Minden, Stadttheater Minden, Die Walküre – Der Ring des Nibelungen, IOCO Kritik, 17.09.2019

September 17, 2019 by  
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Stadttheater Minden

Stadttheater Minden © Stadttheater Minden

Stadttheater Minden © Stadttheater Minden

Die Walküre –  Der Ringzyklus am Stadttheater Minden

„Das Wunder von Minden“ –  Es geht weiter

von Patrik Klein

Vier Abende innerhalb von elf Tagen, vier Opern sind eine der größten Herausforderungen im Musiktheater: Das Stadttheater Minden stellt sich in diesem Jahr Richard Wagners gewaltiger Tetralogie Der Ring des Nibelungen in zwei zyklischen Aufführungen. Nachdem vor vier Tagen der erste Vorhang bei „Das Rheingold“ fiel und diese Produktion von den 528 Zuschauern im ausverkauften Haus frenetisch bejubelt wurde, folgt nun der erste Tag in Wagners Tetralogie Die Walküre.

Richard Wagners Werk Die Walküre wurde gegen seinen Willen am 26.6.1870 in München  auf Geheiß des König Ludwig II uraufgeführt, der nicht auf die von Wagner geplante zyklische Aufführung in Bayreuth warten wollte.

Die Vorgeschichte oder das, was nach Rheingold passiert: Im Raum steht der von Urmutter Erda angekündigte Untergang der Götter. Der testosteron-gesteuerte Wotan löst das Problem auf seine Weise. Er versucht von Erda den genauen Ablauf der Götterdämmerung zu erfahren und zeugt nebenbei mit ihr neun Töchter, von denen Brünnhilde sich zu seiner Lieblingstochter entwickelt. Sie verbindet Erdas Weisheit mit Wotans Stärke. Da aber von Alberich Gefahr droht, macht sich Wotan als ewiger Wanderer (erkennbar an der aufgemalten Augenklappe) auf den Weg, gründet mit einer Menschenfrau eine neue Familie, die Wälsungen, die er nach der Geburt der Zwillinge Siegmund und Sieglinde verlässt. Schon früh werden die Zwillinge getrennt und wachsen in feindlichen Lagern auf. Sieglinde wird später an Hunding „verschachert“. Siegmund kann aus der Gefangenschaft fliehen.

Stefan Mickisch fasst in einem Vortrag den Inhalt des Werkes humorvoll und treffend zusammen: Siegmund und Sieglinde verlieben sich ineinander. Siegmund zieht das Schwert aus der Esche. Wotan zerstreitet sich mit seiner Frau Fricka und muss Siegmunds Schwert mit seinem Speer zerbrechen und den Widersacher Hunding töten. Brünnhilde rettet Sieglinde. Dafür bestraft Wotan Brünnhilde mit magischem Schlaf“.

Stadttheater Minden / Die Walküre © Dorothea Rapp

Stadttheater Minden / Die Walküre © Dorothea Rapp

Nach über vier Stunden spannendem Musiktheater, als Wotan Loge aufrief, Brünnhilde mit Feuerzauber zu umsäumen, als die wunderbare Schlussmusik erklang, als der Göttervater an der Rampe zum Parkett mit quergehaltenem Speer im blutroten Feuerring steht, der Theaternebel die Szene verklärt, „Wer meines Speeres Spitze fürchtet, durchschreite das Feuer nie!“ ans Gehör dringt, als die letzten Noten des Werkes im leise verhallen, da löste sich auch die Anspannung des Publikums in einem Sturm von begeistertem Applaus.

Unter der Leitung des Dirigenten Frank Beermann kann das Orchester der Nordwestdeutschen Philharmonie am Abend erneut seine außergewöhnliche Qualität in Sachen Wagnerinterpretation unter Beweis stellen: Mit größter Variabilität und Dynamik unterstreicht Beermann mit seinen 80 Musikern sängerunterstützend, sängertragend das Ensemble, ohne die Kraft und Sogwirkung der Orchestermusik Wagners zu vernachlässigen. Mal peitscht die Musik, nimmt rasantes Tempo auf, hält aber auch plötzlich inne und haucht die Noten kaum hörbar. Dabei agieren die Musiker mit äußerster Präzision, wie bei einem „Schweizer Uhrwerk“, als wenn es nichts Leichteres gäbe. Durch die Positionierung der Musiker auf der Bühne hinter den Sängern stellt sich zudem ein wunderbar luftiger, imposanter Klang ein, für den es sich bereits lohnt, eine weite Anreise nach Minden anzutreten.

Stadttheater Minden / Die Walküre - hier : Dirigent Frank Beermann und die Nordwestdeutsche Philharmonie © Patri Klein

Stadttheater Minden / Die Walküre – hier : Dirigent Frank Beermann und die Nordwestdeutsche Philharmonie © Patri Klein

Nicht oft genug kann man die hohe Kunst und das einnehmende „Preis-Genussverhältnis“  vieler Produktionen der kleinen und mittleren Opernhäuser in Deutschland hervorheben. So spielen, singen auch die Sängerinnen und Sänger in Minden auf beeindruckend hohem Niveau. Stimmschönheit, Textverständlichkeit, Nähe zum Geschehen und Klangfülle sind im Stadttheater Minden ein die Besucher einnehmendes Vergnügen.

Eines der absoluten Highlights: Noch nie habe ich als Zuhörer im dritten Aufzug die acht Walküren so präzise, spielfreudig und gleichzeitig musikalisch harmonisch hören und erleben dürfen: ein Ergebnis intensiver, detaillierter Probenzeit. Yvonne Berg, Tiina Penttinen, Dorothea Winkel, Katharina von Bülow, Julia Bauer, Kathrin Göring, Christine Buffle und Ines Lex  spielen und singen in ihren braun-rot gefärbten Kriegskleidern, bewaffnet mit Schwertern, Pfeil und Bogen variabel aus den Rängen und von der Bühne. Wie aus einem Guss gelingt ihnen diese komplexe Szene.

Stadttheater Minden / Die Walküre - hier : die Walküren © Patrik Klein

Stadttheater Minden / Die Walküre – hier : die Walküren © Patrik Klein

Zu Beginn des ersten Aufzugs wird Siegmund musikalisch zu Sieglinde und Hunding in die „Hütte“ gelenkt. Die Musik wirkt von Sturm gepeitscht und verweist auch auf das Rheingold mit dem Donnermotiv. Das Orchester spielt diese komplementäre Komposition mit dem Drama der Liebe von Sieglinde und Siegmund mit größter Sorgfalt und Empathie für die beteiligten Musiker, Sängerinnen und Sänger. Es führt bereits im Vorspiel mit dem „Liebeslied des Lenzes“, fast italienisch anmutend, die beiden Liebenden zusammen. Die Bühne ist von einem sie ausfüllenden Ring umhüllt. Darauf steht lediglich einen Tisch mit Stühlen zur linken Seite und im Hintergrund der abgebrochene Stamm einer Esche. Sieglinde erscheint mit Fackel und zündet ein wärmendes Feuer für die beiden an.

Die unendlichen Gefühle der Sehnsucht geraten ganz besonders emotional und eindringlich  bei den „Winterstürmen wichen dem Wonnemond“, das sicher und mit viel Kern in der Stimme vom Siegmund des auch an diesem Abend wieder bestens disponierten Thomas Mohr gesungen wird. Nach dem Loge vor ein paar Tagen im Rheingold gelingt es ihm an diesem Abend in die jugendlich kraftvolle Rolle glaubwürdig zu schlüpfen und sie mit seiner superben Stimmführung und Ausdauer imposant und ohne Spur einer Ermüdung auszufüllen.

Die Wendeltreppe zu den Proszeniumslogen wird erneut reichlich genutzt und eröffnet dem Zuschauer ein pulsierendes, sehr bewegliches Spiel. „Ich weiß ein wildes Geschlecht“ erklingt es von der imposanten Erscheinung des langgelockten Hunding des Tijl Faveyts, der noch im Rheingold den Riesen Fasolt gab. Mit prachtvoller, mächtiger und vor allem dieses Mal deutlich abgedunkelter, „schwarzer“ Stimme variiert er seine eher helle Interpretation des Riesen nun glaubwürdig als misstrauischer Hausherr mit klaren Absichten, seine Ehefrau zu verteidigen und den Eindringling zu vernichten.

Stadttheater Minden / Die Walküre - hier : Fricka und Hunding © Patrik Klein

Stadttheater Minden / Die Walküre – hier : Fricka und Hunding © Patrik Klein

Auf die Schwertziehung Nothungs durch Siegmund aus der Esche folgt der Schrei der Sieglinde. Die in Warschau geborene und in Wien lebende Sopranistin Magdalena Anna Hofmann, die wagnergesangerfahren bereits die Kundry und mit überregionalem Erfolg unlängst in Hagen eine Isolde der Extraklasse gab, singt die Sieglinde nicht nur mit fein dosierter lyrisch anmutender Stimme, sondern auch mühelos nach Belieben kraftvoll dramatisch und mit tragender Substanz.

Im großartigen Finale des ersten Aufzugs unterstreicht das Orchester die feinsinnige  erotische Musik, denn hier wird Siegfried von Sieglinde und Siegmund gezeugt. Im Videokreis auf dem Gazevorhang beginnt ein schäumendes Geblubber zum Wasserfall zu mutieren. Das Schwert Nothung wird von den Liebenden in ein schwarzes Tuch gewickelt, bevor sie langsam abgehen. Hunding schleicht ihnen drohend und mit gezogenem Schwert vom Proszenium die Wendeltreppe herab hinterher.

Im zweiten Aufzug bleibt die Bühne wieder weitgehend leer, lediglich drei angedeutete Teilkreise ragen abgebrochen aus dem Bühnenboden. Bereits im Vorspiel dringt viel  Wichtiges ans Gehör. Einprägsame und wuchtige Fluchtmusik erklingt mit dem Schwertmotiv, der Vorahnung der Walküre, die noch gar nicht erschienen ist. Man hört erste Hinweise auf Brünnhildes „Hoiotoho“ und an eine „Leopard 2- Geräuschkulisse“ erinnernde,  kämpfende Brünnhilde. In der Diskussion zwischen Fricka, der Hüterin des Vergangenen mit traditionsbewusster Weltsicht und ihrem Mann Wotan, wird der dramatische Konflikt, in dem die beiden stecken, besonders deutlich. Wotan verliert Siegmund und Fricka verlässt die Situation feierlich und hoch erhobenen Hauptes. Der Zwist endet musikalisch unaufgelöst und lässt bereits jetzt den Untergang in der Götterdämmerung andeuten.

Wotan will alles hinschmeißen, weil er zudem weiß, dass Alberich den Sohn Hagen zeugte. Die Frustration endet mit dem verstärkten, aber kaum erkennbaren Walhallmotiv. Fricka tritt mit langem fellbesetzten Mantel und Stola in Erscheinung und keift ihren Gatten an, gefälligst nach Recht und Ordnung zu handeln. In der Auseinandersetzung der beiden, aus der der Göttervater als Verlierer hervorgeht, sitzen sie abwechselnd um Durchsetzung kämpfend auf dem mittlerweile hereingebrachten Thron. Kathrin Göring knüpft nahtlos und mühelos an die Leistung aus Das Rheingold an. Sie singt ihre Partie mit  dunkel gefärbtem warmen Timbre und strahlend kerniger Höhe. Dass sie auch noch im dritten Teil eine der acht Walküren singt und spielt, unterstreicht einmal mehr den Teamgeist und Umsetzungswillen des Stadttheater Minden.

Bei der Todesverkündung durch Wotan erklingt wunderbar gespielt vom Orchester das Schicksalsmotiv mit feinsten, offenen Akkorden. Im Klang des Wallhallmotives soll Siegmund dorthin gelangen. Brünnhilde zeigt „menschliches“ Herz, da sie sich von Siegmund überzeugen lässt, dass es höhere Werte gibt, als in Walhall zu sitzen.  Siegmund fällt durch Hunding und gibt die Kraft weiter an den ungeborenen Siegfried.

Im dritten Aufzug tauchen die Walküren aus den Seitenbühnen und den Proszeniumsrängen auf. Sie sind bewaffnet mit Pfeil, Bogen und schweren Waffen. Auf dem Gazevorhang werden Videos mit Pferdegetrampel und dunklen Schwarz-Weiß-Szenen sichtbar. Die Musik  nimmt in neun musikalischen Schleifen (eine für Brünnhilde und acht für die übrigen Walküren) im berühmten Ritt musikalisch Fahrt auf. Es klingt dämonisch wie bei Klingsor im Parsifal und drückt die Wildheit und Kraft auf der Bühne aus. Es scheint so, als ob die Hufe der Pferde nur ganz vorsichtig Land betreten. Nur allmählich kommen sie hinunter auf die Erde. Das komponierte Pferdegewieher,  Wotans Verfolgung mit seinem achtfüßigen Pferd Sleibnir, das schwächere Pferd Grane der Brünnhilde hetzend, setzt das Orchester überragend um.

Stadttheater Minden / Die Walküre - hier : vl. Wotan, Brünnhilde, Siegmund, Sieglinde © Patrik Klein

Stadttheater Minden / Die Walküre – hier : vl. Wotan, Brünnhilde, Siegmund, Sieglinde © Patrik Klein

In der Begegnung der Brünnhilde mit Sieglinde hört man bereits das gut erkennbare Siegfriedmotiv, das mit strahlender, unschuldiger Zukunftshoffnung die Handlung weitertreibt.  Das Göttliche in Brünnhilde wehrt sich gegen den Bann des Wotans mit ihrem Klagegesang. „Hier bin ich Vater“  und „War es so schmählich, was ich verbrach?“ erklingt in der klagender Moll-Tonart ohne Erfolg beim Gottvater und deshalb auch nicht ins Dur-Geschehen mündend. Dennoch hat sie es beinahe geschafft, ihren Vater zu überzeugen, um ihm die Liebe ins Herz zu hauchen und so zu handeln, wie er es eigentlich selbst gerne gewollt hätte.

Brünnhilde  wird von Dara Hobbs in allen Belangen mit Bravour, schöner Stimmführung, kraftvollen Ausbrüchen sowie feinen, leisen Passagen höchst emotional gesungen. Die amerikanische Sopranistin  ist mittlerweile freiberuflich tätig und sang bereits an vielen bedeutenden Opernhäusern in Europa.

Wotan nimmt den Wunsch von Brünnhilde auf, denn sie fordert den Schutz und die Wahrung des Göttlichen, indem er den Feuerkreis um sie schließt. In Minden geschieht das mit wirkungsvollen Lichteffekten, die die gesamte Bühne, den sie umschließenden Ring und den projizierten Kreis hinter dem Orchester in rötlich leuchtende und flackernde Farben taucht. Loge entfacht das Feuerzaubermotiv. Der Schmerz über die Trennung lässt die Tragik des Gottes erkennen. In der Liebestonart E-Dur ganz nah an Bruckners siebenter Sinfonie steht Wotan als das größte Opfer dieser Trennung zwischen Vater und Tochter. Das Abschiedsthema erklingt macht- und schmerzvoll zugleich. Wotan schützt seine Tochter Brünnhilde mit dem Feuerkreis und beherrscht noch den Kosmos. Die alte Ordnung soll noch geschützt werden bis Siegfried kommt und das Werk vollendet. Renatus Mészár spielt und singt den Göttervater mit all seiner Kraft in Stimme und Körper mit unermüdlichem Einsatz und großer Variabilität. Besonders die leisen, tiefen und schwarzen Momente, die Gestaltung und die Phrasierung gelingen ihm vorzüglich. Er knüpft auch hier nahtlos an den Göttervater aus Das Rheingold an und weiß seine Kraft einzuteilen und sich noch einmal in Ausdruck und Dramatik zu steigern.

Als der letzte Ton leise verklungen ist, herrscht beim hochkonzentrierten Publikum in Minden wieder einige Sekunden atemlose Stille, bevor sich der Jubel viele minutenlang einstellt. Der frenetische Applaus des Publikums gilt für alle Beteiligten an dieser Produktion, eingeschlossen die wunderbare Interpretation durch das Regieteam um Gerd Heinz, die sich ganz nahe am Komponisten und Dichter orientiert .

—| IOCO Kritik Stadttheater Minden |—

Oldenburg, Oldenburgisches Staatstheater, GÖTTERDÄMMERUNG – Richard Wagner, 28.09.2019

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Oldenburgisches Staatstheater

Staatstheater Oldenburg © Andreas J. Etter

Staatstheater Oldenburg © Andreas J. Etter

GÖTTERDÄMMERUNG – Richard Wagner (1813-1883)
Dritter Tag des Bühnenfestspiels  Der Ring des Nibelungen

Premiere: 28. September 2019 17 Uhr,  weitere Vorstellungen Oktober 2019: Do 03., So 13., So 20., So 27., Do 31.10.2019

Es ist der wohl hinterhältigste und zugleich bekannteste Mord der Deutschen Heldensagen, wenn Hagen Siegfried an seiner einzigen verwundbaren Stelle tödlich trifft. Dass hier die Nachkommen der beiden Widersacher Alberich und Wotan zum Showdown zusammen-treffen, weiß aber nur, wer Richard Wagners Tetralogie kennt, die mit der Götterdämmerung  ihr dramatisches Ende findet:

Richard Wagner - Monumental - im Berliner Tiergarten © IOCO / Rainer Maass

Richard Wagner – Monumental – im Berliner Tiergarten © IOCO / Rainer Maass

Der Liebes-Fluch des Nibelungen Alberich blieb nicht ohne Einfluss auf seinen Sohn Hagen, der sich als Intrigant erster Güte erweist: Er entzweit trickreich das Liebespaar Brünnhilde und Siegfried, sorgt mittels eines Spezialtranks für folgenschwere Vergesslichkeit und legitimiert durch Verdrehung der Tatsachen den Mord an Wotans Hoffnungsträger. Den Ring gewinnt er dadurch allerdings auch nicht zurück, denn nun nimmt Brünnhilde, nachdem sie sich von ihrem ersten Entsetzen erholt hat, kompromisslos die Dinge in die Hand: Sie lässt die alte Welt in Flammen aufgehen und sorgt dafür, dass der Ring endlich wieder in den Besitz der Rheintöchter kommt.

 Oldenburgisches Staatstheater – Ring-Zyklen 2020 – Siehe unten

Regisseur Paul Esterhazy und Kostüm- und Bühnenbildner Mathis Neidhardt erzählen die große Geschichte vom Niedergang einer Welt im Mikrokosmos einer in sich geschlossenen Gesellschaft, wodurch – ganz im Sinne Wagners – die menschlichen Abgründe besonders schonungslos zutage treten. Unter der Leitung von GMD Hendrik Vestmann stehen wieder

Nancy Weißbach als Brünnhilde und Zoltán Nyári als Siegfried auf der (Dreh-)Bühne, und auch in den anderen Partien begegnet das Oldenburger Publikum vertrautem ‚Ring‘-Personal – in neuer Gestalt.

Besetzung: Musikalische Leitung: Hendrik Vestmann/ Vito Cristofaro; Inszenierung: Paul Esterhazy; Ausstattung: Mathis Neidhardt; Licht: Ernst Engel; Dramaturgie: Stephanie Twiehaus

Besetzung:  Aile Asszonyi, Martha Eason, Melanie Lang, Ann-Beth Solvang, Maiju Vaahtoluoto, Nian Wang, Nancy Weißbach; Randall Jakobsh, Michael Kupfer-Radecky/ Kihun Yoon, Leonardo Lee, Zoltán Nyári

Opernchor und Extrachor des Oldenburgischen Staatstheaters, Oldenburgisches Staatsorchester


 Oldenburgisches Staatstheater – Ring-Zyklen 2020

Ring-Zyklus I im Juni/Juli 2020
26.06.2020 – Das Rheingold
28.06.2020 – Die Walküre
01.07.2020 – Siegfried
04.07.2020 – Götterdämmerung

Ring-Zyklus II im September 2020
18.09.2020 – Das Rheingold
20.09.2020 – Die Walküre
23.09.2020 – Siegfried
26.09.2020 – Götterdämmerung

Ring-Zyklus III im Oktober 2020
02.10.2020 – Das Rheingold
04.10.2020 – Die Walküre
07.10.2020 – Siegfried
10.10.2020 – Götterdämmerung

—| Pressemeldung Oldenburgisches Staatstheater |—

Minden, Stadttheater Minden, Der Ring des Nibelungen – Richard Wagner, IOCO Aktuell, 14.08.2019

Stadttheater Minden

Stadttheater Minden © Stadttheater Minden

Stadttheater Minden © Stadttheater Minden

 Der Ring des Nibelungen –  2019Stadttheater Minden

Zyklus I – 12. September 2019  Rheingold,  15. September – Walküre, 19. September  – Siegfried, 22. September 2019 –  Götterdämmerung.
Zyklus II  – 26.9;  29.9.; 3.10; 10. Oktober 2019

Mit den Premieren von Das Rheingold am 9. September 2015, Die Walküre am 9. September 2016, Siegfried am 8. September 2017, Götterdämmerung am 6. September 2018 hat der Richard-Wagner-Verband-Minden in einer Gemeinschafts-produktion mit dem Stadttheater Minden und der Nordwestdeutschen Philharmonie das Opus Magnum des Musiktheaters schlechthin, Richard Wagners Operntetralogie Der Ring des Nibelungen in einer mustergültigen und viel beachteten Inszenierung auf die Bühne gebracht.

„Das Wunder von Minden“ –   IOCO  Buchbesprechung
über den Ring des Nibelungen am Stadttheater Minden

2019 wird der Ring in Minden zum Abschluss der fünfjährigen Produktion noch einmal in zwei vollständigen Zyklen aufgeführt. Die insgesamt acht Vorstellungen werden vom 12. September bis zum 6. Oktober 2019 jeweils donnerstags und sonntags im Stadttheater Minden zu erleben sein.

Stadttheater Minden / Der Ring des Nibelungen - Das Rheingold - hier : die Rheintoechter © Dorothee Rapp

Stadttheater Minden / Der Ring des Nibelungen – Das Rheingold – hier : die Rheintoechter © Dorothee Rapp

Das künstlerische Leitungsteam mit Dirigent Frank Beermann, Regisseur Gerd Heinz, Bühnen- und Kostümbildner Frank Philipp Schlößmann und dem Videokünstler Matthias Lippert wird in dieser vollständigen Aufführungsreihe noch einmal die künstlerische Quintessenz der Arbeit der vergangenen Jahre ziehen und den großen Bogen, den Richard Wagners Nibelungensaga vom Rheingold bis zur Götterdämmerung schlägt, in direkter Abfolge erfahrbar machen.

Das in den vergangenen Jahren zusammengewachsene und inzwischen bestens eingespielte Ensemble aus vielversprechenden Talenten und international gefeierten Solisten wird die Vorzüge des „Mindener Modells“ dabei noch einmal voll zur Geltung bringen: Die Sänger agieren vor dem Orchester und erreichen nicht nur eine deutlich verbesserte Klangbalance, sondern auch eine so große Textverständlichkeit, dass dieses Modell in den vergangenen Jahren auch von anderen Festivals und Opernhäusern übernommen wurde.

Stadttheater Minden / Der Ring des Nibelungen - Die Walkuere © Friedrich Luchterhandt

Stadttheater Minden / Der Ring des Nibelungen – Die Walküre © Friedrich Luchterhandt

Die bisherigen Mindener Opernproduktionen (Der fliegende Holländer 2002, Tannhäuser 2005, Lohengrin 2009, Tristan und Isolde 2012, Das Rheingold 2015, Die Walküre 2016, Siegfried 2017, Götterdämmerung 2018) haben sich dabei zu einer wahren Talentschmiede entwickelt und sind für Sänger wie Andreas Schager, Andreas Hörl, Dara Hobbs, Thomas Mohr oder Anne Schwanwilms ein wichtiger Schritt zu einer großen internationalen Karriere gewesen. Sie werden von der Nordwestdeutschen Philharmonie begleitet und unterstützt, die sich bei den bisherigen Mindener Produktionen einen Ruf als Spitzenorchester erworben hat.

Auch die noch junge Generation zukünftiger Opernfans aus Minden und Umgebung wird Teil des Projektes sein: Die Generalproben vom 2. bis 9. September 2019 sind gleichzeitig als Schulaufführungen (mit Werkerläuterungen vor jedem Aufzug) konzipiert und werden von Schülern besucht, die aus den Schulen des gesamten Kreises und auch der weiter umliegenden Region kommen. Sie werden schon seit geraumer Zeit in themenbezogenen Workshops auf den Ring vorbereitet. Zusätzlich werden Schüler als Komparsen in die Produktion eingebunden sein.

Für auswärtige Besucher wird darüber hinaus ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Einführungsvorträgen, weiteren kulturellen Veranstaltungen und touristischen Angeboten bereitgehalten.

Stadttheater Minden / Der Ring des Nibelungen - hier : Die Goetterdaemmerung © Christian Becker

Stadttheater Minden / Der Ring des Nibelungen – hier : Die Goetterdaemmerung © Christian Becker

Der Erfolg der bisherigen acht Produktionen 2002 bis 2018 war beim Publikum und in den Medien gleicher- maßen überwältigend. Es berichteten u. a. www.ioco.de, IOCO – Kultur im Netz, die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, „Die Welt“, „Der Spiegel“, NDR, WDR, SWR, Deutschlandfunk. Die Ring-Produktion wird darüber hinaus auch unter der Internet-Adresse www.ring-in- minden.de umfassend erläutert und dokumentiert.

—| Pressemeldung Stadttheater Minden |—

Budapest, MüPa – Budapest, Wagner Tage 2019 – Der Ring des Nibelungen, IOCO Kritik, 28.06.2019

Juni 29, 2019 by  
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Müpa Budapest

Müpa Budapest © Müpa Budapest, Janos Posztos

Müpa Budapest © Müpa Budapest, Janos Posztos

Wagner Tage 2019 –  Budapest

Der Ring des Nibelungen – Müvészetek Palotája

von Thomas Thielemann

Die Texte zum Ring des Nibelungen sind zum größten Teil bereits in den 1840-Jahren in Dresden entstanden, nach dem sich Richard Wagner von der deutschen Sagen-Literatur, der griechischen Mythologie und von der Umgebung der Stadt hat anregen lassen. Insbesondere das Elbsandsteingebirge und der Fluss hat den jungen Kapellmeister so beeindruckt, dass ihn die Sachsen, „der Rhein sei eigentlich die Elbe“, für sich reklamieren.

Wagner Tage 2019 – Die Walküre
youtube Trailer Müpa Budapest
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Im Zürcher Hotel Baur au Lac hat Richard Wagner 1853 sein „tetralogisches Gedicht“ vor Freunden und anderen Interessierten mit großem Erfolg gelesen. Auch in Tribschen wurde der Text zum Ring mehrfach vorgelesen. Bereits 2011 hatte Adam Fischer, ob gezielt ist uns nicht bekannt, an diese Lesungen der Wagner-Texte angeschlossen und den Ring des Nibelungen ohne die früheren schwülstigen Theateraufführungen des Beginns des 20. Jahrhunderts sowie gewisser Unsäglichkeiten des Regietheaters aufgeführt.

Müpa Budapest © Gabor Kotschy

Müpa Budapest © Gabor Kotschy

Nun haben wir in der Zwischenzeit Richard Wagners wunderbare Musik und viele Möglichkeiten der Videoinstallationen erhalten. Deshalb hat Adam Fischer die Voraussetzungen des Bartok-Saals im Budapester Müvészetek Palotája (Palast der Künste), kurz MüPa, für halbszenische Aufführungen Wagnerscher Musikdramen erschlossen. Mit dieser Aufführungsform konzentrierte Adam Fischer sich und seine Zuhörer auf das Wesentliche der Wagnerschen Texte und auf die Musik des Meisters und kupierte damit deren Verfremdungen  von zum Beispiel Castorfs Bayreuther oder der des Chemnitzer Feministinnen-Quartetts und anderen.

Müpa Budapest / Béla Bartók National Concert Hall © Müpa Budapest, Janos Posztos

Müpa Budapest / Béla Bartók National Concert Hall © Müpa Budapest / Janos Posztos

Vergleichbar mit einem Restaurator, der unter der Übermalung eines Gemäldes das tatsächliche Bild des Künstlers der Mitwelt erschließt, hat uns Adam Fischer einen neuen und damit eventuell den wahren Richard Wagner nahe gebracht.

Für 2019 hatte man Hartmut Schörghofer mit einer Überarbeitung des Ring des Nibelungen betraut. Aufgeführt wurde diese Neufassung in zwei Zyklen vom 13. – 16. Juni und  20. – 23. Juni. Dazu hatte Adam Fischer hervorragende Sängerinnen und Sänger des Wagnerfachs zur Mitwirkung verpflichtet.

Müpa Budapest / Wagner Tage 2019 - Götterdämmerung © Balint Hirling / Müpa Budapest

Müpa Budapest / Wagner Tage 2019 – Götterdämmerung © Balint Hirling / Müpa Budapest

Für die halbszenische Darbietung traten die Sängerinnen im schwarzen Abendkleid und die Sänger, bis auf Ausnahmen, im Frack auf. Gesungen wurde auf hohem Niveau. Natürlich könnte man den hervorragend Gesang  der Catherine Forster als Brünnhilde, der Camilla Nylund als Sieglinde, des Gerhard Siegel als Mime und des Stefan Vinke als Siegfried herausheben. Aber das wäre ungerecht, weil eigentlich durchweg Spitzenleistungen geboten wurden. Selten hat man so geschlossene Walküren-Gruppen und so wunderbare Trios von Rheintöchtern und Nornen erleben können.

Da die Agierenden nur wenige Aktionen auszuführen hatten, wurde überwiegend direkt zum Publikum mit selten erlebter Textverständlichkeit agiert. Auch fehlte die Ablenkung einer Bühnendarstellung, so dass sich der Wagner-affine Besucher den inneren Zusammenhang des Werkes in einer seltenen Weise erschließen konnte. Soweit erforderlich, standen dem Besucher die Original-Texte sowie in ungarischer Übersetzung zur Verfügung.

Die Wagnersche Musik wurde durch Videoprojektionen von Hochgebirgspanoramen und Gegenwartsbezügen ergänzt wie von Tänzern mit zum Teil hochkreativen Szenen.

An jedem Abend wurden die Agierenden und die Budapester Wagner Tage 2019 frenetisch gefeiert. Nach der Götterdämmerung wollte das Stakkato-Klatschen und die stehenden Ovationen insbesondere für Dirigent Adam Fischer kein Ende nehmen

—| IOCO Kritik Müpa Budapest |—

 

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