Les voyageur de l’Or du Rhin – Luc-Henri Roger, IOCO Buchbesprechung, 02.03.2021

März 1, 2021 by  
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Les Voyageurs de L`Or du Rhin / Die Rheingold-Reisenden - Buch von Luc-Henri Roger © Hugendubel

Les Voyageurs de L`Or du Rhin / Die Rheingold-Reisenden – Buch von Luc-Henri Roger © Hugendubel

Les voyageur de l’Or du Rhin – Die „Rheingold“-Reisenden

La réception française de la création munichoise du Rheingold de Richard Wagner –  Sprache französisch, Buch von Luc-Henri Roger

 Hugendubel.de Verlag – ISBN 978-2-322102327, 22,00 €, Paperback

von Julian Führer

Zum wagnerianischen Basiswissen gehört, dass im Jahr 1876 die ersten Bayreuther Festspiele stattfanden und dass dort Der Ring des Nibelungen uraufgeführt wurde. Wer etwas mehr in die Tiefe geht, findet heraus, dass König Ludwig II. von Bayern bereits 1869 bzw. 1870 Aufführungen von Das Rheingold und Die Walküre in München befohlen hatte. Kaum jemandem dürfte allerdings bewusst sein, dass wir über die Generalprobe des Rheingold 1869 mehr wissen als über die Premiere – und Luc-Henri Roger weiß, welche französischen Gäste in dieser denkwürdigen Probe saßen. Ihnen und vor allem ihrer breiten publizistischen Tätigkeit ist dieses Buch gewidmet.

Die Proben hatten sich in München über den Sommer hingezogen. Textbuch und Noten waren längst allgemein erhältlich, so dass bei vielen die Vorfreude stieg, endlich die Umsetzung auf der Bühne zu erleben und das Orchester dazu zu hören. Zeitungen entsandten ihre Korrespondenten, zumal in München gleichzeitig im Königlichen Glaspalast die I. internationale Kunstausstellung stattfand, über die ebenfalls berichtet werden sollte. Am 25. August nun würde König Ludwig II. seinen 24. Geburtstag feiern, und an diesem Tag sollte Das Rheingold uraufgeführt werden. Richard Wagner als Urheber des neuen Stückes bestand darauf, erst nach Vollendung aller vier Teile eine zyklische Aufführung durchführen zu lassen, konnte sich gegenüber dem Befehl seines königlichen Mäzens nicht durchsetzen, blieb aber demonstrativ in Luzern.

Luc-Henri Roger / Autor  von Les voyageur de l’Or du Rhin - Die "Rheingold"-Reisenden © Luc-Henri Roger

Luc-Henri Roger / Autor  von Les voyageur de l’Or du Rhin – Die „Rheingold“-Reisenden © Luc-Henri Roger

Das Stück ist schwierig zu inszenieren, wer wollte das bestreiten. Etwa zweieinhalb Stunden ohne Musik, drei Verwandlungen zwischen den vier Szenen bei offenem Vorhang, während das Orchester weiterspielt – und entsprechend wenig Zeit für die notwendigen Umbauten, wenn die erste Szene doch „Auf dem Grunde des Rheins“ spielt, bevor man auf eine „Freie Gegend auf Bergeshöhen“ wechselt, bevor es in die Tiefe der Erde nach Nibelheim und von dort wieder auf die Bergeshöhen geht. Der Premierentermin war nicht zu halten, die Korrespondenten waren aber bereits angereist und berichteten abwartend und erwartungsvoll erst einmal von der Kunstausstellung. Einige von ihnen (und auch der König) erlebten am 27. August dann die Generalprobe unter der Leitung von Hans Richter, dem späteren Uraufführungsdirigent des Ring in Bayreuth. Die musikalische Qualität gefiel den Anwesenden, die szenische Umsetzung wurde jedoch als katastrophal wahrgenommen. Im Publikum gab es Gelächter, die Premiere musste verschoben werden. Richard Wagner wurde telegraphisch informiert und eilte nach München, wurde aber nicht zum König vorgelassen. Hans Richter riskierte mit nur 26 Jahren seine gutdotierte Stelle am Nationaltheater und reiste ab, ebenso Franz Betz, der 1868 in München bei der Uraufführung ein gefeierter Hans Sachs gewesen war und nun die Partie des Wotan übernommen hatte.

Die Premiere konnte erst am 22. September stattfinden, nachdem am Bühnenbild und vor allem an der Bühnenmaschinerie und dem Licht mit Hilfe des bewährten Carl Brandt aus Darmstadt nachgearbeitet worden war. Der König konnte das Werk nun erleben, die meisten Korrespondenten hingegen hatten ihren Redaktionen etwas über die Generalprobe und den folgenden Skandal geliefert und waren wieder abgereist. Hans Richter hatte auf seine Stelle verzichtet, als Dirigent sprang Franz Wüllner ein. Den Wotan sang August Kindermann, der bei der Generalprobe noch den finsteren Fafner gegeben hatte. Ebenfalls umbesetzt wurden Donner, Froh, Loge, Alberich, Mime, Fasolt und natürlich Fafner; anders gesagt: Fricka, Freia, Erda, Woglinde, Wellgunde und Flosshilde wurden von Sängerinnen, die die Proben miterlebt hatten, gegeben, sämtliche männlichen Solopartien waren neu besetzt worden…

Die Geschichte des französischen Wagnerismus ist schon oft und manchmal sehr genau erzählt worden, doch zeigt sich in den Berichten zur Münchener Generalprobe vieles, was die Wege der französischen Wagnerrezeption aufzuhellen beiträgt. Das Buch von Luc-Henri Roger enthält nun nach einer kurzen Einführung in die Werkgeschichte eine Präsentation der französischen Korrespondenten und an erster Stelle (S. 27-94) einer Korrespondentin, nämlich Judith Mendès, Tochter des Literaten Théophile Gautier (der unter anderem das Libretto für Adolphe Adams Ballett Giselle schrieb und über den Club des Hachichins mit Charles Baudelaire bekannt war und gemeinsam mit ihm Haschisch konsumierte). Judith hatte mit etwa 20 Jahren Catulle Mendès geheiratet, ebenfalls ein großer Wagnerverehrer. Judith nun hatte früh Wagners Bekanntschaft gesucht und unterhielt mit dessen Geliebter und späteren Ehefrau Cosima, die mit Wagner bei Luzern lebte, eine umfangreiche Korrespondenz.

Judith publizierte vor allem, aber nicht nur, in La Liberté. Wirklich witzige Anekdoten über eine Reise über Luzern (mit Besuch bei Wagner) und Zug und über den Bodensee nach München wechseln sich ab mit engagierten, begeistert geschriebenen Artikeln, in denen Wagner, sein Werk und auch Das Rheingold über alle Maßen gelobt werden. Da dem französischen Publikum natürlich das Textbuch nicht geläufig war, erzählt Judith Mendès den Inhalt sehr präzise und am Wortlaut des Wagnerschen Textes entlang nach (S. 83-92), doch dann entfährt es ihr angesichts der Inszenierung etwas schnippisch: „Malheureusement, les féeries du Châtelet existent; et déclarer impossible une mise en scène aussi simple que celle de l’Or du Rhin, c’est s’avouer bien facilement vaincu.“ Also: Das Rheingold ist eigentlich ganz leicht auf die Bühne zu bringen, jedenfalls für eine Bühne wie das damals erst kürzlich eröffnete Théâtre du Châtelet in Paris…!

Die folgenden Artikel stammen von Judiths Ehemann Catulle Mendès (S. 95-181). Ebenfalls in unermüdlicher Weise publizistisch tätig für Wagner und sein Werk, stand er seit 1861 mit dem Komponisten in Kontakt (da war Mendès eben zwanzig Jahre alt), begegnet ist er ihm dann erst 1869 in Tribschen bei Luzern auf dem Weg zur Münchener Uraufführung des Rheingold. Seine Berichte an die Tageszeitung Le National sind unterschiedlich lang, manchmal erschienen mehrere kleinere Artikel in einer Nummer. Wagner hatte mit Frankreich kein Glück; seine Pariser Zeit 1840-1842 brachte ihm keinen Erfolg. Den Prosaentwurf für den Fliegenden Holländer musste er verkaufen, um sich über Wasser zu halten, und die Pariser Oper ließ das Stück von einem anderen vertonen als Wagner (der trotzdem ein Textbuch und eine Partitur dazu verfasste, die dann aber erst in Dresden zur Aufführung gelangte). 1861 sollte Tannhäuser gezeigt werden, der aufgrund diverser Intrigen und nicht zuletzt Wagners etwas schwieriger Persönlichkeit zu einem denkwürdigen Skandal, nicht aber zu einem Erfolg wurde. 1869 aber, im Jahr des Münchener Rheingold, wurde in Paris Wagners Frühwerk Rienzi gezeigt, und endlich wurde ihm Anerkennung zuteil. Catulle Mendès knüpft an diesen Erfolg an und berichtet seiner Zeitung und dem Pariser Publikum, was für ein freundlicher Mensch Wagner sei, der Stücke des französischen Opernrepertoires wie Aubers Muette de Portici und Rossinis Guillaume Tell lobe, Mozart und Beethoven verehre und in Tribschen in Einsamkeit und Zurückgezogenheit lebe. Dass Wagners langjährige Geliebte Cosima mit ihren Töchtern und dem wenige Wochen zuvor zur Welt gekommenen Sohn Siegfried ebenfalls dort lebte, ist Mendès natürlich nicht verborgen geblieben, doch da Cosima damals noch eine verheiratete von Bülow war, verlor er über diese etwas komplizierten Verhältnisse kein Wort. Ebenfalls mit keinem Wort erwähnte Mendès, dass Richard Wagner sein Pamphlet Das Judenthum in der Musik, 1850 anonym publiziert, soeben auf Anraten Cosimas und anderer unter seinem Namen erneut veröffentlicht hatte, womit Wagner sich international wieder einmal neue Feinde gemacht hatte und woraufhin in Tribschen Drohbriefe eingingen.

Wie seine Frau Judith schrieb auch Catulle Mendès mitunter Anekdoten auf, um sein Publikum zu unterhalten – unter anderem über die Bräuche in Münchener Wirtshäusern, wo man Bier bestellt und stattdessen Kaffee serviert bekommt (oder Kaffee bestellt und stattdessen Bier serviert bekommt). Auch in seiner Zeitung erscheint dann eine lange Inhaltsangabe des neuen Stücks, etwas freier als bei Judith, dafür etwas stärker die Musik einbeziehend (S. 144-153). Beide allerdings heben die hypnotische Wirkung des Vorspiels zur ersten Szene in Es-Dur hervor. Aus Mendès‘ späterem Schaffen ist außer seinem Nachruf auf Richard Wagner aus der Zeitung Gil Blas noch die Épître au roi de Thuringe von 1881 abgedruckt (S. 170-175), in der ein König „Friedrich II. von Thüringen“ im Schloss „Nonnenburg“ wohnt und es um die Uraufführung der Oper „Das Donaugold“ geht – natürlich ein kaum verhohlener Schmähtext auf den König von Bayern.

Richard Wagner Denkmal im Berliner Tiergarten, zu seinen Füßen Wolfram von Eschenbach © IOCO / Rainer Maass

Richard Wagner Denkmal im Berliner Tiergarten, zu seinen Füßen Wolfram von Eschenbach © IOCO / Rainer Maass

Als dritter Franzose auf publizistischer Wallfahrt nach München wird Auguste de Villiers de l’Isle-Adam präsentiert (S. 183-210). Eigentlich wollte er Judith Gautiers jüngere Schwester heiraten, woraus dann aber nichts wurde – fast könnte man glauben, der französische Wagnerismus sei vor allem aus den amourösen Verwicklungen einer Pariser Kifferfamilie entstanden. Villiers de l’Isle-Adam war literarisch erfolgreich, so dass es schon früh auch biographische Arbeiten über ihn gab, unter anderem von seinem Cousin Robert du Pontavice de Heussey (das München und das Verhältnis zu Wagner betreffende Kapitel ist abgedruckt). Villiers publizierte seine Rheingold-Eindrücke in L’Universel – er referiert das Bühnengeschehen und den Text mit viel Enthusiasmus, aber verweist auch auf die Musik: Nach eigener Aussage saß Villiers de l’Isle-Adam im Münchener Nationaltheater gleich neben Franz Liszt, der in der Orchesterpartitur mitlas.

Es folgt Augusta Holmès (S. 211-226). Sie hatte mit der Familie Gautier-Mendès zunächst nichts zu tun – bis sie mit Catulle Mendès durchbrannte, der Judith sitzenließ, fortan mit Augusta Holmès zusammenlebte, mit ihr fünf Kinder hatte und ihr ganzes Vermögen durchbrachte. Augusta Holmès komponierte und war eine beachtliche Pianistin, der es sogar gelungen sein soll, mit dem Vortrag eigener Kompositionen am Klavier einen missgestimmten Richard Wagner wieder aufzuheitern. Ein Artikel in Le Siècle, ein anderer in der Union libérale et démocratique de Seine-et-Oise referiert einerseits den Inhalt, lässt aber andererseits die Musikerin erkennen. Der Satz (S. 224) „Les dieux, dont la présence éclaire l’opéra du „Rheingold“, ont le calme rayonnant de statues grecques laissées dans la glace du nord“ hätte Wieland Wagner mit seiner archetypisch-stilisierenden Interpretation sicherlich gefallen.

Schließlich werden noch Édouard Schuré und die Gräfin Muchanow (Maria von Nesselrode-Ehreshoven, verheiratete Kalergi, in zweiter Ehe Muchanow), eine Schülerin ebenso Frédéric Chopins wie Franz Liszts, gewürdigt. Maria Muchanow publizierte in keiner Zeitung, aber schrieb viele Briefe an ihre Tochter, in denen sie sie über Neuigkeiten auf dem Laufenden hielt und die 1911 gedruckt wurden. Cyprien Godebski schließlich schrieb 1895 in La Renaissance idéaliste Erinnerungen an 1869 nieder, in denen viele der hier aufgeführten Personen auftreten.

Der zweite Teil des Buches enthält Zeitungsartikel aus diversen französischen Blättern. Am packendsten ist sicherlich die erste Zusammenstellung aus dem heute noch erscheinenden Le Figaro, da dort mit Léon Leroy ein französischer Wagnerianer und mit Albert Wolff ein deutschsprachiger Elsässer und Wagnerfeind zwei Antagonisten ihren Zwist in den Feuilletonspalten ihres Blattes austrugen (und dafür auch den Platz zugestanden bekamen). Albert Wolff fühlte sich immer stärker als Franzose, zumal als 1870, nur ein Jahr später, die deutschen Staaten unter preußischer Führung gegen Frankreich Krieg führten. In Zeiten sekundenschneller Kommunikation um die ganze Welt ist es reizvoll, den Weg von Gerüchten nachzuvollziehen. Die erste Szene von Das Rheingold spielt „Auf dem Grunde des Rheins“. In Le Ménestrel wird daraus, dass die ganze Bühne geflutet werden sollte und die erhebliche Verzögerung bei den Proben nicht zuletzt darauf zurückzuführen sei, zumal die Rheintöchter im Schwimmen zu singen hätten (diese nahezu perfekte Illusion wurde dann erst bei den Bayreuther Festspielen 1983 in die Realität umgesetzt). In La France musicale wird Wagners monumentaler Ring-Zyklus philologisch etwas unsicher als „quadrilogie“ bezeichnet, ansonsten fassen die meisten Artikel das zusammen, was die anderen auch schon berichtet haben.

Über das Buch verteilt finden sich Zeichnungen von Szenenbildern der Münchener Inszenierung und Figurinen einzelner Personen. In den Anhängen sind die im Buch enthaltenen Zeitungsartikel und Briefe in chronologischer Reihenfolge aufgelistet (S. 341-345). Anschließend werden die in diesem Buch auftretenden Personen in der Reihenfolge ihres Lebensalters zum Zeitpunkt der Uraufführung präsentiert (S. 347-348). Das wirkt zunächst kurios, doch schärft es den Blick für einen Umstand: Die handelnden Personen waren außerordentlich jung! Augusta Holmès war 21, Ludwig II. und Judith Mendès 24, Catulle Mendès und Édouard Schuré 28, Villiers de l’Isle-Adam 30 Jahre alt. Fast unter die Senioren zu zählen sind daneben Ivan Turgeniev, der ebenfalls der Generalprobe beiwohnte (50 Jahre), und Franz Liszt (damals 57 Jahre). Auf S. 349 werden die Solorollen bei der Generalprobe vom 27. August und der Uraufführung vom 22. September gegenübergestellt. Es folgt ein Literaturverzeichnis (S. 351-355), ein Inhaltsverzeichnis und erst dann (S. 361-399) die umfangreichen Anmerkungen, in denen Luc-Henri Roger viele Anspielungen und Kontexte aufklärt.

Luc-Henri Roger hat zu den einzelnen Autorinnen und Autoren präzise recherchiert: Wenn ein Artikel eine Reaktion nach sich zieht (wie ein sarkastischer Kommentar zu den Lobeshymnen der Augusta Holmès in Le Figaro ein paar Tage später), wird auch diese abgedruckt. Auch wenn sich der eine oder andere Druckfehler eingeschlichen hat, ist das vorliegende Buch eine mit Fleiß und Enthusiasmus erarbeitete Leistung, die der langen Tradition des französischen Wagnerismus Ehre macht.

—| IOCO Buchbesprechung |—

Wien, Wiener Staatsoper, Staatsoper – Online-Spielplan 05.01. – 11.01.2021

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Wiener Staatsoper

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Staatsoper – Online-Spielplan 05.01. – 11.01.2021

Der Ring des Nibelungen und mehr

international kostenlos auf der Webseite play.wiener-staatsoper.at verfügbar

»Das Herzogtum San Sogno, idyllisch zwischen San Remo und Mentone gelegen, ist mit 12 Quadratkilometern Fläche und mit 568 Einwohnern der kleinste Staat Europas und zugleich auch das kleinste Herzogtum der Welt«,  so beschreibt Regisseur Sven-Eric Bechtolf den erfundenen Schauplatz seiner Cenerentola-I nszenierung. In diesem spleenigen Zwergstaat entspinnt sich augenzwinkernd die Handlung von Rossinis poetischer Buffo-Oper, die den bekannten AschenbrödelStoff erzählt. Im Stream zeigt die Wiener Staatsoper – unter der musikalischen Leitung des Rossini-Fachmanns Jean-Christophe Spinosi – die farbenfrohe und unterhaltsame Produktion aus dem Jahr 2013, es singen unter anderem Isabel Leonard (Angelina), Maxim Mironov (Don Ramiro) und Luca Pisaroni (Alidoro).

La Cenerentola – Gioacchino Rossini
youtube Trailer Staatsoper Wien
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Mit Bechtolf-Regiearbeiten geht es weiter: In Walküre und Siegfried, Teil zwei und drei der Ring des Nibelungen –Tetralogie, wird das von Richard Wagner behandelte Spannungsverhältnis zwischen Liebe und Macht weitergeführt, es dirigiert das Staatsopern-Ehrenmitglied Adam Fischer, zu hören sind unter anderem Tomasz Konieczny, Christopher Ventris, Waltraud Meier, Linda Watson und Christian Franz.
Auch bei der gestreamten Rusalka-Produktion handelt es sich um eine Inszenierung Bechtolfs: Entstanden im Jahr 2014 kehrte die bekannteste Oper Antonín Dvoraks nach knapp 25 Jahren wieder an das Haus am Ring zurück. Rusalka, von Bechtolf in eine düster-beängstigende, unwirtliche Welt gesetzt, formuliert psychologisch vielschichtig Fragestellungen, die sich mit Ängsten und Sehnsüchten der Entstehungszeit, aber auch der Gegenwart auseinandersetzen. Mit Piotr Beczala steht einer der führenden Tenöre unserer Zeit auf der Bühne, ein Sänger, der seit Jahren eine enge Bindung zur Wiener Staatsoper pflegt und der zuletzt im Rosenkavalier und mit der Titelrolle von Werther brillant reüssierte.

Mit Leos Janáceks Vec Makropulos steht ein selten gezeigtes Werk auf dem (Streaming-)Spielplan, das erst 2015 an der Wiener Staatsoper erstaufgeführt wurde: Die Handlung dreht sich um ein das Leben verlängerndes Elixier, das der inzwischen 337 Jahre alten Protagonistin die Erkenntnis bringt, dass ein endloses diesseitiges Leben letztendlich nur Einsamkeit beschert. Oder, wie es der Komponist formulierte: »Wir sind deshalb glücklich, weil wir wissen, dass unser Leben nicht zu lange währt. Deswegen ist jeder Augenblick zu nutzen, gehörig auszuleben.« Laura Aikin gestaltet die ewig junge Emilia Marty, in weiteren Rollen sind Margarita Gritskova, Thomas Ebenstein, Markus Marquardt und Heinz Zednik zu hören.

Die Streaming-Woche wird durch eine Aufführung von Verdis Don Carlo beschlossen: Stefano Secco, Ferruccio Furlanetto und Dmitri Hvorostovsky gestalten neben Maria Pia Piscitelli und Béatrice Uria-Monzon das einzigartige, diesmal von Marco Armiliato geleitete Werk.

Alle unten angeführten Streams sind in Österreich wie auch international kostenlos auf der Webseite play.wiener-staatsoper.at verfügbar. Beginn ist jeweils um 19.00 Uhr, die Übertragungen sind 24 Stunden lang abzurufen.

Das Programm bis einschließlich 11. Jänner 2021


Wiener Staatsoper / La Cenerentola © Wiener Staatsoper GmbH / Michael Pöhn

Wiener Staatsoper / La Cenerentola © Wiener Staatsoper GmbH / Michael Pöhn

Dienstag, 5. Jänner 2021, 19.00 Uhr
Gioachino Rossini
LA CENERENTOLA (Vorstellung vom 22. Februar 2018)
Dramma giocoso in zwei Akten
Musikalische Leitung: Jean-Christophe Spinosi
Inszenierung: Sven-Eric Bechtolf
Mit u.a.: Isabel Leonard, Maxim Mironov, Alessio Arduini, Luca Pisaroni


Wiener Staatsoper / Rusalka © Wiener Staatsoper GmbH / Michael Pöhn

Wiener Staatsoper / Rusalka © Wiener Staatsoper GmbH / Michael Pöhn

Mittwoch, 6. Jänner 2021, 19.00 Uhr
Antonín Dvorák
RUSALKA (Vorstellung vom 4. Februar 2020)
Lyrisches Märchen in drei Akten
Musikalische Leitung: Tomáš Hanus
Inszenierung: Sven-Eric Bechtolf
Mit u.a.: Piotr Beczala, Olga Bezsmertna, Jongmin Park, Elena Zhidkova, Monika Bohinec


Wiener Staatsoper / Walküre - Waltraud Meier © Wiener Staatsoper GmbH / Michael Pöhn

Wiener Staatsoper / Walküre – Waltraud Meier © Wiener Staatsoper GmbH / Michael Pöhn

Donnerstag, 7. Jänner 2021, 19.00 Uhr
Richard Wagner
DIE WALKÜRE (Vorstellung vom 13. Jänner 2016)
Erster Tag des Bühnenfestspiels
Musikalische Leitung: Adam Fischer
Inszenierung: Sven-Eric Bechtolf
Mit u.a.: Christopher Ventris, Ain Anger, Waltraud Meier, Linda Watson, Tomasz Konieczny


Giselle Rouge – Ballett Boris Eifmann
youtube Trailer Staatsoper Wien – Volksoper Wien
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Freitag, 8. Jänner 2021, 19.00 Uhr – Ballett GISELLE
(Vorstellung vom 20. Oktober 2018)
Musik: Adolphe Adam
Choreographie: Elena Tschernischova nach Jean Coralli, Jules Perrot und Marius Petipa
Musikalische Leitung: Paul Connelly
Mit u.a. Maria Yakovleva, Masayu Kimoto, Kiyoka Hashimoto, Andrey Teterin, Elena Bottaro, Arne Vandervelde, Solisten und Corps de ballet des Wiener Staatsballetts


Wiener Staatsoper / Vec Makropulos © Wiener Staatsoper GmbH / Michael Pöhn

Wiener Staatsoper / Vec Makropulos © Wiener Staatsoper GmbH / Michael Pöhn

Samstag, 9. Jänner 2021, 19.00 Uhr
Leos Janácek
VEC MAKROPULOS (Vorstellung vom 20. Dezember 2015)
Oper in drei Akten
Musikalische Leitung: Jakub Hrusa
Inszenierung: Peter Stein
Mit u.a.: Laura Aikin, Ludovit Ludha, Thomas Ebenstein, Margarita Gritskova, Markus Marquardt, Heinz Zednik


Wiener Staatsoper / Siegfried © Wiener Staatsoper GmbH / Michael Pöhn

Wiener Staatsoper / Siegfried © Wiener Staatsoper GmbH / Michael Pöhn

Sonntag, 10. Jänner 2021, 19.00 Uhr
Richard Wagner
SIEGFRIED (Vorstellung vom 17. Jänner 2016)
Zweiter Tag des Bühnenfestspiels
Musikalische Leitung: Adam Fischer
Inszenierung: Sven-Eric Bechtolf
Mit u.a.: Christian Franz, Linda Watson, Tomasz Konieczny, Herwig Pecoraro, Jochen Schmeckenbecher


Wiener Staatsoper / Don Carlo © Wiener Staatsoper GmbH / Michael Pöhn

Wiener Staatsoper / Don Carlo © Wiener Staatsoper GmbH / Michael Pöhn

Montag, 11. Jänner 2021, 19.00 Uhr
Giuseppe Verdi
Don Carlo (Vorstellung vom 25. Februar 2015)
Dramma lirico in vier Akten
Musikalische Leitung: Marco Armiliato
Inszenierung: Daniele Abbado
Mit u.a.: Stefano Secco, Dmitri Hvorostovsky, Maria Pia Piscitelli, Béatrice Uria-Monzon, Ferruccio Furlanetto


—| Pressemeldung Wiener Staatsoper |—

Bayreuth, Bayreuther Festspiele, 25. Juli 2020 – Konzert in Haus Wahnfried, IOCO Aktuell, 25.07.2020

Festspielhaus Bayreuth © IOCO

Festspielhaus Bayreuth © IOCO

25. Juli 2020  –  Konzert im Haus Wahnfried

Public Viewing / BR Klassik

Richard Wagner Bayreuth © IOCO

Richard Wagner Bayreuth © IOCO

Trotz der coronabedingt schwierigen Umstände werden die Stadt Bayreuth und die Bayreuther Festspiele am traditionellen Eröffnungstag der Festspiele, Samstag, 25. Juli 2020, um 16.00 Uhr ein Konzert im Haus Wahnfriedveranstalten. Unter Leitung von Christian Thielemann führen die Solisten Camilla Nylund, Sopran, und Klaus Florian Vogt, Tenor, sowie Jobst Schneiderat am Wahnfried-Flügel Richard Wagners Ausschnitte aus Die Meistersinger von Nürnberg, das Siegfried-Idyllund die Wesendonck-Liederauf. Das Konzert wird live vom Bayerischen Rundfunk auf BR Klassik (www.br-klassik.de/programm/radio/ausstrahlung-2207268.html) und zudem vor Ort auf Videowänden als Public Viewing für bis zu 400 Personen nach außen übertragen. Das Café Wahnfried sorgt für Erfrischungen.

IOCO  Besprechungen aller Werke, die für die Bayreuther Festspiele 2020 geplant waren und mehr, sind – unten folgend – in diesem Artikel verlinkt
 IOCO
  Korrespondenten/innen beschreiben – DORT – die Details besuchter Produktionen der Bayreuther Festspiele

Kooperation mit BR-Klassik / 3 Sat

Für alle Wagner-Fans inszenieren die Bayreuther Festspiele gemeinsam mit BR-KLASSIK und 3sat ab dem 25. Juli – dem ursprünglichen Eröffnungstag der Bayreuther Festspiele – die Werke Wagners als Gesamtkunstwerk. Mit Corona-verträglichen Live-Veranstaltungen, exklusiven Archivschätzen und Sondersendungen wird das älteste Musikfestival Deutschlands in diesem Kultursommer adäquat gefeiert. Ein Highlight des Programms: drei historisch maßstabsetzende Inszenierungen des Ring des Nibelungenauf unterschiedlichen Ausspielwegen. Es sind die Ring-Inszenierungen von Frank Castorf (Premiere 2013), Harry Kupfer (Premiere 1988) und Patrice Chéreau (Premiere 1976).BR-KLASSIK wartet im Hörfunk vom 25. bis 28. Juli täglich um 18.05 Uhr exklusiv mit der bisher unveröffentlichten Aufnahme der hochgelobten und intensiv diskutierten Ringproduktion von Frank Castorf und Kirill Petrenko am Pult (Aufnahme von 2015) auf, die auch Teil des diesjährigen ARD Radiofestivals (ab 18. Juli) sein wird.ARD-alpha und das Streaming-Angebot „BR-KLASSIK Concert“ präsentieren gemeinsam mit den Bayreuther Festspielen den Jahrhundertring von Patrice Chéreau und Pierre Boulez. Erstmals ist diese Inszenierung am 7. August ab 20.15 Uhr in der großen Ring-Nachtwieder im Free-TV zu erleben.

Tristan und Isolde – die Fanfaren erklingen
youtube Trailer von Claas Rohmeyer
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Die Bayreuther Festspiele in 3sat

3sat feiert die Bayreuther Festspiele mit dem Ring des Nibelungen in der Inszenierung von Harry Kupfer. Am Pult steht Daniel Barenboim, der die Bayreuther Festspiele 18 Jahre lang maßgeblich geprägt hatte. Mit Rheingold, dem Vorabend der Ring-Tetralogie, und anschließend einer Dokumentation über den Sänger Günther Groissböck steht der Fernsehabend am 25. Juli ab 20.15 Uhr ganz im Zeichen Wotans. Die weiteren Teile dieses Rings von Harry Kupfer werden in der Mediathek von 3sat, auf br-klassik.de und im Webauftritt der Bayreuther Festspiele zu sehen sein.Trotz Corona-bedingten, schwierigen Umständen werden die Stadt Bayreuth und die Bayreuther Festspiele am 25. Juli ganz im Zeichen der Festspieleröffnung ein Konzert veranstalten. Musikdirektor Christian Thielemann und Mitglieder des Festspielorchesters  werden mit den Bayreuther Sängerstars Camilla Nylund und Klaus Florian Vogt Werke von Wagner aufführen. BR-KLASSIKüberträgt das Konzert ab 16 Uhr live im Radio. Einblicke ins Festspielhaus gibt in diesem Sommer die Videoarbeit The Loop of the Nibelungvon Simon Steen-Andersen. Der vielfach ausgezeichnete dänische Komponist und Performance-Künstler geht mit Sängern und Musikern des Festspielorchesters auf audiovisuelle Erkundung des mythischen Bayreuther Festspielhauses und des Werks von Wagner. Die Video-Arbeit ist ab dem 28. Juli im Streaming-Angebot BR-KLASSIK Concert und auf der Website der Festspiele zu erleben.

Richard Wagner Villa am Canale Grande in Venedig © IOCO

Richard Wagner Villa am Canale Grande in Venedig © IOCO

In „Hier gilt’s der Kunst“ widmen sich u. a. Daniel Barenboim, Barrie Kosky, András Schiff, Martina Gedeck und Thea Dorn in einer Gesprächsreihe aus dem Pierre Boulez-Saal in Berlin dem Thema „Wagner, Musik und Politik“. Die Gespräche der Reihe „Diskurs Bayreuth“ werden ab dem 7. August auf BR-KLASSIK Concert veröffentlicht.Archivperlen und Video-Extras

BR-KLASSIKwird außerdem zwei besondere Archivschätze im Radio senden: André Cluytens „Lohengrin“ aus dem Jahr 1958 am 29.7. um 18.05 Uhr sowie Tristan und Isolde unter der Leitung von Herbert von Karajan aus dem Jahr 1952 am 30.7. um 18.05 Uhr. Der Interpretationsvergleich bietet Hörerinnen und Hörern am 31. Juli um 18.05 Uhr einen spannenden und kompakten Einblick in eine Auswahl an Interpretationen zum Fliegenden Holländer. .Auf den Webseiten von BR-KLASSIK und den Bayreuther Festspielen laden spannende Video-Formate wie der „Operncrashkurs Wagner“, die „klassik shorts“, die „Ring-Steckbriefe“ und das „Wagner-ABC“ dazu ein, mehr über die Kraft von Wagners Musik zu erfahren und in die mythischen Welten des „Rings“ einzutauchen.Weitere Informationen zu den Programmhighlights auf bayreuther-festspiele.de, br-klassik.de/bayreuther-festspiele und 3sat.de/kultur/festspielsommer/bayreuther-festspiele-2020

Die Meistersinger von Nürnberg – Barrie Kosky Inszenierung
youtube Trailer von Bayreuth en Vinilo
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Kooperation mit der Deutschen Grammophon

Die vier Werke, die für die Bayreuther Festspiele 2020 geplant waren – alle Werke sind HIER! mit der Besprechung eines IOCO-KollegIn verlinkt – Die Meistersinger von Nürnberg – IOCO / Dr. Schneider Besprechung HIER!, IOCO / Uschi Reifenberg Besprechung HIER!,Tannhäuser oder der Sängerkrieg auf der Wartburg – IOCO / Patrik Klein Besprechung HIER!, Lohengrin – IOCO / Ingrid Freiberg Besprechung HIER! und Der Ring des Nibelungen – IOCO / Hanns Butterhof Besprechung HIER!, werden online in jüngsten oder legendären Produktionen aus dem Archiv der Festspiele übertragen. Jedes Werk wird gemäß des ursprünglichen Spielplans des 2020 Wagner-Sommers gezeigt und ist danach weitere 48 Stunden zugänglich.

Kartenbesitzer von DG Stage können an den eigentlich freien Tagen des Bayreuther Festspielkalenders 2020 außerdem erfolgreiche Inszenierungen von Tristan und IsoldeIOCO / Julian Führer Besprechung HIER! – und Parsifal – IOCO / Karin Hasenstein Besprechung HIER! sehen. Als Ersatz für die Neuproduktion des Rings zeigt DG Stage Frank Castorfs viel diskutierte Inszenierung des Zyklus von 2013 (in einer Aufzeichnung von 2016 unter Leitung von Marek Janowski) sowie Patrice Chéreaus gefeierten Jahrhundert-Ring, die wegweisende Produktion aus dem Jahr 1976 mit Pierre Boulez am Pult (in einer Aufzeichnung von 1980).

Die Bayreuther Festspiele auf DG Stagebeginnen am Sonnabend, dem 25. Juli 2020, mit Barrie Koskys Inszenierung von Die Meistersinger von Nürnberg (IOCO / Marcus Haimerl Besprechung HIER!)
Die Saison wird am Sonntag, dem 26. Juli, fortgesetzt mit Tobias Kratzers provokativer und spannender Inszenierung von Tannhäuser aus dem Jahr 2019.
Am Sonntag, dem 2. August, folgt Lohengrin in Yuval Sharons Inszenierung von 2018, der ersten eines amerikanischen Regisseurs seit Gründung der Festspiele 1876.

Deutsche Grammophon und die Bayreuther Festspiele haben gleich zwei Ring-Zyklen ausgewählt (8., 9., 12. & 13. August und 24., 25., 27. & 29. August): Zum einen Frank Castorfs Inszenierung. Zum anderen – unter dem Dirigat von Pierre Boulez – die legendäre Ring-Produktion von Patrice Chéreau, die 1976 anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der ersten Gesamtaufführung des Zyklus und der Bayreuther Festspiele auf die Bühne kam.

Interview Christian Thielemann – Bayreuther Festspiele 2016
youtube Trailer BR-KLASSIK
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Katharina Wagners Inszenierung von Tristan und Isolde(IOCO Besprechungs HIER!) aus dem Jahr 2015 und Uwe Eric LaufenbergsParsifal von den Festspielen 2016,  (IOCO / Karin HasensteinBesprechung HIER!) erscheinen auf DG Stage am Dienstag, dem 4. bzw. Freitag, dem 28. August. Christian Thielemann dirigiert Tristan und Isolde,der vielseitige deutsche Dirigent Hartmut Haenchen gibt mit Parsifal sein spätes Bayreuth-Debüt  (IOCO Besprechungs  HIER!)

Tickets für die Aufführungen von DG Stage Bayreuthkosten 4,90 € und lassen sich in sicheren Transaktionen online per Kreditkarte und durch die üblichen Zahlungsdienste erwerben. Festspielbesucher erhalten Zugang zu einmaligen Veranstaltungen in modernster Audio- und Videoqualität.

BAYREUTHER FESTSPIELE 2020

25. Juli          Die Meistersinger von Nürnberg (Kosky/Jordan)
26. Juli          Tannhäuser (Kratzer/Gergiev)
02. August    Lohengrin (Sharon/Thielemann)
04. August    Tristan und Isolde (K. Wagner/Thielemann)
08. August    Der Ring des Nibelungen: Das Rheingold (Castorf/Janowski)
09. August    Der Ring des Nibelungen: Die Walküre (Castorf/Janowski)
12. August    Der Ring des Nibelungen: Siegfried(Castorf/Janowski)
13. August    Der Ring des Nibelungen: Götterdämmerung (Castorf/Janowski)
15. August    Lohengrin (Sharon/Thielemann)
19. August    Die Meistersinger von Nürnberg(Kosky/Jordan)
20. August    Tannhäuser (Kratzer/Gergiev)
24. August    Der Ring des Nibelungen: Das Rheingold(Chéreau/Boulez)
25. August    Der Ring des Nibelungen: Die Walküre(Chéreau /Boulez)
27. August    Der Ring des Nibelungen: Siegfried(Chéreau /Boulez)
28. August    Parsifal (Laufenberg/Haenchen)
29. August    Der Ring des Nibelungen: Götterdämmerung (Chéreau/Boulez)

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Berlin, Deutsche Oper Berlin, Das Rheingold – auf dem Parkdeck, IOCO Kritik, 222.06.2020

Juni 22, 2020 by  
Filed under Deutsche Oper Berlin, Hervorheben, Kritiken, Oper

deutscheoperberlin

Deutsche Oper Berlin

Deutsche Oper Berlin © Leo Seidel (Kontakt: leoseidel@googlemail.com)

Deutsche Oper Berlin © Leo Seidel (Kontakt: leoseidel@googlemail.com)

Das Rheingold  Deutsche Oper Berlin wieder am Start

Gespielt auf dem Parkdeck des Opernhaus

von Kerstin Schweiger

Als erstes der drei Berliner Opernhäuser hat die Deutsche Oper Berlin wieder eine Aufführung vor Publikum gezeigt!  Am 12. Juni 2020  begann dort – knapp 100 Tage nach der letzten Aufführung im Haus – der Spielbetrieb nach der Pandemie-bedingten Schließung der Theater, Konzert- und Opernhäuser in Berlin wieder. Gezeigt wird derzeit in einer ersten Open-Air-Aufführungsserie eine knapp zweistündige Kammerfassung von Richard Wagners Oper Das Rheingold. Die Deutsche Oper Berlin  zeigt Wagners Werk in einer schnell eingerichteten halbszenischen Aufführung unter freiem Himmel. Wotan und Co. singen und spielen auf dem Parkdeck des Opernhauses. Dieser betonlastige Funktionsort mit 70er Jahre „Charme“  war unter dem jetzigen Leitungsteam bereits 2014 Schauplatz der Oper Oresteia von Jannis Xenakis. Der Spielort erinnert überdies an die legendäre Uraufführung von Wilhelm Dieter Sieberts Wandel-Oper Untergang der Titanic 1978, wo die Titanic am Ende auf dem Parkdeck unterging und Rettungsboote von Statisten durch die Zuschauer-Menge getragen wurden.

Deutsche Oper Berlin / Das Rheingold - hier: vl Andrew Harris als Fasolt, Thomas Blondelle als Loge,Tobias Kehrer als Fafner,Padraic Rowan als Donner @ Bernd Uhlig

Deutsche Oper Berlin / Das Rheingold – hier: vl Andrew Harris als Fasolt, Thomas Blondelle als Loge,Tobias Kehrer als Fafner,Padraic Rowan als Donner @ Bernd Uhlig

Der neue Berliner „Ring“ und Corona

Doch zurück in die Corona-Gegenwart; zur hier besprochene Vorstellung vom 18.6.2020:  Hätte also nicht das Virus seinen eigenen Ring um die Welt gezogen und den Spielbetrieb der Kulturstätten weltweit lahmgelegt, hätte an diesem Abend mit dem Rheingold der Auftaktabend der Tetralogie Der Ring des Nibelungen in einer kompletten Neuproduktion im Opernhaus an der Bismarckstraße Premiere feiern können.

Das lang geplante Projekt in der Inszenierung von Stefan Herheim hätte hier den ersten Schliff und Berliner und internationale Opernfreunde den Beginn eines neuen Ring-Zyklus zu sehen und zu hören bekommen. Nun erobert sich die Deutsche Oper übergangsweise mit weniger Mitwirkenden und unter freiem Himmel das Rheingold zurück. Unter der musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Donald Runnicles und in einer szenischen Einrichtung von Spielleiter Neil Barry Moss präsentieren 22 statt 80 Musiker*innen und 12 Sänger*innen auf dem Parkdeck der Deutschen Oper Berlin eine Version, die Abstands- und Hygieneregeln wahrt.

Wenn Wagner das wüsste? Hätte er vielleicht getobt, wie schon zur Zeit der Uraufführung des Werkes? Die erste Aufführung in München 1869 lief für Wagner denkbar schlecht, denn das Rheingold wurde gegen seinen Willen uraufgeführt. Die restlichen drei Teile waren noch gar nicht fertig gestellt und Wagner war gegen die Uraufführung als Teilwerk, doch König Ludwig II., der Sponsor des zukünftigen „Ringprojeks“, befahl die Uraufführung und Wagner blieb ihr – nach einer chaotischen Probenphase – fern.

Vielleicht hätte er jedoch die hier gezeigte Kammerfassung des britischen Komponisten Jonathan Dove als geniales Marketing für sein Werk betrachtet und unterstützt. Als „Wunder“ und „Meisterwerk der Nachschöpfung“ bejubelte die britische Presse diese komprimierte Fassung, die unter dem Titel The Ring Saga 1990 entstand. Ziel war es, Wagners Tetralogie auch für kleinere Spielorte und Festivals aufführbar zu machen, seither hat diese auf zehn Stunden komprimierte Version einen Siegeszug um die Welt angetreten.

 Deutsche Oper Berlin / Das Rheingold - hier :  vl Derek Welton als Wotan, Annika Schlicht als Fricka, Flurina Stucki als Freia, Padraic Rowan als Donner @ Bernd Uhlig

Deutsche Oper Berlin / Das Rheingold – hier : vl Derek Welton als Wotan, Annika Schlicht als Fricka, Flurina Stucki als Freia, Padraic Rowan als Donner @ Bernd Uhlig

Rheingold – Die Aufführung auf dem Parkdeck

Gespielt wird an der Deutschen Oper jedenfalls 110 Minuten ohne Pause vor 175 Zuschauern, die am Anfang erwartungsfroh-gespannt und am Ende der Aufführung mit frenetischem Applaus den Neustart und das gesamte Ensemble lautstark feiern.

Zwei Hürden wurden für die aktuelle kurzfristig angesetzte Aufführungsserie im Sturm, d.h. innerhalb von drei kurzen Wochen genommen: die Zustimmung des Senats zum Sicherheitskonzept in Pandemie-Zeiten und die Genehmigung, die besondere verknappte musikalische Fassung aufzuführen. Zehn Tage vor der ersten Aufführung wurden die Genehmigungen erteilt. Zum Glück, denn Spielleiter Neil Barry Moss und das junge Ensemble der Deutschen Oper Berlin präsentieren gut gelaunt, mit Spiellaune und Leichtigkeit Wagners Musikdrama als Soap Opera von hohem Unterhaltungswert, musikalisch klangtransparent und aufmerksam unterstützt vom Orchester der Deutschen Oper Berlin.

Strafrechtlich und moralisch betrachtet ist das Rheingold schon an sich eine Katastrophe. In knapp zwei Stunden entrollt es mit Raub, Mord, Betrug, Vertragsbruch, Entführung und Geiselnahme ein Panorama menschlicher Grausamkeit. Neil Barry Moss hat daraus jedoch leichthändig eine Grundsatzparabel über das Theater in Corona-Zeiten gemacht. Habgier im Stück wird zur Sehnsucht nach Theater- und Aufführungsalltag. Hier hat ein Virus dem Publikum die Aufführung, Wagner die Musik – der Ring ist hier die Partitur – und den Künstlern die Arbeits- und Auftrittsmöglichkeit geklaut. Coronagold statt Rheingold. Deshalb sind auf der Treppe, die von der Orchesterrampe hoch über dem Parkdeck auf ein Aufführungspodest hinunterführt, auch wahllos aus dem Fundus zusammengesuchte Requisiten, Kostümteile und Versatzstücke verteilt, die vom Ensemble spielerisch bei passender Gelegenheit genutzt werden. Auch Richard Wagner ist als Statue mit Maske anwesend.

Deutsche Oper Berlin / Das Rheingold -hier : vl Padraic Rowan als Donner, Tobias Kehrer als Fafner, Annika Schlicht als Fricka, Flurina Stucki als Freia @ Bernd Uhlig

Deutsche Oper Berlin / Das Rheingold -hier : vl Padraic Rowan als Donner, Tobias Kehrer als Fafner, Annika Schlicht als Fricka, Flurina Stucki als Freia @ Bernd Uhlig

Das Rheingold  –  Das Ensemble

Thomas Blondelle ist textdeutlich und tenorstrahlend ein wendiger Loge, aber zugleich auch Regieassistent und Spielmacher, der gelegentlich aussteigt und Regieanweisungen erteilt oder Kaffee fürs Team in Pappbechern besorgt. Die Amboßschläge der Ringschmiede kommen aus seinem Ghettoblaster. Wotan Derek Walton mit markantem Bassbariton nimmt auf einem Regiestuhl Platz. Annika Schlichts vollmundige Fricka ist resolut und tolerant, Flurina Stucki als gepanzerte Apfelverkosterin Freia sopranstrahlend. Die glitzergekleideten Rheintöchter glänzen und barmen auch stimmlich frisch in die Dämmerung hinein. Tobias Kehrer und Andrew Harris als Riesen und Judit Kutasi als Erda, alle mit vollmundiger Stimmtiefe, sowie der lockere Donner von Rowan Padraic ergänzen das gut aufgelegte Ensemble.  Am Ende ziehen die Götter über die Rampe in die Wallhall-Werkstatthalle ein. Goldfolienkanonen schießen Glitzerschlangen ins Publikum, das mit anhaltendem Applaus antwortet.

Regisseur Moss spricht allen Künstlern aus dem Herzen, wenn er über die vergangene opernlose Zeit und den Ring sagt: „Es fühlte sich so an, als hätte Alberich diesen unseren Schatz geraubt und dem Theater abgeschworen, ja die Liebe zum Theater verflucht. Mit diesem Rheingold auf dem Parkdeck beginnen wir wieder. Wir spielen!“

Wann der neue Ring-Zyklus in der Regie von Stefan Herheim zur Aufführung kommt, steht und fällt mit der weiteren Pandemie-Entwicklung und den daraus resultierenden Verordnungen. Für den 27. September 2020 steht derzeit noch die Walküre planmäßig im Spielplan.

Vorstellungen Rheingold am 20. und 21. Juni und am 21., 22. und 23. August 2020. Pro Person sind 1-2 Tickets buchbar im Internet, telefonisch und an der Theaterkasse der Deutschen Oper Berlin. Gebühr: 5 Euro, nach der Vorstellung wird einem „Pay what you want“-Konzept folgend um freiwillige Beiträge gebeten.  Karten:  +49 (30) 343 84 343,   info@deutscheoperberlin.de         www.deutscheoperberlin.de

Besetzung:  Derek Welton (Wotan), Padraic Rowan (Donner), Thomas Blondelle (Loge), Philipp Jekal (Alberich), Andrew Harris (Fasolt), Tobias Kehrer (Fafner), Annika Schlicht (Fricka), Flurina Stucki (Freia), Judit Kutasi (Erda), Elena Tsallagova (Woglinde), Irene Roberts (Wellgunde), Karis Tucker (Floßhilde).

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