Münster, Theater Münster, Pressekonferenz zum neuen Generalintendanten, IOCO

Münster, Theater Münster, Pressekonferenz zum neuen Generalintendanten, IOCO
Theater Münster, Foto: Oliver Berg

Neil Barry Moss wird Generalintendant des Theaters Münster

Von Hanns Butterhof

MÜNSTER. Auf einer Pressekonferenz haben die Stadt Münster, vertreten durch Kulturdezernentin Cornelia Wilkens, und das Theater Münster, vertreten durch den Kaufmännischen Direktor Dominik Baumann, die Wahl von Neil Barry Moss zum kommenden Generalintendanten des Theaters Münster bekanntgegeben. Der 37-jährige Moss wird ab der Spielzeit 2027/28 mit Dominik Baumann das Theater leiten und die Nachfolge von Dr. Katharina Kost-Tolmein antreten, deren Vertrag zum Ende der Spielzeit 2026/27 endet.

Wie Kulturdezernentin Wilkens mitteilte, hatte sich eine siebenköpfige Findungskommission unter ihrer Leitung einstimmig für Moss entschieden zwischen zuletzt acht Kandidaten, die zuvor aus einundachtzig Bewerbern ausgewählt worden waren. Wilkens stellte begründend die große künstlerische Qualität und klare strategische Ausrichtung für ein Stadttheater heraus sowie das überzeugende Management und die Führungsqualität, die Moss in Coburg unter Beweis gestellt habe, das er seit 2024 als Intendant führt. Er stehe für ein Theater, das sich für die Stadtgesellschaft öffne und ein breites Publikum anspreche.

In seiner Selbstpräsentation ging Moss, der einen freundlichen, offenen Eindruck machte, vor allen auf den letzten Punkt ein. Er möchte „die verschiedenen Sparten vernetzen und gemeinsam mit dem Team ein starkes und nahbares Haus gestalten“. Jedermann solle durch Inszenierungen auch für das Auge des Publikums abgeholt werden, und alte wie auch neue Theatergänger sollen etwas erleben und sich wohlfühlen können. Ausdrücklich wandte sich Moss gegen ein Theater, das den „furchtbaren“ Zustand der Welt monoton verdopple, auch Humor müsse sein.

Vorstellung von Neil Barry Moss. v.li.: Dominik Baumann, Neil Barry Moss, Cornelia Wilkens, Foto © Hanns Butterhof

Zu einzelnen Sparten äußerte sich Moss zurückhaltend. Am deutlichsten wurde er beim Musiktheater. Er könne sich Giuseppe Verdis Requiem mit Tanz vorstellen, und Operette ohne Ballett funktioniere nicht. Perspektivisch möchte er einen Bogen spannen, der sich über die unverzichtbaren Italiener Verdi und  Giacomo Puccini sowie Richard Wagner und Richard Strauss spanne. (Nicht extra erwähnt wurden seine Inszenierungen Das Rheingold  auf dem Parkdeck 2020 in Berlin und Fausts Verdammnis 2022 in der Coburger Moritzkirche, die für seine Öffnung des Theaters in die Stadt stehen.)

Auf den 1989 in Südafrika geborenen Neil Barry Moss kommen mit der Leitung des Theaters Münster große Aufgaben zu. Es steht zu hoffen, dass ihm sein 2015 in Verona abgeschlossenes Regie- und Dramaturgie-Studium, seine Regieassistenz an der Staatsoper Hannover von 2026 bis 2019 und sein Wirken als Spielleiter, Regisseur und Kostümbildner an der Deutschen Oper Berlin die Fähigkeiten vermittelt haben, diese Aufgaben erfolgreich zu bewältigen.

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