Ivan Repuši? am Pult und hat mit César Francks Sinfonie d-Moll außerdem ein spätromantisches Werk aus Frankreich im Gepäck. – Noch dreimal zu erleben sind Stefan Adam als Holländer und Kelly God als Senta in Wagners Der fliegende Holländer. – Weitere Wiederaufnahmen des Monats beinhalten Jörg Mannes’ Henry VIII-Ballett, Donizettis Der Liebestrank, Puccinis Manon Lescaut und Rossinis Wilhelm Tell (konzertant, unter der Leitung von Alessandro De Marchi). In der Jungen Oper sind weiterhin im Repertoire der Club Figaro (ab 13), Das Märchen vom Märchen im Märchen (ab 5) sowie der Dauerbrenner Oh, wie schön ist Panama (ab 5). – Gleich zweimal dürfen sich sangesfreudige Besucher beim Publikumskonzert ausprobieren (1.11. und 29.11.). – „Spielen erlaubt!“ heißt es beim 1. Kinderkonzert, wenn Vampir Heini Regelbrüche in der Musik erkundet. – Das 2. Kammerkonzert – wieder am neuen Ort, dem Niedersächsischen Landesmuseum – bestreitet die stellvertretende Solocellistin Christine Balke mit ihrer Duopartnerin Maria Lagutina und Werken von Brahms, Grieg und Schostakowitsch. Die Eintrittskarte berechtigt auch zum Museumsbesuch am 12.11.


PREMIERE OPER


SALOME
OPER VON RICHARD STRAUSS
DRAMA IN EINEM AKT (1905)
TEXT VOM KOMPONISTEN NACH DEM DRAMA »SALOMÉ« VON OSCAR WILDE IN DER ÜBERSETZUNG VON HEDWIG LACHMANN
PREMIERE SA, 18.11.17, 19:30 UHR

Vamp, femme fatale, erotisches Monstrum – solche Klischees bestimmen bis heute das Bild der Salome. Als Ziel moralischer und religiöser Entrüstung und als Objekt der Begierde gleichermaßen, hat es die judäische Königstochter zu einer Prominenz gebracht, die sich in den künstlerischen Gestaltungen ihrer Geschichte über die Jahrhunderte widerspiegelt. Aber erst durch Oscar Wildes 1892 entstandenen Einakter wurde die Prinzessin zur Symbolgestalt eines morbiden und nach Schönheit und Luxus gierenden »Fin de siecle«.

Nach seinen zwei Opernerstlingen gelang Richard Strauss mit Salome der große Wurf, mit dem er Theatergeschichte geschrieben hat. Die Musik liefert ein Psychogramm der Bühnenfiguren; das eigentliche Drama vollzieht sich im Inneren dieser Figuren. Denn ungeachtet des üppigen Orchesterklangs ist Strauss’ Salome kein Werk oberflächlicher orientalischer Prachtentfaltung und bunter Exotismen. In einem der vielleicht am meisten missverstandenen Werken der Operngeschichte gilt es, das innere Drama der jungen Prinzessin, die aus einer deformierten Welt ausbrechen will, an die sie letztlich doch gekettet ist, neu zu entdecken.

MUSIKALISCHE LEITUNG Ivan Repuši? INSZENIERUNG Ingo Kerkhof BÜHNE Anne Neuser KOSTÜME Inge Medert CHOREOGRAPHIE Mathias Brühlmann LICHT Elana Siberski DRAMATURGIE Klaus Angermann

SALOME Annemarie Kremer HERODES Robert Künzli HERODIAS Khatuna Mikaberidze JOCHANAAN Brian Davis NARRABOTH Simon Bode PAGE Hanna Larissa Naujoks/Josy Santos u.a.

Niedersächsisches Staatsorchester Hannover

 


REPERTOIRE OPER UND BALLETT


DER FLIEGENDE HOLLÄNDER

Der Holländer hat sich einst in die Stürme geworfen und das Schicksal, die Natur und Gott herausgefordert. Der Lohn für seine Hybris ist ein Fluch, der es ihm nur noch alle sieben Jahre gestattet, an Land zu gehen. Nur eine Frau, die einen Schwur auf ewige Treue einlösen kann, vermag ihn davon zu befreien. Könnte Senta die Erlösung des Holländers sein? Obsessiv träumt sich Senta einen Mann wie den Holländer herbei – einen Mann, wie es der Jäger Erik niemals sein kann. Und tatsächlich: als sich der Holländer und Senta begegnen, tritt zum ersten Mal Stille in die Herzen der beiden Suchenden. Doch ist es der stille Einklang zweier Herzen, die ihre Bestimmung gefunden haben – oder die dräuende Stille im Auge des Sturms, dem Unheil folgen wird? »Mensch gegen Natur, Bernd Mottl stellt das große Ganze in den Mittelpunkt.« Neue Presse

VORSTELLUNGEN AM 05.11., 14.11. UND ZUM LETZTEN MAL IN DIESER SPIELZEIT AM 23.11.17


HENRY VIII

Als König Heinrich der Achte von England mit 55 Jahren stirbt, ist er ein kranker, fettleibiger Despot. Der ehemals glänzende Hoffnungsträger entwickelt sich zum Schrecken seines Volkes: Zehntausende werden durch ihn zum Tode verurteilt – darunter zwei seiner sechs Ehefrauen. Seinem lang ersehnten Thronerben Edward hinterlässt Henry ein ausgeblutetes Land und leere Staatskassen. Jörg Mannes rückt die imposante Gestalt dieser historischen Figur ins Zentrum seines Balletts. Mark Polscher hat für Henry VIII eigens einen Klangraum für Orchester und Elektronische Musik geschaffen. Die Komposition erklingt gemeinsam mit Werken von Edward Elgar und Johann Sebastian Bach. »Wunderbar verdeutlicht Mannes in seiner Choreographie die Beziehungen Henrys zu seinen Frauen.« HAZ

VORSTELLUNGEN AM 03.11., 11.11. UND ZUM LETZTEN MAL AM 19.11.17

GRANDBROTHERS, FOTO: TONJE-THILESEN


DER LIEBESTRANK

Nemorino verzehrt sich nach Adina, die ihn jedoch nicht ernst nimmt. Wie gut, dass Dulcamara einen Liebestrank für derartige hoffnungslose Fälle im Sortiment hat. Der feste Glaube an die baldige Wirkung des Tranks steigert Nemorinos Selbstbewusstsein, was wiederum Adina ärgert. Aus Trotz entschließt sie sich zur Hochzeit mit dem Soldaten Belcore. Um eine weitere Flasche des wundertätigen Elixiers kaufen zu können, lässt sich Nemorino von Belcore als Soldat anwerben. Erst als Adina hiervon erfährt, erkennt sie die Aufrichtigkeit von Nemorinos Gefühlen. »So macht Belcanto Spaß!« Neue Presse

VORSTELLUNGEN AM 16.11. UND 25.11.17


MANON LESCAUT

Im Mittelpunkt von Puccinis erstem Welterfolg steht die fatale Liebesbeziehung zwischen dem Adeligen Des Grieux und der jungen Manon Lescaut. Der Zwiespalt zwischen der Sehnsucht nach Liebe und den Vorzügen eines Lebens im Luxus wird Manon zum Verhängnis. Mit Manon Lescaut gelang Puccini der internationale Durchbruch. »Ein nicht nur musikalisch hinreißender Abend, der beweist, dass spannende und emotional packende Personenregie nicht nur möglich ist, sondern optisch genussvoll zum Nachdenken anregen kann.« Online Musik Magazin

VORSTELLUNGEN AM 04.11., 10.11. UND 24.11.17


WILHELM TELL

Im Stile einer Grand opéra mit prachtvollen Chören präsentiert Rossini den Befreiungsschlag der Schweizer gegen die habsburgischen Besatzer, der zur Gründung der Schweizer Eidgenossenschaft führte. Die Tell-Legende wird verknüpft mit der unglücklichen Liebe zwischen dem Schweizer Arnold und der habsburgischen Prinzessin Mathilde. Das berühmte Geschehen rund um Rütlischwur und Apfelschuss entfaltet Rossini in einem musikalisch eindrucksvollen Naturidyll. Für die konzertante Aufführungsserie konnte Alessandro De Marchi gewonnen werden – renommierter Spezialist für die Musik des 18. und frühen 19. Jahrhunderts.

VORSTELLUNGEN AM 12.11. UND 17.11.17

 


REPERTOIRE JUNGE OPER


CLUB FIGARO, AB 13 JAHREN

Mittendrin ist man im »Club Figaro« – frei von der Aufsicht durch Eltern, Lehrer und sonstige Aufpasser. Sein, wer man ist, sich treffen, mit wem man will, Freundschaften pflegen und neue Kontakte knüpfen – all das kann man hier. Mittendrin ist auch Cherubino – und zwar mitten auf der Suche nach Antworten auf die Fragen, wohin man gehört, wohin die Zukunft führen wird. Wie weit geht man, um dazu zu gehören? Musikalisch heißt das: Mozart trifft Band trifft Club-Musik – eine Synthese, die ebenso verrückt sein kann, wie der legendäre Komponist selbst.

VORSTELLUNGEN AM 03.11., 10.11., 14.11., 19.11. UND 24.11.17


DAS MÄRCHEN VOM MÄRCHEN IM MÄRCHEN, AB 5 JAHREN

Nachdem er seine Mutter verloren hat, muss der kleine Mahmut für sich selbst sorgen. Bei einer Reihe von Abenteuern steht ihm ein Glücksvogel bei und wendet alles zum Guten. Auf poetische Weise führt die Geschichte nach Kemal Kurt den jungen Helden durch vier Episoden, in denen der kleine Waisenjunge seine schmerzvollen Erfahrungen zu bewältigen lernt und seinen Platz innerhalb der Gesellschaft findet. Traditionelle türkische Lieder reichern die Handlung an, in den farbenprächtigen Kostümen finden sich Anklänge an den orientalischen Kontext des Märchens. »Toll: Deutsche, türkische oder sonst woher stammende Kinder versanken gemeinsam in dem Märchen vom Märchen, bei dem Sprachbarrieren keine Rolle spielen.« Neue Presse

VORSTELLUNGEN AM 09.11., 12.11., 13.11. UND 21.11.17


OH, WIE SCHÖN IST PANAMA, AB 5 JAHREN

Auf der Suche nach Panama brechen Bär und Tiger zu einer philosophischen Reise auf und erkennen am Ende: Auch wer im Kreis gelaufen ist, kommt doch anders und auch anderswo an, als er losgelaufen ist. Die spielerisch-poetische Musik schuf der junge Komponist Stefan Johannes Hanke (Der Teufel mit den drei goldenen Haaren) als Auftragswerk der Staatsoper. »Librettistin Dorothea Hartmann hat aus Janoschs tiefgründiger Bildergeschichte eine temporeiche Story gemacht.« HAZ

VORSTELLUNG AM 16.11.17


3. SINFONIEKONZERT
JOHANNES BRAHMS Klavierkonzert Nr. 1 d-Moll op. 15 (1854 – 57)
CÉSAR FRANCK Sinfonie d-Moll (1887 / 88)

Die Tonart d-Moll verbindet die beiden Werke dieses Konzertprogramms, denen bei ihren Uraufführungen wenig Glück beschieden war: Wie das 1. Klavierkonzert von Johannes Brahms 1859 in Hannover auf Unverständnis stieß, bereitete die Sinfonie César Francks 30 Jahre später in Paris den Hörern gravierende Schwierigkeiten. Brahms’ Konzert irritierte mit sinfonischen Ausmaßen und einer engen Verzahnung von Klavier- und Orchestersatz; statt vordergründiger Virtuosität herrscht dramatischer Furor und sensible Innerlichkeit. Wuchtig entlädt sich der titanische Kopfsatz mit einer Direktheit, die die komplizierte Entstehung zu verleugnen scheint. Zunächst als Sonate für zwei Klaviere konzipiert, dann als Ausgangspunkt für eine Sinfonie gedacht, entwickelte sich das Werk über drei Jahre zu Brahms’ erstem Werk mit Orchester überhaupt.

Francks Zeitgenossen haderten mit dessen Bemühungen um eine neue, sehr persönliche Auslotung der sinfonischen Formschemata, mit seiner Vielfalt an Motiven und komplexen Kontrapunktik. Für jüngere französische Komponisten wie Ernest Chausson, Vincent d’Indy oder Franck-Schüler Claude Debussy sollte jedoch gerade diese Sinfonie mit ihrer weit in die Zukunft weisenden Harmonik eines der einflussreichen Werke ihrer Zeit werden.

Niedersächsisches Staatsorchester Hannover
SOLIST Lars Vogt (Klavier) DIRIGENT Ivan Repuši?
SO, 26.11.17, 17:00 UHR
MO, 27.11.17, 19:30 UHR
Einführung mit Ivan Repuši? jeweils 45 Minuten vor dem Konzert


1. KINDERKONZERT »SPIELEN ERLAUBT!«
ÜBER ZUFALL UND MUSIKALISCHE REGELN

Kinder spielen gerne, das ist klar. Musiker spielen auch. Und für beides braucht man Regeln, oder? Welche Spielregeln gelten in der Musik, und was passiert, wenn man sich nicht daran hält? Heini, der kleine Vampir, macht sich auf die Spurensuche durch 300 Jahre Musikgeschichte von Johann Sebastian Bach bis John Cage. Dabei begegnet er Naturgesetzen wie dem Echo und menschlichen Erfindungen wie Kanon und Kontrapunkt, immer auf der Fährte musikalischer Gesetze und Regelbrüche.

MIT Heini, dem kleinen Vampir (Britt Wolfgramm / Eva Spilker), Mareike Morr (Mezzosopran)
Niedersächsisches Staatsorchester Hannover
DIRIGENT Siegmund Weinmeister
SO, 05.11.17, MO, 06.11.17 UND DI, 14.11.17, JEWEILS 11:00 UHR


2. KAMMERKONZERT: CELLO UND KLAVIER
JOHANNES BRAHMS Cellosonate D-Dur op. 78 (1879 / 97)
DMITRI SCHOSTAKOWITSCH Cellosonate op. 40 (1934)
EDVARD GRIEG Cellosonate a-Moll op. 36 (1882 / 83)

Beim 2. Kammerkonzert im Landesmuseum präsentiert die stellvertretende Solocellistin Christine Balke mit ihrer Duopartnerin Maria Lagutina ein gewichtiges Sonatenprogramm. Handelt es sich bei Brahms’ op. 78 ursprünglich um eine Violinsonate, die der Leipziger Musiker Paul Klengel für seinen Bruder, den berühmten Cellisten Julius Klengel, transkribierte, sind die beiden anderen Werke Originalkompositionen. Edvard Grieg belebt die strenge Struktur der Sonatenform mit schwelgerischer Romantik; Dmitri Schostakowitsch verbindet russisches Kolorit mit karikierender Groteske.

MIT Christine Balke (Violoncello) und Maria Lagutina (Klavier)
SO, 12.11.17, 11:00 UHR
VORTRAGSSAAL DES NDS. LANDESMUSEUMS HANNOVER


OPER EXTRA


OLAF ROTHS OPERETTENPARADIES – REISE NACH ITALIEN

An drei Terminen pro Spielzeit begrüßt Olaf Roth, Pressesprecher der Staatsoper Hannover, das Publikum im Operettenparadies im Marschner-Saal. Bei Kaffee und Kuchen begeben sich die Zuschauer diesmal auf eine Reise nach Italien und machen zunächst Bekanntschaft mit einem Renaissancedichter, der die erotischen Schwänke, die er schrieb, am liebsten erst einmal selbst erlebte. Dann stellt sich ein Teufelsgeiger vor, dem man nur ungern widersprechen möchte, wenn er von sich sagt: »Gern hab’ ich die Frau’n geküsst«. Ensemblemitglieder der Staatsoper Hannover präsentieren Ausschnitte aus Operetten von Franz von Suppé (Boccaccio) und Franz Lehár (Paganini).

SA, 04.11.17, 15:00 UHR, MARSCHNER-SAAL


PUBLIKUMSCHÖRE ZU »WEST SIDE STORY« UND »SALOME«

Gleich zweimal lädt die Staatsoper Hannover im November zum Mitsingen ein. Bei den Publikumschor-Terminen rund um die Premieren von West Side Story und Salome könnten die Themen und Gäste kaum unterschiedlicher sein. Während Stella Motina, Darstellerin der Maria in Bernsteins Musical und neues Ensemblemitglied, mit dem Publikumschor Stücke rund um das Thema »Wenn zwei sich lieben« anstimmt, musiziert Tenor Robert Künzli mit ihm »Im Elfenbeinturm«. Welche Werke sich genau dahinter verbergen, erfährt das Publikum wie immer erst am Abend selbst. Aber eins ist gewiss: Ein Stück aus der jeweiligen Produktion ist sicher dabei!

MI, 01.11.17 UND MI, 29.11.17, JEWEILS 19:00 UHR

—| Pressemeldung Staatsoper Hannover |—

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