Essen, Philharmonie Essen, Matthias Goerne – Schuberts Winterreise, 10.03.2019

März 6, 2019 by  
Filed under Konzert, Philharmonie Essen, Pressemeldung

logo_philharmonie_essen

Philharmonie Essen

Philharmonie Essen / Matthias Goerne © Caroline Bon

Philharmonie Essen / Matthias Goerne © Caroline Bon

Matthias Goerne singt Schuberts „Winterreise“
Pianist Leif Ove Andsnes begleitet ihn am Sonntag, 10. März 2019, um 17 Uhr

„Die Winterreise“ ist der Höhepunkt in Franz Schuberts Liedschaffen und Gipfel romantischer Liedkunst. Der Bariton Matthias Goerne und der Pianist Leif Ove Andsnes interpretieren den 24-teiligen Zyklus am Sonntag, 10. März, um 17 Uhr in der Philharmonie Essen. Goerne zählt zu den vielseitigsten Sängerpersönlichkeiten unserer Zeit. Auf den großen Opernbühnen der Welt ist er mit Partien wie Wolfram („Tannhäuser“), Amfortas („Parsifal“), Orest („Elektra“) und Wozzeck zu erleben. In dieser Spielzeit ist er Artist in Residence des New York Philharmonic. Von Anfang an galt Goernes große Leidenschaft dem Liedgesang. Immer wieder widmet er sich dabei dem einzigartigen Schaffen Schuberts. Dessen schmerzdurchtränkte „Winterreise“ lotet der Künstler seit vielen Jahren mit den weltbesten Pianisten aus. Nun begibt er sich in der kristallklaren Begleitung des norwegischen Klaviervirtuosen Leif Ove Andsnes auf die Reise durch das Psychogramm von Schuberts Meisterwerk. Die Enttäuschung über eine verratene Liebe ist dabei nur der Ausgangspunkt jener mitunter trotzigen Wanderung weg von den Menschen, die den Tod zwar sucht, am Ende aber nichts als die Leere findet.

—| Pressemeldung Philharmonie Essen |—

Dresden, Sächsische Staatskapelle Dresden, 8. Symphoniekonzert 2018/19, IOCO Kritik, 28.02.2019

saechs_staatskapelle.jpg

Sächsische Staatskapelle Dresden

Dresden / Semperoper im Sonnenschein © Matthias Creutziger

Dresden / Semperoper im Sonnenschein © Matthias Creutziger

Franz Schubert – Große Symphonie C-Dur

 Robert Schumann – Konzertstück für vier Hörner und Orchester

von Thomas Thielemann

Nachdem Franz Schubert am 19. November 1828 im Alter von 31 verstorben war und sein Vermögen staatlicherseits geschätzt werden sollte, stellte der zuständige Beamte fest,  dass Schubert außer zehn Gulden nur einige alte Noten hinterlassen habe.

Robert Schumann ist es zu verdanken, dass er am Neujahrstag 1839 während eines Wien-Aufenthalts Schuberts Bruder Ferdinand aufsuchte, in dessen Wohnung Kettengasse 6 Schubert gestorben war. Der Bruder präsentierte seinem Gast diesen Nachlass, der mit Kennerblick freudeschauernd „das Wunderwerk des Verstorbenen, das Manuskript der Großen Symphonie“ aus dem angehäuften Reichtum heraussuchte und dem Gastgeber empfahl, das Werk Mendelssohn Bartoldy anzuvertrauen. Dessen feinen Blick werde keine schüchtern auf knospende, geschweige denn so offenkundige, meisterhaft strahlende Schönheit entgehen.

Die Leipziger waren von der genialen Schöpfung so ergriffen und entzückt, dass am 21. März 1839 die bereits um 1825 komponierte Symphonie im Gewandhaus unter Leitung des Felix Mendelssohn Bartoldy zum ersten Mal erklingen konnte.

 Saechsische Staatskapelle Dresden/ 8. Symphoniekonzert hier Christian Thielemann und das Hornquartett © Matthias Creutziger

Saechsische Staatskapelle Dresden/ 8. Symphoniekonzert hier Christian Thielemann und das Hornquartett © Matthias Creutziger

Schubert hatte zwar das Manuskript 1826 der Wiener Gesellschaft der Musikfreunde gewidmet und dafür eine Ehrengabe von 100 Gulden erhalten Die Gesellschaft habe aber auf eine Aufführung verzichtet, da das Werk mit schwierigen Passagen gespickt sei und man vor allem nur auf Laienmusiker zurückgreifen könne. Schubert erhielt sein Opus zurück.

Handschriftliche Vermerke deuten, dass er bis 1828 an der Partitur gefeilt habe. Inzwischen hat die Gesellschaft der Musikfreunde die Originalpartie für ihr Archiv zurückgefordert und mit einer Millionen Euro versichert.

In einem ZEITmagazin- Interview hatte 2011 Christian Thielemann erzählt, er habe als Jugendlicher eine Schallplatte mit der Furtwängler-Einspielung die „neunten“ von Franz Schubert erhalten. Da habe er sofort gewusst: Das ist es, dieser dunkle Klang, diese flexiblen Tempi! Er hatte das Gefühl, es zerrt an ihm. Mit der Staatskapelle Dresden standen ihm Musiker zur Seite, mit denen er eine derartige Aufführung seinerseits realisieren konnte.

Bereits mit dem Kopfsatz deutete der Dirigent an, wie er Schubert verstanden habe möchte. Nach dem Auftakt der Hörner wurden keine romantisierenden Blümlein gepflückt. Alles Pathetische und  jede Morbidität wurden vertrieben. Mit geradliniger Energie wurden die Melodien vorangetrieben. Als am Ende des ersten Satzes das Hornthema zurückkehrte, war das Allegretto kaum merkbar.

Mit dem zweiten Satz- Andante con moto- bewegte  Christian Thielemann sein Orchester  mit der sensiblen Oboe der Céline Moinet und der wehmütigen Entgegnung der Solo-Klarinette Wolfgang Großes hinein in den Melodienreichtum, der in epischer Breite ausgelebt wird. Der Wandercharakter blieb dank des durchgehaltenen Tempos erhalten. Bis dann Trompeten und wundervoll eigenständige Posaunen die Musik zu einem Schreckensklang zusammen ballen. Erst wenn die Celli wieder einzustimmen wagen und zum Zentrum des Geschehens werden, schließt der Satz ab.

Semperoper Dresden / Christian Thielemann und Sächsische Staatskapelle © Matthias Creutziger

Semperoper Dresden / Christian Thielemann und Sächsische Staatskapelle © Matthias Creutziger

Da Franz Schubert einen langsamen Satz als unpassend nicht komponiert hatte, ließ auch Christian Thielemann mit dem Scherzo (Allegro vivace)  seinem Publikum keine Gelegenheit zum ruhig durchatmen. Delikates Spiel der Holzbläser und Streicher ergänzten sich auf das Vollkommenste. Hier entwickelte sich der dunkle Dresdner Klang auf das Wunderbarste. Erst das Trio wurde etwas gemächlicher genommen und die Klangschichten präzise ausbalanciert.

Das Finale gestalteten Dirigent und Orchester zu einer Euphorie der Lebensfreude. Der Höhepunkt der Durchführung wird nicht brutal herausposaunt, sondern markant und transparent gespielt bis dann die Symphonie furios fast abrupt abschloss.

Als Einstieg in das 8. Saisonkonzert spielten die Horn-Solisten Zoltán Mácsai und Jochen Ubbelohde sowie die Zweiten Hornisten Julius Rönnecke und Miklós Takács gemeinsam mit der Staatskapelle Robert Schumanns Konzertstück für vier Hörner und Orchester F-Dur op. 86.

Schumann hatte das Stück 1849 aus Begeisterung ob der Weiterentwicklung des Hornes zum Ventilhorn durch die Instrumentenbauer Schötzel und Blühmel  komponiert. Da aber die Hörner zum Schmettern neigen, gab er den vier Hörnern ein großes Orchester zur Seite, das er mit einer Pikkoloflöte und zusätzlichen Posaunen ergänzte.

Der von Schumann mit „lebhaft“ überschriebenem erstem Satz setzte resolut ein und verschaffte dem Publikum  das plastische Hörerlebnis einer Jagdszene, als wäre ein Jägerquartett im Wald und auf der Heide unterwegs.. Ein zartes, leicht verschwommenes Klangbild  lag über der Romanze. Die Hörner sind kompakt oder aufgefächert eingesetzt. Die anspruchsvollen Solopartien von geheimnisvoller Tiefe.

Sprühend mit intensivem Jubel geriet das Finale und rief heftigen Beifall hervor, so dass noch eine Zugabe der vier Hornisten geboten werden musste.

—| IOCO Kritik Sächsische Staatskapelle Dresden |—

Darmstadt, Staatstheater Darmstadt, Uraufführung Ballett Liliom – Tim Plegge, 22.02.2019

darmstadt_logo

Staatstheater Darmstadt

Staatstheater Darmstadt © IOCO

Staatstheater Darmstadt © IOCO

 Liliom – Handlungsballett – Nach Ferenc Molnár

Großes Tanzkino auf dem Rummelplatz des Lebens

Tim Plegges neues Handlungsballett Liliom (Uraufführung) ab 22. Februar 2019 am Staatstheater Darmstadt

Mit seiner neuen Kreation Liliom – basierend auf dem gleichnamigen Schauspiel von Ferenc Molnár – greift Choreograf und Ballettdirektor Tim Plegge zeitlosen Stoff auf: Die Suche nach einem besseren Leben und die damit verbundene Frage, ob ein Mensch aus seinen Mustern ausbrechen kann, bilden den roten Faden durch das Handlungsballett.

Diese Suche wird dem ebenso charmanten wie aufbrausenden Hallodri Liliom schließlich zum Verhängnis. Sein freies Leben auf dem Rummelplatz mit Freundin Julie scheitert und seine Zuneigung mündet immer wieder in Gewalt. Als Julie ein Kind erwartet, lässt er sich aus finanziellen Nöten zu einem Raubüberfall hinreißen, der misslingt.

Die emotionalen Konflikte – Liebe, Verlust und Erkenntnis – zeichnet Plegge sehr körperlich mit einer differenzierten und poetischen Bewegungssprache nach. Gleichzeitig vermischen sich unterschiedliche Gefühlsebenen. Auch das Bühnenbild von Andreas Auerbach ist in Bewegung: Eigens entworfene, blinkende Lichtobjekte sorgen für das Rummelplatz-Feeling.

Musikalisch wie tänzerisch wird groß aufgefahren. Unter der Leitung von Michael Nündel begleitet das Staatsorchester Darmstadt die Tänzer*innen des Hessischen Staatsballetts, die in voller Besetzung tanzen. Gespielt werden große sinfonische Werke von Komponisten wie Rachmaninow, Schnittke, Martinc oder Gorecki, die den spätromantischen Gestus mit Brüchigkeit und Irritation verbinden.

Tim Plegge, Ballettdirektor des Hessischen Staatsballetts, begeisterte sein Publikum zuletzt mit dem Tanzstück Fake für Jugendliche und ihre Fans sowie in der vergangenen Spielzeit mit seinem Handlungsballett Eine Winterreise mit Musik von Hans Zender nach Franz Schubert. Ramon John erhielt für seine tänzerische Interpretation des Wanderers in Eine Winterreise den Faust-Theaterpreis 2018.

Matinee
Am 17. Februar findet um 11 Uhr eine Matinee zu Liliom im Kleinen Haus statt. Tim Plegge, Karin Dietrich, Judith Adam, Andreas Auerbach und Mitglieder des Hessischen Staatsballetts geben einen inhaltlichen Einblick und zeigen Ausschnitte.

—| Pressemeldung Staatstheater Darmstadt |—

Rostock, Volkstheater Rostock, Konzerte im März 2019

Februar 15, 2019 by  
Filed under Konzert, Spielpläne, Volkstheater Rostock

rostock Logo_2

Volkstheater Rostock

Volkstheater Rostock © Dorit Gaetjen

Volkstheater Rostock © Dorit Gaetjen

 

3. KAMMERKONZERT in der Rostocker Kunsthalle

„Aus Erfahrung gut“
Mit dem Morgenstern Quartett

Drei Streichquartette aus drei Jahrhunderten erklingen beim 3. Kammerkonzert. Die vier Mitglieder des 1987 vom Primarius Bert Morgenstern gegründeten Morgenstern Quartetts beleuchten innerhalb der „Nahaufnahmen Russland“ das Streichquartett Nr. 2 von Alexander Borodin und das vierte von Dmitri Schostakowitsch – dessen Quartette immer wieder im Programm des ambitionierten Ensembles stehen. Außerdem heben die Musiker das 2006 geschriebene Quartett ihres ehemaligen Kollegen, des Violinisten Malte Hübner „aus der Taufe“.

Volkstheater Rostock / 7.-Philharmonisches-Konzer - Sophia-Jaffe © Sophia Jaffée

Volkstheater Rostock / 7.-Philharmonisches-Konzer – Sophia-Jaffe © Sophia Jaffée

TERMIN
Sonntag, 10. März 2019, 16:00 Uhr, Kunsthalle Rostock
Malte Hübner: Streichquartett (2006) Uraufführung
Dmitri Schostakowitsch: Streichquartett Nr. 4 op. 83
Alexander Borodin: Streichquartett Nr. 2 D-Dur
Violine: Bert Morgenstern, Bettina Goffing
Viola: Martin Poetsch
Violoncello: Henning Ladendorf


Volkstheater Rostock / 7.-Philharmonisches-Konzer - Sophia-Jaffe © Sophia Jaffée

Volkstheater Rostock / 7.-Philharmonisches-Konzer – Sophia-Jaffe © Sophia Jaffée

7. PHILHARMONISCHES KONZERT
Die Norddeutsche Philharmonie Rostock spielt Schubert und Prokofjew
Solistin ist die Violinistin Sophia Jaffé

Neben Sergej Prokofjew widmet sich Marcus Bosch diesmal Franz Schubert und damit zwei Komponisten, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Die berühmte „unvollendete“ Symphonie des Wieners entstand 1822 mit nur zwei Sätzen. Musikwissenschaftler streiten sich bis heute, ob Schubert das Werk als vollendet ansah oder sich mit den Skizzen des dritten Satzes zu sehr an Beethovens 2. Symphonie annäherte und die Komposition deswegen abbrach.

Gegenübergestellt wird der „Unvollendeten“ die 3. Symphonie, die er sieben Jahre zuvor für ein Liebhaberorchester geschrieben hatte, in dem Schubert selbst als Bratscher mitwirkte.

Bei der Aufführung des 2. Violinkonzertes von Sergej Prokofjew kommt es zu einer Wiederbegegnung mit der renommierten und preisgekrönten Violinistin Sophia Jaffé. Geschrieben 1935 auf seinen Konzertreisen in mehreren Ländern, repräsentiert Prokofjews Konzert den Stil einer „neuen Einfachheit“.

Vor den Philharmonischen Konzerten bieten wir eine Konzerteinführung an. In ca. 15 Minuten wird Wissenswertes und Interessantes über die Komponisten sowie die Entstehung und Rezeption der gespielten Werke präsentiert. Die Einführung findet eine halbe Stunde vor Konzertbeginn im Ateliertheater statt.

TERMINE
Sonntag, 18. März 2019, 18:00 Uhr, Volkstheater Rostock – Großes Haus
Montag, 19. März 2019, 19:30 Uhr, Volkstheater Rostock – Großes Haus
Dienstag, 20. März 2019, 19:30 Uhr, Volkstheater Rostock – Großes Haus
Franz Schubert: Symphonie Nr. 7 h-Moll D759 „Unvollendete“ / Symphonie Nr. 3 D-Dur D200
Sergej Prokofjew: Konzert für Violine und Orchester Nr. 2 g-Moll op. 63
Leitung: Marcus Bosch
Violine: Sophia Jaffé

—| Pressemeldung Volkstheater Rostock |—

Nächste Seite »